Dienstag, 25. Juli 2017

Zur Erhörung durchdringen

„Sei mir gnädig, o Gott, sei mir gnädig!“
Psalm 57, 2.

Psalm 57 entstand als der unschuldige David vor dem mörderischen König Saul in die Höhle flüchtete. Dort saß er dann und jammerte. Der Psalm ist ein Gebet. In den ersten sieben Versen kann man die Verwirrung Davids nachfühlen, der gar nicht wusste, was da über ihn hereingebrochen war. Er bittet um Gottes Hilfe, denn er glaubt, dass Gott gut ist. Er tut sich leid, er beschreibt die Schrecklichkeit seiner Verfolger. Gott möge doch bitte etwas tun. In allen sieben Versen merkt man: Diese Seele hat keinen Frieden.
Und dann plötzlich passiert's.
„Gefestigt ist mein Herz, o Gott, gefestigt ist mein Herz! Ich will singen und spielen.“ (Vers 8).
David ist im Herzen zum Frieden durchgedrungen. Es war nicht so, dass Gott durch eine Schriftstelle oder durch ein Wort der Weissagung zu ihm geredet hätte. Stattdessen erfüllte ihn plötzlich—bei unveränderter Außensituation—ein großer Friede, der alle Sorgen überstieg und ihn zum Lobpreis anstiftete. Der Druck war weg.

Wenn du betest, dann kann es dir genauso gehen: Die Sorgen sind groß und die Bibel spricht nicht zu dir, denn um die vernünftig zu lesen bist du viel zu aufgeregt. Prophet ist auch gerade keiner in der Nähe und eine Auslegung für dein Sprachengebet hast du auch nicht.
Was tun?
Bleib dran und glaube, dass Gott sich deiner Situation annimmt. Er ist ein Erlöser und kann sich selbst nicht verleugnen. Bewege dein Problem vor Gott, bis plötzlich der Friede bei dir einzieht.
Dieser innere Frieden ist auch ein Reden Gottes.
Wenn du den hast, wird alles gut.

"Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus." (Philipper 4, 6-7).

Samstag, 22. Juli 2017

Homo sapiens im Zoo von Kopenhagen

„Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“
1 Mose 1, 27.

Der Mensch als Produkt der Evolution ist nur ein Tier, nicht wahr? (Hihi). So lag es nahe, dass der Zoo von Kopenhagen auch einmal einen Käfig mit einem Paar der Gattung Homo sapiens ausstellte. Haben die tatsächlich gemacht. 1996. „Wir sind alle Primaten,“ sagte der nüchterne und ernsthafte Pressesprecher des Zoos.
Und da hat er natürlich vollkommen recht.
Doch während sich die haarigeren Primaten den Pelz lausten, von Ast zu Ast schwangen oder einfach nur glotzten, haben die beiden Homo sapiens-Käfiginsassen (Henrik Lehmann und Malene Botoft) an einem Motorrad gewerkelt, ihre E-Mails gecheckt, Faxe hin- und hergeschickt, Bücher gelesen und die Klimaanlage bedient, wenn es ihnen einmal zu kühl wurde.
Der Zoo hatte ein Problem.
Gesetze, die noch aus der Zeit des „überwundenen“ biblischen Menschenbildes stammten, verlangten, dass fundamentale Rechte dieser Homo sapiens-Primaten berücksichtigt werden. Zum Beispiel das Recht auf Freiheit. Der Zoo musste ihnen also erlauben, ihren Käfig zu verlassen, wenn die beiden abends mal zum Essen gehen wollten. Der Zoo musste sie auch dafür bezahlen, sich in diesen bescheuerten Käfig zu setzen und angaffen zu lassen.
Trotz ihrer umfassenden Du-bist-nur-ein-Tier-Gehirnwäsche weigerten sich die beiden standhaft, sich wie Tiere zu verhalten. Sie verzichten darauf, ihre Notdurft unter den Augen ihrer Beobachter zu verrichten. Intimes Verhalten haben sie auch nicht vorgezeigt. Vielmehr behaupteten sie, „Das ist nicht interessant.“
Wie wahr.
Wobei Tiere da überhaupt kein Problem haben.
Nach ein paar Wochen haben beide Homo sapiens ihr Affenhaus verlassen. Das Experiment wurde abgeblasen, es verletzte ihre Menschenwürde.
Woher genau kommt die noch mal?
Ach ja!
Der Mensch ist in Gottes Ebenbild geschaffen.
Intuitiv erfassen das sogar Denker, die den Menschen radikal aufs Biologische reduzieren. Sie können die Besonderheit des Menschen nicht begründen, doch sie existiert nun mal. Nur knallharte Ideologen können das verleugnen.
Du bist kein Tier.
Du bist Gottes Geschöpf.
Er hat einen guten Plan mit deinem Leben.
Lass dich darauf ein, lade Gott in dein Leben ein. Sag ihm: „Komm.“

„Ich preise dich darüber, daß ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt es sehr wohl. Nicht verborgen war mein Gebein vor dir, als ich gemacht wurde im Verborgenen, gewoben in den Tiefen der Erde. Meine Urform sahen deine Augen. Und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die gebildet wurden, als noch keiner von ihnen da war.“
Psalm 139, 14-16.

Dienstag, 18. Juli 2017

Adam und EfA

„Da brachte man die goldenen Gefäße, die man aus dem Tempel des Hauses Gottes in Jerusalem weggenommen hatte. Und der König und seine Gewaltigen, seine Frauen und seine Nebenfrauen tranken daraus. Sie tranken Wein und rühmten die Götter aus Gold und Silber, aus Bronze, Eisen, Holz und Stein.“
Daniel 5, 3-4.

„Pastor, was denkst du über die Ehe für alle?“

Einfach so herzugehen und einen 6000 Jahre alten Begriff mal eben im Hauruckverfahren umzudeuten, ist schon dreist.
Es stimmt schon.
Wenn Gott als Zentrum abgeschafft ist, dann verliert man bald auch die Form und landet im Chaos. Hamburg (G 20-Chaos) ist ein weiteres Symptom für diese moderne Innenbefindlichkeit.
Gott hat die Ehe gestiftet.
Ignoriert der Mensch die Bibel, dann hat er Schwierigkeiten, Ehe und Familie überhaupt zu definieren. Über die Sozialgesetzgebung erfindet er dann hilflose Ersatzbegriffe wie „Bedarfsgemeinschaft.“
Die Ehe ist ein Blutbund und symbolisiert das Verhältnis, das Gott gern zum Menschen hätte. (Dazu hat er erst einen alten und dann einen neuen Bund mit ihnen geschlossen). Die Ehe ist nämlich nicht nur ein sozialer Kontrakt. Ihr wohnt eine metaphysische Dimension inne.
Insofern ist die Ehe ein goldenes Gefäß aus dem Tempel Gottes, wenn man so will.
Wenn man nun hergeht und dieses goldene Gefäß mit etwas füllt, das da nicht hineingehört, dann handelt man wie seinerzeit Belsazar in Babylon, als der aus den goldenen Gefäßen des Tempels Gottes in Jerusalem Wein soff und seine Götzen pries. (Ob er auch ein Tischfeuerwerk gezündet hat ist nicht überliefert).
Das ging damals nicht so gut aus.
Ein Menetekel erschien an der Wand und machte dem unwürdigen König klar, dass er gewogen und für zu leicht befunden worden war. Belsazar verschwand noch in jener Nacht im Orkus der Geschichte und das Königreich ging kurz darauf kampflos an die Moha Meder und Perser über.

Es existiert online ein Petitionsanliegen, mit dem der Freistaat Bayern bewegt werden soll, eine Verfassungsklage gegen diesen Wahnwitz einzureichen. Hier der Link:

Entweder bauen wir auf das Wort Gottes. Dann ist es ein festes Fundament.
Oder wir verwerfen es. Dann zerschellen wir daran.
Wie Belsazar.

„Alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt, und die Blume ist abgefallen, aber das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit.“ (1 Petrus 1, 24-25).

Sonntag, 16. Juli 2017

Gebete der Kraft (in PDF-Form)

"Betet unablässig!"
1 Thessalonicher 5, 17.

Wie soll das gehen?
Da hilft nur das Sprachengebet.
Doch wenn man das (noch) nicht hat?
Dann gestaltet sich das schwierig.
Doch es gibt Hilfe:
Paulus hat selbst inspiriert im Verstand gebetet. Seine Gebete stehen in seinen Briefen. Der sagt da Dinge, die einem gar nicht in den Sinn kommen, die man nie betet, wenn man auf sich selbst zurückgeworfen ist. Ich habe deshalb einige seiner Gebete mal aufgeschrieben und erklärt. Diese PDF-Broschüre kann man sich hier runterladen:
Sehr hilfreich, wenn man effektiv (erst recht für andere) beten möchte.

Freitag, 14. Juli 2017

Allmacht: Kann Gott einen Berg machen, über den er nicht drüberschauen kann?

"Jesus sprach zu ihm: Wiederum steht geschrieben: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.'"
Matthäus 4, 7.

"Pastor, euer Gott ist doch allmächtig. Kann er dann einen Berg erschaffen, der so hoch ist, daß er selber nicht drüberschauen kann?"

Du möchtest nicht über Gott nachdenken müssen, obwohl dich der Gedanke an ihn verfolgt.
Das ist so, weil Gott an dir arbeitet.
Sein Geist erinnert dich daran, daß den Leben irgendwann ein Ende hat. Was kommt danach? Für eine Person, die in ihren Sünden in die Ewigkeit geht, (und die ist lang), schaut's da nicht so gut aus.
Deswegen ist Jesus gekommen.
Der Berg namens Tod schien größer zu sein als Jesus. Denn Jesus starb. Doch unsere Kategorien von "unmöglich" und "paradox" sind auf unser Denksystem begrenzt und Gott ist größer als unsere Fähigkeit, Schlüsse zu ziehen.
Jesus überwand den Tod und stand von den Toten auf. Dies haben hunderte seiner Zeitgenossen, die ihn persönlich sahen, bestätigt. Einmal erschien er sogar 500 auf einmal. (1 Korinther 15, 6). Die haben nicht alle halluziniert.
Außerdem haben Millionen von Menschen das Wirken seines Geistes erlebt und leben heute in einer lebendigen Beziehung zu ihm.
Jesus rettet.
Dich.
Dir mag das nicht bewußt sein, doch du brauchst ihn. Du solltest ihn mal ansprechen und am besten in den Leben einladen. Er befreit von problematischen Problemen und verändert einen dauerhaft, (wenn man ihn läßt).

Um deine Frage zu beantworten:
Einen solchen Berg gibt es nicht. Genauso wie es kein schwarzes Haar gibt, das blond ist. Oder einen Montag, der gleichzeitig ein Mittwoch ist. Eine grüne Wiese kann nicht gleichzeitig blau sein. Ein Berg kann nicht größer als Gott sein. Wer solche Gedanken spinnt, betreibt Sophisterei und vermeidet das Eigentliche: Sich mit dem Thema Gott intelligent auseinanderzusetzen.

"Und er hat aus einem jede Nation der Menschen gemacht, daß sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, wobei er festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt hat, daß sie Gott suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns." (Apostelgeschichte 17, 26-27).

Dienstag, 11. Juli 2017

Vishal Mangalwadi und die Bibel

„Da ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittenheit, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen.“
Kolosser 3, 11.

Heute nachmittag traf sich ein kleiner Kreis von örtlichen Pfarrern, Pastoren und Gemeindemitarbeitern, um sich auszutauschen und Pläne zu schmieden.
Ein einflussreicher Pfarrer i.R. brachte einen indischen Christen und Philosophen namens Vishal Mangalwadi ins Gespräch. Dieser habe ein Buch namens „Das Buch der Mitte“ geschrieben, indem er als Nichteuropäer kühn und mutig aufzeigt, wie die Bibel den Westen und durch den Westen den Rest der Welt zivilisatorisch voranbrachte.
Er leuchtet den Europäern heim. (Und den Amis).
Menschenrechte, Theologie, Technik und Kunst, auch die Herrschaft des Rechts und die Entwicklung der Demokratie sind ohne die Bibel undenkbar. Sagt ein Inder, dem man aufgrund seiner Herkunft schon mal keinen weißen Rassismus oder Kultursnobismus unterstellen kann, (was besonders bunte Bewegungen bekanntlich gern tun). Ich werde mir dieses Buch jetzt mal zulegen und lesen.
Vielleicht kommt der Herr ja mal zu uns. Wir schauen, wie wir das bewerkstelligen.

Sonntag, 9. Juli 2017

Evangelist Dieter Weidensdörfer sprach heute im CGZ

"Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi."
Epheser 4, 11-12.

 Im Mai fuhr eine Gruppe von Israelfreunden ins Heilige Land, wo ich u.a. Evangelist Dieter Weidensdörfer aus Sachsen kennengelernt habe. Als evangelisch-freikirchlicher Ostdeutscher gehört Dieter einer anderen Generation und einer anderen Gemeindekultur als der unseren an. Die Gruppe traf sich heute noch mal privat und Dieter und seine Frau waren auch da, selbst seine Tochter aus Oranienburg samt Mann. Zuvor besuchten sie den Gottesdienst und was liegt da näher, als einem erfahrenen Senior-Evangelisten die Kanzel anzubieten?
So kam es, daß Dieter Weidensdörfer, der viele Jahre beim bekannten Missionswerk Werner Heukelbach mitarbeitete, heute im CGZ die Predigt hielt. Sie ist diese Woche auf der Homepage zu hören. Es ist ein gutes Wort.

Lieber Dieter, danke für dein Wort der Ermutigung und Ermahnung. Dir und deiner Familie Gottes Segen.

Freitag, 7. Juli 2017

Hamburg: "Welcome to hell"?

„Dies ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, daß er komme, und jetzt ist er schon in der Welt.“
1 Johannes 4, 3.

Heute beginnt in Hamburg der G 20-Gipfel, an dem sich die Mächtigen der Welt ein Stelldichein geben, ein wenig plaudern und Fotos für die Weltpresse inszenieren. Die eigentliche Arbeit wurde von den Mitarbeitern in der zweiten Reihe längst erledigt. Die Chefs unterschreiben nur noch (Absichtserklärungen), umschmeicheln sich, zoffen sich und machen, im Falle Trumps, Reality-TV.

Parallel dazu versammelt sich anlässlich solcher Gipfeltreffen stets eine große Anzahl von Protestlern. Manche sind harmlos und bringen ihre Anliegen in gesitteter Form vor. Andere jedoch sind ausgemachte Krawallmeier, die nichts wollen als Randale. Diesen Impetus behängen sie zur Tarnung mit hochmoralischen Argumenten. Keiner von denen sagt, „Ich mach einfach gerne Sachen kaputt—vor allem teure, die mir nicht gehören, weil ich so gern böse bin.“ Vielmehr geht es diesen Zündlern vorgeblich um nicht weniger als Weltfrieden, Toleranz, sauberes Trinkwasser, Sozialismus, Eierkuchen für alle und dergleichen mehr. „Gerechtigkeit!“ ist die Allroundkeule schlechthin.
Doch wenn man seine Protestveranstaltung „Welcome to hell“ nennt, dann lässt man sich schon sehr in die Karten schauen. Die wollen bürgerkriegsähnliche Zustände. Wir nicht.

Jeremia sagte den Juden in Babylon einst: „Und sucht den Frieden der Stadt, in die ich euch gefangen weggeführt habe, und betet für sie zum HERRN! Denn in ihrem Frieden werdet ihr Frieden haben.“ (Jeremia 29, 7).

Wie wär's: Bet mal eine Minute für Hamburg heute.
(Immerhin sind das nur ein paar tausend primitiv bewaffnete Linksradikale, keine AK-schwingenden Dschihadis mit Sprengstoffgürteln. Schwacher Trost für die verletzten Polizisten, ich weiß).

Mittwoch, 5. Juli 2017

Dem Herrn den Weg bereiten

„Eine Stimme ruft in der Wüste: Räumt auf den Weg des HERRN! Ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!“
Jesaja 40, 3.

Neulich kam ich um 11:00 Uhr abends von einem Spaziergang mit meinem neuen Fernglas heim, als ich auf einer wilden Wiese ein Phänomen beobachtete: Eine Anzahl leuchtender Punkte irrlichterte durch das lange Gras: Glühwürmchen!
Bei uns!
In Amerika heißen die Dinger lightning bugs, denn sie blitzen für etwa eine Sekunde spektakulär auf und verlöschen dann wieder. Das tun sie den ganzen Abend. Doch was ich auf dieser deutschen Wiese sah, leuchtete weniger stark, dafür aber im Dauerbetrieb.
Ich dachte mir: Leuchtkäfer!
Wo kommen die her?
Wo gehen die hin?
Warum gibt's die nur ein paar Tage im Jahr? Was machen die den Rest der Zeit? Im Winter glühen bekanntlich keine Glühwürmchen. Die tun das nur um den Johannistag herum, also zur Zeit der hellsten Tage.
Nun weiß ich: Drei Jahre lang sind diese Tierchen Larven, die sich von Schnecken ernähren. Wenn die die Umstände endlich passen, verwandeln sie sich in Glühwürmchen und leuchten, um Partner anzulocken. (Wie könnte es anders sein). Dann paaren sie sich, legen Eier und gehen ein.
(Der biolumineszente Stoff, der die Hinterkörper zum Glühen bringt, (Wirkungsgrad 95 %!), heißt übrigens Luziferin). (Kein Grund zur Panik: Luzifer ist lediglich das lateinische Wort für Lichtträger).
Die Leuchtkäfer der nächsten Jahre sind unter uns. Nur eben in Larvengestalt und nicht voll entwickelt.

Johannes der Täufer sagte: „Mitten unter euch steht, den ihr nicht kennt... aber damit er Israel offenbar werde, deswegen bin ich gekommen, mit Wasser zu taufen.“ (Johannes 1, 26 + 31).
Der Christus lebte da bereits seit 30 Jahren unter den Menschen Israels, ohne dass er bisher offenbar geworden wäre.
Johannes war gekommen, um die Wege in den Herzen der Menschen für den Herrn vorzubereiten.
Als die Menschen sich abwandten von ihren Sünden und hinwendeten zu Gott, wurde der Messias offenbar und begann sein segensreiches Wirken in ihrer Mitte.
Auch in unserer Mitte heute gibt es geistliche Dienste, die (noch) nicht in Vollmacht unterwegs sind, weil die Leute vollauf mit ihrem Alltag beschäftigt sind und keinen Bedarf sehen: Läuft doch auch ohne Gott ganz gut. Eine breite Hinwendung zu Gott könnte jedoch vollmächtige Prediger erwecken und für viele Menschen zu einem ganz neuen, viel besseren, weniger depressiven, weniger einsamen Leben führen.
Manchmal wartet Gott auf uns.

„Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr von geteilter Seele.“ (Jakobus 4, 8). Dh, wenn ihr an ihn glaubt, dann lebt auch so, dass man das merkt.
Sei mal absichtlich freundlich (ohne Hintergedanken).
Ätz mal nicht, wenn der Ätzgeist über dich kommt und du dringend ätzen willst.
Sei mal einen Tag lang ehrlich.
Und plötzlich bricht der Segen Gottes bei dir aus. Könnte dich verblüffen.

Freitag, 30. Juni 2017

Klare Sicht

„Wir sehen jetzt mittels eines Spiegels, undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht.“
1 Korinther 13, 12.

Es gibt Ferngläser für 20 € und es gibt Ferngläser für 2000 €. Ich habe mich immer gefragt, worin denn der Unterschied besteht, der diese Preisdifferenz rechtfertigt. Beide schauen gleich aus, leiten Licht durch Linsen und holen her, was in der Ferne liegt. Was macht den Unterschied?
Es ist das Glas.
Je teurer ein Fernglas ist, desto reiner ist das Glas aus dem seine Optik gefertigt ist. Je reiner das Glas, desto lichtdurchlässiger ist es. Desto klarer ist das Bild vor Augen. Eine Offenbarung. Ein völlig neues Seherlebnis. Atemberaubend. Mondnächte sehen dadurch aus wie bewölkte Nachmittage. Wo man mit dem nackten Auge nichts mehr sieht, erkennt man durch so ein Glas alles noch richtig gut, fast als ob ein Restlichtverstärker eingebaut wäre.
Ich habe nämlich neulich Gläser verglichen.
Und ein neues gekauft. (Allerdings bei weitem kein so teures).
Hochreines Glas ist schwer herzustellen und deshalb so teuer.

Paulus sagt, wenn wir die Bibel lesen, dann sehen wir Jesus, aber undeutlich. Uns sind seine Worte überliefert, aber nicht seine Stimme, seine Tonlage, sein Ausdruck beim reden. Das Glas, durch das wir ihn betrachten, ist relativ dunkel.
Wie kriegen wir es heller?
Zum Beispiel so:
Paulus betet für die Epheser und sagt, „daß der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst.“ (Epheser 1, 17).
Der Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis Gottes hilft uns, das Gelesene richtig zu verstehen. Unsere Gotteserkenntnis wächst und wir sehen deutlicher.
Er fährt fort:
„Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wißt, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und was die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke.“ (Verse 18 und 19).
Wer so betet, sieht bald schärfer.
Mach's dir zur Gewohnheit.

Während heute in Berlin auf der Titanic, pardon, im Bundestag, die Ehe verabschiedet wurde—bzw. das Gesetz über die Ehe für alle—goss es in Strömen. Die Wassermassen drückten Gullideckel weg und der Inhalt der Kanalisation ergoss sich auf die Straßen. Mancherorts soll's richtig stinken. Im Hohen Haus regnet es währenddessen Konfetti.
Der Damm ist gebrochen, Leute.
Als nächstes wird das Sorgerecht geändert: Dann hat ein Kind bis zu vier Eltern. Wetten das kommt? Wie sagen die Philosophen von Toyota? Nichts ist unmöglich. Nicht mehr.
In der Tat.
Und wie ist mir das Herz so schwer.

Paulus ermahnte die Christen seiner Tage:
„Dies nun sage und bezeuge ich im Herrn, daß ihr nicht mehr wandeln sollt, wie auch die Nationen wandeln, in Nichtigkeit ihres Sinnes; sie sind verfinstert am Verstand, fremd dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verstockung ihres Herzens;
sie, die abgestumpft sind, haben sich selbst der Ausschweifung hingegeben, zum Ausüben jeder Unreinheit mit Gier. Ihr aber habt den Christus nicht so kennengelernt.“ (Epheser 4, 17-20).

Mögen andere Gott mit Füßen treten, wir machen nicht mit.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Noch 'ne Wende: Slouching towards Gomorrah

„Dein Herz eifere nicht gegen die Sünder, sondern um die Furcht des HERRN jeden Tag.“
Sprüche 23, 17.

Nach der Energiewende, der Mautwende, der Griechenlandschuldenfinanzierungswende und der Bevölkerungswende hat die Frau Bundeskanzler nun die Ehewende vollzogen.
Noch diese Woche wird der Bundestag die Ehe abschaffen.
So sagen die das natürlich nicht. Die nennen das die Einführung der Ehe für alle. Die Verbindung von XX- und YY-Paaren soll vollumfänglich der Ehe gleichgestellt werden. Die Opposition tobt vor Freude, der Bär tanzt. Und ich kratze mich am Kopf. Ich glaube nämlich nicht, dass dies bereits das Ende der Fahnenstange ist. Bald wird es Verbindungen von dreien oder vieren geben, die für sich beanspruchen, eine Ehe zu führen. Da ist das Chaos vorprogrammiert.
Denn mit welchen Gründen will man denen das verbieten, nachdem der Damm einmal gebrochen ist? Wer legt fest, was eine Ehe ist?
In einer glaubenslosen Gesellschaft sind das dann die Lobbys.
Erfolgsberauschte Interessengruppen werden Politiker vor sich hertreiben, bis noch die letzte Perversion legitimiert ist und nimmermehr kritisiert werden darf.
Wer Gott verwirft, der landet früher oder später bei dieser Denke.
Gott helfe uns und unseren Kindern.

Ich sag's noch mal wie's ist:
Die Ehe ist eine 6000 Jahre alte von Gott gestiftete Institution. Die kann man nicht abschaffen oder umdefinieren, das ist unaufrichtig. Sogar das manchmal seltsame Entscheidungen treffende Bundesverfassungsgericht hat noch 2002 klargestellt, die Ehe sei eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Der Bundestag torpediert diese Woche also die Verfassung samt der Rechtsprechung des Verfassungsgerichts. Er ist offen für alles.
Doch wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht.
Es geht nicht um die Öffnung der Ehe für alle, es geht in Wirklichkeit um die Dekonstruktion der Institution Ehe. So blöd können die im Bundestag gar nicht sein, dass sie das nicht wissen. Warum machen die das?
Das Parlament sollte bedenken, dass diese Politik in Gomorrah kläglich gescheitert ist.
Die Ehe für alle wird (hoffentlich) vor dem Verfassungsgericht scheitern.

Menschen, die mit speziellen geschlechtlichen Anfechtungen kämpfen und sie loshaben möchten, denen sei versichert, dass es Hilfe für sie gibt. Jesus ist ein Erlöser. Er ist nicht gekommen um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten, bevor es zu spät ist. Der hilfreiche Verein Wüstenstrom e.V. sei hier erwähnt.

„Wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben.
Und das sind manche von euch gewesen. Aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“ (1 Korinther 6, 9-11).

Samstag, 24. Juni 2017

Leidest du, lustloses Genie?

„Zeigst du dich mutlos am Tag der Knappheit, ist auch deine Kraft knapp.“
Sprüche 24, 10.

Motivation ist unverzichtbar für den Erfolg.
Motivation ist den Fähigkeiten und Talenten vorgeschaltet, denn Fähigkeiten und Talente bewirken rein gar nichts, wenn man nicht motiviert ist, sie auch zu benutzen. Motivation ist daher genauso wichtig wie Talent. Der Motivationslose könnte genauso gut auch talentlos sein, es kommt am Ende aufs selbe raus.
Die schönste Stange Dynamit bewegt den Berg nicht, wenn der zündende Funke der Motivation fehlt. Das Dynamit könnte genauso gut gar nicht existieren: Das Resultat wäre dasselbe.
Wer sich für superbegabt hält, aber seine Begabung nie durch Taten demonstriert, der ist es in Wirklichkeit gar nicht. Denn im biblischen Sinn Superbegabte sind auch motiviert. („Der Eifer um dein Haus verzehrt mich.“ Johannes 2, 17). Der Motivationsfunke ist unverzichtbarer Teil der Superbegabung.

Hand in Hand mit der Motivation geht der Fleiß. Wobei nicht sicher ist, wer nun wessen Kind ist: Die Motivation das Kind des Fleißes. Oder der Fleiß das Kind der Motivation.

Eines steht jedoch fest: Der Fleißige, der seine bescheidenen Gaben beständig einsetzt, ist dem unmotivierten, kapriziösen Genie haushoch überlegen.
Die Frage ist nun: Wie motiviere ich mich?
Das wird nicht ohne Gewalt abgehen, Gewalt im Sinne von Fleisch kreuzigen. Ich muss meinem unmotivierten Ego befehlen, sich nun hinzusetzen und die Aufgabe in Angriff zu nehmen. Ist diese innere Unbeweglichkeit erst einmal überwunden, kommt der Spaß an der Aufgabe ganz von selbst. (Die Motivation wäre demnach das Kind des Fleißes).

„Den Faulen fehlt es an Besitz, die Fleißigen aber erlangen Reichtum.“ (Sprüche 11, 16).

Montag, 19. Juni 2017

RIP, alle 3

„In deiner Hand sind meine Zeiten.“
Psalm 31, 16.

Am vorletzten Sonntag hat sich Erwin H. mit seiner Frau für den Gottesdienstbesuch bereitgemacht, als er plötzlich zusammensackte und heimging zum Herrn, seinem eigentlichen Pastor in der großen Gemeinde im Himmel. Der Gottesdienst begann für ihn an diesem Sonntag vor 10:30 Uhr.
Erwin fand 2006 zu Gott, als er erstmals ins CGZ kam. Seitdem wollte er keinen sonntäglichen Gottesdienst mehr versäumen. Er hatte zuletzt gesundheitliche Probleme und wurde fast 66 Jahre alt. Er war ein Original und wir werden ihn vermissen.
Beisetzung ist morgen um 14:00 Uhr im Hauptfriedhof in Schweinfurt.

Außerdem ging letzte Woche Hermine S., die regelmäßig an den Montagsgebetstreffen teilnahm, heim zum Herrn. Die Mutter von Chr. und D. wurde 77. Ihre Beisetzung findet am Freitag statt, auch um 14:00 Uhr, auf dem evangelischen Friedhof in Obereisenheim.

Den Hinterbliebenen unser herzliches Beileid. Es ist jedoch wunderbar zu wissen, dass beide, Erwin wie Hermine, mit Jesus gelebt haben und nun bei ihm sind. Er ist die Auferstehung und das Leben.

Noch ein dritter starb letzte Woche: Helmut Kohl, der Kanzler der Einheit, ein Mann, der Höhen und Tiefen erlebt hat wie wenige neben ihm. Er war 1990 der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Möge auch er in Frieden ruhen.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Fronleichnam?

„Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.“
Johannes 6, 54.

„Pastor, heute ist Fronleichnam. Klingt spooky. Ich versteh da bloß Happy Kadaver. Um was gehts?“

Fronleichnam ist ein Feiertag zu Ehren des Heiligen Abendmahls. Die katholische Kirche installierte ihn im dreizehnten Jahrhundert aufgrund der Vision einer Nonne, die eine weiße Hostie mit einem schwarzen Fleck gesehen hatte. Der Fleck war in ihrer Interpretation das Fehlen eines Festes zu Ehren des Abendmahls im Kirchenjahr.

Beim Feiern des letzten gemeinsamen Passahmahles nahm Jesus, Gott im Fleisch, Brot und Wein und schloss mit seinen Jüngern, respektive der ganzen Menschheit, einen Neuen Bund. Davon spricht der obige Bibelvers.
Wer an Jesus glaubt und gläubig das Abendmahl nimmt, hat ewiges Leben und Jesus wird ihn auferwecken am letzten Tag.
Ich wünsche allen einen schönen Feiertag, wo er denn stattfindet. Ist ja nicht überall.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Die umstrittene Arte-Doku über Antisemitismus

„Laßt uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus.“
Epheser 4, 15.

„Pastor, diese Antisemitismus-Dokumentation, die du im letzten Post verlinkt hast, beunruhigt mich. Denn die behaupten da, die Quelle allen Antisemitismuses sei das Christentum, bzw. die Bibel, und zitieren 1 Thessalonicher 2, wo steht dass die Juden: „sowohl den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und uns verfolgt haben und Gott nicht gefallen und allen Menschen feindlich sind.“ Die Juden haben Jesus ermordet und jedes Kruzifix und jedes Marterl am Wegesrand erinnert daran, behaupten die. Außerdem ist der Verräter Judas, was ja die griechische Form von Juda ist. Wieder ist der Jude der Böse. Wie siehst du das? Sind Christen Judenhasser?“

Auch mir ist dieser Teil des Beitrags als ziemlich christenfeindlich und konstruiert aufgefallen. Denn die Leute, die ich kenne, werden beim Anblick eines Kruzifixes nicht an die Juden erinnert, sondern daran, dass Jesus für ihre Sünden gestorben ist. Sie werden nicht feindselig, sondern friedlich.

Es ist zwar eine historische Tatsache, dass die Hohenpriester und der Hohe Rat den Anstoß gegeben haben. Die Tötung des Messias war aber eine gemeinsame Anstrengung von Juden und Heiden. Denn ans Kreuz genagelt haben ihn nicht die Juden, sondern die nichtjüdischen Römer. Wer allein den Juden die Tötung des Messias zuschreibt, der springt zu kurz. Die hätten ohne Pilatus gar nichts ausgerichtet.
Außerdem:
Niemand hätte Jesus töten können, wenn er dies nicht erlaubt hätte. Er selbst sagt über sein Leben, „Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wiederzunehmen.“ (Johannes 10, 18). So sah das aus.
Als die Tempelpolizei seinerzeit nach Gethsemane kam, um Jesus zu verhaften, sprach er diese Hundertschaften an und sie wichen zurück und fielen zu Boden, niedergestreckt durch die Kraft Gottes. (Johannes 18, 6). Erst nach diesem kleinen Vollmachtserweis ging er mit ihnen und ließ sich kreuzigen.

Zurück zu 1 Thessalonicher 2, 15.
Da sagt Paulus einige unangenehme Dinge, die jedoch allesamt auf die Juden seiner Tage zutrafen. Er wusste, wovon er sprach, denn er selbst war einer der pharisäischen Hauptchristenverfolger gewesen, bevor der Herr ihn vom hohen Ross holte und zum Christen und Apostel machte.
Die Wahrheit ist wahr, auch wenn sie häßlich ist.
Die hebräische Bibel, (das Alte Testament), ist voll mit Geschichten des Versagens Israels: „Alles dies aber widerfuhr jenen als Vorbild und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns.“ (1 Korinther 10, 11). Weil wir nämlich auch nicht unbedingt besser sind.

In 1 Thessalonicher 2, 14 nennt er übrigens die Landsleute der griechischen Thessalonicher genauso schlimme Verfolger wie die Juden: „Brüder, ihr seid Nachahmer der Gemeinden Gottes geworden, die in Judäa sind in Christus Jesus, weil auch ihr dasselbe von den eigenen Landsleuten erlitten habt wie auch sie von den Juden.“
Die Juden drangsalierten ihre bekehrten Volksgenossen.
Die Griechen drangsalierten ihre bekehrten Volksgenossen.
Wo ist der Unterschied?
Ich weiß von pakistanischen Bekehrten, die von ihren Landsleuten deshalb ermordet wurden.
Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation brannten schonmal die Scheiterhaufen.
In Amerika werden Christen verklagt, wenn sie schwulen Hochzeitern keine Torten backen.
Die EU...
Paulus hetzt nicht gegen die Juden als Volk, wie er auch nicht gegen die Griechen hetzt. Er sagt lediglich die Wahrheit.
Beide, Juden wie Heiden, sind ohne Jesus verloren.
Er wollte beide für Christus gewinnen.
Und er liebte sein eigenes Volk heiß und innig, obwohl er der Apostel für die Heiden war. In Römer 9, 3 schreibt er: „Ich selbst, ich habe gewünscht, verflucht zu sein von Christus weg für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch, die Israeliten sind.“ Er hätte seine eigene Erlösung drangegeben, wenn dies bewirkt hätte, dass die Israeliten dem Neuen Bund beitreten.
Das haben sie bis heute nicht getan.
Eines Tages werden sie dies jedoch tun. Denn Sacharja sagt, „Und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint.“ (Sacharja 12, 10).
„An jenem Tag wird für das Haus David und die Bewohner von Jerusalem eine Quelle geöffnet sein gegen Sünde und gegen Befleckung.“ (Sacharja 13, 1).
Diese Quelle gegen Sünde und Befleckung hat einen Namen.
Er ist altbekannt.

„Und es ist in keinem anderen das Heil. Denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.“ (Apostelgeschichte 4, 12).

Dienstag, 13. Juni 2017

Pastor, bald ist Wahl. Wen wählen?

„Laßt uns nun prüfen, was recht ist, laßt uns untereinander erkennen, was gut ist.“
Hiob 34, 4.

„Pastor, bald ist Bundestagswahl. Hast du eine Empfehlung?“

Dies ist kein politischer Blog, sondern einer, der sich mit geistlichen Themen beschäftigt. Manchmal überschneiden sich die beiden und dann kann man drüber reden. Ich werde mich jedoch hüten, irgendeine Partei besonders zu empfehlen. Jeder muss selber schauen, was er für das kleinste Übel hält, und das dann wählen. Vollkommenheit in allen Dingen und das Einstehen für die Reine Lehre kann man von einer irdischen Politpartei nicht erwarten.

Es gibt allerdings Äußerungen von Kandidaten, die mich nachdenklich gemacht haben.
Sehr nachdenklich.
Willy Brandt ist 1970 auf die Knie gefallen, als er in Polen der toten Juden Europas gedachte. Eine noble Geste, die von vielen Deutschen nicht goutiert wurde. Die Kritik an ihr war laut und deutlich vernehmbar.
Letztes Jahr jedoch, als Martin Schulz noch Präsident des Europaparlaments war, sprach dort Mahmud Abbas, der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde. Der behauptete, „Eine Gruppe von Rabbinern in Israel hat ihre Regierung klar, sehr klar dazu aufgefordert, das Wasser der Palästinenser zu vergiften.“
Der Mann fantasierte von jüdischen Brunnenvergiftern, wie wir sie nur mehr aus dem Mittelalter kennen. Wies ihn das Europaparlament zurecht? Wurde der Unsinn korrigiert?
Im Gegenteil. Die Zuhörer klatschten und einer twitterte, „Inspiring.“
Das war Martin Schulz.
Was hat den Mann geritten?
Letzten Monat stand Bundespräsident Steinmeier am Grab Yasser Arafats und legte dort einen Kranz nieder. Man übertreibt nicht, wenn man sagt, Arafat war der Erfinder des modernen Terrorismus. Überall wo er auftauchte stiftete er Chaos. Sein erklärtes Ziel war die Auslöschung Israels. Und als er Anfang der Siebziger versuchte, Jordanien zu übernehmen, erteilten ihm die Beduinenkrieger König Husseins eine blutige Lehre. Mehr als 10.000 Menschen starben damals.
Wofür hat Steinmeier diesen Kranz niedergelegt?
Die Judenvernichtungsfantasien Arafats kann er nicht teilen. (Hoffe ich).
War der Kranz für München '72?
Abu Daud, ein Kumpel Arafats, sorgte damals bei den Olympischen Spielen in München für tote jüdische Sportler und tote deutsche Polizisten.
War der Kranz für die Entführung der Landshut? Vier palästinensische Terroristen brachten die Lufthansa-Maschine selbigen Namens 1977 in ihre Gewalt. Der Pilot starb damals, sowie drei der vier Terroristen.
Ich verstehe Steinmeier nicht.
Ich verstehe auch Sigmar Gabriel nicht.
Der besuchte vor einigen Monaten Hebron und schrieb dann auf Facebook über Israel: „Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.“
Spinnen die?
In der FAZ habe ich gelesen, dass Arte und WDR eine Dokumentation über Antisemitismus in Europa in Auftrag gegeben hatten, nun aber zu feige sind, die auch zu senden, (meine Schlussfolgerung). Weil sie politisch nicht genehm ist. Allerdings ist sie mittlerweile auf Youtube gelandet. Man kann sie sich hier anschauen: Antisemitismus-Doku.

„Warum richtet ihr aber auch von euch selbst aus nicht, was recht ist?“ (Lukas 12, 57).

Dienstag, 6. Juni 2017

Zerteilte Feuerzungen?

„Und als der Tag des Pfingstfestes erfüllt war, waren sie alle an einem Ort beisammen.
Und plötzlich geschah aus dem Himmel ein Brausen, als führe ein gewaltiger Wind daher, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen.
Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen. Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“
Apostelgeschichte 2, 1-4.

„Pastor, die christliche Gemeinde ist der Tempel Gottes, alles klar. Im Tempel wurden Tiere geopfert, indem sie verbrannt wurden. An Pfingsten entstand die Gemeinde. Du sagst die Jünger wären an Pfingsten selber das Opfer gewesen, weshalb Gott Feuerzungen auf sie gesetzt hat. Inwiefern waren die Opfer? Kannst du das erklären? Und warum waren die Zungen zerteilt?“

Ihre Hingabe an den Herrn hat sie zu „Opfern“ gemacht. Sie haben mit ihrem Leib keine sündhaften Taten, sondern gute Werke getan und ihn so als „lebendiges Opfer“ dem Herrn zur Verfügung gestellt. (Römer 12, 1).

Und sie fingen an, in anderen Sprachen zu reden.
Die Zunge ist ein Symbol für die Sprache.
Zerteilt waren diese Zungen, um anzudeuten, dass es sich beim Sprachengebet um verschiedene Sprachen handelt.
Wer in Sprachen betet, stellt sich dadurch Gott zur Verfügung. Denn er betet zwar Gottes vollkommenen Willen und trägt so zum Bau von Gottes Reich bei, hat aber primär nichts davon, da er ja nicht versteht, was er sagt. Zeit, die ich in Sprachen bete, opfere ich dem Herrn. So ist es nur folgerichtig, dass es zerteilte Zungen von Feuer waren, die sich auf das Opfer, die Jünger, gesetzt haben: Wer in Sprachen betet, bringt Gott ein Opfer dar.

"Ich möchte aber, daß ihr alle in Sprachen redet." (1 Korinther 14, 5).
"Ich rede mehr in Sprachen als ihr alle." (1 Korinther 14, 18).

Montag, 5. Juni 2017

Pfingsten? Zungen? Feuer?

„Und als der Tag des Pfingstfestes erfüllt war, waren sie alle an einem Ort beisammen.
Und plötzlich geschah aus dem Himmel ein Brausen, als führe ein gewaltiger Wind daher, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen.
Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen. Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“
Apostelgeschichte 2, 1-4.

Neulich war ich im Abendmahlssaal/Pfingstsaal in Jerusalem. Das ist zwar nicht der Originalsaal, denn die Römer zerstörten die Stadt ja bekanntlich so vollkommen, dass man hinterher einen Pflug über die Fläche der Stadt ziehen konnte. doch in diesem neuen Saal herrscht trotzdem eine besinnliche Atmosphäre. Für 120 Personen ist er aber fast zu klein, und so viele waren damals ja da.

Pfingsten fand 50 Tage nach Ostern, bzw. der Auferstehung, Jesu statt.
40 Tage lang war der auferstandene Oberhirte seiner kleinen Herde erschienen und hatte sie persönlich geschult. Er eröffnete ihnen das Verständnis der Schriften, etwa auf der Straße nach Emmaus, und gab ihnen noch viele weitere sichere Beweise seiner quicklebendigen postmortalen Existenz. Er aß und trank mit ihnen und beantwortete viele ihrer Fragen.
Zum Schluss wurde er demonstrativ vor ihren Augen entrückt und alle kapierten, seine regelmäßigen Besuche waren nun zu Ende. Nun war es an der Zeit für ihn, in seine Herrlichkeit zurückzukehren und sich dauerhaft zur Rechten des Vaters niederzulassen. Nun war es an ihnen, als Hirten sein Werk fortzuführen. Sie sollten jedoch in Jerusalem warten, bis Kraft aus der Höhe über sie gekommen war.
10 Tage darauf geschah es.
Der Tag des Pfingstfestes erfüllte sich und der Heilige Geist wurde ausgegossen.
Die Gemeinde Christi wurde geboren.
Die 120 Versammelten begannen in Menschen- und Engelszungen zu sprechen und Feuerzungen setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen.
Feuerzungen?
Warum das?
Nun, die Gemeinde Christi ist der Tempel Gottes. Als Salomo in 2 Chronik 7 seinen Tempel einweihte, lag ein Opfer auf dem großen Altar, und nachdem der König sein Gebet beendet hatte, fiel Feuer vom Himmel und verzehrte dieses Opfer.
Gott nahm dieses Opfer an.
An Pfingsten waren die Jünger selbst das Opfer. Sie brachten ihre „Leiber als lebendige, heilige, Gott wohlgefällige Opfer dar.“ (Römer 12, 1). Sie hatten mit ihren Sünden gebrochen und Jesus zum Herrn ihres Lebens gemacht. Und nun nahm Gott ihr Opfer an, indem er Feuerflammen darauf setzte, wie er dies bei der Einweihung des steinernen Tempels auch getan hatte.
Von diesen 120 wurde die ganze Welt evangelisiert.
Heutzutage zählen sich nominell mehr als zwei Milliarden Menschen zum Christentum. Die Christenheit ist größer als alle anderen Religionsgruppen der Erde.
Die größte Gruppe unter den Christen sind nach wie vor die Katholiken. Doch gleich an zweiter Stelle kommen die evangelischen Charismatiker/Pfingstler, zu denen wir uns zählen. Es gibt von uns mehr als 600 Millionen. 25 % aller Christen der Welt glauben so wie wir. Ja, jeder achte Erdenbürger ist mittlerweile ein geisterfüllter, in Sprachen redender Christ.
Und wir werden täglich mehr.

Samstag, 3. Juni 2017

Alle Vögel singen in Dur

„Die Junglöwen brüllen nach Raub, sie fordern von Gott ihre Speise.“
Psalm 104, 21.

In einem Busch nahe bei unserem Haus hat ein Vogelpaar ein Nest gebaut, so niedrig, dass man bequem hineinschauen kann.
Letzte Woche lagen blaue Eier darin, dann blinde und nackte Junge mit riesigen Schnäbeln. Gestern schauten sie mich bereits mit schwarzen Augen an. Erste Federn waren ihnen auch gewachsen. Die Schnäbel waren immer noch riesig.
Heute ist das Nest leer—bis auf ein nicht genau definierbares Körperteil. Eine Klaue oder ein Stück Schnabel.
Vermutlich war es eine Elster oder ein Eichelhäher.
Vielleicht auch ein Marder oder ein Eichhörnchen (jaha, auch diese putzigen Gesellen fressen Gelege).
Oder eine Krähe.
Oder eine Katze.
Iltisse klettern nicht, sonst hätte sie einer von denen gefressen haben können.
Ein Wiesel vielleicht? Gar ein Mauswiesel, das kleinste Landraubtier der Welt?
Waschbären habe ich zwar auch schon gesehen, ich denke aber nicht, dass es einer von denen war. Habicht, Eule oder Kauz werdens wohl auch nicht gewesen sein.
Bei den vielen Fressfeinden ist es direkt ein Wunder, dass überhaupt noch Vögel hochkommen. Doch das tun sie.
Das Amselpaar hopst weiter in unserem Garten herum—und singt weiterhin in Dur, obwohl es viel Arbeit investiert hat, viel Futter gesammelt hat, und alles buchstäblich für die Katz war. Ich vermute, die beiden werden sich an die Arbeit machen und ein Nachgelege produzieren. Vögel lassen sich von solchen Rückschlägen nicht entmutigen. Die Natur ist eben so.
„Seht hin auf die Vögel des Himmels …“ (Matthäus 6, 26).
Wir sollten uns diese vorbildliche Haltung zu eigen machen, dranbleiben, und nach Rückschlägen nicht so leicht aufgeben.

Freitag, 2. Juni 2017

Weiß Jesus, wann er wiederkommt?

„Von jenem Tag aber oder der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater. Seht zu, wacht! Denn ihr wißt nicht, wann die Zeit ist.“
Markus 13, 32-33.

Wir wissen nicht, wann genau Jesus wiederkommt.
Engel wissen es nicht.
Er selbst weiß es nicht!
Sondern nur der Vater.
Der Grund ist vermutlich der, dass der Heilige Geist „von dem Meinen nimmt und euch verkündigen wird.“ (Johannes 16, 15). Alles was Jesus weiß, ist dem Heiligen Geist freigegeben, den Christen mitzuteilen. Denn die sind ja der Leib Christi. Und Haupt und Leib sind eins.

An der Bekanntgabe dieses Termins hat der Vater kein Interesse.
Warum?
Wenn der genaue Termin der Wiederkunft Christi auf Tag und Stunde bekannt wären, dann würden die meisten nicht mehr „wachen“, d. h. täglich ihre Beziehung mit Gott pflegen, sondern Gott einen guten Mann sein lassen—bis kurz davor. Je näher der Zeitpunkt käme, desto hektischer würden die Vorbereitungen. Alle würden sich kurzfristig superschnell von ihren Sünden abwenden, „Buße“ tun und Habt acht!-Stellung einnehmen, um bereit zu sein für die große Begegnung mit dem Herrn.
Gott ist aber an einem gottgefälligen Lebensstil interessiert und nicht an kurzfristigen, hektischen, übertriebenen, künstlichen Bußübungen. Deswegen sagt er nicht, wann es soweit sein wird, sondern erwartet, dass wir „wachen.“

Jesus sagt, die letzten Tage werden sein wie die Tage Noahs: Noah predigte den Leuten und forderte sie zur Hinwendung zu Gott auf und wies auf ein dickes Ende in. Um seine Predigt zu unterstreichen, baute er auf Gottes Befehl hin ein riesiges Boot. Niemand scherte sich um ihn und seine mahnenden Worte.
Warum auch?
Das Leben ging ja weiter wie immer.
Bis es plötzlich nicht mehr wie immer weiterging.
„Und wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen: Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und die Flut kam und alle umbrachte.“ (Lukas 17, 26-27).
Die Flut wurde Noah eine Woche vorher angekündigt.
Dann kam sie.
Es kann sein, dass der Herr, sobald er davon weiß, den Termin eine Woche vorher vertrauenswürdigen Gläubigen mitteilt. Tag und Stunde bleiben auch für die garantiert weiter geheim.
Die Flut kam an einem gewöhnlichen Tag aus heiterem Himmel.
„Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird.“ (Lukas 17, 30).

Der Tag der Wiederkunft Christi wird ein Tag des Gerichts für die gottlose Welt sein, wie es die Flut war. Nur dass dieser Tag im Feuer offenbar werden wird, nicht im Wasser. Schon vorher werden Kometen einschlagen und auf der Erde für Unruhe sorgen. (Matthäus 24, 29).
Deswegen ist es wichtig, heute Menschen auf die Notwendigkeit zur Umkehr und zur Hinwendung zum Herrn hinzuweisen.
Nur Noah wurde durch die Flut gerettet. Und seine Familie.
Unser Noah ist Jesus. Und wir sind seine Familie.
Und unsere Arche heißt Gemeinde.
Und heute ist der Tag des Heils.
Doch der wird eines Tages abgelöst vom Tag des Herrn.
Dann wird es zu spät sein.

Samstag, 27. Mai 2017

Herr B. und die Säulen des Salomo

„Eisen und Erz seien deine Riegel, und wie deine Tage so deine Kraft.“
5 Mose 33, 25.

Als wir neulich in der Wüste Negev waren, (heiß), besuchten wir auch eine antike Kupfermine, (noch heißer).
Und die Säulen des Salomo.
Diese Säulen sind nicht wirkliche Säulen, sondern Teil eines roten Felsmassivs, das sich aus der geben Wüste erhebt. Sie erinnern den wehmütigen jüdischen Betrachter an die massiven Säulen Jachin und Boas vor dem Tempel Salomos in Jerusalem. (2 Chronik 3, 17).

Hier sind sie:

 
Mich erinnern die Säulen an Herrn B.
Herr B. ist ein sächsischer Israelfreund und 80 Jahre alt. Und kein bisschen gebrechlich. Im Gegenteil. Er ist fit wie ein Turnschuh. Der ehemalige Diakon erklomm mit uns Jüngeren die Säulen Salomos, und das trotz brütender Hitze.
Auf schmalen Treppen, (Mitte rechts im Bild), ging es hoch hinauf. Jüngere keuchten und kreuchten und machten schlapp. Links und rechts sanken Wanderer darnieder und riefen mit krächzenden Stimmen nach Wasser. Einige blieben auf der Strecke liegen. Manche ergriff der Schwindel der Erschöpfung und sie stürzten in die Tiefe. Wir vermissen sie noch heute.
Nein Quatsch.
Alle schleppten sich wohlbehalten über den Berg. Erst hoch hinauf und auf der anderen Seite wieder runter. Und Herr B., quietschfidel, immer mittendrin.
Sehr inspirierend.
Was mir allerdings auffiel, war, dass Herr B. eine ziemliche Frohnatur ist. Er liebt den Herrn, packt den Tag bei den Hörnern und kann am Abend schon mal eine Reisegruppe mit witzigen Geschichten aus dem Erzgebirge unterhalten. Er ist kein grüblerischer Allroundkritiker. Ich habe ihn nicht ein Mal motzen hören. Gott segne ihn und gebe ihm noch ein langes Leben.

„Ein fröhliches Herz bringt gute Besserung, aber ein niedergeschlagener Geist dörrt das Gebein aus.“ (Sprüche 17, 22).

Donnerstag, 25. Mai 2017

Die Israelisierung des Westens

„Stehe auf, Gott, führe deinen Rechtsstreit! Gedenke deiner Verhöhnung durch den Toren den ganzen Tag! Vergiß nicht die Stimme deiner Widersacher, das ständig aufsteigende Getöse derer, die sich gegen dich erheben.“
Psalm 74, 22-23.

Ich war neulich in Jerusalem.
Wenige Minuten nachdem unsere Reisegruppe durch das Löwentor in die Altstadt gegangen war, versuchte ein als Jude verkleideter 57-jähriger Jordanier mit zwei Messern in den Händen und einem Alla-ackbar auf den Lippen einen Polizisten zu erstechen. Der Polizist ging verletzt zu Boden und schoss. Der Terrorist starb.
Und wir hätten beinah zugeschaut.
Dergleichen Nachrichten aus Israel ist man gewohnt. In den Augen vieler sind die Israelis ja auch selbst schuld, diese üblen Besatzer. Warum existiert dieser Staat überhaupt? Warum haben sich die Israelis nicht schon längst freiwillig ins Meer gestürzt, wie es ihre Hasser fordern, und den Weg für einen Palästinenserstaat freigemacht?
Nun, für mich steht das Lebensrecht des Judenstaates außer Frage. Viele in Europa, inklusive Regierungen, Parteien, akademische Zirkel und sogenannte NGOs, sehen das ziemlich anders. Die lassen kein gutes Haar an Israel. So manch einer rechtfertigt den Terror mit der Politik Israels.
Doch nun hat es Manchester, England, getroffen. Ein durchgeknallter Mohammedaner sprengte sich während des Konzerts des amerikanischen Popsternchens Ariana Grande in die Luft und 22 Menschen starben.
Jugendliche.
Kinder.
Viele weitere wurden verletzt. Manche sind für ihr Leben gezeichnet.
Eine ungeheuer feige Tat. Wie tief kann man als Radikaler noch sinken?
Der Terror Israels hat nun England erreicht. Dabei ist England nicht Israel. Die politische Situation ist eine völlig andere. An England grenzen keine Palästinensergebiete. England unterhält dort keine Siedlungen. Den Explosionswilligen unter den Moslems und ihren Hintermännern ist das offenbar egal.
Was machte England zu Israel?

Die Tatsache, dass der Terror funktioniert.

Die Gesellschaften des Westens verändern sich. Und momentan nicht im positiven Sinne.
Nun hagelt es wieder Betroffenheitsplattitüden, „Wir sind in Gedanken bei den Hinterbliebenen“-Schmonz, bedeutungslose Wohlfühlposts auf sozialen Medien und Blumen samt Kreidebotschaften auf Gehsteigen.
All dies ist den Hinterbliebenen garantiert kein Trost.
Ansonsten steckt man weiter den Kopf in den Sand. Die Franzosen haben gerade jemanden gewählt, der das Terrorproblem impondérable nennt, unwägbar, und damit unlösbar. Eine Tatsache des Lebens, mit der man sich abfinden muss.
Die deutsche Lösung?
Frau Merkel besteht darauf, die riesige Menge der sogenannten Flüchtlinge, die sie hereingelassen hat, „gerecht“ über die EU zu verteilen. (Der Mörder von Manchester war der Sohn libyscher Flüchtlinge). Doch die anderen Staaten pfeifen ihr was. Ich wage sogar zu behaupten, dass das Aushebeln der Dublin-Gesetze durch die Bundeskanzlerin einer der Gründe für den Brexit war. Denn das mächtige Deutschland zeigte sich in seinen Sonderwegen wieder einmal unberechenbar. Und nervös. Und leicht reizbar, was man am berüchtigten Antiinternethassgesetzentwurf des Justizministers leicht ablesen kann. (Der Mann hat übrigens seine Frau und zwei Kinder verlassen und sich mit einer Schauspielerin zusammengetan und ist noch immer nicht zurückgetreten).
Amerika macht es bisher nicht besser.
Unter Obama nannte es seine Terroranschläge „Gewalt am Arbeitsplatz“ oder „menschengemachte Desaster.“ Selbst als ein radikaler Moslem den schlimmsten Anschlag seit 9/11 verübte und einen Nachtklub in Florida heimsuchte, wo er 49 Schwule umbrachte, blieb die LGBPTQWERTY-Buchstabensuppenlobby seltsam still. Kein Wort gegen die Religion des Friedens. Vielmehr verlangte man strengere Waffengesetze.
Es ist zum Haareausraufen.
Zumindest fand Trump in Riad deutliche Worte gegen den islamischen Terror, den er unwidersprochen beim Namen nannte.

Es trifft alle Bereiche des Lebens.
Islamische Terroristen haben Juden in Frankreich attackiert und die Welt zuckte mit den Schultern. Tote Juden sind dem Westen relativ egal, solange es sich nicht um solche handelt, die im Holocaust starben. Frankreichs Synagogen sind heute Festungen.
So zogen die Terroristen weiter und griffen Christen an, wie etwa den französischen Priester, der während der Messe enthauptet wurde, oder den Berliner Weihnachtsmarkt. Doch das nachchristliche Europa nimmt sein Christentum weniger ernst als dessen Feinde.
Außerdem seien das alles Einzelfälle.
Auch Nationalsymbole wurden angegriffen: Frankreich am Bastille Tag, Kanadas Cenograph, und neulich die Mutter aller Parlamente in London. Doch das Konzept Nation ist im Westen neuerdings ja auch umstritten. Angriffe auf Nationalsymbole erregen deshalb niemanden mehr.
Also wird nun die Kultur angegriffen: das Bataclan in Paris, Charlie Hebdo, (eine Zeitung, die man nicht mögen muss), das Konzert von Ariana Grande, der große Ahlens-Laden in Stockholm.
Wir können darauf warten: Eines Tages schafft's mal ein Dschihadi, sich auf der Bühne in die Luft zu sprengen, während eine der schamlosen Ungläubigen in ihrer Unterwäsche dort herumhopst und singt.

Leon Trotzki, der Gründer der Roten Armee, sagte einst: Du magst am Krieg kein Interesse haben, doch der Krieg hat Interesse an dir. Wir mögen kein Interesse am Dschihad haben, doch das heißt nicht, dass dieser kein Interesse an uns hat.

Der Terror verändert unsere Welt. Furcht vor den Tätern und vor der atemberaubenden Unfähigkeit der Politik, sich zu wirksamen Lösungen durchzuringen, wabert durch die Gesellschaft.
Natürlich sind die meisten Zuwanderer friedlich. Die neue BKA-Statistik zeigt, dass nur etwa jeder zehnte auffällig wird. Manche sind wunderbar produktiv und integrieren sich gern. Viele werden Christen. Ich selber taufte neulich einige von ihnen. Das sind wunderbare Menschen. Doch es ist halt so wie mit dem faulen Apfel im Korb: Der eine macht die vielen verdächtig. Das ist unfair, aber menschlich. Und Denkverbote sind keine Lösung. Die rächen sich früher oder später.
Jedenfalls können wir nicht so weitermachen wie bisher. Wir müssen den Terroristen entschlossener entgegentreten.
Was tun?
Wir könnten einen Blick auf Israel werfen, wo man sich aus purer Existenznot zu wirksamen Schritten gegen den Terror durchgerungen hat. Israel wurde dadurch nicht populärer in der Welt. Aber es behauptet sich. In einem Meer des Hasses und der Feindschaft.
Et tu, EU?

„Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“ (1 Petrus 5, 8).

Montag, 22. Mai 2017

Zwei Arten von Wahrheit

„Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“
Johannes 14, 6.

Habe neulich den Orient bereist und dort gehört, dass es zwei Arten von Wahrheit gibt.
Mit der ersten sind wir vertraut. Der Sprecher nannte sie: Die griechische Art der Wahrheit.
Die griechische Wahrheit ist streng rational. Bei ihr ergibt 2 + 2 stets 4 und nichts anderes. Ein Mensch mit diesem Wahrheitsverständnis versucht, hinter die Kulissen zu blicken und die wahre Motivation hinter Taten und Worten zu ergründen. Diese Wahrheit zwingt quasi zum Seelenstriptease.
Diese Wahrheit kann schmerzhaft sein.
Heilsam natürlich auch, etwa wenn die Wahrheit endlich ans Tageslicht kommt und ein Schuldiger seine Schuld bekennt oder überführt wird.
Die Griechen hatten dieses Verständnis von Wahrheit und wir haben es über die Römer übernommen, (wenn wir es nicht schon vorher hatten).

Und dann gibt's da noch die orientalische Version der Wahrheit.
Ein Orientale, so der mit dem Orient bestens vertraute Sprecher neulich, denkt die Wahrheit von der Beziehung her. Was ist momentan gut für die Beziehung? Wenn ich einem Orientalen eine Frage stelle, dann fragt er sich, was ich hören will, bevor er antwortet. Und das sagt er mir dann. Als Wahrheit.
Der Sprecher hatte ein interessantes Beispiel parat: Ein Orientale war bei einer Prostituierten. Nun kommt er nach Hause und seine Gemahlin sieht das blonde Haar am Kragen und den Knutschfleck auf der Backe. Außerdem riecht sie das Parfüm der fremden Frau.
„Du warst bei einer fremden Frau!“ sagt sie bestürzt.
Und dann sagt er die Wahrheit: „Nein.“
Denn das ist, was seine Frau nun hören muss. Nur eine solche Antwort erhält die Beziehung. Die wahre Wahrheit würde zu einer großen Belastung werden. Er hätte seine Ehre verloren, er würde seine Frau verlieren, er hätte Schande über die Familie gebracht, gäbe er zu, tatsächlich eine Hure besucht zu haben. Und so ist die Wahrheit für ihn: Nein, ich war nicht bei einer fremden Frau.
Und seine Umwelt akzeptiert das.

Es ist gut zu wissen, dass es verschiedene Haltungen zur Wahrheit gibt. Wenn zwei dasselbe sagen, meinen sie noch lange nicht dasselbe. Auf den Sprecher kommt es an.

Welche Haltung hat Gott zur Wahrheit? Neigt er der griechischen oder doch eher der orientalischen Version zu? Die Antwort ist eindeutig: „"Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Aufrichtigkeit ist Zepter deines Reiches.“ (Hebräer 1, 8).
Sein Zepter ist Aufrichtigkeit.
Aufrichtigkeit ist eng verbunden mit Ehrlichkeit.
Ehrlichkeit und Wahrheit sind engstens miteinander verwandt.

Gott liebt Menschen, die die wahre Wahrheit lieben:
„HERR, wer darf in deinem Zelt weilen? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg? Der rechtschaffen wandelt und Gerechtigkeit übt und Wahrheit redet in seinem Herzen.“ (Psalm 15, 1-2).
Und:
„Jesus sah den Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem kein Trug ist.“ (Johannes 1, 47).

Die eine Art Wahrheit gibt Leben, die andere führt ins Chaos.

Freitag, 19. Mai 2017

Überrascht von der Güte des Königs

„Und David sagte: Gibt es vielleicht noch jemand, der vom Haus Sauls übriggeblieben ist, damit ich Gnade an ihm erweise um Jonatans willen.“
2 Samuel 9, 1.

Während ich mit einer tollen Gruppe von Bibelinteressierten im Heiligen Land unterwegs war, sprach Pastor Rainer Nüsslein aus Salzburg letzten Sonntag im CGZ. Ich habe die Botschaft noch nicht gehört, weiß aber, dass er über Mefi-Boschet gesprochen hat.
Prima Thema.
Mefi-Boschet war ein Sohn Jonathans, des jung verstorbenen Jugendfreundes von König David.
Mefi war an beiden Füßen gelähmt und lebte, obwohl königlicher Abstammung, in einem Haus in der Wüste. Wie David Ben Gurion, Israels erster Premier, auf seine alten Tage. (Wir waren in seinem Haus in der Negev).
Mefi-Boschet wurde von klein auf eingetrichtert, dass David ein böser Mann sei, der Mefis Großvater Saul den Thron geklaut habe. Stimmte natürlich nicht. Doch die Wahrheit ist im Nahen Osten oft relativ. (Darüber kommt noch was).
In Wirklichkeit hatten David und Mefis Vater Jonathan einen Bund miteinander. Mefi wusste davon jedoch nichts. David, mittlerweile reich und mächtig, hatte diesen Bund nie vergessen. Da er Jonathan nichts mehr Gutes tun konnte, wollte er wenigstens dessen Nachkommen zum Segen werden. Und so fanden seine Leute Mefi-Boschet in seinem Versteck in der Wüste.
Mefi wurde an den Hof geholt und dort behandelt wie eines der Königskinder. David behandelte ihn, wie er Jonathan behandelt hätte, wäre dieser noch am Leben gewesen: Er bekam sogar die Besitztümer Sauls zurück.
Mefi wurde phänomenaler Segen zuteil—nicht aufgrund eigener Werke, sondern aufgrund des Bundes seines Vaters mit dem König.
Auch wir leben in einer geistlichen Familie, die einen Bund mit dem König hat.
Unser König ist Gott.
Unser „Vater“ ist Jesus, der einen Bund mit Gott hat.
Aufgrund des Bundes Gottes mit Jesus werden wir gesegnet.
Wir sind in derselben Position wie Mefi-Boschet.
Zuviele Christen sind geistlich an beiden Beinen gelähmt und leben zurückgezogen in der Wüste. Dabei sind wir die Gesegneten des Herrn! Jede Segnung Gottes gehört uns so, wie sie Jesus gehört.
Lass das mal einsinken.

„Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen. Denn wer Gott naht, muß glauben, daß er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird.“ (Hebräer 11, 6).

Samstag, 6. Mai 2017

Naturbauerntheater

„Du, der Quellen entsendet in die Täler: Zwischen den Bergen fließen sie dahin. Sie tränken alle Tiere des Feldes, die Wildesel stillen ihren Durst.
An ihnen wohnen die Vögel des Himmels, aus dichtem Laub lassen sie ihre Stimme erschallen.
Du, der die Berge tränkt aus seinen Obergemächern: von der Frucht deiner Werke wird die Erde gesättigt.“
Psalm 104, 10-13.

Saß gestern Abend/Nacht ein wenig in der Waldeinsamkeit herum. Was man da alles sieht.
Wenn man still sitzt und, sagen wir, ins mitgebrachte NT schaut, dann denken die Tiere irgendwann man gehört dazu. Dann kommen sie und leisten einem Gesellschaft.
So hat eine ganze Eichelhäher-Familie mächtig Show gemacht. Das sind Rabenvögel, die aber nicht so aussehen. (Rabenvögel sind übrigens Singvögel. Allen ernstes). Eichelhäher sind braun und haben charakteristische blaue Federn auf den Flügeln. Und einen grauen Helm. Naja, gefleckt braun/grau.
Sehr adrett.
Baumläufer (braun mit weißem Bauch) fliegen von Baum zu Baum und fangen jeweils unten an und laufen um den Stamm herum nach oben. Sie sind nicht besonders groß, aber unermüdlich.
Irgendwann walzte sich ein Eichhörnchen durch Laub und Unterholz, feuerrot und gefährlich, (nicht für mich natürlich), um sich dann im Zeitlupentempo einen Baum hinaufzuschieben.
Ich wünschte mir, ich hätte ein vernünftiges Fernglas dabei gehabt.

„Du bestellst Finsternis, und es wird Nacht. In ihr regen sich alle Tiere des Waldes.“ (Psalm 104, 20).
Irgendwann war es Nacht und der Mond kam raus. Es war magisch hell. Jeder Baum hatte einen scharfkantigen Schatten und ich fühlte mich in meine Kindheit zurückversetzt. (Warum weiß ich auch nicht).
Ab da wurde es jedoch langsam langweilig.
Weder Fuchs noch Hase, noch Wildschwein, noch Waschbär kamen vorbei. Für Dachs und Marderhund war es wahrscheinlich noch zu früh. Die sind alle nachtaktiv. Wolf kam auch keiner. Luchs auch nicht. Und für Löwen und Bären sind wir in der falschen Weltgegend.
Naja, man kann nicht alles haben.
(Allerdings habe ich neulich aus dem Auto heraus einen flachen Schmalzmann (Dachs) im Licht der Autoscheinwerfer am Waldrand herumdackeln sehen).

Ein Extraschmankerl: In einem Busch einen Meter von unserem Haus entfernt hat entweder ein Star oder eine Ringdrossel ihr Nest gebaut. Ich werd ihr wohl vom Fenster aus beim Brüten zusehen können.
Die nächsten paar Tage verbringe ich in einer anderen reizvollen Landschaft. Werde berichten.

„Wie zahlreich sind deine Werke, o HERR! Du hast sie alle mit Weisheit gemacht, die Erde ist voll deines Eigentums.“ (Psalm 104, 24).

Donnerstag, 4. Mai 2017

Führt Gott in Versuchung?

„Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“
Matthäus 6, 13.

„Pastor, führt Gott uns in Versuchung?“

Versuchungen sind eine Tatsache des Lebens, um die keiner herumkommt. Und: Natürlich führt Gott uns in Versuchung. Das tut er ganz automatisch. Allein das Aufstellen einer Regel bringt eine Versuchung mit sich. Denn nun bin ich versucht, die Regel zu umgehen, das Gebot zu brechen.
Aber Jakobus hat schon recht, wenn er sagt: „Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemand. Ein jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust fortgezogen und gelockt wird.“ (Jakobus 1, 13-14).
Gott versucht niemanden. Er ist nicht der Versucher.
Und der Versucher kann uns nur versuchen, wenn uns ein inneres Bedürfnis zieht und lockt. Hier setzt er an. Und hier wird es auch gefährlich, denn auf Versuchungen hereinzufallen hat Konsequenzen. Jakobus sagt in Vers 15: „Danach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie Sünde. Die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.“ Tod ist nicht lustig.
Gott gibt gute Gaben und vollkommene Geschenke. Und da er Liebe ist, versucht er niemanden zum Bösen.
Und doch lässt es zu, dass wir versucht werden.
Warum?
Nicht um uns zu schaden oder uns gar zu vernichten. (Obwohl dies natürlich im Bereich des Möglichen ist, wenn wir auf den Betrug der Versuchung eingehen. Eva und Adam wissen ein Lied davon zu singen).
Jesus zeigt, worum es Gott geht, wenn er uns in Versuchung führt.
Von ihm heißt es: „Dann wurde Jesus von dem Geist in die Wüste hinauf geführt, um von dem Teufel versucht zu werden.“ (Matthäus 4, 1).
Jesus wurde also vom Geist Gottes dezidiert in die Wüste geführt, um dort versucht zu werden.
Und nun müssen wir genau lesen:
Als er in die Wüste ging, war er VOLL Heiligen Geistes. (Lukas 4, 1). Nach 40 Tagen voller Versuchungen kehrt Jesus aus der Wüste zurück. Und nun heißt es: „Jesus kehrte in der KRAFT des Geistes nach Galiläa zurück.“ (Lukas 4, 14).
Vor der Versuchung war Jesus voll Heiligen Geistes, nach der Versuchung wandelte er in der Kraft des Heiligen Geistes.
Da ist ein Unterschied.
Das Überwinden von Versuchungen hat Jesus in einzigartiger Weise bevollmächtigt, nun in der Kraft des Geistes zu dienen. Erst jetzt begann er so zu predigen, dass die Massen ihm begeistert zuliefen. Erst jetzt pflasterten Zeichen und Wunder seinen Weg. Erst jetzt weckte er Tode auf und vergab Sünden und tat Dinge, die nur Gott tun kann.

Das Überwinden von Versuchungen führt zu vergrößerter Vollmacht.

Nun fühlt es sich nie gut an, massiv versucht zu werden. Doch Paulus sagt: „Keine Versuchung hat euch ergriffen als nur eine menschliche. Gott aber ist treu, der nicht zu lassen wird, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen wird, so dass ihr sie ertragen könnt.“ (1 Korinther 10, 13).
Keine Anfechtung dauert ewig.
Und hinterher sind wir stärker.

„In diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat.“ (Römer 8, 37).

Dienstag, 2. Mai 2017

Gottes Leitkultur

„Ein Gesetz soll gelten für den Einheimischen und für den Fremdling, der sich mitten unter euch aufhält.“
2 Mose 12, 49.

In diesen Tagen ist der Innenminister im Gespräch, weil er ein paar Punkte aufgezählt hat, mit denen er eine Leitkultur definieren will. Er hat, wie zu erwarten war, viel Widerspruch einstecken müssen. Dabei hat er nur Offensichtliches ausgesprochen.
Zu seinen prägnanteren Sätzen gehört: „Wir sind nicht Burka.“ (Eine Burka ist der Sack, den sich manche Mohammedanerinnen über den Körper stülpen müssen). In Deutschland schauen wir uns ins Gesicht. Nun ist mir ein massenhaftes Auftreten von Burkaträgerinnen nicht bekannt. Doch vielleicht sieht der Innenminister eine Entwicklung in diese Richtung, dass er das noch mal klarstellt.

Eine Leitkultur speist sich immer aus den tiefsten Überzeugungen einer Gesellschaft.
Überzeugungen wiederum beruhen auf einer Weltsicht.
Eine Weltsicht beruht auf Glaubensannahmen.
Es ist deshalb der kollektive Glaube einer Gesellschaft, der eine Leitkultur hervorbringt.
Und weil eine Leitkultur eine ganze Kultur leitet, d. h. Einfluss auf jeden einzelnen in einer Gesellschaft hat, ist es so wichtig, woraus sich dieser Glaube speist.
Politiker aller Couleur wollen eine Leitkultur oktroyieren, in dem sie ihre Sicht der Dinge in Gesetze gießen, an die sich dann alle zu halten haben. Üble Sache, wenn die Falschen an der Macht sind. Denn dann wird noch das abartigste Verhalten als zu akzeptierender Normalfall propagiert.

Gottes Leitkultur hat einen Namen: Jesus.
Paulus schreibt in Römer 8, 29: Gott hat uns „vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“
Eine Gesellschaft, in der alle bestrebt sind, so wie Jesus zu sein, würde hemmungslos aufblühen.

„Wenn die Gerechten triumphieren, ist die Herrlichkeit groß, wenn aber die Gottlosen aufkommen, versteckt sich der Mensch.“ (Sprüche 28, 12).

Mittwoch, 26. April 2017

Der Tag der Erde und Vorhersagen des Untergangs

„Von nun an, alle Tage der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“
1 Mose 8, 22.

Ich weiß nicht, ob's jemand gemerkt hat, aber letzten Samstag war Earth Day, der alljährliche Tag der Erde. Aktivisten beschwören an diesem Tag den Naturschutz und, natürlich, den Klimawandel. (Erderwärmung sagt man ja nicht mehr).
Der Earthday geht traditionell mit Vorhersagen des Untergangs einher. Schaut man sich die Vorhersagen früherer Erdtage an, findet man eine Liste der Ängste jener Zeiten.
Allerdings sieht man auch, dass an diesen Vorhersagen nicht besonders viel dran ist. Denn so gut wie keine hat sich erfüllt.

1970 wurde der Earthday erfunden. Damals sagte der Biologie-Nobelpreisträger und Harvard Professor George Wald voraus, dass die menschliche Zivilisation innerhalb der nächsten 15 bis 30 Jahre ein Ende findet, wenn man nicht sofort gegensteuert. Biologie-Professor Paul Ehrlich von Stanford schrieb ein Buch, in dem er behauptete, dass die Weltbevölkerung schneller wächst als die Nahrungsmittelversorgung. Er glaubte, bis 1980 würden 100 bis 200 Millionen Menschen jährlich Hungers sterben. England, behauptete er, würde im Jahr 2000 nicht länger existieren. Alle wichtigen Meerestiere würden innerhalb von 10 Jahren (ab 1969) aussterben.
Ehrlich hat für seine Prognosen zahlreiche höchste Preise bekommen.

1975 warnte Nigel Calder vor einer neuen Eiszeit.
Die Welt-Meteorologen-Organisation WMO schrieb in dem selben Jahr, die Abkühlung der Erde seit 1940 sei groß und langanhaltend genug, um keine schnelle Wende zu erfahren.
Im Jahr 2000 wiederum behauptete ein Klimawissenschaftler namens Viner, Schnee werde in England zu einem seltenen Phänomen werden. In den folgenden Jahren schneite es dort jedoch mehr und wurde es kälter als jemals seit 1914, dem Beginn der Wetteraufzeichnungen dort.

2017 war der wärmste März und der kälteste April (in der Schweiz) seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Ende März ging man ins Freibad, im April beheizte man Weinberge und Obstgärten mit Fackeln, um die Blüten vor dem Frost zu schützen.

1970 glaubte Ökologe Kenneth Watt von Swarthmore: Die Welt habe sich in den letzten 20 Jahren stark abgekühlt. Im Jahr 1990 würde es deshalb merklich kühler, im Jahr 2000 so kalt, dass ein neues Eiszeitalter anbrechen könnte. In 25 Jahren würden 75 bis 80 % aller lebenden Tiere gestorben sein.

Außerdem glaubte man bei der Zeitschrift Scientific American damals, der Erde würde das Kupfer ausgehen. Und Blei, Zink, Gold und Silber wären 2000 endgültig erschöpft.

Übrigens glaubte das US-Innenministerium bereits 1939, die amerikanischen Ölvorräte würden nur noch 13 Jahre reichen. 1974 glaubte man, nur noch Erdgas-Vorräte für 10 Jahre zu haben. 2014 gab die Regierung dann bekannt, dass man noch auf genug Gas für etwa 100 Jahre säße.

Aktivisten geben zu: Sie überzeichnen leichtverständliche Schreckensszenarien, um eine träge Bevölkerung in die Gänge zu bekommen. (Stephen Schneider in Discover, 1989). Der Aktivist müsse selber entscheiden, wie er zwischen Effektivität und Ehrlichkeit einen Ausgleich findet.

Besonders deutliche Worte fand der linke Politiker Timothy Wirth aus Colorado. Er sagte 1988, „Wir müssen versuchen, auf diese Erderwärmungssache aufzuspringen. Selbst wenn die Theorie von der Erderwärmung falsch ist, werden wir trotzdem das Richtige tun, was Wirtschafts- und Umweltpolitik angeht.“

Machen wir uns nichts vor: Das Klima wandelt sich.
Es wandelt sich immer.
Und natürlich hat der Mensch einen Anteil daran. 7,5 Milliarden lebendige Menschen sind viel Biomasse, wenn ich das so sagen darf.
Na und?
Gott hat der Menschheit ganz am Anfang aufgetragen, die Erde zu füllen und auf ihr zu wimmeln. Die Erde wurde für die Menschen gemacht und es gibt noch viel Platz. Die periodisch wiederkehrenden Hungerprobleme in manchen Ländern der Welt sind meistens nicht naturgemacht, sondern systembedingt. Da handelt es sich um politisches Versagen.

Statt mit superteuren und sinnlosen Anstrengungen zu versuchen, die Erdtemperatur in 100 Jahren aufs Grad genau festlegen zu wollen, sollten wir uns anpassen.

Gott segne alle Wissenschaftler, die aufrichtig nach der Wahrheit suchen.
Sie werden sie finden.
Denn er lässt sich finden.

„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Johannes 14, 6).

Freitag, 21. April 2017

Martin Luther, Bösewicht?

„Sie hörten ihm aber zu bis zu diesem Wort und erhoben ihre Stimme und sagten: Weg von der Erde mit einem solchen, denn es darf nicht sein, daß er lebt.“
Apostelgeschichte 22, 22.

„Pastor, heuer ist Lutherjahr. Dabei war Luther ein übler Antisemit und ein Vorläufer von Hitler. Fast genauso schlimm.“

Solche Aussagen verkürzen den Blick auf Luther doch sehr.
Denn sein Hauptanliegen war bekanntlich nicht die Ausrottung der Juden—davon war bei ihm nie die Rede—sondern die Erlangung des Heils in Christus und die Erneuerung der Kirche.
Luther hat mit Hitler nichts zu tun.
Der eine übersetzte die Bibel auf Deutsch und predigte den rettenden Glauben an das Erlösungswerk Jesu Christi.
Der andere schrieb „Mein Kampf“ und gerierte sich selber als völkischer Messias, an den das deutsche Volk zu glauben habe.
Der eine führte Millionen von Menschen in eine lebendige Beziehung mit Gott.
Der andere ermordete Millionen von Menschen und legte Europa in Schutt und Asche.
Der eine diente dem Leben, der andere dem Tod.
Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein.
Wenn man unbedingt eine Beziehung zwischen den beiden herbeifaseln will, dann gilt: Luther ist der Anti-Hitler, Hitler der Anti-Luther—auch wenn Hitler einst selbstgefällig feststellte, dass die Deutschen nur einem einzigen anderen so zu gejubelt hätten wie ihm: Luther.
Scheinbar war die Deutschen 1517 völlig anders drauf als 1933.

Als John Wesley einst in London die Vorrede Luthers zum Römerbrief hörte, wurde ihm seltsam warm ums Herz und er brach zum lebendigen Glauben durch. Predigend und lehrend durchzog er darauf hin England, verhinderte so eine Revolution wie die französische, und gründete die Methodistenkirche.
Ohne Luther keine Methodisten.

Luther nahm bekanntlich kein Blatt vor den Mund. Political Correctness sucht man bei ihm (glücklicherweise) vergebens. Und es ist richtig, dass er über die Juden zum Schluss ziemlich unschöne Dinge gesagt hat, Dinge, die fast so derb waren wie die, die er über das „keiserliche Bapstum“ und „Mahomet, Türcken und Saracener“ abgelassen hat.
Beide, Türck und Bapst, waren für ihn beierbeiter des Teuffels vnd des endechrist.
Noch sein letztes Buch hieß „Wider das Papsttum, vom Teufel gestiftet.“
Er geißelte das überhebliche Verhalten der Fürsten in seiner Schrift „Ermahnung zum Frieden“ und wetterte „Wider die Mordischen und Reubischen Rotten der Bawren“, als diese in den Bauernkriegen Gräueltaten verübten.
Dr. Martin mag ein derber Typ gewesen sein, er war ein Kind seiner Zeit. Er eckte bei allen an und machte es keinem leicht.
Ein Nazi war er keiner.
Wer so etwas vorbringt, verstellt den Blick auf das eigentliche Werk des Reformators. Und das kann sich sehen lassen.

Und noch etwas:
Der Kaiser belegte Luther mit der Acht, der Papst mit dem Bann. Der Mann war vogelfrei. Jeder, der wollte, hätte ihn töten können, ohne deswegen wegen Mordes verurteilt zu werden. Dennoch entfaltete Luther ein gewaltiges Potenzial. Niemand konnte ihn einhegen. Er revolutionierte die Kirche und die Welt.
Denn es stimmt schon:

„Der Herr ist mein Helfer, ich will mich nicht fürchten. Was soll mir ein Mensch tun?“ (Hebräer 13, 6).

Sonntag, 16. April 2017

Frohe Ostern 2017!

"So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einzigartigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat."
Johannes 3, 16.

Heute feiern wir eine der am besten verbürgten Tatsachen der Geschichte: Die Auferstehung Jesu.
Skeptiker behaupten, Jesus hätte nie gelebt oder er hätte die Kreuzigung überlebt, usw.
Dies ist jedoch hanebüchener Unsinn.
Jesus war tot.
Ein Soldat stach mit einer Lanze in sein Herz, woraufhin Blut und Serum austraten. (Johannes 19, 34).
Er wurde mit vielen Kilogramm Salben einbalsamiert und in Leinen eingewickelt.
Er wurde in ein Grab gelegt, das mit einem tonnenschweren Stein verschlossen wurde.
Das Grab wurde amtlich versiegelt.
Unparteiische Wachen in Form römischer Soldaten wurden aufgestellt.
Seine Jünger waren allesamt ängstlich und versteckten sich.
Dann kam Ostern und Jesus stand von den Toten auf.
Ein todkranker Schwerstverletzter kann sich nicht nach Tagen aus Bandagen befreien und dann einen Mammutstein vom Grabeingang wälzen. Eine solche Person vermittelt auch keine Zuversicht und Hoffnung, wenn sie auf Anhänger trifft.
Stattdessen wurde aus dem Häuflein ängstlicher Jünger nach der Begegnung mit dem Auferstandenen eine kühne Truppe, die zuerst Jerusalem, dann Judäa und dann den Rest der Welt aufmischte.
Jesus lebt.
Hunderte von Millionen Menschen in aller Welt haben ihn persönlich erlebt und ihre Erfahrung hat sie zu Christen gemacht. Erst dann begannen sie mit Bibellesen, Gottesdienstbesuch, usw.
Der Mann aus Nazareth ist tatsächlich der Dreh- und Angelpunkt des Universums. Er ist Gott im Fleisch. In ihm offenbart sich der Allmächtige.
Und er sagt:
"Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen." (Johannes 6, 37).

Samstag, 15. April 2017

Der Karfreitagsbaum

„Und Gott, der HERR, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, ..., und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.“
1 Mose 2, 9.

Zwei Bäume standen in Eden: Ein erlaubter und ein verbotener.
Der Baum des Lebens und der Baum des Todes.
Alle Bäume des Gartens waren „begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung.“
Die Menschen aßen jedoch vom verbotenen Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
Die Frucht eines Baumes, den Gott verboten hat, kann nichts Gutes bewirken.
Der Mensch fiel in Übertretung.
Seine Natur änderte sich. Sein natürlicher Impuls war von nun an, Gott zu vermeiden.
Aus Scham.
Doch Gott ruhte und rastete nicht, bis er dem Menschen einen neuen Zugang zum Baum des Lebens verschafft hatte.
Der Weg dorthin war steinig, für Gott und Mensch.
Und der neue Baum des Lebens ist auch nicht begehrenswert anzusehen.
Die Frucht, die daran hängt, verschafft bei bloßer Betrachtung Übelkeitsgefühle.
Der Baum ist das Kreuz.
Und seine Frucht der zerschlagene Christus.
Jesus sagt: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.“ (Johannes 6, 54).
Klingt irgendwie… zombiemäßig.
War auch nicht wörtlich gemeint. Doch als Jesus diese Botschaft predigte, verließen ihn viele und folgten ihm nicht mehr nach.
Die Wahrheit hört sich nicht immer gut an.
Sie sieht auch nicht immer gut aus.
Doch sie macht nach wie vor frei.
Auch dich.

Donnerstag, 13. April 2017

"Die Söhne Gottes und die Töchter der Menschen"

„Da sahen die Söhne Gottes die Töchter der Menschen, wie schön sie waren, und sie nahmen sich von ihnen allen zu Frauen, welche sie wollten... Das sind die Helden der Vorzeit, die berühmten Männer.“
Erste Mose 1 Mose 6, 1+4.

„Pastor, in der Bibel steht, die Söhne Gottes haben die Töchter der Menschen geheiratet. Das klingt abgefahren. Weißt du mehr darüber?“

Es ist so:
Sofort nach dem ich seinerzeit Pastor wurde, änderte sich mein Blick auf viele Dinge.
So wurde mir schlagartig klar, dass es wichtigeres gibt, als sich „tiefe Erkenntnisse“ über Engel und Dämonen anzueignen. Davor haben mich solche Dinge auch interessiert. Als Pastor macht man jedoch auf einmal Nützlichkeitserwägungen. Denn man will, dass die Gemeindemitglieder auch am Montag auf der Arbeit eine gute Figur machen und nicht nur am Sonntag Hochgefühle haben.

Ich will dennoch kurz auf die „Söhne Gottes und die Töchter der Menschen“ eingehen.
Für die Juden war ziemlich klar, dass es sich hier um gefallene Engel handelt, die mit den Töchtern der Menschen so etwas wie Halbgötter produzierten. Selbst die Legenden der Heiden sind ja voll mit solchen Gestalten. Herkules, die Amazonen, die Nymphen, die Sirenen, Furien, Musen, Grazien, die Titanen, die Giganten: alles sowas wie Halbgötter.

Und wir wissen auch aus der Bibel, dass Engel sehr wohl Menschengestalt annehmen können. Schließlich kamen einst drei Männer zu Abraham, bei denen es sich um den Herrn und zwei Engel handelte. Sie aßen und tranken mit ihm. Und während die beiden Engel weiterzogen, unterhielt sich der Herr mit Abraham über den bevorstehenden Untergang Sodoms.
Die Sodomiten Sodoms wiederum waren hellauf begeistert vom Aussehen der beiden Engel und bestanden darauf, dass Lot sie auslieferte. Als Lot sich weigerte, bedrängten die Männer von Sodom ihn, woraufhin die Engel ihn ins Haus zogen und retteten. (1 Mose 19, 9-10).
Engel können also wie gutaussehende Männer aussehen.

Aber:
Engel sind geschlechtslos.
Jesus sagt in Matthäus 22, 30: „Sie heiraten nicht und werden nicht verheiratet.“ Über die Zeit vor der Sintflut sagt Jesus jedoch in Matthäus 24, 37: „Sie heirateten und wurden verheiratet, bis Noah in die Arche ging.“ Dass manche Männer menschgewordene Engel waren, sagt er ausdrücklich nicht.
Außerdem heißen gefallene Engel in der Bibel nirgendwo „Söhne Gottes.“

Wer also waren diese Söhne Gottes?

Ich als Pastor behaupte, es waren Söhne Seths, die sich Töchter Kains ausgeguckt haben.
Zu jener Zeit gab es nämlich zwei Zivilisationslinien: Eine geistlich gesonnene und eine materialistische, eine gute und eine böse. Wir würden heute sagen: Eine christliche und eine weltliche.

Nach dem Kain seinen Bruder Abel ermordet hatte, floh er ins Land Nod, wo er eine Stadt gründete. Er ging nicht alleine, sondern nahm seine Frau und andere Gleichgesinnte mit sich.
Die Gesellschaft, deren Patriarch er wurde, war weltlich, gewalttätig und, sagen wir, sinnenfroh. (Klingt besser als: triebhaft).
Man kann dies in 1 Mose 4 nachlesen.
Der letzte erwähnte Patriarch aus der Linie Kains war Lamech, ein leicht reizbarer Gewalttäter, der sich zwei Ehefrauen leistete.
Der Apostel Johannes sagt, Kain war „aus dem Bösen.“ (1 Johannes 3, 12). Er war somit kein Sohn Gottes.
Eva gebar nach dem Mord an Abel einen Sohn namens Seth, über den sie sagte: „Gott hat mir einen anderen Nachkommen gesetzt anstelle Abels.“ (1 Mose 4, 25). Seth und die seinen praktizierten einen geistlichen Lebensstil und trugen die Flamme des Glaubens weiter.
In Seth lebte das Ebenbild Gottes, in dem Adam einst geschaffen worden war, weiter. Er war nicht aus dem Bösen, vielmehr war er im weiteren Sinne ein Sohn Gottes.
Und seine Söhne auch.

Eines Tages aber sahen die Söhne Gottes, wie sexy manche Töchter aus der Linie Kains doch waren. Nicht zuletzt fiel ihnen auf, dass diese eine völlig andere Moral lebten und sexuell zugänglicher waren als die sittsamen Frauen ihrer eigenen Sippe.
Und es kam, wie es kommen musste.
Die beiden Linien vermischten sich.
Und so verdarb auch Seths Linie.
120 Jahre später kam die Sintflut.
Paulus hatte schon recht, als er sagte: „Irrt euch nicht: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.“ (1 Korinther 15, 33).

Wir sehen dieses Phänomen wieder und wieder in der Bibel.
In 4 Mose 25 will der Moabiterkönig Balak Israel schaden. Dazu heuert er einen mächtigen Propheten namens Bileam an. Doch der kann Israel nicht verfluchen, denn Gott hat es gesegnet. Daraufhin rät Bileam dazu, Frauen auf die Männer Israels anzusetzen.
Jesus selbst sagt in Offenbarung 2, 14, dass Bileam den Balak lehrte, eine Falle vor Israel hin zu stellen, nämlich Götzenopfer und Unzucht.
Nun, es hat funktioniert. 24.000 starben deswegen in Israel.

David, der man nach dem Herzen Gottes, blickte einst auf Bathseba. (2 Samuel 11). Das Unheil nahm seinen Lauf und Menschen starben auch hier.

Viele Männer sind schwach und so manche Frau ist schön. Und nicht immer geht das gut aus.
Selbst die Kirchengeschichte kann ein Lied davon singen. Ein Blick in die französische Reformationszeit veranschaulicht dies.
Die Hauptvertreter des französischen Protestantismus waren im Jahr 1560 der König Anton von Navarra und sein Bruder Prinz Louis von Condé. Beide waren wiedergeborene Christen. Beide hatten vorbildliche Frauen, die nicht die Muttergottes und alle möglichen Heiligen anriefen, sondern die Bibel ernstnahmen und danach lebten.
Zu jener Zeit herrschte über Frankreich die katholische Katharina von Medici als Exekutivkönigin für ihren 10-jährigen Sohn Karl IX. Ihr behagte nicht, dass im ganzen Land christliche Gemeinden entstanden, ja sich sogar Bischöfe zur neuen Lehre bekannten. Selbst im stockkatholischen Paris gingen sonntags mehr als 6000 Menschen in evangelische Gottesdienste. Die Hauptstützen der Erweckung waren Navarra und Condé.
Da beschloss die listige Italienerin, zwei Lockvögel auszusenden. Die eine junge Menschentochter ging nach Navarra und verführte König Anton.
Die andere nahm sich erfolgreich Prinz Louis vor.
Beide Herrscher verfielen sittlich. Und, wie allseits bekannt, gewann der Katholizismus in Frankreich langfristig die Oberhand.

Wie nun wurden die Kinder der Göttersöhne und Menschentöchter zu Gewalthabern? Wie wurden sie zu Helden der Vorzeit?
Nun, diese gefallenen Männer waren mit einer christlichen Arbeitsethik erzogen worden. Man hatte ihnen Disziplin und Hingabe an ein Ziel beigebracht. Ihre guten Eltern wollten sie schließlich zu produktiven Gliedern der Gesellschaft machen.
Das Ziel dieser abgefallenen Männer war jedoch irgendwann: ein Thron.
Die meisten Sünder sind undiszipliniert und triebgesteuert, und daher leicht zu besiegen. Eine intelligente, disziplinierte, an ein böses Ziel hingegebene Person hingegen ist ein furchtbarer Feind. (Siehe Hitlerdeutschland). Kein Wunder, dass diese Männer irgendwann mächtig wurden, „Unheilvolle des Namens“ (so wörtlich). Gewaltsherrscher eben.
Denkende, disziplinierte Böse: Sie waren der Grund für die Sintflut.
(Und selbst wenn sie Halbgötter gewesen wären: Der Gott Adams und Abels und Seths, Henochs und Noahs war mächtiger. Er fegte sie alle weg. Die Flut ließ keinen dieser dämonisierten Herrscher übrig. Nur Noah und seine Familie. Und die gehörten zu den Guten).

„Es gibt keine Weisheit und keine Einsicht und keinen Rat gegen den HERRN.“ (Sprüche 21, 30).

Eieiei. Jetzt ist dieser Artikel doch länger geworden als gedacht.