Donnerstag, 27. August 2015

Quo vadis, 'Schland?

„Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus herausgeführt habe. Nicht hast du andere Götter neben mir.“
2. Mose 20, 2-3.

Es gibt verschiedene Regierungsformen.

Da wäre zum einen die Monarchie, die Herrschaft durch einen.
Die zog man in der Vergangenheit dann in Erwägung, wenn Effizienz gefragt war, etwa weil ein Krieg anstand. In einer Monarchie bündelt sich die Macht nämlich in einem einzelnen, dessen Wort Gesetz ist. Laberveranstaltungen wie Parlamente brauchen wesentlich länger, um zu Potte zu kommen als ein entschlussfreudiger König. Firmiert heute unter dem Begriff Diktatur und ist verpönt.

Dann gibt's noch die Herrschaft durch die Aristokratie.
Aristokraten sind auf Deutsch Edelleute, also edel. Hier herrschen die Besten und Würdigsten eines Volkes.
Doch wen man für edel hält und wen nicht, ist größtenteils kulturell bedingt. Im einen Kulturkreis verehrt man erfolgreiche Karawanenräuber, im andern Menschen, die mit Beraubten ihren Mantel teilen.

Oligarchie ist auch eine interessante Herrschaftsform.
In der Oligarchie herrschen die Wenigen, d.h. die Fähigsten, heute gern Technokraten genannt. Denn Vertreter dieser Regierungsform glauben, dass nur die wenigsten, Spezialisten eben, ein Land erfolgreich führen können. Den Versuch, diese Regierungsform einem Land überzustülpen, kann man gerade an der Troika und Griechenland studieren. Funktioniert prima, nicht?
Ein Volk ist nun mal keine Maschine.

Die Plutokratie gab's in der Antike häufig.
Plutokratie ist die Herrschaft der Reichen. Denn es ist ja logisch, dass diejenigen, die am meisten in ein Land investiert haben, auch das Recht haben, es zu regieren. Warum sollte man landlosen Gesellen eine Stimme geben? Heute heißt die Plutokratie Lobbyismus.

Dann gab's da noch eine Regierungsform…
Fällt mir gleich ein…
Ach ja! Die Demokratie.
Demokratie ist Herrschaft vom Volk, durch das Volk, für das Volk.
Demokratie ist etwas wunderbares und funktioniert dann besonders gut, wenn jeder Bürger nicht nur an seinen Vorteil, sondern auch an den seines Nächsten denkt. Christen sind daher ideale Demokraten. Kein Wunder, dass sie gern in christlich geprägten Ländern blüht und anderen eher siecht.

Wichtig ist der Demokratie, dass man seine Meinung sagen darf, auch wenn diese Meinung keine schöne ist.
Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut.
Ganz schlecht ist, wenn Gesetzesparagraphen dazu hergenommen werden, Andersdenkende mundtot zu machen. Volksverhetzung ist etwas hässliches. Doch Meinungen, die von der eigenen abweichen, muss man aushalten können, ohne dem anderen sofort böse Motive zu unterstellen. Vielleicht zeigt sich ja später, dass er recht hatte.

Problematisch wird es für eine Demokratie dann, wenn eine Gruppe nicht-demokratisch gesonnener Menschen zu einem lautstarken Machtblock heranreift, der die breite Masse der überzeugungsmäßig wenig gefestigten Mehrheit mit Einschüchterung und sonstigen Taktiken zu gefügigen Mitläufern macht.
So geschehen unter den Nazis.
Nachdem sie an die Macht gewählt worden waren, schafften sie die Demokratie ab.
Nur demokratisch gesonnener Parteien dürfen in einer Demokratie gewählt werden können, damit sich die Demokratie nicht mit der nächsten Wahl erledigt und die Regierungsform eine andere wird.

Ich sehe es durchaus mit Sorge, dass Deutschland in diesen Tagen rauhe Mengen von Menschen importiert, von denen sehr viele ein Buch mit sich führen, dessen Ideologie ihre Heimatländer zu den Höllenlöchern gemacht hat, die sie heute sind. Diese Leute sind keine Demokraten und sie werden Deutschland in Zukunft prägen, wenn wir sie lassen. Unsere Gesellschaft wird es dann so, wie wir sie kennen, nicht mehr geben.
Das wollen wir nicht.

Diese Invasion muss gestoppt werden.
So, wie es ist, kann es nicht weitergehen, oder es kommt zu Tumulten, die keiner wollen kann.

Von staatlicher Seite muss eine gewisse Härte an den Tag gelegt werden, wie sie Britannien oder Australien—und auch viele Länder in Europa—bereits praktizieren, um der Situation Herr zu werden.
Auf individueller Ebene ist hingegen Nächstenliebe, die das Elend der einzelnen Migranten lindert, gefragt.
Das ist nicht schizophren, sondern entspricht aus biblischer Sicht der andersartigen Verantwortung von Staat und Individuum.

Wir Christen sind hier ernsthaft gefordert, um Weisheit für unsere Regierung zu beten. Denn die kommt mir doch reichlich überrumpelt, ja überfordert und unschlüssig vor.

Geknirscht im Gebälk hat es schon immer. Ruhephasen sind historisch die Ausnahme.
Deshalb fordert Paulus uns auf:
„Ich ermahne nun vor allen Dingen, daß Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.
Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab als Zeugnis zur rechten Zeit.“
1. Timotheus 2,1-6.

Montag, 24. August 2015

Urlaub und verpaßte Chancen

"Siehe, ich löse dich heute von den Ketten, die an deinen Händen sind. Wenn es gut ist in deinen Augen, mit mir nach Babel zu kommen, so komm, und ich werde mein Auge auf dich richten. Wenn es aber übel ist in deinen Augen, mit mir nach Babel zu kommen, so laß es. Siehe, das ganze Land ist vor dir. Du kannst gehen, wohin du willst.
Und da er sich noch nicht dahin oder dorthin wenden wollte, sagte er: So kehre zurück zu Gedalja, dem Sohn Ahikams, des Sohnes Schafans, den der König von Babel über die Städte Judas als Statthalter eingesetzt hat, und wohne bei ihm mitten unter dem Volk! Oder wohin irgend es recht ist in deinen Augen zu gehen, dahin gehe! Und der Oberste der Leibwache gab ihm Wegzehrung und ein Geschenk und entließ ihn.
Jeremia 40, 4-5

Der Prophet Jeremia sprach in diesen Tagen zu mir.
Jeremia lebte unter schwierigen Leuten in schwierigen Zeiten.
Aufgrund der großen Bosheit des Volkes predigte er praktisch dauernd Gericht, bis die Leute ihn spöttisch „Schrecken ringsum“ nannten und ihn nicht mehr ernstnahmen.
Doch eines Tages passierte tatsächlich, was Jeremia die ganze Zeit über geweissagt hatte: Nebukadnezar, der König von Babylon, kam und eroberte Jerusalem. Viele Menschen starben damals und diejenigen, die überlebten, wurden in Ketten gelegt und machten sich auf den Weg nach Babel.
Nun traf es sich, dass Nebukadnezar, der Herrscher der Welt, von dem berühmten Propheten gehört hatte. Er hatte vernommen, dass Jeremia gepredigt hatte, was soeben geschehen war: Nebukadnezar würde Jerusalem einnehmen. Beeindruckt sandte der König den Obersten seiner Leibwache aus um Jeremia ein Angebot zu machen.
Propheten wie Jeremia befahl man nichts, man machte ihnen Angebote.
Der oberste Soldat Babels kommt nun und findet Jeremia, der müde und hungrig und mit Ketten beschwert inmitten der anderen Judäer wandert. Der Babylonier ließ ihm sofort die Ketten entfernen und übermittelte Nebukadnezars Angebot: Du bist frei zu gehen wohin du willst. Doch wenn du mit mir nach Babel kommst, dann richte ich mein Angesicht auf dich und du kannst in Babel frei leben.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Der mächtigste Herrscher seiner Tage bietet dem größten Propheten seiner Zeit quasi eine Position als Berater bei Hof an. Jeremia bekommt hier ein Angebot, das fast schon zu gut ist um wahr zu sein. Als Berater des Königs hätte er natürlich ausgesorgt. Er würde sicherlich in eine Position wie später Daniel aufsteigen. Vielleicht wären er und Daniel sogar ein dynamisches Duo am Hof des Königs geworden.
Doch Jeremia kann sich aus irgendeinem Grund nicht entscheiden, ob er nun Gottes Mann in Babylon sein oder lieber im ruinierten Judäa bleiben will. Nun, einen Obersten Babylons kann man nicht ewig warten lassen. Wenn man sich da nicht entscheidet, dann entscheidet der Oberste für einen und die Entscheidung wird einem abgenommen.
So geschieht es nun Jeremia.
Als der Oberste der Leibwache sieht, dass Jeremia sich nicht entscheidet, entscheidet er für ihn und schickt ihn zurück zum Statthalter von Juda. (Fantastische Angebote von mächtigen Königen hat man begeistert anzunehmen, oder es wird nichts). Der König zieht weiter und Jeremia bleibt zurück.
Das war außerordentlich bedauerlich. Denn der Statthalter von Juda wird innerhalb weniger Tage ermordet, ein kleiner Bürgerkrieg bricht aus, und Jeremia befindet sich plötzlich gezwungenermaßen auf dem Weg nach Ägypten, wo er nie hinwollte. Auch der Segen Gottes ist dort nicht zu haben. Jeremia weissagt sogar ausdrücklich gegen diese Reise nach Ägypten. Doch das Volk schert sich wie gewohnt nicht um das, was der Prophet auszurichten hat.

Warum hat sich Jeremia damals nicht entscheiden können?
Ich bin mir sicher, dass die Erschöpfung, körperlich wie mental, eine herausragende Rolle gespielt hat. Jeremia war hungrig, er war durstig, er schlappte durch den Staub, niedergedrückt von schweren Ketten. Plötzlich soviel „Glück“ angeboten zu bekommen war zu viel für ihn, wie es scheint. Er war so an Enttäuschung und Melancholie gewöhnt, dass er die Gelegenheit nicht beim Schopf zu packen vermochte, als sie sich einstellte.
Seine Melancholie, sein ständiges Blicken auf die Probleme im Volk, waren der andere Grund. Jeremia litt Tag und Nacht ohne Unterbrechung an der Sündhaftigkeit seines Volkes. Wer seinen Blick immer nur auf dem Schlechten ruhen lässt, der muss zwangsläufig irgendwann trübsinnig werden.
Man muss sich auch einmal einen Sabbat von den Krisen gönnen.
Jesus tat dies.
Niemand wusste besser Bescheid über die Verlorenheit der Menschen. Dennoch machte er ziemlich regelmäßig Urlaub und zog sich zurück von der notleidenden Menge, um seine Batterien wieder aufzuladen.
Wenn Jesus dies tun musste, was müssen dann wir?

Schönen Urlaub noch.

Donnerstag, 20. August 2015

Freiheit, die ich meine

„Von wem jemand überwältigt ist, dem ist er auch als Sklave unterworfen.“
2. Petrus 2,19.

Viele Menschen haben ein falsches Verständnis von Freiheit.
Sie denken, frei zu sein bedeutet, keinen Regeln unterworfen zu sein, spontanen Impulsen nachgeben zu können und sich nicht um die Konsequenzen scheren zu müssen. Nach mir die Sintflut quasi.

Freiheit im biblischen Sinn ist aber was anderes.
Freiheit ist die Fähigkeit, Regeln halten zu KÖNNEN, spontanen Impulsen nicht nachgeben zu MÜSSEN.
Freiheit ist die Fähigkeit, sich vorzunehmen, an freien Tagen um 4:30 Uhr aufzustehen und das auch zu können.
Freiheit ist, beliebig lang auf Alkohol oder Sex oder Luxus oder Lob von anderen verzichten zu können ohne zu empfinden, dass man zu kurz kommt.

„Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein." (Johannes 8,36).
Wirklich frei ist man nur mit Gott, der er einen auf geheimnisvolle Weise dazu befähigt, Verzicht zu üben, wo nötig, ohne dass man übermäßig leidet. Man weiß: Gott kompensiert.

Dienstag, 18. August 2015

Stranger in a Strange Land

„Pastor! Hunderttausende Ausländer strömen unser Land und überschwemmen unsere Städte. Manche führen sich dazu noch unmöglich auf. Wo führt das noch hin? Die meisten sind außerdem überhaupt keine Flüchtlinge aus Krisengebieten. Was wollen die alle auf einmal bei uns?“

Stimmt schon, wir erleben zurzeit nichts weniger als eine Invasion, eine Völkerwanderung ungeahnten Ausmaßes, die keiner hat kommen sehen.

Ein bayerischer Beamter im gehobenen Dienst hat verlauten lassen, dass letztes Jahr nicht 350.000 Ausländer zugezogen sind, (das waren nur die Illegalen), sondern mehr als 1 Million, wenn man die mobilen EU-Bürger etwa aus Rumänien, Bulgarien, usw. noch dazuzählt. Nicht wenige von diesen gehören ethnischen Minderheiten an, leben traditionell ungebunden und bevölkern nun Orte wie etwa den Stuttgarter Schlosspark, was natürlich den Gästen des Schlosshotels beim Champagnertrinken auf der Terrasse ein wenig auf die Nerven geht, hihi.

Dieses Jahr wird wieder mehr als 1 Million legaler und illegaler Einwanderer nach Deutschland hineindrängen, sehr zur Freude der Einheimischen, die sich über die Kulturbereicherung freuen wie Bolle.

Im Ernst: Man kann einem Land nicht innerhalb von zwei Jahren eine Großstadt von der Größe Münchens einpflanzen, sagen, dass das in Zukunft nun so weitergehen wird, und erwarten, dass die Bürger vor Begeisterung jubeln. So sorgt man dafür, dass es gärt. Das ist doch logisch.
Denn ein solches Land hat keine Einwanderungspolitik. Man muss gar den Verdacht hegen, es hat sich aufgegeben, es stellt seine Gesellschaft zur Disposition.
Millionen Einwanderer aus fremden Kulturkreisen transformieren ein Land und dann ist es nie mehr dasselbe.

Das kann man wollen.
Als sich die DDR Deutschland anschloss, geschah genau dies. Das wollten die Menschen in Ost und West. Doch die 15 Millionen kommunistisch sozialisierten Ossis haben Deutschland nachhaltig verändert. Die Bundesrepublik ist heute nicht mehr die, die sie früher war. Die Haltung zum Glauben und zu sozialen Fragen in Punkten wie Abtreibung, arbeitende Mütter, Kinderkrippe, Staatsgläubigkeit, Marktwirtschaft, usw. hat sich geändert und ist oftmals auf genau die Positionen abgerutscht, welche die DDR so überaus siegreich machten.

Ich hätte gern den Geist der alten Bundesrepublik zurück. Doch der kommt nicht wieder. Die Zeiten sind vorbei. Tempi passati.

Und heutzutage haben wir ungezügelte Masseneinwanderung.
Auch die kann man wollen. Doch dann muss man mit den Betroffenen, den Bürgern, darüber diskutieren und darf nichts über ihre Köpfe entscheiden. Sonst kracht es bald, wie es in Vielvölkerkonglomeraten noch immer gekracht hat.
Multikulturalismus hat sich in der Geschichte nämlich nie bewährt.
Die Israeliten hatten sich auch nach Jahrhunderten in Ägypten nicht assimiliert und es steht auch heute zu erwarten, dass sich bestimmte Bevölkerungsgruppen bei uns einfach nicht integrieren werden.

Wir haben eine gewaltige Einwanderungskrise, es knirscht im Gebälk. Und was macht die führende Regierungspartei? Sie regiert nicht. Sie löst die Krise nicht. Stattdessen erörtert sie ein neues Parteiprogramm, in dem eine 30-prozentige Frauenquote festgeschrieben werden soll, und man beschließt, künftig mehr Frauen, junge Leute und Menschen mit Migrationshintergrund ranzulassen.
Rom brennt und Nero fiedelt.
Ich muss zugeben, ich fühle mich ein wenig verschaukelt.
Ich mag Frauen, junge Leute find ich prima und ich bin mit einer Frau mit Migrationshintergrund verheiratet.
Doch regieren lassen will ich mich nicht von Quotenfrauen, von unreifen Jugendlichen oder von eingewanderten Turbanträgern. Was soll der Blödsinn? Alte weiße Männer haben durchaus ihre Qualitäten, glaubt mir.

Wir haben gegenwärtig etwa 580.000 offene Stellen bei 2,8 Millionen Arbeitslosen. Zählt man die neueren Zuwanderer dazu, dann erkennt man, dass allein diese Situation gewaltiges Konfliktpotenzial birgt und den sozialen Frieden bedroht. Wer soll all diese Leute sinnvoll beschäftigen?

Die Regierung sollte tun, wozu sie gewählt wurde, und der Flut einen Riegel vorschieben. Das könnte sie ohne weiteres. "Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg," sagte Frau Merkel neulich und schenkte den Griechen ein Hilfspaket von 92.000 Millionen Euro.

Bis die Regierung sich aussortiert und weiß, was sie will, müssen wir den Fremden begegnen.
Mit welcher Haltung?
Das Wort Gottes gibt Aufschluss:

Sie müssen sich integrieren; man brät ihnen keine Extrawurst, benachteiligt sie aber auch nicht:
„Ein Gesetz soll gelten für den Einheimischen und für den Fremdling, der sich mitten unter euch aufhält.“ (2. Mose 12,49.)

Boshaftigkeiten und das Abfackeln von Flüchtlingsheimen gehen gar nicht:
„Und den Fremden sollst du nicht bedrücken. Ihr wißt ja selbst, wie es dem Fremden zumute ist, denn Fremde seid ihr im Land Ägypten gewesen.“ (2. Mose 23,9).

Fremde brauchen der Anfangszeit Unterstützung, die gönnen wir ihnen:
„Wenn dein Bruder verarmt und seine Hand neben dir wankend wird, dann sollst du ihn unterstützen wie den Fremden und Beisassen, damit er neben dir leben kann.“ (3. Mose 25,35).

Diese Leute sollen ruhig mal christliche Nächstenliebe zu spüren bekommen:
„Auch ihr sollt den Fremden lieben, denn Fremde seid ihr im Land Ägypten gewesen.“ (5. Mose 10,19).

Die Regierung unter David legte ein Arbeitsprogramm für sie auf:
„Und David befahl, daß man die Fremden versammeln solle, die im Land Israel waren. Und er stellte sie an als Steinhauer, um Quader für den Bau des Hauses Gottes zu behauen.“ (1. Chronik 22,2).

Ausgeplündert zu werden ist jedoch eine Form von göttlichem Gericht.
Gott sagt zum Sünder: Bereinige dein Verhältnis zu Gott, „sonst sättigen Fremde sich noch an deinem Vermögen, an deinem mühsam Erworbenen in eines Ausländers Haus.“ (Sprüche 5,10).

Die Krise wurzelt im gestörten Verhältnis zu Gott. Deshalb braucht unser Land in diesen Tagen Gebet wie selten zuvor.

Freitag, 14. August 2015

Die Zehn Aussagen

„Ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater.“
Römer 8,15.

Paulus sagt, wir sind Kinder Gottes.
Petrus sagt im 1. Kapitel seines 2. Briefes, dass wir Teilhaber der göttlichen Natur sind.
Da ist es ganz interessant, festzustellen, dass das, was wir für gewöhnlich die zehn Gebote nennen, bei den Hebräern aseret hadevarim, „Die zehn Aussagen“ oder „Aussprüche“ heißt.
Im 2. Mose 20 steht nämlich gar nicht, „Du sollst nicht…“ Im Hebräischen steht dort: „Nicht mordest du, nicht ehebrichst du, nicht stiehlst du,“ usw. Dort stehen nicht Gebote, sondern Wesensbeschreibungen.
Als Jude, bzw. Christ, bist du jemand, der nur Gott den Herrn anbetet und keine anderen Götter hat, der sich keine Götzen macht, nicht den Eltern ungehorsam ist, nicht neidet, usw.

Eine völlig andere Perspektive als das ewige "Du darfst nicht, du mußt!"

Dienstag, 11. August 2015

Pflichtübung oder Freud' und Wonne?

„Meine Seele zermürbt sich vor Verlangen nach deinen Bestimmungen zu aller Zeit.“
Psalm 119,20.

Was für eine Aussage!
Es kommt leider allzu oft vor, dass geistliche Übungen wie Gebet und Bibellesen zur Pflichtübungen werden und man sich eben nicht vor Verlangen danach zermürbt.
Das ist bedauerlich.
Denn das Absolvieren von Pflichtübungen ist meistens eine ziemlich traurige Angelegenheit. Doch Gebet und das Studium des Wortes sind viel zu wichtig, als dass man sie als schnell zu erledigende Nebensachen abtun kann.
Ein als Pflichtübung absolviertes Gebet wird außerdem höchstwahrscheinlich keine Erhörungen erfahren, da es ohne Glauben vorgetragen worden sein wird.
Und wer die Bibel liest, um eine Pflicht zu erfüllen, der weiß gleich danach nicht mehr, was er gerade gelesen hat.
So wird das nichts.
Geistliche Übungen müssen mit positiver Emotion besetzt sein, damit sie einem etwas bringen und den Himmel und die Erde bewegen. Denn das ist ja Sinn und Zweck der Sache. Diese Dinge haben keinen Selbstzweck.

Ein Perspektivwechsel kann helfen.

In Matthäus 13, 44 predigt Jesus über ein besonderes Grundstück:
„Das Reich der Himmel gleicht einem im Acker verborgenen Schatz, den ein Mensch fand und verbarg. Und vor Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.“
Der Acker in diesem Gleichnis ist das Wort Gottes. Rein äußerlich sieht es unscheinbar aus. Es unterscheidet sich nicht besonders von anderen Büchern.
Doch sein Inhalt hat's in sich.
Dieser Acker beherbergt nämlich einen verborgenen Schatz. Dieser Schatz sind die Verheißungen Gottes, die, wenn man sie glaubt, das Leben revolutionieren.

Natürlich spricht einem beim Umgraben, pardon, beim Bibellesen, nicht jede Schriftstelle gleichermaßen an. Die Bibel ist ein weites Feld. Man muss schon ein wenig lesen, um auf den Schatz zu stoßen. Dieser Schatz ist die Schriftstelle, die in deine Situation hineinspricht. In dem Moment, in dem du auf sie triffst, erkennst du, dass sie anders ist als alle anderen Schriftstellen, die du heute gelesen hast.
Sie spricht dich an. Sie trifft dich.
Meistens kommen solche Schriftstellen, bzw. Verheißungen, mit einer Handlungsanweisung. Wenn du die nun befolgst, dann macht Gott sein Wort für dich wahr:
Die Erhörung tritt in dein Leben.

Wenn du oft genug erlebt hast, wie Gott sein Wort in deinem Leben wahrmacht, dann entwickelst du eine positive Emotion geistlichen Übungen gegenüber. Dann sind sie keine Arbeit mehr, sondern machen Spaß.

Jakobs Arbeitsleben als Schafhirt war schwierig, nicht zuletzt weil sein Arbeitgeber ihn ständig ausgenutzt hat. Man möchte denken, dass Jakob sehr gelitten hat unter seiner Arbeitssituation.
Das tat er jedoch nicht.
Denn er diente Laban nicht, weil der so ein super Kerl war, sondern weil er dessen Tochter Rahel zur Frau haben wollte. Ihr Brautpreis waren sieben Jahre Hirtendienst. Doch „sie waren in seinen Augen wie einige wenige Tage, weil er sie liebte.“ (1. Mose 29,20).
Jakob erlebte in seinen arbeitstechnischen Pflichtübungen trotz allem positive Emotionen. Denn er schaute nicht auf Laban, sondern auf Rahel. Er glaubte, dass er sie am Ende bekommen würde.
Und so kam's dann ja auch.

Geistliche Übungen werden dir nur dann etwas bringen, wenn du glaubst, dass Gott deine Gebete erhört.

Erbauliche Konferenz

„Ein Wallfahrtslied. Von David.
Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen. Wie das köstliche Öl auf dem Haupt, das herabfließt auf den Bart, auf den Bart Aarons, der herabfließt auf den Halssaum seiner Kleider. Wie der Tau des Hermon, der herabfließt auf die Berge Zions. Denn dorthin hat der HERR den Segen befohlen, Leben bis in Ewigkeit.“
Psalm 133.

In die Mitte der Geschwister hat Gott seinen Segen befohlen.

Die Konferenz in Suhl, die ich am Freitag besucht habe, hat sich durch diesen Segen ausgezeichnet. Nicht nur, dass gesegnete Sprecher aus Dänemark, Deutschland und der Schweiz dort sprachen. Die Gegenwart Gottes auch spürbar da. Schön war's.

Der Prediger, der die Abendveranstaltung bestritt, war Ekkehard Neumann, ein nunmehr betagter Apostel der alten DDR, der damals Bibelschulen betrieb und Rüstzeiten unternahm. Er war eine Schlüsselperson für die christliche Szene in der Zone.
In den späten achtziger Jahren, als der Kommunismus vor Kraft kaum noch laufen konnte, (er starb ja auch kurz darauf an seiner Vollkommenheit), besuchte ich als Übersetzer mit meinem amerikanischen Pastor aus München die DDR und lernte Bruder Neumann kennen.
Ich war damals junger Bibelschulabsolvent.
Eine der gefühlt 10.000 Lehreinheiten durfte damals ich übernehmen. Bruder Ekkehard lud mich danach ein, selber Gastsprecher zu machen und drei Wochen lang in verschiedenen Bibelschulen in der DDR zu predigen, ein Angebot, das ich damals gerne annahm.
Nun haben wir uns wiedergetroffen und unsere Bekanntschaft aufgefrischt.

Auch die Mitarbeiter und Organisatoren um Fred Winkler haben prächtige Arbeit geleistet. Das Wort wurde gepredigt und der Geist Gottes wirkte. Super Lobpreis.
Preis dem Herrn.

Donnerstag, 6. August 2015

Mission to Europe in Suhl

"Es gibt aber Verschiedenheiten von Gnadengaben, aber es ist derselbe Geist. Und es gibt Verschiedenheiten von Diensten, und es ist derselbe Herr. Und es gibt Verschiedenheiten von Wirkungen, aber es ist derselbe Gott, der alles in allen wirkt. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben."
1 Korinther 12, 4-7.

In diesen Tagen findet im Konferenzzentrum (CC) in Suhl die Mission to Europe-Konferenz mit Jens Garnfeldt aus Dänemark statt. Pastor Jens war im Januar bei uns, hat laut gepredigt und eine wunderbare Zeit im Heiligen Geist herbeigeführt.
Unser Freund Fred-Uwe Winkler richtet die Konferenz aus.
Werde morgen auch mal hinfahren.

Montag, 3. August 2015

Spyware OS

"Hütet euch aber vor den Menschen!"
Matthäus 10, 17

Microsoft bringt in diesen Tagen sein neues Windows 10 heraus.
Umsonst.
Man kann einfach upgraden und muß nichts dafür bezahlen. Toll, nicht? Normalerweise sind die Programme aus Redmont ja nicht unbedingt günstig.
Doch warum verschenkt MS sein neues Betriebssystem? Die sind doch nicht gemeinnützig, sondern eine der geschäftstüchtigsten Firmen der Welt?

Nun, das System ist nicht wirklich gratis. Man bezahlt mit seinen Daten. Die Firma sammelt und speichert enorme Mengen von Daten, die man mit ihrer neuen Software fabriziert (und wertet sie aus). Sobald ein Konto erstellt ist, speichert MS Namen, Kontaktdaten, Paßwörter, demographische Daten, Kreditkartendaten und noch vieles mehr auf seinen Servern.
Bing-Suchmaschinenanfragen werden gespeichert und der Inhalt von Gesprächen mit der neuen digitalen Assistentin Cortana, sowie der Inhalt von privater Kommunikation etwa via Email.
MS schreibt in seinem Privacy Statement, der Erklärung zur Privatsphäre: "your typed and handwritten words are collected." Zu deutsch: "Deine getippten und handgeschriebenen Worte werden gesammelt."
Die Firma sagt auch, daß all die Daten nicht zwingend bei ihr verbleiben. Sie dienen zur Dienstleistungsverbesserung und zur gezielten Werbungserstellung, was manchmal das Weitergeben von Daten erfordere.

Auf sowas kritisch angesprochen, soll Microsoft antworten: "Aber Google und Apple machen's doch genauso!"
Stimmt natürlich.
Auch Siri und Google Now spionieren, was das Zeug hält. Aber ich muß sie nicht benutzen. Das ist bei einem Betriebssystem nochmal was anderes.
Falls es jemand schon installiert hat: Es ist vielleicht keine schlechte Idee, die Privacy Settings, die standardmäßig alle auf ON sind, abzuschalten, um der Sammelwut einen gewissen Riegel vorzuschieben.

Ich persönlich werde erst einmal nicht umsteigen. Das Thema ist vom Tisch.

Samstag, 1. August 2015

Von Herrlichkeit zu Herrlichkeit

„Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen worden - nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat - auf Hoffnung hin, daß auch selbst die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit freigemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.“
Römer 8, 20-21.

Ein vom Tisch gefallenes Glas, das zersprungen auf dem Boden liegt, wird nicht von sich aus wieder ganz und springt zurück auf den Tisch.
Es hat Bekanntschaft mit der „Knechtschaft der Vergänglichkeit“ gemacht.
Diese Knechtschaft der Vergänglichkeit hat einen wissenschaftlichen Namen: das Zweite Gesetz der Thermodynamik. (Der sogenannte Entropiesatz).
Dieser Satz besagt, dass ein physikalisches System im Lauf der Zeit stets von einem Zustand der Ordnung in einen Zustand der Unordnung übergeht. Er ist verantwortlich für Alterung und Zerfall und wirkt auf Menschen wie auf Planeten und alles andere gleichermaßen ein.

Es gibt überhaupt viel mehr Zustände der Unordnung als der Ordnung.
Ein Puzzle hat genau einen Zustand der Ordnung. Den reicht es dann, wenn jedes Teil exakt an seinem Platz liegt. Schüttelt man die Schachtel ein wenig, zerlegt es sich und nimmt einen Zustand der Unordnung ein. Schüttelt man es noch einmal, entsteht ein weiterer, anderer Zustand der Unordnung. Das kann man beliebig oft wiederholen: die ganze Sache wird immer unordentlicher, bis die Zustände mit jedem Schütteln der Schachtel nur noch variieren, aber immer unordentlich bleiben.
Es gibt für das Puzzle nur einen einzigen Zustand der Ordnung, aber unzählig viele Zustände der Unordnung. Das ist Fakt.

Wissenschaftler wie Stephen Hawking grübeln nun, warum sich das „Puzzle“, das Universum, in einem Zustand der Ordnung befindet und zur Unordnung fortschreitet. Naturwissenschaftlich gesehen wäre es logischer, dass es sich in einem ungeordneten Zustand befindet.
Warum hat es aus den Abermilliarden möglicher Zustände exakt genau den einzig perfekten Zustand eingenommen, der Leben auf der Erde ermöglicht?
Und warum schreitet es heute von perfekter Ordnung zur Unordnung fort?
Wer hat das Universum ganz am Anfang geordnet?
Warum gilt der Entropiesatz überhaupt?
Die Antwort ist bei Paulus nachzulesen.

Nun stelle man sich mal vor, das Gegenteil wäre plötzlich wahr: Der thermodynamische Zeitpfeil würde umgedreht und das Universum würde von der Unordnung zu immer größerer Ordnung fortschreiten.
Der Moment käme, in dem das Glas in der Tat zurück auf den Tisch springen würde—und zwar ganz!
Paulus erwartet offensichtlich einen solchen Moment, in dem der Entropiesatz nicht mehr gilt, sondern sein Gegenteil.
Alle Christen tun dies.
Denn was sonst geschieht in der Auferstehung?
Ein toter Körper, der wieder lebendig wird, erfährt das Gegenteil von Entropie: Er kehrt von der Unordnung zur Ordnung zurück.

Paulus sagt in 2. Korinther 3,18, dass wir „von Herrlichkeit zu Herrlichkeit“ in das Bild Jesu verwandelt werden. Was besagt das anderes, als dass wir in Ewigkeit von einem Zustand der relativen Ordnung in einen Zustand immer größerer Ordnung fortschreiten werden?
Der Christ erlebt das Gegenteil von Entropie!
Der erlöste Mensch und alles um ihn herum wird nicht immer chaotischer und schlechter, je älter er (vor allem nach der Auferstehung) wird, sondern immer besser—und das für immer!
Bye bye, Entropie.
Atemberaubende Zustände in der Gegenwart Gottes warten auf uns und Welten von unendlicher Schönheit.

Wir haben KEINE AHNUNG von dem, was da noch alles auf uns zukommt!

„Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“
1. Korinther 2,9.