Donnerstag, 14. September 2017

Gott begegnet uns auf unserer Ebene

„Wenn wir untreu sind - er bleibt treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“
2 Timotheus 2, 13.

Das Wort „untreu“ im obigen Vers kann auch mit „ungläubig“ übersetzt werden.
Ungläubig im Sinn von kleingläubig.
Hier ist nicht die Rede von Leuten, die nicht an Jesus glauben, oder gar von Christen, die ihr Glaubensleben aufgegeben haben. Denn der Vers unmittelbar davor ist unmissverständlich: „Wenn wir verleugnen, wird auch er uns verleugnen.“
Wie ist Vers 13 dann zu verstehen?
Es ist so: Gott hat atemberaubende, schier unglaubliche Segnungen für uns vorbereitet. Um diese zu erlangen, ist jedoch naturgemäß ein großes Maß an Glauben erforderlich. Der Glaube ist die Hand, die in Gottes Schatzkammer hineingreift und Segen um Segen auf die Erde holt.
Kein Glaube, kein Segen.
Wir alle sind an unterschiedlichen Punkten in unserer Glaubensreise und erleben daher ein unterschiedliches Maß an Segen. Manche sollten schon weiter sein, andere machen erstaunliche Fortschritte.

Das Volk Israel sollte das Land Kanaan einnehmen. Dazu war es von Gott aus der ägyptischen Sklaverei herausgeführt worden. Doch als Israel hörte, dass im Gelobten Land Riesen hausen, verzagte das Volk und erging sich in Heulen und Zähneklappern.
Trotz der Zusicherung Gottes, er werde für Israel kämpfen.
Was nun?
Gab Gott das Volk auf? Vernichtete er die Ungläubigen in seinem Zorn? Löschte er die Gehorsamsverweigerer aus und begann mit Mose von vorn? Er hatte gute Lust dazu, allein er tat es nicht.
Er schickte das Volk in die Wüste.
Die Wüste war definitiv nicht Kanaan. Diese Generation Israels war nicht in der Lage gewesen, Gottes besten Plan umzusetzen. Am ganz großen Segen gingen sie vorbei. Schade.
Doch Gott begegnet uns auf unserem Glaubenslevel und segnet uns dort. Dies tat er mit Israel nachdem es sich geweigert hatte, das Gelobte Land einzunehmen.
Israel glaubte nicht an die Einnahme Kanaans und musste deswegen in die Wüste. Und Gott war trotzdem gut.
Er hatte sie aus Ägypten herausgeführt mit Silber und Gold und kein Kranker war unter seinen Stämmen. (Psalm 105, 37). Das muss man sich mal vorstellen. Kein Gebrechlicher war unter ihnen, dabei waren allein die Männer mehr als 600.000.
5 Mose 1, 33 bezeugt: Gott zog vor ihnen her und sucht ihnen einen Lagerplatz. Die Feuersäule bei Nacht diente als Straßenbeleuchtung und als Wärmequelle. Die Wolkensäule am Tag schützte vor der stechenden Sonne. Der Herr segnete das Tun ihre Hände und gab 40 Jahre lang acht auf ihre Wanderung. (5 Mose 2, 7). Gott war eine Wüste mit ihnen. Sie hatten keinen Mangel und erfreuten sich dort seines Segens.
Die Zeit in der Wüste war keine schlechte Zeit.

Beunruhigt von der Menge und der Kraft und Dynamik dieses Volkes vor seinen Landesgrenzen heuerte der Midianiterfürst Balak einen Propheten namens Bileam an. Der sollte Israel verfluchen. Gott kam zu ihm im Traum und verwehrte es ihm: „Du sollst das Volk nicht verfluchen! Denn es ist gesegnet.“ (4 Mose 22, 12). Gott meinte das Volk in der Wüste! Jenes Israel, das sich standhaft geweigert hatte, nach Kanaan hineinzumarschieren. Genau das Israel, dass Gott und Mose manchmal bis aufs Blut gereizt hatte. Deswegen blieb immer halten. Denn in der Wüste folgte das Volk Gott im Großen und Ganzen brav nach.

Auch wenn wir „untreu“  sind, er ist treu.
Denn er kann sich selbst nicht verleugnen.
Wenn du Heilung nicht direkt aus Gottes Hand empfangen kannst, dann arbeitet der Herr daran, dir auf anderem Weg Heilung zukommen zu lassen. Vielleicht tritt ein Doktor mit einer wirksamen Medizin in dein Leben.
Eine eigene Firma zu leiten ist vielleicht nicht dein Ding. Dann gibt dir der Herr eben eine Arbeitsstelle, auf der du dich ausleben kannst, auch wenn du dabei nicht so viel verdienst wie als Selbständiger.
Gott ist jedenfalls ein segnender Gott.

"Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet." (Jakobus 4, 2).

Sonntag, 10. September 2017

Die erste Demokratie

„Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.“
1 Petrus 2, 9.

In unserer säkularen Gesellschaft wird gern behauptet, die erste funktionierende Demokratie hätte es in Athen gegeben. Es ist aber so: Die attische Demokratie degenerierte regelmäßig alle paar Jahrzehnte und wurde zu einer Herrschaft des Mobs. (Auch ein Lynchmob ist eine Mehrheit). Es gab in Athen keine Gewaltenteilung, die den Machtmissbrauch verhindert hätte.
Israels Könige hatten ihre Propheten, die sie zur Rechenschaft riefen (und die regelmäßig blutig beseitigt wurden). Athen hatte keine Propheten.
Athen hatte Sokrates.
Was machten die Athener?
Sie verurteilten den unbequemen Sokrates mit ihrer demokratischen Mehrheit dazu, Selbstmord zu begehen. Der gute Mann schlürfte den Schierlingsbecher und starb.
Sein Schüler Plato war schon nicht mehr so überzeugt von der Demokratie. Ihm schwebte mehr ein Philosophenkönig vor. Hierin erinnert er an moderne Denker, die sich gern unparteiische Technokraten an der Spitze des Staates wünschen.
Platos Schüler Aristoteles bildete genau so einen Philosophenkönig aus: Alexander.
Der machte sich daran, die Welt zu erobern, und war ziemlich erfolgreich. Sein Heer walzte durch die Welt und alles was ihm unter die Räder kam wurde griechisch, ob es wollte oder nicht. Und Griechisch wurde die Lingua franca der Welt seiner Tage.
Der blutrünstige Diktator Alexander ist das wahre Produkt griechischer Politphilosophie. Nicht die Demokratie.

Die erste funktionierende Demokratie gab es im alten Israel.
Das meine ich ernst.
Gott selbst gab diesem Volk ein Gesetz, von dem es regiert werden sollte. Nachdem Gott Israel vom ägyptischen Tyrannen (Pharao) befreit hatte, ersetzte er diesen nicht durch einen hebräischen Tyrannen, dessen Launen sie nun unterworfen worden wären. Vielmehr gab er ihnen die zehn Gebote (und 603 weitere, weniger große) als unveränderliches, ewiges Gesetz.
Rechtsausleger waren die Leviten, ein ganzer Stamm, der von Gott kein Land bekam und nichts anderes tat als das Gesetz zu propagieren.
Darüber hinaus gab er ihnen 70 Älteste, Abgeordnete ihrer Stämme und Sippen, die deren Interessen vertreten haben.
Wir sehen hier eine Republik, ja eine repräsentative Demokratie.
Das Volk wählte, Mose erkannte diese Ältesten als solche und berief sie, und Gott bestätigte sie. (4 Mose 11).

Die moderne Demokratie setzte sich ab 1215 in England durch und vor allem in Schottland, dem ersten Land, das praktisch von einem Parlament regiert wurde.
Die Gräueltaten der Könige im späten Mittelalter sensibilisierten die Menschen für Schriftstellen wie 1 Petrus 2, 9, wo es heißt, dass alle Christen Könige und Priester sind. Ein König konnte sich demnach nicht auf ein gottgegebenes Recht, seine Untertanen zu knechten, berufen. Der König war auch nur ein Diener Gottes, er stand nicht über dem Recht.
Das war revolutionär.
In protestantischen Ländern war selbst der König Gott Rechenschaft schuldig.
Die Christen konnten nun mit ihren eigenen Augen in ihren deutschen und englischen Bibeln lesen, dass ein Herrscher zu dienen hatte. Nämlich ihnen, seinen Landeskindern. Jesus selbst hatte gesagt: „Der Größte aber unter euch wird euer aller Diener sein.“ (Matthäus 23, 11). Daran mussten sich Regenten fortan messen lassen.
Außerdem hatte Jesus, der Christus, Gott im Fleisch und König der Könige, seinen „Untertanen“ die Füße gewaschen.
Nachdem diese Ideen einmal aus der Dunkelheit ans Licht geraten waren, gab es kein Halten mehr in christlichen Landen: Die Macht des Königs wurde eingehegt, die Macht des Parlaments gestärkt, und die Freiheit gewann an Boden.
Die überzeugendste Frucht christlicher Politphilosophie hat Amerika vorgebracht: Regierung vom Volk, durch das Volk, für das Volk. Die wählen alles direkt: den Präsidenten, (der nur acht Jahre an der Macht bleiben darf), den Staatsanwalt, ihre Repräsentanten in Kongress und Senat, ihren Sheriff, usw.
Dort wird pausenlos gewählt.
Mit Höhen und Tiefen geht das nun bereits seit mehr als 240 Jahren so. Deutschland, in dem das Evangelium seit rund 150 Jahren einen schweren Stand hat, hat in den letzten 100 Jahren fünfmal seine Regierungsform geändert. Aus Monarchisten wurden Demokraten. Diese scheiterten und wurden Nazis. Diese scheiterten und wurden in getrennten Ländern Kommunisten und Demokraten. Dann rebellierten die Menschen im Osten mutig gegen ihre kommunistischen Tyrannen und schüttelten auch dieses Joch ab.
Deutschland ist zurzeit eine Demokratie. Dass das so bleibt ist nicht ausgemacht.

Wenn eine hohe Migrantenpolitikerin mit deutschem Pass keine deutsche Kultur über die Sprache hinaus erkennen will, dann negiert sie unsere historische christliche Prägung, die uns erst zu dem gemacht hat, was wir heute sind.
Warum tut sie das?
Sie will die deutsche Gesellschaft neu prägen: In ihrem Bild, das in ihrem Fall türkisch/muslimisch ist, und ganz sicherlich nicht christlich. Doch das Christentum ist schuld an unserem Erfolg, seine Arbeitsethik hat uns reichgemacht, seine Barmherzigkeitslehre hat unseren Wohlfahrtsstaat inspiriert. Geben wir das Christentum preis, geht auch alles andere den Bach runter. Dann werden wir wie die Länder, aus denen Flüchtlinge zu uns kommen.
Wollen wir das?
Wir brauchen eine christliche Erweckung.
Und ich kann mir vorstellen, dass sie kommt. Sie könnte ihren Anfang unter Migranten haben, die dann die alteingesessenen Deutschen mit ihrem Eifer für Christus beschämen.
Warum sonst sollten sie gekommen sein (aus geistlicher Sicht gesehen)?

„Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als wir erbitten oder erdenken, gemäß der Kraft, die in uns wirkt, ihm sei die Herrlichkeit in der Gemeinde und in Christus Jesus auf alle Geschlechter hin von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ (Epheser 3, 20-21).

Freitag, 8. September 2017

Gute und schlechte Blindheit

"Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr?"
Matthäus 7, 3

Mir ist heute ein Zitat von Rabbi Mosche ibn Esra untergekommen. Es lautet: "Liebe macht uns blind für die Fehler, Haß für die Tugenden der Menschen."
Fand ich gut.

Mittwoch, 6. September 2017

Lästige Charakterschule?

„Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, daß eine Frau sich nicht vom Mann scheiden lassen soll.“
1 Korinther 7, 10.

Ich höre, daß Frauen ihre Männer verlassen, ohne daß diese ihnen einen triftigen Grund gegeben hätten.
Das ist nicht gut.

Die Familie ist in der Tat eine einzigartige Charakterschule. Himmel und Hölle können hier dicht nebeneinander liegen. So gibt es einerseits wunderbare Momente miteinander, andererseits kann man aneinander leiden. Manchmal wechseln sich Sonne und Wolken in rascher Folge ab. An einem Moment sitzt man im T-Shirt draußen, im nächsten holt man sich die Winterjacke, weil der Wind so pfeift.
Das ist völlig normal.
Das Gute ist auch: Keine Krise dauert ewig, (es sei denn, man betätigt sich als Wettermacher und hält die trüben Wolken künstlich fest).
Luther, und auch der Reformator Karlstadt, bestanden einst darauf: Wir müssen heiraten, mit schwierigen Frauen und problematischen Kindern auskommen, und damit zurechtkommen, dass im Stall die Sau stirbt oder die Kuh eingeht, damit wir Vorbilder für den Rest der Christenheit sind.
Die haben das natürlich ein wenig dramatisiert.
Doch im Grunde haben sie recht. Die Familie ist eine Charakterschule und jede Scheidung ist wie ein Schulabbruch. Das Problem daran: Man lernt nicht viel, wenn man davonläuft.
Außerdem nimmt man sich ja immer mit.
Außerdem verschafft eine solche Flucht keinerlei Vorteil. Denn „schwierige“ Menschen (für uns) können jederzeit in unser Leben treten. Die müssen sich nicht auf die Familie beschränken. Was dann? Wieder davonlaufen?
In der Familie lernt man Pflicht, Verzicht, Vergebung und Opfer.
Außerdem erlebt man hier Vergnügen, Erfüllung, Geborgenheit, Dank und Lebenssinn.
Also: Nicht verzagen. Dranbleiben.
Der nächste positive Höhepunkt kommt bestimmt.

Donnerstag, 31. August 2017

Linke Backe/rechte Backe

„Und nicht ein Haar von eurem Haupt wird verloren gehen.“
Lukas 21, 18.

„Pastor, Jesus ist ja ganz nett, aber dass man die andere Backe hinhalten soll, wenn man eine geschallert bekommt, ist Mist. Wenn mir einer blöd kommt, dann kriegt er eine—“

Sich nicht zu wehren schafft man nur, wenn man glaubt, dass Gott für einen kämpft.
Wer nicht glaubt, dass Gott für ihn kämpft, muss selber kämpfen.
Manchmal ist das durchaus angebracht, es kommt aber auf die Situation an. (Jesus selbst sprach vom Hausherrn, der gewacht hätte, wenn er gewusst hätte, wann der Dieb kommt, um nicht zu erlauben, dass sein Haus durchgraben würde. (Lukas 12, 39). Sich zu verteidigen ist legitim).

Jesus selbst hat vor dem Sanhedrin nicht die andere Wange hingehalten, als er geschlagen wurde. Er hat vielmehr protestiert. (Johannes 18, 23).
Allerdings hat er erlaubt, erst von der Tempelpolizei, dann von Herodes und anschließend von den römischen Soldaten beleidigt, bespuckt, geschlagen, verspottet, gegeißelt, beraubt und entkleidet zu werden.
Da hat er sich nicht gewehrt.
Vielmehr wusste er, dass in dieser Situation leiden angesagt war. Denn er wurde von seinen jüdischen Überlieferern um seines Glaubens willen verfolgt, (weil er sich selbst Sohn Gottes genannt hatte). Die Römer machten nur die Drecksarbeit.
Jesus wusste, dass der Vater ihn nicht im Stich lassen würde.
Er wusste auch, dass dieses sein Leiden einem höheren Zweck diente.
Er wusste und wir wissen heute: Das Kreuz war ein Altar und Jesus war das Sühneopfer für die Sünden der Menschheit.
Freiwillig.
Als das erledigt war, stand er von den Toten auf. Und nicht ein Haar von seinem Haupt war verloren gegangen.

Sein Leiden führte des weiteren zu einem akuten inneren Leiden des Mobs, der vor Pilatus geschrien hatte, „Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!“, als der ihn losgeben wollte. 40 Tage lang schlichen die Menschen von Jerusalem mit einem furchtbar schlechten Gewissen durch ihr Leben. Sie hatten einen guten Mann ermorden lassen, den besten den es gab. Nun, nachdem der Hass und der Wahn verflogen waren, erinnerten sie sich daran, dass er ihre kranken Verwandten geheilt hatte, dass er Mutlosen mutgemacht hatte, dass man um ihn herum den Himmel auf Erden erleben konnte.
Und nun war er tot.
Und sie waren schuld.
Dann predigte Petrus am Pfingsttag die Auferstehung Jesu und packte sie bei ihrem schlechten Gewissen: „Gott hat ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!“
„Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder.“ (Apostelgeschichte 2, 36-37).
„Tut Buße!“ rief Petrus, „und lasst euch taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden.“
Und die Urgemeinde war geboren. Sie bestand aus Menschen, die Jesus noch vor kurzem lautstark den Tod gewünscht hatten.
Sich im richtigen Moment nicht zu wehren, sondern Schläge würdevoll einzustecken, setzt geheimnisvolle Kräfte frei.

„Ich denke, daß die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.“ (Römer 8, 18).

Montag, 28. August 2017

Die sommerliche Stille der Häuser auf dem Lande

„Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, Israel!“
4 Mose 24, 5.

Es ist Sonntagnachmittag.
Ich sitze auf der Terrasse und lasse mir die Sonne auf den Bauch scheinen. Frau und Tochter sind in die Ferne entfleucht, eine Freundin hat sie mir entführt.
Heute morgen graste hundert Meter hinter meinem Haus ein knallrotes Schmalreh mit wackelnden Ohren, und nun schwelgt die Natur neben meinem Liegestuhl im Blütenrausch. Lilien duften, Engelstrompeten packen ihre Instrumente aus und stimmen sich ein, der Oleander legt sich mächtig ins Zeug. Viele der bunten Knäuel, Trichter und Sonnen auf ihren Stielen kenne ich gar nicht mit Namen.
Der Tomatenstrauch ächzt schwer unter seiner roten Last.
Wenn ich die Augen halb zukneife und nach links rüberblicke, dorthin, wo sich die Sonne in den Scheiben spiegelt, bei den Kakteen—der größte Kaktus ist immerhin mehr als einen Meter hoch—dann könnte ich mir mit etwas Fantasie einbilden, ich läge irgendwo auf einer Veranda in Arizona herum.
Oder in Texas.
In der Ferne heult ein Kojote und irgendwo spielt jemand Banjo; Hufgetrappel ertönt, ein Indianerpfeil zischt vorbei und steckt zitternd in einem Baum…
Ich mache die Augen wieder auf.
Mein Privatparadies ist umgeben von einer großen Hecke, die einen denken lässt, hinter ihr begönne der Wald. Da liege ich also und genieße das Leben. Ich bin nicht ganz so spärlich bekleidet wie Adam, trage aber nur unwesentlich mehr. Sieht mich eh niemand.

Und da passiert es!
Es raschelt und im nächsten Moment taucht aus dem Nichts ein Eichhörnchen auf meiner Terrasse auf. Es nimmt mich überhaupt nicht war, denn es hoppelt schnurstracks auf mich zu. Einen Meter vor meiner Liege verharrt es und schnüffelt am Boden. Es schaut mich mit seinen schwarzen Knopfaugen treuherzig an. Irgendetwas kommt ihm spanisch vor. Es hopst zum Terrassenrand, verschwindet im Wacholderbusch und im nächsten Moment taucht es wie Käpt'n Nemo aus dem grünen Meer am oberen Waldrand auf.

Kaum ist der braune Puschel verschwunden, summt eine strahlend blaue Libelle heran. Ob es nun eine Prachtlibelle oder eine Flussjungfer ist, weiß ich nicht, da ich gerade kein Lexikon zu Hand habe, und sie sich nicht bei mir niederlässt. Ich vermute aber, dass es eine Helm-Azurjungfer ist. Ein entsprechender Bach fließt an unserem Haus vorbei.

Ich schlappe durch das Gras, werfe den Biomüll auf den Kompost und wer schwirrt um mich herum wie der Doppeldecker um King Kong?
Eine Hornisse.
Hornissen sind wenig aggressiv. Wenn man keinen Streit mit ihnen anfängt, lassen sie einen in Ruhe. Prompt setzt sich das schwarz-gelbe Panzertier auf ein Blatt, das da im Kompost liegt, und nun kann ich sie eingehend studieren. Schüchtern wie sie ist, verschwindet sie bald im Innern des Komposthaufens und ich schlenderte wieder zurück auf meine Terrasse.

Ich gieße die Blumen und wende mich dem hart arbeitenden Ziertomatenstrauch zu, als ein Eidechslein, kaum acht Zentimeter lang, aus seinem Schatten tritt und mir die Zunge bleckt. Auch dieses kleine Tier ist die Ruhe selbst. Es verschwendet keinen Gedanken an Flucht. Ich frage mich, ob das kleine Vieh durch die offene Tür ins Wohnzimmer wandern wird und erinnere mich an Geckos, die ich in Hotelzimmern auf dem indischen Land und sogar im Himalaya vorgefunden habe. Das sind dort prima Mückenvertilger und man lässt sie gewähren. Doch meine Echse überlegt es sich anders und watschelt auf den niederen Bewuchs am Rand der Terrasse zu, wo der Minidrache im Dschungel verschwindet.
Ich schließe die Augen, lehne mich zurück und grinse. Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Urlaubsparadies gleich hinterm Haus anfängt?

„Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ (1 Mose 1, 31).

Donnerstag, 24. August 2017

Das Kreuz mit dem Sabbat

„Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr durch das Gesetz [des Mose] gerechtfertigt werden wollt. Ihr seid aus der Gnade gefallen.“
Galater 5, 4.

Jaja, der Sabbat.
Es gibt Christen, die sich über die Maßen an das Sabbatgebot gebunden fühlen. Warum das so ist, ist mir nicht ganz klar. Vielleicht weil dies ein so leicht zu haltendes Gebot ist. Wenn ich es halte, bin ich okay vor Gott. Ich kann diese Denkungsart nachvollziehen. Sie ist unkompliziert und der Mensch hat gern äußerliche Gewissheiten.
Wir werden jedoch durch den Glauben im Herzen gerettet.

Weil ich immer wieder Zuschriften zu diesem Thema bekomme, poste ich hier mal meine letzte Antwort, die ich jemandem zu dieser ewig wiederkehrenden Frage geschrieben habe, (man lernt ja selber auch nie aus):

Liebe/r XY,

Jesus sagt, wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden, wer nicht glaubt, wird verdammt werden. (Markus 16). Vom Sabbat steht da nichts. Ihn nicht zu halten, führt nicht zur Verdammnis. Sonst wären Millionen Christen in der Geschichte verlorengegangen und auch heute deswegen verdammt, denn die wenigsten halten den jüdischen Sabbat ein. (Meines Wissens tun das nur jüdische Christen).
Wir werden aus Gnade durch das Blut Christi gerettet, nicht durch gesetzliches Sabbathalten.

Die Frage ist längst geklärt.
Die Apostel beriefen einst ein Konzil ein, weil manche Judenchristen darauf bestanden, Heidenchristen müssten sich beschneiden lassen. (Auch so ein Thema). Überhaupt müsse man ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten, (auch den Sabbat).
Petrus sprach sich dagegen aus. “Was versucht ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten?”
Paulus und Barnabas erzählten, wie sich die Heiden bekehrt hatten und Gott Wunder getan hatte—ohne Beschneidung und Sabbathalten.
Dann stand der Apostel Jakobus auf, der Pastor der Gemeinde in Jerusalem und Bruder Jesu. In Apg 15, 19 beschließt Jakobus die Konferenz mit dem Vorschlag, die Heidenchristen mögen “sich enthalten von den Verunreinigungen der Götzen und von der Unzucht und vom Erstickten und vom Blut.”
Vom Sabbat steht da auch nichts.
Dieser Beschluß wurde dann unter allen Christen zirkuliert. Wörtlich schrieben die Apostel: “Es hat dem Heiligen Geist und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen als diese notwendigen Stücke: euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, so werdet ihr wohl tun. Lebt wohl.” (Apostelgeschichte 15, 28-29).

Paulus sagt in Kolosser 2, 16: “So richte euch nun niemand wegen Speise oder Trank oder betreffs eines Festes oder Neumondes oder Sabbats.” Wer am Sonntag ruht statt am Sabbat, soll gefälligst nicht von anderen gerichtet werden.
Wir sollen sechs Tage arbeiten und an einem Tag ruhen, wie Gott dies in 1 Mose 1 vorgemacht hat.
Bei den Christen hat sich der Tag der Auferstehung, der Sonntag, als Tag des Herrn durchgesetzt. Das ist völlig in Ordnung.
Ob er am Sabbat oder an einem anderen Tag ruht, oder gar nicht, (wie Jesus manchmal), liegt bei jedem selber. So ist Römer 14, 5 zu verstehen.
Jesus ist Herr auch des Sabbats: Er kann ihn halten oder auch nicht. Was er tut, ist richtig, denn dann hat er wichtige Gründe dafür. Wenn er seinen Jüngern einmal nicht verbietet, am Sabbat für ihr Essen zu arbeiten, dann ist es nicht verboten.
Auch die Begebenheit mit David zeigt: Es gibt wichtigeres, als sklavisch den Sabbat zu halten. Hier: seinen Männern Brot zu geben.

Ich halte es für wesentlich wichtiger, diese gottgegebene Arbeitsstelle anzunehmen und zu arbeiten, als auf dem Sabbat zu bestehen. Immerhin sagt Paulus, “Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.” (2 Thessalonicher 3, 10).

So steht's geschrieben.

Dienstag, 22. August 2017

Bedingungsloses Grundeinkommen?

„Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Arbeit tun.“
2 Mose 20, 9.

„Pastor, verschiedener deiner Aussagen entnehme ich, dass du einen bedingungslosen Grundeinkommen kritisch gegenüberstehst. Was sollen denn dann die Armen machen oder die, die keine Stelle finden?“

Jesus sagte selbst in Markus 14, 7: „Die Armen habt ihr allezeit bei euch.“ Es wird also immer Arme geben. Er fügte auch sogleich hinzu: „Und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen wohltun.“ Bedürftigen zu helfen ist für eine christlich geprägte Gesellschaft selbstverständlich.

Was wir in der Bibel nirgendwo finden ist ein Recht auf immerwährendes Nichtstun auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung, (denn irgendwer muss dieses bedingungslose Grundeinkommen ja erwirtschaften).
Vielmehr hören wir, wie Jesus in Matthäus 25, ab Vers 14, über Talente spricht, die ein Herr seinen Knechten überlässt, damit diese damit Handel treiben und Gewinn machen. Unschwer ist zu erkennen, dass der Herr Gott ist und die Talente Eigenschaften sind, die Gott uns Menschen gegeben hat. Mit diesen Pfunden sollen wir nun wuchern.
Denn eines Tages werden wir vor dem Herrn stehen und uns zu rechtfertigen haben, was wir mit unseren Talenten und unserer Zeit gemacht haben.
Derjenige Knecht, der sein Talent vergrub und nichts daraus machte, wurde vom Herrn unnütz genannt und hinausgeworfen. (Vers 30).

Bei Gott arbeiten alle.

Selbst Millionäre, die aufgrund ihrer Vermögenssituation ihr Lebtag keinen Finger mehr krummachen müssten, sollen ihre Zeit nützlich verbringen. Auch ihnen gilt das Arbeitsgebot. Wer's nicht glaubt möge Lukas 16 lesen, wo Jesus über den reichen Mann und den armen Lazarus spricht. Der Reiche „lebte alle Tage fröhlich und in Prunk.“ (Vers 19). D. h. er ruhte sieben Tage und arbeitete an keinem, (da er offenbar auf seiner Bank ein bedingungsloses Grundeinkommen hatte). Als er nach seinem Tod im Hades die Augen aufschlug, war er in Qualen.

Natürlich ist Gott nicht gegen Urlaub.
In Israel gab es Feste des Herrn, die teilweise eine Woche dauerten. Es gab das Sabbatjahr und das Jubeljahr, in denen schweißtreibende Arbeit eine untergeordnete Rolle einnahm.
Jesus selbst sagte seinen Jüngern als sie von einem Missionsreise zurückkamen, „Ruht ein wenig aus.“ (Markus 6, 31). Dann fuhr er mit ihnen über den See Genezareth, den Volksmengen davon.
Doch grundsätzlich gilt, was Paulus unmissverständlich und deutlich zu den Thessalonichern sagte:

„Wenn jemand nicht arbeiten will, soll er auch nicht essen.
Denn wir hören, daß einige unter euch unordentlich wandeln, indem sie nicht arbeiten, sondern unnütze Dinge treiben. Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie im Herrn Jesus Christus, daß sie in Stille arbeiten und ihr eigenes Brot essen.“ (2 Thessalonicher 3, 11-12).

Nichts schmeckt so gut wie rechtschaffen selbstverdientes Brot.

Mit Kanonen auf volksverhetzende Spatzen

„Auch in deinen Gedanken fluche nicht dem König und in deinen Schlafzimmern fluche nicht über den Reichen! Denn die Vögel des Himmels könnten die Stimme entführen und was Flügel hat, das Wort anzeigen.“
Prediger 10, 20.

Volksverhetzung ist eine schlimme Sache.
Wenn sich ein selbstsicherer General (wie einst Caesar oder Bonaparte) oder ein populärer Politiker (wie einst Thälmann oder Hitler) vor die Massen hinstellt und die andere Seite pausenlos bis ins Bodenlose herabwürdigt, (wie die Medien den ollen Trump), dann kann das Hassgefühle im Volk erzeugen. Oder Überlegenheitstendenzen.
Wenn er dann zu einem geeigneten Zeitpunkt seine fanatisierten Nachfolger zu robusten Taten aufruft und, Säbel in der Hand, im Fackelschein vor den mistgabelschwingenden Horden auf den Palast zumarschiert, dann kann es zu spät sein.
Dann kann es zur Revolution kommen.
Deswegen bewahre man das Volk davor, verhetzt zu werden.

Momentan ist jedoch nicht mehr nötig, das Volk tatsächlich zu verhetzen, um wegen Volksverhetzung verurteilt zu werden. Das Volk kann gelangweilt gähnen: Ein bescheuerter Post auf irgendeiner obskuren Webseite, die kein Mensch je liest, reicht heute schon.
Denn Denunzianten mögen vielleicht verhasst sein. Diese stets die richtige Gesinnung signalisierenden Tugendbolde sterben trotzdem nicht aus. Früher haben sie Frauen als Hexen denunziert, Juden oder Klassenfeinde angezeigt, heute durchforsten sie in ihrer scheinbar reichlich vorhandenen Freizeit das Internet, um dort falsche Meinungen auszumerzen. Die Denunzianten. Diese aufrechten Streiter für Recht und Gerechtigkeit.

Was ist geschehen?
Abermals wurde jemand im Gericht unserer Stadt wegen Volksverhetzung verurteilt. Diesmal zu 20 gemeinnützigen Arbeitsstunden und 1750 € Geldstrafe. Das ist ganz schön happig. Für neun (9) Worte unerwünschter Meinungsäußerung.
Was war das Verbrechen?
Die (mir völlig unbekannte) Küchenhilfe hatte irgendwo im Internet einen in der Tat unsäglichen Post abgelassen. Ich werde ihn hier nicht wiedergeben, so widerlich ist er. Er reflektiert auch in keinster Weise meine eigene Meinung. Niemand sollte so über seine Mitmenschen reden. (Es ging darin um ein bestimmtes Lager und Duschen und Migranten).

Die Werbezeitung, der ich diese Informationen entnehme, hatte jedoch überhaupt keine Bedenken, diesen unsäglichen Post, alle neun Worte, am Anfang ihres Artikels in voller Länge zu zitieren.
Offenbar glauben die Redakteure dieser Werbezeitung überhaupt nicht an die volksverhetzende Kraft dieser Worte.
Sonst hätten sie sie ja nicht Wort für Wort gebracht.
Hätte dieser Post wirklich die ihm unterstellten schädlichen Kräfte, müsste man ihn sofort zensieren, indem man ihn eben NICHT zitiert. Man müsste ihn einschließen, diesen Post, und hinter ihm die Tür verriegeln, damit ihn nie mehr jemand zu Gesicht bekommt.
Stattdessen zitieren die den Quatsch wortwörtlich. Und das bei einer Auflage von 221.400 Exemplaren. Ich behaupte, erst die Zeitung hat diesen volksverhetzenden Post einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.
Ist dieses Werbeblatt nun Handlanger für Volksverhetzung?
Oder nur Pranger?

Staatsanwalt und Richter war natürlich angemessen entsetzt (über die Küchenhilfe, nicht über die massenweise Verbreitung des Posts durch die Zeitung), und verurteilten sie zu einer Strafe, die meines Erachtens in keinerlei Verhältnis zur Tat steht. Es entsteht vielmehr der Eindruck einer juristischen Normen-Übererfüllung: Ein loses Mundwerk zu Ausländern oder Asylanten darfst du auf keinen Fall haben. Auch wenn du vielleicht tatsächlich ihr Opfer geworden sein solltest. Dieses Vorgehen wird jedoch, fürchte ich, nicht das gewünschte Ergebnis zeitigen. Denn die richtige Gesinnung kann man nicht herbeistrafen. Dazu müsste man ehrliche Überzeugungsarbeit leisten und auch Unangenehmes deutlich benennen.
Und Positives deutlich unterstreichen. Denn das gibt's ja auch. Es waren mutige Moslems, die den palästinensischen Spontan-Dschihadisten, der am 28.7.2017 in einem Hamburger Edeka die Leute abstach, gestoppt haben. Unter diesen Migranten sind auch ganz feine Leute, die niemandem Böses wollen. Und nicht wenige, die in der Tat zu Jesus finden.
Zurück zu unserer Küchenhilfe.
Was hätte man mit ihrem idiotischen Post machen sollen?
Löschen. Augenblicklich.
Die Frau ermahnen: „Beim nächsten Mal...“ Und heimschicken. Denn sie ist in keinerlei Position, das Volk zu verhetzen. Dazu fehlen ihr die Leser, die Hörer, das Programm, die Mittel. Und wohl auch der Horizont.

Es gibt im Internet durchaus Orte, an denen tatsächlich gehetzt wird, wo im Ernst zu robusten Aktionen aufgerufen wird. Li nksunten.ind ymedia.org fällt mir spontan ein. Nach Lektüre der richtigen Posts, verfasst von den richtigen Leuten, gehen dann tatsächlich Autos in Flammen auf. (Siehe Hamburg, Schanzenviertel, anlässlich des G 20 Gipfels). Von diesen Seiten liest man erstaunlicherweise kaum.
Da könnte man Volksverhetzung erkennen. Warum lässt man die gewähren?
Gut, die sind nicht ganz so harmlos wie gewisse Küchenhilfen mit ihren unsäglichen neun Worten. Warum Feuerteufel angreifen, wenn andere Frucht, an der man rigoros Gerechtigkeit demonstrieren kann, so niedrig hängt?

Dem gottlosen alten Voltaire wird die Aussage zugeschrieben: "Ich mag deine Meinung nicht teilen, doch ich würde dafür sterben, daß du sie sagen darfst."
Nun ist mir klar, daß ein idiotischer Auschwitzpost keine verteidigungswürdige Meinung darstellt. Trotzdem beunruhigen mich solche Urteile. Meinungsfreiheit ist ein kostbares Gut. Wir haben hierzulande keine besonders belastbare Tradition der Meinungsfreiheit. Die wahre Gefahr geht von besser organisierten Gruppen aus. Darum: Verliert nicht Maß und Ziel beim Bestrafen abscheulicher, aber wohl nicht ernstgemeinter Internetmeinungen einzelner.

Manch einer sollte sowieso viel weniger posten.

Für uns Christen gilt jedenfalls:
„Kein faules Wort komme aus eurem Mund, sondern nur eins, das gut ist zur notwendigen Erbauung, damit es den Hörenden Gnade gebe.“ (Epheser 4, 29).

Dienstag, 15. August 2017

Der 23. September!!!

"Denn er spricht: "Zur angenehmen Zeit habe ich dich erhört, und am Tage des Heils habe ich dir geholfen." Siehe, jetzt ist die wohlangenehme Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils."
2 Korinther 6, 2.

"Pastor! Hast du gehört, was am 23. September passieren wird? Da erfüllt sich am Himmelszelt Offenbarung 12. Die Frau mit dem Sternenkranz bekommt ihr Kind und—"

Ja, ich habe davon gehört. (Wie könnte ich nicht. Youtube biegt sich ja durch unter der Last von Videos zu diesem Datum). Sehr interessant, was da unter den Sternen so passiert. Doch ich für meinen Teil denke nicht, daß sich da heilsgeschichtlich allzuviel tun wird.
Warum?
Weil wir schon alles haben, was wir zum gottgefälligen und siegreichen Leben brauchen.
Wir brauchen keine "Durchbrüche" mehr: Jesus ist bereits durchgebrochen. Wir müssen ihm nur noch nachgehen. Gebetserhörungen sind möglich, wenn wir das tun. Wir sind weniger die kämpfende als vielmehr die triumphierende Gemeinde. Heute ist der Tag des Heils, an dem Gott Gebet erhört. HEUTE. Nicht irgendwann in der Zukunft.
Zu denken, uns fehlt noch was, verunmöglicht es, kraftvoll zu glauben. Es war nicht zur Zeit Jesu besser, es wird nicht in der Zukunft besser sein. Schon heute ist es gut. (Wer es fassen kann, der fasse es, oder lese die Apostelgeschichte).
Natürlich wird es noch besser, wenn wir mit Jesus wieder vereint sind. Doch die Zwischenzeit ist eine Zeit der persönlichen Reifung. Unsere Probleme dienen nicht zuletzt zur Charakterschulung. Gott möchte, daß wir Jesus immer ähnlicher werden. Dazu gibt er uns Gnade und Kraft, Probleme zu überwinden. Das ging Jesus nicht anders.
Außerdem muß die Welt gewonnen werden. (Zumindest die, die sich retten lassen wollen). Dazu sind Anstrengungen nötig.

Am 23.9.2017 werden sich bestimmte Sternbilder bedeutungsvoll arrangieren.
Sicherlich interessant.
Solche "Zeichen am Himmel" gibt's immer mal wieder. Man hat ja auch den sogenannten Blutmonden viel Bedeutung zugemessen. Apropos blutrot: Speer schreibt in seiner Biographie (und Wetterwarten in ihrem Bericht), daß die Berge um den Obersalzberg in einem schier unnatürlichen Blutrot leuchteten, an dem Abend als Hitler sich zum Überfall auf Polen entschloß, (was bekanntlich den 2. Weltkrieg auslöste, den blutigsten aller bisherigen Kriege des Menschengeschlechts). Man dachte damals an ein Omen, was es natürlich auch war.
Doch das Zeichen, auf das ich warte, ist ein Blitz, der den Himmel spaltet:
"Denn wie der Blitz ausfährt von Osten und bis nach Westen leuchtet, so wird die Ankunft des Sohnes des Menschen sein." (Matthäus 24, 27).
Darauf gibt's am 23.9. keine zwingenden Hinweise.
Leider.
So müssen wir weiterhin so leben, daß wir jederzeit bereit sind für den Moment seiner Ankunft.

"Wacht also! Denn ihr wißt nicht, an welchem Tag euer Herr kommt." (Matthäus 24, 42).

Donnerstag, 10. August 2017

Bibelkommentar, Band 1, erschienen!

"Diese aber waren edler als die in Thessalonich; sie nahmen mit aller Bereitwilligkeit das Wort auf und untersuchten täglich die Schriften, ob dies sich so verhielte."
Apostelgeschichte 17, 11.

Habe gestern nunmehr den ersten Band meines Volksbibelkommentars veröffentlicht. Er wendet sich nicht (nur) an Akademiker, sondern an alle Christen, die sich in der Kürze der Zeit einen dennoch profunden Überblick über wichtige Personen und Begebenheiten der Bibel verschaffen möchten.
In Band 1 geht es um die Schöpfung, Adam und Eva, Kain und Abel.
Er ist zunächst nur als E-Buch erhältlich. Doch die nächsten Bände sind schon in Vorbereitung. Wenn ich mit Lot fertig bin, bringen wir einen gedruckten ersten Band heraus, der dann bis Lot geht. (Momentan bin ich bei Abraham, Henoch und Noah sind bereits fertig).

Wer will, kann sich das Buch hier mal anschauen:
Bibelkommentar, Band 1.

"Das Gras ist verdorrt, und die Blume ist abgefallen, aber das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit." (1 Petrus 1, 24-25).

Mittwoch, 9. August 2017

Waldemar Sardaczuk kommt ins CGZ!

„Gedenkt meiner Fesseln.“
Kolosser 4, 18

Gestern hat mich Waldemar Sardaczuk angerufen und wir sind übereingekommen, dass er am Sonntag, 24. September 2017, um 10:30 Uhr im CGZ sprechen wird.
Preis dem Herrn.
Bruder Sardaczuk ist ein legendärer deutscher Prediger, der, obwohl über 80, noch immer eifrig das Wort Gottes verkündigt. Bekannt wurde er 1972, als er das Aktionskomitee für verfolgte Christen gründete und für die Freiheit von eingekerkerten Predigern im Ostblock demonstrierte. Sogar der Spiegel berichtete über ihn.
Der Ostblock ist Geschichte, das AVC gibt's immer noch.
Es wurde zum e.V. und ist heute ein vielschichtiges Missions- und Sozialwerk, das auch wir monatlich unterstützen.
Ich freue mich, dass Bruder Sardaczuk bei uns vorbeischauen wird. Was für ein Privileg.

Dienstag, 8. August 2017

Das christliche Abendland und die Moral

„Gerechtigkeit erhöht eine Nation, aber Sünde ist die Schande der Völker.“
Sprüche 14, 34.

Ich kenne jemanden, der bis vor nicht allzulanger Zeit regelmäßig zum Bauern ging, um dort seine Milch zu kaufen. D. h., der Bauer selber trat überhaupt nicht in Erscheinung. Die Person zapfte die Milch selber und steckte das Geld dafür in einen Behälter, der dort herumstand. Prima Sache.
Das ist heute anders.
Personen aus einem Kulturkreis, die unbewacht herumstehende Geldbehälter traditionell als Beute betrachten, haben dem Bauern die Laune verdorben.
Das ist bedauerlich.
Der Bauer konnte verfahren wie eingangs beschrieben, weil die meisten Menschen, denen er seine Milch verkaufte,  im Kindergottesdienst gelernt hatten, dass man nicht klaut. Auch wenn der Bauer nicht hinschaut, Gott sieht. Vor ihm muss sich jeder eines Tages für seine Taten verantworten. Und überhaupt: „Was du willst, dass man dir tu, das füge du auch andern zu.“ (Oder so ähnlich). In Millionen Herzen steckt das noch drin.
Andere glauben, wenn sie einen unbewachten Geldbehälter sehen, ihr Gott schenke ihnen hier eine leichte Beute. Das ist natürlich kompletter Unfug. Aus biblischer Sicht und auch vom gesunden Menschenverstand her betrachtet.
Denn:
Nun muss der Bauer einen Kassierer anstellen, der verhindert, dass er beklaut wird. Der kostet Geld. Wer bezahlt den?
Ich als Kunde.
Der Preis der Milch steigt also.
Doch angenommen, der Produzent ist auch nicht ehrlich? Um den Schaden durch Plünderer abzumildern und aus Gewinnsucht, schüttet der Bauer Wasser in die Milch. Die Milch ist damit teurer und schlechter geworden.
Und wer bezahlt das Wasser?
Ich als Kunde.
Ich merke natürlich, dass da gepanscht wurde und rege mich auf: „Wir brauchen Lebensmittelinspektoren!“
Wer bezahlt diese Inspektoren?
Ich als Kunde.
Doch wenn der Bauer und der Milchkunde korrupt sind, warum sollte der Inspektor nicht auch korrupt sein? Es dauert nicht lange, da kapiert der neu eingestellte (und aus seiner Sicht natürlich völlig unterbezahlte) Inspektor, dass er Macht hat. Er verlangt nun vom Bauern ein Handgeld, sonst zertifiziert er ihn nicht. Zahlt der Bauer nicht, lässt der Inspektor ihm eben die Milch versauern. Und der Bauer zahlt.
Wer zahlt im Endeffekt das Bestechungsgeld?
Ich als Kunde.
Ich bezahle also für die Milch, den Kassierer, das Panschwasser, das Bestechungsgeld und den Bürokraten. Weder Kassierer noch Wasser noch Schutzgeld noch Bürokrat machen mit der Milch etwas, das deren Wert in irgendeiner Weise steigert. Der italienische Eisdielenbetreiber dagegen macht aus Milch Speiseeis. Doch das kann ich mir nicht mehr leisten. Die Milch war schon teuer genug.
Wegen meiner Korruption, (wäre ich denn so ein gehirnamputierter Geldbehälterdieb).

Im gegenwärtigen Korruptionsranking von Transparency International rangiert Deutschland auf Platz 10, (von 176 Nationen). Ganz vorn liegt Dänemark. Auf Platz 18 die USA, auf Platz 28 Israel, China und Indien gemeinsam auf Platz 79 (mit Weißrussland und Brasilien), Russland und die Ukraine auf Platz 131, Nordkorea, Südsudan und Somalia beschließen die Liste nach unten.
Interessanterweise sind die am wenigsten korrupten Länder bis auf Singapur allesamt protestantisch geprägt.
Der Glaube an die Bibel und an den Jesus der Bibel machen eben einen kulturellen Unterschied. (Selbst Singapur stand lange unter britischer Verwaltung).

„Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (1 Mose 16, 13).

Donnerstag, 3. August 2017

Bibel und Nationalismus

„Und er hat aus einem jede Nation der Menschen gemacht, daß sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, wobei er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat, daß sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns.“
Apostelgeschichte 17, 6 20-27.

Nationalisten sind bekanntlich dumpf und dröge. EU-Befürworter hingegen haben internationales Flair, sind weltoffen und bunt. Deswegen muss das Konzept „Nation“ überwunden, die Vereinigten Staaten von Europa hingegen gefördert werden. (Dass die USE dann auch wieder irgendwie eine Nation sind—noch dazu eine, in der die Bürger einander nicht verstehen—blenden wir jetzt mal aus).
Nun hat der säkulare Nationalismus tatsächlich etwas Chauvinistisches an sich. Wir erinnern uns an Willem II: „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen! Hurra! Hurra! Hurra! Pardon wird nicht gegeben.“
In der Tat.
Und die beiden Weltkriege sind auch unvergessen.
(Der säkulare Internationalismus ist allerdings auch nicht besser).
Zur richtigen Bewertung des umstrittenen Themas „Nation“ müssen wir einen Blick in die Bibel werfen. Denn Nationen sind Gottes Idee. Internationale Großreiche eher nicht.

Paulus sagt, Gott hat jede Nation der Menschen gemacht.
Woraus besteht eine Nation? Was genau macht eine Nation aus?
Das Wort taucht in 1 Mose 10 zum ersten Mal auf. Der Begriff wird dort dreimal auf dieselbe Weise definiert. Erst werden die Söhne Sems, Hams, und Japhets aufgezählt, dann wird jedes Mal gesagt: „Das sind die Söhne [Sems, Japhets, Hams] nach ihren Sippen, nach ihren Sprachen, in ihren Ländern, in ihren Nationen.“ (1 Mose 10, 5+20+31).
Eine Nation besteht aus Sippen, (das Volk Israel bestand aus 12 verwandten Stämmen), hat eine gemeinsame Sprache und lebt in einem von anderen Nationen abgegrenzten Land.
Sippe, Sprache, Land: Diese drei Faktoren führen zu einer Nation.

Dass jede Nation den einen Gott anbeten sollte, ist eh klar.
Als die Regierung von Babel sich, und damit die ganze Menschheit, von Gott abwendete und einen Turm baute, um sich entgegen Gottes Gebot eben nicht über die Erde zu verteilen, verwirrte Gott die Sprache der Menschen und schuf damit nach Sprachen geordnete Sippen, die auseinanderstrebten und sich auf verschiedene Länder verteilten. (1 Mose 11).
Nun herrscht nicht mehr ein Tyrann über alle, sondern es besteht die Möglichkeit, in eine andere Nation zu flüchten. Selbst Jesus hat eine zeitlang in Ägypten gelebt, um Herodes zu entgehen.

Da Gott die Nationen gemacht hat, hat er ihnen auch Aufgaben zugeteilt. Überhaupt sollten sie ihn suchen, „ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten.“ Zu deutsch: Ihr Glaube sollte sich nicht in theoretischen Gedankengebäuden oder vergänglichen Emotionen verlieren. Vielmehr sollen die Menschen tatsächliche, nachvollziehbare göttliche Eingriffe in ihr Leben erleben. Ihr Glaube sollte etwas Lebendiges sein. Sie sollten Gott ergreifen. Sie sollten konkret beten und konkrete Erhörungen bekommen.
Jede Nation soll allen anderen Nationen zum Segen werden.
In 1 Mose 12 gibt Gott Abraham den Befehl, seine Sippe und sein Land zu verlassen, um in ein anderes Land zu wandern, dass Gott ihm zeigen wollte.
„Und ich will dich zu einer großen Nation machen, und ich will dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein.“ (1 Mose 12, 2).
Abraham sollte nicht nur ein Segen für einige wenige sein. Vielmehr sagte Gott zu ihm, „In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!“ (Vers 3).
Und so ist es ja dann auch gekommen.
Aus Abraham ging Mose hervor, der der Welt die Zehn Gebote brachte. Aus Abraham ging auch Jesus hervor, der Erlöser der ganzen Menschheit, dem Milliarden von Menschen weltweit huldigen.
Gottes Wort hat sich erfüllt.

Im Gegensatz zu dieser biblischen Art von Nationalismus war der weltliche Nationalismus Deutschlands einst kein Segen, sondern eine Bedrohung für die Nationen der Welt. Aus Deutschland, dem Mutterland der Reformation, dem Land der brillanten Ingenieure, deren Erfindungen bis zum heutigen Tag die ganze Menschheit segnen, kroch erst der Unglaube, dann der völkermordende Wahnsinn hervor—und wurde prompt gerichtet. Kein Wunder, dass die Idee der Nation hierzulande beschädigt ist.
Deswegen ist die Nation trotzdem Gottes Idee.
Deutschland muss herausfinden, was Gott von ihm will, was seine Mission ist. Es darf sich dabei nicht überschätzen, aber auch nicht verachten, ablehnen und Selbstvernichtungstendenzen nachgeben.
Über das Thema kann man noch viel sagen…

Über die christliche „Nation“ sagt Petrus:
„Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht [eine auserwählte Sippe], ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Fähigkeiten [Tugenden, Vollkommenheiten, Großartigkeiten] dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.“ (1 Petrus 2, 9).

Der spricht von dir!

Dienstag, 1. August 2017

Die Bibel hat Deutsch geprägt—und Hindi und Urdu, und Bengali!

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist.“
Johannes 1, 1-3.

Dieses Jahr ist Lutherjahr und jeder weiß, dass die Bibelübersetzung Martin Luthers die deutsche Sprache entscheidend geformt hat. William Tyndale und nach ihm die sogenannte Genfer Bibel erfüllten eine ähnliche Aufgabe für das Englische. (Die Genfer Bibel ist eine englische Übersetzung). Was mir jedoch vollkommen unbekannt war, ist die Tatsache, dass auch das moderne Urdu, die Sprache Pakistans, und Hindi, die Nationalsprache Indiens, von britischen Bibelübersetzern erst zu HLiteraturhochsprachen gemacht wurden!

Vor den Briten hatten die Moslems Indien beherrscht und die hatten keinerlei Interesse an den örtlichen Dialekten. Für die Herrscher ist es nicht schlimm, wenn die Beherrschten die Sprache ihrer Herrscher nicht verstehen. Die Untertanen sollen ja nicht an Beschlussfassungen mitwirken—schon gar nicht sollen sie die infrage stellen—sondern einfach nur tun, was ihnen gesagt wird.
Die britischen Christen waren da anders.
Reverend Henry Martyn (1781-1812) hat aus Arabisch, Persisch und den Dialekten um Delhi in Nordindien herum das moderne Urdu geschmiedet. Reverend Gilchrist und der missionarische Linguist Reverend Kellogg entwickelten hingegen das moderne Hindi zur Literatursprache.

Natürlich gab es da noch die sagenhafte Sprache Sanskrit, von der man sagt, sie befinde sich linguistisch auf allerhöchstem Niveau. Doch dies war die Sprache der Brahmanen, und die Brahmanen teilten sie mit niemandem, nicht einmal mit ihren Frauen. Schon gleich gar nicht mit Nicht-Brahmanen. Die Religion der Brahmanen verlangt von ihnen, ihre nächsten Nächsten als Unberührbare zu betrachten und zu behandeln. Das von nur wenigen Männern verstandene Sanskrit war ein Mittel, die Menschen auf Distanz zu halten, auf Distanz zum Wissen.
Denn Wissen ist Macht.
Und die wurde nicht geteilt.
Es waren britische Christen, die den Sprachen Südasiens ihre Grammatik und ihre Schrift gaben. Bibelübersetzer arbeiteten jahrzehntelang, nicht um gute Untertanen des Britischen Raj zu produzieren, sondern um die Menschen dort zu Kindern Gottes zu machen.

Vor fast genau 20 Jahren war ich zum ersten Mal in Indien und dort unter anderem in der Stadt Nagpur. Ich predigte dort vor rund 1000 Leuten in einem ehemaligen Hindutempel. Der Götze war zugedeckt, die Om-Zeichen befanden sich noch an der Wand...
Nun lese ich, dass ein Gelehrter aus Bombay der Universität von Nagpur eine 700-seitige Doktorarbeit vorgelegt hat, in der er nachweist, dass diese britischen Bibelübersetzer sage und schreibe 73 moderne Literatursprachen Indiens erschufen. Zu diesen gehören die Nationalsprachen von Indien, Pakistan und Bangladesch (Bengali). Fünf brahmanische Gelehrte haben das Werk untersucht und dem Verfasser dafür einen Doktor der Philosophie verliehen. Zudem empfahlen sie, das Buch jedem indischen Studenten der Linguistik als Pflichtmaterial vorzulegen.
Das Bedürfnis, Asiaten die Bibel zu verklickern, hat die Sprachen Urdu, Hindi und Bengali in ihrer modernen, massentauglichen Form hervorgebracht!
Alle Achtung.
Wie gesagt, das Ziel der Missionare war nicht, gute Diener, die ein wenig Englisch konnten, für das britische Reich zu produzieren. Vielmehr ging es ihnen darum, den Geist und den Verstand dieser Leute zu kultivieren. Denn die biblische Erlösung setzt Worte voraus, die verstanden und geglaubt werden müssen. Heutzutage geht die Saat auf: Große Mengen von Menschen in Südasien wenden sich dem Christentum zu.
Und wir helfen mit, in dem wir dort tätige Missionare unterstützen.

„Der Glaube kommt aus dem Hören und das Hören aus dem Wort Gottes.“ (Römer 10, 17).

Montag, 31. Juli 2017

Leben geben—Leben lassen

„Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluß haben. Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe.“
Johannes 10, 10-11.

Jesus kam, damit die Schafe Leben haben.
Jesus kam, um sein Leben für die Schafe zu lassen.
In diesen beiden Versen kommt zweimal das Wort Leben vor. Das klingt, als spreche Jesus zweimal von derselben Sache. Doch der griechische Urtext verwendet hier zwei unterschiedliche Worte mit unterschiedlicher Bedeutung.
Das Wort in Vers 10 ist Zoe, das Wort in Vers 11 ist Psyche.

Jesus kam, um uns Zoe-Leben zu geben: Geistliches Leben, ewiges Leben, Leben, wie Gott es hat. Zoe ist das Gegenteil von Tod. Ein Toter entwickelt sich nicht weiter, er verfällt, nichts tut sich je in seinem Leben. Jemand, der Zoe hat, hat dagegen das pralle Leben, im Idealfall ohne Armut, Krankheit oder Tod. Zumindest ist das Gottes Vision für dich, denn er will dein Leben im Überfluss.

Jesus sagt weiter: „Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“
Hier ist nicht die Rede von seinem stellvertretenden Tod am Kreuz! Das Wort, das Jesus hier benutzt, ist vielmehr das Wort Psyche. Psyche bezieht sich auf die Seele. Hier sind die Gedanken, die Gefühle und der Wille gemeint. Psyche ist die Art von Leben, die einem Selbst das Bewusstsein gibt. („Ich denke, also bin ich.“) Hier erlebt sich der Mensch als Person. Zur Psyche gehört das Trachten einer Person. Zu ihr gehören die Pläne, die jemand macht. Wenn Jesus also sagt, er als guter Hirte lässt seine Psyche für die Schafe, dann meint er damit, dass er sein Denken, Trachten, Planen zu jeder Zeit auf das Wohl der Schafe ausgerichtet hat. Er verzichtet quasi auf ein Privatleben, um stattdessen uns den Nutzen zu mehren.

Wow. Ich bin froh, dass Jesus mein Hirte ist.
Womit wird er mich heute segnen?

Dienstag, 25. Juli 2017

Zur Erhörung durchdringen

„Sei mir gnädig, o Gott, sei mir gnädig!“
Psalm 57, 2.

Psalm 57 entstand als der unschuldige David vor dem mörderischen König Saul in die Höhle flüchtete. Dort saß er dann und jammerte. Der Psalm ist ein Gebet. In den ersten sieben Versen kann man die Verwirrung Davids nachfühlen, der gar nicht wusste, was da über ihn hereingebrochen war. Er bittet um Gottes Hilfe, denn er glaubt, dass Gott gut ist. Er tut sich leid, er beschreibt die Schrecklichkeit seiner Verfolger. Gott möge doch bitte etwas tun. In allen sieben Versen merkt man: Diese Seele hat keinen Frieden.
Und dann plötzlich passiert's.
„Gefestigt ist mein Herz, o Gott, gefestigt ist mein Herz! Ich will singen und spielen.“ (Vers 8).
David ist im Herzen zum Frieden durchgedrungen. Es war nicht so, dass Gott durch eine Schriftstelle oder durch ein Wort der Weissagung zu ihm geredet hätte. Stattdessen erfüllte ihn plötzlich—bei unveränderter Außensituation—ein großer Friede, der alle Sorgen überstieg und ihn zum Lobpreis anstiftete. Der Druck war weg.

Wenn du betest, dann kann es dir genauso gehen: Die Sorgen sind groß und die Bibel spricht nicht zu dir, denn um die vernünftig zu lesen bist du viel zu aufgeregt. Prophet ist auch gerade keiner in der Nähe und eine Auslegung für dein Sprachengebet hast du auch nicht.
Was tun?
Bleib dran und glaube, dass Gott sich deiner Situation annimmt. Er ist ein Erlöser und kann sich selbst nicht verleugnen. Bewege dein Problem vor Gott, bis plötzlich der Friede bei dir einzieht.
Dieser innere Frieden ist auch ein Reden Gottes.
Wenn du den hast, wird alles gut.

"Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus." (Philipper 4, 6-7).

Samstag, 22. Juli 2017

Homo sapiens im Zoo von Kopenhagen

„Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“
1 Mose 1, 27.

Der Mensch als Produkt der Evolution ist nur ein Tier, nicht wahr? (Hihi). So lag es nahe, dass der Zoo von Kopenhagen auch einmal einen Käfig mit einem Paar der Gattung Homo sapiens ausstellte. Haben die tatsächlich gemacht. 1996. „Wir sind alle Primaten,“ sagte der nüchterne und ernsthafte Pressesprecher des Zoos.
Und da hat er natürlich vollkommen recht.
Doch während sich die haarigeren Primaten den Pelz lausten, von Ast zu Ast schwangen oder einfach nur glotzten, haben die beiden Homo sapiens-Käfiginsassen (Henrik Lehmann und Malene Botoft) an einem Motorrad gewerkelt, ihre E-Mails gecheckt, Faxe hin- und hergeschickt, Bücher gelesen und die Klimaanlage bedient, wenn es ihnen einmal zu kühl wurde.
Der Zoo hatte ein Problem.
Gesetze, die noch aus der Zeit des „überwundenen“ biblischen Menschenbildes stammten, verlangten, dass fundamentale Rechte dieser Homo sapiens-Primaten berücksichtigt werden. Zum Beispiel das Recht auf Freiheit. Der Zoo musste ihnen also erlauben, ihren Käfig zu verlassen, wenn die beiden abends mal zum Essen gehen wollten. Der Zoo musste sie auch dafür bezahlen, sich in diesen bescheuerten Käfig zu setzen und angaffen zu lassen.
Trotz ihrer umfassenden Du-bist-nur-ein-Tier-Gehirnwäsche weigerten sich die beiden standhaft, sich wie Tiere zu verhalten. Sie verzichten darauf, ihre Notdurft unter den Augen ihrer Beobachter zu verrichten. Intimes Verhalten haben sie auch nicht vorgezeigt. Vielmehr behaupteten sie, „Das ist nicht interessant.“
Wie wahr.
Wobei Tiere da überhaupt kein Problem haben.
Nach ein paar Wochen haben beide Homo sapiens ihr Affenhaus verlassen. Das Experiment wurde abgeblasen, es verletzte ihre Menschenwürde.
Woher genau kommt die noch mal?
Ach ja!
Der Mensch ist in Gottes Ebenbild geschaffen.
Intuitiv erfassen das sogar Denker, die den Menschen radikal aufs Biologische reduzieren. Sie können die Besonderheit des Menschen nicht begründen, doch sie existiert nun mal. Nur knallharte Ideologen können das verleugnen.
Du bist kein Tier.
Du bist Gottes Geschöpf.
Er hat einen guten Plan mit deinem Leben.
Lass dich darauf ein, lade Gott in dein Leben ein. Sag ihm: „Komm.“

„Ich preise dich darüber, daß ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt es sehr wohl. Nicht verborgen war mein Gebein vor dir, als ich gemacht wurde im Verborgenen, gewoben in den Tiefen der Erde. Meine Urform sahen deine Augen. Und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die gebildet wurden, als noch keiner von ihnen da war.“
Psalm 139, 14-16.

Dienstag, 18. Juli 2017

Adam und EfA

„Da brachte man die goldenen Gefäße, die man aus dem Tempel des Hauses Gottes in Jerusalem weggenommen hatte. Und der König und seine Gewaltigen, seine Frauen und seine Nebenfrauen tranken daraus. Sie tranken Wein und rühmten die Götter aus Gold und Silber, aus Bronze, Eisen, Holz und Stein.“
Daniel 5, 3-4.

„Pastor, was denkst du über die Ehe für alle?“

Einfach so herzugehen und einen 6000 Jahre alten Begriff mal eben im Hauruckverfahren umzudeuten, ist schon dreist.
Es stimmt schon.
Wenn Gott als Zentrum abgeschafft ist, dann verliert man bald auch die Form und landet im Chaos. Hamburg (G 20-Chaos) ist ein weiteres Symptom für diese moderne Innenbefindlichkeit.
Gott hat die Ehe gestiftet.
Ignoriert der Mensch die Bibel, dann hat er Schwierigkeiten, Ehe und Familie überhaupt zu definieren. Über die Sozialgesetzgebung erfindet er dann hilflose Ersatzbegriffe wie „Bedarfsgemeinschaft.“
Die Ehe ist ein Blutbund und symbolisiert das Verhältnis, das Gott gern zum Menschen hätte. (Dazu hat er erst einen alten und dann einen neuen Bund mit ihnen geschlossen). Die Ehe ist nämlich nicht nur ein sozialer Kontrakt. Ihr wohnt eine metaphysische Dimension inne.
Insofern ist die Ehe ein goldenes Gefäß aus dem Tempel Gottes, wenn man so will.
Wenn man nun hergeht und dieses goldene Gefäß mit etwas füllt, das da nicht hineingehört, dann handelt man wie seinerzeit Belsazar in Babylon, als der aus den goldenen Gefäßen des Tempels Gottes in Jerusalem Wein soff und seine Götzen pries. (Ob er auch ein Tischfeuerwerk gezündet hat ist nicht überliefert).
Das ging damals nicht so gut aus.
Ein Menetekel erschien an der Wand und machte dem unwürdigen König klar, dass er gewogen und für zu leicht befunden worden war. Belsazar verschwand noch in jener Nacht im Orkus der Geschichte und das Königreich ging kurz darauf kampflos an die Moha Meder und Perser über.

Es existiert online ein Petitionsanliegen, mit dem der Freistaat Bayern bewegt werden soll, eine Verfassungsklage gegen diesen Wahnwitz einzureichen. Hier der Link:

Entweder bauen wir auf das Wort Gottes. Dann ist es ein festes Fundament.
Oder wir verwerfen es. Dann zerschellen wir daran.
Wie Belsazar.

„Alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt, und die Blume ist abgefallen, aber das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit.“ (1 Petrus 1, 24-25).

Sonntag, 16. Juli 2017

Gebete der Kraft (in PDF-Form)

"Betet unablässig!"
1 Thessalonicher 5, 17.

Wie soll das gehen?
Da hilft nur das Sprachengebet.
Doch wenn man das (noch) nicht hat?
Dann gestaltet sich das schwierig.
Doch es gibt Hilfe:
Paulus hat selbst inspiriert im Verstand gebetet. Seine Gebete stehen in seinen Briefen. Der sagt da Dinge, die einem gar nicht in den Sinn kommen, die man nie betet, wenn man auf sich selbst zurückgeworfen ist. Ich habe deshalb einige seiner Gebete mal aufgeschrieben und erklärt. Diese PDF-Broschüre kann man sich hier runterladen:
Sehr hilfreich, wenn man effektiv (erst recht für andere) beten möchte.

Freitag, 14. Juli 2017

Allmacht: Kann Gott einen Berg machen, über den er nicht drüberschauen kann?

"Jesus sprach zu ihm: Wiederum steht geschrieben: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.'"
Matthäus 4, 7.

"Pastor, euer Gott ist doch allmächtig. Kann er dann einen Berg erschaffen, der so hoch ist, daß er selber nicht drüberschauen kann?"

Du möchtest nicht über Gott nachdenken müssen, obwohl dich der Gedanke an ihn verfolgt.
Das ist so, weil Gott an dir arbeitet.
Sein Geist erinnert dich daran, daß den Leben irgendwann ein Ende hat. Was kommt danach? Für eine Person, die in ihren Sünden in die Ewigkeit geht, (und die ist lang), schaut's da nicht so gut aus.
Deswegen ist Jesus gekommen.
Der Berg namens Tod schien größer zu sein als Jesus. Denn Jesus starb. Doch unsere Kategorien von "unmöglich" und "paradox" sind auf unser Denksystem begrenzt und Gott ist größer als unsere Fähigkeit, Schlüsse zu ziehen.
Jesus überwand den Tod und stand von den Toten auf. Dies haben hunderte seiner Zeitgenossen, die ihn persönlich sahen, bestätigt. Einmal erschien er sogar 500 auf einmal. (1 Korinther 15, 6). Die haben nicht alle halluziniert.
Außerdem haben Millionen von Menschen das Wirken seines Geistes erlebt und leben heute in einer lebendigen Beziehung zu ihm.
Jesus rettet.
Dich.
Dir mag das nicht bewußt sein, doch du brauchst ihn. Du solltest ihn mal ansprechen und am besten in den Leben einladen. Er befreit von problematischen Problemen und verändert einen dauerhaft, (wenn man ihn läßt).

Um deine Frage zu beantworten:
Einen solchen Berg gibt es nicht. Genauso wie es kein schwarzes Haar gibt, das blond ist. Oder einen Montag, der gleichzeitig ein Mittwoch ist. Eine grüne Wiese kann nicht gleichzeitig blau sein. Ein Berg kann nicht größer als Gott sein. Wer solche Gedanken spinnt, betreibt Sophisterei und vermeidet das Eigentliche: Sich mit dem Thema Gott intelligent auseinanderzusetzen.

"Und er hat aus einem jede Nation der Menschen gemacht, daß sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, wobei er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat, daß sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns." (Apostelgeschichte 17, 26-27).

Dienstag, 11. Juli 2017

Vishal Mangalwadi und die Bibel

„Da ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittenheit, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen.“
Kolosser 3, 11.

Heute nachmittag traf sich ein kleiner Kreis von örtlichen Pfarrern, Pastoren und Gemeindemitarbeitern, um sich auszutauschen und Pläne zu schmieden.
Ein einflussreicher Pfarrer i.R. brachte einen indischen Christen und Philosophen namens Vishal Mangalwadi ins Gespräch. Dieser habe ein Buch namens „Das Buch der Mitte“ geschrieben, indem er als Nichteuropäer kühn und mutig aufzeigt, wie die Bibel den Westen und durch den Westen den Rest der Welt zivilisatorisch voranbrachte.
Er leuchtet den Europäern heim. (Und den Amis).
Menschenrechte, Theologie, Technik und Kunst, auch die Herrschaft des Rechts und die Entwicklung der Demokratie sind ohne die Bibel undenkbar. Sagt ein Inder, dem man aufgrund seiner Herkunft schon mal keinen weißen Rassismus oder Kultursnobismus unterstellen kann, (was besonders bunte Bewegungen bekanntlich gern tun). Ich werde mir dieses Buch jetzt mal zulegen und lesen.
Vielleicht kommt der Herr ja mal zu uns. Wir schauen, wie wir das bewerkstelligen.

Sonntag, 9. Juli 2017

Evangelist Dieter Weidensdörfer sprach heute im CGZ

"Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi."
Epheser 4, 11-12.

 Im Mai fuhr eine Gruppe von Israelfreunden ins Heilige Land, wo ich u.a. Evangelist Dieter Weidensdörfer aus Sachsen kennengelernt habe. Als evangelisch-freikirchlicher Ostdeutscher gehört Dieter einer anderen Generation und einer anderen Gemeindekultur als der unseren an. Die Gruppe traf sich heute noch mal privat und Dieter und seine Frau waren auch da, selbst seine Tochter aus Oranienburg samt Mann. Zuvor besuchten sie den Gottesdienst und was liegt da näher, als einem erfahrenen Senior-Evangelisten die Kanzel anzubieten?
So kam es, daß Dieter Weidensdörfer, der viele Jahre beim bekannten Missionswerk Werner Heukelbach mitarbeitete, heute im CGZ die Predigt hielt. Sie ist diese Woche auf der Homepage zu hören. Es ist ein gutes Wort.

Lieber Dieter, danke für dein Wort der Ermutigung und Ermahnung. Dir und deiner Familie Gottes Segen.

Freitag, 7. Juli 2017

Hamburg: "Welcome to hell"?

„Dies ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, daß er komme, und jetzt ist er schon in der Welt.“
1 Johannes 4, 3.

Heute beginnt in Hamburg der G 20-Gipfel, an dem sich die Mächtigen der Welt ein Stelldichein geben, ein wenig plaudern und Fotos für die Weltpresse inszenieren. Die eigentliche Arbeit wurde von den Mitarbeitern in der zweiten Reihe längst erledigt. Die Chefs unterschreiben nur noch (Absichtserklärungen), umschmeicheln sich, zoffen sich und machen, im Falle Trumps, Reality-TV.

Parallel dazu versammelt sich anlässlich solcher Gipfeltreffen stets eine große Anzahl von Protestlern. Manche sind harmlos und bringen ihre Anliegen in gesitteter Form vor. Andere jedoch sind ausgemachte Krawallmeier, die nichts wollen als Randale. Diesen Impetus behängen sie zur Tarnung mit hochmoralischen Argumenten. Keiner von denen sagt, „Ich mach einfach gerne Sachen kaputt—vor allem teure, die mir nicht gehören, weil ich so gern böse bin.“ Vielmehr geht es diesen Zündlern vorgeblich um nicht weniger als Weltfrieden, Toleranz, sauberes Trinkwasser, Sozialismus, Eierkuchen für alle und dergleichen mehr. „Gerechtigkeit!“ ist die Allroundkeule schlechthin.
Doch wenn man seine Protestveranstaltung „Welcome to hell“ nennt, dann lässt man sich schon sehr in die Karten schauen. Die wollen bürgerkriegsähnliche Zustände. Wir nicht.

Jeremia sagte den Juden in Babylon einst: „Und sucht den Frieden der Stadt, in die ich euch gefangen weggeführt habe, und betet für sie zum HERRN! Denn in ihrem Frieden werdet ihr Frieden haben.“ (Jeremia 29, 7).

Wie wär's: Bet mal eine Minute für Hamburg heute.
(Immerhin sind das nur ein paar tausend primitiv bewaffnete Linksradikale, keine AK-schwingenden Dschihadis mit Sprengstoffgürteln. Schwacher Trost für die verletzten Polizisten, ich weiß).

Mittwoch, 5. Juli 2017

Dem Herrn den Weg bereiten

„Eine Stimme ruft in der Wüste: Räumt auf den Weg des HERRN! Ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!“
Jesaja 40, 3.

Neulich kam ich um 11:00 Uhr abends von einem Spaziergang mit meinem neuen Fernglas heim, als ich auf einer wilden Wiese ein Phänomen beobachtete: Eine Anzahl leuchtender Punkte irrlichterte durch das lange Gras: Glühwürmchen!
Bei uns!
In Amerika heißen die Dinger lightning bugs, denn sie blitzen für etwa eine Sekunde spektakulär auf und verlöschen dann wieder. Das tun sie den ganzen Abend. Doch was ich auf dieser deutschen Wiese sah, leuchtete weniger stark, dafür aber im Dauerbetrieb.
Ich dachte mir: Leuchtkäfer!
Wo kommen die her?
Wo gehen die hin?
Warum gibt's die nur ein paar Tage im Jahr? Was machen die den Rest der Zeit? Im Winter glühen bekanntlich keine Glühwürmchen. Die tun das nur um den Johannistag herum, also zur Zeit der hellsten Tage.
Nun weiß ich: Drei Jahre lang sind diese Tierchen Larven, die sich von Schnecken ernähren. Wenn die die Umstände endlich passen, verwandeln sie sich in Glühwürmchen und leuchten, um Partner anzulocken. (Wie könnte es anders sein). Dann paaren sie sich, legen Eier und gehen ein.
(Der biolumineszente Stoff, der die Hinterkörper zum Glühen bringt, (Wirkungsgrad 95 %!), heißt übrigens Luziferin). (Kein Grund zur Panik: Luzifer ist lediglich das lateinische Wort für Lichtträger).
Die Leuchtkäfer der nächsten Jahre sind unter uns. Nur eben in Larvengestalt und nicht voll entwickelt.

Johannes der Täufer sagte: „Mitten unter euch steht, den ihr nicht kennt... aber damit er Israel offenbar werde, deswegen bin ich gekommen, mit Wasser zu taufen.“ (Johannes 1, 26 + 31).
Der Christus lebte da bereits seit 30 Jahren unter den Menschen Israels, ohne dass er bisher offenbar geworden wäre.
Johannes war gekommen, um die Wege in den Herzen der Menschen für den Herrn vorzubereiten.
Als die Menschen sich abwandten von ihren Sünden und hinwendeten zu Gott, wurde der Messias offenbar und begann sein segensreiches Wirken in ihrer Mitte.
Auch in unserer Mitte heute gibt es geistliche Dienste, die (noch) nicht in Vollmacht unterwegs sind, weil die Leute vollauf mit ihrem Alltag beschäftigt sind und keinen Bedarf sehen: Läuft doch auch ohne Gott ganz gut. Eine breite Hinwendung zu Gott könnte jedoch vollmächtige Prediger erwecken und für viele Menschen zu einem ganz neuen, viel besseren, weniger depressiven, weniger einsamen Leben führen.
Manchmal wartet Gott auf uns.

„Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr von geteilter Seele.“ (Jakobus 4, 8). Dh, wenn ihr an ihn glaubt, dann lebt auch so, dass man das merkt.
Sei mal absichtlich freundlich (ohne Hintergedanken).
Ätz mal nicht, wenn der Ätzgeist über dich kommt und du dringend ätzen willst.
Sei mal einen Tag lang ehrlich.
Und plötzlich bricht der Segen Gottes bei dir aus. Könnte dich verblüffen.

Freitag, 30. Juni 2017

Klare Sicht

„Wir sehen jetzt mittels eines Spiegels, undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht.“
1 Korinther 13, 12.

Es gibt Ferngläser für 20 € und es gibt Ferngläser für 2000 €. Ich habe mich immer gefragt, worin denn der Unterschied besteht, der diese Preisdifferenz rechtfertigt. Beide schauen gleich aus, leiten Licht durch Linsen und holen her, was in der Ferne liegt. Was macht den Unterschied?
Es ist das Glas.
Je teurer ein Fernglas ist, desto reiner ist das Glas aus dem seine Optik gefertigt ist. Je reiner das Glas, desto lichtdurchlässiger ist es. Desto klarer ist das Bild vor Augen. Eine Offenbarung. Ein völlig neues Seherlebnis. Atemberaubend. Mondnächte sehen dadurch aus wie bewölkte Nachmittage. Wo man mit dem nackten Auge nichts mehr sieht, erkennt man durch so ein Glas alles noch richtig gut, fast als ob ein Restlichtverstärker eingebaut wäre.
Ich habe nämlich neulich Gläser verglichen.
Und ein neues gekauft. (Allerdings bei weitem kein so teures).
Hochreines Glas ist schwer herzustellen und deshalb so teuer.

Paulus sagt, wenn wir die Bibel lesen, dann sehen wir Jesus, aber undeutlich. Uns sind seine Worte überliefert, aber nicht seine Stimme, seine Tonlage, sein Ausdruck beim reden. Das Glas, durch das wir ihn betrachten, ist relativ dunkel.
Wie kriegen wir es heller?
Zum Beispiel so:
Paulus betet für die Epheser und sagt, „daß der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst.“ (Epheser 1, 17).
Der Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis Gottes hilft uns, das Gelesene richtig zu verstehen. Unsere Gotteserkenntnis wächst und wir sehen deutlicher.
Er fährt fort:
„Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wißt, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und was die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke.“ (Verse 18 und 19).
Wer so betet, sieht bald schärfer.
Mach's dir zur Gewohnheit.

Während heute in Berlin auf der Titanic, pardon, im Bundestag, die Ehe verabschiedet wurde—bzw. das Gesetz über die Ehe für alle—goss es in Strömen. Die Wassermassen drückten Gullideckel weg und der Inhalt der Kanalisation ergoss sich auf die Straßen. Mancherorts soll's richtig stinken. Im Hohen Haus regnet es währenddessen Konfetti.
Der Damm ist gebrochen, Leute.
Als nächstes wird das Sorgerecht geändert: Dann hat ein Kind bis zu vier Eltern. Wetten das kommt? Wie sagen die Philosophen von Toyota? Nichts ist unmöglich. Nicht mehr.
In der Tat.
Und wie ist mir das Herz so schwer.

Paulus ermahnte die Christen seiner Tage:
„Dies nun sage und bezeuge ich im Herrn, daß ihr nicht mehr wandeln sollt, wie auch die Nationen wandeln, in Nichtigkeit ihres Sinnes; sie sind verfinstert am Verstand, fremd dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verstockung ihres Herzens;
sie, die abgestumpft sind, haben sich selbst der Ausschweifung hingegeben, zum Ausüben jeder Unreinheit mit Gier. Ihr aber habt den Christus nicht so kennengelernt.“ (Epheser 4, 17-20).

Mögen andere Gott mit Füßen treten, wir machen nicht mit.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Noch 'ne Wende: Slouching towards Gomorrah

„Dein Herz eifere nicht gegen die Sünder, sondern um die Furcht des HERRN jeden Tag.“
Sprüche 23, 17.

Nach der Energiewende, der Mautwende, der Griechenlandschuldenfinanzierungswende und der Bevölkerungswende hat die Frau Bundeskanzler nun die Ehewende vollzogen.
Noch diese Woche wird der Bundestag die Ehe abschaffen.
So sagen die das natürlich nicht. Die nennen das die Einführung der Ehe für alle. Die Verbindung von XX- und YY-Paaren soll vollumfänglich der Ehe gleichgestellt werden. Die Opposition tobt vor Freude, der Bär tanzt. Und ich kratze mich am Kopf. Ich glaube nämlich nicht, dass dies bereits das Ende der Fahnenstange ist. Bald wird es Verbindungen von dreien oder vieren geben, die für sich beanspruchen, eine Ehe zu führen. Da ist das Chaos vorprogrammiert.
Denn mit welchen Gründen will man denen das verbieten, nachdem der Damm einmal gebrochen ist? Wer legt fest, was eine Ehe ist?
In einer glaubenslosen Gesellschaft sind das dann die Lobbys.
Erfolgsberauschte Interessengruppen werden Politiker vor sich hertreiben, bis noch die letzte Perversion legitimiert ist und nimmermehr kritisiert werden darf.
Wer Gott verwirft, der landet früher oder später bei dieser Denke.
Gott helfe uns und unseren Kindern.

Ich sag's noch mal wie's ist:
Die Ehe ist eine 6000 Jahre alte von Gott gestiftete Institution. Die kann man nicht abschaffen oder umdefinieren, das ist unaufrichtig. Sogar das manchmal seltsame Entscheidungen treffende Bundesverfassungsgericht hat noch 2002 klargestellt, die Ehe sei eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Der Bundestag torpediert diese Woche also die Verfassung samt der Rechtsprechung des Verfassungsgerichts. Er ist offen für alles.
Doch wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht.
Es geht nicht um die Öffnung der Ehe für alle, es geht in Wirklichkeit um die Dekonstruktion der Institution Ehe. So blöd können die im Bundestag gar nicht sein, dass sie das nicht wissen. Warum machen die das?
Das Parlament sollte bedenken, dass diese Politik in Gomorrah kläglich gescheitert ist.
Die Ehe für alle wird (hoffentlich) vor dem Verfassungsgericht scheitern.

Menschen, die mit speziellen geschlechtlichen Anfechtungen kämpfen und sie loshaben möchten, denen sei versichert, dass es Hilfe für sie gibt. Jesus ist ein Erlöser. Er ist nicht gekommen um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten, bevor es zu spät ist. Der hilfreiche Verein Wüstenstrom e.V. sei hier erwähnt.

„Wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben.
Und das sind manche von euch gewesen. Aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“ (1 Korinther 6, 9-11).

Samstag, 24. Juni 2017

Leidest du, lustloses Genie?

„Zeigst du dich mutlos am Tag der Knappheit, ist auch deine Kraft knapp.“
Sprüche 24, 10.

Motivation ist unverzichtbar für den Erfolg.
Motivation ist den Fähigkeiten und Talenten vorgeschaltet, denn Fähigkeiten und Talente bewirken rein gar nichts, wenn man nicht motiviert ist, sie auch zu benutzen. Motivation ist daher genauso wichtig wie Talent. Der Motivationslose könnte genauso gut auch talentlos sein, es kommt am Ende aufs selbe raus.
Die schönste Stange Dynamit bewegt den Berg nicht, wenn der zündende Funke der Motivation fehlt. Das Dynamit könnte genauso gut gar nicht existieren: Das Resultat wäre dasselbe.
Wer sich für superbegabt hält, aber seine Begabung nie durch Taten demonstriert, der ist es in Wirklichkeit gar nicht. Denn im biblischen Sinn Superbegabte sind auch motiviert. („Der Eifer um dein Haus verzehrt mich.“ Johannes 2, 17). Der Motivationsfunke ist unverzichtbarer Teil der Superbegabung.

Hand in Hand mit der Motivation geht der Fleiß. Wobei nicht sicher ist, wer nun wessen Kind ist: Die Motivation das Kind des Fleißes. Oder der Fleiß das Kind der Motivation.

Eines steht jedoch fest: Der Fleißige, der seine bescheidenen Gaben beständig einsetzt, ist dem unmotivierten, kapriziösen Genie haushoch überlegen.
Die Frage ist nun: Wie motiviere ich mich?
Das wird nicht ohne Gewalt abgehen, Gewalt im Sinne von Fleisch kreuzigen. Ich muss meinem unmotivierten Ego befehlen, sich nun hinzusetzen und die Aufgabe in Angriff zu nehmen. Ist diese innere Unbeweglichkeit erst einmal überwunden, kommt der Spaß an der Aufgabe ganz von selbst. (Die Motivation wäre demnach das Kind des Fleißes).

„Den Faulen fehlt es an Besitz, die Fleißigen aber erlangen Reichtum.“ (Sprüche 11, 16).

Montag, 19. Juni 2017

RIP, alle 3

„In deiner Hand sind meine Zeiten.“
Psalm 31, 16.

Am vorletzten Sonntag hat sich Erwin H. mit seiner Frau für den Gottesdienstbesuch bereitgemacht, als er plötzlich zusammensackte und heimging zum Herrn, seinem eigentlichen Pastor in der großen Gemeinde im Himmel. Der Gottesdienst begann für ihn an diesem Sonntag vor 10:30 Uhr.
Erwin fand 2006 zu Gott, als er erstmals ins CGZ kam. Seitdem wollte er keinen sonntäglichen Gottesdienst mehr versäumen. Er hatte zuletzt gesundheitliche Probleme und wurde fast 66 Jahre alt. Er war ein Original und wir werden ihn vermissen.
Beisetzung ist morgen um 14:00 Uhr im Hauptfriedhof in Schweinfurt.

Außerdem ging letzte Woche Hermine S., die regelmäßig an den Montagsgebetstreffen teilnahm, heim zum Herrn. Die Mutter von Chr. und D. wurde 77. Ihre Beisetzung findet am Freitag statt, auch um 14:00 Uhr, auf dem evangelischen Friedhof in Obereisenheim.

Den Hinterbliebenen unser herzliches Beileid. Es ist jedoch wunderbar zu wissen, dass beide, Erwin wie Hermine, mit Jesus gelebt haben und nun bei ihm sind. Er ist die Auferstehung und das Leben.

Noch ein dritter starb letzte Woche: Helmut Kohl, der Kanzler der Einheit, ein Mann, der Höhen und Tiefen erlebt hat wie wenige neben ihm. Er war 1990 der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Möge auch er in Frieden ruhen.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Fronleichnam?

„Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.“
Johannes 6, 54.

„Pastor, heute ist Fronleichnam. Klingt spooky. Ich versteh da bloß Happy Kadaver. Um was gehts?“

Fronleichnam ist ein Feiertag zu Ehren des Heiligen Abendmahls. Die katholische Kirche installierte ihn im dreizehnten Jahrhundert aufgrund der Vision einer Nonne, die eine weiße Hostie mit einem schwarzen Fleck gesehen hatte. Der Fleck war in ihrer Interpretation das Fehlen eines Festes zu Ehren des Abendmahls im Kirchenjahr.

Beim Feiern des letzten gemeinsamen Passahmahles nahm Jesus, Gott im Fleisch, Brot und Wein und schloss mit seinen Jüngern, respektive der ganzen Menschheit, einen Neuen Bund. Davon spricht der obige Bibelvers.
Wer an Jesus glaubt und gläubig das Abendmahl nimmt, hat ewiges Leben und Jesus wird ihn auferwecken am letzten Tag.
Ich wünsche allen einen schönen Feiertag, wo er denn stattfindet. Ist ja nicht überall.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Die umstrittene Arte-Doku über Antisemitismus

„Laßt uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus.“
Epheser 4, 15.

„Pastor, diese Antisemitismus-Dokumentation, die du im letzten Post verlinkt hast, beunruhigt mich. Denn die behaupten da, die Quelle allen Antisemitismuses sei das Christentum, bzw. die Bibel, und zitieren 1 Thessalonicher 2, wo steht dass die Juden: „sowohl den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und uns verfolgt haben und Gott nicht gefallen und allen Menschen feindlich sind.“ Die Juden haben Jesus ermordet und jedes Kruzifix und jedes Marterl am Wegesrand erinnert daran, behaupten die. Außerdem ist der Verräter Judas, was ja die griechische Form von Juda ist. Wieder ist der Jude der Böse. Wie siehst du das? Sind Christen Judenhasser?“

Auch mir ist dieser Teil des Beitrags als ziemlich christenfeindlich und konstruiert aufgefallen. Denn die Leute, die ich kenne, werden beim Anblick eines Kruzifixes nicht an die Juden erinnert, sondern daran, dass Jesus für ihre Sünden gestorben ist. Sie werden nicht feindselig, sondern friedlich.

Es ist zwar eine historische Tatsache, dass die Hohenpriester und der Hohe Rat den Anstoß gegeben haben. Die Tötung des Messias war aber eine gemeinsame Anstrengung von Juden und Heiden. Denn ans Kreuz genagelt haben ihn nicht die Juden, sondern die nichtjüdischen Römer. Wer allein den Juden die Tötung des Messias zuschreibt, der springt zu kurz. Die hätten ohne Pilatus gar nichts ausgerichtet.
Außerdem:
Niemand hätte Jesus töten können, wenn er dies nicht erlaubt hätte. Er selbst sagt über sein Leben, „Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wiederzunehmen.“ (Johannes 10, 18). So sah das aus.
Als die Tempelpolizei seinerzeit nach Gethsemane kam, um Jesus zu verhaften, sprach er diese Hundertschaften an und sie wichen zurück und fielen zu Boden, niedergestreckt durch die Kraft Gottes. (Johannes 18, 6). Erst nach diesem kleinen Vollmachtserweis ging er mit ihnen und ließ sich kreuzigen.

Zurück zu 1 Thessalonicher 2, 15.
Da sagt Paulus einige unangenehme Dinge, die jedoch allesamt auf die Juden seiner Tage zutrafen. Er wusste, wovon er sprach, denn er selbst war einer der pharisäischen Hauptchristenverfolger gewesen, bevor der Herr ihn vom hohen Ross holte und zum Christen und Apostel machte.
Die Wahrheit ist wahr, auch wenn sie häßlich ist.
Die hebräische Bibel, (das Alte Testament), ist voll mit Geschichten des Versagens Israels: „Alles dies aber widerfuhr jenen als Vorbild und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns.“ (1 Korinther 10, 11). Weil wir nämlich auch nicht unbedingt besser sind.

In 1 Thessalonicher 2, 14 nennt er übrigens die Landsleute der griechischen Thessalonicher genauso schlimme Verfolger wie die Juden: „Brüder, ihr seid Nachahmer der Gemeinden Gottes geworden, die in Judäa sind in Christus Jesus, weil auch ihr dasselbe von den eigenen Landsleuten erlitten habt wie auch sie von den Juden.“
Die Juden drangsalierten ihre bekehrten Volksgenossen.
Die Griechen drangsalierten ihre bekehrten Volksgenossen.
Wo ist der Unterschied?
Ich weiß von pakistanischen Bekehrten, die von ihren Landsleuten deshalb ermordet wurden.
Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation brannten schonmal die Scheiterhaufen.
In Amerika werden Christen verklagt, wenn sie schwulen Hochzeitern keine Torten backen.
Die EU...
Paulus hetzt nicht gegen die Juden als Volk, wie er auch nicht gegen die Griechen hetzt. Er sagt lediglich die Wahrheit.
Beide, Juden wie Heiden, sind ohne Jesus verloren.
Er wollte beide für Christus gewinnen.
Und er liebte sein eigenes Volk heiß und innig, obwohl er der Apostel für die Heiden war. In Römer 9, 3 schreibt er: „Ich selbst, ich habe gewünscht, verflucht zu sein von Christus weg für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch, die Israeliten sind.“ Er hätte seine eigene Erlösung drangegeben, wenn dies bewirkt hätte, dass die Israeliten dem Neuen Bund beitreten.
Das haben sie bis heute nicht getan.
Eines Tages werden sie dies jedoch tun. Denn Sacharja sagt, „Und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint.“ (Sacharja 12, 10).
„An jenem Tag wird für das Haus David und die Bewohner von Jerusalem eine Quelle geöffnet sein gegen Sünde und gegen Befleckung.“ (Sacharja 13, 1).
Diese Quelle gegen Sünde und Befleckung hat einen Namen.
Er ist altbekannt.

„Und es ist in keinem anderen das Heil. Denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.“ (Apostelgeschichte 4, 12).