Samstag, 26. November 2016

Maria Prean im CGZ

„Es ruhten die Landbewohner, ...bis ich aufstand, eine Mutter in Israel.“
Richter 5,7.

Ich freue mich, dass morgen, am Sonntag, dem 7 20.11.2016, Maria Prean aus Imst in Tirol, bzw. Mukono in Uganda, wieder einmal bei uns zu Gast ist.
Maria ist eine populäre Sprecherin im deutschsprachigen Raum und leitet sehr erfolgreich das internationale Missionswerk Vision für Afrika e.V., das wir mit einer monatlichen Missionsspende unterstützen. Die Dame hat den Geist des Glaubens. Sie ist so bekannt in Stadt und Land, dass ich praktisch nichts weiter über sie sagen muss.
Ergreife die Gelegenheit, sie zu hören, und komm morgen um 10:30 Uhr in den Gottesdienst!

Donnerstag, 24. November 2016

Die Tragödie vor dem Erntedankfest

„Und Juda und Israel wohnten in Sicherheit, jeder unter SEINEM Weinstock und unter SEINEM Feigenbaum, von Dan bis Beerscheba alle Tage Salomos.“
1. Könige 5,5.

Heute feiert man in den Vereinigten Staaten Thanksgiving, denn an diesem Tag im Jahr 1623 haben sich die puritanischen Pilger mit den Indianern zusammengesetzt und ein rauschendes Erntedankfest gefeiert, denn die Ernte war überaus reichlich ausgefallen.
Die Begebenheit hat jedoch eine Vorgeschichte, die nicht so bekannt ist.
Es war nämlich so, dass die Pilger sich ursprünglich vorgenommen hatten, Landwirtschaft im Kollektiv zu betreiben: „Wir bauen die Nahrung gemeinsam an, teilen die Ernte in gleiche Teile und jeder bekommt seinen Teil.“
Das klang gut, sozial gerecht und fair, war aber in der Praxis überaus problematisch.
Denn wenn feststeht, dass alles in einen Topf geworfen wird, weil alle „zusammenarbeiten“, dann arbeiten manche nicht unbedingt hart. Denn es wird ja geteilt. Sie bekommen ihren gleichgroßen Teil, ob sie sich nun anstrengen oder nicht.
Um sich einen Vorteil zu verschaffen, gingen manche nachts ins Feld und ernteten ein wenig—noch bevor das Getreide ausgereift war. Manche Jugendlichen war besonders faul und standen im Verdacht, die Ernte der Kommune regelrecht zu klauen.
Die Pilgrims verhungerten in jenem Jahr beinahe.
Das Entsetzen war groß und man fragte sich, was zu tun war, um nicht abermals einen solch verheerenden Hungerwinter erleben zu müssen.
Gouverneur Bradford teilte das Land im nächsten Jahr in Parzellen auf und teilte jedem Pilgervater samt Familie sein eigenes Stück Land zu, damit dort jeder soviel wie nur irgend möglich für seinen Bedarf anbauen konnte. Diese Privateigentumsregelung machte „alle Hände sehr industriös“, wie der Gouverneur bemerkte. Alle arbeiteten fleißig und mühten sich, denn nun handelte es sich nicht um kollektives Kommuneneigentum mit garantierter Teilhabe (am Hungertuch), sondern um das eigene Feld.
Das Ergebnis war die Fülle.
Eine gigantische Ernte.
Genug für ein historisches Fest, das heute noch jährlich begangen wird.
„Und sie werden sitzen, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand wird sie aufschrecken. Denn der Mund des HERRN der Heerscharen hat geredet.“ (Micha 4,4).

Dienstag, 22. November 2016

Der Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben

„Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.“
Philipper 3,13-14.

Der vielbeschäftigte Christ hier unten auf der Erde neigt dazu, es zu vergessen: Das Leben fängt nach dem Tod erst richtig an. Und nein, wir werden unsere Ewigkeit nicht auf einer Wolke sitzend, Harfe zupfend, Hosianna singend und vom Hofbräuhaus träumend verbringen.
Vielmehr ist das Leben hier unten lediglich die Vorbereitung auf die eigentlichen Aufgaben in der Ewigkeit, welche naturgemäß viel länger dauert als unser Erdendasein.
Und da gibt es tatsächlich Preise zu erringen.
Kampfpreise.
Denn WIE wir unser Leben leben, bestimmt, wie nah wir Jesus persönlich sein und welche Position wir in seinem Reich bekleiden werden. Wir werden jeder für sich vor ihm erscheinen und dort Rechenschaft für unsere Taten geben. Und was wir dann hören möchten, ist dieser Satz: „Recht so, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du TREU, über vieles werde ich dich setzen. Geh hinein in die Freude deines Herrn.“ (Matthäus 25,23).
Was sind die Kriterien für dieses Lob?
In dieser Welt erlangen Menschen ihre Positionen größtenteils aufgrund von angeborenen Fähigkeiten. Sie mögen charakterlich nicht geeignet sein, doch ihr Talent wiegt dieses Defizit auf, und ihre Mitarbeiter leiden halt. In der kommenden Welt jedoch wird ein Mensch befördert auf der Basis seiner TREUE, mit der er die ihm von Gott gegebene Aufgabe erfüllt hat, egal, ob diese groß oder klein war.
Verachte dein Leben also nicht. Der Knecht mit den zwei Talenten wurde mit genau denselben Worten von seinem Herrn gelobt wie der mit den fünf Talenten. Beide waren treu. Beide wurden deshalb befördert. Deshalb: Halte durch. Du das Richtige, auch wenn es nicht bequem ist. Dein Lohn wird überirdisch ausfallen.
Manche von uns werden unter Jesus Könige sein.
Was ist dein Ziel?

Freitag, 18. November 2016

Fortschritt macht Laune: Licht

„Und Gott sah das Licht, daß es gut war. Und Gott schied das Licht von der Finsternis.“
1. Mose 1,4.

Neulich, als es vor dem Fenster wieder mal besonders trübe war, hab ich mir neugierigerweise das Wetter in Tulsa, Oklahoma, wo ich einmal ein paar Jahre gewohnt habe, angeschaut.
28° im Schatten und Sonne pur!
Im November.
Nun ja, dachte ich mir. Man kann nicht alles haben: Eine gute Gemeinde und gutes Wetter.
In meinem Büro herrscht jedoch seit einiger Zeit richtig Licht, da ich aus Entropiegründen (nichts hält ewig) die Deckenbeleuchtung ausgetauscht habe. Waren es früher 500 W, verteilt auf verschiedene Leuchten, so ist es nun eine 60 W-LED-Lampe, die jedoch viel mehr Licht macht als die alte. 7000 Lumen oder so kommen aus einem einzigen 50-Zentimeter-Quadrat.
Und dimmbar ist das Ding außerdem.
Und man kann die Lichtfarbe einstellen!
Morgens, zum Beispiel, wenn es draußen noch ziemlich dunkel ist, macht man die Lampe an und stellt sie auf Tageslichttemperatur ein. Dann stellt man sich drunter und denkt, man hat einen Schacht hinauf in den Junihimmel.
Die reinste Lichtdusche.
Wirkt wie Kaffee.
Die Lampe war nicht besonders teuer. Vielleicht kaufe ich nach und nach weitere, für den Rest des Hauses. Denn wenn ich nun mein Büro verlasse und im Gang den Lichtschalter betätige, dann ist dort irgendwie alles schummrig und rot. Das ist mir früher nie aufgefallen.
Auf jeden Fall muss heutzutage niemand mehr Trübsal blasen, weil er mit Licht unterversorgt ist. Heute gibt's wirklich gute Lampen, die gutes Licht machen.

In der Ewigkeit wird Dunkelheit kein Thema mehr sein. Hier geht's beispielsweise um die Stadtbeleuchtung des Neuen Jerusalems:
„Und die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, damit sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Lampe ist das Lamm.“
Offenbarung 21,23.

Dienstag, 15. November 2016

Präsidenten

"...damit die Lebenden erkennen, daß der Höchste Macht hat über das Königtum der Menschen und es verleiht, wem er will, und den Niedrigsten der Menschen darüber einsetzt."
Daniel 4, 14.

Präsident Obama ist zum Ende seiner Amtszeit erstmals zu bilateralen Regierungsgesprächen in Griechenland eingetroffen.
Warum auch nicht?
Die Vereinigten Staaten können Griechenland beibringen, wie man mit gigantischen Schuldenbergen umgeht, (schließlich hat Obama innerhalb von 8 Jahren die riesigen Staatsschulden Amerikas noch einmal verdoppelt!), und die Griechen bringen den Amis bei, wie man aus den Ruinen einer ehemals großen Zivilisation eine Touristenattraktion macht.

Auch in Deutschland wurde in diesen Tagen ein neuer Präsident gewählt.
Allerdings nicht vom Volk.
In den Nachrichten war zu hören, dass Herr Seehofer sich in einem Geheimgespräch mit Frau Merkel geeinigt hat: Außenminister Steinmeier soll den Job machen.
Deutschland: ein Musterland der Demokratie.
Der Mann ist ja auch ein außerordentlich qualifizierter Diplomat.
Steinmeier ist dafür, die Sanktionen gegenüber Russland zurückzufahren, obwohl Russland weder in der Ukraine noch in Syrien für Frieden sorgt. Dafür hat er den neu gewählten amerikanischen Präsidenten in aller Öffentlichkeit einen Hassprediger genannt, so als ob dieser ein fanatisierter, mordbereiter Mohammedaner wäre. Dabei ist Trump ein Präsident, der tatsächlich gewählt wurde, in einer Wahl, die den Namen verdient. Außerdem ist er ein Arbeitgeber, der immerhin 22.450 Arbeitnehmer beschäftigt. Der Mann ist weder ein Extremist, noch kann er ein Idiot sein, auch wenn er definitiv ein Lautsprecher ist. Und wenn er tatsächlich nichts taugt, dann werden die Amerikaner auch ihn in vier Jahren in die Wüste schicken.

Hillary Clinton nannte Donald Trump wegen seines vulgären Geredes eine vulgäre Person, trat dann aber mit den Musikern Jay Z und Beyoncé auf, die auf offener Bühne das böse N-Wort und das böse F-Wort benutzt haben—in Gegenwart der Kandidatin! Die Amerikaner durchschauten die Heuchelei und wählten entsprechend.
Hillary-Anhänger ziehen nun randalierend durch die Straßen, blockieren den Verkehr und verbrennen Trump-Puppen, tragen „Kill Trump“-Schilder, und tun all die Dinge, die man Trump-Anhängern im Fall seiner Niederlage unterstellt hatte. Man stelle sich vor, irgendwer würde Merkel-Puppen öffentlich verbrennen oder „Kill Sigmar“-Schilder herumtragen: Das Entsetzen wäre grenzenlos, nicht wahr? Der Staatsschutz würde eingreifen, der Justizminister zur Hochform auflaufen. Nun aber wird geschwiegen, da es die „Guten“ sind, die solches tun.
Ganz ehrlich: Hetze, Hass und Intoleranz kommen in diesen Tagen von den „Bunten“, den Medien und der Regierung, während der „Clown“ momentan ziemlich präsidial agiert.
„Trump schmeißt schwarze Familie aus ihrem Haus!“
Auf diese Schlagzeile warte ich noch.

Ist Trump der von mir favorisierte ideale Präsident?
Mit Sicherheit nicht.
Festzustellen bleibt jedoch: Linksaußen Obama hat fringe politics, extremistische Politik, gemacht. Diese hat sich als nicht mehrheitsfähig erwiesen. Nun bekommt das andere Lager eine Chance.
Wieder einmal.
So funktioniert Demokratie—schon seit 240 Jahren.
Im übrigen gilt das Wort aus Daniel 4.

Mittwoch, 9. November 2016

And the Winner is: Donald J. Trump

„Vor dem Verderben kommt Stolz, und Hochmut vor dem Fall.“
Sprüche 16,18.

Amerika hat einen neuen Präsidenten, den 45. in seiner 240-jährigen Geschichte: einen, der bis vor kurzem Reality-TV-Star war. Einen so begnadeten wie schamlosen Selbstdarsteller. Einen Unterhalter.
Einen Lautsprecher.
Einen Geschäftsmann, der aus der einen Million Startkapital, die ihm sein Vater einst zur Verfügung stellte, ein Milliardenimperium gemacht hat.
Einen Nichtpolitiker, der sich der Seuche der politischen Korrektheit öffentlichkeitswirksam und zum Entsetzen aller „guten Menschen“ verweigert.
Einer, der, geschützt von seinen Milliarden, laut ausspricht, was viele denken, aber sich nicht mehr zu sagen trauen.
Einen, der sich in der Vergangenheit so unmöglich wie ein verwöhnter Star verhalten hat, (der er war), aber als Kandidat nun mit allerstrengsten Maßstäben gemessen wurde—im Gegensatz zu seiner Mitbewerberin Clinton.
Einen, der zum dritten Mal verheiratet ist.
Einen, dessen gegenwärtige Frau ein ehemaliges slowenisches Fotomodell ist, (das vier Sprachen spricht, auch Deutsch).
Einen mit deutschen Großeltern. (Uff).
Einen, der von Anfang an nichts richtig machen konnte. Einen, dem die Medien schon mal das Wort im Mund umgedreht haben, um ihn (und seine Wähler) der Lächerlichkeit preiszugeben.
Einen, der einen bekennenden Christen und erfolgreichen Gouverneur zum Vizepräsidenten ausgesucht hat. (Mike Pence).
Einen, der versprochen hat, Richter für den Obersten Gerichtshof zu nominieren, die die Verfassung und deren ursprüngliche Absichten bewahren und keine ideologische Agenda verfolgen, sprich: von der Richterbank aus Rechte erschaffen, die in Volk und Kongress keine Chance haben. (Abtreibung, Homo-Ehe, usw.).
Einen, der von einem republikanischen Kongress und Senat, sowie einer (momentan linksrotierenden) Justiz kontrolliert werden wird—ganz zu schweigen von den Medien. Diese Schoßhunde der Demokraten werden dem Neu-Republikaner keine ruhige Minute lassen.
Wäre er ein Linker, man würde ihn feiern und seine Ausfälle in alle Richtungen schulterzuckend und lächelnd hinnehmen. Denn er würde ja die erwünschte Agenda puschen. Doch nun wird ihr Hass grenzenlos sein. Auf das Bush-Wahnsyndrom der Presse wird nun das Trump-Wahnsyndrom folgen.

Die siegesichere und überaus stolze, ja hochmütige Kandidatin der Demokratischen Partei, Clinton, ist es nicht geworden, sondern der vom Juste Milieu verachtete „Clown“ Trump.

Grinsekatze Donald steht für das gute alte Amerika, in dem leben und leben lassen galt, indem man sagen durfte, was man dachte, in dem nicht im ganzen Juni Regenbogenfahnen am Weißen Haus wehten und dem Volk die Ansichten der extremen Linken oktroyiert wurden.
In dem die Grenzen noch geschützt wurden und nicht weit offen standen, und Einwanderung (einigermaßen) kontrolliert verlief.
In dem illegale Einwanderer nicht zum Wählen aufgefordert wurden, wie neulich von Obama. (Paßkontrolle? Ist rassistisch).
In dem Gewissensfreiheit herrschte und keine christlichen Bäcker von staatlichen Antidiskriminierungsstellen zu 120.000 $ Strafe verurteilt wurden, weil sie für Hochzeiten von XX- oder YY-Paaren keine Kuchen backen wollten.
Er steht für das Amerika, in dem es Religionsfreiheit gibt und keine Firma christlicher Eigentümer vom Justizministerium durch täglich fällige Millionenstrafen dazu gezwungen wird, Krankenversicherungen für seine Mitarbeiter zu finanzieren, die Dinge beinhalten, die dem christlichen Gewissen widersprechen.

Was Hillarys Hofeunuchen in den weltweiten Medien bis zuletzt nicht wahrhaben wollten: Die Mehrheit der Amerikaner favorisiert ein anderes Weltbild als sie. Denn nun ist offenbar: Trumps Wähler sind die Mehrheit der Bevölkerung und mitnichten nur die Abgehängten, Verzweifelten, Depressiven. Mir scheint, die meisten von Trumps Wählern sind die marginalisierten Normalos, denen die linke Polizeistaatsatmosphäre der letzten Jahre mit ihren Denk- und Sprechverboten aufs Gemüt schlug. Die Leute hielten den Mund, auch in Umfragen. Denn sie wissen: Eine falsche Bemerkung zur falschen Zeit und die Karriere ist im Eimer.
Trump steht für die Hoffnung auf Freiheit vom Smog der politischen Correctness.
Er ist nicht der Untergang der Welt und sicher nicht schlimmer als Obama oder Clinton.
Auch wird der eurasische Aggressor P. unter ihm nichts zu lachen haben.

Mir persönlich wäre der bescheidene, leise und effiziente ehemalige Gouverneur Floridas, Jeb Bush, viel lieber gewesen.
Der ist es aber nicht geworden.
So werde ich nun also für Herrn Trump beten. Er ist kein Christ, (aber dem Glauben—und Israel!—gegenüber zumindest nicht feindselig eingestellt), und braucht alle Weisheit Gottes die er kriegen kann.
Kongress und Senat sind weiter in republikanischer Hand, was garantiert, dass die unausgegorenen Pläne des neuen Präsidenten, etwa zu Freihandel und NATO, in vernünftige Bahnen gelenkt werden. Der unsägliche Deal mit Iran wird hoffentlich schnellstmöglich korrigiert. Und dann ist da ja noch Mike Pence, der erwachsene, erfahrene Politico des Teams.

Ich seufze erleichtert auf.

Dienstag, 8. November 2016

Sabbat oder Sonntag?

"Der eine hält einen Tag vor dem anderen, der andere aber hält jeden Tag gleich. Jeder aber sei in seinem eigenen Sinn völlig überzeugt!"
Römer 14,5.

„Pastor, wie ist das jetzt nochmal mit dem Sabbat…? Wir sollten den doch halten, nicht den Sonntag, oder?“

Zum 1000. Mal dieselbe Frage.
Ich frage mich ernsthaft, weshalb manche sich so sehr für den Sabbat erwärmen. Vielleicht, weil dieses Gebot das leichteste zu halten ist, (durch Nichtstun), und nachprüfbar, und der Mensch hat's ja gerne leicht und nachprüfbar. „Schau, Pastor, jeder kann sehen: Ich halte den Sabbat. Also bin ich ein guter Christ.“
Allerdings kenne ich, außer jüdischen Christen, niemanden, der den Sabbat tatsächlich hält, indem er am Freitag um 6:00 Uhr abends die Arbeit niedergelegt und sie nicht mehr aufnimmt bis zum Samstag um 6:00 Uhr abends.
Sabbat ist nämlich nicht gleich Samstag.

Christen überall auf der Welt feiern jedoch am Sonntag Gottesdienst und nicht am Samstag—und das schon seit 1900 Jahren, seit den Tagen des Apostels Johannes. Denn der Sonntag ist der Tag der Auferstehung des Herrn. Zufällig war dies bei den Römern auch der Wochentag Sebasté, der sogenannte „Tag des Herrn“, womit der Kaiser gemeint war. Christen feierten am Ruhetag jedoch nicht den Kaiser, sondern ihren Herrn, Jesus.
Von einem solchen Sonntag sagt Johannes: „Ich war an des Herrn Tag im Geist…“ (Offenbarung 1,6). Dies ist die erste Erwähnung eines Sonntags als Tag des Herrn in der Literatur überhaupt, wohlgemerkt: In der Bibel.
Wir blicken noch ein wenig weiter in die Geschichte:
In der ältesten Gottesdienstordnung der christlichen Kirche, der „Didache“, steht: „An des Herrn Tag treffen wir uns und brechen Brot.“ (Didache 14,1).
Ignatius von Antiochia sagt, Christen „leben nicht länger für den Sabbat, sondern für den Tag des Herrn.“ (An die Magnesier 9,1).
Melito von Sardis schrieb ein Traktat mit dem Titel „Bezüglich des Herrn Tag.“
Bereits kurz nach dem Jahr 100 hatten Christen praktisch überall das Halten des Sabbats aufgegeben und den Sonntag zu ihrem Tag gemacht.
Würde ich als Christ in Israel wohnen, würde ich mit denen dort den Sabbat halten.
Ich lebe jedoch hier, wo der Sonntag von Anfang an der Tag des Herrn war.
Ich für meinen Teil werde mich nicht umstellen.

Überhaupt sagt Jesus selbst:
„Der Sabbat ist um des Menschen willen geschaffen worden und nicht der Mensch um des Sabbats willen, somit ist der Sohn des Menschen [Jesus] Herr auch des Sabbats.“ (Markus 2, 27-28).
Und, vielleicht noch deutlicher:
„Darum nun suchten die Juden noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat aufhob, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte und sich so selbst Gott gleich machte.“ (Johannes 5,18).
Jesus konnte es seinen Zeitgenossen auch nicht rechtmachen, was den Sabbat betrifft. Und wir tun gut daran, über der Sabbatfrage nicht zu Pharisäern zu werden.

Ich wette, in ein paar Wochen fragt mich trotzdem wieder jemand nach dem…
… Sabbat.

Donnerstag, 3. November 2016

Verlass dich nicht auf deinen Verstand?

„Vertraue auf den HERRN mit deinem ganzen Herzen und stütze dich nicht auf deinen Verstand.“
Sprüche 3,5.

„Pastor, in der Bibel steht, ich solle auf den Herrn vertrauen und mich nicht auf meinen Verstand verlassen. Soll ich beim Glauben den Verstand außen vor lassen, oder wie ist das zu verstehen?“

Das wäre ja noch schöner.
Egal, was moderne Theologen und andere Verwirrte sagen, Glauben und Verstand gehen sehr wohl Hand in Hand. Der Glaube ist eine geistliche Kraft, die man verstehen kann. Glauben heißt nicht: nicht wissen. Zumindest nicht nach biblischem Verständnis. Glaube heißt, um Kräfte und Wirkungen zu wissen, die man nicht mit Augen sehen kann, die aber dennoch real sind.

Um den obigen Vers richtig zu verstehen (und nicht zu denken, man solle den Verstand komplett ausschalten), muss man die nächsten paar Verse auch noch lesen. Ich mache mal bei Vers 7 weiter: „Halte dich nicht für weise, sondern fürchte den Herrn und weiche vom Bösen.“
Der Verstand des weltlichen Menschen verleitet ihn immer wieder zum Bösen, etwa in Form einer kleinen Lüge hier und da, einer Trickserei da und dort, usw. So versucht der gefallene Mensch, sich Vorteile zu verschaffen, und hält sich für weise, wenn er damit durchkommt.
Ein solches Verhalten ist jedoch nicht besonders clever.
Eine solche Person fürchtet den Herrn nicht, d.h., sie glaubt nicht, sich für ihre Taten eines Tages vor Gott verantworten zu müssen.
Muss sie aber.
Statt also auf den Verstand zu hören, der immer wieder dazu tendiert, Kurven zu schneiden, sollen wir auf den Herrn vertrauen, in allen Dingen bei der Wahrheit bleiben und uns nicht mit dubiosen Tricksereien Vorteile verschaffen, denn Gott ist dafür zuständig, uns zu segnen, und nicht wir selber. Wir sind dafür zuständig, den schmalen Weg zu gehen und auf die enge Pforte zuzuhalten.

Wenn ich Schulden hätte und auf der Straße 1000 € fände, dann wäre ich versucht, dieses Geld zu behalten. Mein Verstand hätte garantiert 1000 Argumente dafür.
Doch das Geld hätte ja schon einen Besitzer. Es würde jemandem gehören, dem es nun fehlt.
Das Richtige ist in diesem Fall: Das Geld aufs Fundamt zu bringen und dem Herrn darauf zu vertrauen, dass er sich um meine Schulden kümmert.
Nur ein Beispiel.

Wir sollen uns nicht prinzipiell nicht auf unseren Verstand stützen, sondern nur in Situationen, in denen er dem klaren Willen Gottes widerspricht.
So hat Jesus das auch gehandhabt, etwa als er in der Wüste versucht wurde.
Das nächste Mal, wenn ein Verstand dir Blödsinn rät: Ignoriere ihn.
Und vertraue dem Herrn.