Montag, 29. November 2010

Ein Baum mit Berufung

Wir haben seit letztem Wochenende einen wunderschönen drei, vier Meter hohen Christbaum im Gemeindesaal stehen. Besonderer Dank an Hanns B. und Alois R., die die Tanne abgesägt und aufgestellt haben.

Nach dem Gottesdienst kam Norbert G. zu mir und ließ mich wissen, daß er es war, der diesen Baum vor ein paar Jahren gepflanzt hat--im Vorgarten eines Bekannten. Nun war er zu groß geworden und mußte weichen--und endete in der Gemeinde.
Pflanzer und Absäger des Baums sind zwar beide Mitglieder im CGZ, agierten aber völlig unabhängig von einander und im Abstand von mehreren Jahren.

Sachen gibt's.

Wenn Gott sogar einem Baum eine Bestimmung gibt, wievielmehr dir?

"Meine Urform sahen deine Augen. Und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die gebildet wurden, als noch keiner von ihnen da war."
Psalm 139, 16

Samstag, 27. November 2010

Der Tod, gekreuzigt

Heute hat mich jemand aus der Gemeinde angerufen: Gestern abend beim Sport sei ein Sportskamerad plötzlich tot umgefallen. Der Mann war nicht alt. Weder seine Sportsfreunde noch die Sanitäter konnten ihn wiederbeleben. Frau und Kind erlebten seinen Tod mit.
Er wurde unvermittelt aus dem Leben gerissen.

Kaum lege ich den Hörer auf, teilt mir meine Familie mit, ein Kind aus der Schule meiner Kinder sei von einer Hochgarage gestürzt, vermutlich absichtlich.
Man faßt es nicht.
Der Tod tigert wie ein schwarzes Monster durch die Gegend und sucht, wen er fressen kann. Jung oder alt ist ihm egal.

Solche Nachrichten schockieren uns, wenn wir sie hören. Doch die leicht verdrängbare Tatsache ist, daß wir alle sterben werden, jeder einzelne von uns. Auch du, lieber Leser.

Keiner weiß, wann es ihn erwischt.

Es ist deswegen von größter Wichtigkeit, mit Gott im Reinen zu sein, bevor es uns trifft. Gott sagt, es gibt einen Ort, von dem Ruhe ausgeht und wo der Tod seinen Biß verliert: Das Kreuz Christi.
Dort hing Jesus, "durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden." Jesaja 53, 5.

Wenn wir Jesus in unser Leben einladen und sein Sühneopfer für uns beanspruchen, wenn wir Gott in seinem Namen um Vergebung bitten, dann sind wir gerettet.

Dann ist der Tod für uns tot.

"Wo ist, o Tod, dein Sieg? Wo ist, o Tod, dein Stachel?"
1 Korinther 15, 55.

Freitag, 26. November 2010

CD

Die Arbeit an der Gemeinde-Lobpreis-CD macht Fortschritte.
Noch zwei, drei Wochen, dann ist sie vermutlich fertig.

Jorge hat mir ein paar gelungene Design-Entwürfe fürs Cover gezeigt. Wir machen noch ein Booklet mit Texten und Info, dann geht's ab zum Drucker. Wird richtig gut.

Lobpreis ist die heutige Kirchenmusik. Es ist unsere Musik. So beten wir Gott an. Die Bibel sagt ja auch, daß man immer mal wieder neue Töne anschlagen soll:
"Singt ihm ein neues Lied; spielt schön auf den Saiten mit Jubelschall!"
Psalm 33, 3

(J. hat sich meine Stratocaster mit Texas Special-Tonabnehmern ausgeliehen, um damit schön auf den Saiten mit Jubelschall zu spielen. Go, Jorge!)

Mittwoch, 24. November 2010

Ein ewiger Thron

"Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade."
Jakobus 4, 6

König Hiskia von Juda war einst sehr krank gewesen und sollte sterben. Doch als er betete, wurde der Prophet Jesaja mit einem guten Wort zu ihm gesandt und Hiskia wurde geheilt. Gott tat in diesem Zusammenhang auch ein Wunderzeichen an der Sonne, indem er den Schatten an der Sonnenuhr des Ahas zehn Stufen zurückgehen ließ. Jener Tag verlängerte sich um viele Stunden. (Jesaja 38, 8). Die Kunde beider Wunder sprach sich herum, da diese Sonnenwanderung ja auf der ganzen Welt zu beobachten gewesen war.

Stell dir mal vor: Du bist krank und Gott heilt dich—und bevor er das tut, bewegt um deinetwillen die Sonne, um dir zu zeigen, daß du in drei Tagen wieder auf dem Damm bist. Alle Welt erlebt dies mit und merkt, daß Gott es war, der dich geheilt hat.

Würdest du dich für etwas Besonderes halten?

Hiskia tat das wohl. Denn als eine Delegation des Königs von Babylon mit einem Geschenk bei ihm vorbeikam, um ihm zur Genesung zu gratulieren, fühlte er sich über die Maßen geehrt. Doch statt über seine Heilung, die Sonne und den Gott der Wunder zu reden, zeigt ihnen Hiskia seine Reichtümer, und zwar alle. Er öffnet ihnen jede einzelne Schatzkammer. Er protzt und prunkt, daß es eine Art hat. Er promotet sich und präsentiert seine eigene Großartigkeit, statt Gott den Heiler zu verherrlichen.

Da wurde Jesaja abermals zu Hiskia gesandt. Diesmal jedoch mit einem strengen Wort: Babylon wird in ein paar Jahren kommen und deinen Plunder plündern. (2 Könige 20, 17). Du hältst dich für einen feinen Herrn und großen König, dem selbst Gott zu Füßen liegt. Doch deine Söhne werden Diener sein am babylonischen Hof und keine Könige mehr.
So geschah es dann auch.

"Vor dem Zusammenbruch kommt Stolz, und Hochmut vor dem Fall."
Sprüche 16, 18

Ganz anders war Jesus, der seine göttliche Herrlichkeit ablegte und den Himmel verließ, um Diener und Erlöser seines Volkes zu werden.
Nun hat er einen ewigen Thron inne.

Montag, 22. November 2010

Wie?

"Pastor, wie werde ich Gemeindemitglied im CGZ?"

Nun, du mußt dich zugehörig fühlen. Wir sind nicht für jeden, (dieses Schicksal teilen wir mit allen christlichen Gemeinden). Wenn du empfindest, daß Gott dich ins CGZ geführt hat, dann ist der erste Schritt getan. Dann solltest du regelmäßig kommen.

Darüber hinaus solltest du die Gemeinde ideell und materiell unterstützen.
"Ideel" bedeutet, du machst irgendwo mit oder denkst und sprichst zumindest positiv über sie.
"Materiell" bedeutet, daß du weißt: Für das Evangelium hat Jesus zwar schon bezahlt (mit seinem Blut), doch zum Unterhalt seiner Gemeinde benötigt er Mittel. Deshalb nimmst du in den Gottesdiensten nicht nur, sondern von dir kommt auch etwas zurück.

Wenn du dich hier wiedererkennst: Herzlich willkommen im CGZ.

"Ich werde meine Gemeinde bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen."
Matthäus 16, 18.

Sonntag, 21. November 2010

2 Hüte

Der Teufel trägt zwei Hüte.
Er ist der Versucher, der Christen--über ihr Fleisch--dazu anstiftet, auf seine Lockvogelangebote einzugehen.
Kaum hat der Christ gesündigt, wechselt der Teufel seinen Hut und wird zum Verkläger--er, der gerade noch Reklame für die Sünde machte, verklagt den Sünder nun dafür, daß er auf eben diese Reklame reingefallen ist.

Judas ist ein Paradebeispiel für sein Vorgehen.
Judas sah, wie Jesus bedroht wurde, mit Steinen beworfen wurde, verhaftet werden sollte--und immer irgendwie durchkam. Nichts schien Jesus stoppen oder schaden zu können. Also verkaufte er ihn auf Vorschlag des Versuchers für 30 Silberlinge an seine Feinde.
Als Jesus aber plötzlich doch verhaftet und geschlagen wurde, wechselte der Versucher seinen Hut und wurde zum Verkläger, so daß Judas nun sagt: "Ich habe gesündigt, denn ich habe schuldloses Blut überliefert." (Matthäus 27, 4). Schließlich wirft er seinen Judaslohn in den Tempel und geht und erhängt sich.

Ähnlich ging es Petrus, der behauptete, Jesus nicht zu kennnen, während Jesus dabeistand! Auch er fühlte sich augenblicklich verklagt. "Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an." Dieser Blick muß das erschütterndste Erlebnis im Leben von Petrus gewesen sein. "Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich." (Lukas 22, 61-62).

Doch im Unterschied zu Judas hatte Petrus auf die Predigten Jesu achtgegeben, als der von Tod und Auferstehung gesprochen hatte. Entsprechend brachte er sich nicht um, sondern hoffte auf eine zweite Chance.
Und die bekam er. Am Auferstehungsmorgen wiesen die Engel die Frauen an, "Geht hin, sagt seinen Jüngern und Petrus, daß er euch nach Galiläa vorausgeht! Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat." (Markus 16, 7).
Warum heißt es, sie sollten "den Jüngern und Petrus" sagen, wohin sie gehen sollten?
Weil Petrus in diesen Tagen nicht bei den Jüngern war, sondern für sich trauerte. Er fühlte sich ihrer Gesellschaft unwürdig, (dabei waren sie doch alle geflohen, als es wirklich drauf ankam). Petrus bereute und wartete. Und das Engelwort wies ihn an, Jesus in Galiläa zu treffen.
Was würde Jesus sagen?
Er gab ihm eine neuen Chance. Der Verkläger scheiterte an Reue und Vergebung.

Der Rest ist Geschichte.

Samstag, 20. November 2010

GGG

Gute Lehre,
gute Gemeinschaft,
gutes Essen.

Wir hatten einen super 3. Bibelschultag. Dank nochmal an alle Sprecher für ihre guten Botschaften und die Besucher für ihr zahlreiches Erscheinen. Morgen früh geht's weiter...

"Und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen auf das Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same sprießt hervor und wächst, er weiß selbst nicht, wie. Die Erde bringt von selbst Frucht hervor, zuerst Gras, dann eine Ähre, dann vollen Weizen in der Ähre. Wenn aber die Frucht es zuläßt, so schickt er sogleich die Sichel, denn die Ernte ist da."
Markus 4, 26-29

Freitag, 19. November 2010

3. CGZ-BST

Morgen ist der 3. CGZ-Bibelschultag und ich freue mich sehr drauf.
Sieben Botschaften zwischen 9 und 16 Uhr bewirken ein Marinieren im Wort Gottes und das verändert. Ich höre gute Berichte von Teilnehmern, denen es nun leichter fällt, mit bestimmten Zeitgenossen umzugehen.

Der Herr ist dabei, die Gemeinde zu "heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort." (Epheser 5, 26). Er wäscht Flecken aus uns und bügelt Runzeln weg. (Vers 27).
Flecken kann man zur Not selber rauswaschen, doch Runzeln? Es ist übernatürliche Veränderung, wenn die aus uns verschwinden. Das tut der Herr, durch sein Wort.

Donnerstag, 18. November 2010

DDT

"Pastor, ich bin dick, doof und träge."

Mag sein.
Doch das ist nur eine Seite von dir.
Außer Schwächen hast du noch Stärken, da Gott keine Menschen ohne Fähigkeiten macht.

Paulus sagt, alle Christen miteinander ergeben den "Leib Christi."
"Wenn der ganze Leib Auge wäre, wo wäre das Gehör? Wenn ganz Gehör, wo der Geruch? Nun aber hat Gott die Glieder bestimmt, jedes einzelne von ihnen am Leib, wie er wollte." 1 Korinther 12, 17-18.

In einem Körper gibt es keine überflüssigen Organe, genauso wie ein Auto keine fünf Räder hat. Finde heraus, was dir Spaß macht, was du besser kannst als andere, und tu's. Darüber vergißt du dann deine Schwächen.

Dienstag, 16. November 2010

Vor der Ehe

"Pastor, eine Freundin meiner Tochter will wissen, wo genau in der Bibel steht, daß vorehelicher Geschlechtsverkehr verkehrt ist."

Die Frage stellt sie, weil sie im Chemischen Zeitalter lebt, wo nicht mehr allen Menschen klar ist, daß Sex automatisch zum Kinderkriegen führt und der Staat ein miserabler Ersatzvater ist. In weniger sexualisierten Gesellschaften ohne freien Zugang zur chemischen Keule ist das den Leuten noch recht bewußt. Entsprechend passen sie auf ihre Töchter auf, so daß sich solche Fragen gar nicht stellen. Allen ist klar, daß voreheliches Rumgepimpere falsch ist.

Ist Gott ein Lustfeind?
Kaum. Er hat Sex doch erfunden.
Doch er besteht auf einer festen Paarbeziehung, bevor's zum Sex kommt.
Gott will, daß Kinder in stabile Beziehungen hineingezeugt werden, um dort ein von Vater und Mutter behütetes Aufwachsen zu erfahren.
Eine Beziehung ist erst dann stabil, wenn alle Beziehungsalternativen kategorisch ausgeschlossen wurden. Das heißt, ein Mann beweist, daß er sich auf eine Frau festlegt und alle anderen sausen läßt, indem er sich einen Trauschein mit ihr zulegt.

Wenn eine Frau sich vorher an einen Mann verschenkt, kann's passieren, daß er sie zu benutzen beginnt und im Hinterkopf nach einer attraktiveren Alternative Ausschau hält. Das muß er nicht bewußt tun. Viele Männer sind einfach so. Vermutlich die meisten. Man hilft ihnen, wenn man sie vorher heiratet.

Die Schriftstellen gegen sexuelle Liederlichkeit sind zuviele, um sie hier alle zu zitieren. Jesus in der Bergpredigt, 1 Thessalonicher 4, Epheser 5, 5f..., alle sind eindeutig in ihrer Aussage. Man muß sie nur verstehen wollen.

1 Korinther 6, ab Vers 9 ist recht eindeutig:
"Weder Unzüchtige [griechisch "pornoi"] ..., noch Ehebrecher [verheiratete Unzüchtige], noch Lustknaben, noch Knabenschänder ... werden das Reich Gottes erben."

Offenbarung 14, 4, fand ich auch leichtverständlich. Dort ist die Rede von jüdischen jungen Männern, die sich zu Jesus bekehrt haben und von ihm zu vollmächtigen Evangelisten gemacht werden. Von ihnen heißt es, "Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht."

Wer Ohren hat...

Sonntag, 14. November 2010

Blues Night Recap

Wau!

Full house am Freitag zum Bluesbreaker.
Unsere Jugendlichen haben zwei Stunden lang am Stück (alkoholfreie) Cocktails gemixt und mehr als 100 unters Volk gebracht. Daneben gab's noch anderes zu trinken. Rund die Hälfte der Besucher war völlig neu bei uns. War super!

Andreas Herrmann könnte, wenn er wollte, wirklich als Profimusiker durchgehen. Er spielt stundenlang ein Stück nach dem andern ohne danebenzulangen und wechselt Gitarren fließend während er spielt.

Jürgen und Andrea haben Clapton neu intoniert, daß es eine Freude war.

Jorge und Band haben einen selbstkomponierten Jesus-Blues präsentiert, und ich ein paar hendrixeske Kracher mit Titeln wie, "Hey Du!", "Der Berg fliegt" oder "Jesus reigns."
Andreas fand den Abend so gut, daß er vorschlug, das Ganze irgendwann nächstes Jahr in Wiesbaden zu wiederholen.

Da man während eines Konzerts natürlich schlecht predigen kann, habe ich mir Mühe gegeben, besonders sinnvolle Texte zu singen. Leider hat man die akustisch nicht alle verstanden. Lag bestimmt an mir. Deshalb nun hier der Text von "Hey Du!"

"Hey, hey du! Wo gehst'n du hin mit dem Ding in der Hand?
Das Ding ist schwarz und glänzt und du gehst damit auf der Straße.
Hast du keine Angst? Wenn dich die Polizei damit sieht?
Das Ding in meiner Hand ist meine Bibel.
Schwarz ist das Leder und glänzen tut der Goldschnitt.
Ich geh damit ins CGZ heut abend, da machen'se Blues Night.
Der Andreas ist da aus Wiesbaden und der Jorge aus Mexiko.
Da spielen sie guten alten Rock n' Roll,
für Jesus..."

Zugegeben, ein wenig spontan.

"Der Berg fliegt" handelt von einem Berg, der als Maulwurfshaufen beginnt und zum Berg wird, der im Weg steht. Da er nicht weichen will, "sprech ich ihn an im Namen des Herrn. Und der Berg hebt sich, und der Berg fliegt und wirft sich ins Meer." Herrlicher Groove.

Ich spiel das jetzt nochmal.
Wo ist meine Gitarre...?

"Den HERRN will ich preisen allezeit, beständig soll sein Lob in meinem Munde sein."
Psalm 34, 2

Donnerstag, 11. November 2010

Blues Night

Habe gerade noch einmal mit unserem Gastmusiker Andreas Herrmann aus Wiesbaden telefoniert. Andreas und seine Gitarrenfamilie werden während der Blues Night morgen abend den größten Teil der Lieder übernehmen. Neuestes Familienmitglied ist eine halbakustische ES335, mit der man wunderschöne weiche, Larry-Carlton-mäßige Töne hinbekommt. Es wird also nicht bloß übersteuerte Stratocasters zu hören geben und Akkorde, die in den Bauch hauen, sondern auch mildere Sounds.

Für alle wird was dabeisein, denk ich mal.

Wir haben ein handvoll Bistrotische neben die Stühle gestellt, so daß man sitzen und zuhören oder rumstehen und sich unterhalten kann.

Die Teeny-Brigade mixt alkoholfreie Cocktails. Ansonsten gibts Apfelschorle oder Wasser.

Bin voll guter Erwartung!

Dienstag, 9. November 2010

Wie hörst du?

In Markus 4 steht das Gleichnis vom Sämann.

Der Sämann sät das Wort.
Der Boden ist in vierfacher Weise unterschiedlich.

Der eine Boden ist hart wie ein Trampelpfad. Das Wort fällt drauf und wird von Vögeln weggepickt. Solche Leute hören, aber nichts dringt durch. Sie bleiben völlig unverändert. Es ist, als hätten sie das Evangelium nie gehört.

Ein weiterer Boden ist steinig. Das Wort dringt ein und keimt auch gleich. Eine solche Person ist begeistert und voll dabei. Doch wenn irgend ein Problemchen auftaucht, (was unweigerlich geschieht), fällt sie ab wie ein verblühtes Blatt vom Blumenstengel.
Sie hat gehört, aber eine dauerhafte Transformation hat nicht stattgefunden.

Der dritte Boden ist nicht schlecht. Doch außer dem guten Wort bläst der Wind noch den Samen von Dornen aufs Feld und die Dornen ersticken das Wort. Die Dornen sind die Ablenkungen des Lebens, seien sie nun Sorgen oder Vergnügungen. (Auch Vergnügungen sind Dornen, wenn sie das Wort ersticken).
Eine solche Person begibt sich immer wieder unter's Wort. Doch die Verheißungen Gottes erfüllen sich in ihrem Leben nie, weil die Person ständig abgelenkt ist und nie durch Nachdenken über die Verheißungen den nötigen Glauben entwickelt. (Der Glaube kommt aus dem Hören).

Wir sind die Generation mit der meisten Freizeit und haben dennoch kaum Zeit fürs Wort.

Der vierte Boden ist der beste. Hier fällt das Wort "in die gute Erde und gab Frucht, indem es aufsproßte und wuchs; und es trug eines dreißig-, eines sechzig- und eines hundertfach." Das Wort trifft auf Menschen, die es mögen. Sie bedenken es, sprechen darüber, und das Wort bringt Frucht. Die Gebete werden erhört, die Verheißungen Realität!

Doch selbst hier ist die Rede von dreißig-, sechzig-, hundertfacher Frucht.
Nicht alle erleben das Maximum.

Ich stelle fest:
Drei Viertel der Hörer hören zwar, aber das Wort bringt in ihnen keine Frucht.
In einem Viertel bringt das Wort Frucht, doch nur in einem Drittel davon hundertfältig.

Der Maximumsegen steht allen Hörern zur Verfügung.
Doch nur ein Drittel von einem Viertel der Hörer (8 von 100) erlebt ihn.

Die Frage stellt sich nun: Wie hörst du?

Und ich?

Montag, 8. November 2010

Gott, deine Zuflucht

"Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken?"
Psalm 27, 1

Krisensituationen können in Gruppen Streß hervorrufen, der sich aufschaukelt, bis Panik ausbricht.
In einem solchen Moment halten alle (unbewußt) Ausschau nach einer ruhigen, unpanischen Person, an der sie sich festhalten können, (bildlich gesprochen).
Der Mensch rennt von seinem Problem weg--hin zu einer Zuflucht.

Gott will diese Zuflucht in unserem Leben sein.

Wie kann er das werden? Er ist ja im Himmel und wir auf der Erde.
Für die Jünger war die Sache noch einfach: Jesus war der große Unbesorgte unter ihnen.
Als sie auf dem See Genezareth in einen Sturm gerieten und Jesus schlief, weckten sie ihn, als die Panik dabei war, sie zu übermannen. Er offenbarte sich als der Ruhepol, indem er sagte, "Was seid ihr furchtsam, Kleingläubige?" und stillte den Sturm.

Doch auch Jesus ist nun im Himmel.

Trotzdem kann Gott unsere Zuflucht werden. 1 Johannes 4 zeigt, wie das geht.
In Vers 18 heißt es, "Vollkommene Liebe treibt die Furcht aus..., wer sich fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe."
Sorgenfurcht wird durch Liebe ausgetrieben.
Das muß erläutert werden.
1 Johannes 5, 3 liefert den Schlüssel: "Dies ist die Liebe Gottes,"--d.h. die Liebe zu Gott--"daß wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer."
Gott zu lieben bedeutet, seine Gebote zu halten, was laut Johannes nicht schwer ist.
Der Apostel sagt in anderen Worten: Ein gutes Gewissen bewirkt Frieden. Wem die Sünden vergeben sind, der kann mit Gott rechnen, der muß sich nicht sorgen.

"Es flieht der Gottlose, ohne daß ihm einer nachjagt; der Gerechte aber fühlt sich sicher wie ein Junglöwe."
Sprüche 28, 1

Freitag, 5. November 2010

Close Call

W.S. brachte letzten Sonntag einen Gast mit. Nach dem Gottesdienst kam er und stellte ihn mir vor.
Der Mann hieß Ch.
Ch. hatte ein akutes Alkoholproblem. Seine Augen waren wäßrig und sein Atem geladen. Wir redeten. Zum Schluß beteten wir miteinander und Ch. lud Jesus in sein Leben ein.

Heute morgen um 2 Uhr rief Ch.s Frau bei W. an.
W. benachrichtigte uns.

Ch. ist in der Nacht gestorben.

"In deiner Hand sind meine Zeiten."
Psalm 31, 16

Donnerstag, 4. November 2010

Wie sag ich's weiter?

"Pastor, wie erzähle ich jemand anderem was von Jesus?"

Das Evangelium weitergeben ist nicht schwer. Wenn es sich ergibt, dann erzähl einfach, wie dein Leben war, bevor du Christ geworden bist, wie genau Jesus in dein Leben kam, und was sich seither verändert hat.

Halt's simpel, sprich vom Kreuz und was dort geschah. Vermeide "neueste Offenbarungen" und Themen, mit denen dein Gegenüber nichts anfangen kann. ("Geistliche Kriegführung", Endzeitmutmaßungen, usw.).

Kau deinem Gesprächspartner nicht das Ohr ab. Laß ihn Fragen stellen und hör zu.
Wenn er deine Message nicht hören will, akzeptiere das. Es gibt genug andere, die sie hören wollen.

Und sei ruhig kühn und bete für die Person, wenn sie ein Anliegen hat oder Heilung braucht. Während du das Evangelium weitererzählst, wirst du Gott mehr erleben als irgendwann sonst.

"So sind wir nun Gesandte an Christi Statt, indem Gott gleichsam durch uns ermahnt; wir bitten für Christus: Laßt euch versöhnen mit Gott!"
2 Korinther 5, 20

Dienstag, 2. November 2010

Paradoxoi

Apostelgeschichte 12 ist ein bemerkenswertes Kapitel voller Überraschungen.

In ihm wird Petrus von Herodes verhaftet, um am nächsten Tag hingerichtet zu werden.
Doch ein Engel erscheint in der Nacht und befreit ihn. Petrus geht zum Haus von Maria, der Mutter von Johannes Markus.

Erste Überraschung:
Eine Tür, von der man denkt, sie ist unmöglich zu öffnen, tut sich auf: die des Gefängnisses.
Eine Tür, von der man denkt, sie muß sich sofort öffnen, bleibt zunächst verschlossen: die der Gemeindeversammlung bei jener Maria.

Zweite Überraschung:
Ein mit dem Tod bedrohter Mann, von dem man denkt, er müsse doch nervös und wach sein in der Nacht vor seiner Hinrichtung, schläft wie ein Murmeltier: Petrus. Der Engel muß ihn wachrütteln.
Unbedrohte hingegen, die eigentlich schlafen sollten, waren wach und besorgt: die Gemeinde, die für ihn ohne Unterlaß betete.

Dritte Überraschung:
Petrus, von dem man dachte, sein Leben sei nun vorbei, lebt siegreich weiter.
Herodes, sein Möchtegernmörder, von dem man dachte, er sei noch mittendrin, war am Ende. Der Bösewicht starb, von Würmern zerfressen.

Alles kam ganz anders als gedacht.

Ich bin überzeugt, Gott ist ein Klavierspieler. Sein Instrument ist das Leben seiner Heiligen. Er spielt auch auf deinem, wenn du ihn läßt.

Montag, 1. November 2010

Hope for the Bitter

"Pastor, mir ist eine außerordentlich bittere Person begegnet. Ich bin fassungslos."

Menschen verbittern, weil sie an der Gnade Gottes Mangel leiden:
"Achtet darauf, daß nicht jemand an der Gnade Gottes Mangel leide, daß nicht irgendeine Wurzel der Bitterkeit aufsprosse und zur Last werde und durch sie viele verunreinigt werden." Hebräer 12, 15.

Menschen, die Mangel an Gottes Gnade leiden, fühlen keinerlei Wind Gottes in ihren Segeln, er erhört ihre Gebete nicht und spricht nicht zu ihnen.

Was grundsätzlich an ihnen liegt und nicht an Gott.
Bezeichnenderweise bedeutet das Wort "verbittern" im Urtext gleichzeitig, "sich auflehnen." (Siehe zB Hebräer 3, 16).
Verbitterung hat ihre Wurzel im Unglauben. Es ist nämlich der Unglaube, der sich gegen Gottes Wort auflehnt.
Denn wenn ich glaube, daß Gott mit mir ist, wie er gesagt hat, dann kann mich angreifen wer will: Keiner Waffe wird's gelingen. Im Gegenteil. Je mehr man einen Gesegneten untertritt, desto mehr erhöht der Herr ihn. Das hat er selber am besten demonstriert: Die größte Pleite Satans war Jesu Tod am Kreuz. Als Resultat sitzt Jesus zur Rechten Gottes und herrscht, und für den Teufel gibt's kein Entrinnen mehr.

Bittere Menschen brauchen Gottes Gnade und der Hebräerbrief impliziert, wir sollen sie vermitteln. Am einfachsten ist, wenn Bittere mit Gesegneten zusammenkommen, denn der Glaube des Gesegneten ist ansteckend. Auch ein offenes Ohr, eine Hilfeleistung irgendwo können viel bewirken. Vorausgesetzt natürlich, der Bittere genießt seine Bitterkeit nicht, sondern will sie loswerden.
Das ist leider nicht immer der Fall.

Hanna war eine Bittere, die an ihrer Umwelt zu verzweifeln drohte--aber betete!
Sie war die zweite Frau eines Herrn namens Elkana. Dessen andere Frau war dauerschwanger, Hanna hingegen unfruchtbar. Die Üppige hänselte die Dürre und die verbitterte.
Eines Tages jedoch schüttete sie ihr Herz am Eingang von Gottes Stiftshütte aus.
Der diensthabende Priester dachte, sie wäre betrunken, so emotional gebärdete sie sich. Doch dann hatte er ein Wort für sie: sie würde schwanger werden.

Und Hanna glaubte "und hatte nicht mehr ein so trauriges Gesicht." (1 Samuel 1, 18).
Übers Jahr gebar sie Samuel, einen der größten Gottesmänner aller Zeiten.