Samstag, 30. März 2013

Das persönliche Zeugnis Jesu

"Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde."
Apostelgeschichte 1, 8

Jesus rief seine Nachfolger nicht dazu auf, ständig "Zeugnis zu geben", sondern er verhieß ihnen, daß sie Zeugen sein werden.
Jemand, der Zeugnis gibt, spricht (dauernd) von Jesus. Das kann penetrant werden.
Jemand, der ein Zeuge ist, überzeugt Menschen dadurch, daß er ist wie er ist.
Überhaupt ist reden leichter, als vorleben.+

Karfreitag war der schwärzeste Tag in der Geschichte der Menschheit: An diesem Tag starb der Sohn Gottes, hingerichtet von einer versagenden Staatsgewalt in Form von Pilatus, der zwar wußte, was zu tun war, (Jesus freilassen), aber nicht die innere Kraft hatte, es auch zu tun.
Besonderer Tiefpunkt waren die Ältesten und Hohepriester, die eigentlich Mittler zwischen Gott und Menschen hätten sein sollen. Stattdessen wiegeln sie die Volksmenge fast bis zum Lynchmord auf. Lynchen müssen sie nicht. Das macht, wie gesagt, Pilatus für sie.


Jesus ist verraten, verlassen, gepeinigt, beraubt, verspottet, entkleidet, zerschlagen, am Kreuz.
Er ist allein.
Und doch finden durch Jesus selbst jetzt noch Menschen zu Gott und zum Glauben an ihn!
Zunächst:
Die Volksmenge und die Obersten verspotten ihn und fordern, er möge vom Kreuz steigen.
Die Soldaten sind indifferent und würfeln um seine verbliebenen Güter, (wie in Psalm 22, 19 geweissagt: "Sie teilen meine Kleider unter sich, und über mein Gewand werfen sie das Los." 1000 Jahre bevor's passierte, weissagte David, daß es passieren würde!)

Die mit ihm gekreuzigten Räuber knurren ihn an. Sie schmähen ihn.

Jesus ist umgeben von Bosheit, Haß und Mißgunst. Es ist Freitag, sein Todestag, der Tag, an dem alles für ihn schlecht ausgeht. Der letzte Tag seines Erdenlebens.
Er predigt nicht.
Er ist einfach er selber.

Als die Versammelten sehen, wie Jesus ist, während er am Kreuz hängt und ihm das Blut aus den Wunden läuft, tut sich im ein und anderen Herzen was. Jesus flucht im Angesicht des Todes nicht herum, er rastet nicht aus vor Schmerz und Wut. Er bleibt selbst in seiner größten Not noch souverän, vergebungsbereit, und würdevoll.

Schließlich hält es einer der gekreuzigten Räuber nicht mehr aus. Er, der gerade noch mitgespottet hat, fährt seinem gottlosen Kollegen über den Mund und bittet Jesus, an ihn zu denken, wenn er in sein Reich kommt.
Und Jesus spricht ihm Erlösung zu!
Dieser Mann kam in letzter Sekunde zum Glauben. Er konnte keine Wiedergutmachung mehr leisten und nichts mehr für Gott tun. Seine Hände waren ja angenagelt. Er würde sie nicht mehr benutzen.
Dieser Räuber empfing Gnade von Gott. Umsonst. Einfach so. Weil er sie wollte.

Als Jesus soeben gestorben war, knickt der Zenturio ein.
Lukas sagt, er, der gerade noch so indifferent war, verherrlichte plötzlich Gott. Und Markus schreibt, "Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüber dabeistand, sah, daß er so verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn." (Markus 15, 39).

Zwei Männer kommen am Kreuz noch zum Glauben an Jesus, ohne daß er gepredigt hätte: Ein Sohn Abrahams und ein Heide. Ein Räuber und ein Vollzugsbeamter. Ein Verbrecher und ein Unbescholtener. Ein Jude und ein Römer.
Zwei total unterschiedliche, gegensätzliche Personen.
Das zeigt: Gott rettet alle, die Guten und die Bösen, die Herren und die Knechte, die Sterbenden und die Lebenden, alle, die sich im Glauben an Jesus wenden.

Freitag war ein Katastrophentag.
Aber nicht für alle.

Dienstag, 26. März 2013

Überzeugungsarbeit und Untergänge

"Dann fing er an, die Städte zu schelten, in denen seine meisten Wunderwerke geschehen waren, weil sie nicht Buße getan hatten."
Matthäus 11, 20

Jesus mißt dem Heilungsdienst eine große Bedeutung bei. Heilung ist gut für den, der geheilt wird, und für die, die miterleben, wie Gott eingreift.
Jesus hat erwartet, daß die Städte, die Zeugen von Gottes Machttaten geworden waren, sich auch zu Gott umwenden würden.
Taten sie aber nicht.
Dies hat Jesus zu einer Prophezeiung veranlaßt, die es in sich hat. Wer den Heilungsdienst als "nicht von Gott" verwirft, ihn verachtet, oder aus Bequemlichkeit abtut, weil er sich nicht mit Gedanken an die Ewigkeit belasten will, der kann ruhig mal zuhören, was der Herr nun sagt.

"Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Betsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wunderwerke geschehen wären, die unter euch geschehen sind, längst hätten sie in Sack und Asche Buße getan. Doch ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als euch.
Und du, Kapernaum, du, bis zum Himmel erhöht! Bis zum Hades wirst du hinabgestoßen werden, denn wenn in Sodom die Wunderwerke geschehen wären, die in dir geschehen sind, es wäre geblieben bis auf den heutigen Tag. Doch ich sage euch: Dem Sodomer Land wird es erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als dir!" (Verse 21-24).

Tatsache ist, daß die reichen Städte Chorazin, Bethsaida und Kapernaum praktisch völlig von der Bildfläche verschwunden sind. Es gibt sie nicht mehr. Jahrhundertelang wußte man überhaupt nicht mehr, wo am See Genezareth sie einst lagen. Erst in jüngster Zeit gab's Ausgrabungen, die auf diese Orte schließen lassen.

Interessanterweise hat Jesus über die Stadt Tiberias nichts Negatives gesagt.
Tiberias wurde zur Zeit der Geburt Jesu als Urlaubs- und Touristenstadt geplant. Nun haben Urlaubsstädte immer etwas flüchtiges an sich. Keiner bleibt dort lang. Die Moden ändern sich und was heute angesagter Urlaubsort ist, kann morgen schon wieder völlig out sein. Wenn Jesus also einer Stadt den Untergang prophezeien hätte sollen, dann dieser "Goldgräberstadt."
Eigenartigerweise gibt's Tiberias jedoch bis zum heutigen Tag. Als Titus mit seinen Legionen Galiläa plattmachte, beschädigte er so gut wie jeden Ort am See--bis auf Tiberias, obwohl es objektiv dafür keinen Grund gab.

Fest steht: Die Orte, über die Jesus sein Urteil fällte, sind verschwunden. Orte, über den er nichts sagte, gibt's noch heute.

Gott leistet täglich Überzeugungsarbeit. Er offenbart sich jedem Menschen ein paarmal im Leben. Am eindrucksvollsten ist wohl, wenn er einen vollmächtigen Heilungsdienst benutzt. Wer den verwirft, verwirft auch den Heiler.
Statt ihn zu verwerfen: Empfange lieber Heilung aus seiner Hand.
Am Samstag, 6. April, um 19.30 Uhr findet ein Heilungsgottesdienst im CGZ statt.
Schaun wir mal.

Freitag, 22. März 2013

Auf die eigene Kraft vertrauen?

"Wer auf das Wort achtet, findet Gutes. Und glücklich der, der dem HERRN vertraut."
Sprüche 16, 20

"Pastor, am besten ist es, wenn man sich auf sich selber verläßt. Die eigene Kraft. Das ist was zählt."

Stimmt schon. Es gibt Dinge, die muß man selber machen. Man kann sich nicht immer auf andere verlassen. Doch als Lebensprinzip taugt das Vertrauen auf die eigene Kraft nicht. Es ist sogar nicht unangebracht, sich selber ein wenig zu mißtrauen. Denn man neigt in manchen Bereichen dazu, sich zu überschätzen.

Die Vertrauerei auf die eigene Kraft erinnert mich an folgende Begebenheit:
Ein Mann wanderte durch einen Sumpf und blieb irgendwann drin stecken. Der Morast stand ihm bis an die Knie und es gab kein Weiterkommen mehr.
Da er auf seine eigene Kraft vertraute, packte er sich kurzerhand selber am Schopf und zog sich aus dem Dreck. Hat natürlich geklappt.

Mußt du auch mal probieren.
Funktioniert immer.

"Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher wird meine Hilfe kommen?
Meine Hilfe ist vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat."
Psalm 121, 1-2

Dienstag, 19. März 2013

Standard und Barmherzigkeit

"Die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht."
Jakobus 2, 13

Daß Barmherzigkeit über Gericht--und somit Strenge--triumphiert, klingt gut.
Für den Schuldigen.
Für sein Opfer nicht.

Manchmal ist Barmherzigkeit nicht angebracht, sondern Gerechtigkeit. Ich denke da an den Kindermörder, den ein "barmherziger" Richter nach ein paar Jahren aus dem Gefängnis entließ und der prompt wieder mordete. Nun hat auch der Richter Blut an seinen Händen. Weil er Barmherzigkeit am Falschen übte.

Wir sehen schon: Per definitionen liegt die Barmherzigkeit mit dem Standard im Clinch. Der Standard ist das Gesetz, die Tradition, die Regel, gegen die der Schuldige verstößt. Die Barmherzigkeit schert sich nicht ums Gesetz, um den entstandenen Schaden oder das Opfer. Sie will Milde für den Schuldigen.
Nun ja.
Der Standard ist schon wichtig. Ohne ihn hätten wir Anarchie. Der Standard, (ein anderes Wort für Gesetz, Verfassung, codierter Gesellschaftskonsens), ordnet und regelt unser Leben. Er macht Verträge möglich, schützt unsere Rechte, ordnet die Welt für uns und erklärt sie ein Stück weit. Der Standard ist gut.
Entsprechend müssen Regelverstöße geahndet werden.
Und das werden sie auch.
Der arme Mensch auf dem Weg zum Flughafen, der in Zeitnot ist und der noch unbedingt seinen Flieger kriegen will, bekommt genauso seinen Strafzettel fürs Zuschnellfahren wie der notorische Raser, wenn er geblitzt wird. Das Gesetz macht da keinen Unterschied. Vor ihm sind die meisten gleich.

Wann ist nun Barmherzigkeit angebracht?
Sie ist dann dran, wenn der Schuldige ihrer würdig ist. Wenn er sich von seinem Vergehen distanziert und umgedacht hat. Wenn vorauszusehen ist, daß er seine Übeltaten nicht fortführt.

Entsprechend kann Barmherzigkeit immer nur individuell geübt werden, im Kleinen.
Im Großen muß der Standard beibehalten werden.
Deswegen sagt Jesus zu einer Ehebrecherin:
"Frau, wo sind sie? Hat niemand dich verurteilt? Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr." (Johannes 8, 11).
Er vergibt ihr und fordert sie gleichzeitig auf, den Standard, (in diesem Fall die eheliche Treue), aufrechtzuerhalten.

Barmherzigkeit muß die Ausnahme bleiben.
Jesus sagt zu einem Mann nämlich auch:
"Sündige nicht mehr, damit dir nichts Ärgeres widerfahre!" (Johannes 5, 14)
Das Ärgere wäre dann beim nächsten Mal das Gericht.

Freitag, 15. März 2013

Die katholische Welt steht kopf!


Der neue Papst stammt aus Argentinien. Er ist der erste südamerikanische Pontifex. Da Südamerika ja am anderen Ende der Welt, in der Südhalbkugel, liegt, steht die katholische Welt, von uns im Norden aus betrachtet, nun kopf, wenn das Haupt von dort unten kommt.

Und wieder hört man auf allen Kanälen, daß dieser Papst nun reformieren müsse. Er muß das Familienbild "modernisieren", die traditionelle Sexualmoral abschaffen, die Soziallehre sozialistischer gestalten, das Zölibat abschaffen, das Frauenpriestertum einführen, und und und, bis die katholische Kirche endlich nichts weiter als eine weitere linke Partei ist.

Ich fürchte, die Phantasien der Journalisten, die ja laut Statistik zu 85% dem glaubensfreien linken Lager zuzurechnen sind, werden wieder mal enttäuscht werden.

Das liegt am Selbstverständnis dieser Kirche.
Sie ist nicht das Meer, sondern der Fels, der im sich ständig ändernden Meer zuverlässig herausragt. Sie bleibt, während der Zeitgeist sich wandelt und heute schon richtig ist, was gestern noch verkehrt war.
Die Lösung ist nicht: noch weiter weg von der Bibel, sondern vielmehr: zurück zur Bibel.

Ich bin beim besten Willen kein römischer Katholik. Mir ist die Marienvergötzung zutiefst zuwider. Sie widerspricht dem ersten Gebot. Der Heiligenkult ist völlig unbiblisch. Auch das Zölibat, also das Verbot zu heiraten, ist biblisch gesehen vom Teufel:
"Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten, durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind, die verbieten, zu heiraten..."
1 Timotheus 4, 1-3

Dennoch gibt es genügend Übereinstimmung in wesentlichen Dingen, zB die Überzeugung, daß Jesus der Sohn Gottes ist und der Glaube an ihn die Glaubenden rettet, um dem neuen Papst alles Gute und Gottes Segen zu wünschen.
Salve Franziskus.

Montag, 11. März 2013

Glaube und Gefühle

"Elia war ein Mensch von gleichen Gemütsbewegungen wie wir; und er betete mit Gebet, daß es nicht regnen möge, und es regnete nicht auf der Erde drei Jahre und sechs Monate. Und wieder betete er, und der Himmel gab Regen, und die Erde brachte ihre Frucht hervor."
Jakobus 5, 17-18

Die meisten kennen den Propheten Elia als geistlichen Überflieger, der Gott so nahe war wie kaum ein anderer.
Nun, diese echte Nähe zu Gott hat sich nicht immer in seinen Gefühlen niedergeschlagen. Denn Jakobus hat sein Ersteskönigebuch gelesen und festgestellt, daß Elia durchaus Gemütsschwankungen hatte.
Genaugenommen tun wir ihm nicht einmal unrecht, wenn wir ihm eine Neigung zu manischer Depression unterstellen.
Dennoch hatte Elia Vollmacht bei Gott.

Die meisten Christen denken, großen Glauben muß man unmittelbar fühlen. Doch offenbar hatte Elia durchaus Besiegtheits- und Krisengefühle und betete dennoch erfolgreich. Elia "betete mit Gebet." Das heißt, er betete inständig. Er wollte, um was er betete, tatsächlich. Es war ihm ein Herzensanliegen. Das ist wichtig. Oberflächliche oder vorformulierte Gebete sind nämlich oft für den Wind.

Es ging ihm wie es uns manchmal. Wir beten aus einem Gefühl der Krise, nicht des Sieges, heraus.
Und triumphieren trotzdem.
Gott ist nämlich größer als unser Kleinmut.

Freitag, 8. März 2013

Bodenanalyse 3

"Siehe, der Sämann ging hinaus zu säen...
Anderes aber fiel unter die Dornen; und die Dornen sprossen auf und erstickten es."

Matthäus 13, 3+7

Der Sämann ist Jesus, der das Wort Gottes in seiner Predigt aussät.
Der Boden, in den er hier sät, ist gut.
Das Problem ist nur: Es ist schon was drin!
Im alten Israel streute man seinen Samen aus und pflügte erst dann die Saat unter. Der Boden schien leeres Brachland zu sein. Was jedoch bereits an Krautsamen drauflag, bevor das gute Wort gesät wurde, war nicht ersichtlich.

Als die Wachstumszeit kam sproßten unter anderem Dornen auf.
Jesus erklärt an anderer Stelle, daß die Dornen "die Sorge der Zeit und der Betrug des Reichtums" und Vergnügungen sind.

Sorgen um Alltägliches können einen so vereinnahmen, daß man dem Wort Gottes keine Beachtung mehr schenkt. Dabei ist es so, daß viele, wenn nicht die meisten Alltagsprobleme sich fast von allein lösen. Die Zeit geht über sie hinweg. Wir haben an einem Tag eine Sorge, am nächsten wieder eine andere.
Sorgen werden immer da sein und unsere Aufmerksamkeit fesseln, wenn wir ihnen das erlauben. Stattdessen sollten wir jedoch dem Wort Gottes und seinen Verheißungen täglich Raum in unseren Gedanken geben. Unserere Zeit ist begrenzt, da können wir nicht die ganze Bibel lesen, sondern müssen uns auf die guten Verheißungen konzentrieren. Sie werden unseren Glauben stärken.

Weitere Dornen sind das Bedürfnis nach Reichtum, bzw., wenn man ein Maß an Wohltstand hat, daß man auf ihn vertraut. Wer Geld hat, braucht Gott nicht mehr. Denn der Geldbeutel kann ja viele Gebete schneller erhören als Gott das oft macht.

Wir tun gut daran, darauf nicht reinzufallen. Denn alle wirklich wichtigen Dingen im Leben kann man sich für Geld nicht kaufen. Wenn man ein Maß davon hat, ist's gut und wir konzentrieren uns wieder aufs Wort Gottes. Denn Wohlstand bei Gott ist nicht, allezeit viel Geld zu haben, sondern zu bekommen, was man braucht, wenn man's braucht. Das soll nicht heißen, Gott sei ein Armutsfanatiker. Wir sollen durchaus die Fülle haben, denn es ist nicht gut, wenn man sich finanziell nur gerade so von Monat zu Monat schleppt und ständig bangt, ob's langt.
Außerdem kann man nichts geben, wenn man nichts hat.
Darum geht's Jesus hier jedoch nicht. Er bezieht sich auf den Mammon als Gottesersatz. Er sagt, das Geld soll uns nicht vom Bedenken der guten Verheißungen Gottes abhalten. Wir sollen uns unserer Abhängigkeit von ihm jederzeit bewußt sein.

Weitere Dornen sind die Vergnügungen.
Jesaja sagt in 5, 22, "Wehe denen, die Helden sind im Weintrinken und tapfere Männer im Mischen von Rauschtrank." Wer ständig Fun braucht, wird seine Gebete nicht erhört bekommen. Manchmal müssen wir unsere Fernseher oder Computerspiele ausmachen, um ein wenig das Wort Gottes zu bedenken.

Gottes Wort hat Kraft. Doch die Dornen können es niedrighalten, so daß es keine Frucht bringt. Das wäre schade.

Das Gegenmittel gegen Dornenbodigkeit ist:
Gottes Wort Priorität einräumen. Täglich bedenken.
Sich konzentrieren.
Weltsorgen und Ablenkungen mal ausklammern.

"Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer. Und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten."

Matthäus 6, 6


Donnerstag, 7. März 2013

Bodenanalyse 2

"Siehe, der Sämann ging hinaus zu säen...
Anderes aber fiel auf das Steinige, wo es nicht viel Erde hatte; und sogleich ging es auf, weil es nicht tiefe Erde hatte. Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es."
Matthäus 13, 3+5-6

Der Sämann ist Jesus, der das Wort Gottes sät.
Die Menschen reagieren verschieden auf seine Botschaft. Der Boden aus Vers 5 zB ist steinig.
In Israel gab es Felsen, die mit einer Schicht angeflogener Erde bedeckt waren. Einen halben Meter unter dem Humus kam schon der Fels. Den konnte man mit bloßem Auge natürlich nicht sehen.
Der Sämann sät also. Und seine Saat geht auch prompt auf. Und weil das Getreide nicht nach unten wachsen kann, wegen des Felsens, steckt es seine ganze Energie in Halm und Ähre. Die sehen natürlich prächtig aus.
Doch kaum kommt die Sonne und fehlt der Regen, geht das ganze schöne Feld ein.
Warum?
Wir wissen's schon: in der Tiefe des Bodens gab's Widerstände.

Jesus spricht ja von Menschen. Wie ist das Gleichnis also zu deuten.
Easy.
Eine solche Person ist leicht begeisterungsfähig. Sie wird Christ und geht ab wie eine Rakete. Sie freut sich ungemein über all die angenehmen Aspekte des Glaubens. Erlösung, Heilung, Wohlstand, usw. sind stets beliebte Themen bei ihr.
Bei unangenehmeren Themen wie Geben, Gebet, die Mühen der Ebene aushalten, schaltet diese Person gern ab.
Wenn der Glaube dann auch noch richtig unbequem wird, zB weil die Kollegen sie nun wegen ihrer neuen Überzeugungen schneiden, oder weil sie kritisiert wird, oder weil nicht jeder Tag mit emotionalen geistlichen Erlebnissen aufgeladen wird, dann paßt sie sich der Welt wieder an, um das Leiden um Christi willen zu auszuschalten.

Doch Paulus sagt,
"Das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit."
2 Korinther 4, 17
Was ist das Gegenmittel gegen Steinigkeit?
Man muß sich mit einer Haltung der Opferbereitschaft, des Durchhaltens, wappnen und bereit sein, auch mal Härten hinnehmen. Jesus sagt, wer nicht dauernd auf seine momentane Befindlichkeit achtet, sondern sein Leben weggibt, der wird's finden.

Wer Ohren hat zu hören...

Dienstag, 5. März 2013

"Haltet die Kinder von Gott fern"?

"Pastor, der halbwahnsinnige Atheistenfundamentalist Richard Dawkins behauptet sowas wie, Kinder stecken sich bei ihren Eltern mit einem Religionsvirus an. Aus dem Glauben wächst man aber, wenn man vernünftig ist, als Erwachsener wieder raus. Was sagst du dazu?"

Wenn der Oxforder Professor den Glauben als kindisch und unvernünftig abtut, dann frage ich mich, wieso so viele Menschen als Erwachsene zum Glauben kommen, auch wenn sie halbwahnsinnige Atheismuspropagandisten als Eltern haben, (zB Pastor O'Hair, der Sohn der berüchtigten Madalyn Murray O'Hair).
Viele wachsen aus dem Glauben nicht heraus, (vielleicht weil sie ihn nie hatten), sondern in ihn hinein.

Ich kenne keinen, der als Erwachsener zum Glauben an den Weihnachtsmann oder den Osterhasen gefunden hat. Ich kenne aber jede Menge Leute, die als Erwachsene eine Begegnung mit Jesus hatten.
Hey! Einer meiner Lehrer auf dem Gymnasium, ein durch und durch seriöser, keinesfalls spinnerter Mann, hat an uns Schüler in den Siebzigern ein Flugblatt verteilt, auf dem er beschrieb, wo und wie ihm Jesus erschienen war. Der Doktor war kein Exzentriker oder auf Aufmerksamkeit aus. Er war vielmehr der Prototyp eines gesetzten gymnasialen Studiendirektors. Eine Respektsperson.
Nun kann man sein Erleben als subjektiv abtun. Sicher.
Doch nicht als kindisch.
Oder abergläubisch.
Wann ist der Osterhase irgendwem zuletzt erschienen? (Und wenn er doch wem erschienen ist: Hat dies diesen Menschen zu einem besseren gemacht?)

Nein. Der Glaube ist nichts kindisches, aus dem man herauswächst.
Gott hat die Vernunft erschaffen, genauso wie die Naturwissenschaften. Sie werden ihm in letzer Konsequenz nicht widersprechen. Alles andere wird sich klären.

"Saul, Saul, was verfolgst du mich? Es ist hart für dich, gegen den Stachel auszuschlagen. Ich aber sprach: Wer bist du, Herr? Der Herr aber sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst."
Apostelgeschichte 26, 14-15

Montag, 4. März 2013

Jesus: Gottes Sohn oder Menschensohn

"Pastor, Jesus nennt sich im Neuen Testament rund 80 Mal selber "Sohn des Menschen." Wieso tat er das, wenn er doch der Sohn Gottes war?"

Jesus hat sich auch als Sohn Gottes bezeichnet:
"Wie sagt ihr von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst, weil ich sagte: Ich bin Gottes Sohn?" (Johannes 10, 36.

Jesus hat sich "Menschensohn" genannt, weil er damit seine menschliche Seite betonen wollte. Außerdem hat er damit auf Psalm 8 angespielt, wo vom Menschensohn die Rede ist. Psalm 8 ist ein Psalm, in dem es um den Messias geht. Das wußten damals alle.Wenn Jesus sich also als Menschensohn bezeichnet und damit Psalm 8 zitiert, dann weist er darauf hin, daß er der erwartete Messias ist.

"Was ist der Mensch, daß du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, daß du dich um ihn kümmerst?
Denn du hast ihn wenig geringer gemacht als Engel, mit Herrlichkeit und Pracht krönst du ihn.
Du machst ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gestellt."
Psalm 8, 5-7

Darum vor allem hat sich Jesus "Menschensohn" genannt."

Freitag, 1. März 2013

Bye bye, Papa Bene

"Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi."
Epheser 4, 11-12

Josef Ratzinger ist ein symphatischer Mann. Er scheint wirklich an Jesus zu glauben, auch wenn ich ihn stets nur zur Mutter Jesu habe beten hören. Nun ist er als Benedikt 16. von seinem Papstamt zurückgetreten.

Er kann sich offenbar ein Leben jenseits des Throns vorstellen.
Alle Achtung.
Die meisten Menschen lieben die Macht, wenn sie sie erstmal haben. Wobei das Papstamt heute natürlich ein anderes ist als noch vor 500-600 Jahren, als der Papst schonmal nach der Weltherrschaft griff. Ähnlich wie die englische Königin repräsentiert er heutzutage vor allem und ist sozusagen von Amts wegen der Gute Mensch.

Aus biblischer Sicht bleibt festzuhalten, daß ein Papst einer menschlichen Einrichtung vorsteht. Denn im Wort Gottes finden wir nirgendwo den Gedanken einer apostolischen Sukzession, daß etwa ein Apostelamt auf einen gewählten Nachfolger übergeht. Da kann man viel wählen. Es ist jedoch Gott, der in seinem geistlichen Leib, (der besteht aus denen, die tatsächlich an Jesus glauben und geistlich von neuem geboren sind), die Dienstgaben gibt.

Gott gab Apostel, Propheten, Evangelisten, Pastoren und Lehrer.
Diejenigen, die das betrifft, wissen ganz genau, daß sie so berufen sind. Und andere um sie herum erkennen das auch und akzeptieren sie als solche. Das ist ein übernatürlicher Prozeß. Niemand kann einen von Gott berufenen Prediger neutralisieren--es sei denn, man killt ihn. Seine Stimme wird Hörer finden.

Die Menschen, die sichtbare, kontrollierbare Strukturen lieben, haben Gott diese Aufgabe aus der Hand genommen. Sie erklärten die fünf Dienstgaben (Apostel, Prophet, ...) für obsolet und erfanden das Papsttum, die Kardinäle, Erz- und Bischöfe, usw. Ämter, die zwar unbiblisch sind, über die aber die Menschen die Kontrolle behalten.
Wer jedoch Gottes Reich ohne Gott bauen will, stößt schnell an seine Grenzen. Er werkelt dann an einem Organisationsgebäude, das vielleicht christlich aussieht, in dem aber der Geist Christi nicht zuhause ist.

In der ursprünglichen christlichen Gemeinde war jede Ortskirche unabhängig, aber freundschaftlich mit den anderen verbunden. Sie alle waren in jeder Hinsicht von Gott abhängig. In ihnen wirkten die fünf Dienstgaben, die als solche anerkannt waren. Schade, daß sich das geändert hat. (Wobei Gott diese Dienstgaben nie widerrufen hat. Es gibt sie heute auch noch! Sie sind in vielen Gemeinden aktiv).

Da wir zur Zeit in einem freien Land leben, gibt es wieder Gemeinden--wie die unsere--die dem biblischen Ideal nacheifern. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Zurück zu dem, um den es geht: Gottes Segen, Bruder Benedikt 16.
Der Herr segne dich und gewähre dir einen würdigen, intrigenfreien, geruhsamen Lebensabend im Kreise derer, die dir etwas bedeuten.
Und deiner Bücher.