Freitag, 30. August 2013

Freiheit und Wille

"So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir wird sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen."
Römer 14, 11

"Sehr geehrter Herr Hoinle
Ich sehe sehr gerne Ihre Predigten an, die mich immer wieder motivieren weiter zu machen und zu beten.
Eine Frage die mich eigentlich immer schon unter den Nägel brennt, wir Menschen haben ja von Gott den freien Willen bekommen.
Und Gott kann nichts ausrichten wenn wir nicht wollen, hat also da keinen Einfluss.
Eigentlich können wir tun und lassen was wir wollen, habe ich das richtig verstanden?
Und jetzt meine Frage die mich interessiert, warum bete ich dann, wenn Gott nichts ausrichten kann, wenn wir nicht wollen?
Verstehe ich irgendetwas falsch?"

Natürlich sind wir frei und können wir tun und lassen, was wir wollen. Wir müssen uns dafür jedoch mal vor Gott verantworten. Wir sollten zumindest im Einklang mit unserem Gewissen handeln.

Gott hat die Welt zwar den Menschen übergeben. Doch das schließt nicht aus, daß er eingreift und Menschenherzen bewegt, wenn wir für sie beten, so daß sie nach einer gewissen Reifezeit aus ihrem freien Willen heraus das Richtige tun. Beim verlorenen Sohn war's so.

Es gibt auch unbewußte Führung.
Als Israel einen König wollte, lenkte er die Schritte Sauls zu Samuel, ohne daß Saul das bewußt gewesen wäre. Saul dachte, er sucht Esel. In Wirklichkeit hatte Gott ihn in Richtung Prophet in Bewegung gesetzt. Samuel salbte Saul zum König, als er bei ihm ankam.

Wenn Gott also jemanden benutzen will, dann tut er das. Dem kann niemand entkommen, um's mal so auszudrücken. Er ist immer noch Gott und hat das letzte Wort.

Wenn Menschen sich tatsächlich weigern, Gott zu gehorchen, dann können sie nicht verhindern, daß er sie dann halt als schlechte Beispiele gebraucht. Das tat er mit Pharao, der sich weigerte, Israel aus der Sklaverei ziehen zu lassen. Er machte den halsstarrigen König zu einem abschreckenden Beispiel für andere Halsstarrige. Der Pharao tat, was er wollte, und Gott tat, was er wollte.

Gleichzeitig sind wir als einzelne nicht so unersetzbar, daß er auf uns angewiesen wäre. Wenn wir seinen Willen nicht tun, dann geht Gott halt zum Nächsten, bis er einen findet, der sich benutzen läßt. Auf die Frage Gottes, "Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen?" sagte Jesaja "Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich!" (Jesaja 6, 8).


Für was ich nicht beten kann, ist, daß Gott jemanden zwingen möge, meinen Willen zu tun. Wir unsererseits müssen--wie Gott auch--die Freiheit des anderen respektieren.

Ordne deinen Willen Gott und seinem Wort (das ist die Bibel) unter, dann wird's was.

Donnerstag, 29. August 2013

Danke

"Wer über den Geringen sich erbarmt, leiht dem HERRN, und seine Wohltat wird er ihm vergelten."
Sprüche 19, 17

In ein fernes Land zu fahren und dort den Einheimischen das Evangelium von Jesus Christus in Kraft zu predigen ist ja nicht ganz billig. Ich möchte mich daher an dieser Stelle mal bei unseren Unterstützern landauf landab bedanken, die uns entweder treu oder immer mal wieder Mittel zukommen lassen, die wir dann in unsere evangelistischen Projekte stecken. Den Löwenanteil steuern zwar die Mitglieder des Christlichen Glaubenszentrums bei, aber der Rest ist auch nicht ohne, und: Keine Gabe ist zu klein, um nicht doch irgendwo einen Unterschied zu machen.

In diesem Sinne: Vergelt's Gott. Ihr leiht dem Herrn. Er läßt euch immer wieder Gutes ernten. Denn die segnende Seele wird selbst gesättigt. (Sprüche).
Und Jesus sagt, "Wenn jemand einem dieser Geringen nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt in eines Jüngers Namen, wahrlich, ich sage euch, er wird seinen Lohn gewiß nicht verlieren." (Matthäus 10, 42).

Amen.

Dienstag, 27. August 2013

Rache?

"Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn! Denn es steht geschrieben: 'Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr.'"
Römer 12, 19

"Pastor! Ich bin beleidigt worden. Tödlich! Am liebsten würde ich den Verleumder umfausten. Was soll ich machen?"

Nichts.
Du mußt dir ins Gedächtnis rufen, daß jemand, der sowas macht, erntet, was er sät. Sogar die Hipster in der Welt kennen das Prinzip. Sie nennen es "schlechtes Karma." In Wirklichkeit ist es einfach das von Gott installierte Prinzip von Saat und Ernte. Es funktioniert ganz ohne daß du nachhilfst.

Und du? Wenn du mit Gott gehst, dann ist er deine Quelle des Segens. Er tut Gutes in deinem Leben und gibt dir Gelingen. Manchmal vielleicht auf Umwegen, aber er tut's. Du kannst mit ihm nicht verlieren. Er wird dich triumphieren lassen, egal, was irgendwer über dich sagt.

Mach Lobpreis, bete Gott an. Und vergiß deine Rachegedanken.

Samstag, 24. August 2013

Neuland in Asien

"Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden.
Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters."
Matthäus 28, 18-20

Habe soeben zwei Tickets gekauft, für einen Mitarbeiter und mich. Wir werden im Herbst in ein großes Land in Asien reisen, um dort auf dem Lande Bibeln zu verteilen und Pastoren lehren. Zusammen mit einigen anderen pflügen wir da Neuland, da diese Leute großteils keinerlei Ahnung vom Leben im Glauben haben. Der Herr ist ihnen begegnet, sie haben sich bekehrt (in rauhen Mengen, was man so hört). Sie haben die Initialzündung erhalten. Doch wie es weitergeht wissen selbst die Pastoren dort nicht immer. Gott hat uns eine offene Tür gegeben und wir gehen durch, Preis dem Herrn.

Freitag, 23. August 2013

Von der Lust, zu hassen

"Aber euch, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde! Tut wohl denen, die euch hassen."
Lukas 6, 27

Jesus sagte dies zu leicht entflammbaren Leuten, die die Welt in zwei Kategorien eingeteilt hatten: In Wir und Die.
"Wir" waren die Juden. Wer Jude war, war okay. Mit dem arrangierte man sich. Die "liebte" man.
"Die" waren alle anderen. Die gehörten nicht zu "Uns." Die glaubten nicht genauso wie "wir", die sahen anders aus als "wir." Die durfte man deshalb mit Hingabe hassen, was auch ausgiebig geschah.

In allen Gesellschaften gibt es Gruppen, die die Rolle des Sündenbocks zu spielen haben, auf den man eindreschen darf.
Bei den Nazis waren das die Juden. Die Deutschen mußte man mögen, die Juden durfte man hassen.
Bei den Kommunisten waren es die Bürgerlichen. Alle in der K-Partei waren okay. Alle, die Produktionsmittel besaßen dagegen, die Kapitalisten, waren der Klassenfeind, den es auszumerzen galt.
Bei den Katholiken waren die Ketzer die vogelfreie Gruppe, die wahlweise verbrannt, geköpft oder zersägt wurde.
Bei den Umweltbewegten sind es die Atombefürworter.
Fanatisierte Mohammedaner bombardieren einander und die "Ungläubigen." Das ist schierer Haß. Denn jemanden zu töten ist der Ausdruck absoluten Hasses.
Bei manchen Menschen platzt förmlich ein Ventil, wenn ihnen endlich jemand unterkommt, der zu einer Sündenbock-Gruppe gehört. Den dürfen sie dann mit Hingabe hassen.

Zu uns sagt Jesus, man solle auch seine Feinde lieben. Er befahl uns nicht, sie besonders zu mögen. Gottes Liebe hat nicht so viel mit Gefühlen zu tun. Sie tut gute Taten.
Jesus will auf jeden Fall, daß wir nicht den mentalen Fehler begehen, alle, die nicht genauso sind oder denken wie wir, herabzuwürdigen und anzufeinden, eben zu hassen.
Denn das passiert manchmal sogar unter Christen. Ich habe mich schon mit Pfarrergruppen getroffen, in denen ich, der evangelisch-freikirchliche Pastor, in anderthalb Stunden mehr beleidigt, angemacht und kritisiert wurde als in den fünf davorliegenden Jahren zusammengenommen. Natürlich sind nicht alle so. Aber manche schon.
Bei manchen knallt die Sicherung durch, wenn man über die Geistestaufe, das persönliche Pfingsten, spricht. Plötzlich wird der sanft-strenge Baptistenbruder zur feuerspeienden Furie.
Wie gibt's das?
Es scheint ganz allgemein, daß der Mensch leichter haßt als liebt. Da soll uns nicht passieren. Wir sind nicht die Weltpolizei, die alle zu richten hat, die nicht haargenau auf unserer Linie sind. Wir lassen dem anderen Luft zum schnaufen.
Amen.

Dienstag, 20. August 2013

"Sicher schwimmen" oder "Die Mensch-Hund-Frage"

"Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie."
1 Mose 1, 27

In einer Universität hat man 500 Testpersonen gefragt, wenn dein Hund und ein Fremder in einem See gleichzeitig am ertrinken sind, wen würdest du retten? Deinen Hund oder den Fremden?
Die Antwort war: Kommt drauf an, um was für einen Menschen und um was für einen Hund es sich handelt.
Die meisten würden einen Familienangehörigen retten. Kaum handelt es sich jedoch nur noch um einen Menschen, den man nur vom sehen kennt, würde die Mehrzahl den Hund retten. 40 Prozent (inklusive 46 Prozent der Frauen) würden gar einen ausländischen Touristen ertrinken lassen und stattdessen den Hund retten.

Dieselbe Frage Schülern gestellt ergab folgendes Ergebnis: Ein Drittel rettet den Menschen, ein Drittel den Hund, das dritte Drittel ist unenschieden.

Wie gibt's das, daß Menschen eher Hunde retten als andere Menschen?

Weil den Schülern und Studenten nicht mehr beigebracht wird, daß der Mensch im Ebenbild Gottes geschaffen wurde und deshalb etwas ganz anderes ist als ein Tier.
Nämlich unendlich viel wertvoller.
Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn auf die Welt gesandt, damit er die Menschen von ihren mannigfachen Problemen erlöst.
Wenn man den Menschen zum Tier erklärt, darf man sich nicht wundern, wenn er sich wie eines verhält und einen ertrinken läßt.

Wir alle fühlen mehr für ein Wesen, das wir lieben, als für einen beliebigen Fremden, den wir nicht kennen, geschweige denn lieben. Deswegen muß es etwas geben, was die Wertung durch unsere Gefühle ersetzt. Dieses Etwas sind von Gott geoffenbarte Werte, wie etwa der, daß der Mensch im Ebenbild Gottes geschaffen ist. Aufgrund dieser Aussage Gottes, nicht aufgrund meiner Gefühle, entscheide ich mich im Notfall dafür, den Menschen zu retten und nicht das Tier.
Wenn mich dagegen meine Gefühle leiten, dann werde ich unberechenbar und gebe mich selber der Beliebigkeit preis. Denn Gefühle ändern sich täglich.
Gottes Wort zum Glück nicht.

Wir bezahlen einen schrecklichen Preis dafür, wenn eine Gesellschaft sich von säkularen Werten leiten läßt, statt sich im bewährten Werte-Rahmen Gottes zu bewegen.
Glaubst du nicht?
Stell die Mensch-Hund-Frage zehn Personen und frage sie außerdem, ob sie glauben, daß die Bibel von Gott inspiriert ist oder ob sie nur ein menschliches Buch ist.
Du wirst unweigerlich feststellen, daß es wesentlich sicherer ist, mit Christen zu schwimmen als mit Ungläubigen.

Freitag, 16. August 2013

Balken! Nichts als Balken!

"Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, erlaube, ich will den Splitter herausziehen, der in deinem Auge ist, während du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge! Und dann wirst du klar sehen, um den Splitter herauszuziehen, der in deines Bruders Auge ist."
Lukas 6, 42

"Pastor, jemand hat mich Egoist genannt, nur weil ich ihm etwas nicht geben wollte. Nun ist aber derjenige, der mich Egoist genannt hat, selber als der größte Egoist bekannt. Wie reagiere ich richtig?"

Ignorier ihn und sein Gerede.
Dieser Sachverhalt verwundert mich immer wieder. Nämlich der, daß Leute, die bestimmte Fehler haben, andere genau dieser Fehler bezichtigen.
Ein Lügner beharrt darauf, daß Gott und die Welt ihn belügen. Er sieht nur Lügner um sich herum am Werk.
Ein Geizhals oder Dieb ist chronisch mißtrauisch, weil angeblich alle auf sein Geld aus sind. Er hält alle anderen für (zumindest potentielle) Diebe.
Eine Chaotin bezichtigt ordentliche Hausfrauen der Unordnung.
Ein Pornoglotzer unterstellt dir einen unreinen Geist.
So lenken sie die Aufmerksamkeit von sich und ihrer krassen Fehlerhaftigkeit weg auf die oft weit geringere Fehlerhaftigkeit anderer. Sie sagen unbewußt, "Schau nicht mich an, schau den da an. Gegen den bin ich ein Heiliger."
Sie verdrängen ihre Charakterprobleme.
Verdrängung ist aber keine Lösung.
Jesus nennt solche Leute sogar Heuchler. Er mochte sie nicht besonders.
Ein Heuchler weiß normalerweise, daß er heuchelt. Das sollten wir definitiv vermeiden. Wenn wir Fehler gemacht haben, dann geben wir sie zu und räumen sie aus. (Fehler zugeben können nur die Stärksten. Du bist stark. Sag mir nach: Ich bin stark!)
Das Gescheiteste, was wir hier tun können, ist vor unserer eigenen Tür zu kehren und die Zweifelhaftigkeit unseres Nächsten anzuzweifeln, soll heißen, ein großes Maß an Toleranz für die Macken anderer walten zu lassen und ihnen nicht dauernd die übelsten Motive unterstellen. Das sagt nämlich mehr über dich aus als über die Angeschuldigten.
Wir scheren uns um das Urteil der Heuchler nicht weiter. Jesus hat sein Glück auch nicht im Kopf anderer Leute aufbewahrt.
Wenn dich also jemand unvermittelt in die Defensive drängt, dann frag dich warum der das macht. Vielleicht entdeckst du so, was ihn wirklich anteibt: Den Balken, der ihn blind macht für eigene Fehlerchen. Ja ja.
Und sei auch selber auf der Hut--vor deinen eigenen Bälkchen.

Donnerstag, 15. August 2013

Der Bitterkeit-Vergebungskomplex

"Ist es mir nicht erlaubt, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Oder blickt dein Auge böse, weil ich gütig bin?"
Matthäus 20, 15

Im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg beschreibt Jesus einen Gutsherrn, der allen Arbeitern gleichviel zahlt, obwohl manche erst am Abend eingestellt wurden und viel weniger arbeiteten als diejenigen,die seit dem frühen Morgen dabei waren.
Diejenigen, die die Last des Tages getragen hatten, grollten voller Bitterkeit, beschwerten sich und wollten mehr Geld als die Nachzügler.

Falls sie Christen waren, empfanden sie sicher, daß sie dem Gutsherrn, dem Schuft, nun vergeben sollten, wozu sie natürlich keine Lust hatten. Schließlich hatte er sie zutiefst verletzt, da er ihnen nur den ausgemachten Lohn bezahlte und ihnen nicht mehr gab als den Wenigarbeitern, die sie keines Blickes würdigten.

Doch Jesus überrascht die Kläger und sagt, da gibt es nichts zu vergeben. Dem Gutsherrn ist erlaubt, mit dem Seinigen zu tun, was er will. Das Problem lag bei den Arbeitern und hieß Bitterkeit. Ihre Verletztheit war ausschließlich ihr Problem.

Was hat das mit dir zu tun?

Wenn dich zB jemand nicht auf seinen Geburtstag einlädt und du deswegen beleidigt bist: Du mußt diesem Jemand dann nicht vergeben. Denn da gibt's nichts zu vergeben. Jeder kann einladen, wen er will. Es ist keine Sünde, dich nicht dabeihaben zu wollen.
Wenn du dazu neigst, wegen solcher Dinge sauer zu werden, dann mußt du dich fragen warum. Beziehst du deine Wichtigkeit aus Geburtstagseinladungen und dem Lob der Leute?
Dann bist du ausgeliefert.
Denn es wird in deinem Leben noch oft passieren, daß von Leuten keine Bejahung und dergleichen kommt. Vielmehr mußt du darauf vertrauen, daß Gott sich schon um dich kümmert und dir Bestätigung und Wichtigkeitsgefühle aus den richtigen Quellen vermittelt.

Natürlich ist es nicht schön, ab und zu außen vor zu bleiben. Werde deswegen jedoch nicht bitter. Dazu gibt es nämlich keine Veranlassung, wenn du mit Jesus gehst.

"Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit, indem ihr alle eure Sorge auf ihn werft! Denn er kümmert sich um euch."
1 Petrus 5, 6-7


Dienstag, 13. August 2013

Segen und Neid

"Freut euch mit den sich Freuenden."
Römer 12, 5

"Pastor, dieses Jahr bin ich auf einem wichtigen Gebiet von Gott ungeheuer gesegnet worden. Doch wem ich auch von meinem Triumph erzähle: die freuen sich gar nicht. Ich habe sogar den Eindruck, nicht einmal meine Frau freut sich wirklich. Dabei wäre jeder froh, wenn ihm das auch gelingen würde, was mir gelang. Was ist da los?"

Das Phänomen ist alt. Es heißt Neid.
Meist ist es tatsächlich besser, großen Segen nicht an die große Glocke zu hängen. Egal, ob es sich dabei um materiellen Segen oder um außergewöhnliche geistliche Erlebnisse handelt.
Joseph, der Sohn Jakobs, träumte mal davon, daß er ein Stern sei und alle anderen Sterne, inklusive Sonne und Mond, sich vor ihm verbeugen. Als er davon seiner Familie erzählte, kam das nicht so gut an. Seine Brüder beneideten ihn und verkauften ihn als Sklaven nach Ägypten--nicht, weil sie das Geld gebraucht hätten, sondern weil sie verhindern wollten, daß seine Vision sich erfüllt. Aus Neid eben.

Das einzige, was wir tun können, ist zu schauen, daß wir nicht neidisch sind, sondern anderen ihren Segen von Herzen gönnen. Denn Gott kann Neider nicht segnen. Neid ist nämlich ein Ausdruck des Unglaubens. Der Glaubende freut sich mit dem Gesegneten, denn er weiß: Der Gott, der den Gesegneten gesegnet hat, wird auch mich segnen! Er sieht die Person nicht an, sondern "Er ist Herr über alle, und er ist reich für alle, die ihn anrufen." (Römer 10, 12).

Paulus sagt sogar, "Gott aber vermag euch jede Gnade überreichlich zu geben, damit ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk." (2 Korinther 9, 8).
Diese Verheißung gilt aber speziell Gebern, wie der Kontext zeigt.
Neider erkennt man u.a. daran, daß sie keine Geber sind. Für sie wird dieses Wort nie wahr werden.
Schade. Aber sie haben's selber so gewählt.
Wir müssen sie nicht nachahmen.

Zusammenleben ohne

"Seid bedacht auf das, was ehrbar ist vor allen Menschen."
Römer 12, 17

Dieser Tage bin ich um eine Meinung gebeten worden. Ich habe also von einer Witwe in geistlich leitender Position gehört, die kurzerhand mit einem Witwer zusammengezogen ist, ohne ihn zu heiraten, da dies Nachteile bei der jeweiligen Witwenrente der beiden hätte.
Könnte diese Frau in leitender Position verbleiben?

Was für eine Frage.

Wenn Leiter einfach so zusammenziehen und damit zum Ausdruck bringen, daß die Kohle wichtiger ist als die Ehe, dann laden sie ihre Leute zum Nachahmen ein. Dann wird es rasch dazu kommen, daß auch Leute, die nicht verwitwet sind und keine Pensionsansprüche zu retten haben, unverheiratet zusammenziehen.
Der Gemeinde Jesu Christi erweist man so einen Bärendienst. Denn Gott ist der Retter der belagerten Institution Ehe, nicht ihr Unterwühler.
Daß dies überhaupt so vorkommen konnte, läßt auf große Lücken im geistlichen Verständnis der Betroffenen schließen. Für einen geistlichen Dienst sind solche Leute ungeeignet.

Paulus sagt gar, 
"Ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt, selbst verwerflich werde."
1 Korinther 9, 27.

Und Jakobus warnt:
"Werdet nicht viele Lehrer [Vorbildfunktion], meine Brüder, da ihr wißt, daß wir ein schwereres Urteil empfangen werden."
Jakobus 3, 1

Wer Ohren hat, zu hören...

Donnerstag, 8. August 2013

Passive und aktive Geduld

"Wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, da wir wissen, daß die Bedrängnis Ausharren bewirkt, das Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist."
Römer 5, 3

Jemand, der sich über Bedrängnisse nicht beschwert, sondern sich "in ihnen rühmt", der lebt in einer ganz eigenen Welt. Paulus betrachtet Bedrängnisse, (gr. thlipsis, Druck wie von einem Hinkelstein), als Sprungbretter für ein besseres Leben.
Wie kommt der da drauf?
Er weiß, (gr. oida, aus Erfahrung wissen), daß die Bedrängnis Ausharren bewirkt.
Das griechische Urtext-Wort hypomone, Ausharren, lautet wörtlich übersetzt drunter bleiben. Es hat was mit Geduld zu tun.
Nun gibt es passive Geduld und aktive.
Passive Geduld wartet. Ihr ist oft langweilig.
Aktive Geduld ist anders. Sie arbeitet an der Lösung des Problems, bis es verschwunden ist. Diese Art von Geduld heißt auch Ausdauer oder Beharrlichkeit.
Gott will nicht, daß wir passiv herumsitzen und warten, daß unsere Bedrängnis sich verflüchtigt, sondern er möchte, daß wir aktiv werden und an der Lösung so lange arbeiten, bis wir unser Ziel erreicht haben.

Diese aktive Geduld führt zu gelösten Problemen. Hat man genug Probleme gelöst, ist man bewährt. Paulus wußte (aus Erfahrung), daß Beharrrrrrlichkeit zu Bewährung führt. Wir sind dann bewährte Problemlöser.
Bewährung bewirkt Hoffnung.
Hoffnung?
Die Hoffnung, daß Gott uns auch in Zukunft bei noch größeren Bedrängnissen zu Überwindern macht. Er ist für uns. Schließlich hat er als Anzahlung (Unterpfand, Epheser 1, 13-14) aufs ewige Leben seinen Geist in uns ausgegossen. (Das kann jetzt vielleicht nicht jeder Leser nachvollziehen. Geisterfüllte Christen wissen jedoch genau, was gemeint ist). Wir wissen, das Beste kommt erst noch.

Wir sollten die Haltung von Paulus zu Bedrängnissen zur Kenntnis nehmen und selber einüben.

Montag, 5. August 2013

Leben statt lahmen

"Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett auf und geh umher!"
Johannes 5, 8

In Johannes 5 liegt ein Lahmer hoffnungslos und voller Ausreden in einem Sanatorium herum. Er hat sich in Bethesda eingerichtet, leidet vor sich hin, und erwartet vom Leben nicht mehr viel.
Da kommt Jesus und fragt ihn, ob er geheilt werden will.
Der Mann antwortet mit Entschuldigungen und Ausflüchten, warum das unmöglich sei. Jesus ignoriert seine Bedenken und befiehlt ihm, aufzustehen.
Schockiert von der großen Vollmacht, mit der Jesus spricht, tut der Gelähmte, was er eigentlich nicht kann. Er steht auf und geht umher.

Mir kommt es manchmal so vor, als ob Jesus vor den ein oder anderen Christen hintritt und ihn fragt, ob er gesund werden will. Also, ob er ein aktives, produktives, ausgreifendes Leben leben will, statt immer nur herumzuliegen, an das zu denken was doch alles unmöglich ist, und tagein tagaus dasselbe zu sehen.

Wenn wir Christen sind, sind wir nicht länger gelähmt und behindert in unserem Leben. Gott ist für uns. Er hat die Welt für uns gemacht. Schluß mit Ausreden. Was können wir tun?

Donnerstag, 1. August 2013

Er beschwert sich nicht!

Es ist praktisch unmöglich, sich mit irgend jemandem zu unterhalten, ohne daß der Gesprächspartner sich nicht früher oder später über irgend etwas beklagt. Manche machen fast nichts anderes. Alles in ihrem Leben finden sie beklagenswert.
Das ist schade.
Denn wer sich beklagt, der wandelt schonmal nicht im Geist des Glaubens. Denn der Glaube triumphiert. Immer. Er triumphiert schon im Vorheraus, noch bevor ein vorhandenes Problem verschwunden ist. Der Glaube rechnet fest mit Gottes Eingreifen. Er weiß, daß die Verheißungen Gottes wahr sind. Jesus hat sie schließlich mit seinem Blut erkauft.
Jemand, der sich beständig beschwert, signalisiert dagegen, "Ich glaube nicht, daß Gott sich für mich einsetzt. Vielleicht hilft er, vielleicht nicht. Ich komme bestimmt zu kurz." So ist es dann auch. Ihm geschieht nach seinem Glauben.

Wenn man die Briefe des Paulus liest, stellt man dagegen fest: Er, der Gefolterte, Verfolgte, Gesteinigte, Verleumdete beschwert sich praktisch nie! Als er grundlos ins Gefängnis wandert und einige Prediger ihm daraus einen Strick drehen wollen, sagt er:

"Jene aus Eigennutz verkündigen Christus nicht lauter, weil sie mir in meinen Fesseln Bedrängnis zu erwecken gedenken. Was macht es denn? Wird doch auf jede Weise, sei es aus Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich. Ja, ich werde mich auch freuen." (Philipper 1, 17-18).

Er hat sich nicht rechtfertigt, keinen Streit vom Zaun gebrochen, oder sich bedauert. Er hat sich gefreut, daß diese von der Geschichte längst vergessenen Leute immerhin Jesus gepredigt haben, auch wenn sie gegen ihn, Paulus, agitierten und versuchten, ihm zu schaden. Sie haben's nicht geschafft.
Denn Paulus, der Sichnichtbeschwerer, lebte im Geist des Glaubens.

Bitte Gott um eine Erfüllung mit dem Geist des Glaubens.
Und dann hör auf, dich wegen jeder Kleinigkeit zu beschweren. Du nervst.