Dienstag, 18. September 2018

Buntheit, Vielfalt, Bereicherung?

"Erfüllt meine Freude, daß ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid."
Philipper 2, 2.

Schlägt man die Zeitung auf, schaut man Werbeprospekte an, oder hört die Nachrichten, so wird uns ständig vermittelt, Buntheit und Vielfalt wären immer eine Bereicherung und seien nicht zu hinterfragen. So trägt man seine vermeintliche Weltoffenheit ostentativ vor sich her wie der Messdiener die Monstranz bei der Prozession.
Der Wert von Buntheit und Vielfalt ist jedoch relativ und wir sollten uns hier nicht verdummen lassen.
Wenn ein schwarzer, ein gelber, ein roter, ein brauner und ein weißer Christ zusammensitzen, dann kann man davon ausgehen, dass die Denke einigermaßen gleich ist. (Was nichts Schlechtes ist!) Wir sind dann zwar äußerlich „bunt“, werden innerlich jedoch von derselben Gesinnung, derselben Liebe und denselben Werten geleitet.
Innerlich sind wir also auf eine gesegnete Weise einförmig.
Dieser Gleichmut, diese Einheit sind etwas Stärkendes, (und definitiv nicht dasselbe wie Farblosigkeit oder Einfalt).
Käme nun, sagen wir, ein sudanesischer Klitorektomist oder ein britischer IS-Henker in unseren Kreis, dann wären wir auch äußerlich noch bunter. Wertemäßig würden wir an Vielfalt zulegen. Dass dies jedoch schwerlich eine Bereicherung darstellt, ist tief im Herzen vermutlich selbst hartgesottenen Vielfaltspropagandisten klar.
Bei aller Liebe zur Buntheit: Ohne einen harten Kern von nicht hinterfragbaren Werten geht es nicht. (Toleranz ist kein Wert an sich, siehe oben; wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht).

Der alte Martin Luther King sagte einst in seiner berühmtgewordenen „Ich habe einen Traum“-Rede, er möchte, dass seine vier Kinder eines Tages in einer Nation leben, in der sie nicht nach der Farbe ihrer Haut, [Buntheit!], sondern nach der Qualität ihres Charakters beurteilt werden.
Das ist doch mal ein guter Ansatz.

„Die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“ (Römer 8,29).

Samstag, 15. September 2018

Sind Christen Vegetarier?

„Und eine Stimme erging an ihn: Steh auf, Petrus, schlachte und iß!“
Apostelgeschichte 10,13.

„Pastor, sollten Christen vegetarisch leben oder vegan?“

Die ersten Christen in der Bibel waren definitiv keine Vegetarier. Denn sie war noch in ihrem Judentum verhaftet und hätten als Vegetarier das Passahlamm nicht essen können, das zu essen Pflicht war. Wir essen heute kein Passahlamm mehr, sondern feiern stattdessen Abendmahl.
Wer will, kann als Christ natürlich vegetarisch leben. Gott ist das Jacke wie Hose. Paulus sagt: „Wer ißt, ißt dem Herrn, denn er sagt Gott Dank. Und wer nicht ißt, ißt dem Herrn nicht und sagt Gott Dank.“ (Römer 14,6). Ich kenne recht nette Vegetarier. (Es gibt ja auch die von der verbissenen Sorte).

Es gibt Grünröcke, die behaupten, "Vegetarier" sei ein altes Indianerwort für "Schlechter Jäger", aber ich halte das für eine Legende.

In diesem Sinn: Guten Appetit.
(Jesus war übrigens kein Vegetarier. Auch nach der Auferstehung nicht).

„Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich wunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Sie aber reichten ihm ein Stück gebratenen Fisch und er nahm und aß vor ihnen.“ (Lukas 24,41-43).

Donnerstag, 13. September 2018

Nicht erfolgreich widerstanden?

„Pastor, du hast im letzten Beitrag geschrieben, dass man der Versuchung widerstehen soll, damit einem der Teufel vom Hals bleibt und Gottes Kräfte im Leben wirksam werden. Was, wenn ich der Versuchung nicht erfolgreich widerstanden habe?“

Dann gilt für dich Jakobus 4, 9-10:
„Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen! Fühlt euer Elend und trauert und weint. Euer Lachen verwandle sich in Traurigkeit und eure Freude in Niedergeschlagenheit!
Demütigt euch vor dem Herrn! Und er wird euch erhöhen.“

Dienstag, 11. September 2018

Wie widerstehe stehe ich dem Teufel?

„Widersteht aber dem Teufel und er wird von euch fliehen.“
Jakobus 4,7.

„Pastor, wie widerstehe ich dem Teufel? Ich sehe ihn ja nicht.“

Dem widerstehst du, indem du der Versuchung widerstehst. Die hast du direkt vor dir.
Am Sonntag kam ein Vater auf mich zu, der mir von einem Traum seines (jungen) Sohnes berichtete. Darin habe ihn jemand zu schlechten Taten aufgefordert. Was soll er tun? Ich riet ihm, dem Buben zu raten, sich mit Worten gegen diese schlechten Taten zu richten. „Nein, das werde ich nicht tun.“ So in diesem Stil. Wenn klare Worte erst einmal im Raum stehen, dann entwickeln sie ihre ganz eigene Dynamik im Hinblick auf Entscheidung und Willensfindung.

In Matthäus 4 wird Jesus „von dem Geist in die Wüste hinaufgeführt, um von dem Teufel versucht zu werden.“
Jesus wurde getestet, bevor er seinen öffentlichen Dienst begann. Würde er dem Teufel widerstehen?
Der Versucher trat zu ihm und forderte ihn auf, durch bestimmte Machttaten zu beweisen, dass er tatsächlich der Sohn Gottes ist. „Wenn du Gottes Sohn bist, so spricht, dass diese Steine Brot werden.“ (Vers 3).
"Wenn du Gottes Sohn bist..."
Sein Vorgehen erinnert an 1 Mose 3: „Hat Gott wirklich gesagt…?“
Er stellt das Wort Gottes infrage.
Das tat er bei Adam.
Das tat er bei Jesus.
Das tut er noch heute.
Du widerstehst dem Teufel also dadurch, dass du im Wort Gottes bleibst und es nicht infrage stellst, sondern dich in allen Lebenslagen daran orientierst.

Tust du das nicht, beißt dich irgendwann der Chaosdrache. Sogar die Jünger wollten Jesus hin und wieder das Wort Gottes ausreden. (Matthäus 16, 22). Als er dann wie angekündigt am Kreuz starb, verstanden sie die Welt nicht mehr—obwohl er dreimal versucht hat ihnen zu verklickern, dass genau dies passieren wird. Die Jünger schwenkten erst nach der Auferstehung auf die Sichtweise Jesu ein. Zuvor waren sie vom eigenen Ehrgeiz mehr geleitet als von Wort und Auftrag Gottes.
Gut, daß sie Jesus hatten, der keinen Millimeter vom geraden Weg abwich und Gottes Willen durchzog, selbst als Steine flogen und Henkersknechte zu hämmern begannen.

Jesus antwortete auf alle Versuchungen des Versuchers mit dem Wort Gottes: „Es steht geschrieben…“ Er ließ sich das Wort eben nicht ausreden. „Da spricht Jesus zu ihm: Geh hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.'“
Und dann kommt ein wunderbarer Vers:
„Dann verläßt ihn der Teufel. Und siehe, Engel kamen herbei und dienten ihm.“ (Vers 11).

Engel kamen herbei und dienten ihm.

Es kann gut sein, dass auch du immer mal wieder durch Situationen gehst, in denen Gott weit weg zu sein scheint. Es kann sein, dass er dich in solchen Momenten prüft. Er will wissen, wie du reagierst. Bleibst du bei seinem Wort oder folgst du dem anderen Trommler?
Wenn du widerstehst, (trotz Mangel, trotz Hunger), dann wird es dir gehen wir Jesus: Engel kommen herbei und dienen dir. Neue, bessere Zeiten brechen an, in denen Gott wieder spürbar in deiner Nähe weilt.

„Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen.“ (Jakobus 4,8).

Sonntag, 9. September 2018

Verkettung glücklicher Umstände

„Ein Land, das den häufig darauf kommenden Regen trinkt und nützliches Kraut hervorbringt für diejenigen, um derentwillen es auch bebaut wird, empfängt Segen von Gott.“
Hebräer 6,7.

Heute hat sich mir eine junge Frau nach dem Gottesdienst vorgestellt. Sie wolle nur mal kurz Rückmeldung geben. Sie habe sich vor ein paar Jahren aufgrund unserer YouTube-Predigten auf „Onlinekirche mit Pastor Gert Hoinle“ bekehrt. Gleich darauf habe sie ihre Traumarbeitsstelle bekommen. Nun lebt sie in Uganda und arbeitet bei Vision für Afrika e.V. mit. (Dieses Missionswerk unterstützen wir regelmäßig. Maria Prean, die Leiterin dieses Werks, wird voraussichtlich im April nächsten Jahres wieder einmal bei uns sein).
Das ist doch wunderbar.
Wir wünschen R. viel Erfolg und Gottes Segen in Afrika.

Es waren auch Gäste aus München da. Die sind natürlich auch unvergessen!

Apropos München: Eine Mitarbeiterin war zu einem Bürgertreffen mit dem Ministerpräsidenten eingeladen und hat ihm im persönlichen Gespräch geistesgegenwärtig unsere Gemeindevisitenkarte überreicht. Ich fiebere nunmehr seinem Anruf entgegen. ;)

„Ich freute mich, als sie zu mir sagten: "Wir gehen zum Haus des HERRN."“ (Psalm 122,1).

Donnerstag, 6. September 2018

Don't feed the troll

"Ein Mann der Falschheit entfesselt Zank, und ein Ohrenbläser entzweit Vertraute."
Sprüche 16,28.

„Pastor, jemand hat Sachen über mich verbreitet, die überhaupt nicht stimmen. Was tun? Person besuchen? Schlagstock mitnehmen?“

Die Zeitgenossen Schmeichler und Verleumder sind einander ähnlich: der Verleumder sagt Dinge hinter deinem Rücken, die er dir nie ins Gesicht sagen würde. Der Schmeichler sagt dir Dinge ins Gesicht, die er nie hinter deinem Rücken sagen würde.
Um auf deine Frage zurückzukommen:
Solomon drückt es so aus: „Der Schmelztiegel für das Silber und der Ofen für das Gold, und ein Mann wird beurteilt nach seinem Ruf.“ (Sprüche 27,21).
Nur weil dich jemand verleumdet, bedeutet dies nicht, dass die Leute ihm glauben. Du hast einen Ruf, den du dir mit deinen Taten erarbeitet hast. Wenn der gut ist, hast du nichts, worüber du dir Sorgen machen müsstest. Wenn jemand hergeht und interessante Dinge über dich erzählt, (die nur blöderweise nicht stimmen), dann fällt dies nicht auf dich, sondern auf deinen Verleumder zurück. Er will dich schlecht darstellen. Das kommt bei den Leuten jedoch nicht so an. Vielmehr stellt er sich selbst in ein schlechtes Licht. Diese Ablehnung wiederum wird sein inneres Defizit weiter vergrößern, er wird sich noch schlechter fühlen, doch dafür kannst du nichts.
In vielen, möglicherweise den meisten Fällen, geht es dem Schwätzer weniger um dich und deine Schande, sondern um ihn und seine Leuchtkraft. Auf Deutsch: Er will halt gut dastehen. Oder wenigstens besser als du.
Oder er ist neidisch. (Lies mal Daniel 6!)
Die Leute kapieren jedoch ziemlich schnell, wen sie da vor sich haben, und glauben ihm nichts mehr.
Wenn dich also jemand schlechtmacht: Hak's ab. Über die besten wird schlecht geredet. Seine eigene Familie nannte Jesus einen Spinner. (Markus 3,21). Und was hat man nicht alles über Paulus erzählt. Die Leute reden immer. Da musst du nicht mitmachen. Zum Schluß lachst nämlich du. Weil Gott für dich ist. Und wer zuletzt lacht, lacht am besten.

„Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln, denn so haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.“ (Matthäus 5,11-12).

Dienstag, 4. September 2018

Kunst oder Volksverhetzung?

"Wenn ein Reich mit sich selbst entzweit ist, kann dieses Reich nicht bestehen."
Markus 3,24.

In diesen Tagen kam in Chemnitz ein Mensch ums Leben, durch einen zugereisten Messerstecher, wie es heißt. Wo genau der Stecher her kam, weiß man nicht, denn sein Ausweis entpuppte sich als Totalfälschung. Zwei weitere Menschen wurden während derselben Attacke von spitzen Gegenständen schwer verletzt und befinden sich im Krankenhaus.
Schlimm genug.
Dieser Fall ist nur einer von zu vielen und sollte der Politik als Anlass dienen, nicht länger jeden, der an der Grenze das Wort „Asyl“ sagt, ungeprüft aufzunehmen. So holt man sich nicht nur Schutzbedürftige, sondern auch üble Verbrecher und Terroristen ins Land, die man hinterher nicht mehr loswird.
Dass die Grenzen dennoch offenbleiben, ist für mich völlig unverständlich.
Gestern nun fand wenige 100 Meter vom Tatort entfernt ein großes Musikereignis statt—nicht um gegen Messermorde zu protestieren, (was ich irgendwie naheliegend gefunden hätte), sondern um ein „Zeichen“ gegen „rechts“ zu setzen. Denn neben vielen aufgebrachten Bürgern haben auch eine nicht-linke politische Partei, sowie einige Chaplinbartträger mit provokativem Arm-hoch-Syndrom spontan gegen diese Tat und die Politik, die sie ermöglicht, protestiert. Deren Gegenwart hat den Protest in den Augen vieler Politiker und Medienschaffender völlig delegitimitiert. Und so wurde gegen den Protest (der Falschen), nicht gegen den Mord (oder Totschlag), protestiert.
Ich finde das frivol.
Wenn man sich anschaut, wer da protestiert hat, (also gegen den Protest), wird es nicht besser.
Der Sänger der Punkband Feine Sahne Fischfilet grölt auf seinen Konzerten Meinungstarkes gegen „Bullen“ ins Mikrofon, gefolgt von der inspirierenden Zeile „Der Hass steigt, der Hass steigt!“ Wohlgemerkt, der singt vom eigenen Hass auf die Polizei.
Die Band KIZ leuchtet mit Sätzen wie: „Bumbumbum, ich bring euch alle um! Ich sprenge eure Demo und es regnet Hackepeter.“
Auf einem linken Konzert gegen Hass und Hetze!
Wo bitte ist da rein rhetorisch und vom emotionalen Grundgedanken her der Unterschied zwischen Hitlers Bürgerbräukeller-Geplärre von „Hass und Trotz und Trotz und Hass!“ während der „Kampfzeit der Bewegung“ in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts?
Und haben die Jungs von KIZ sich mit den Jungs vom IS irgendwie abgesprochen? Klingen tun sie nämlich gleich.
Und unser werter Herr Bundespräsident macht auf seiner Facebook Seite Werbung für diese extremistischen Kapellen. Ich fass' es nicht.
Links ist nicht automatisch gut, (oder haben wir die DDR schon vergessen?)
Rechts ist nicht automatisch schlecht. Die CSU, die FDP, sowie die Freien Wähler wären wohl allesamt beleidigt, wenn man sie als links bezeichnen würde. Trotzdem sind sie in ihrem politischen Wirken vor Ort ziemlich erfolgreich. Die SPD war das auch mal. Heute macht sie Werbung für Extremisten.

Überhaupt liegen die Ränder des politischen Spektrums viel näher beieinander als man denken möchte. Genau genommen handelt es sich hier nicht um eine Gerade mit linken und rechten Enden, sondern um einen Kreis, der sich irgendwann schließt. (Der massive Fischfiletsänger, der heute so ein gefeierter Linker ist, war vor einigen Jahren noch rechtsextremer Ultra. Mussolini war glühender Sozialist, bevor er zum Faschisten im schwarzen Hemd mutierte).
Ich behaupte, weder dem linken schwarzen Block noch den rechten Chaplinbart-Ultras geht es um irgendwelche Ideale, sondern ausschließlich darum, Krawall auszuleben. Beide ziehen sich schwarz an und bedienen sich derselben Mittel. Wo ist der Unterschied?
Wenn sich Politik und Medien zu weit auf eine der beiden Seiten stellen, steuern sie das Staatsschiff auf die Anarchie zu, denn der Bürger, der was zu verlieren hat, tendiert zwar nicht zu Extremen. Mit Gegenreaktionen muss man in einer Demokratie aber rechnen. Was wir momentan erleben ist jedoch vermutlich nur schnöde Unfähigkeit und nicht perfide Absicht.

Paulus gibt uns Christen eine Handlungsanweisung für Tage wie diese:
"Ich ermahne nun vor allen Dingen, daß Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott." (1 Timotheus 2, 1-3).