Donnerstag, 31. Mai 2018

Meinungsmobbing

"Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe."
Offenbarung 3, 21.

Presse, Politik und Teile der Bevölkerung haben die Fähigkeit, das Böse in Abstufungen wahrzunehmen, verloren. Das Resultat ist eine gespaltene Gesellschaft, ein weitverbreitetes Meinungsmobbing.
Wie gegen illegale Einwanderung ist, ist gegen Einwanderung, ist gegen Ausländer, ist ein Fremdenfeind, ist rechtsextrem, ist ein Nazi.
Wer traditionell eingestellt ist, ist unmodern, ist konservativ, ist ewiggestrig, ist reaktionär, ist homophob, rechts, rechtsextrem, ein Nazi.
Wer bibeltreuer Christ ist, ist islamophob, buddhophob, hindophob, intolerant, rechts, Nazi.

Wer demnach für die rechtsstaatliche Ordnung, aber gegen Binnen-I und Genderquatsch ist, ist genauso schlimm wie jemand, der ein Volk mit Zyklon B ermordet.
Wer so denkt, ist rationalen Argumenten nicht mehr zugänglich. Das trifft leider auf nicht wenige Zeitgenossen zu.
Was tun, wenn wir auf so jemanden treffen?
Jesus gibt die Antwort: Bei der Wahrheit bleiben und auf Gott vertrauen.

"Seid nicht besorgt, wie oder was ihr reden sollt. Denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Geist eures Vaters, der in euch redet." (Matthäus 10, 19-20).

Freitag, 25. Mai 2018

Eine Frage der Geschwindigkeit

"Wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten? So auch ihr, wenn ihr durch die Sprache nicht eine verständliche Rede gebt, wie soll man erkennen, was geredet wird? Denn ihr werdet in den Wind reden."
1 Korinther 14, 8-9.

"Pastor, du bringst sicherlich immer wieder interessante Botschaften, aber duredestsoschnellundmanchmalauchnoch udneultcih sodaßichnichtmitkommenichteimalmithörgerät. Geht'snichtaucheine Spur langsamer?"

Mea culpa. Ich höre diese Beschwerde hier nicht zum allerersten Mal. Bitte vielmals um Entschuldigung. Ich. Werde. Mich. Bemühen. In. Zukunft. Langsamer. Und. Verständlicher. Zu. Reden. Großesindianerehrenwort.

Montag, 21. Mai 2018

Abendspaziergang

"Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, das Land ist sehr, sehr gut."
4 Mose 14, 7.

Der Abend ist lau.
Es zieht mich nach draußen.
Ich ziehe mir unauffällige Klamotten an, schnappe mir das Fernglas und wandere los.
Richtung Wald.
Keine hundert Meter von meinem Haus entfernt,  fällt mir inmitten des hohen Grases ein roter Fleck auf. Ein Blick durch den Feldstecher offenbart, dass es sich um einen jungen Rehbock handelt, der bunte Leckerli von der Wiese nascht. Die vier Enden seines Gehörns sind ordentlich verfegt und leuchten spitz und weiß. Er hat auch schon völlig verfärbt. Das graue Winterfell ist dem glatten roten Sommerfell gewichen. Neugierig stiert er mich zwischen den Grashalmen hindurch an.
Ich lasse ihn in Ruhe und wandere weiter.
Ein knallgrünes Gerstenfeld leuchtet in der Sonne. Die zahllosen roten Mohnblüten schweben wie Edelsteine über den Borstenfächern. Durch den Feldstecher betrachtet wirken sie surreal in ihrer Schönheit.
Auf einer Wiese nahe am Wald steht ein grauer Fleck im bunten Frühlingsgras. Mit zehnfacher Vergrößerung betrachtet, erkenne ich darin eine struppige alte Geiß, die noch nicht verfärbt hat. (Junge Tiere verfärben zwar vor den alten, für die alten ist es aber auch Zeit). Eigentlich hat das Tier obendrein Rosenstöcke, scheint mir, die nur Böcke haben. Doch zum Bock fehlen ihm die Hörner. Zwar werfen Rehe ihr Gehörn im Winter genauso ab wie Hirsche. Um diese Zeit sind beiden Arten jedoch längst neue Hörner gewachsen. Hingehen und genauer nachschauen kann ich natürlich nicht. Ich zuckte mit den Schultern und wandere weiter.
Der Wald ist dunkel und geheimnisvoll. Einen besonderen Reiz gibt ihm um diese Jahreszeit dass viele Grün, das auf seinem Boden wuchert. Es ist dicht wie ein Rasen. Denkt man sich die Hälfte der Bäume weg, könnte man meinen, man wäre in einem Park unterwegs. Jeden Moment müsste ein Disney-Prinz mit seiner Prinzessin angeritten kommen. Man erwartet ständig, dass eine kleine dicke gute Fee bienengleich hinter einem Baum hervorsummt und einen glücklich anstrahlt.
Ich freue mich am Frühlingswald, laufe eine Schleife und komme dann dorthin zurück, wo ich in den Wald hineingelaufen bin.
Ich halte inne.
Im hohen Gras rechts vor mir steht diesmal kein Reh, sondern ein Jäger wendet mir den Rücken zu. Er kann mich nicht hören, denn auf den Ohren trägt er, wie ein kettensägender Waldarbeiter, einen orangefarbenen Gehörschutz. Er legt den Vorderschaft seines Gewehrs in die Gabel seines Pirschstocks und zielt. Ich versuche herauszufinden, was er anvisiert, doch ich sehe nichts. Er scheinbar auch nicht, denn er scannt die ganze Wiese durch sein Zielfernrohr.
Ich könnte auf ihn zutreten, ihm auf die Schulter tippen und ihm sagen, dass hier nur eine schlecht verfärbte alte Ricke unterwegs ist, und die hat bis September Schonzeit. Aber warum ihm den Spaß verderben? Manche Dinge muss man einfach selber herausfinden und der Abend ist noch jung. Eine zeitlang schaue ich dem jungen Mann beim Pirschen zu, dann mache ich einen Umweg und gehe nach Hause.

Wenn wir still dasitzen und ein besonders schöner Schmetterling landet auf unserer Hand, dann freuen wir uns, bewegen uns nicht und studieren das farbenfrohe Tier, bis es von selber wieder davonflattert.
Würden wir eine Raupe auf unserer Hand entdecken, würden wir angeekelt die Hand schütteln und das furchtbare Vieh in hohem Bogen davonschleudern.
Wir vergessen dabei, dass ein Schmetterling früher einmal eine Raupe war.
Ähnlich verfahren wir mit Menschen vor und nach der Auferstehung. Vor manchen unreformierten Leuten suchen wir das Weite, wie vor einer Raupe. Nach der Auferstehung werden diese selben schwierigen Menschen eine Veränderung durchlebt haben, die sie zu bildschönen Schmetterlingen macht, von denen wir gar nicht genug bekommen können.
Das dürfen wir nicht vergessen, wenn wir hin und wieder auf ausbaufähige Christen treffen.
Wer weiß, vielleicht sind wir für manche Raupen, obwohl wir uns doch für Schmetterlinge halten.

"Es wird gesät in Unehre, es wird auferweckt in Herrlichkeit; es wird gesät in Schwachheit, es wird auferweckt in Kraft." (1 Korinther 15, 43).

Freitag, 18. Mai 2018

Leichtigkeit im Schwierigen

"Von der Gemeinde geschah ein anhaltendes Gebet für ihn zu Gott."
Apostelgeschichte 12, 5.

Gestern hielt ich unter schwierigen Umständen an einem schwierigen Ort, den ich mir nicht ausgesucht habe, eine Predigt. Ich war auch nicht die Hauptperson und die Leute waren nicht wegen mir gekommen. Es waren (laut Listeneintrag) beeindruckende 150 Leute da, in einem viel zu kleinen, kalten Raum. Die meisten standen in den Gängen.
Doch meine 20-Minuten-Minipredigt kam unerwartet gut an. Ich habe schon gemerkt, daß Gott mit mir war. Und das Wetter hat auch gehalten.
Vielen Dank an jeden, der diesen Gottesdienst im Gebet mitgetragen hat. Ihr habt beim Herrn einen Segen bewirkt. Ich verneige mich.

"Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Die größte aber von diesen ist die Liebe." (1 Korinther 13, 13).

Dienstag, 15. Mai 2018

Die Batterie und das Kraftwerk

"Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele, der letzte Adam [Jesus] zu einem lebendig machenden Geist."

In letzter Zeit war ziemlich viel los, da hat diese Schriftstelle auf ganz besondere Weise zu mir gesprochen.
Wir Menschen sind wie Batterien: Wir werden hergestellt und sind dann erst einmal mit Leben geladen. Batterien gehen an ihre Einsatzorte wie zum Beispiel Taschenlampen oder Radios und hauchen denen Leben ein. Wir Menschen ergreifen Berufe und gehen unseren alltäglichen Tätigkeiten nach.
Bei Batterien wie auch bei Menschen lässt im Lauf der Zeit die Ladung nach. Die Taschenlampe wird zur Funzel, der Kassettenrekorder leiert, und irgendwann wird sich auch der Mensch der Endlichkeit seiner Reserven bewusst. Gedanklich schaut er immer wieder dem alten Thanatos [dem "Boandlkramer", "Freund Hein"] ins bleiche Angesicht und kommt ins Grübeln.
Zu solchen Grüblern sagt Paulus, Jesus sei "der Geist, der lebendig macht." (Luther).
Was Paulus meint: Er ist das Kraftwerk, wie sind die Batterien.
Jesus verpasst uns eine neue Ladung.
Eine ewige Ladung.
Wenn wir Jesus bitten, in unser Leben zu kommen, und ihm nachfolgen, dann stöpseln wir uns ins Kraftwerk ein und werden wie Akkus stets neu geladen.
Man kann äußerlich aufgerieben, innerlich aber täglich erneuert werden.
Ein Smartphone kann alt sein, innerlich kann es sich jedoch auf dem neuesten Stand befinden. Man kann alt werden, aber gedanklich agil bleiben, neue Interessen entdecken und neue Wege gehen. Der Herr machts möglich.
Während ich das sage denke ich nicht so sehr an mich, (so alt bin nun ich auch wieder nicht), sondern an andere. Jedenfalls hat 1 Korinther 15, 45 zu mir gesprochen.
2 Korinther 4, 16 auch:

"Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert."

Dienstag, 8. Mai 2018

Der gnädige Gott der Weissagung

"Wacht nun und betet zu aller Zeit, daß ihr würdig geachtet werdet, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen."
Lukas 21, 36.

"Pastor, warum steht über den "Tag des Herrn", also die berüchtigte siebenjährige Trübsalszeit, so viel in der Bibel, über das Tausendjährige Friedensreich danach aber so wenig? Dabei dauert es doch soviel länger."

Das Goldene Zeitalter, währenddessen Jesus von Jerusalem aus über die Welt herrschen wird, dauert in der Tat 142,86 mal solange wie die Trübsalszeit. Es steht aber gefühlt 14286 mal weniger darüber in der Bibel. Genaugenommen erschöpft sich der Bericht darüber in Offenbarung 20, 4:

"Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben. Und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre."

Ein Vers. (Gut, evtl. zehn, wenn man den Kontext noch dazunimmt). Schon happig.

Der Grund ist der: Gott ist viel lieber, du liest über die Trübsalszeit, als daß du sie erlebst. Deswegen warnt er wortreich davor.
Mit dem 1000-jährigen Reich ist es genau umgekehrt: Gott möchte, daß du es erlebst und nicht nur davon liest. Da es sowieso unsere Erwartungen übertreffen wird, spart er sich die Beschreibung.

Die Trübsal ist eine Abkürzung und Komprimierung des normalen Laufs der Geschichte. Normalerweise leben Völker und Nationen ihr Leben ganz gemächlich und machen sich ab und zu Gedanken über Gott. In Zeiten der Krise, des Krieges oder klimatischer Veränderungen suchen sie ihn hingegen intensiver. Während der Trübsal nun werden die Zeiten der Gemächlichkeit aus dem Zeitlauf genommen und die Menschen nonstop mit schicksalhaften Problemen konfrontiert. Sie können nicht anders, sie müssen über Gott nachdenken und sich für oder gegen ihn entscheiden.

Während dieser Krisenzeit zieht sich Gott keineswegs zurück. Im Gegenteil, anhand von Joel 3, 1-5, ist ersichtlich, daß Gott noch einmal eine Geistausgießung wie zu Pfingsten stattfinden läßt. Hunderttausende vollmächtiger Evangelisten werden die Welt mit dem lebendigen Wort Gottes konfrontieren. (Offenbarung 7).
Im dann entstehenden Reich des Antichristen wird es obendrein zwei "Oberstörenfriede" geben, die schalten und walten werden wie einst Mose und Aaron vor dem Pharao. Mit Plagen und allem drum und dran. (Offenbarung 11). Es wird viel Blut fließen. Hunderte von Millionen von Menschen werden in dieser Zeit zu Jesus kommen und dafür den Märtyrertod sterben. Zum Schluß kommt Jesus persönlich wieder (und wir mit ihm), und befriedet die Welt.
Für 1000 Jahre.
Danach erschafft er einen neuen Himmel und eine neue Erde.

"Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht: Schreibe! Denn diese Worte sind gewiß und wahrhaftig." (Offenbarung 21, 5).

Montag, 7. Mai 2018

Predigt der Woche? Kommt noch!

"Eine Leuchte für meinen Fuß ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad."
Psalm 119, 105

Liebe Freunde im Netz: 
Die "Predigt der Woche" für diese Woche wird kurzfristig nachgeliefert. Daß sich das diesmal verzögert, hat technische Gründe. Wir kriegen das aber hin.

Apropos "Freunde im Netz":
Letzten Mittwoch ist ein junges Paar samt Baby drei Stunden angereist, um am Bibelabend mit dabeizusein. Das waren ganz charmante Leute. Ich bitte euch aber, euch per Email vorher anzukündigen, wenn ihr von so weit her kommt, damit ich dann auch Zeit für euch habe, die ich mir natürlich gern nehme. Ein Herr aus Österreich, der sage und schreibe vier Stunden anreiste, hat das neulich gemacht und das hat ganz gut funktioniert.

Ein Dank auch an alle unsere regelmäßigen (und unregelmäßigen) Unterstützer. Es ist schön zu sehen, daß ihr den Dienst fördert, wenn er euch etwas bringt, und nicht nur nehmt. Vergelt's Gott.

"Nicht, daß ich die Gabe suche, sondern ich suche die Frucht, die sich zugunsten eurer Rechnung mehrt." (Philipper 4, 17).

Sonntag, 6. Mai 2018

RIP: Oma Klara

"In deiner Hand sind meine Zeiten."
Psalm 31, 16.

Am Donnerstag ist Oma Klara O. zum Herrn gegangen. Wir haben sie am Montag nochmal besucht. Sie wurde im Februar 85, war im Rahmen ihrer Familie viele Jahre Gemeindemitglied, buk treu leckere Kuchen und Torten für den Sonntag und fuhr bis letzten November noch selber mit dem Auto. Zuletzt war sie bereit für die Ewigkeit und wollte gehen. Sie konnte nicht mehr.

Requiesce in pacem: Möge sie in Frieden ruhen bis zum Tag der Auferstehung.
Ihrer Familie gilt unser Beileid. Doch wir haben einen Trost. Wir wissen, wo sie hingegangen ist.

"Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist." (Johannes 11, 25).

Just married!

"Und Gott, der HERR, sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht."
1 Mose 2, 18

Gestern haben Soffi S., (entschuldige, Sophia 😉), und Nico G.(itarre) den Bund fürs Leben geschlossen. Im Schloß. In der dortigen Kapelle.
Die Braut sah atemberaubend aus.
Der Bräutigam wirkte schwer beeindruckt. Wir waren es auch.

Dem Brautpaar viel Glück und Gottes reichen Segen auf all seinen Wegen.

Freitag, 4. Mai 2018

Taufe für Tote?

"Was werden sonst die tun, die sich für die Toten taufen lassen? Wenn überhaupt Tote nicht auferweckt werden, warum lassen sie sich denn für sie taufen?"
1 Korinther 15, 29.

„Pastor, ich hab da mal eine Frage. Im 1 Korintherbrief steht, dass sich da welche für Tote haben taufen lassen. Klingt komisch. Geht das überhaupt?“

Die Gemeinde in Korinth war eine sehr lebendige, aber auch fleischliche Gemeinde. Die trieben dort alles mögliche und waren offen für geistliche Modeerscheinungen. Einige ließen sich auch für Tote taufen—was nicht heißt, dass das richtig war.
Im Gegenteil.
Paulus befürwortet diese seltsame Taufe nicht etwa, vielmehr weist er auf die Inkonsequenz im Denken dieser Leute hin. Einerseits behaupteten die nämlich, es gebe keine Auferstehung, (Vers 12), andererseits ließen sie sich für Tote taufen. Dabei ist die Taufe doch symbolisch ein Begräbnis und eine Auferstehung. Wieso lassen sich die also taufen (und vollziehen damit eine symbolische Auferstehung), wenn sie gar nicht an eine Auferstehung glauben? Darum geht es in diesem Satz.

Eine Taufe ist nur dann sinnvoll, wenn der Täufling an Jesus und sein Erlösungswerk, und damit an Tod und Auferstehung Christi, glaubt. Niemand kann sich für einen anderen taufen lassen. Jesus selbst sagt: „Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden. Wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden.“ (Markus 16, 16). Strenggenommen ist die Taufe nicht heilsnotwendig. Der Glaube schon.
Dieser Glaube kommt aus dem Hören des Evangeliums. Deshalb ist Paulus sogar so kühn und sagt:

"Christus hat mich nicht ausgesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen." (1 Korinther 1, 17).

Mittwoch, 2. Mai 2018

Kreuze in Bayern

"...diese werden mit dem Lamm Krieg führen, und das Lamm wird sie überwinden; denn es ist Herr der Herren und König der Könige."
Offenbarung 17, 14.

Zur Zeit regt sich die Journaille darüber auf, dass der bayerische Ministerpräsident Söder Kreuze in den Amtsstuben aufhängen lassen will. Zu seinen lautesten Kritikern gehören ausgerechnet Kirchenfürsten, was ein wenig so ist als würde ein Stromlieferant gegen Kraftwerke wettern.
Ich persönlich finde die Kreuze gut.
Sie sind Wegweiser in die Vergangenheit und weisen uns auf unsere Geschichte hin, und die hat nun einmal nichts mit Wüstengöttern und Halbmonden zu tun, sondern mit dem Kreuz Christi.
Und: Wenn immer behauptet wird, die sogenannte Aufklärung hätte uns Freiheit, Kapitalismus und Demokratie beschert, dann stimmt das überhaupt nicht. Die französische Revolution hat Bonaparte vorgebracht, nicht die Freiheit.
Die Bibel lehrt, dass der Mensch im Ebenbild Gottes geschaffen wurde. Als man Gott mit dem Affen ersetzt hat, ebnete das den Weg für die atheistischen Ideologien des zwanzigsten Jahrhunderts. Zur Nazizeit dachte man, der Stärkere würde überleben. Heute glaubt man immer noch an Darwin. Doch heute meint man erkannt zu haben, dass nicht die Starken, sondern die Angepassten am ehesten überleben. Die Konsequenzen dieses Denkens entfalten sich vor unseren Augen.
Nun gut.
Ist das Kreuz ein religiöses oder ein politisches Symbol?
Das kommt drauf an. Natürlich steht das Kreuz in erster Linie für das Kreuz Christi, an dem die Erlösung der Menschheit erkauft wurde. Doch Jesus ist auch ein König. Die Offenbarung nennt ihn sogar König der Könige. Es könnte also sein, dass irgendwann in jedem Amtsgebäude auf dem Planeten ein Kreuz hängt. Nämlich dann, wenn Jesus zurückgekehrt ist und von Jerusalem aus sein Friedensreich regiert. Man wird es dann gern und ganz zwanglos aufhängen. Und nicht einmal landeskirchliche Funktionäre, (deren Gehalt der Staat jetzt schon bezahlt), werden dann noch etwas dagegen haben.
Der Zusammenhang zwischen Kreuz und König wurde übrigens schon auf dem Originalkreuz schriftlich hergestellt:

"Pilatus schrieb aber auch eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz. Es war aber geschrieben: Jesus, der Nazoräer, der König der Juden." (Johannes 19, 19).