Dienstag, 21. November 2017

Menschensohn? Gottessohn?

"Jesus hörte, daß sie ihn hinausgeworfen hatten. Und als er ihn fand, sprach er: Glaubst du an den Sohn des Menschen?"
Johannes 9, 35.

Jesus hatte in Jerusalem einen blindgeborenen Bettler geheilt. Den brachte man zu den Pharisäern, die wollten, dass er Jesus als Sünder bezeichnet, denn Jesus hatte ihn am Sabbat geheilt. Das tat der Mann natürlich nicht. Da warfen die Pharisäer den ersten so Geheilten, von dem man je gehört hat, in hohem Bogen auf die Straße.
Jesus fand ihn und stellte ihm die oben zitierte Frage—
—die bei manchen zu einer weiteren Frage führt:

„Pastor, warum nennt sich Jesus in den Evangelien so oft Menschensohn. Hätte er sich nicht vielmehr Gottes Sohn nennen müssen?“

Er hat sich auch Gottes Sohn genannt, etwa in Johannes 10, 36 und an vielen anderen Stellen.
Aber er nannte sich auch Menschensohn.
Warum?
Das hat mit der Weissagung in Daniel 7, 13-14, zu tun, wo der Prophet sagt:

„Ich schaute in Gesichten der Nacht: Und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen. Und er kam zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn vor ihn. Und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben, und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum so, daß es nicht zerstört wird.“

Der „Sohn eines Menschen“ in diesem Text ist der Messias. Die Juden kannten diese Schriftstellen in und auswendig, denn sie sehnten den Messias seit Jahrhunderten dabei. Jesus, der sich „Sohn des Menschen“ nennt, bezieht sich auf Daniel und bekennt damit, dass er der Christus ist, der „Sohn des Hochgelobten.“ (Markus 14, 61).
Jesus ging nicht umher und nannte sich ständig in höchsten Tönen Gottes Sohn. Das wäre seltsam rübergekommen. Stattdessen nannte er sich Menschensohn und diejenigen, die das Wort Gottes kannten und Ohren hatten zu hören, verstanden ihn ganz genau.
Denn jedes Mal, wenn Jesus sich den biblisch weniger Beschlagenen öffnete und sich Gottes Sohn nannte, flogen hinterher die Steine. („Gotteslästerung!“)
Als er zu vielen geistlich gar nicht mehr durchdrang, verlegte er sich aufs Predigen von Gleichnissen. Wer die verstehen wollte, musste nachhaken. Wer das nicht tat, blieb unwissend.
Fragenstellen und Nachhaken ist gut.
Frag ruhig weiter.

"Und als er allein war, fragten ihn die, die um ihn waren, samt den Zwölfen nach den Gleichnissen. Und er sprach zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben, jenen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil." (Markus 4, 10-11).

Montag, 20. November 2017

Der Staat wird als Erlöser stark überschätzt

"Und es wird geschehen, wenn eines von den Völkern der Erde nicht nach Jerusalem hinaufziehen wird, um den König, den HERRN der Heerscharen, anzubeten: Über diese wird kein Regen kommen."
Sacharja 14, 17.

Da sich die Parteienlandschaft so zersplittert hat, hat bei der letzten Bundestagswahl keine Partei eine eindeutige Mehrheit bekommen. Nun müssen sich Koalitionen bilden, und das ist in der Sache schwierig. Denn niemand will von seinen Überzeugungen abrücken und Kompromisse schließen.
Die Wähler haben im September im Ergebnis den Wunsch nach einer Mitte-rechts-Regierung kundgetan, die sich vor allem um die Vermeidung der ungesteuerten Zuwanderung kümmern möge. CDU/CSU, FDP und AfD haben eine rechnerische Mehrheit. Die Bundeskanzlerin ist jedoch eine Grüne, (auch wenn sie in der CDU ist), und mit der Partei, deren Namen man nicht nennen darf, erlaubt man sich nicht zu koalieren, auch wenn man diesen "gärigen Haufen" dadurch womöglich schlagartig entzaubern würde. Und so verhandelten Union, FDP und Grüne über eine sogenannte Jamaika-Koalition—viele Wochen lang.
Ergebnislos.
Nun hat die FDP die Verhandlungen abgebrochen und Deutschland bleibt vorerst ohne legitimierte Regierung.
Auch gut.

Ich stehe ja grundsätzlich auf dem Standpunkt, dass Regierungen notorisch überschätzt werden. Solange die Sicherheit gewährleistet ist und die Verwaltung funktioniert, braucht man eigentlich gar keine weitere Regierung. Die erhöht nur ständig die Steuern. Regierungen meinen es natürlich immer gut, bedenken bei ihrem Aktionismus jedoch nur selten die unbeabsichtigten Konsequenzen ihrer Verordnungen und Gesetze. Und so verschlimmbessern sie die Welt oft, sodass man froh sein muss, wenn die Regierung einmal nichts macht.

Jamaika ist gescheitert.
Was nun?
Für mich wäre eine Minderheitenregierung die beste Lösung: Union und FDP lassen sich von der AfD tolerieren und ersparen der Nation so Neuwahlen. Merkel müsste sich mäßigen und könnte keinen ihrer berüchtigten Volten mehr hinlegen. Denn Euro-, Energie- oder Bevölkerungswenden ließen sich in einer solchen Konstellation nicht mehr durchsetzen. Wer weiß, vielleicht würden Deutschland und Europa sogar wieder zum Einhalten von Regeln zurückfinden.
Just a thought.

"Glücklich die Nation, deren Gott der HERR ist." (Psalm 33, 12).

Donnerstag, 16. November 2017

Gute Nachricht aus einem fernen Land

"Kühles Wasser auf eine lechzende Kehle, so ist eine gute Nachricht aus einem fernen Land."
Sprüche 25, 25.

Habe heute Morgen folgende E-Mail von unseren bewährten Missionskontaktleuten erhalten. Oben steht der Originaltext aus Indien, darunter die Übersetzung.

"Hallo Gert,

anbei ein Bericht aus Indien, ....
Er handelt auch über den Gemeinde Bau, und deswegen wollte ich den auch an Euch weiterleiten, da er ja von Euch finanziert wurde.
Ich hoffe der hilft Euch und informiert Euch gut darüber was mit der Investition geschehen ist.
Liebe Grüße,

A.

Detailed Report on Church Construction:
Detailierter Bericht über den Kirchenbau:
You provided the major financial contribution that helped us construct a church building in Jhalod, Gujarat. The area is so remote that finding a building made of concrete (like the one we built) is quite rare in the immediate vicinity because most of the people live in mud-houses. The building made such a difference for the church membership which was around 150 at that time. Before we constructed the building, they used to simply put up a large outdoor tent to worship in. During the Summer and Winter months, they could not worship in the Tent as it was either too hot or too cold and so they experienced great inconvenience. During summer they would worship simply in the shade of a large tree or group of trees. During the winter months, when it was too cold to worship in an outdoor Tent, they would meet in smaller groups inside houses of church members. Now, ever since we constructed the church building for them, they are able to meet in the same building at all times, including the Summer and Winter months.
           
Ihr habt den größten Teil an finanzieller Unterstützung beigesteuert, der uns geholfen hat das Gemeinde Gebäude in Jhalod, Gujrat zu bauen. Die Gegend ist so entlegen, dass ein Gebäude aus Zement (so wie wir es gebaut haben) sehr selten in der unmittelbaren Umgebung ist, weil die meisten der Leute in Lehm-Hütten leben. Das Gebäude hat einen sehr großen Unterschied in der Gemeinde Mitgliedschaft ausgemacht, welche um die 150 zu der Zeit war. Bevor wir mit dem Bau begonnen haben, hatten die lediglich ein großes Zelt im Freien aufgestellt, um dort ihre Gottesdienste abzuhalten. Während der Sommer- und Winter-Monate konnten sie nicht im Zelt die Gottesdienste abhalten, da es entweder zu heiß oder zu kalt war, was sehr unangenehm für alle beteiligten war. Während des Sommers haben sie einfach im Schatten eines großen Baumes oder einer Gruppe an Bäumen ihre Gottesdienste abgehalten. Während der Winter-Monate, wenn es zu kalt wurde um draußen in einem Zelt zu sein, haben sie sich in kleineren Gruppen in den Häusern der Gemeinde-Mitglieder getroffen. Seit dem Bau des Gemeinde Gebäudes, sind sie in der Lage sich immer im gleichen Gebäude zu treffen, sei es Sommer oder Winter.

For the church inauguration/dedication service which was held in November 12th, 2015 around 500 people showed up. There was great excitement and the Pastor (Jitendra) and his congregation and all the other people who attended the inauguration were extremely grateful for what we had done. There is no way we could have done something like this without your substantial financial contribution. Furthermore, after we constructed the building, their church attendance has grown by more than 40% (more than 60 people have been added to the church). Since the construction, this one church has begun a couple of branch-churches in a couple of other nearby towns. This has really helped this church expand and grow.
           
Bei dem Einweihungs-Gottesdienst, welcher am 12. November 2015 abgehalten wurde, waren ungefähr 500 Leute anwesend. Es war eine große Spannung und Pastor Jitendra und seine Gemeinde und all die anderen Leute die zur Einweihung aufgetaucht sind waren sehr dankbar für was wir getan hatten. Es wäre uns nicht möglich gewesen so etwas ohne euren wesentlichen finanziellen Anteil zu tun. Des weiteren ist der Gemeinde Besuch, seit der Fertigstellung, um mehr als 40% gestiegen (mehr als 60 Leute sind der Gemeinde hinzugefügt worden). Seit der Fertigstellung hat diese Gemeinde auch weitere Tochter-Gemeinden in ein paar der näher liegenden Städten gegründet. Dies hat der Gemeinde wirklich geholfen zu expandieren und zu wachsen."

Das ist doch mal ein guter Bericht.

"Ihr aber, Brüder, werdet nicht müde, Gutes zu tun." (2 Thessalonicher 3, 13).

Samstag, 11. November 2017

Wer ist Jesus für dich?

"Und sie sprachen: Ist dieser nicht der Sohn Josefs?" (Lukas 4, 22.

"Simon Petrus aber antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes." (Matthäus 16, 16).

Als Jesus in der Synagoge von Nazareth offenbarte, dass er der Kommende, der Prophet, der Christus, der Messias, der Sohn Gottes sei, waren die Leute von seinen „Worten der Gnade“, von seiner Eloquenz und Vollmacht, beeindruckt.
Und nahmen prompt Anstoß an ihm.
Denn sie wussten, dass der, der da behauptete „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat“, der Zimmermann war, der Sohn der Maria, der Sohn Josefs. Außerdem kannten sie seine Familie, seine Brüder Jakobus, Joses, Simon, Judas, und seine Schwestern.
Der Messias sollte ein Zimmermann sein?
Das stimmte mit ihren Vorstellungen vom Messias überhaupt nicht überein. Wenn der Messias dermaleinst kam, dann auf einem weißen Ross wie ein König, wie David seinerzeit. Mit dem Schwert in der Hand würde er das Joch der Fremdherrschaft zerschmettern. Und nun stand da ein Wanderprediger mit Zimmermannsausbildung vor ihnen, noch dazu einer, den sie seit seinem Kindesalter kannten.
Nach ein wenig Nachdenken waren sie nicht mehr beeindruckt.
Man hörte zwar, dass er in Kapernaum und Corazin mächtige Wunder getan hatte. Wenn er nun hier auch so loslegte, dann könnte man nochmal drüber reden. Bislang sah es jedoch nicht so aus.
Jesus machte sich nichts vor. Er merkte, dass die Menschen hier nicht bereit waren für ihn und zog davon. „Und er KONNTE dort kein Wunderwerk tun, außer daß er wenigen Schwachen die Hände auflegte und sie heilte. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte.“ (Markus 6, 5-6).
Die Nazarener hatten das falsche Bild von Jesus.
Denn er war in der Tat das, was er zu sein behauptete: Der Christus Gottes.
Ihr Unglaube neutralisierte die Kraft Gottes in ihrem Leben.

Ganz anders die Apostel. Sie sahen in Jesus nicht den Zimmermann, sondern den Mann Gottes.
Sie glaubten.
"Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus... und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn."
Als Petrus sein berühmtes Bekenntnis abgelegt, (siehe oben), und ihn Christus und Sohn Gottes nennt, gibt Jesus ihm und allen Gläubigen eine großartige Verheißung: "Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen." (Matthäus 16, 18).
Nicht Petrus ist der Fels, auf den die Gemeinde gebaut wird, sondern die Offenbarung, dass Jesus der Christus ist. (Petrus bedeutet Stein, nicht Fels, da ist ein Unterschied. Petrus als wichtiger Stein ist selber auf den Felsen gegründet).
„Und des Hades Pforten werden sie [die Gemeinde] nicht überwältigen!“
Die Macht der Hölle beißt sich an denen, die Jesus als Christus und Sohn Gottes bekennen, die Zähne aus.

Zwei unterschiedliche Sichten auf Jesus:
Die Nazarener bekamen nichts von Gott, die Apostel hingegen wirkten mit großer Vollmacht. Weil sie Jesus ernstnahmen und ihm ernsthaft nachfolgten.

Wer ist Jesus für dich?
Ist er dein Kumpel? Oder ist er dein Herr und Gott?

"Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst. Wer überwindet, wird dies erben, und ich werde ihm Gott sein, und er wird mir Sohn sein." (Offenbarung 21, 6-7).

Freitag, 10. November 2017

Mainstreaming madness

"Der Tor spricht in seinem Herzen: "Es ist kein Gott!" Sie haben Verderben angerichtet und abscheuliches Unrecht geübt."
Psalm 53, 2.

Nach und nach kommt es raus, doch man muss schon genau hinschauen, damit man es erfährt.
Wie schon der Trump-Hasser, der im Juni eine Gruppe republikanischer Kongressabgeordneter beim Baseball-Training (für eine Wohltätigkeitsveranstaltung) beschoss und teils schwer verwundete, war auch der Kirchenkiller von Texas streitsüchtiger Atheist und Anhänger des extrem linken ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders (der mit diesen Vorfällen nichts zu tun hat).
Der Mordschütze von Las Vegas neigte angeblich Hillary Clinton zu.

Der Mörder von Texas war vorbestraft und hätte eigentlich keine Waffen besitzen dürfen. Dass er doch welche besaß, lag nicht an irgendwelchen zu laschen Gesetzen, sondern daran, dass Bürokraten bestehende Gesetze nicht sorgfältig genug umgesetzt haben. So meldete die Air Force die unehrenhafte Entlassung des Täters nicht an die entsprechenden Behörden, Straftaten wurden nicht registriert, usw.
Das strengste Gesetz hilft nichts bei Schlendrian.
Und Verbrecher kümmern sich per Definition nicht um Gesetze. Anis Amri hatte zwar eine Waffe, aber keinen Waffenschein.
Die Kongressabgeordneten wären heute tot, hätten nicht Beamte von der Capitol Police mit ihren Waffen eingegriffen.
Als Amri einen französischen Polizisten beschoss, schoss der (mit einer Waffe) zurück und neutralisierte den Terroristen.
Im Falle des Killers von Texas griff ein gesetzestreuer Bürger zu seiner AR-15, (einer martialisch ausehenden Minikaliberbüchse), und verhinderte so ein weiteres Morden.
Muss man auch sehen.
Es gibt gute Waffen und böse Waffen, je nach dem, in wessen Hand sie sich befinden.

Es wäre ausgesprochen hilfreich, wenn die Presse weniger Hetze, etwa gegen den amerikanischen Präsidenten, in die Welt setzen würde. Man muss den Typen nicht mögen. Ich bin auch kein Fan. Sein Stil ist grottig und manchmal zum Fremdschämen. Aber die Hasstiraden, die ich in den Blättern diesseits und jenseits des großen Teiches regelmäßig zur Kenntnis nehmen muss, lassen mich nicht an Trump, sondern am Verstand der Schreiber zweifeln. Von Ausgewogenheit oder Fairness in der Berichterstattung, oder gar gutem Willen keine Spur.
Manchmal wird dem Mann das Wort im Mund herumgedreht.
Diese Hetze wirkt auf labile Gemüter anfeuernd, sie verstärkt die teuflischen Tendenzen im Herzen dieser Leute, und dann kommt's zu Verbrechen wie den oben erwähnten. (Verhält sich bei Terroristen genauso).

"Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge, und wer sie liebt, wird ihre Frucht essen." (Sprüche 18, 21).

In welcher Tonlage denkst du, wenn du in deinem Kopf mit dir allein bist? Ist dein Denken auch von Hass und Hektik gekennzeichnet, oder kommst du trotz all dem Chaos in der Welt noch ab und zu zur Ruhe?

Montag, 6. November 2017

Der Tod in Texas

"Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was liebenswert, alles, was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, darüber sinnt nach! Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, das tut! Und der Gott des Friedens wird mit euch sein."
Philipper 4, 8-9.

Texas ist das Bayern Amerikas, (nur flacher). Alles ist dort ein bisschen größer, (bis auf die Berge). Die Deutschen waren dort, soweit ich weiß, auch die größte Einwanderergruppe. (Als ich vor vielen Jahren mit meiner Frau in San Antonio war, fuhr prompt auch noch ein Laster von Löwenbräu die Straße hinunter und hat mich restlos überzeugt).
Nun hat nahe San Antonio ein unehrenhaft aus dem Militär entlassener Soldat eine kleine Baptistengemeinde heimgesucht und während des Gottesdienstes 26 Menschen erschossen. Es handelt sich um das schlimmste Massaker in der Geschichte des stolzen Staates.
Furchtbar.
Gott stehe den betroffenen Familien bei.
In Amerika wüten zur Zeit starke antichristliche Kräfte. Der Todesschütze von Nevada etwa feuerte in eine Menge von Konzertbesuchern, die kurz zuvor das Lied „God bless America“ gesungen hatte—und nicht etwa die Atheistenhymne „Imagine (there's no Heaven...)“ von John Lennon. Zwar besteht das halbe Kabinett des Präsidenten aus überzeugten Christen, der Präsident selber ist nicht feindselig (im Gegensatz zu Obama), doch die Hälfte des Landes und nicht zuletzt die Mehrheit in den Medien ist schier rasend in ihrer Ablehnung alles Christlichen.
Was tun?
Die üblichen Verdächtigen verlangen nun wieder eine Verschärfung der Waffengesetze. Doch Waffengewalt ist nur das Symptom, und nicht die Ursache für das Problem. In Österreich und der Schweiz—und nicht zuletzt Israel sind Waffen mindestens genauso verbreitet wie in den USA, ohne dass es dort zu ähnlichen Vorfällen kommt (außer im Fall Israels durch Mohammedaner). Nun haben diese Länder natürlich auch nicht das Problem der großen amerikanischen Städte, in denen sich Gangster gegenseitig erschießen und so für eine verzerrte Statistik und die entsprechende Berichterstattung sorgen. Ich habe in der Schweiz und in Jerusalem sehr junge Männer mit Sturmgewehren, keinen „Sturmgewehren“, (keinen martialisch aussehenden Kleinkaliber-Halbautomaten), durch die Stadt ziehen oder auf den Bus warten sehen. Und niemand dachte sich offenbar was dabei.
In New York fuhr ein bärtiger Usbeke mit einem geliehenen Lieferwagen kilometerweit einen Radweg entlang und mähte einen Radfahrer nach dem anderen um, bevor er irgendwann ausstieg und, wenig überraschend,  "Alla ackbar" zu brüllen anfing. Seine Waffe war ein Auto, seine Opfer waren Radfahrer. Doch niemand spricht davon, Autos, bzw. Radwege, verbieten zu wollen.
Wer bloß Waffen verbieten will, macht es sich zu leicht.
Es kommt nämlich auf die Prägung im Kopf an.
Wer, wie die Amerikaner, von Kindesbeinen an ein hohes Maß von Waffengewalt in Funk, Film und Fernsehen vorgesetzt bekommt, der gewöhnt sich mental daran. Der stumpf ab. Der betrachtet das als normal, ja legitim. Die Hemmschwelle, Waffen einzusetzen, sinkt.
Erstaunlicherweise haben die meisten Verbrecher keine Ahnung von Waffen, auch wenn sie sie mit sich herumschleppen. Ihnen fehlt daher der Respekt vor den Dingern.
Doch ich schweife ab.
Hollywood trägt definitiv Mitverantwortung solchen Vorkommnissen. Die Glitzerstadt muss sich fragen, ob man die Leute nicht auch anders unterhalten könnte als mit fake violence, in Szene gesetzten Gewaltsexzessen. Paulus empfiehlt den Leuten, Gutes, Reines, Tugendhaftes und Lobenswertes gewohnheitsmäßig im Kopf zu bewegen, darüber nachzudenken. Dann herrscht Frieden.
Das hat was.

"In der Welt habt ihr Bedrängnis, aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden." (Johannes 16, 33).

Donnerstag, 2. November 2017

Batman gibt nicht auf

"Lasst nun auch uns… mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens."
Hebräer 12, 1-2.

Forscher haben Kindern langwierige Aufgaben gestellt, um zu sehen, wie schnell sie aufgeben. Man hat ihnen zum Beispiel einen Bund mit vielen Schlüsseln in die Hand gedrückt und vor einem verschlossenen Behälter gesetzt. Sie sollten nun aus der Menge der Schlüssel den Schlüssel finden, der zum Schloss passte.
Ein Handy mit bunten Spielen lag auch in der Nähe. Den Kindern wurde gesagt, dass sie unterbrechen und spielen dürften, falls die Arbeit ihnen zu lang werden würde. Die Versuchung lag also gleich nebendran auf dem Tisch.
Und viele hielten nicht besonders lang durch.
Doch einige Kinder hatte man in Superheldenkostüme gesteckt.
Und prompt waren diese diejenigen, die am hingegebensten und ausdauerndsten nach dem richtigen Schlüssel suchten.
Warum?
Sie waren Batman!
Und Batman gibt nicht auf. Er ist ein Superheld, dessen Aufgabe, ja Identität darin besteht, unlösbare Probleme zu lösen, Probleme, an denen alle anderen scheitern. Superman löst superschwere Aufgaben. Ist eine Aufgabe nicht superschwer, braucht man keinen Superman zur Lösung. Die Superkinder arbeiteten konzentriert und klapperten mit den Schlüsseln, bis sie den richtigen gefunden hatten.
Kleider machen Leute.

Unser Superheld ist Jesus.
Die Bibel sagt, wir sind „in Christus.“ (Galater 3, 28).
Paulus sagt sogar: „Zieht den Herrn Jesus Christus an.“ (Römer 13, 14).
Er ist unsere Identität. Wer ihn anzieht, zieht auch seine Problemlösungskompetenz mit an.
Jesus ist ein Überwinder. Er erlöst Menschen von ihren Problemen. Er gibt nicht auf. Er bleibt dran, bis er zum Sieg durchgedrungen ist—auch wenn ihn dieser Sieg etwas kostet, (zum Beispiel einen Gang ans Kreuz).
Wenn du wieder einmal vor einem dödeligen, langwierigen, unlösbaren Problem stehst: Du hast Jesus angezogen. In ihm bist auch du ein Überwinder. Gib nicht auf bist du den Sieg davongetragen hast. Jesus ist dabei der Schatten über deiner rechten Hand.

"Gott aber sei Dank, der uns allezeit im Triumphzug umherführt in Christus." (2 Korinther 2, 14).

Dienstag, 31. Oktober 2017

Reformation Now!

"Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie ihm behalten."
Johannes 20, 23.

Vor mehr als 500 Jahren entdeckte der Bischof von Rom die obige Schriftstelle als Geschäftsmodell. Er als Stellvertreter Christi auf dem Stuhl Petri hatte die Macht, Sünden zu vergeben. Diese Vergebung konnte man sich in Form von Ablassbriefen käuflich erwerben.
Sehr praktisch, nicht?
Der Papst brauchte damals dringend Geld, da er mit dem Bau des Petersdoms beschäftigt war und Raffael, Michelangelo und Kollegen schließlich bezahlt werden wollten. Was lag da näher, als das Seelenheil käuflich zu machen?
Strenggenommen verkaufte der Papst nicht das Seelenheil, sondern nur eine Minderung der Strafe für Sünden, eine Verkürzung des Aufenthalts im Fegefeuer.
Nun spricht die Bibel zwar ausführlich über Himmel und Hölle und wie man dort hingelangt. Von einem Fegefeuer steht jedoch nirgends etwas. Schon gleich gar nicht davon, dass man sich aus diesem Feuer herauskaufen kann. Auch das Wort "Papst" kommt in der Bibel nicht vor, noch wird irgendwo gesagt dass der Bischof von Rom der Nachfolger Petri sei oder gar der Stellvertreter Christi. (Laut 1 Petrus 2, 9 sind alle Christen Könige und Priester). Doch die Ängste der Menschen damals waren groß und die Botschaft der Bibel im Volk unbekannt, und so klingelte so manche Münze im Kasten der Ablasshändler.
Martin Luther war das ein Dorn im Auge.
Der Augustinermönch aus Eisleben kannte sich aus mit der Angst um das Seelenheil, hatte er doch selbst gewaltig unter seiner Verdammnisgewissheit gelitten. Keine Wallfahrt, kein Ablassbrief und keine Bußübungen konnten ihr abhelfen. Luther war verzweifelt.
Eines Tages saß der junge Professor in seinem Arbeitszimmer im Südturm des Augustinerklosters zu Wittenberg und las die Bibel. Er las sie bedächtig, langsam, nachdenklich, wie Gott dies Josua, dem verunsicherten Nachfolger Moses, aufgetragen hatte. (Josua 1, 8: „Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben ist. Denn dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben.“)
Und da passierte es!
Während er Römer 1, 16-17, josuamäßig nachsinnend, auf sich wirken ließ, traf ihn ein innerer Blitz, eine unerwartete Erleuchtung: Das Evangelium ist Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden. Der Gerechte wird durch Glauben leben!
Nicht Bußübungen, Geldzahlungen oder Wallfahrten machten den Menschen annehmbar für Gott, sondern der Glaube an das vollbrachte Erlösungswerk Jesu Christi.
Die Erlösung war ein Geschenk, kein Geschäft.
Seine Verdammnisgefühle waren weggeblasen, große Freude und Heilsgewissheit zogen ins Herz Luthers ein. Er glaubte Gottes Wort. Die Erlösung war wirksam geworden. Er war gerettet.
Bald darauf schrieb er 95 Thesen über den Glauben und gegen den Ablasshandel auf einen Bogen Papier, schnappte sich Hammer und Nägel und klopfte heute vor 500 Jahren sein Thesenpapier an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg—nicht bevor er sie an den Erzbischof geschickt hatte, der Ablässe verkaufte, um mit dem Geld seine Schulden bei den Augsburger Fuggern zu bezahlen.
Weder der Erzbischof noch der Papst waren sonderlich begeistert über die große Gewissensfestigkeit des zur biblischen Lehre zurückkehrenden Mönchleins. Doch das Wort Gottes wurde wieder verkündigt und trat seinen neuerlichen Siegeszug um die Welt an.
Und so ist es bis heute.

"Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden. Wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden.
Jene aber zogen aus und predigten überall, während der Herr mitwirkte und das Wort durch die darauf folgenden Zeichen bestätigte." (Markus 16, 15-16 + 20).

Freitag, 27. Oktober 2017

Tierische Götzen

"Darum hat Gott sie dahingegeben..., sie, welche die Wahrheit Gottes in die Lüge verwandelt und dem Geschöpf Verehrung und Dienst dargebracht haben statt dem Schöpfer, der gepriesen ist in Ewigkeit."
Römer 1, 24-25.

Vieles, was eigentlich falsch ist, gilt momentan als richtig.
Beispiel Tierschutz.
Tierschutz ist an sich eine gute Sache. Doch man kann das auch übertreiben. Dann wird aus dem edlen Tierschutz törichter Götzendienst.
Bei uns in der Nähe ist es beispielsweise so, dass ein wichtiges Straßenbauprojekt ein halbes Jahr lang liegenbleibt, weil irgendjemand einen Hamster auf einem angrenzenden Feld entdeckt hat. Dieser Hamster ruht nun, denn Hamster halten Winterschlaf. Zehntausende Autofahrer kommen nicht voran, weil den Straßenbauern verboten wurde, den Hamster beim Schlafen zu stören.
Wahnsinn oder?
Hamster haben offenbar eine mächtigere Lobby als ungeborene Kinder oder alte Leute.
Was aber, wenn dieser Hamster nicht mehr aufwacht? Weil ihn längst der Fuchs geholt hat oder die Katz, oder der Bussard oder das Wiesel.
Vielleicht gar ein Mauswiesel, denn dieses kleinste Landraubsäugetier der Welt jagt auch in den engen Gängen von Mäuse- und Hamsterbauen. Ein schlafender Hamster käme einem solchen Viech gerade recht.
Ein hungriger Sperber wurde vermutlich auch nicht Nein sagen, wenn er einen müden Criceta aus seinem Bau heraus träge in die Oktobersonne blinzeln sähe.
Die Natur hält sich nun mal nicht an Artenschutzgesetze.
Manche Hamster werfen sich übrigens, um sich zu schützen, bei Gefahr auf den Rücken und stoßen schrille Schreie aus. Da vom Hamster lernen siegen lernen bedeutet, erwarte ich eigentlich täglich den Politikervorschlag, bedrängte Jungfrauen in Gefahr mögen sich genauso verhalten.

Ein ähnliches Thema ist der Wolf.
Wölfe überwinden Zäune, Esel und superscharfe Hütehunde und richten ein Blutbad in einer Schafherde an, doch die Damen und Herren vom Amt juckt das nicht. Im Gegenteil. Sie sind begeistert darüber, dass ein Topprädator Deutschland abermals zur Heimat erkoren hat.
In Niedersachsen löschen Wölfe den 100 Jahre alten, seltenen, kostbaren Mufflonbestand aus, doch die armen Wildschafe befinden keinen Fürsprecher. Sie werden, wie alles Wild, inoffiziell zu Wolfsfutter umdeklariert.
Warum nur?
Wölfe haben hierzulande keinerlei Nutzen. Wir brauchen sie nicht. Sie sind gefährlich.
Da sie keine Fressfeinde haben und die Jagd auf sie verboten ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein Mensch durch sie zu Schaden kommt.
Dann ist das Geschrei groß.
Denn ein Wolf ist nicht doof: Wenn er für seine Übergriffe nicht bestraft wird, wird er immer dreister. Das Raubtier kann für seine Dreistigkeit nichts. Der Mensch hingegen ist (angeblich) vernunftbegabt. Wölfe sollten aus unserem Land wieder verabschiedet werden.

Im Mittelpunkt eines vernünftigen Weltbildes darf nicht das Tier, sondern muss der Mensch stehen. Und zwar der Mensch Jesus Christus. Gut ist, was Jesus gutfindet, und schlecht, was er schlechtfindet. Gesellschaften, die sich ihn als Vorbild genommen haben, sind in der Vergangenheit gut gefahren.
Wann immer allerdings der gefallene Mensch—oder gar ein einzelner gefallener Mensch—das Maß aller Dinge wurde, hatte die Gesellschaft nichts zu lachen.

"Und David sagte zu Gott: ... Bin ich es doch, der gesündigt und Böses getan hat! Aber diese Schafe, was haben sie getan? HERR, mein Gott, laß doch deine Hand gegen mich und gegen das Haus meines Vaters sein, aber nicht gegen dein Volk mit dieser Plage." (1 Chronik 21, 17).

Dienstag, 24. Oktober 2017

Transhumane Wesen?

"Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut."
1 Mose 1, 31.

„Pastor, wir sind dabei, eine neue Evolutionsstufe zu erklimmen. Denn die modernen Digitaltechnologien helfen uns und machen uns zu Menschmaschinen, die viel besser sind als die momentanen Menschen.“

Es gibt tatsächlich Wissenschaftler—renommierte Psychologen—die schon seit Jahren behaupten, Gott gäbe es nicht, sondern er sei gerade dabei, sich zu bilden. Sie imaginieren da eine allmächtige, oder zumindest allwissende Künstliche Intelligenz, die sich ins All hinaus ausdehnt und den Menschen weit überflügelt.
Naja.
Zur gestellten Frage:
Ich denke nicht, dass man das menschliche Nervensystem durch irgendwelche Eingriffe künstlich optimieren kann. Das ist schon vollkommen, so wie es ist. Sehr gut eben.
Und Smartphones, auch wenn man sie in den Körper implantieren könnte, sind noch lange kein zusätzliches Körperteil. Sie sind Maschinen, die bestimmte Aufgaben erfüllen, wie ein Herzschrittmacher, eine Schaufel, eine Schreibmaschine, ein Auto, eine Kontaktlinse oder eine Rakete auch. Ein Smartphone mit Internetzugang ist nichts weiter als ein verherrlichter Telefonjoker.
Der Blick auf Gentechnologien ist da vielversprechender.
Angenommen, man könnte das Genom des Menschen so weit optimieren, dass nur noch kerngesunde, begabte, langlebige Leute gezeugt werden, die allesamt nur sehr geringe Abweichungen vom internationalen Standardschönheitsideal aufweisen: Welche Konsequenzen hätte dies für die Menschheit?
Womöglich gute.
Wenn alle wirklich gut aussehen, dann orientiert man sich bei der Partner-, Personal- und Freundeswahl nicht mehr an Äußerlichkeiten. Die Persönlichkeit, die den Menschen eigentlich ausmacht, träte viel stärker in den Vordergrund. Fände ich nicht schlimm.
Vielleicht lässt Gott eine solche Entwicklung ja zu.
An einen bevorstehenden Evolutionssprung glaube ich aus einer Vielzahl von Gründen nicht. Denn es gibt letztlich nur einen wahren Optimierer.

„Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht: Schreibe! Denn diese Worte sind gewiß und wahrhaftig.“ (Offenbarung 21, 5).

Freitag, 20. Oktober 2017

Nahtoderfahrung bloß ein Hirnblitz?

"Da bildete Gott, der HERR, den Menschen aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens. So wurde der Mensch eine lebende Seele."
1 Mose 2, 7.

Immer wieder gibt es Berichte über erstaunliche Nahtoderfahrungen. Menschen sterben, ihr Herz bleibt stehen, die Atmung hört auf, es sind keinerlei Hirnströme mehr zu messen. Doch dann werden sie durch hohe Ärztekunst gewaltsam ins Leben zurückgeholt. Durch die starken Stromstöße eines Defibrillators wird die Herzaktivität künstlich wiederhergestellt.
Und manche wachen tatsächlich wieder auf.
Sie beschreiben dann, was sie in der Zeit ihres Totseins erlebt haben. Sie konnten hören, was Ärzte und Schwestern sagten, ja sie konnten sogar sehen, was diese taten. Mit toten Augen wohlgemerkt!
Nun ist es so: Die Wissenschaft unserer Tage hat eine stillschweigende, wenn auch unnötige, ja überflüssige Übereinkunft: Es darf keinen Gott geben. Entsprechend gibt es in diesem Wissenschaftsbild auch keine unsterbliche Seele.
Besonders clevere Forscher sind nun angesichts der erstaunlichen Erfahrungen von Patienten nach Todeseintritt auf die Behauptung verfallen, das Hirn lasse sich Zeit mit dem Sterben, der Tote sei gar nicht tot, sondern dämmere noch viele Minuten in einem orgiastischen Rausch vor sich hin, bevor dann endgültig Schluss sei.
Nun ja.
Ich will ganz offen sein: Die Schlussfolgerungsleistung dieser Mediziner erscheint mir so gehaltvoll wie Brennsuppe, (besteht aus Wasser und Mehl). Ich hätte da nämlich durchaus noch Fragen. Liebe Biologisten: Wie erklärt ihr euch die Tatsache, dass viele Verstorbene die Wiederbelebungsversuche mit klarem Verstand von oben zu beobachten in der Lage waren? Sie hatten ihren Körper verlassen, sahen sich selber liegen, und schwebten über der Szenerie. Sie sahen und hörten was geschah, und waren hinterher in der Lage, detailliert--und realitätsgetreu!--darüber zu berichten. Das kann niemand, der angeblich gerade mittels körpereigenem Drogencocktail im Nirwana versinkt.
Mir scheint da viel plausibler, was Gott sagt: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist." (Johannes 11, 25).
Gott lebt. Er ist der ewige Gott.
Die Seele gibt's. Auch sie lebt ewig.
Kommt nur drauf an, wo.

"Erkennt, daß der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst." (Psalm 100, 3).

Dienstag, 17. Oktober 2017

Der Missionsbefehl, invertiert

"Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe."
Matthäus 28, 19-20.

Am Sonntag kam in der Gemeinde eine Mutter, die zeitweilig fremde Kinder bei sich aufnimmt, auf mich zu und erzählte mir vom neuesten Vorschlag des Jugendamts. Die hätten da einen 16-jährigen Moslem, den die Familie bitte für anderthalb Jahre übernehmen möge. Seine Bedingung sei, sie sollen das Kreuz in seinem Zimmer abhängen und ihn regelmäßig zur Moschee fahren.
Die Familie hat dankend abgelehnt.
Was soll man da auch sagen? So wird das mit der Integration nichts.
Überhaupt: So benimmt sich kein Bittsteller, kein dankbarer, demütiger mittelloser internationaler Nutznießer des deutschen Sozialsystems, sondern ein selbstbewusster Eroberer. Der will, daß wir uns in seine Welt integrieren. (Denn sonst würde er nach Saudi Arabien gehen. Dort gibt's keine Kreuze, und Moscheen haben die in Hülle und Fülle.)
Das Jugendamt merkt das nicht, doch es verbalisiert einen invertierten Missionsbefehl. Jesus hat nicht gesagt: „Lasst alle Nationen zu euch kommen, verleugnet euren christlichen Glauben und lasst euch von den 16-jährigen Dauergästen, die ihr durchfüttert, über Gott aufklären.“
Er sagte genau das Gegenteil.
Wir sollen in die Welt gehen, die Menschen überzeugen und sie dann lehren.
Wir haben die Botschaft, die allein in der Lage ist, Frieden in den Herzen der Menschen zu bewirken. Es ist seine Botschaft. Es ist das vielfach verleugnete christliche Fundament, das uns trägt, das unsere Wirtschaft- und Gesellschaftsform noch immer prägt, und das dafür verantwortlich ist, dass wir Frieden und Wohlstand haben. Weshalb sollten wir Lehren übernehmen, die den Völkern, die nun zu uns strömen, nur Unheil gebracht haben?
Ich pfeif auf den feigen Multikulturalismus unserer Tage.

Was ich will, ist eine christliche Gesellschaft, die sich auf ihre Wurzeln besinnt und im Glauben lebt. Die das Wort Gottes hört und tut. Die die Herrschaft des Rechts bewahrt und dem Unrecht nicht nachgibt. Alles andere käme einer Selbstaufgabe gleich.
Nicht mit mir.

„Wacht, steht fest im Glauben. Seid mannhaft, seid stark!“ (1 Korinther 16, 13).

Freitag, 13. Oktober 2017

Lachen im Gottesdienst

"Ein fröhliches Herz bringt gute Besserung, aber ein niedergeschlagener Geist dörrt das Gebein aus."
Sprüche 17, 22.

„Pastor, in deinen Gottesdiensten lachen die Leute manchmal. Sie lachen sogar ziemlich oft. Manchmal bist du tatsächlich unterhaltsam. Doch ist das dem Herrn wirklich angemessen?“

In der Tat haben die Hörer von Predigten oft nichts zu lachen. Ich vermute aber, diese Verkündiger können genauso wenig aus ihrer Haut raus wie ich. Man predigt, und dann ist es wie es ist. Wenn ich mich salbungsvoller geben würde als ich bin, würden die Leute vermutlich erst recht lachen.
Und das zu recht.
Was sagte einst die unvergleichliche und weise Mary Poppins? „A little bit of sugar makes the medicine go down.“ Zu deutsch: „Während du an der Haustür humorig unterhalten wirst, zwängt sich die Wahrheit durchs Toilettenfenster.“
Also.
Wenn du einem Prediger erlaubst, so zu sein wie er ist, dann empfängst du etwas von ihm. Wenn du ihn innerlich zensierst, stehst du dir selbst im Weg. Wenn alle lachen, selbst der Herr, nur du nicht, dann geht der Segen an dir vorbei. Das wäre in der Tat bedauerlich.

"Wir sind Mitarbeiter an eurer Freude." (2 Korinther 1, 24).

Dienstag, 10. Oktober 2017

Wyatt was here!

"Und die große Volksmenge hörte ihn gern."
Markus 12, 37.

Wir hatten eine wunderbare Zeit mit unserem Gast aus Süd Karolina. Eine der Predigten von Pater Braun ist im Moment "Botschaft der Woche" auf der Homepage. Ihm hat's auch gefallen, er beehrt uns sicher wieder.

Er und ich haben uns auch über die Vorkommnisse in Las Vegas unterhalten. Wir haben festgestellt, dass sich die Medien überaus zurückhalten, was die Person und die Motive des Todesschützens vom Mandalay Bay angeht.
Das ist natürlich nicht falsch.
Doch gäbe es Anzeichen dafür, dass der Täter Konservativer, Anhänger der republikanischen Partei oder gar ein psychisch labiler "Christ" gewesen wäre, würde dies auf allen Kanälen pausenlos und bis zum Erbrechen wiederholt werden. Dass solches NICHT erwähnt wird, spricht Bände. (Wer erinnert sich noch an den durchgeknallten Hillary-Anhänger und bekennenden Sozialisten, der Kongressabgeordnete der Republikaner beim Baseballspiel beschoss und schwer verletzte? Der verschwand nach kurzer Erwähnung in der medialen Versenkung).
Vielleicht hat der Islamische Staat doch recht, wenn er diesen Massenmörder für sich reklamiert. Im Nahen Osten soll er ja gewesen sein. Auch die amerikanische Presse neigt manchmal zur Lücke.

"Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden wird, auch ist nichts geheim, was nicht bekannt wird und ans Licht kommt." (Lukas 8, 17).

Freitag, 6. Oktober 2017

Wyatt Brown im CGZ!

"Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt."
Kolosser 4, 6.

Am Samstag, 19:30 Uhr, und am Sonntag, 10:30 Uhr, wird Pastor Wyatt Brown aus Greenville, USA, im Christlichen Glaubenszentrum sprechen. Pastor Brown war vor 2 Jahren schon einmal bei uns, viele erinnern sich sicher noch. Wir hatten damals eine gute Zeit mit ihm und ich freue mich, dass er wieder zu uns kommt.
Das Wort von Pastor Wyatt ist immer mit Salz gewürzt und nicht fad.

Er wird bereits heute abend, Freitag, 6. Oktober 2017, um 19:30 Uhr bei unseren Freunden in der Biblischen Gemeinde Schweinfurt und Pastor René Stebani in der Kornacher Straße einen Gottesdienst halten. Dann kommt er zu uns, um am Sonntagabend noch einmal in der BGS zu predigen. Ungewöhnliche Konstellation, aber unsere brüderliche Flexibilität ist ja legendär. (Der Termin in der BGS hat sich kurzfristig ergeben).

Mittwoch, 4. Oktober 2017

"Bibelkommentar, Bd. 3: Abraham" veröffentlicht

"Und nicht schwach im Glauben, sah er seinen eigenen, schon erstorbenen Leib an, da er fast hundert Jahre alt war, und das Absterben des Mutterleibes der Sara und zweifelte nicht durch Unglauben an der Verheißung Gottes, sondern wurde gestärkt im Glauben, weil er Gott die Ehre gab.“
Römer 4, 19-20.

Abraham ist eine der einflussreichsten Personen der Menschheitsgeschichte.

Habe heute den dritten Teil meines Bibelkommentars auf Amazon veröffentlicht. Es geht darin um Abraham. Wer Fragen zu dieser biblischen Persönlichkeit hat, findet dort möglicherweise die Antwort.
Amazon wird das Buch in Kürze freischalten.

Dienstag, 3. Oktober 2017

Das Risiko der Freiheit und wie man sie behält

"Ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder. Nur gebraucht nicht die Freiheit als Anlaß für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe.“
Galater 5, 13.

Freiheit lebt von der Selbstbeherrschung des einzelnen.
Große Freiheit setzt große Selbstbeherrschung voraus. Ist keine Selbstbeherrschung vorhanden, wird die Freiheit durch Regeln—Gesetze—beschnitten. Ist überhaupt keine Selbstbeherrschung vorhanden, steht die Diktatur vor der Tür, der Feind der Freiheit schlechthin.

Freiheit bedeutet NICHT, alles tun zu können, was einem beliebt. Wahre Freiheit ist vielmehr, nicht alles tun zu müssen, was einem gerade durch den (fleischlichen) Sinn fleucht. Selbstbeherrschung und wahre Freiheit gehen Hand in Hand.

Christen werden zur Nächstenliebe, und damit zur Selbstbeherrschung, erzogen. Unter Christen gilt: Nicht allein was ich will zählt, sondern auch was der andere will. Deswegen nehmen sich Christen zurück und lassen schon mal dem anderen den Vortritt.
Nur eine Gesellschaft, in der der eine den anderen respektiert, kann eine freie Gesellschaft sein. Die rücksichtsvollste Gesellschaft ist die freiste. Achtet der eine den andern höher als sich selbst, entsteht im Lauf der Zeit eine wirkmächtige Zivilisation. Deswegen sind christlich geprägte Gesellschaften, (und solche, die diese imitieren), die freiesten Gesellschaften der Welt.
Geht das Christentum, und damit die Selbstbeherrschung, den Bach runter, mehren sich die Übertretungen. Diese wiederum führen zu verschärften Gesetzen. Diese sind natürlich wirkungslos, denn Übertreter scheren sich nicht um Gesetze. So engen verschärfte Gesetze stets nur die ein, die sich sowieso an die Regeln halten. Eine unfreie und bedrückende Gesellschaft entsteht.
Der Freiheit muss man sich würdig erweisen.

1776 wehrten sich die Menschen in den amerikanischen Kolonien gegen den englischen Tyrannen und seine Truppen. Um die Tyrannei zu besiegen waren Waffen unabdingbar. Die Kontinentalarmee unter Washington gewann bekanntlich, und als die Amerikaner dann ihren eigenen Staat gründeten, maßen sie dem legalen Waffenbesitz Verfassungsrang zu. Für den Fall, dass sich auch in ihrem Land einmal ein Tyrann erhebt.
Allgemeiner Waffenbesitz war deswegen kein Problem, weil die Bürger verantwortungsbewusst mit ihren Waffen umgingen. Amerika war von der christlichen Ethik durchdrungen. Auch heute schießen dort 12-jährige Bauernbuben mit Kleinkalibergewehren auf Ratten und keiner denkt sich was dabei.
Nun hat in diesen Tagen ein 64-jähriger weißer Amerikaner, durch eigene Anstrengung zum mehrfachen Millionär geworden, (also eigentlich den amerikanischen Traum lebend), 59 unschuldige Konzertbesucher mit mehreren zu Vollautomaten umgebauten Gewehren erschossen und so das größte Massaker dieser Art in der Geschichte der USA begangen.
Warum?
Ja warum.
Der Besitz vollautomatischer Waffen ist auch in den Vereinigten Staaten für Privatpersonen strikt verboten. Offenbar ist es möglich, gewöhnliche Halbautomaten so umzubauen, dass sie Dauerfeuer ausspucken. Dies wiederum setzt böse Absicht voraus. Das Böse wiederum wird bekanntlich durch Gesetze nicht besiegt. Höchstens eingehegt. Ganz üble Sache.

Die geistliche Sicht auf diese Dinge?
Es ist so:
Wenn eine Gesellschaft ein bestimmtes Maß an Gottlosigkeit und gottlosem Verhalten überschritten hat, zieht Gott sich zurück. Ein Riss tut sich auf in der Schutzmauer um ein Volk, ein Land, eine Nation. Dann passieren solche Dinge.
Gott sagte einst zu Abraham, er könne das Land Kanaan momentan noch nicht in Besitz nehmen: „denn das Maß der Schuld des Amoriters ist bis jetzt noch nicht voll.“ (1 Mose 15, 16). Erst 430 Jahre später war es soweit, dass Israel Kanaan einnehmen konnte.

Auch wenn es den politischen Akteuren diesseits und jenseits des großen Teiches nicht mehr bewusst ist: Unsere Gesellschaften sind immer noch stark vom Christentum geprägt. Hüben und drüben leben Millionen von Kindern Gottes, die Gott nicht aufgeben und nicht verlassen wird. An seinem guten Willen besteht kein Zweifel.
Die Chance zur geistlichen Erneuerung besteht somit.
Es liegt an uns, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein, in dem wir entsprechend leben, das Wort Gottes in unserem Leben an erste Stelle stellen, und den Mund nicht halten.
Und Gott fordert uns in diesen Zeiten der Krise, in der der Schutzwall um unsere Länder Risse bekommen hat, auf zu beten:

„Und ich suchte einen Mann unter ihnen, der die Mauer zumauern und vor mir für das Land in den Riß treten könnte, damit ich es nicht verheeren müßte. Aber ich fand keinen.“ (Hesekiel 22, 30).

Gott soll dasselbe nicht über uns sagen müssen.

Freitag, 29. September 2017

Waldemar Sardaczuk in der „OnlineKirche“

„Preise den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht alle seine Wohltaten!
Der da vergibt alle deine Sünde, der da heilt alle deine Krankheiten.
Der dein Leben erlöst aus der Grube, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen.
Der mit Gutem sättigt dein Leben.
Deine Jugend erneuert sich wie bei einem Adler.“
Psalm 103, 2-5.

Der Gottesdienst mit Waldemar Sardaczuk ist nun in unserem YouTube-Kanal „OnlineKirche“ zu sehen. Er heißt „Brauchst du einen Regierungswechsel?“ Was für ein Titel. Doch keine Angst, es handelt sich nicht um eine politische Predigt. Es geht um etwas viel wichtigeres.

Bruder Waldemar ist schon ein Typ. Er ist 82 Jahre alt und reist immer noch kreuz und quer über den Planeten, um das Evangelium von Jesus weiterzuerzählen. Heuer war er bereits in den Vereinigten Staaten und einer Reihe anderer Länder. Als er bei uns war hat er mich eingeladen, nächsten Monat mit ihm nach Moskau zu gehen oder im nächsten Jahr nach Sibirien. Andere machen sich in seinem Alter Gedanken um die Pflegestufe. Er hingegen stellt mit seinen Aktivitäten weit jüngere Leute in den Schatten.
Gott segne ihn und gebe ihm noch viele Jahre.

Dienstag, 26. September 2017

Oh weh, oh weh, die Af…

„Die Weisheit der Frauen baut ihr Haus, aber die Narrheit reißt es mit eigenen Händen nieder.“
Sprüche 14, 1.

Der Wähler hat gewählt, die Schlacht ist geschlagen.
Die alte Kanzlerin wird auch die neue. War eh klar. Jeder der CDU/CSU, SPD, FDP oder Grüne gewählt hat, hat Merkel gewählt.
Doch das tat nicht jeder.
Die Regierungsparteien haben miteinander rund 14 % an Zustimmung verloren und sind in der Wählergunst auf historische Tiefststände abgesunken.
Frau Merkel hat quasi im Alleingang eine neue Partei geschaffen, die AfD, die ohne sie und ihre Politik garantiert nicht im Bundestag säße und schon gar nicht drittstärkste (!) Kraft geworden wäre. Eine Riesenklatsche.
Findet das niemand problematisch?
In jedem anderen Land der Welt würde man die führenden Köpfe der Regierungsparteien, diese krachenden Verlierer, nun mit Schimpf und Schande vom Hof jagen. Bei uns nicht. Eine personelle Erneuerung findet nicht statt. Die Katastrophenverursacher machen munter weiter.
Dabei sind Lenkbewegungen manchmal gar nicht so schlecht, vor allem wenn man bei hoher Geschwindigkeit doch noch die Kurve kriegen will.
Nun sitzt die AfD, die große Unbekannte, also tatsächlich mit im Bundestag. Besonders in Bayern hat sie sich großer Beliebtheit erfreut—in bestimmten Gebieten. Wenn man nämlich einmal nachschaut, welche Wahlkreise die neue Partei denn nun genau gewonnen hat, dann stellt man fest, dass es diejenigen am südlichen Rand und an der österreichischen Grenze waren, durch die der migrantische Leviathan aus Österreich nach Norden walzte. Es sind somit jene Bürger, die während der Zeit der Willkommenskultur mit den praktischen Aspekten des Willkommenheißens zurechtkommen mussten. In anderen Worten: Das waren die Leute, die den Willkommenspolitikern im fernen Berlin die Drecksarbeit erledigten, frei nach dem Motto, „Ihr schafft das.“ Quäl dich, du Bayer.
Nun sollte man in einer Demokratie zuerst fragen, ob der betroffene Bürger das überhaupt schaffen will. (Abraham Lincoln definierte die Demokratie als „Regierung des Volkes durch das Volk, für das Volk.“) Man fragte ihn nicht.
Und nun hat man den Salat. Nun quält der Bayer zurück und die CSU muß sich was einfallen lassen.

Noch immer wandert jeden Monat eine größere Kleinstadt ein. Unterhalb des Medienradars. Das unmittelbare Problem ist: Diese großteils ungebildeten jungen Leute aus Regionen, in denen das Faustrecht gilt, treten unmittelbar in Wettbewerb mit den sogenannten kleinen Leuten in Deutschland. Der Sozialstaat ist nur begrenzt leistungsfähig, Arbeitsstellen für Unqualifizierte fallen nicht vom Himmel, schon gleich gar nicht, wenn man auf relativ hohen Mindestlöhnen besteht. Man importiert also Nichtskönner, die zu allem Überfluß auch noch nicht arbeiten dürfen. Und billiger Wohnraum wächst auch nicht auf Bäumen, sondern bleibt viel zu oft in langwierigen Bewilligungsphasen stecken. Der Unmut des Kleinen Mannes ist vorprogrammiert. Um das zu sehen muß man kein Prophet sein. Man muß nur den Kopf aus dem Sand ziehen.

Ein weiteres Problem ist die innere Sicherheit.
Wir bekämpfen den Terror, verteidigen Deutschland am Hindukusch und sorgen uns um die Sicherheit in Kabul, und merkeln dabei gar nicht, dass Kabul mittlerweile in der Nachbarschaft liegt. Oder Mogadischu.
Ich übertreibe?
Nun, wenige Kilometer von unserer Gemeinde entfernt befindet sich ein Asylantenheim. Die Polizei betritt es nur noch gruppenweise, nachdem sie in einer Vielzahl von Einsätzen von großen Asylantengruppen kriegerisch bedrängt wurde. 13-jährige Kinder zückten Messer und stachen zu. Nicht wenige Polizisten wurden so lädiert, dass sie ihren Dienst nicht fortsetzen konnten. Und das bei uns in der Provinz! In Bayern!
Diese Zustände nicht offen kritisieren zu können ohne die rechte Ecke gestellt zu werden, hat zu dem gereizten Klima geführt, welches die AfD nun in den Bundestag gehievt hat. Die werden darüber reden, vermute ich.

Die Römer haben einst die von den Hunnen bedrängten Goten als Asylanten aufgenommen und ihnen geholfen, über die Donau zu setzen. Bald darauf entwickelten die sich zu einem Staat im Staate. 34 Jahre später, Anno Domini 410, plünderten sie Rom.
Allerdings bekehrten sie sich zum Christentum.
Und das änderte alles.

„Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst.“ (Offenbarung 21, 6).

Samstag, 23. September 2017

Waldemar Sardaczuk im CGZ

"Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes."

Epheser 4, 11-12.

Kurze Erinnerung: Morgen, am 24.9.2017, um 10.30 Uhr spricht AVC-Gründer Waldemar Sardaczuk im CGZ. Bruder Sardaczuk ist ein geistliches Urgestein, vom Herrn viel gebraucht, und ich freue mich, daß er zu uns kommt.
Vielleicht fällt dir der ein oder andere ein, dem dieser Gottesdienst ein Segen wäre. Die kannst du gern einladen. Gäste sind willkommen.

Freitag, 22. September 2017

PGB: Kommt zu dieser Partei!

„Und was soll ich noch sagen? Denn die Zeit würde mir fehlen, wenn ich erzählen wollte von Gideon, Barak, Simson, Jeftah, David und Samuel und den Propheten, die durch Glauben Königreiche bezwangen, Gerechtigkeit wirkten, Verheißungen erlangten, der Löwen Rachen verstopften, des Feuers Kraft auslöschten, des Schwertes Schärfe entgingen, aus der Schwachheit Kraft gewannen, im Kampf stark wurden, der Fremden Heere zurücktrieben.“
Hebräer 11, 32-34.

„Pastor, die Lage ist verheerend. Am Sonntag ist Wahl. Ich habe keine Ahnung wen ich wählen soll. Trauen tu ich keinem. Die verkaufen uns doch alle.“

Fasse Mut, verzweifeltes Herz. Es gibt eine unschlagbare Siegerpartei, der könntest du beitreten. Noch heute.
Ich spreche von der PGB.
PGB?
Der Partei Gläubiger Beter. (Sie ist allerdings nur bei Gott akkreditiert). Es ist nämlich mitnichten so, dass nur Politiker in den Lauf der Geschichte eingreifen. Andere tun das sehr viel mehr als (demokratische) Politiker, die immer nur auf kulturelle Strömungen reagieren. Wer die obigen Verse aus dem Hebräerbrief liest, der kann unschwer erkennen, dass der Glaube durchaus in der Lage ist, Königreiche zu bezwingen, aus der Schwachheit Kraft zu gewinnen, im Kampf stark zu werden und die Heere der Fremden zurückzutreiben.
Was Gideon, Barak, Simson, Jeftah, David und Samuel und die Propheten in der Bibel waren, das sind wir heute.
Nicht einmal Diktatoren sind vor der Kraft des Glaubens sicher.
Nebukadnezar war ein Despot und Tyrann, und viel unanfechtbarer als etwa eine alternativlose Bundeskanzlerin mit Parlamentsanhängsel. Doch der Prophet Daniel betete und Gott setzte sich mit diesem König (und seinen Nachfolgern) intensiv auseinander. Zum Schluss waren die Anmaßung und der Übermut Nebukadnezars gebrochen und er sagte: „Nun rühme ich, Nebukadnezar, und erhebe und verherrliche den König des Himmels, dessen Werke allesamt Wahrheit und dessen Wege Recht sind und der die erniedrigen kann, die in Stolz einhergehen.“ (Daniel 4, 34). Und das war ernstgemeint.
Auch mit der Inkompetenz des babylonischen Hedonisten Belsazar aus räumte Gott auf. Für ihn ließ er gar eine Hand erscheinen, die ein Menetekel an die Wand schrieb: "Gewogen und für zu leicht befunden." Dann beseitigte er ihn und ein fähigerer König übernahm die Amtsgeschäfte. Geholfen wurde diesem neuen Herrscher von einem fähigen Berater namens Daniel.
Der Throninhaber hatte sich verbessert, die Macht hinter dem Thron, (der Beter Daniel), war die gleiche geblieben.
Die katholische Königin Mary von Schottland sagte einst: „Ich fürchte die Gebete von John Knox mehr als all die versammelten Armeen Englands.“ Schottland wurde protestantisch und schottische Prediger und Missionare hatten einen gewaltigen Einfluss auf die Entwicklung des Christentums im Westen.
Schwierig wird es, wenn Gott zu einem Beter wie Jeremia sagt, „Du aber, bitte nicht für dieses Volk und erhebe weder Flehen noch Gebet für sie und dringe nicht in mich! Denn ich werde nicht auf dich hören.“ (Jeremia 7, 16). Juda marschierte dann bekanntlich für 70 Jahre in die wohlverdiente babylonische Gefangenschaft. Doch wenn man genau hinschaut, dann erkennt man, dass die Juden in Babylon so für das ganze Reich zum Segen wurden. Zum Beispiel Daniel, der in Juda nie diesen weltweiten Einfluss bekommen hätte, den er in Mesopotamien entfaltete.
Die gegenwärtige Situation unseres Landes kann sich in eine gute oder eine schlechte Richtung entwickeln. Wohin das Pendel ausschlägt, liegt weniger bei denjenigen, die sich am Sonntag wählen lassen, als vielmehr bei Leuten, die das Ohr Gottes haben.

Ich gebe zu: Wen genau ich übermorgen wählen werde, steht noch nicht fest.
Wählen werde ich auf jeden Fall. Denn nicht wählen ist schlechter Stil.
Und dann werde ich wieder die Tür hinter mir zumachen und mit dem König der Könige konferieren.

Mittwoch, 20. September 2017

Lustige Pausenunterhaltung

„Die Junglöwen brüllen nach Raub, sie fordern von Gott ihre Speise.“ (Psalm 104, 21).

Gestern stand ich auf meiner Terrasse und verspeiste eine Nektarine. Eine wunderbare Frucht, die Gott, bzw. meine Frau, mir da beschert hat. Als ich damit fertig war, warf ich den Kern in Richtung Hecke. (Wozu hat man einen Garten?)
Kaum lag der Kern auf dem Boden, hörte ich hoch oben in der Birke ein Geraschel. Ein Eichhörnchen tauchte auf. Es flitzte auf einen Ast hinaus und flog dann hinüber in die Hecke, wo die Wipfel zu wackeln begannen. Das Wackeln setzte sich den Baum nach unten über alle Zweige fort und da tauchte die braune Fellkugel auch schon am Boden auf. Sie hopste hinter ein paar Büsche und als sie wieder hervor kam, trug sie meinen Nektarinenkern im Maul.
Ich hatte mich inzwischen in einen Baum verwandelt, (durch Dastehen und Nichtstun).
Das Eichhörnchen hüpfte, wie schon vor ein paar Wochen, auf mich zu und erschien auf der Terrasse. Elegant wie einst Skippy das Buschkänguru, nur mit deutlich buschigerem Schwanz, hopste der Nussknacker zum anderen Terrassenende. Dann begab er sich ins Blumenbeet und studierte Stauden. Ein Platz zwischen einem Baum und einem Strauch schien dem Tier besonders zu gefallen, denn es musterte ihn eingehend und begann dann mit Lichtgeschwindigkeit zu graben. Gleich darauf schaufelte es das Loch wieder zu und tauchte noch mal bei mir auf der Terrasse auf, diesmal jedoch ohne Kern. Es machte Männchen und schaute mich an, und ich bilde mir ein, es hat mich angegrinst. Dann sprang es mit großen Sätzen zu einem Baum, den es hurtig erklomm. Von dort hechtete es zurück in die Hecke, der Wipfel wackelte wieder ein wenig, und dann war das Schauspiel vorbei.
Heute morgen sah ich, dass zwischen Baum und Strauch bereits ein kleines Bäumchen gewachsen war.
Beim genaueren Hinsehen entpuppte sich der Baum zwar als blütenlose Blumenblätter. Doch wer weiß, wenn nächstes Jahr ein Nektarinenbaum in meinem Garten wächst, dann weiß ich, wer ihn gepflanzt hat.
Tierisches Bauentheater.
Auf meiner Terrasse.
Applaus für die lustige Pausenunterhaltung.

„Und Gott machte die Tiere der Erde nach ihrer Art und das Vieh nach seiner Art und alle kriechenden Tiere auf dem Erdboden nach ihrer Art. Und Gott sah, daß es gut war.“
1 Mose 1, 25.

Dienstag, 19. September 2017

Sind Prediger Künstler?

„Ein König gibt durch das Recht dem Land Bestand, aber wer nur Abgaben erhebt, zerstört es.“
Sprüche 29, 4.

Als eingetragener Verein mit Gemeinnützigkeitsstatus ist unsere Gemeinde aus juristischer Sicht ein Betrieb, zumal sie Arbeitnehmer beschäftigt. Betriebe unterliegen allen möglichen Betriebsprüfungen durch Ämter, Sozial- und Rentenkassen, usw.
So auch unserer.
Normalerweise sind diese Prüfungen lästige Übungen in verfeinerter Bürokratie, aber unspektakulär. Es ist immer derselbe Tanz zur immergleichen Melodie. Dieses Jahr hat jedoch zum ersten Mal ein Betriebsprüfer der Rentenkasse versucht, eben dieser Rentenkasse zusätzliche Pfründe zu erschließen, indem er darauf bestand, dass unsere Gastsprecher, aber auch Gemeindemitglieder, die hin und wieder predigen, sowie Musiker, die in Lobpreisgottesdiensten mitwirken, Künstler, bzw. Publizisten seien, und wir deshalb Zahlungen an die Künstlersozialkasse zu leisten hätten. Dass diese „Künstler und Publizisten“ aus dieser Kasse nie einen Pfennig Rente sehen werden, ja nicht einmal in ihr erfasst sind, da sie nunmal keine Künstler und Publizisten sind, tat der Forderung keinen Abbruch.
Das sah ich naturgemäß ein wenig anders.
Pastoren sind keine Performer und jemand, der einen Lobpreisgottesdienst leitet, gibt kein Konzert. Außerdem: Ein nicht unwesentlicher Teil der Künstler und Publizisten in unserem Land lehnen das biblische Christentum massiv ab. Ja, manche agitieren pausenlos dagegen. Warum soll ich diese Leute subventionieren?
Heute erhielt ich nun, nach rund zwei Monaten Prüfung und Austausch, die Mitteilung, dass die Künstlersozialkasse Prediger/Pastoren nicht als Publizisten einstuft. Die KSK erhebt somit keine Forderungen.

Ich teile das mit, weil ich weiß, dass auch Pastoren und Gemeindeleiter diesen Blog hier lesen. Falls auch ihr mit solcherlei Forderungen durch besonders gewissenhafte Betriebsprüfer konfrontiert werdet: Zu Zahlungen besteht keinerlei Anlass. Pastoren sind keine Künstler im Sinne des Künstlersozialversicherungsgesetzes.
Ich hab's schriftlich.
(Was kommt als nächstes? Erklärt man Pastoren zu Zwangsmitgliedern in der Clowngewerkschaft, um ihnen eine Rechnung für den Mitgliedsbeitrag schicken zu können? Potzblitz.)

Als Israel aus der Babylonischen Gefangenschaft in sein eigenes Land zurückkehrte, erließ der persische König im Hinblick auf Israel folgenden Befehl an seine Bürokraten: „Euch wird mitgeteilt, daß niemand ermächtigt ist, irgendeinem von den Priestern und Leviten, Sängern, Torhütern, Tempelsklaven und Dienern dieses Hauses Gottes Steuer, Abgaben und Zoll aufzuerlegen.“ (Esra 7, 24).
Das waren noch Zeiten!

Donnerstag, 14. September 2017

Gott begegnet uns auf unserer Ebene

„Wenn wir untreu sind - er bleibt treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“
2 Timotheus 2, 13.

Das Wort „untreu“ im obigen Vers kann auch mit „ungläubig“ übersetzt werden.
Ungläubig im Sinn von kleingläubig.
Hier ist nicht die Rede von Leuten, die nicht an Jesus glauben, oder gar von Christen, die ihr Glaubensleben aufgegeben haben. Denn der Vers unmittelbar davor ist unmissverständlich: „Wenn wir verleugnen, wird auch er uns verleugnen.“
Wie ist Vers 13 dann zu verstehen?
Es ist so: Gott hat atemberaubende, schier unglaubliche Segnungen für uns vorbereitet. Um diese zu erlangen, ist jedoch naturgemäß ein großes Maß an Glauben erforderlich. Der Glaube ist die Hand, die in Gottes Schatzkammer hineingreift und Segen um Segen auf die Erde holt.
Kein Glaube, kein Segen.
Wir alle sind an unterschiedlichen Punkten in unserer Glaubensreise und erleben daher ein unterschiedliches Maß an Segen. Manche sollten schon weiter sein, andere machen erstaunliche Fortschritte.

Das Volk Israel sollte das Land Kanaan einnehmen. Dazu war es von Gott aus der ägyptischen Sklaverei herausgeführt worden. Doch als Israel hörte, dass im Gelobten Land Riesen hausen, verzagte das Volk und erging sich in Heulen und Zähneklappern.
Trotz der Zusicherung Gottes, er werde für Israel kämpfen.
Was nun?
Gab Gott das Volk auf? Vernichtete er die Ungläubigen in seinem Zorn? Löschte er die Gehorsamsverweigerer aus und begann mit Mose von vorn? Er hatte gute Lust dazu, allein er tat es nicht.
Er schickte das Volk in die Wüste.
Die Wüste war definitiv nicht Kanaan. Diese Generation Israels war nicht in der Lage gewesen, Gottes besten Plan umzusetzen. Am ganz großen Segen gingen sie vorbei. Schade.
Doch Gott begegnet uns auf unserem Glaubenslevel und segnet uns dort. Dies tat er mit Israel nachdem es sich geweigert hatte, das Gelobte Land einzunehmen.
Israel glaubte nicht an die Einnahme Kanaans und musste deswegen in die Wüste. Und Gott war trotzdem gut.
Er hatte sie aus Ägypten herausgeführt mit Silber und Gold und kein Kranker war unter seinen Stämmen. (Psalm 105, 37). Das muss man sich mal vorstellen. Kein Gebrechlicher war unter ihnen, dabei waren allein die Männer mehr als 600.000.
5 Mose 1, 33 bezeugt: Gott zog vor ihnen her und sucht ihnen einen Lagerplatz. Die Feuersäule bei Nacht diente als Straßenbeleuchtung und als Wärmequelle. Die Wolkensäule am Tag schützte vor der stechenden Sonne. Der Herr segnete das Tun ihre Hände und gab 40 Jahre lang acht auf ihre Wanderung. (5 Mose 2, 7). Gott war eine Wüste mit ihnen. Sie hatten keinen Mangel und erfreuten sich dort seines Segens.
Die Zeit in der Wüste war keine schlechte Zeit.

Beunruhigt von der Menge und der Kraft und Dynamik dieses Volkes vor seinen Landesgrenzen heuerte der Midianiterfürst Balak einen Propheten namens Bileam an. Der sollte Israel verfluchen. Gott kam zu ihm im Traum und verwehrte es ihm: „Du sollst das Volk nicht verfluchen! Denn es ist gesegnet.“ (4 Mose 22, 12). Gott meinte das Volk in der Wüste! Jenes Israel, das sich standhaft geweigert hatte, nach Kanaan hineinzumarschieren. Genau das Israel, dass Gott und Mose manchmal bis aufs Blut gereizt hatte. Deswegen blieb immer halten. Denn in der Wüste folgte das Volk Gott im Großen und Ganzen brav nach.

Auch wenn wir „untreu“  sind, er ist treu.
Denn er kann sich selbst nicht verleugnen.
Wenn du Heilung nicht direkt aus Gottes Hand empfangen kannst, dann arbeitet der Herr daran, dir auf anderem Weg Heilung zukommen zu lassen. Vielleicht tritt ein Doktor mit einer wirksamen Medizin in dein Leben.
Eine eigene Firma zu leiten ist vielleicht nicht dein Ding. Dann gibt dir der Herr eben eine Arbeitsstelle, auf der du dich ausleben kannst, auch wenn du dabei nicht so viel verdienst wie als Selbständiger.
Gott ist jedenfalls ein segnender Gott.

"Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet." (Jakobus 4, 2).

Sonntag, 10. September 2017

Die erste Demokratie

„Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.“
1 Petrus 2, 9.

In unserer säkularen Gesellschaft wird gern behauptet, die erste funktionierende Demokratie hätte es in Athen gegeben. Es ist aber so: Die attische Demokratie degenerierte regelmäßig alle paar Jahrzehnte und wurde zu einer Herrschaft des Mobs. (Auch ein Lynchmob ist eine Mehrheit). Es gab in Athen keine Gewaltenteilung, die den Machtmissbrauch verhindert hätte.
Israels Könige hatten ihre Propheten, die sie zur Rechenschaft riefen (und die regelmäßig blutig beseitigt wurden). Athen hatte keine Propheten.
Athen hatte Sokrates.
Was machten die Athener?
Sie verurteilten den unbequemen Sokrates mit ihrer demokratischen Mehrheit dazu, Selbstmord zu begehen. Der gute Mann schlürfte den Schierlingsbecher und starb.
Sein Schüler Plato war schon nicht mehr so überzeugt von der Demokratie. Ihm schwebte mehr ein Philosophenkönig vor. Hierin erinnert er an moderne Denker, die sich gern unparteiische Technokraten an der Spitze des Staates wünschen.
Platos Schüler Aristoteles bildete genau so einen Philosophenkönig aus: Alexander.
Der machte sich daran, die Welt zu erobern, und war ziemlich erfolgreich. Sein Heer walzte durch die Welt und alles was ihm unter die Räder kam wurde griechisch, ob es wollte oder nicht. Und Griechisch wurde die Lingua franca der Welt seiner Tage.
Der blutrünstige Diktator Alexander ist das wahre Produkt griechischer Politphilosophie. Nicht die Demokratie.

Die erste funktionierende Demokratie gab es im alten Israel.
Das meine ich ernst.
Gott selbst gab diesem Volk ein Gesetz, von dem es regiert werden sollte. Nachdem Gott Israel vom ägyptischen Tyrannen (Pharao) befreit hatte, ersetzte er diesen nicht durch einen hebräischen Tyrannen, dessen Launen sie nun unterworfen worden wären. Vielmehr gab er ihnen die zehn Gebote (und 603 weitere, weniger große) als unveränderliches, ewiges Gesetz.
Rechtsausleger waren die Leviten, ein ganzer Stamm, der von Gott kein Land bekam und nichts anderes tat als das Gesetz zu propagieren.
Darüber hinaus gab er ihnen 70 Älteste, Abgeordnete ihrer Stämme und Sippen, die deren Interessen vertreten haben.
Wir sehen hier eine Republik, ja eine repräsentative Demokratie.
Das Volk wählte, Mose erkannte diese Ältesten als solche und berief sie, und Gott bestätigte sie. (4 Mose 11).

Die moderne Demokratie setzte sich ab 1215 in England durch und vor allem in Schottland, dem ersten Land, das praktisch von einem Parlament regiert wurde.
Die Gräueltaten der Könige im späten Mittelalter sensibilisierten die Menschen für Schriftstellen wie 1 Petrus 2, 9, wo es heißt, dass alle Christen Könige und Priester sind. Ein König konnte sich demnach nicht auf ein gottgegebenes Recht, seine Untertanen zu knechten, berufen. Der König war auch nur ein Diener Gottes, er stand nicht über dem Recht.
Das war revolutionär.
In protestantischen Ländern war selbst der König Gott Rechenschaft schuldig.
Die Christen konnten nun mit ihren eigenen Augen in ihren deutschen und englischen Bibeln lesen, dass ein Herrscher zu dienen hatte. Nämlich ihnen, seinen Landeskindern. Jesus selbst hatte gesagt: „Der Größte aber unter euch wird euer aller Diener sein.“ (Matthäus 23, 11). Daran mussten sich Regenten fortan messen lassen.
Außerdem hatte Jesus, der Christus, Gott im Fleisch und König der Könige, seinen „Untertanen“ die Füße gewaschen.
Nachdem diese Ideen einmal aus der Dunkelheit ans Licht geraten waren, gab es kein Halten mehr in christlichen Landen: Die Macht des Königs wurde eingehegt, die Macht des Parlaments gestärkt, und die Freiheit gewann an Boden.
Die überzeugendste Frucht christlicher Politphilosophie hat Amerika vorgebracht: Regierung vom Volk, durch das Volk, für das Volk. Die wählen alles direkt: den Präsidenten, (der nur acht Jahre an der Macht bleiben darf), den Staatsanwalt, ihre Repräsentanten in Kongress und Senat, ihren Sheriff, usw.
Dort wird pausenlos gewählt.
Mit Höhen und Tiefen geht das nun bereits seit mehr als 240 Jahren so. Deutschland, in dem das Evangelium seit rund 150 Jahren einen schweren Stand hat, hat in den letzten 100 Jahren fünfmal seine Regierungsform geändert. Aus Monarchisten wurden Demokraten. Diese scheiterten und wurden Nazis. Diese scheiterten und wurden in getrennten Ländern Kommunisten und Demokraten. Dann rebellierten die Menschen im Osten mutig gegen ihre kommunistischen Tyrannen und schüttelten auch dieses Joch ab.
Deutschland ist zurzeit eine Demokratie. Dass das so bleibt ist nicht ausgemacht.

Wenn eine hohe Migrantenpolitikerin mit deutschem Pass keine deutsche Kultur über die Sprache hinaus erkennen will, dann negiert sie unsere historische christliche Prägung, die uns erst zu dem gemacht hat, was wir heute sind.
Warum tut sie das?
Sie will die deutsche Gesellschaft neu prägen: In ihrem Bild, das in ihrem Fall türkisch/muslimisch ist, und ganz sicherlich nicht christlich. Doch das Christentum ist schuld an unserem Erfolg, seine Arbeitsethik hat uns reichgemacht, seine Barmherzigkeitslehre hat unseren Wohlfahrtsstaat inspiriert. Geben wir das Christentum preis, geht auch alles andere den Bach runter. Dann werden wir wie die Länder, aus denen Flüchtlinge zu uns kommen.
Wollen wir das?
Wir brauchen eine christliche Erweckung.
Und ich kann mir vorstellen, dass sie kommt. Sie könnte ihren Anfang unter Migranten haben, die dann die alteingesessenen Deutschen mit ihrem Eifer für Christus beschämen.
Warum sonst sollten sie gekommen sein (aus geistlicher Sicht gesehen)?

„Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als wir erbitten oder erdenken, gemäß der Kraft, die in uns wirkt, ihm sei die Herrlichkeit in der Gemeinde und in Christus Jesus auf alle Geschlechter hin von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ (Epheser 3, 20-21).

Freitag, 8. September 2017

Gute und schlechte Blindheit

"Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr?"
Matthäus 7, 3

Mir ist heute ein Zitat von Rabbi Mosche ibn Esra untergekommen. Es lautet: "Liebe macht uns blind für die Fehler, Haß für die Tugenden der Menschen."
Fand ich gut.

Mittwoch, 6. September 2017

Lästige Charakterschule?

„Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, daß eine Frau sich nicht vom Mann scheiden lassen soll.“
1 Korinther 7, 10.

Ich höre, daß Frauen ihre Männer verlassen, ohne daß diese ihnen einen triftigen Grund gegeben hätten.
Das ist nicht gut.

Die Familie ist in der Tat eine einzigartige Charakterschule. Himmel und Hölle können hier dicht nebeneinander liegen. So gibt es einerseits wunderbare Momente miteinander, andererseits kann man aneinander leiden. Manchmal wechseln sich Sonne und Wolken in rascher Folge ab. An einem Moment sitzt man im T-Shirt draußen, im nächsten holt man sich die Winterjacke, weil der Wind so pfeift.
Das ist völlig normal.
Das Gute ist auch: Keine Krise dauert ewig, (es sei denn, man betätigt sich als Wettermacher und hält die trüben Wolken künstlich fest).
Luther, und auch der Reformator Karlstadt, bestanden einst darauf: Wir müssen heiraten, mit schwierigen Frauen und problematischen Kindern auskommen, und damit zurechtkommen, dass im Stall die Sau stirbt oder die Kuh eingeht, damit wir Vorbilder für den Rest der Christenheit sind.
Die haben das natürlich ein wenig dramatisiert.
Doch im Grunde haben sie recht. Die Familie ist eine Charakterschule und jede Scheidung ist wie ein Schulabbruch. Das Problem daran: Man lernt nicht viel, wenn man davonläuft.
Außerdem nimmt man sich ja immer mit.
Außerdem verschafft eine solche Flucht keinerlei Vorteil. Denn „schwierige“ Menschen (für uns) können jederzeit in unser Leben treten. Die müssen sich nicht auf die Familie beschränken. Was dann? Wieder davonlaufen?
In der Familie lernt man Pflicht, Verzicht, Vergebung und Opfer.
Außerdem erlebt man hier Vergnügen, Erfüllung, Geborgenheit, Dank und Lebenssinn.
Also: Nicht verzagen. Dranbleiben.
Der nächste positive Höhepunkt kommt bestimmt.

Donnerstag, 31. August 2017

Linke Backe/rechte Backe

„Und nicht ein Haar von eurem Haupt wird verloren gehen.“
Lukas 21, 18.

„Pastor, Jesus ist ja ganz nett, aber dass man die andere Backe hinhalten soll, wenn man eine geschallert bekommt, ist Mist. Wenn mir einer blöd kommt, dann kriegt er eine—“

Sich nicht zu wehren schafft man nur, wenn man glaubt, dass Gott für einen kämpft.
Wer nicht glaubt, dass Gott für ihn kämpft, muss selber kämpfen.
Manchmal ist das durchaus angebracht, es kommt aber auf die Situation an. (Jesus selbst sprach vom Hausherrn, der gewacht hätte, wenn er gewusst hätte, wann der Dieb kommt, um nicht zu erlauben, dass sein Haus durchgraben würde. (Lukas 12, 39). Sich zu verteidigen ist legitim).

Jesus selbst hat vor dem Sanhedrin nicht die andere Wange hingehalten, als er geschlagen wurde. Er hat vielmehr protestiert. (Johannes 18, 23).
Allerdings hat er erlaubt, erst von der Tempelpolizei, dann von Herodes und anschließend von den römischen Soldaten beleidigt, bespuckt, geschlagen, verspottet, gegeißelt, beraubt und entkleidet zu werden.
Da hat er sich nicht gewehrt.
Vielmehr wusste er, dass in dieser Situation leiden angesagt war. Denn er wurde von seinen jüdischen Überlieferern um seines Glaubens willen verfolgt, (weil er sich selbst Sohn Gottes genannt hatte). Die Römer machten nur die Drecksarbeit.
Jesus wusste, dass der Vater ihn nicht im Stich lassen würde.
Er wusste auch, dass dieses sein Leiden einem höheren Zweck diente.
Er wusste und wir wissen heute: Das Kreuz war ein Altar und Jesus war das Sühneopfer für die Sünden der Menschheit.
Freiwillig.
Als das erledigt war, stand er von den Toten auf. Und nicht ein Haar von seinem Haupt war verloren gegangen.

Sein Leiden führte des weiteren zu einem akuten inneren Leiden des Mobs, der vor Pilatus geschrien hatte, „Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!“, als der ihn losgeben wollte. 40 Tage lang schlichen die Menschen von Jerusalem mit einem furchtbar schlechten Gewissen durch ihr Leben. Sie hatten einen guten Mann ermorden lassen, den besten den es gab. Nun, nachdem der Hass und der Wahn verflogen waren, erinnerten sie sich daran, dass er ihre kranken Verwandten geheilt hatte, dass er Mutlosen mutgemacht hatte, dass man um ihn herum den Himmel auf Erden erleben konnte.
Und nun war er tot.
Und sie waren schuld.
Dann predigte Petrus am Pfingsttag die Auferstehung Jesu und packte sie bei ihrem schlechten Gewissen: „Gott hat ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!“
„Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Brüder.“ (Apostelgeschichte 2, 36-37).
„Tut Buße!“ rief Petrus, „und lasst euch taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden.“
Und die Urgemeinde war geboren. Sie bestand aus Menschen, die Jesus noch vor kurzem lautstark den Tod gewünscht hatten.
Sich im richtigen Moment nicht zu wehren, sondern Schläge würdevoll einzustecken, setzt geheimnisvolle Kräfte frei.

„Ich denke, daß die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.“ (Römer 8, 18).

Montag, 28. August 2017

Die sommerliche Stille der Häuser auf dem Lande

„Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, Israel!“
4 Mose 24, 5.

Es ist Sonntagnachmittag.
Ich sitze auf der Terrasse und lasse mir die Sonne auf den Bauch scheinen. Frau und Tochter sind in die Ferne entfleucht, eine Freundin hat sie mir entführt.
Heute morgen graste hundert Meter hinter meinem Haus ein knallrotes Schmalreh mit wackelnden Ohren, und nun schwelgt die Natur neben meinem Liegestuhl im Blütenrausch. Lilien duften, Engelstrompeten packen ihre Instrumente aus und stimmen sich ein, der Oleander legt sich mächtig ins Zeug. Viele der bunten Knäuel, Trichter und Sonnen auf ihren Stielen kenne ich gar nicht mit Namen.
Der Tomatenstrauch ächzt schwer unter seiner roten Last.
Wenn ich die Augen halb zukneife und nach links rüberblicke, dorthin, wo sich die Sonne in den Scheiben spiegelt, bei den Kakteen—der größte Kaktus ist immerhin mehr als einen Meter hoch—dann könnte ich mir mit etwas Fantasie einbilden, ich läge irgendwo auf einer Veranda in Arizona herum.
Oder in Texas.
In der Ferne heult ein Kojote und irgendwo spielt jemand Banjo; Hufgetrappel ertönt, ein Indianerpfeil zischt vorbei und steckt zitternd in einem Baum…
Ich mache die Augen wieder auf.
Mein Privatparadies ist umgeben von einer großen Hecke, die einen denken lässt, hinter ihr begönne der Wald. Da liege ich also und genieße das Leben. Ich bin nicht ganz so spärlich bekleidet wie Adam, trage aber nur unwesentlich mehr. Sieht mich eh niemand.

Und da passiert es!
Es raschelt und im nächsten Moment taucht aus dem Nichts ein Eichhörnchen auf meiner Terrasse auf. Es nimmt mich überhaupt nicht war, denn es hoppelt schnurstracks auf mich zu. Einen Meter vor meiner Liege verharrt es und schnüffelt am Boden. Es schaut mich mit seinen schwarzen Knopfaugen treuherzig an. Irgendetwas kommt ihm spanisch vor. Es hopst zum Terrassenrand, verschwindet im Wacholderbusch und im nächsten Moment taucht es wie Käpt'n Nemo aus dem grünen Meer am oberen Waldrand auf.

Kaum ist der braune Puschel verschwunden, summt eine strahlend blaue Libelle heran. Ob es nun eine Prachtlibelle oder eine Flussjungfer ist, weiß ich nicht, da ich gerade kein Lexikon zu Hand habe, und sie sich nicht bei mir niederlässt. Ich vermute aber, dass es eine Helm-Azurjungfer ist. Ein entsprechender Bach fließt an unserem Haus vorbei.

Ich schlappe durch das Gras, werfe den Biomüll auf den Kompost und wer schwirrt um mich herum wie der Doppeldecker um King Kong?
Eine Hornisse.
Hornissen sind wenig aggressiv. Wenn man keinen Streit mit ihnen anfängt, lassen sie einen in Ruhe. Prompt setzt sich das schwarz-gelbe Panzertier auf ein Blatt, das da im Kompost liegt, und nun kann ich sie eingehend studieren. Schüchtern wie sie ist, verschwindet sie bald im Innern des Komposthaufens und ich schlenderte wieder zurück auf meine Terrasse.

Ich gieße die Blumen und wende mich dem hart arbeitenden Ziertomatenstrauch zu, als ein Eidechslein, kaum acht Zentimeter lang, aus seinem Schatten tritt und mir die Zunge bleckt. Auch dieses kleine Tier ist die Ruhe selbst. Es verschwendet keinen Gedanken an Flucht. Ich frage mich, ob das kleine Vieh durch die offene Tür ins Wohnzimmer wandern wird und erinnere mich an Geckos, die ich in Hotelzimmern auf dem indischen Land und sogar im Himalaya vorgefunden habe. Das sind dort prima Mückenvertilger und man lässt sie gewähren. Doch meine Echse überlegt es sich anders und watschelt auf den niederen Bewuchs am Rand der Terrasse zu, wo der Minidrache im Dschungel verschwindet.
Ich schließe die Augen, lehne mich zurück und grinse. Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Urlaubsparadies gleich hinterm Haus anfängt?

„Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ (1 Mose 1, 31).

Donnerstag, 24. August 2017

Das Kreuz mit dem Sabbat

„Ihr seid von Christus abgetrennt, die ihr durch das Gesetz [des Mose] gerechtfertigt werden wollt. Ihr seid aus der Gnade gefallen.“
Galater 5, 4.

Jaja, der Sabbat.
Es gibt Christen, die sich über die Maßen an das Sabbatgebot gebunden fühlen. Warum das so ist, ist mir nicht ganz klar. Vielleicht weil dies ein so leicht zu haltendes Gebot ist. Wenn ich es halte, bin ich okay vor Gott. Ich kann diese Denkungsart nachvollziehen. Sie ist unkompliziert und der Mensch hat gern äußerliche Gewissheiten.
Wir werden jedoch durch den Glauben im Herzen gerettet.

Weil ich immer wieder Zuschriften zu diesem Thema bekomme, poste ich hier mal meine letzte Antwort, die ich jemandem zu dieser ewig wiederkehrenden Frage geschrieben habe, (man lernt ja selber auch nie aus):

Liebe/r XY,

Jesus sagt, wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden, wer nicht glaubt, wird verdammt werden. (Markus 16). Vom Sabbat steht da nichts. Ihn nicht zu halten, führt nicht zur Verdammnis. Sonst wären Millionen Christen in der Geschichte verlorengegangen und auch heute deswegen verdammt, denn die wenigsten halten den jüdischen Sabbat ein. (Meines Wissens tun das nur jüdische Christen).
Wir werden aus Gnade durch das Blut Christi gerettet, nicht durch gesetzliches Sabbathalten.

Die Frage ist längst geklärt.
Die Apostel beriefen einst ein Konzil ein, weil manche Judenchristen darauf bestanden, Heidenchristen müssten sich beschneiden lassen. (Auch so ein Thema). Überhaupt müsse man ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten, (auch den Sabbat).
Petrus sprach sich dagegen aus. “Was versucht ihr Gott, ein Joch auf den Hals der Jünger zu legen, das weder unsere Väter noch wir zu tragen vermochten?”
Paulus und Barnabas erzählten, wie sich die Heiden bekehrt hatten und Gott Wunder getan hatte—ohne Beschneidung und Sabbathalten.
Dann stand der Apostel Jakobus auf, der Pastor der Gemeinde in Jerusalem und Bruder Jesu. In Apg 15, 19 beschließt Jakobus die Konferenz mit dem Vorschlag, die Heidenchristen mögen “sich enthalten von den Verunreinigungen der Götzen und von der Unzucht und vom Erstickten und vom Blut.”
Vom Sabbat steht da auch nichts.
Dieser Beschluß wurde dann unter allen Christen zirkuliert. Wörtlich schrieben die Apostel: “Es hat dem Heiligen Geist und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen als diese notwendigen Stücke: euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, so werdet ihr wohl tun. Lebt wohl.” (Apostelgeschichte 15, 28-29).

Paulus sagt in Kolosser 2, 16: “So richte euch nun niemand wegen Speise oder Trank oder betreffs eines Festes oder Neumondes oder Sabbats.” Wer am Sonntag ruht statt am Sabbat, soll gefälligst nicht von anderen gerichtet werden.
Wir sollen sechs Tage arbeiten und an einem Tag ruhen, wie Gott dies in 1 Mose 1 vorgemacht hat.
Bei den Christen hat sich der Tag der Auferstehung, der Sonntag, als Tag des Herrn durchgesetzt. Das ist völlig in Ordnung.
Ob er am Sabbat oder an einem anderen Tag ruht, oder gar nicht, (wie Jesus manchmal), liegt bei jedem selber. So ist Römer 14, 5 zu verstehen.
Jesus ist Herr auch des Sabbats: Er kann ihn halten oder auch nicht. Was er tut, ist richtig, denn dann hat er wichtige Gründe dafür. Wenn er seinen Jüngern einmal nicht verbietet, am Sabbat für ihr Essen zu arbeiten, dann ist es nicht verboten.
Auch die Begebenheit mit David zeigt: Es gibt wichtigeres, als sklavisch den Sabbat zu halten. Hier: seinen Männern Brot zu geben.

Ich halte es für wesentlich wichtiger, diese gottgegebene Arbeitsstelle anzunehmen und zu arbeiten, als auf dem Sabbat zu bestehen. Immerhin sagt Paulus, “Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.” (2 Thessalonicher 3, 10).

So steht's geschrieben.

Dienstag, 22. August 2017

Bedingungsloses Grundeinkommen?

„Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Arbeit tun.“
2 Mose 20, 9.

„Pastor, verschiedener deiner Aussagen entnehme ich, dass du einen bedingungslosen Grundeinkommen kritisch gegenüberstehst. Was sollen denn dann die Armen machen oder die, die keine Stelle finden?“

Jesus sagte selbst in Markus 14, 7: „Die Armen habt ihr allezeit bei euch.“ Es wird also immer Arme geben. Er fügte auch sogleich hinzu: „Und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen wohltun.“ Bedürftigen zu helfen ist für eine christlich geprägte Gesellschaft selbstverständlich.

Was wir in der Bibel nirgendwo finden ist ein Recht auf immerwährendes Nichtstun auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung, (denn irgendwer muss dieses bedingungslose Grundeinkommen ja erwirtschaften).
Vielmehr hören wir, wie Jesus in Matthäus 25, ab Vers 14, über Talente spricht, die ein Herr seinen Knechten überlässt, damit diese damit Handel treiben und Gewinn machen. Unschwer ist zu erkennen, dass der Herr Gott ist und die Talente Eigenschaften sind, die Gott uns Menschen gegeben hat. Mit diesen Pfunden sollen wir nun wuchern.
Denn eines Tages werden wir vor dem Herrn stehen und uns zu rechtfertigen haben, was wir mit unseren Talenten und unserer Zeit gemacht haben.
Derjenige Knecht, der sein Talent vergrub und nichts daraus machte, wurde vom Herrn unnütz genannt und hinausgeworfen. (Vers 30).

Bei Gott arbeiten alle.

Selbst Millionäre, die aufgrund ihrer Vermögenssituation ihr Lebtag keinen Finger mehr krummachen müssten, sollen ihre Zeit nützlich verbringen. Auch ihnen gilt das Arbeitsgebot. Wer's nicht glaubt möge Lukas 16 lesen, wo Jesus über den reichen Mann und den armen Lazarus spricht. Der Reiche „lebte alle Tage fröhlich und in Prunk.“ (Vers 19). D. h. er ruhte sieben Tage und arbeitete an keinem, (da er offenbar auf seiner Bank ein bedingungsloses Grundeinkommen hatte). Als er nach seinem Tod im Hades die Augen aufschlug, war er in Qualen.

Natürlich ist Gott nicht gegen Urlaub.
In Israel gab es Feste des Herrn, die teilweise eine Woche dauerten. Es gab das Sabbatjahr und das Jubeljahr, in denen schweißtreibende Arbeit eine untergeordnete Rolle einnahm.
Jesus selbst sagte seinen Jüngern als sie von einem Missionsreise zurückkamen, „Ruht ein wenig aus.“ (Markus 6, 31). Dann fuhr er mit ihnen über den See Genezareth, den Volksmengen davon.
Doch grundsätzlich gilt, was Paulus unmissverständlich und deutlich zu den Thessalonichern sagte:

„Wenn jemand nicht arbeiten will, soll er auch nicht essen.
Denn wir hören, daß einige unter euch unordentlich wandeln, indem sie nicht arbeiten, sondern unnütze Dinge treiben. Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie im Herrn Jesus Christus, daß sie in Stille arbeiten und ihr eigenes Brot essen.“ (2 Thessalonicher 3, 11-12).

Nichts schmeckt so gut wie rechtschaffen selbstverdientes Brot.