Donnerstag, 31. Dezember 2015

Friede auf Erden?

"Herrlichkeit Gott in der Höhe, und Friede auf Erden in den Menschen des Wohlgefallens."
Lukas 2, 14.

"Pastor, der Engel hat bei der Geburt Jesu zu den Hirten gesagt, daß nun der Friede auf Erden ausbrechen wird. Das ist aber so nicht passiert!"

Natürlich nicht.
Wenn du genau liest, dann siehst du, daß es heißt, "Friede auf Erden IN den Menschen seines Wohlgefallens." Von allgemeinem Frieden oder gar Weltfrieden steht da nichts.
Wer Jesus in sein Leben einlädt, der hat nun Frieden IM HERZEN, sogar auf Erden, wo es bekanntlich wenig friedlich zugeht.
Der in dir als Christen wohnende Friede bewirkt, daß du dich friedlich verhältst, und so entsteht Friede in deiner Familie, deiner näheren Umgebung, und wenn viele so sind wie du, auch in deiner Gesellschaft.
Wenn du keinen Frieden in dir hast, kannst du auch keinen rauslassen. Du wirst dann auch keinen Frieden erleben, wenn du in eine friedliche Umgebung kommst. Denn der in dir wirkende Unfriede mischt früher oder später deine Umgebung auf und du selber wirst zum Unfriedensstifter.

Jesus hat nie irdischen, in idealen Umständen begründeten Frieden verheißen, wie sich das so viele wünschen.
Im Gegenteil.
In Matthäus 10, 34 sagt er, "Meint nicht, daß ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert." Dann spricht er über die Entzweiung in Familien, die der Glaube an ihn (nicht nur unter den Juden damals) bewirken kann.
Und am Ende seines Dienstes sagt er, "In der Welt habt ihr Bedrängnis, aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden." (Johannes 16, 33).

Schwert.
Entzweiung.
Bedrängnis.
Kling alles nicht so gut.
Nun, das Einstehen für den Glauben wird uns immer etwas kosten.
Na und?
Im Obersaal nach dem Abendmahl sagt der Herr: "Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam." (Johannes 14, 27).
Wir werden auch im Chaos dieser Welt Frieden haben.
In uns.
Weil wir ihm gehören.

Mit dieser Verheißung im Sinn beschließen wir das durchwachsene Jahr 2015 und freuen uns auf das durchwachsene Jahr 2016.

Ein gutes Neues!

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Frohe Weihnachten 2015

"Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und man nennt seinen Namen Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. Groß ist die Herrschaft und der Friede wird kein Ende haben."
Jesaja 9, 5-6

"Ein Kind geboren, ein Sohn gegeben": Hier haben wir eine dieser bemerkenswerten Weissagungen über Jesus, die man sich nicht ausdenken kann. Über keinen anderen wurde soviel prophezeit und kein anderer hat diese Prophetien so punktgenau erfüllt wie Jesus.
Was zeigt uns das?
Gott steht zu seinem Wort, auch wenn es manchmal Jahrhunderte dauert, bis es sich erfüllt.
Und Jesus ist das ultimative Geschenk Gottes an die Menschheit.

Ich wünsche allen Bloglesern frohe Weihnachten.

Dienstag, 22. Dezember 2015

Blut und Boden?

"Da ist weder Grieche noch Jude, Beschneidung noch Unbeschnittenheit, Barbar, Skythe, Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen."
Kolosser 3, 11.

Im Alten Testament ging es augenscheinlich um Stammeszugehörigkeit, um Blutsverwandtschaft und den Boden Kanaans. Die Israeliten sollten keine Ausländer heiraten und hatten ein verheißenes Land, das es einzunehmen und zu verteidigen galt.

Doch um Blut und Boden geht's nur augenscheinlich.

In Wirklichkeit war Gott stets das Verhältnis zu ihm viel wichtiger. Der Glaube und der Bund waren immer wichtiger als Boden und Blut. Bekehrte aus den Heiden hatten dieselben Rechte und Pflichten wie die Israeliten und mußten nicht zwingend von Abraham abstammen.

Das Gesetz des Mose machte Israel sogar zu einem ersten Rechtsstaat, in dem das Gesetz über den Launen des Herrschers steht. (Jahrhundertelang gab es deshalb sogar überhaupt keinen König).

Im Neuen Testament kommt der Glaube und die Loyalität zu Gott stets vor der Zugehörigkeit zu einer Volksgemeinschaft oder Nation. Petrus und die Apostel sagten deshalb zur übergriffigen Staatsmacht in Form des Hohen Rats: "Man muß Gott mehr gehorchen als Menschen." (Apostelgeschichte 5, 29). Wenn deshalb Politiker tönen, das Grundgesetz stehe über dem Koran, und nachschieben "und über der Bibel", um die Mohamedaner nicht zu ärgern, dann muß ich kichern. Christen gingen in Europa und der Welt für ihren Glauben ins Feuer und unters Beil, weil sie nicht akzeptierten, daß irgend ein korrupter König in ihrem Leben den Platz Gottes einnimmt. Zum Schluß prägten sie Europa. Sehr zum Segen, würde ich sagen.

Nationalität, Rasse und Geschlecht sind unerheblich für den Stand vor Gott. Bei ihm zählt nur die Staatsbürgerschaft in seinem Reich, die man durch den Glauben erwirbt. Wer Jesus nicht zu seinem König gemacht hat, gehört nicht dazu.

Gott versammelt sein Volk um eine gemeinsame Grundüberzeugung.
Während Bismarck vor 150 Jahren an der Einigung eines Deutschen Reichs arbeitete, (denn gleiches Blut gehört in ein gemeinsames Reich, hurra!), erstarkten jenseits des Großen Teichs die Vereinigten Staaten, die sich nicht über "gleiches Blut" definierten, sondern über die Idee der Freiheit, der Chancengleichheit und der Demokratie.
Deutschland hat seit dem Untergang des zweiten Reiches fünf verschiedene Regierungsformen ausprobiert, um schließlich auch in einer Art Demokratie zu landen—die derzeit jedoch von einer monarchisch regierenden Kanzlerin schon wieder schier ausgehebelt wird.

Eben weil bei Gott die Nation und das Volk eine untergeordnete Rolle spielen, kann ich mit nationalkonservativem Gedöns nichts anfangen. Ich finde Deutschland verteidigenswürdig gut. Meine Werte, da biblisch, ändern sich nicht mit dem Zeitgeist, sind also wahrscheinlich konservativ. Doch keine Nation ist aus sich heraus stark. Größe entsteht nicht durch pure Behauptung oder lautes Getrommel.
Gott macht Länder groß. An seinem Segen ist alles gelegen. Wir können daran mitarbeiten, indem wir uns an seine Regeln halten.
Deshalb sagt Salomo ja auch:

"Gerechtigkeit erhöht eine Nation, aber Sünde ist die Schande der Völker."
Sprüche 14, 34.

Freitag, 18. Dezember 2015

Bestandserhaltungsmigration

„Wie Wasserbäche ist das Herz eines Königs in der Hand des HERRN: Wohin immer er will, neigt er es.“
Sprüche 21,1.

Bei meinem beständigen Bemühen, die irritierende Einwanderungspolitik von Bundeskanzlerin Merkel zu verstehen, bin ich durch Anregung kluger Leute auf ein interessantes Schriftstück aus den Vereinten Nationen, Abteilung Bevölkerungsfragen, gestoßen. Es heißt: "Bestandserhaltungsmigration: eine Lösung für abnehmende und alternde Bevölkerungen?" Man kann es sich hier mal anschauen: http://www.un.org/esa/population/publications/migration/execsumGerman.pdf

Es ist ziemlich entsetzlich.

Dort werden für verschiedene alternde Länder fünf Szenarien bezüglich Schrumpfungsverhinderung und Bestandswahrung entworfen. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Verhältnis von Menschen im erwerbsfähigen Alter und potenziellen Nutznießern eines Unterstützungsverhältnisses, zu deutsch: Der Ratio von Arbeitern und Rentnern.
Denn die Rentner werden mehr und die Arbeiter weniger.

In Deutschland sterben jedes Jahr 200.000 Menschen mehr als geboren werden. Rentner wachsen schneller nach als Kinder, von Erwerbsfähigen ganz zu schweigen.

Um der drohenden Vergreisung vorzubeugen, empfehlen die Vereinten Nationen, was sonst, Einwanderung. Denn wenn die Rentnerrepubliken weiterhin ihre Pensionen in gegenwärtiger Höhe beziehen möchten ohne bis 75 zu arbeiten, dann müssen Arbeitswillige, die bereit sind sie zu alimentieren, in sehr hoher Zahl importiert werden. Das 127-Millionen-Einwohner-Land Japan etwa bräuchte laut UNO jährlich eine Zuwanderung von 10,5 Millionen.
Wo sollen die herkommen?
Die Europäischen Union bräuchte eine Einwanderung von 13 Millionen Menschen jährlich, um so weitermachen zu können wie bisher. Doch die gutausgebildeten jungen Leute der Welt wollen nicht unbedingt nach Europa. Die zieht's mehr nach San Francisco und in solche Orte.
Die Weltenlenker glauben jedoch, nicht ohne Einwanderung auskommen zu können.
Da scheint sich Frau Merkel zu denken, ich nehm' was ich kriegen kann.
Dass hier zunächst nur in die Sozialsysteme eingewandert wird, wird hingenommen. Analphabetismus, Sprachlosigkeit, Islam, Kulturunterschiede hin oder her: Im Lauf der Zeit wird sich das schon irgendwie hinbiegen, Hauptsache, die Wirtschaft bleibt stark.
Bleibt zu fragen, ob das Prinzip Hoffnung oder die Verzweiflung die Bundeskanzlerin antreibt. Dass es rein die Humanität ist, nehm' ich ihr nicht ab.
Was nun?
Was demnächst in Erscheinung treten wird, sind prekäre Arbeitsstellen außerhalb des Systems, die man dulden wird. Damit meine ich nicht nur Prostitution oder Drogenhandel. Viele Zuwanderer werden auch in der Not ehrlich bleiben.
Ich denke da eher an folgendes Szenario: Eine, sagen wir, mittelalte, durch alle Raster gefallene, vom Staat kein Geld bekommende Afrikanerin kauft morgens eine Großpackung Papiertaschentücher für 2 € und vertickt die individuellen Packungen in der Fußgängerzone einzeln für 1 €. Macht etwa 20 € Profit am Tag. Damit, und mithilfe der Bahnhofsmission, kann man überleben—und lebt noch immer besser als daheim im Busch.
Junge Männer benutzt man als hilfsarbeitende Tagelöhner, ihre Schwestern als Pflegepersonal.

Es wird die Gruppe der überregulierten Arbeitnehmer geben, nämlich uns, und die Gruppe derjenigen, die überhaupt nicht reguliert werden.

Spannende Zeiten.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Authentizität

Authentizität ist ein echtes Modewort, man begegnet ihm allüberall.
Authentizität bedeutet Echtsein.
Authentisch ist jemand, bei dem sich der Innenzustand sich mit seinem äußeren Verhalten deckt.
Jesus war so authentisch, dass er von sich sagte: „Ich bin… die Wahrheit…“ (Johannes 14,6).

Nachdem er ein bekannter Reiseprediger geworden war, sagte Jesus jedoch auch, „Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er das Haupt hinlege." (Matthäus 8,20).
Wie kann das sein?
Man möchte doch meinen, dass alle sich darum gerissen haben, den berühmten Rabbi aus Nazareth zu sich nachhause einzuladen.
Das taten sie aber nicht.
Warum?
Kann es sein, dass Jesus dort Dinge gesehen oder mitbekommen hätte, von denen man nicht wollte dass er sie sah oder mit bekam?
Hmmm.
Man ist so, wie man ist, wenn man alleine ist und einem niemand zuschaut bei dem, was man tut.
Authentizität.

Zu einem Mann, der ein großer Sünder war, aber großes Interesse an Jesus entwickelt hatte, lud Jesus sich einfach selber ein. Es war ein erpresserischer Zöllner, der auf einem Baum saß als Jesus in einer Volksmenge vorbeiging.
Dem rief er zu, „Zachäus, steig eilends herab! Denn heute muß ich in deinem Haus bleiben.“ (Lukas 19,5).
Es war egal, wie schlimm es bei dem zuhause zuging.
Das würde sich nun ändern.
Denn Jesus hatte von nun an oberste Priorität in seinem Leben.

Der vormals raffgierige Zachäus machte auch sofort klar Schiff: „Zachäus aber stand und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich von jemand etwas durch falsche Anklage genommen habe, so erstatte ich es vierfach.“ (Lukas 19,8).
Und Jesus entgegnete: „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, weil auch er ein Sohn Abrahams ist, denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.“

Lass auch du Jesus in dein Haus hinein, egal wie's da drinnen aussieht.
Er kommt nicht, um dich zu verdammen.
Er kommt zu dir, um zu retten, was zu retten ist.

Samstag, 12. Dezember 2015

Nächstenliebe nochmal vereinfacht

Ich hab nach meinem Post gestern, („Der Schlüssel zum Herzen…“), nochmal nachgedacht. Ich denke, ich war da immer noch zu anspruchsvoll, was alltägliche Nächstenliebe angeht. Aufmunternde Worte, Freundlichkeit, Zuwendung, Anerkennung... Das ist nicht jedermanns Sache. Wir leben hier in einer Gegend, in der man tatsächlich sagt: „Nichts gesagt ist genug gelobt.“ (Nicht, dass sich alle dran halten würden).
Aber so mancher hat verinnerlicht, was Salomo in Sprüche 25,27 anmahnt: „Zuviel Honig essen ist nicht gut und ehrende Worte gebrauche sparsam.“ Manche von uns sind auch von ihrer Persönlichkeitsstruktur nicht dazu in der Lage, über diesen Satz hinauszugehen. Für die besteht die vollentwickelte Frucht des Geistes wirklich darin, Gutes zu beschweigen.
Gut.
Für solche Zeitgenossen ist es ein riesiger Fortschritt, wenn sie lernen, im richtigen Moment den Mund zu halten.
Nichts zu sagen.
Und dem andern die dumme oder ätzende, hämische, sarkastische, ironische, mürrische, nörgelnde oder sonst wenig erbauliche Bemerkung, die normalerweise kommt, zu ersparen.
Schon das ist Nächstenliebe.

Gott hat im Alten Testament das Volk Israel zwar aus Ägypten befreit. Doch als sich das Volk danach trotz prima Versorgung in permanentem Genöle erging, verurteilte er es zu einer vierzigjährigen Wüstenwanderung, ja zum Tod in der Wüste. (Judas 5).
Selbst vor Gott ist Schweigen manchmal Gold.

Der Jünger Thomas war stets schnell dabei, die in seinen Augen übertriebene Begeisterung seiner Glaubensbrüder ein wenig zu dämpfen. Viele seiner Worte wirken wie eine aufs Feuer geworfene nasse Decke, wenn man sie mal liest. Als Jesus beispielsweise nach Juda ging, um Lazarus von den Toten auf zu erwecken, sagte er: „Lasst auch uns gehen, dass wir mit ihm sterben.“ (Johannes 11,16).
Er rechnete mit seinem eigenen Tod statt mit der Auferweckung von Lazarus.
In seinem Herzen ging das genaue Gegenteil von dem vor, was im Herzen Jesu vorging.
Jesus hat ihn zuletzt scharf ermahnt. (Johannes 20,27).
Hätte er doch damals nichts gesagt. (Dann könnte ich ihn heute nicht als Beispiel hernehmen).
Doch Thomas lernte und wurde doch noch zu einem vollmächtigen Apostel.

Und was sagt Salomo, der Mann der 1000 Frauen, über manche seiner Göttergattinnen:
„Ein tropfendes Dach, das vertreibt am Tag des Regengusses, und eine zänkische Frau gleichen sich.“ (Sprüche 27,15).
Folgenden Satz sagt er gleich zweimal, in Sprüche 21,9 und 25,24: „Besser auf dem Dach in einer Ecke wohnen als eine zänkische Frau und ein gemeinsames Haus.“
Vielleicht mochten diese Frauen den König nicht so, so dass sie ihn mit ihren Worten in strategischer Absicht vertrieben. Vielleicht ging ihnen einfach der Mund über. Zur richtigen Zeit die falsche Bemerkung fördert jedenfalls eher die Einsamkeit denn die Zweisamkeit. Sagt Salomo.

Wie gesagt: Manchmal ist schon Schweigen Nächstenliebe
(Vielleicht sage ich in Zukunft noch weniger als so schon).

Freitag, 11. Dezember 2015

Der Schlüssel zum Herzen einer Person

„Er ist Israels König, so steige er jetzt vom Kreuz herab, und wir werden an ihn glauben.“
Matthäus 27,42.

Viele Christen glauben, so auch ich lange Zeit, wenn nur Wunder in ausreichender Zahl und Großartigkeit stattfinden, dann bekehren sich die Leute ganz von selbst und finden zum Glauben an Jesus. Doch dass dies jedoch nicht zwingend so ist, zeigt das Leben Jesu selber.
Niemand hat erstaunlichere Wunder getan als er.
Zumindest ist mir niemand bekannt, der einen seit vier Tagen toten und einbalsamierten Menschen aus der Gruft gerufen hat, wie Jesus dies mit Lazarus tat.

„Obwohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn.“ (Johannes 12,34).

Der Schlüssel zum Herzen der Menschen liegt nicht in erster Linie im Wunder, sondern in etwas anderem: Der Nächstenliebe. Paulus sagt deshalb: „Wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß und wenn ich allen Glauben habe, so daß ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts.“ (1. Korinther 13,2). Paulus erkennt hier an, dass Wunder nicht immer das effektivste Mittel zur Seelengewinnung sind.

Liebe.
Dieses Wort klingt so abstrakt und obendrein gefühlig. Es klingt nach Bahnhofsmission und Armenspeisung. Nach unbequemer Selbstaufgabe. Es klingt nach allem möglichen, nur nicht nach etwas Einfachem, Leichtem, dass man jeden Tag ohne groß dran zu denken tun kann. Es klingt schwierig.

Doch ich denke, wir machen's uns hier unnötig schwer. Gott weiß, wie seine Kinder gestrickt sind und verlangt nichts Unmögliches von ihnen.

„Wenn jemand einem dieser Geringen nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt in eines Jüngers Namen, wahrlich, ich sage euch, er wird seinen Lohn gewiß nicht verlieren.“ (Matthäus 10,42).

Die Liebe besteht demnach aus vielen Kleinigkeiten. Sie ist ein Becher Wasser, ein freundliches Wort. Ein getaner Gefallen. Ein aufmunternder Blick. Ein bekundetes Interesse. Zuwendung. Ein offenes Ohr. Oft besteht sie nur darin, den Druck rauszunehmen und nicht unnötig viel vom anderen zu erwarten.

Wunder sind etwas wunderbares. Natürlich brauchen wir sie.
Doch, „haben alle Wunderkräfte? Haben alle Gnadengaben der Heilungen?“ (1. Korinther 12,29-30).
Leider nein.
Aber Nächstenliebe können wir alle.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Schöne Feier

"Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens."
Jesaja 9, 5.

Wir hatten eine sehr schöne Weihnachtsfeier letzten Sonntag. Vielen Dank nochmal an alle Mitarbeiter und Helfer und Programmgestalter. Der Weihnachtsbaum mit seinen Lichtern schaut auch wieder super aus und die Kränze.

Preis dem Herrn.

Samstag, 5. Dezember 2015

Weihnachtsfeier!

„Geht hin, eßt fette Speisen und trinkt süße Getränke und sendet dem Anteile, für den nichts zubereitet ist! Denn der Tag ist unserm Herrn heilig. Und seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN, sie ist euer Schutz.“
Nehemia 8,10.

Normalerweise soll man nicht zu fett essen und süße Getränke meiden. Doch es gibt Gelegenheiten, zu denen man diesen Rat ignorieren darf.
Eine Weihnachtsfeier gehört dazu.
Morgen ist es wieder soweit! Gleich nach dem Gottesdienst stellen wir Tische auf und essen miteinander in der Gemeinde zu Mittag. Danach gibt's Kaffee und Kuchen und ein Programm.
Bin schon gespannt.

Von der Wichtigkeit des richtigen Futters

Gestern war seit langem wieder einmal so ein Tag.
Am Abend zuvor hatten wir im Sport komplizierte Übungen gemacht, die sich ein wenig auf meinen Kreislauf niedergeschlagen haben. Puh. Bin deswegen schon um 11 ins Bett.
Da beginnt irgendwann nach Mitternacht der Hund mit einem verhaltenen Jaulkonzert. Spitze.
Macht er schon seit Wochen immer wieder.
Für sowas bin ich zuständig.
Ich krabble also aus dem Bett, tröste den Hund, und leg mich wieder hin.
Um 5:00 Uhr ging's dann richtig los: Der Hund begann zu wehklagen als ob ihm jemand das Fell abzöge. Es klang jedenfalls nicht, als ob er Einbrecher verscheuchen wollte. Eher leidend. Seine Musik erfüllte das Haus.
Wie gesagt, für sowas bin ich zuständig.
Ich erbarme mich also um 5:30 Uhr endlich, stehe auf, und schau nach unserem Zauseltier.
Und mir stehen die Haare zu Berge.
Seine Beine sind verdreht, seine Augen geschlossen, sein Maul schäumt; stinken tut er auch.
Furchtbar.
Gut, direkt Schaum war's jetzt vielleicht nicht, was er vorm Maul hatte. Aber Sabber. Es hat sich jedenfalls glitschig angefühlt.
Unser Wauzi ließ sich nicht trösten. Nicht einmal von mir.
Trotz der frühen Stunde, des Gestanks, meines sich hebenden Magens und immer noch irritierten Kreislaufs erkannte ich sofort: Hier handelt es sich um eine Art hysterischen Anfall. Unser Hund konnte nicht mehr aufstehen und war darüber verzweifelt.
Inzwischen war meine Tochter dazugekommen.
„Das ist ihr letzter Tag,“ prophezeite ich finster. Unser Hund ist nämlich eine Hündin. Eine ziemliche Seniorin, so daß das Ins-Auge-Fassen ihres letzten Tages gar nicht so abwegig war. Bisher hat sie sich erstaunlich gut gehalten für ihr Alter.
Doch jetzt?
Ich würde noch ein, zwei Stunden mit ihr ausharren, müde und selber leidend wie ein Hund, und ihr Leiden durch Kraulen lindern. Dann öffnete der Tierarzt.
„Oh nein,“ sagte meine Tochter. Sie klang glücklicherweise sehr gefasst. Ist ja mittlerweile auch erwachsen.
Um das Heulen abzustellen, nahm ich sie irgendwann und stellte sie auf ihre vier Beine. (Die Hündin, nicht die Tochter). Da verstummte sie und begann zu hecheln. Dann begann sie durch die Wohnung zu tigern wie ein betrunkener Pinball. Wenn sie hinfiel, was oft passierte, hob ich sie wieder auf und sie tigerte hechelnd weiter.
Als sie in die Terrassentür rannte, öffnete ich die und unsere Hündin verschwand in die Nacht. Ein Eiswind wehte meine schweißbedeckte Stirn an, so dass ich schnell wieder zumachte. Durchs Fenster spähte ich in die Dunkelheit, um zu sehen, was sie trieb. Bald erkannte ich, dass der weiße Fleck auf dem Kiesweg, unterhalb der 3 Stufen, ihr Bauchfell war. Sie war irgendwie auf dem Rücken gelandet.
Ich öffnete die Terrassentür noch einmal und sprang hinaus, um ihr barfuß, im Sweatshirt und in Boxershorts zu Hilfe zu eilen. Gut, dass ich wegen meines Kreislaufs und meiner Übelkeit selber schwitzte wie ein Tier, denn so nahm ich die Kälte nicht wahr. Sogar das Laufen auf Schotter war halb so schlimm.
Und gut, dass es dunkel war und mich niemand sah.
Ich richtete meinen gekenterten Hund wieder auf und brachte ihn zurück ins Haus.
Irgendwann um 6 stieß dann meine Frau zu uns, die sich bisher nicht allzu sehr hatte stören lassen. Ich schilderte ihr die Symptomatik und sie diagnostizierte: „Liegt bestimmt am Futter.“
Sofort fiel mir ein, dass wir am Tag zuvor einen neuen Sack Futter aufgemacht hatten, denn für das Füttern bin auch ich zuständig.
Statt in eine tierärztliche Todesspritze zu investieren, investierten wir an jenem Vormittag in einen Sack besonders populären—teuren—Hundefutters.
Sie fraß—und wir hatten eine neue Hündin. Sie war wie ausgewechselt.
Es hatte tatsächlich am Futter gelegen—was mich zu der Überlegung veranlasste: Lässt sich das auf den Menschen übertragen? Wieviele Gebrechen und Ausfallerscheinungen haben die Menschen aufgrund ihres Futters?

Noch wichtiger als die natürliche Nahrung ist die natürlich geistliche!
Wieviele Menschen leiden unnötigerweise aufgrund falscher Haltungen, Einstellungen, Grundüberzeugungen und alltäglicher Schrottgedanken, mit denen sie ihre Seele ernähren?

Das Wort Gottes ist Nahrung für unseren inneren Menschen, so wie Brot für unseren Körper. Wir müssen uns anschauen, was Gott über uns sagt, (zum Beispiel: wir sind mehr als Überwinder), das verinnerlichen und danach leben. Wenn nicht, geht es uns wie dem Psalmisten:

„Wie Gras ist abgemäht und verdorrt mein Herz, denn ich habe vergessen, mein Brot zu essen.“ (Psalm 102, 5).

Jesus sagte: „Meine Speise ist, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.“ (Johannes 4,34). Wenn man das Evangelium liest, sieht man, Jesus ging es ziemlich gut. Keine Ausfallerscheinungen, nirgends.

Es kommt aufs Futter an.

Dienstag, 1. Dezember 2015

Auf Klima und Tod

14 Tage nach den Terroranschlägen von Paris hat sich eine Armee von mehr als 40.000 Personen, dazu zahllose Staatsoberhäupter, in dieser Stadt versammelt, um das größte Problem unserer Tage zu bequatschen: Nicht die muselmanische Bedrohung durch Gestalten wie den Islamischen Staat, sondern (Trommelwirbel): Den Klimawandel.
Denn das Klima wandelt sich.
Tut es ja eigentlich schon immer.
Allerdings versucht man heute zu verhindern, dass es in 100 Jahren 2 °C wärmer ist als heute. Vor allem CO2 und Wasserdampf machen Probleme, denn diese Gase gelten als „Treibhausgase“, welche die Hitze der Sonne mehr als gewünscht auf der Erde festhalten.
Was mir irgendwie nicht ganz einleuchten will.
Denn im Ordovizium vor ca 450 Millionen Jahren hatte der Erdboden angeblich 16° Durchschnittstemperatur, (2° C höher als heute), die CO2-Konzentration war jedoch 11x höher als heute, (4200 ppm statt 380 ppm).
Ganz offenbar war CO2, von dem von Natur aus nur sehr wenig in der Atmosphäre vorhanden ist, damals überhaupt kein Problem, was die Temperatur angeht.

Und zur Erinnerung: Meinungen ändern sich.
Während des ersten Earth Day 1969 hat Aktivist Nigel Calder gewarnt: "Die Bedrohung durch eine neue Eiszeit (Eiszeit!) steht nun in einer Reihe mit dem Nuklearkrieg als wahrscheinliche Quelle gesamtheitlichen Todes und Elends für die Menschheit." Die World Meteorological Associaton pflichtete bei: "Die Abkühlung seit 1940 ist groß genug und beständig genug daß sie sich nicht rasch umkehren wird." Angesichts dieser Worte gestriger Forscher wäre für die heutigen ein wenig Demut angebracht.

Sicher wandelt sich das Klima--das tut es immer. Doch bei der gegenwärtigen Klimapolitik, die Milliarden kostet, handelt es sich meines Erachtens um nichts weiter als ein gigantisches Umverteilungsprojekt. Dem Bürger wird ein weiterer Grund gegeben, sich über seine Ausplünderung nicht zu beschweren. Dient ja einem guten Zweck, (wie immer).

Und selbst wenn man alles Menschenmögliche täte und erfolgreich wäre: Was, wenn dann ein Vulkan wie der Krakatau (1883) oder der Tambora (1815) ausbricht und jahrelang das Klima verändert?
Sowas kann man nicht verhindern.
Als der Pinatubo 1991 ausbrach, schleuderte er so viel Dreck in die Atmosphäre wie alle Automobile miteinander seit Bertha Benz nach Pforzheim fuhr (1888).
Das heißt nicht, dass Katalysatoren oder bleifreies Benzin eine schlechte Erfindung wären. Ich find sie super.
Doch man kann sich nicht gegen jede Eventualität absichern.
Der Mensch wird auf dieser Welt immer erlösungsbedürftig bleiben.
Er wird Gott immer brauchen.
Und wenn er denkt, er bräuchte ihn nicht, dann kommt er unweigerlich in eine Situation, in der er ihn ganz besonders braucht. Das wissen wir doch seit dem Turmbau zu Babel.

Ich bin schon für eine saubere Umwelt. Gute Luft ist gut. 
Vor einiger Zeit war ich in Peking. Wenn in Peking ein Pekinese mit seinem Herrchen Gassi geht, dann kann es sein, dass der zwar die Leine sieht, den Hund aber nicht. So dreckig ist dort die Luft. Dort muss schleunigst gehandelt werden.
Doch wenn der Mensch glaubt, das Klima des ganzen Planeten auf hundert Jahre im voraus beeinflussen zu können, ist er auf dem Holzweg—sagt Jesus:

„Es werden Zeichen sein an Sonne und Mond und Sternen und auf der Erde Angst der Nationen in Ratlosigkeit bei brausendem und wogendem Meer, während die Menschen verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen, denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.“ (Lukas 21,25-26).

Er sagt allerdings auch: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist." (Johannes 11,25).

Das sollten wir ernstnehmen. Denn auch ohne Klimakatastrophe werden wir alle eines Tages gestorben sein. Es ist gut, wenn man dann noch lebt.