Dienstag, 10. Juli 2018

Der richtige Blick (ist wichtick)

"Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis."
Hosea 4, 6.

„Hallo Pastor, es gibt Leute, die sagen, dass der Sündenfall etwas Gutes war. Adam sei in die richtige Richtung gefallen. Immerhin sind ihm die Augen aufgegangen. Wie siehst du das?“

Nun ja.
Anders.
Der Sündenfall hat uns aus dem Zustand der Unschuld herausgerissen und ein kompliziertes Erlösungswerk nötig gemacht. Ich bin mir sicher, der Herr hätte darauf gern verzichtet. („Wenn möglich, lass diesen Kelch an mir vorüber gehen.“)
Allerdings hängen nicht nur Mormonen, sondern auch manche Philosophen, Biologen und Ethiker dem obigen Gedanken an.
Es ist so:
Mit dem Sündenfall ist die Menschheit definitiv zu einer neuen Befindlichkeit gelangt. Sie ist jedoch nicht von unten nach oben zu etwas epochal Neuem durchgedrungen, quasi vom unschuldigen Tier, das sich seiner selbst nicht bewusst ist, zum sich seiner selbst bewussten Menschen. Vielmehr hat da ein Abstieg stattgefunden. Gottes veritables Ebenbild wurde zum gefallenen Menschen. Die Entwicklung ging also von oben nach unten, nicht umgekehrt.

Deswegen ist es auch so fatal, wenn man sich heute auf den reinen Humanismus kapriziert. Denn der orientiert sich unweigerlich am gefallenen Menschen, im Gegensatz zum Christentum, das sich am idealen Menschen, (nämlich Jesus), orientiert und ihm nacheifert.
Der Humanismus ohne Gott ist deswegen fatal, weil er noch die größte Abartigkeit des gefallenen Menschen irgendwie zu legitimieren in der Lage ist. Daher rührt auch das größte Problem unserer Zeit: der moralische Relativismus, der gut und böse nicht mehr kennt und trennt, sondern alles toleriert.
Wenn es Gut und Böse nicht mehr gibt, dann wird Toleranz zum einzig gültigen universellen Wert.
Gut und Böse gibt es aber.
Und auch nur einen einzigen Rückabwickler des Sündenfalls:

"Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich." (Johannes 14, 6).

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