Montag, 30. April 2012

Ist "Herr der Ringe" ...vom Teufel?

"Pastor, die "Herr der Ringe"-Filme sind meine Lieblingsfilme. Nun hat mich jemand gewarnt und gesagt, sie seien böse, durch und durch okkult, und die reinsten Dämonenvehikel. Sie anzuschauen führt zu einer geistlichen Belastung. Wie siehst du das?"

Wesentlich entspannter.

Jemand, der sich über die Figuren in Fantasyfilmen aufregt, hat vermutlich keine anderen Probleme. Es stimmt natürlich: Viele der Gestalten in diesen Filmen sind grottenhäßlich. Kleine Kinder und unreife Gläubige sollte man damit tunlichst verschonen.
Die Story hinter diesen Gestalten ist jedoch prima: Tapfere Männer tun heldenmütig, was getan werden muß. Edelmütige Frauen helfen ihnen dabei.

Das Gute ist gut, das Böse böse.

Ein kleiner Mann hält das Schicksal von ganz Mittelerde in seinen Händen. Er muß sein Fleisch überwinden und der Macht des Ringes widerstehen, um diese Welt zu retten. Dabei helfen ihm selbstlose Freunde.
Gandalf der Graue, die Prophetenfigur, "stirbt" in der Unterwelt von Moria. Er kämpft mit dem Balrogsdrachen, um nach dem Sieg als Gandalf der Weiße (und Weise) "wiedergeboren" zu werden.

Da erkennt doch ein Blinder mit Krückstock Spuren des Evangeliums.

Das Gute siegt zum Schluß, das Böse fällt in sich zusammen. Und der letzte Film endet damit, daß Samweis Gamtschie, diese wunderbare Figur, die mich aus irgend einem Grund an Petrus erinnert, heiratet, Kinder hat und die Haustür von innen zumacht. Die Zeit der Krisen und Kriege ist vorbei. Nun fährt man mit dem eigentlichen Leben fort. Mit den Leuten, um deretwillen man Krisen und Kriege bewältigt hat.

Das ist doch ein zutiefst befriedigendes Ende.

Würde ich mich mit einem Kritiker darüber streiten?
Nein.
Paulus sagt, "Den Schwachen im Glauben aber nehmt auf, aber nicht zur Entscheidung zweifelhafter Fragen."
(Römer 14, 1). Daran halte ich mich.

Viele Christen, vor allem neue, sind sich über viele Dinge unsicher und stehen daher vielem von vornherein ablehnend gegenüber.
Manche sind auch ein wenig clever und finden ein Ersatzschlachtfeld, weil sie die eigentliche Schlacht vermeiden wollen.
So regte sich vor vielen Jahren eine Frau vor mir unbändig darüber auf, daß die Kinder im Kindergarten ihrer Tochter den Buchstaben A anhand von Zwergenzipfelmützen und den Buchstaben H anhand von Hexen lernten.
Okkultes Zeug! lamentierte sie.
Die Tatsache, daß sie währenddessen mit einem Gelegenheitslebensgefährten zusammenlebte, fand sie hingegen unproblematisch.

Vor 10 Jahren hielten manche aus irgendeinem Grund Pokemon-Karten für Teufelszeug. Meine Kinder und ich lernten damals die Regeln des Spiels und hatten jede Menge Spaß damit.

Als die Brüder Montgolfier die ersten Fesselballons steigen ließen, warfen die Bauern auf den Feldern mit Steinen nach den Dingern und schüttelten ihre Mistgabeln gen Himmel. Sie verdächtigten die Brüder, mit dem Teufel im Bund zu stehen. Auf das Naheliegende, nämlich daß Gott und seine Naturgesetze hinter der Fliegerei stecken könnten, darauf kamen sie nicht.
Doch man entwickelt sich weiter.
Heutzutage fliegen sogar die Nachfahren jener Bauern, ohne noch mit Mistgabeln zu fuchteln.

Wie gesagt: "Wenn es aber jemand für gut hält, streitsüchtig zu sein, so wisse er: wir haben eine derartige Gewohnheit nicht, auch nicht die Gemeinden Gottes."
1 Korinther 11, 16

Und: "Glückselig, wer sich selbst nicht richtet in dem, was er gutheißt."
Römer 14, 22

Samstag, 28. April 2012

Prognosen zur amtlichen evangelischen Zukunft

"Bring uns zurück, HERR, zu dir, daß wir umkehren! Erneuere unsere Tage, daß sie werden wie früher!"
Klagelieder 5, 21.

Ich besuchte diese Woche eine evangelisch-freikirchliche Pastorenkonferenz, auf der ein Hauptsprecher von einer anderen, einer evangelisch-lutherischen Konferenz sprach, die er neulich besucht hatte. Ein Oberkirchenrat dort hatte aufgrund der vorliegenden Zahlen prognostiziert, daß es in etwa 20 Jahren ein Drittel der heute existierenden ev. Kirchen nicht mehr geben wird. Ein weiteres Drittel wird gerade so über die Runden kommen und ein weiteres Drittel wird florieren.

Die Amtskirche wird es so bald nicht mehr geben.

Die alte Unterteilung in evangelisch, katholisch oder Sekte wird nicht mehr stattfinden. Stattdessen wird man auf dem Markt der Religionen in Deutschland bald nur noch unterscheiden zwischen Christ oder Nichtchrist.

Für freikirchliche Gemeinden gilt natürlich eine andere Dynamik als für die Amtskirche. Sie haben ein schärferes Profil, sofern sie die Bibel predigen und praktizieren. Sie werden offener zutagetreten und Suchende schneller erreichen.

Die Kirchen werden wieder echt sein. Oder es wird sie nicht mehr geben.
Der Untergang ist jedoch nicht Schicksal, da die Welt kein Uhrwerk ist, sondern auf Einflüsse reagiert. Gott wird jeden segnen, der ihn zum Herrn macht. Er erhört Gebet.
Das Drittel florierende Amtskirchen wird jenes sein, das wieder zur Bibel zurückkehrt.

Wie war das nochmal mit Spreu und Weizen...?

"Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird ausgerissen werden."
Matthäus 15, 13.

Gilt natürlich auch für Freikirchen.

Montag, 23. April 2012

Dein Heldenpotential

"Da drangen die drei Helden in das Heerlager der Philister ein und schöpften Wasser aus der Zisterne von Bethlehem, die im Tor ist, und nahmen und brachten es David. Aber er wollte es nicht trinken, sondern goß es als Trankopfer für den HERRN aus."
2 Samuel 23, 26

Vor der Zeit Davids hört man kaum von Helden. Unter ihm jedoch änderte sich das. Zu seiner Zeit gab es plötzlich Dutzende Helden, Männer, die wie er selber ungewöhnliche Kriegstaten taten.
David besiegte Goliath mit einer Schleuder, Joscheb-Baschebet besiegte 800 mit seinem Speer, Schamma besiegte im Alleingang eine Truppe Philister, als er ein Linsenfeld verteidigte.
Drei Mann schlichen sich nachts mitten ins Heerlager der Philister, bloß weil David gern Wasser aus der Quelle dort getrunken hätte. (Er goß das Wasser, das sie ihm brachten, vor dem Herrn als Opfergabe aus).

Wenn man sich mit Helden umgibt, wird man selber einer. Zumindest versuchen die Anlagen, die man dazu in sich trägt, hervorzutreten.
Ein mittelmäßiger Musiker, der mit Könnern zusammenspielt, wird plötzlich viel besser.
Ein mittelmäßiger Sportler trainiert mit Profis und wächst über sich hinaus.

So geht es auch Christen:
Ein Mensch, der bisher ein Christenleben mehr simulierte als lebte, trifft mit ernsthaften Gläubigen zusammen und erlebt plötzlich in nie gekannter Intensität die Gegenwart Gottes. Er sieht, wie Gott die Gebete anderer prompt erhört.
Das inspiriert ihn.
Auch er beginnt ernsthaft und mit Erwartung zu beten, erlebt Erhörung--und bevor er sich's versieht, ist er ein in Sprachen redender, zehntengebender, seine Gebetszeit verlängernder Christ, der Probleme löst und sein Umfeld positiv beeinflußt.

Helden fallen nicht vom Himmel. Sie wachsen heran, in Gemeinschaft mit anderen Helden.

"Gedenkt eurer Führer, die das Wort Gottes zu euch geredet haben! Schaut den Ausgang ihres Wandels an, und ahmt ihren Glauben nach! Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit."
Hebräer 13, 7-8.

Sonntag, 22. April 2012

Sunday Song

"Halleluja! Singt dem HERRN ein neues Lied, sein Lob in der Gemeinde der Frommen."
Psalm 149, 1

Wir hatten einen super Lobpreisgottesdienst gestern. Frische Lieder, knackige Musik. Die Gegenwart Gottes war wunderbar da.

Habe heute mal ein neulich aufgenommenes, selbergemachtes Lied hochgeladen, Chill-Musik für Sonntagnachmittag. (Mit der Mikro-Aufnahme hatte ich Probleme, so daß es halt ein Instrumentalstück geworden ist).

Schönen Sonntag noch.

Sunday Song

Samstag, 21. April 2012

Prophetische Psalmen

Heute abend ab 19.30 Uhr ist wieder Praise Night. Die CGZ-Band wird einen musikalischen Abend gestalten. Für die Kranken beten wir auch.
Freue mich schon.

Lieder und Gedichte können prophetisch sein.
Von Davids Psalmen ist uns die Melodie nicht überliefert, nur noch die Lyrics, die sich im Original oft reimten. Davids Lieder sind seit 3000 Jahren Evergreens und haben es in sich.

Psalm 22 ist eine prophetische Schau auf das Leiden des Christus am Kreuz. Dort steht zB:
"Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Vers 1.
"Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie verziehen die Lippen, schütteln den Kopf." Vers 8.
"Auf dich bin ich geworfen von Mutterschoß her, von meiner Mutter Leib an bist du mein Gott." Vers 11.
"Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen; und in den Staub des Todes legst du mich." Vers 16.
"Hunde haben mich umgeben, eine Rotte von Übeltätern hat mich umzingelt. Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt." Vers 17.
"Sie teilen meine Kleider unter sich, und über mein Gewand werfen sie das Los." Vers 19.

So ist es passiert.

Psalm 23 spricht vom Zeitalter der Gemeinde: "Der Herr ist mein Hirte."
Diese Zeit dauert, bis Jesus wiederkommt.

Das tut er in Psalm 24:
"Des HERRN ist die Erde und ihre Fülle, die Welt und die darauf wohnen." Vers 1. (Das ist gegenwärtig noch nicht so).
"Erhebt, ihr Tore, eure Häupter, und erhebt euch, ihr ewigen Pforten, daß der König der Herrlichkeit einziehe!" Vers 9.
"Wer ist er, dieser König der Herrlichkeit? Der HERR der Heerscharen, er ist der König der Herrlichkeit!" Vers 10.

Muß ich nicht kommentieren.
Spricht alles für sich.

Samstag, 14. April 2012

Worüber denkst du gerade nach?

"Wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben."
Matthäus 6, 14

Der Schriftsteller Hemingway war nicht gerade ein frommer Mann. Genaugenommen war er ein Mensch ohne Gott, ("A clean, well-lighted Place"). Er schrieb eine Kurzgeschichte namens "The Capital of the World" ("Die Hauptstadt der Welt"). Sie beginnt mit einem Witz.
Der geht so:

Madrid.
Ein Vater setzt eine Anzeige in die Zeitung El Liberal. In der steht:
PACO TRIFF MICH VOR DEM HOTEL MONTANA DIENSTAG MITTAG ALLES IST VERGEBEN PAPA.
Dienstagmittag kam und die Polizei mußte einschreiten, um die 800 Pacos vor dem Hotel Montana zu zerstreuen.

Offenbar wußte selbst ein beinharter Zyniker wie old Ernest um die Macht der Vergebung, daß er ihr ein solches literarisches Denkmal gesetzt hat, auch wenn es nur eine Miniatur ist.

Leider hat er sie nicht völlig erfaßt, die Vergebung und ihr Potential eines neuen Anfangs.
Seine eigenen Gedanken kamen ihm in die Quere.
Hem war einer von hunderten von Schriftstellern, die Selbstmord begingen.
Das literarische Erforschen menschlicher Abgründe ohne Anker in Gott ist der Seele offenbar höchst abträglich.

Worüber denkst du gewohnheitsmäßig nach?

Donnerstag, 12. April 2012

Gott kam--als sie arbeiteten

Viele hingegebene Christen befürchten, besondere Begegnungen mit Gott zu verpassen, weil sie einfach zu sehr eingebunden sind in ihren Alltag und sich nicht "in die Wüste" zurückziehen können, um Gott mal ausgiebig zu suchen.

Dabei übersehen sie, daß die bedeutungsvollsten Begegnungen mit Gott jene hatten, die gerade bei der Arbeit waren. Allen Ernstes.

Mose hütet die Schafe seines Schwiegervaters, als er auf den brennenden Dornbusch trifft und die Welt für immer verändert.

David war ebenfalls als Hirte unterwegs, als der Prophet Samuel im Haus seines Vaters nach einem neuen König sucht. Obwohl man David zum Casting nicht eingeladen hatte, fiel dennoch die Wahl auf ihn. Samuel ließ ihn extra holen.

Gideon lebte in schwerer Zeit. Er war dabei, Korn in der Kelter auszudreschen, als ihm der Engel des Herrn den Auftrag zur Befreiung Israels von den Midianitern gibt.

Elisa pflügte mit zwölf Joch Ochsen, als Elia aus dem Gebüsch tritt und ihm den Prophetenmantel umwirft. Elisa verbrennt sein Ackergerät und brät die Ochsen über dem Feuer. (Er bricht die Brücken ab). Dann folgt er Elia und wird zum Propheten Gottes.

Der Engel Gabriel erschien Zacharias, als der im Tempel seinen Priesterdienst versah, und prophezeite ihm, er werde trotz seines Alters einen wunderbaren Sohn haben, den Vorläufer des Messias Gottes.

All diese Gottesmänner wurden vom Herrn besucht, während sie ihrer täglichen Arbeit nachgingen.

Die Wüste hingegen ist ein problematischer Ort.
Der erste, dem Jesus dort begegnete, kam nicht vom Himmel. Es war der alte Versucher.

Als Elia sich in die Wüste zurückzog, quälten ihn Depressionen und Todessehnsüchte.

Als Sankt Anton in der Wüste Gott suchte, hatte er die abgefahrensten Erlebnisse mit seinen unterdrückten körperlichen Bedürfnissen. Einmal sei ihm der Teufel glatt als Frau erschienen...
Wäre er in der Stadt geblieben, hätte er geheiratet und sich nützlich gemacht: Er hätte sich das Theater erspart.

Gott begegnet dir, wenn du als Christ in Liebe wandelst. Das tust du, indem du nützliche Dinge tust.
Und beispielsweise, indem du dich verhältst wie der Hauptmann Kornelius aus Apostelgeschichte 10: Der Mann war "fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus, der dem Volk viele Almosen gab und allezeit zu Gott betete - sah in einer Erscheinung ungefähr um die neunte Stunde des Tages deutlich, wie ein Engel Gottes zu ihm hereinkam."

Der Engel empfahl Kornelius nicht, sich in die Wüste zurückzuziehen, um dort Gott noch mehr zu suchen. Vielmehr sagte er, "Deine Gebete und deine Almosen sind hinaufgestiegen zum Gedächtnis vor Gott."

Seine Gebete und seine Gaben--strunzgewöhnliche Dinge--haben Gott so sehr beeindruckt, daß er einen Engel zu Kornelius sandte, der ihm dann einen besonderen Segen vermittelte.

Das gibt doch Hoffnung.

Dienstag, 10. April 2012

Türen gehen ohne Schlüssel auf

In Apostelgeschichte 12 läßt Herodes Petrus verhaften. Die Gemeinde betet anhaltend und Gott sendet einen Engel, der Petrus aus dem Gefängnis führt.
Alle Türen öffnen sich für ihn.
Die Wachen übersehen ihn.
Selbst das große Tor am Eingang der Haftanstalt ist kein Problem: Es öffnet sich von selbst und Petrus ist frei.

Alle Türen öffneten sich ohne Schlüssel durch die Kraft Gottes, freigesetzt durch Glauben.

Dann kommt er vors Gemeindetor und klopft dort.
Eine Magd kommt und erkennt ihn. Doch sie läßt die Tür zu und rennt in die Versammlung zurück. Dort glaubt man ihr nicht, daß Petrus draußensteht und sagt, "Du bist von Sinnen." (Apostelgeschichte 12, 15).
Draußen klopft Petrus weiter ans Tor, das einzige, das sich ihm heute nacht nicht ohne weiteres auftut.

Die Gefängnistür ging auf.
Die Gemeindetür bleibt zu.
Wie gibt's das?

Unglaube verhindert zuverlässig, daß sich Türen öffnen--selbst Gemeindetüren.

Wenn wir beten, dann sollten wir nicht nur Worte absondern, sondern uns innerlich prüfen, wo unser Glaube wirklich steht. Im Gebet sollten wir herausfinden, wo in unserem Herzen genau der Bodensatz an echtem Glauben beginnt. Auf den könnnen wir dann bauen. Auf Hoffen und Vermuten und Wünschen nicht.

Zuviele Menschen verwechseln vollmächtiges Gebet mit frommem Wünschen.
Die beiden sind nicht dasselbe.

Vor vielen Jahren brachte ein Ordner einen Mann zu mir, der mit mir dafür beten wollte, daß sein seit einem halben Jahr toter Bruder zurückkommen möge. Da ich eine olfaktorische Wahrnehmung zu haben glaubte, fragte ich ihn, was er heute schon getrunken habe.
Ein Bier und einen Schnaps.
Ich blickte ihn einen momentlang mit traurigen Augen an.
Dann schlich er davon.

Mögen wir nie davonschleichen müssen.

Samstag, 7. April 2012

Es ist vollbracht!

"Meint nicht, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.
Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist."
Matthäus 5, 17+18

Jesus spricht hier vom Gesetz des Mose.
Das Gesetz besteht natürlich aus Regeln, die man halten soll. Doch Jesus betrachtet das Gesetz hier nicht als Regelbuch für das tägliche Leben, sondern als eine Prophetie, die er zu erfüllen hat.
Das Gesetz wird nicht vergehen, bis alles geschehen ist: Bis sich alles erfüllt hat.

Das Gesetz versucht, das Wesen und die Natur Gottes zu zeigen, indem es beschreibt, was Gott gut und schlecht findet. Jesus ist das fleischgewordene Gesetz und zeigt, wie es aussieht, wenn man es hält.

Das Gesetz und die Propheten reden unablässig von Jesus.

Er ist das Licht der Welt.
Er ist der Baum des Lebens in Eden.
Er ist der Same der Frau.
Er ist unsere Arche Noah.
Er ist unser Melchisedek.
Er ist die eigentliche Himmelsleiter.
Er ist unser Passahlamm.
Er ist unser Hohepriester.
Er ist unser Heiligtum.
Er ist das wahre Manna.
Er ist unser Josua, der das Gelobte Land einnimmt.
Er ist unser Jona, der drei Tage und Nächte im Bauch der Erde litt.
Er ist unser David, der gute Hirte, der zum König wurde.

Als Jesus am Kreuz hing, rief er "Es ist vollbracht!" (Johannes 19,30). Doch damit meinte er nicht das Erlösungswerk. Das beendete er erst drei Tage später im Himmel, als er nach der Auferstehung sein Blut in das Becken auf der himmlischen Bundeslade im Tempel Gottes goß. (Hebräer 9, 12).
Er sprach vielmehr davon, das Gesetz und seine Prophetien erfüllt zu haben.

Nach der Auferstehung erschien Jesus seinen Jüngern und sagte:
"Dies sind meine Worte, die ich zu euch redete, als ich noch bei euch war: Daß alles erfüllt werden muß, was über mich geschrieben steht in dem Gesetz Moses und in den Propheten und Psalmen.
Dann öffnete er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verständen, und sprach zu ihnen: So steht geschrieben, und so mußte der Christus leiden und am dritten Tag auferstehen aus den Toten und in seinem Namen Umkehr zur Vergebung der Sünden gepredigt werden allen Nationen, anfangend von Jerusalem.
Ihr seid Zeugen hiervon.
Und siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Ihr aber, bleibt in der Stadt, bis ihr bekleidet werdet mit Kraft aus der Höhe!"
Lukas 24, 45-49.

Die Kraft aus der Höhe kam zu Pfingsten.
Das ist ein anderes Thema.

Freitag, 6. April 2012

Grasses Gedicht

Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat am 4.4.12 ein Anti-Israel-Gedicht veröffentlicht--just an dem Tag, an dem ein iranischer Spitzendiplomat im Exil lang und breit erklärte, daß Iran sehr wohl die Bombe anstrebe und angeblich bereits seit 2002 die Fähigkeit zum Break-out hat. (Break-out ist die Fähigkeit eine funktionierende Atombombe herzustellen).

Das wirkt, als wolle eine höhere Macht Grass korrigieren, (was vermutlich unmöglich ist).

Grassens Schmähgedicht hat viele Leser schockiert, weil es die Fakten auf den Kopf stellt: Nicht Iran drohe Israel ständig mit Auslöschung. Vielmehr plane Israel einen Erstschlag und wolle das iranische Volk auslöschen.
Das ist eine Falschheit.
Jeder weiß in Nahost, daß die israelische Bombe nur zur Abschreckung dient. Kein arabischer Führer fürchtet Israels Bombe. Irans Bombe inspiriert hingegen Angst und Schrecken. Wenn die Iraner eine Bombe haben, sagen die Saudis, dann brauchen wir auch eine.
Eine Spirale des Schreckens käme in Gang. Denn man glaubt ernsthaft, daß die Jihad-Förderer und Apokalyptiker in Persien ihr Ding für einen Erstschlag einsetzen könnten.
Hätte Iran eine andere Regierung, sähe die Sache sicher anders aus. Denn ich glaube nicht an eine allgemeine Derangiertheit des iranischen Volkes. Die Aufstände gegen Ahmadinejad beweisen das.
Momentan wird Persien jedoch von terrorfördernden Mullahs regiert.

Auf ein Gedicht antwortet man am besten mit einem Gedicht. Ohne nach höheren Dichterweihen zu streben, habe ich mal eins formuliert:

Günter Grass ist ein krasser Dichter
der dicht' ein krasses Gedicht
Er macht sich zu Israels Richter
den Iran, den richtet er nicht

In Wahrheit droht
der Perser dem Juden
mit dem Tod
auf Erden
Günter sagt, s'ist umgekehrt
Persien soll von den Juden verzehrt
werden

Was für ein Schmarrn

O Grass, komm zu Sinnen
gehst bald von hinnen
wohin?

Wehe denen, die das Böse gut nennen
und das Gute böse
Die Finsternis zu Licht machen
und Licht zu Finsternis
Die Bitteres zu Süßem machen
und Süßes zu Bitterem!
Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind
und sich selbst für verständig halten

Günter, o Günter
mach Frieden mit Gott

(Zugegeben, der beste Teil stammt nicht von mir, sondern von Jesaja, (Kapitel 6, 20-21)).

Dienstag, 3. April 2012

Die Frauenfrage

"Frauen sollen in den Gemeinden schweigen, denn es wird ihnen nicht erlaubt, zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt."
1 Korinther 14, 34

"Sehr geehrter Herr Pastor Hoinle,
in der heutigen Zeit dienen in vielen Gemeinden Frauen am Wort und tun dies segensreich. Sei es als Gastsprecherin, in missionarischer Form, oder sogar in Leitertätigkeit. Nun ist die obige Bibelstelle recht eindeutig diesbezüglich. Ich frage mich schon lange, wie ich dies im biblischen Kontext, aber auch mit Blick auf die sozialen Verhältnisse im damaligen Korinth sehen kann und vor allem, wie der Heilige Geist es verstanden haben möchte.
Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen und bedanke mich im Voraus!
Mit feundlichen Grüßen
M. J."

Gern.
Trotz 1 Korinther 14, 34: Ein generelles Predigt- oder gar Redeverbot für Frauen in Gemeinden kann man beim Blick auf alle Schriften der Bibel nicht ableiten.
Bereits im Alten Testament finden wir Miriam, die Schwester von Mose, die eine Prophetin war. Als solche hat sie natürlich vor der Gemeinde Israels gesprochen.

Deborah fungierte als Richterin Israels. Ganz Israel hörte ihr zu, wenn sie redete. Kriegsheld Barak wollte ohne sie nicht aufs Schlachtfeld. (Richter 4, 5-9).

In Lukas 2, 36 begnet uns die Prophetin Hanna. Sie befand sich täglich im Tempel. Als sie im Baby Jesus den Messias erkennt, lobt sie Gott und redet "von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten."
Wo?
Im Tempel.
Eine Frau predigte ZU ALLEN, und zwar in der Gemeinde aller Gemeinden: dem Tempel Gottes in Jerusalem.

Paulus selbst erwähnt allein in Römer 16 eine Menge Gemeindemitarbeiterinnen. Phöbe ist die erste Person überhaupt, die er in dem Kapitel lobend erwähnt. Es folgt Priska, die Frau von Aquila, Tryphäna und Tryphosa, und Persis, die Mutter von Rufus, die Schwester von Nereus...

Über die Bedeutung des Geschlechts in Christus sagt Paulus, "Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus."
Männer stehen vor Gott nicht besser da als Frauen oder umgekehrt. Vor Christus ist das Geschlecht bedeutungslos. Folglich erstreckt sich die Bedeutungslosigkeit des Geschlechts auch auf den Dienst in der Gemeinde Christi.

Was meint Paulus dann in 1 Korinther 14, 34?

Er hat sich auf kulturelle Probleme bezogen.
Paulus meint Ehefrauen, die Aussagen des Predigers nicht verstanden und vom Frauenblock aus ihre Männer, die im Männerblock saßen, lauthals fragten. (Frauen und Männer saßen damals getrennt. So ist es in Indien, Pakistan, usw., heute noch).
Sicherlich fuhr die eine oder andere dralle Gattin ihrem Männe auch mal über den Mund, so daß Paulus sie ermahnt, sich zusammenzureißen und sich unterzuordnen. "Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen; denn es ist schändlich für eine Frau, in der Gemeinde zu reden. (Vers 35). Paulus ging's nicht um das Reden schlechthin, sondern um respektloses, problematisches Reden wie das Unterbrechen der Predigt, das Keifen, das Den-Mann-öffentlich-einen-Trottel-Nennen.
Paulus wollte chaotische Gottesdienste verhindern. Denn sechs Verse weiter sagt er: "Alles aber geschehe anständig und in Ordnung." (1 Korinther 14, 40).

Korinth war in vielerlei Hinsicht eine problematische Gemeinde.
Die Stadt selber war vulgär, hedonistisch, (kein Wunder bei tausend "heiligen" Huren der Aphrodite), teuer, geizig und auf den schnellen Effekt aus. Plus, es gab viele Widersacher. (Apostelgeschichte 18).

In 1 Timotheus 2, 12 sagt Paulus, "Ich erlaube aber einer Frau nicht zu lehren, auch nicht über den Mann zu herrschen, sondern ich will, daß sie sich in der Stille halte."
Timotheus leitete die Gemeinde in Ephesus, die wie Korinth dem griechischen Kulturkreis mit seinen speziellen Problemen zuzuordnen ist.
Paulus bezieht sich hier nicht auf eine Lehrtätigkeit in der Gemeinde, wenn er sagt, die (Ehe-)Frau solle nicht lehren. Vielmehr meint er, eine Ehefrau solle ihren Mann nicht belehren oder ihn bevormunden, manipulieren, dominieren. Hier geht's um das grundsätzliche Miteinander von Eheleuten.

Es ist nämlich so, daß Ehemänner von ihren Frauen angehimmelt werden wollen, nicht abgekanzelt.
Frauen wiederum wollen bedingungslos geliebt werden.
Da gibt's noch viel zu sagen...

Viele dieser Fragen habe ich in meinem Buch "Gemeinsam glücklich werden" erörtert. Es ist im Delta-Shop erhältlich. (Allerdings nicht als kostenloser Download).

Gott hat verordnet, daß in einer Ehe auf dem Ehemann die Last des letzten Wortes, die Verantwortung, ruht. Die Frau berät ihn.

Alles aber, was zwei Köpfe hat, ist ein Ungeheuer.
_____________________

Antwort auf den Kommentar von Hinz O., auf den ich aus irgendeinem Grund nicht mittels Kommentarfunktion antworten kann:

"Hallo Hinz O.
Daß eine Frau nicht Älteste sein soll oder darf, wird von Paulus nicht gesagt. Worum geht's bei Ältesten aus der Sicht von Pastoren? Um guten Rat. Ob der aus weiblichem oder männlichem Mund kommt, ist nicht so wichtig. Ich weiß von Pastoren, die Männer und ihre Frauen zu Ältesten gemacht haben, obwohl sie eigentlich nur an der Weisheit der Frau interessiert waren. Geht auch. Halte ich aber nicht für ideal, sondern für umständlich."

Montag, 2. April 2012

Tödliche Ablenkungen

"Des HERRN Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist."
2 Chronik 16, 9

In 2 Chronik 14 wird der gute König Asa von einem Millionenheer bedrängt. Seine eigene Streitmacht ist der feindlichen hoffnungslos unterlegen.
Asa ruft den HErrn an.
Prompt gewinnt er Schlacht und Krieg. Anstatt ausgeplündert zu werden, fällt den Juden fette Beute zu, denn die Feinde werden geschlagen und fliehen.
Was ihnen zum Fluch gedacht war, wurde ihnen zum Segen.

Nun hat das Königreich Juda 25 Jahre lang Ruhe.
Für Asa läuft alles prima. Weil allgemein erkannt wird, daß Gott mit ihm ist, erfährt das Königreich rege Zuwanderung. Denn jeder will von einem König regiert werden, von dem offensichtlich ist, daß Gott mit ihm ist.

Asa ist sehr beschäftigt. Mit den Sorgen des Alltags, König-sein ist kein Pappenstiel. ("Hugh", sprach der alte Häuptling der Indianer. "Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf.")

Auch macht er sich Gedanken, wie er seinen wachsenden Reichtum am besten anlegen könnte. Außerdem wachsen ihm--wie allen Reichen--Bedürfnisse, die Ärmere nicht haben. Die neue 120-Meter-Yacht erscheint ihm kläglich im Vergleich zur neuen 130-Meter-Yacht des Königs von Syrien.
Ebenso muß ein König entspannen und sich ein paar Vergnügungen gönnen. Zum Ausgleich.
Stündlich checkt er bei Ebay, ob endlich Angebote für Putter aus Titan vorliegen. Im Golf will er außerdem sein Handicap verbessern.

25 Jahre lang geht das gut. Doch plötzlich ergeben sich vor seiner Haustür abermals militärische Komplikationen. Kein Millionenheer tritt an. Der König von Israel blockiert nur die Handelswege Judas.
Nun stellt sich heraus, daß Asas geistliche Reflexe längst nicht mehr so gut sind wie früher. Statt als allererstes zum HErrn zu gehen, wie damals, plündert Asa die königliche Schatzkammer, sowie das Haus des HErrn, und kauft mit dem Geld einen Verbündeten, der ihm beisteht.
Sein Plan geht auch auf.
Sein Belagerer zieht ab.
Doch ein Prophet kommt und sagt, "Weil du dich auf einen Menschen gestützt hast und nicht auf Gott, deshalb wirst du von nun an Kriege haben."
Asa erreichte mit seiner fleischlichen Weisheit das Gegenteil von dem, was er wollte.
Er wollte sich vom Krieg loskaufen, statt auf den HErrn vertrauen zu müssen.
Stattdessen bekam er nun Kriege.

Gott steht uns bei, wenn wir uns der geistlichen Disziplin nicht verweigern, täglich ernsthaft über sein Wort nachdenken und alle Dinge im Gebet vor ihn bringen.
Die wahre Größe deiner Kraft zeigt sich erst am Tag des Kampfes.
Und der wird kommen.
Jesus sagt in Markus 4, 19, "Die Sorgen der Zeit und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach den übrigen Dingen kommen hinein"--in den Kopf des Gläubigen--"und ersticken das Wort Gottes, und es bringt keine Frucht."

Laß das Wort Frucht bringen.
Gott will in jeden Bereich unseres Lebens eingeladen werden.

Tu's.

Sonntag, 1. April 2012

Spiritual Springtime

"Die Erde bringt von selbst Frucht hervor, zuerst Gras, dann eine Ähre, dann vollen Weizen in der Ähre."
Markus 4, 28

Beim Gang durch die Natur entdeckt man dieser Tage: Es ist Frühling. Jeden Tag wird die Welt ein wenig grüner.
Licht, Wasser und Wärme fördern Wachstum, und was so lange Zeit schwarz und tot in der Gegend herumstand, bekommt einen zarten Grünschleier in den Wipfeln. Gras, das ewige Zeiten lang braun an der Erde klebte, erneuert sich im Handumdrehen.
Wenn die Bedingungen stimmen.

Das alles erinnert mich an Gebet.
Mit Gebet und Glauben geht's voran.
Ohne Gebet herrscht Frost und Nacht, und es gibt nur ein verzögertes bis gar kein Wachstum.

Man kann halbherzig beten und sich ewig lange mit einer mißlichen Situation abmühen. Um zum Frühling durchzubrechen braucht man manchmal ein wenig Nachdruck im Gebet.

Als wir vor Jahren das CGZ gründeten, trafen wir uns mit 20 oder 30 Personen, (plus Kindern), im Frühstücksraum eines Hotels. Das war anfangs prima. (Ich bekam vom Management auch immer prompt eine Kanne Kaffee spendiert). Doch nach EINEM JAHR hatten wir noch immer kein eigenes Gebäude.
Ziemlich verzweifelt rief ich eine gemeindeweite siebentägige Fasten- und Gebetszeit aus. Wer wollte, konnte mitmachen.
Dann kam ein gut vernetzter Mitarbeiter auf ein Gebäude, das unbenutzte Büros und Kantinenräume hatte, allesamt viel zu groß für uns, aber interessant.
Vielleicht war ein Teil zu haben.
Ich warf mich in meinen besten Anzug, (vom Adler in München), machte meine schmale grüne Lederkrawatte dran und sprach beim Management vor.
Der Manager hielt mich wohl für einen Sektenheini, (dabei bin ich ordinierter evangelisch-freikirchlicher Pastor). Auf jeden Fall schaute er mich an und grimassierte, als wäre ich ein Alien.
Er gab uns keine Räume.
Kurz darauf wurde er entlassen.
Der neue Manager erwies sich als aus völlig anderem Holz. Er war freundlich und zuvorkommend, führte uns überall herum und markierte auf einer Bauplankopie die Räume, die wir uns aussuchten. Wir nahmen, was wir bezahlen konnten und wuchsen im Lauf der Zeit Stück für Stück in die leerstehenden Räume hinein, bis uns fast das ganze Geschoß gehörte.

Ich bin mir sicher: Ohne unsere Fasten- und Gebetszeit hätten wir noch lange Zeit halbherzig weitergesucht und nichts gefunden, stets wartend, daß Gott nun doch endlich etwas tun möge.

Meist liegt's an uns.