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Ängste überwinden

"Wer glaubt, wird nicht ängstlich eilen." Jesaja 28,16
Ich stehe vor einem schwarzen Loch im Boden. Aus der Tiefe sagt eine Stimme: Spring. Ich fange dich auf. Ich erkenne die Stimme meines Vaters und springe. Und er fängt mich auf. Es ist nicht das erste Mal. Ich fürchte mich nicht vor dem Sprung. Seine Stimme treibt der Finsternis die Schrecken aus.
Ängste haben ihren Ursprung im Unglauben. Die Menschen haben Angst vor Gott, weil sie nicht wissen, bzw. glauben, dass er sie liebt oder ihnen wirklich vergibt. Wer weiß, dass Gott für ihn ist, der fürchtet sich nicht. Wer das nicht weiß, hat aufgrund seines (verdrängten) schlechten Gewissens Angst vor Strafe. Ein schlechtes Gewissen bewirkt Gottverlassenheitsgefühle und die entsprechenden Ängste.
Das Wort „Furcht“, bzw. „fürchtete“, kommt in der Bibel in 1 Mose 3,10 zum ersten Mal vor. Gott ruft den Menschen und spricht zu ihm: Wo bist du! Adam sagt, Ich hörte deine Stimme im Garten, und ich fürchtete mich, weil ich nackt b…

Johannes und Jesus im Wasser

"Am folgenden Tag stand Johannes wieder da und zwei von seinen Jüngern. Und hinblickend auf Jesus, der umherging, spricht er: Siehe, das Lamm Gottes! Und es hörten ihn die zwei Jünger reden und folgten Jesus nach." Johannes 1,35-37.
Jesus von Nazareth und Johannes der Täufer waren Cousins. Ihre Mütter waren miteinander verwandt. Das erste Mal als sie sich begegneten, waren sie beide noch im Mutterleib, (im Fruchtwasser). Maria besuchte die im sechsten Monat schwangere Elisabeth. "Und es geschah, als Elisabeth den Gruß der Maria hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib, und Elisabeth wurde mit Heiligem Geist erfüllt." Die wusste daraufhin Dinge über Maria, die sie vom Verstand her gar nicht wissen konnte: "Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! Und woher geschieht mir dies, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, als die Stimme deines Grußes in meine Ohren drang, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib."…

Wie man radikale Parteien vermeidet

"Für die Freiheit hat Christus uns freigemacht. Steht nun fest und laßt euch nicht wieder durch ein Joch der Sklaverei belasten." Galater 5,1.
Dies ist kein politischer Blog. Manche Gedanken halte ich jedoch für so wichtig, dass ich sie mitteilen möchte.
Die britische Demokratie ist rund 330 Jahre alt. Deren Verbesserung in Form der amerikanischen Demokratie ist auch schon wieder 240 Jahre alt. Inspirierte Denker haben sie erfunden. Vor allem sie hat sich bewährt. Ich möchte deswegen kurz auf einen ihrer vielen Vorteile eingehen.
Die amerikanische Republik ist in der Lage mit nur zwei Parteien zurechtzukommen. Bei uns in Deutschland hingegen hat sich eine so große Vielzahl von Parteien etabliert, dass man von einer ganzen Parteienlandschaft redet. Und wenn alle paar Jahre der Wähler spricht, weiß man nach der Wahl oft nicht genau, was er gesagt hat. Dieses Problem hat man in Amerika nicht. Dort hat jeder Wähler eine Stimme. Es gibt keine Zweitstimmen und Überhangmandate, d…

Hat der Mensch einen freien Willen?

"Das Leben und den Tod habe ich dir vorgelegt, den Segen und den Fluch. So wähle das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen, indem du den HERRN, deinen Gott, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhängst." 5 Mose 30,19-20.
„Pastor, glaubst du dass der Mensch einen freien Willen hat?“
Der Wille des Menschen ist nicht immer frei. Als Esau von der Jagd kam, war er dem Verhungern nahe und verkaufte sein Erstgeburtsrecht für einen Teller Linsen. Das war die teuerste Pampe aller Zeiten. Als David vom Balkon aus Bathseba im Bad sah, war er so triebgesteuert, dass er vorübergehend auch nicht er selber war. Als Petrus in Gethsemane Jesus verleugnete, tat er etwas, zu dem er sich nur Stunden zuvor nicht für fähig gehalten hatte.
Der Mensch ist nicht immer völlig frei.

Menschen machen wahlweise ihre Gene oder die Gesellschaft für ihr Verhalten verantwortlich. (Zumindest für das schlechte. Das gute entspringt stets ihrer eigenen Charakterstärke). Im Standardzustand hat d…

Geheilt, aber krank?

"Ich bin der HERR, der dich heilt." 2 Mose 15, 26.
"Lieber Pastor Hoinle, ich bin überzeugt, daß Jesus meine Krankheiten getragen hat. Dennoch habe ich bei vielen Beschwerden nicht den gewünschten Sieg. Woran kann das liegen. Hätten Sie mir einen Rat?"
Liebe Frau X, Zwischen dem Gebet und der Erhörung liegt die Durststrecke des Glaubens. Sie sind einerseits der Überzeugung, daß Jesus Ihre Krankheiten getragen hat, haben jedoch bei vielen Beschwerden noch nicht den gewünschten Sieg. Ihre körperliche Befindlichkeit stimmt noch nicht mit Ihrer Überzeugung überein. Jesus sagt in Markus 11, 24: “Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, daß ihr es empfangen HABT, (Vergangenheit), und es WIRD euch werden, (Zukunft).” In Ihrer Situation würde ich nicht weiter um Heilung beten, sondern dem Herrn danken, daß er bereits an Ihnen wirkt. Ihre Genesung ist dann nur eine Frage der Zeit.
Sollten Sie empfinden, daß die Heilung Ihrer Beschwerden innerlich einfach …

Westyrn and Shmonzetta

"Wenn du aber doch heiratest, so sündigst du nicht; und wenn die Jungfrau heiratet, so sündigt sie nicht. Aber solche werden Bedrängnis für das Fleisch haben; ich aber schone euch." 1 Korinther 7, 28.
"Pastor, du hast in einer Predigt gesagt, man soll sich ab und zu anschauen, was die Frau will, auch wenn es romantisch und nicht so interessant ist. Machst du das (freiwillig)?"
Ich sag mal so: Wenn ich mich (selbstverständlich freiwillig und voll guten Willens) dazusetze, wenn meine Frau eine Schmonzette anschaut, dann ist ihr das irgendwie unangenehm. Ihr ist es lieber, wenn ich mich wieder davonmache. Und da ich nur das Beste für meine Frau will...
Allerdings schaut sie auch keine Western, wenn ich einmal Lust auf Pulverdampf und Hufgeklapper habe. Und ich muß sagen, mir ist das auch ganz recht.
Eine Westernschmonzette (Geigen schluchzen im Rhythmus der Revolver) würden wir möglicherweise miteinander anschauen. Käme drauf an. "Vom Winde verweht" war zu …

Ist Gott Kommunist?

"Die Menge derer aber, die gläubig geworden, war ein Herz und eine Seele. Und auch nicht einer sagte, daß etwas von seiner Habe sein eigen sei, sondern es war ihnen alles gemeinsam." Apostelgeschichte 4,32.
„Pastor, die ersten Christen hatten alles gemeinsam. Es ist doch gut, wenn alle gleich viel haben, oder? Ist Gott gar ein Kommunist?“
Viele, die wollen, dass alle gleich viel haben, wollen eigentlich, dass niemand mehr hat als sie. Diese Denkungsart entspringt nicht der Großzügigkeit, sondern dem Neid. Die ersten Christen aber waren großzügig.
Dass alle gleich viel haben sollen, klingt erst einmal gerecht, ist es aber nicht. Denn Menschen sind unterschiedlich begabt. Einer besonders begabten Person genauso viele (bzw. wenige) Mittel zur Verfügung zu stellen, wie einer weniger begabten, ist nicht gerecht. Denn die besonders begabte Person macht aus den Mitteln besonders viel, während eine schlichtere Person die Mittel lediglich konsumiert. Beispiel: Ein Visionär erfindet …