Mittwoch, 18. Juli 2018

Welchen Unterschied macht Gebet?

"Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung."
Jakobus 5, 16

Gestern haben wir gesehen:
Gemeinschaftliches Gebet ist stark. Und selbst Jesus bat Petrus, Johannes und Jakobus darum, in der Stunde seiner Not in Gethsemane, als er "betrübt und geängstigt" war, mit ihm zu wachen. (Matthäus 26, 37). Sie taten es nicht, sondern verschliefen die Gelegenheit.
Und es geziemte Jesus ja auch, völlig auf sich gestellt und ohne Gebetsunterstützung maximale Erhörungen zu erhalten. So hat er das Erlösungswerk von vorn bis hinten selbst und ohne jegliche Hilfe durch Dritte vollbracht. In alle Ewigkeit teilt er diese Ehre mit keinem Menschen, nicht einmal mit den Dreien, die er persönlich extra dazu eingeladen hat.
Er betete und ein Engel kam und stärkte ihn.
Doch zuvor war er schwer am Ringen und betete dreimal dasselbe Gebet. Der Druck verstärkte sich, bis er Blut schwitzte. (Lukas 22, 44). (Der medizinische Fachbegriff lautet Hämhidrose).
Jesus war hier, umgeben von seinen Jüngern, einsam und verlassen.
Sowas gibt's.
Was wäre geschehen, wenn für ihn gebetet worden wäre?
Hätten seine Jünger mit ihm gewacht, so hätte er natürlich noch immer ans Kreuz gemußt. Manche unangenehmen Aufgaben kann man nicht wegbeten. Doch ich bin mir sicher: Blut hätte Jesus nicht schwitzen müssen. Er wäre viel früher durchgedrungen, der Engel wäre schneller gekommen und, wer weiß, vielleicht hätten die Jünger selbst kapiert, was in jener Nacht vor sich ging. Dann hätten sie während der Tage Jesu im Grab selbst weniger gelitten.
Die Beter und der, für den gebetet wurde, wären gesegnet worden.
Jesus sagte ja auch: "Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt." (Matthäus 26, 41). Nicht so leicht in Versuchung zu fallen und Gottes Pläne besser zu verstehen, ist ein Bonus für Fürbitter.

Dienstag, 17. Juli 2018

Gebet macht den Unterschied

"Betet füreinander."
Jakobus 5, 16

Die Apostel Jakobus und Petrus waren mit Johannes die engsten Freunde Jesu. Sie hatten ein besonderes Verhältnis zum Herrn. Dennoch heißt es von Jakobus, daß Herodes ihn eines Tages festsetzte und mit dem Schwert tötete. (Apostelgeschichte 12).
Einfach so.
Als Herodes merkte, daß das ankam, ließ er auch Petrus festnehmen, um ihm einen Schauprozeß zu machen und auch ihn aus dem Weg zu räumen.
"Aber von der Gemeinde geschah ein anhaltendes Gebet für ihn zu Gott." (Vers 5).
Ein Engel erschien und befreite Petrus aus der mit 16 Soldaten bewachten Zelle. Die Gemeinde konnte es gar nicht fassen, als er plötzlich vor der Tür stand und klopfte.
Jakobus starb und Petrus lebte.
Beide hatten ein in gleicher Weise ausgezeichnetes Verhältnis zu Jesus.
Warum starb Jakobus, (obwohl er sogar der Cousin Jesu war), und warum überlebte Petrus?
Für den einen wurde gebetet, für den anderen nicht.
Vielleicht dachten die Christen, Jakobus ist solch ein gewaltiger Mann Gottes, der braucht doch kein Gebet von so Wichten wie uns.
Doch selbst Jesus bat um Gebet, als er seine Jünger in Gethsemane aufforderte, mit ihm zu wachen, da er "sehr bestürzt und geängstigt" war. (Markus 14, 33). Wenn Jesus Gebet wollte, dann ist es allemal angebracht, daß wir auch untereinander füreinander beten.
Dazu morgen noch ein Gedanke.

Freitag, 13. Juli 2018

Der sonderbare Samariter

„Nun spring doch endlich!“ sagte der Samariter zu dem Mann auf der Klippe.
„Aber da breche ich mir doch sämtliche Knochen,“ sagte der Mann.
„Na und?“ entgegnete der Samariter. „Dann lege ich dich über meinen Esel und bring dich in die Herberge. Die haben dort ausgezeichnete Ärzte.“
„Ärzte sind teuer.“
„Ach was!“ Der Samariter winkte ab. „Die kosten dich keinen Pfennig.“
„Wer zahlt?“
„Die dürfen keinen abweisen.“
Der Mann auf der Klippe nickte bedächtig.
„Und überhaupt ist es in der Herberge viel schöner als auf deiner ollen Klippe, wo die heiße Sonne über dich hinwegzieht und der kalte Mond und dann wieder die heiße Sonne und dann wieder der kalte Mond.“
Der Mann auf der Klippe war noch immer nicht überzeugt. Da zog der Samariter eine rote Rettungsweste aus der Tasche und sagte, „Hier, die haben Studenten aus aller Welt in Schweinfurt entwickelt. Extra für dich. Und deine Freunde.“
„Tatsächlich?“ sagte der Mann auf der Klippe.
„Die legst du dir jetzt um und dann springst du,“ sagte der Samariter und warf die Weste hoch. „Hast du verstanden?“
„Wenn du meinst,“ sagte der Mann und steckte seinen Kopf durch das Loch in der Weste.
Eine extra für diesen Zweck angebrachte CO2-Kapsel entlud ihren Inhalt und dann stand der Mann auf der Klippe schön gepolstert da.
Dann sprang er.
Die Weste überlebte den Sprung.
Der Samariter nahm das nunmehr besonders rote Rettungsinstrument an sich und zog schnurstracks weiter zur nächsten Klippe.

"Da sie Gottes Gerechtigkeit nicht erkannten und ihre eigene aufzurichten trachteten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen." (Römer 10, 3).

Dienstag, 10. Juli 2018

Der richtige Blick (ist wichtick)

"Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis."
Hosea 4, 6.

„Hallo Pastor, es gibt Leute, die sagen, dass der Sündenfall etwas Gutes war. Adam sei in die richtige Richtung gefallen. Immerhin sind ihm die Augen aufgegangen. Wie siehst du das?“

Nun ja.
Anders.
Der Sündenfall hat uns aus dem Zustand der Unschuld herausgerissen und ein kompliziertes Erlösungswerk nötig gemacht. Ich bin mir sicher, der Herr hätte darauf gern verzichtet. („Wenn möglich, lass diesen Kelch an mir vorüber gehen.“)
Allerdings hängen nicht nur Mormonen, sondern auch manche Philosophen, Biologen und Ethiker dem obigen Gedanken an.
Es ist so:
Mit dem Sündenfall ist die Menschheit definitiv zu einer neuen Befindlichkeit gelangt. Sie ist jedoch nicht von unten nach oben zu etwas epochal Neuem durchgedrungen, quasi vom unschuldigen Tier, das sich seiner selbst nicht bewusst ist, zum sich seiner selbst bewussten Menschen. Vielmehr hat da ein Abstieg stattgefunden. Gottes veritables Ebenbild wurde zum gefallenen Menschen. Die Entwicklung ging also von oben nach unten, nicht umgekehrt.

Deswegen ist es auch so fatal, wenn man sich heute auf den reinen Humanismus kapriziert. Denn der orientiert sich unweigerlich am gefallenen Menschen, im Gegensatz zum Christentum, das sich am idealen Menschen, (nämlich Jesus), orientiert und ihm nacheifert.
Der Humanismus ohne Gott ist deswegen fatal, weil er noch die größte Abartigkeit des gefallenen Menschen irgendwie zu legitimieren in der Lage ist. Daher rührt auch das größte Problem unserer Zeit: der moralische Relativismus, der gut und böse nicht mehr kennt und trennt, sondern alles toleriert.
Wenn es Gut und Böse nicht mehr gibt, dann wird Toleranz zum einzig gültigen universellen Wert.
Gut und Böse gibt es aber.
Und auch nur einen einzigen Rückabwickler des Sündenfalls:

"Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich." (Johannes 14, 6).

Freitag, 6. Juli 2018

Gott ist näher als du denkst

"Und es geschah, während er sie segnete, schied er von ihnen und wurde hinaufgetragen in den Himmel. Und sie warfen sich vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude."
Lukas 24, 50-51.

Erstaunlicherweise kehrten die Jünger nach der Himmelfahrt Jesu mit großer Freude nach Jerusalem zurück. Man sollte meinen, die Trennung vom Herrn hätte sie mit Trauer erfüllt, doch nichts dergleichen. Sie kehrten nicht nur mit Freude, sondern mit großer Freude zurück in die Stadt.
Der Herr ist weg und alle freuen sich, wie kann das zugehen?
Die Jünger hatten verinnerlicht, dass Jesus bei ihnen sein würde bis zum Ende des Zeitalters. Auch wenn er jetzt im Himmel war, so war er doch nahe und nicht fern. Gott erhört Gebet. Diese Tatsache hat Jesus ihnen wieder und wieder eingebimst.

Dass er nahe ist, auch wenn er fern scheint, hat Jesus seinen Jüngern schon in Johannes 6 demonstriert. Damals hatte er 5000 Männer, (Frauen und Kinder nicht mitgezählt), gespeist, die ihn daraufhin zum König machen wollten, (Vers 15). Jesus merkt das und trägt seinen Jüngern auf, sich ins Boot zu begeben und abzufahren. Als sie in die Nacht hineinruderten, sahen sie ihn, wie er sich auf den Berg zurückzog, er allein.
Als sie 25 oder 30 Stadien gerudert und also ungefähr mittendrin waren, wurde der See aufgewühlt, da ein starker Wind wehte. (Vers 18). Es war Nacht, es war kalt, es war nass und das Boot stürzte immer wieder ab ins Wellental. Eine schwierige, gefährliche Situation. Mancher Jünger mag sich da gedacht haben, 'Einmal wenn man ihn braucht…'
Jesus war nicht da, als sie ihn brauchten. Sie kämpften allein gegen Wind und See. Sie erinnerten sich noch gut an den Anblick, wie er allein auf den Berg hinaufgestiegen war, wo er nun saß und betete. Er war nicht da.
Er hätte genauso gut im Himmel zur Rechten des Vaters sitzen können.
Da näherte sich ihnen plötzlich ein Geist auf dem Wasser und sie fürchteten sich.
Nicht nur, dass Jesus weg war, nun kam auch noch ein Gespenst auf sie zu!
Doch plötzlich rief das Gespenst, „Ich bin es, fürchtet euch nicht.“ (Vers 20).
Und siehe da, es war kein Gespenst, sondern der Herr, der ihnen zu Hilfe kam. Er war überhaupt nicht auf dem Berg, er war hier bei ihnen, genau dann, als sie ihn brauchten.
Und kaum nahmen die Jünger Jesus ins Boot auf, war das Boot am Land, wohin sie fuhren. (Vers 21). Ihre Plackerei hatte ein Ende.
Lade auch du Jesus in dein Boot ein. Was da auf dich zukommt ist kein Geist, sondern der Herr. Übergibt ihm endlich das Steuer deines Lebens und erlebe, wie er den Sturm stillt und dich dorthin bringt, wo du sein sollst.

"Alles dies aber widerfuhr jenen als Vorbild und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns, über die das Ende der Zeitalter gekommen ist." (1 Korinther 10, 11).

Mittwoch, 4. Juli 2018

Wozu brauchen Drachen Gold?

"Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben."
1 Timotheus 6, 10.

„Hallo Drache,“ sagte der Ritter. „Ich hab mal eine Frage.“
„Schieß losss,“ raunte der Drache. Dampfwölkchen fuhren aus seinen Nüstern.
„Ihr Drachen seid für eure riesigen Goldschätze bekannt. Wozu braucht ihr die eigentlich? Ich meine, hier in deiner Höhle hast du doch keine Verwendung dafür. In den Laden gehen und dir etwas kaufen kannst du auch nicht. Und wenn du auf den Markt gehst, laufen alle davon und du kannst dich umsonst bedienen. Also, wozu brauchst du das ganze Gold?“
„Weil ich ein Angler bin,“ sagte der Drache.
„Das wäre mir neu,“ sagte der Ritter.
Der Drache verdrehte die Augen. „Das Gold sorgt dafür, dass mein Essen zu mir kommt, sodass ich hier nicht raus muss. Ich find's hier nämlich ganz gemütlich.“
„Jetzt kapier ich,“ sagte der Ritter.
„Außerdem bin ich auf meine alten Tage nicht mehr so gut zu Fuß,“ sagte der Drache „Spaziert also ein Ritter herein, dann lasse ich ihn den Goldschatz sehen, damit er sich tüchtig freut, bevor ich ihn mit meinem Feueratem anblase. Das wirkt sich positiv auf den Geschmack aus. Ich muss ihn dann nur noch aus der Rüstung pulen. Ihr Menschen kennt das ja von den Krabben.“
„Und du hast keine Angst, dass mal ein Ritter kommt und dich zur Krabbe macht?“
Der Drache lachte verhalten. „Nein mein Lieber, das habe ich nicht. Dein Schwertlein ist meiner Feuerwalze nicht gewachsen.“
„Wenn du dich da mal nicht täuschst,“ sagte der Ritter und erschlug den Drachen.
„Oh,“ sagte die Echse als sie verröchelte. „Das hatte ich so nicht erwartet.“
„Ich bin nicht dein Schlachtschaf,“ sagte der Ritter und wischte sein Schwert sauber. „Für mich gelten andere Regeln.“ Er war nämlich im Auftrag seines Herrn unterwegs.
„Und ich dachte …“ sagte der Drache. Dann sagte er nichts mehr.
Mit dem Drachengold finanzierte der Ritter ein Heim für Drachenjungfrauen, die nach ihrer Rettung nicht wussten wohin. (Er konnte ja nicht jede heiraten). Und da er nicht gestorben ist, fürchten sich die Drachen noch heute von ihm.

"'Wie Schlachtschafe sind wir gerechnet worden.' Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat." (Römer 8, 36-37).