Freitag, 30. Juni 2017

Klare Sicht

„Wir sehen jetzt mittels eines Spiegels, undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht.“
1 Korinther 13, 12.

Es gibt Ferngläser für 20 € und es gibt Ferngläser für 2000 €. Ich habe mich immer gefragt, worin denn der Unterschied besteht, der diese Preisdifferenz rechtfertigt. Beide schauen gleich aus, leiten Licht durch Linsen und holen her, was in der Ferne liegt. Was macht den Unterschied?
Es ist das Glas.
Je teurer ein Fernglas ist, desto reiner ist das Glas aus dem seine Optik gefertigt ist. Je reiner das Glas, desto lichtdurchlässiger ist es. Desto klarer ist das Bild vor Augen. Eine Offenbarung. Ein völlig neues Seherlebnis. Atemberaubend. Mondnächte sehen dadurch aus wie bewölkte Nachmittage. Wo man mit dem nackten Auge nichts mehr sieht, erkennt man durch so ein Glas alles noch richtig gut, fast als ob ein Restlichtverstärker eingebaut wäre.
Ich habe nämlich neulich Gläser verglichen.
Und ein neues gekauft. (Allerdings bei weitem kein so teures).
Hochreines Glas ist schwer herzustellen und deshalb so teuer.

Paulus sagt, wenn wir die Bibel lesen, dann sehen wir Jesus, aber undeutlich. Uns sind seine Worte überliefert, aber nicht seine Stimme, seine Tonlage, sein Ausdruck beim reden. Das Glas, durch das wir ihn betrachten, ist relativ dunkel.
Wie kriegen wir es heller?
Zum Beispiel so:
Paulus betet für die Epheser und sagt, „daß der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst.“ (Epheser 1, 17).
Der Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis Gottes hilft uns, das Gelesene richtig zu verstehen. Unsere Gotteserkenntnis wächst und wir sehen deutlicher.
Er fährt fort:
„Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr wißt, was die Hoffnung seiner Berufung, was der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen und was die überragende Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, ist, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke.“ (Verse 18 und 19).
Wer so betet, sieht bald schärfer.
Mach's dir zur Gewohnheit.

Während heute in Berlin auf der Titanic, pardon, im Bundestag, die Ehe verabschiedet wurde—bzw. das Gesetz über die Ehe für alle—goss es in Strömen. Die Wassermassen drückten Gullideckel weg und der Inhalt der Kanalisation ergoss sich auf die Straßen. Mancherorts soll's richtig stinken. Im Hohen Haus regnet es währenddessen Konfetti.
Der Damm ist gebrochen, Leute.
Als nächstes wird das Sorgerecht geändert: Dann hat ein Kind bis zu vier Eltern. Wetten das kommt? Wie sagen die Philosophen von Toyota? Nichts ist unmöglich. Nicht mehr.
In der Tat.
Und wie ist mir das Herz so schwer.

Paulus ermahnte die Christen seiner Tage:
„Dies nun sage und bezeuge ich im Herrn, daß ihr nicht mehr wandeln sollt, wie auch die Nationen wandeln, in Nichtigkeit ihres Sinnes; sie sind verfinstert am Verstand, fremd dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verstockung ihres Herzens;
sie, die abgestumpft sind, haben sich selbst der Ausschweifung hingegeben, zum Ausüben jeder Unreinheit mit Gier. Ihr aber habt den Christus nicht so kennengelernt.“ (Epheser 4, 17-20).

Mögen andere Gott mit Füßen treten, wir machen nicht mit.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Noch 'ne Wende: Slouching towards Gomorrah

„Dein Herz eifere nicht gegen die Sünder, sondern um die Furcht des HERRN jeden Tag.“
Sprüche 23, 17.

Nach der Energiewende, der Mautwende, der Griechenlandschuldenfinanzierungswende und der Bevölkerungswende hat die Frau Bundeskanzler nun die Ehewende vollzogen.
Noch diese Woche wird der Bundestag die Ehe abschaffen.
So sagen die das natürlich nicht. Die nennen das die Einführung der Ehe für alle. Die Verbindung von XX- und YY-Paaren soll vollumfänglich der Ehe gleichgestellt werden. Die Opposition tobt vor Freude, der Bär tanzt. Und ich kratze mich am Kopf. Ich glaube nämlich nicht, dass dies bereits das Ende der Fahnenstange ist. Bald wird es Verbindungen von dreien oder vieren geben, die für sich beanspruchen, eine Ehe zu führen. Da ist das Chaos vorprogrammiert.
Denn mit welchen Gründen will man denen das verbieten, nachdem der Damm einmal gebrochen ist? Wer legt fest, was eine Ehe ist?
In einer glaubenslosen Gesellschaft sind das dann die Lobbys.
Erfolgsberauschte Interessengruppen werden Politiker vor sich hertreiben, bis noch die letzte Perversion legitimiert ist und nimmermehr kritisiert werden darf.
Wer Gott verwirft, der landet früher oder später bei dieser Denke.
Gott helfe uns und unseren Kindern.

Ich sag's noch mal wie's ist:
Die Ehe ist eine 6000 Jahre alte von Gott gestiftete Institution. Die kann man nicht abschaffen oder umdefinieren, das ist unaufrichtig. Sogar das manchmal seltsame Entscheidungen treffende Bundesverfassungsgericht hat noch 2002 klargestellt, die Ehe sei eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Der Bundestag torpediert diese Woche also die Verfassung samt der Rechtsprechung des Verfassungsgerichts. Er ist offen für alles.
Doch wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht.
Es geht nicht um die Öffnung der Ehe für alle, es geht in Wirklichkeit um die Dekonstruktion der Institution Ehe. So blöd können die im Bundestag gar nicht sein, dass sie das nicht wissen. Warum machen die das?
Das Parlament sollte bedenken, dass diese Politik in Gomorrah kläglich gescheitert ist.
Die Ehe für alle wird (hoffentlich) vor dem Verfassungsgericht scheitern.

Menschen, die mit speziellen geschlechtlichen Anfechtungen kämpfen und sie loshaben möchten, denen sei versichert, dass es Hilfe für sie gibt. Jesus ist ein Erlöser. Er ist nicht gekommen um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten, bevor es zu spät ist. Der hilfreiche Verein Wüstenstrom e.V. sei hier erwähnt.

„Wißt ihr nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, noch Ehebrecher, noch Lustknaben, noch Knabenschänder, noch Diebe, noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben.
Und das sind manche von euch gewesen. Aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“ (1 Korinther 6, 9-11).

Samstag, 24. Juni 2017

Leidest du, lustloses Genie?

„Zeigst du dich mutlos am Tag der Knappheit, ist auch deine Kraft knapp.“
Sprüche 24, 10.

Motivation ist unverzichtbar für den Erfolg.
Motivation ist den Fähigkeiten und Talenten vorgeschaltet, denn Fähigkeiten und Talente bewirken rein gar nichts, wenn man nicht motiviert ist, sie auch zu benutzen. Motivation ist daher genauso wichtig wie Talent. Der Motivationslose könnte genauso gut auch talentlos sein, es kommt am Ende aufs selbe raus.
Die schönste Stange Dynamit bewegt den Berg nicht, wenn der zündende Funke der Motivation fehlt. Das Dynamit könnte genauso gut gar nicht existieren: Das Resultat wäre dasselbe.
Wer sich für superbegabt hält, aber seine Begabung nie durch Taten demonstriert, der ist es in Wirklichkeit gar nicht. Denn im biblischen Sinn Superbegabte sind auch motiviert. („Der Eifer um dein Haus verzehrt mich.“ Johannes 2, 17). Der Motivationsfunke ist unverzichtbarer Teil der Superbegabung.

Hand in Hand mit der Motivation geht der Fleiß. Wobei nicht sicher ist, wer nun wessen Kind ist: Die Motivation das Kind des Fleißes. Oder der Fleiß das Kind der Motivation.

Eines steht jedoch fest: Der Fleißige, der seine bescheidenen Gaben beständig einsetzt, ist dem unmotivierten, kapriziösen Genie haushoch überlegen.
Die Frage ist nun: Wie motiviere ich mich?
Das wird nicht ohne Gewalt abgehen, Gewalt im Sinne von Fleisch kreuzigen. Ich muss meinem unmotivierten Ego befehlen, sich nun hinzusetzen und die Aufgabe in Angriff zu nehmen. Ist diese innere Unbeweglichkeit erst einmal überwunden, kommt der Spaß an der Aufgabe ganz von selbst. (Die Motivation wäre demnach das Kind des Fleißes).

„Den Faulen fehlt es an Besitz, die Fleißigen aber erlangen Reichtum.“ (Sprüche 11, 16).

Montag, 19. Juni 2017

RIP, alle 3

„In deiner Hand sind meine Zeiten.“
Psalm 31, 16.

Am vorletzten Sonntag hat sich Erwin H. mit seiner Frau für den Gottesdienstbesuch bereitgemacht, als er plötzlich zusammensackte und heimging zum Herrn, seinem eigentlichen Pastor in der großen Gemeinde im Himmel. Der Gottesdienst begann für ihn an diesem Sonntag vor 10:30 Uhr.
Erwin fand 2006 zu Gott, als er erstmals ins CGZ kam. Seitdem wollte er keinen sonntäglichen Gottesdienst mehr versäumen. Er hatte zuletzt gesundheitliche Probleme und wurde fast 66 Jahre alt. Er war ein Original und wir werden ihn vermissen.
Beisetzung ist morgen um 14:00 Uhr im Hauptfriedhof in Schweinfurt.

Außerdem ging letzte Woche Hermine S., die regelmäßig an den Montagsgebetstreffen teilnahm, heim zum Herrn. Die Mutter von Chr. und D. wurde 77. Ihre Beisetzung findet am Freitag statt, auch um 14:00 Uhr, auf dem evangelischen Friedhof in Obereisenheim.

Den Hinterbliebenen unser herzliches Beileid. Es ist jedoch wunderbar zu wissen, dass beide, Erwin wie Hermine, mit Jesus gelebt haben und nun bei ihm sind. Er ist die Auferstehung und das Leben.

Noch ein dritter starb letzte Woche: Helmut Kohl, der Kanzler der Einheit, ein Mann, der Höhen und Tiefen erlebt hat wie wenige neben ihm. Er war 1990 der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Möge auch er in Frieden ruhen.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Fronleichnam?

„Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.“
Johannes 6, 54.

„Pastor, heute ist Fronleichnam. Klingt spooky. Ich versteh da bloß Happy Kadaver. Um was gehts?“

Fronleichnam ist ein Feiertag zu Ehren des Heiligen Abendmahls. Die katholische Kirche installierte ihn im dreizehnten Jahrhundert aufgrund der Vision einer Nonne, die eine weiße Hostie mit einem schwarzen Fleck gesehen hatte. Der Fleck war in ihrer Interpretation das Fehlen eines Festes zu Ehren des Abendmahls im Kirchenjahr.

Beim Feiern des letzten gemeinsamen Passahmahles nahm Jesus, Gott im Fleisch, Brot und Wein und schloss mit seinen Jüngern, respektive der ganzen Menschheit, einen Neuen Bund. Davon spricht der obige Bibelvers.
Wer an Jesus glaubt und gläubig das Abendmahl nimmt, hat ewiges Leben und Jesus wird ihn auferwecken am letzten Tag.
Ich wünsche allen einen schönen Feiertag, wo er denn stattfindet. Ist ja nicht überall.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Die umstrittene Arte-Doku über Antisemitismus

„Laßt uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus.“
Epheser 4, 15.

„Pastor, diese Antisemitismus-Dokumentation, die du im letzten Post verlinkt hast, beunruhigt mich. Denn die behaupten da, die Quelle allen Antisemitismuses sei das Christentum, bzw. die Bibel, und zitieren 1 Thessalonicher 2, wo steht dass die Juden: „sowohl den Herrn Jesus als auch die Propheten getötet und uns verfolgt haben und Gott nicht gefallen und allen Menschen feindlich sind.“ Die Juden haben Jesus ermordet und jedes Kruzifix und jedes Marterl am Wegesrand erinnert daran, behaupten die. Außerdem ist der Verräter Judas, was ja die griechische Form von Juda ist. Wieder ist der Jude der Böse. Wie siehst du das? Sind Christen Judenhasser?“

Auch mir ist dieser Teil des Beitrags als ziemlich christenfeindlich und konstruiert aufgefallen. Denn die Leute, die ich kenne, werden beim Anblick eines Kruzifixes nicht an die Juden erinnert, sondern daran, dass Jesus für ihre Sünden gestorben ist. Sie werden nicht feindselig, sondern friedlich.

Es ist zwar eine historische Tatsache, dass die Hohenpriester und der Hohe Rat den Anstoß gegeben haben. Die Tötung des Messias war aber eine gemeinsame Anstrengung von Juden und Heiden. Denn ans Kreuz genagelt haben ihn nicht die Juden, sondern die nichtjüdischen Römer. Wer allein den Juden die Tötung des Messias zuschreibt, der springt zu kurz. Die hätten ohne Pilatus gar nichts ausgerichtet.
Außerdem:
Niemand hätte Jesus töten können, wenn er dies nicht erlaubt hätte. Er selbst sagt über sein Leben, „Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Vollmacht, es zu lassen, und habe Vollmacht, es wiederzunehmen.“ (Johannes 10, 18). So sah das aus.
Als die Tempelpolizei seinerzeit nach Gethsemane kam, um Jesus zu verhaften, sprach er diese Hundertschaften an und sie wichen zurück und fielen zu Boden, niedergestreckt durch die Kraft Gottes. (Johannes 18, 6). Erst nach diesem kleinen Vollmachtserweis ging er mit ihnen und ließ sich kreuzigen.

Zurück zu 1 Thessalonicher 2, 15.
Da sagt Paulus einige unangenehme Dinge, die jedoch allesamt auf die Juden seiner Tage zutrafen. Er wusste, wovon er sprach, denn er selbst war einer der pharisäischen Hauptchristenverfolger gewesen, bevor der Herr ihn vom hohen Ross holte und zum Christen und Apostel machte.
Die Wahrheit ist wahr, auch wenn sie häßlich ist.
Die hebräische Bibel, (das Alte Testament), ist voll mit Geschichten des Versagens Israels: „Alles dies aber widerfuhr jenen als Vorbild und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns.“ (1 Korinther 10, 11). Weil wir nämlich auch nicht unbedingt besser sind.

In 1 Thessalonicher 2, 14 nennt er übrigens die Landsleute der griechischen Thessalonicher genauso schlimme Verfolger wie die Juden: „Brüder, ihr seid Nachahmer der Gemeinden Gottes geworden, die in Judäa sind in Christus Jesus, weil auch ihr dasselbe von den eigenen Landsleuten erlitten habt wie auch sie von den Juden.“
Die Juden drangsalierten ihre bekehrten Volksgenossen.
Die Griechen drangsalierten ihre bekehrten Volksgenossen.
Wo ist der Unterschied?
Ich weiß von pakistanischen Bekehrten, die von ihren Landsleuten deshalb ermordet wurden.
Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation brannten schonmal die Scheiterhaufen.
In Amerika werden Christen verklagt, wenn sie schwulen Hochzeitern keine Torten backen.
Die EU...
Paulus hetzt nicht gegen die Juden als Volk, wie er auch nicht gegen die Griechen hetzt. Er sagt lediglich die Wahrheit.
Beide, Juden wie Heiden, sind ohne Jesus verloren.
Er wollte beide für Christus gewinnen.
Und er liebte sein eigenes Volk heiß und innig, obwohl er der Apostel für die Heiden war. In Römer 9, 3 schreibt er: „Ich selbst, ich habe gewünscht, verflucht zu sein von Christus weg für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch, die Israeliten sind.“ Er hätte seine eigene Erlösung drangegeben, wenn dies bewirkt hätte, dass die Israeliten dem Neuen Bund beitreten.
Das haben sie bis heute nicht getan.
Eines Tages werden sie dies jedoch tun. Denn Sacharja sagt, „Und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint.“ (Sacharja 12, 10).
„An jenem Tag wird für das Haus David und die Bewohner von Jerusalem eine Quelle geöffnet sein gegen Sünde und gegen Befleckung.“ (Sacharja 13, 1).
Diese Quelle gegen Sünde und Befleckung hat einen Namen.
Er ist altbekannt.

„Und es ist in keinem anderen das Heil. Denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.“ (Apostelgeschichte 4, 12).

Dienstag, 13. Juni 2017

Pastor, bald ist Wahl. Wen wählen?

„Laßt uns nun prüfen, was recht ist, laßt uns untereinander erkennen, was gut ist.“
Hiob 34, 4.

„Pastor, bald ist Bundestagswahl. Hast du eine Empfehlung?“

Dies ist kein politischer Blog, sondern einer, der sich mit geistlichen Themen beschäftigt. Manchmal überschneiden sich die beiden und dann kann man drüber reden. Ich werde mich jedoch hüten, irgendeine Partei besonders zu empfehlen. Jeder muss selber schauen, was er für das kleinste Übel hält, und das dann wählen. Vollkommenheit in allen Dingen und das Einstehen für die Reine Lehre kann man von einer irdischen Politpartei nicht erwarten.

Es gibt allerdings Äußerungen von Kandidaten, die mich nachdenklich gemacht haben.
Sehr nachdenklich.
Willy Brandt ist 1970 auf die Knie gefallen, als er in Polen der toten Juden Europas gedachte. Eine noble Geste, die von vielen Deutschen nicht goutiert wurde. Die Kritik an ihr war laut und deutlich vernehmbar.
Letztes Jahr jedoch, als Martin Schulz noch Präsident des Europaparlaments war, sprach dort Mahmud Abbas, der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde. Der behauptete, „Eine Gruppe von Rabbinern in Israel hat ihre Regierung klar, sehr klar dazu aufgefordert, das Wasser der Palästinenser zu vergiften.“
Der Mann fantasierte von jüdischen Brunnenvergiftern, wie wir sie nur mehr aus dem Mittelalter kennen. Wies ihn das Europaparlament zurecht? Wurde der Unsinn korrigiert?
Im Gegenteil. Die Zuhörer klatschten und einer twitterte, „Inspiring.“
Das war Martin Schulz.
Was hat den Mann geritten?
Letzten Monat stand Bundespräsident Steinmeier am Grab Yasser Arafats und legte dort einen Kranz nieder. Man übertreibt nicht, wenn man sagt, Arafat war der Erfinder des modernen Terrorismus. Überall wo er auftauchte stiftete er Chaos. Sein erklärtes Ziel war die Auslöschung Israels. Und als er Anfang der Siebziger versuchte, Jordanien zu übernehmen, erteilten ihm die Beduinenkrieger König Husseins eine blutige Lehre. Mehr als 10.000 Menschen starben damals.
Wofür hat Steinmeier diesen Kranz niedergelegt?
Die Judenvernichtungsfantasien Arafats kann er nicht teilen. (Hoffe ich).
War der Kranz für München '72?
Abu Daud, ein Kumpel Arafats, sorgte damals bei den Olympischen Spielen in München für tote jüdische Sportler und tote deutsche Polizisten.
War der Kranz für die Entführung der Landshut? Vier palästinensische Terroristen brachten die Lufthansa-Maschine selbigen Namens 1977 in ihre Gewalt. Der Pilot starb damals, sowie drei der vier Terroristen.
Ich verstehe Steinmeier nicht.
Ich verstehe auch Sigmar Gabriel nicht.
Der besuchte vor einigen Monaten Hebron und schrieb dann auf Facebook über Israel: „Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.“
Spinnen die?
In der FAZ habe ich gelesen, dass Arte und WDR eine Dokumentation über Antisemitismus in Europa in Auftrag gegeben hatten, nun aber zu feige sind, die auch zu senden, (meine Schlussfolgerung). Weil sie politisch nicht genehm ist. Allerdings ist sie mittlerweile auf Youtube gelandet. Man kann sie sich hier anschauen: Antisemitismus-Doku.

„Warum richtet ihr aber auch von euch selbst aus nicht, was recht ist?“ (Lukas 12, 57).

Dienstag, 6. Juni 2017

Zerteilte Feuerzungen?

„Und als der Tag des Pfingstfestes erfüllt war, waren sie alle an einem Ort beisammen.
Und plötzlich geschah aus dem Himmel ein Brausen, als führe ein gewaltiger Wind daher, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen.
Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen. Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“
Apostelgeschichte 2, 1-4.

„Pastor, die christliche Gemeinde ist der Tempel Gottes, alles klar. Im Tempel wurden Tiere geopfert, indem sie verbrannt wurden. An Pfingsten entstand die Gemeinde. Du sagst die Jünger wären an Pfingsten selber das Opfer gewesen, weshalb Gott Feuerzungen auf sie gesetzt hat. Inwiefern waren die Opfer? Kannst du das erklären? Und warum waren die Zungen zerteilt?“

Ihre Hingabe an den Herrn hat sie zu „Opfern“ gemacht. Sie haben mit ihrem Leib keine sündhaften Taten, sondern gute Werke getan und ihn so als „lebendiges Opfer“ dem Herrn zur Verfügung gestellt. (Römer 12, 1).

Und sie fingen an, in anderen Sprachen zu reden.
Die Zunge ist ein Symbol für die Sprache.
Zerteilt waren diese Zungen, um anzudeuten, dass es sich beim Sprachengebet um verschiedene Sprachen handelt.
Wer in Sprachen betet, stellt sich dadurch Gott zur Verfügung. Denn er betet zwar Gottes vollkommenen Willen und trägt so zum Bau von Gottes Reich bei, hat aber primär nichts davon, da er ja nicht versteht, was er sagt. Zeit, die ich in Sprachen bete, opfere ich dem Herrn. So ist es nur folgerichtig, dass es zerteilte Zungen von Feuer waren, die sich auf das Opfer, die Jünger, gesetzt haben: Wer in Sprachen betet, bringt Gott ein Opfer dar.

"Ich möchte aber, daß ihr alle in Sprachen redet." (1 Korinther 14, 5).
"Ich rede mehr in Sprachen als ihr alle." (1 Korinther 14, 18).

Montag, 5. Juni 2017

Pfingsten? Zungen? Feuer?

„Und als der Tag des Pfingstfestes erfüllt war, waren sie alle an einem Ort beisammen.
Und plötzlich geschah aus dem Himmel ein Brausen, als führe ein gewaltiger Wind daher, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen.
Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen. Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“
Apostelgeschichte 2, 1-4.

Neulich war ich im Abendmahlssaal/Pfingstsaal in Jerusalem. Das ist zwar nicht der Originalsaal, denn die Römer zerstörten die Stadt ja bekanntlich so vollkommen, dass man hinterher einen Pflug über die Fläche der Stadt ziehen konnte. doch in diesem neuen Saal herrscht trotzdem eine besinnliche Atmosphäre. Für 120 Personen ist er aber fast zu klein, und so viele waren damals ja da.

Pfingsten fand 50 Tage nach Ostern, bzw. der Auferstehung, Jesu statt.
40 Tage lang war der auferstandene Oberhirte seiner kleinen Herde erschienen und hatte sie persönlich geschult. Er eröffnete ihnen das Verständnis der Schriften, etwa auf der Straße nach Emmaus, und gab ihnen noch viele weitere sichere Beweise seiner quicklebendigen postmortalen Existenz. Er aß und trank mit ihnen und beantwortete viele ihrer Fragen.
Zum Schluss wurde er demonstrativ vor ihren Augen entrückt und alle kapierten, seine regelmäßigen Besuche waren nun zu Ende. Nun war es an der Zeit für ihn, in seine Herrlichkeit zurückzukehren und sich dauerhaft zur Rechten des Vaters niederzulassen. Nun war es an ihnen, als Hirten sein Werk fortzuführen. Sie sollten jedoch in Jerusalem warten, bis Kraft aus der Höhe über sie gekommen war.
10 Tage darauf geschah es.
Der Tag des Pfingstfestes erfüllte sich und der Heilige Geist wurde ausgegossen.
Die Gemeinde Christi wurde geboren.
Die 120 Versammelten begannen in Menschen- und Engelszungen zu sprechen und Feuerzungen setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen.
Feuerzungen?
Warum das?
Nun, die Gemeinde Christi ist der Tempel Gottes. Als Salomo in 2 Chronik 7 seinen Tempel einweihte, lag ein Opfer auf dem großen Altar, und nachdem der König sein Gebet beendet hatte, fiel Feuer vom Himmel und verzehrte dieses Opfer.
Gott nahm dieses Opfer an.
An Pfingsten waren die Jünger selbst das Opfer. Sie brachten ihre „Leiber als lebendige, heilige, Gott wohlgefällige Opfer dar.“ (Römer 12, 1). Sie hatten mit ihren Sünden gebrochen und Jesus zum Herrn ihres Lebens gemacht. Und nun nahm Gott ihr Opfer an, indem er Feuerflammen darauf setzte, wie er dies bei der Einweihung des steinernen Tempels auch getan hatte.
Von diesen 120 wurde die ganze Welt evangelisiert.
Heutzutage zählen sich nominell mehr als zwei Milliarden Menschen zum Christentum. Die Christenheit ist größer als alle anderen Religionsgruppen der Erde.
Die größte Gruppe unter den Christen sind nach wie vor die Katholiken. Doch gleich an zweiter Stelle kommen die evangelischen Charismatiker/Pfingstler, zu denen wir uns zählen. Es gibt von uns mehr als 600 Millionen. 25 % aller Christen der Welt glauben so wie wir. Ja, jeder achte Erdenbürger ist mittlerweile ein geisterfüllter, in Sprachen redender Christ.
Und wir werden täglich mehr.

Samstag, 3. Juni 2017

Alle Vögel singen in Dur

„Die Junglöwen brüllen nach Raub, sie fordern von Gott ihre Speise.“
Psalm 104, 21.

In einem Busch nahe bei unserem Haus hat ein Vogelpaar ein Nest gebaut, so niedrig, dass man bequem hineinschauen kann.
Letzte Woche lagen blaue Eier darin, dann blinde und nackte Junge mit riesigen Schnäbeln. Gestern schauten sie mich bereits mit schwarzen Augen an. Erste Federn waren ihnen auch gewachsen. Die Schnäbel waren immer noch riesig.
Heute ist das Nest leer—bis auf ein nicht genau definierbares Körperteil. Eine Klaue oder ein Stück Schnabel.
Vermutlich war es eine Elster oder ein Eichelhäher.
Vielleicht auch ein Marder oder ein Eichhörnchen (jaha, auch diese putzigen Gesellen fressen Gelege).
Oder eine Krähe.
Oder eine Katze.
Iltisse klettern nicht, sonst hätte sie einer von denen gefressen haben können.
Ein Wiesel vielleicht? Gar ein Mauswiesel, das kleinste Landraubtier der Welt?
Waschbären habe ich zwar auch schon gesehen, ich denke aber nicht, dass es einer von denen war. Habicht, Eule oder Kauz werdens wohl auch nicht gewesen sein.
Bei den vielen Fressfeinden ist es direkt ein Wunder, dass überhaupt noch Vögel hochkommen. Doch das tun sie.
Das Amselpaar hopst weiter in unserem Garten herum—und singt weiterhin in Dur, obwohl es viel Arbeit investiert hat, viel Futter gesammelt hat, und alles buchstäblich für die Katz war. Ich vermute, die beiden werden sich an die Arbeit machen und ein Nachgelege produzieren. Vögel lassen sich von solchen Rückschlägen nicht entmutigen. Die Natur ist eben so.
„Seht hin auf die Vögel des Himmels …“ (Matthäus 6, 26).
Wir sollten uns diese vorbildliche Haltung zu eigen machen, dranbleiben, und nach Rückschlägen nicht so leicht aufgeben.

Freitag, 2. Juni 2017

Weiß Jesus, wann er wiederkommt?

„Von jenem Tag aber oder der Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel im Himmel, auch nicht der Sohn, sondern nur der Vater. Seht zu, wacht! Denn ihr wißt nicht, wann die Zeit ist.“
Markus 13, 32-33.

Wir wissen nicht, wann genau Jesus wiederkommt.
Engel wissen es nicht.
Er selbst weiß es nicht!
Sondern nur der Vater.
Der Grund ist vermutlich der, dass der Heilige Geist „von dem Meinen nimmt und euch verkündigen wird.“ (Johannes 16, 15). Alles was Jesus weiß, ist dem Heiligen Geist freigegeben, den Christen mitzuteilen. Denn die sind ja der Leib Christi. Und Haupt und Leib sind eins.

An der Bekanntgabe dieses Termins hat der Vater kein Interesse.
Warum?
Wenn der genaue Termin der Wiederkunft Christi auf Tag und Stunde bekannt wären, dann würden die meisten nicht mehr „wachen“, d. h. täglich ihre Beziehung mit Gott pflegen, sondern Gott einen guten Mann sein lassen—bis kurz davor. Je näher der Zeitpunkt käme, desto hektischer würden die Vorbereitungen. Alle würden sich kurzfristig superschnell von ihren Sünden abwenden, „Buße“ tun und Habt acht!-Stellung einnehmen, um bereit zu sein für die große Begegnung mit dem Herrn.
Gott ist aber an einem gottgefälligen Lebensstil interessiert und nicht an kurzfristigen, hektischen, übertriebenen, künstlichen Bußübungen. Deswegen sagt er nicht, wann es soweit sein wird, sondern erwartet, dass wir „wachen.“

Jesus sagt, die letzten Tage werden sein wie die Tage Noahs: Noah predigte den Leuten und forderte sie zur Hinwendung zu Gott auf und wies auf ein dickes Ende in. Um seine Predigt zu unterstreichen, baute er auf Gottes Befehl hin ein riesiges Boot. Niemand scherte sich um ihn und seine mahnenden Worte.
Warum auch?
Das Leben ging ja weiter wie immer.
Bis es plötzlich nicht mehr wie immer weiterging.
„Und wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen: Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und die Flut kam und alle umbrachte.“ (Lukas 17, 26-27).
Die Flut wurde Noah eine Woche vorher angekündigt.
Dann kam sie.
Es kann sein, dass der Herr, sobald er davon weiß, den Termin eine Woche vorher vertrauenswürdigen Gläubigen mitteilt. Tag und Stunde bleiben auch für die garantiert weiter geheim.
Die Flut kam an einem gewöhnlichen Tag aus heiterem Himmel.
„Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird.“ (Lukas 17, 30).

Der Tag der Wiederkunft Christi wird ein Tag des Gerichts für die gottlose Welt sein, wie es die Flut war. Nur dass dieser Tag im Feuer offenbar werden wird, nicht im Wasser. Schon vorher werden Kometen einschlagen und auf der Erde für Unruhe sorgen. (Matthäus 24, 29).
Deswegen ist es wichtig, heute Menschen auf die Notwendigkeit zur Umkehr und zur Hinwendung zum Herrn hinzuweisen.
Nur Noah wurde durch die Flut gerettet. Und seine Familie.
Unser Noah ist Jesus. Und wir sind seine Familie.
Und unsere Arche heißt Gemeinde.
Und heute ist der Tag des Heils.
Doch der wird eines Tages abgelöst vom Tag des Herrn.
Dann wird es zu spät sein.