Freitag, 23. Februar 2018

Das Herz, der Käfer und die Schuld

"Wer seine Verbrechen zudeckt, wird keinen Erfolg haben. Wer sie aber bekennt und läßt, wird Erbarmen finden."
Sprüche 28, 13.

Professor Dr. Dr. John Hannah vom Dallas Theological Seminary hat einen interessanten Kommentar über das Verhärten von Herzen.
Bekanntlich sagte Gott zu Mose, dass er das Herz des Pharaos verhärten würde, (2 Mose 7, 3), was er nach der sechsten Plage auch tat. Vorher verhärtete der Pharao sein Herz ganz von allein.
Das lag in der ägyptischen Theologie begründet.
Die Ägypter haben nämlich geglaubt, dass das Herz einer Person nach ihrem Tod in der Halle des Gerichts gewogen wurde. Wenn ein solches Herz sündenschwer war, dann wurde es verurteilt. Deshalb legte man einen steinernen Skarabäus auf das Herz des Verstorbenen, um so dessen natürliche Tendenz zum Bekennen zu unterdrücken. Denn das Ausplaudern von Sünden würde ja zur Verurteilung führen. Das "Verhärten des Herzens" durch den Skarabäus sollte hingegen die Erlösung des Verstorbenen bewirken. Denn wenn man dem Verkläger keine Anklageschrift diktiert, kann er einen auch nicht verdammen.
Clever, nicht?
Gott stellt diese Denkungsart nun auf den Kopf. Er sagt: Nicht Schweigen ist Gold, sondern Reden. Bekenntnis führt zur Vergebung. Das Zudecken von Verbrechen hingegen führt nicht zum Erfolg.
Pharao lernte das auf die harte Tour.
Wir müssen es ihm nicht nachmachen.

"Wenn wir sagen, daß wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit." (1 Johannes 1, 8-9).

Donnerstag, 22. Februar 2018

Billy Graham: RIP

"Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen. Geh ein in die Freude deines Herrn."
Matthäus 25, 21.

Dieser Tage ist der weltbekannte amerikanische Evangelist Billy Graham gestorben. Er wurde 99.
Billy Graham war für seine Schnörkellosigkeit bekannt was seinen Lebensstil und seine Verkündigung anbelangt. Extravaganz war sein Ding nicht. Er war vielmehr die Bodenständigkeit in Person. Zuverlässig, ein Fels in der Brandung.
Er predigte das einfache Evangelium: Die Welt ist verloren, du bist verloren. Du brauchst einen Erlöser, Jesus ist dieser Erlöser.
Dieses schlichte Wort vom Kreuz predigte Graham rund 70 Jahre lang und wich nicht davon ab.
Und der Erfolg gab ihm recht: Millionen hörten ihn, Millionen bekehrten sich. Er betete sogar mit nicht ganz unwichtigen Personen wie Dwight Eisenhower und George W. Bush und führte sie zum Herrn.

Billy Graham war treu.
Er war dem Herrn treu und er war der Botschaft treu.
"Übrigens sucht man hier an den Verwaltern, daß einer treu befunden werde." (1 Korinther 4, 2).
Es gab außerdem keinerlei Finanzskandale im Leben dieses Mannes. Auch hier hat er sich bewährt. "Wenn ihr nun mit dem ungerechten Mammon nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen? Und wenn ihr mit dem Fremden nicht treu gewesen seid, wer wird euch das Eure geben?" Ich denke, Mr. Graham wird mit seinem Erbteil, das er nun betreten hat, zufrieden sein.

Paulus schreibt an den Pastor der gigantischen Gemeinde in Ephesus, Timotheus: „Was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren.“ (2 Timotheus 2, 2).
Fähigkeiten kann man entwickeln, Talente trainieren. Treue hingegen nicht. Sie ist kein Talent, sondern eine Charaktereigenschaft.
Gott ist Treue erst mal wichtiger als Talent.
Treue ist nämlich gar nicht so leicht. Genau genommen ist sie eine ziemliche Zumutung. Denn sie verlangt, dass man in guten wie in schlechten Zeiten dranbleibt und nicht dorthin abwandert, wo es kurzfristig leichter ist.
Nur wer dem Herrn unbeirrt nachfolgt bis zum Schluss, überwindet.
Für Überwinder hat Jesus ausgezeichnete Verheißungen. Die beste ist diese hier:

"Wer überwindet, wird keinen Schaden erleiden von dem zweiten Tod." (Offenbarung 2, 11).
Der zweite Tod?
Es gibt einen zweiten Tod?
Ja. Vor ihm warnte Billy Graham zeitlebens.
"Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee." (Offenbarung 20, 14).

Treue mag kurzfristig wehtun. Langfristig zahlt sie sich aus.

Sonntag, 18. Februar 2018

factum

"Was ist Wahrheit?"
Johannes 18, 38.

Dieser Tage hat mir ein Herr Lachenmaier ein christliches Magazin zugeschickt. Ich las das Editorial, war beeindruckt und sah, dass es sich bei dem Herrn um den Redaktionsleiter des Magazins handelte.
Interessant, dachte ich mir.
Er hat natürlich bestimmt nicht nur mir eine Ausgabe seiner Zeitschrift geschickt. Das ist auch völlig egal. Mir hat sie jedenfalls wirklich gut gefallen, so gut, dass ich hier mal darauf hinweisen möchte. Unter www.factum-magazin.ch kann man sich selbst ein Bild machen.

"Ich bin die Wahrheit." (Johannes 14, 6).

Mittwoch, 14. Februar 2018

Love Schweinfurt: Der Film

"Frohlocken und deiner sich freuen sollen alle, die dich suchen! Stets sollen sagen: "Groß ist Gott!", die dein Heil lieben."
Psalm 70, 5.

Nun ist es also soweit: Unser Love Schweinfurt-Einladungsfilm ist fertig und ab sofort zu besichtigen.
Vielen Dank vor allem an David Stebani von der Biblischen Gemeinde Schweinfurt, der hier sein technisches Talent hat funkeln lassen.

Hier ist er, der Film:


Dienstag, 13. Februar 2018

Das Wunder der Mitarbeit

"Dazu habe ich jedem, der ein weises Herz hat, Weisheit ins Herz gelegt, damit sie alles machen, was ich dir geboten habe."
2 Mose 31, 6.

Am 24 März findet ja unsere Evangelisation in der Stadthalle statt und es ist wunderbar zu sehen, wie der Herr Mitarbeiter erweckt und jeder dann seinen Teil beiträgt. Als Leiter kann man nur die Vision artikulieren. Menschen, Mittel und Möglichkeiten zu ihrer Erfüllung muss der Herr schenken. Denn ohne die tatkräftige Mithilfe von vielen, vielen freiwilligen Mitarbeitern ist man völlig aufgeschmissen. Doch wenn das Wort vom Herrn ausgegangen ist, (man also in seiner Mission unterwegs ist), dann unterstützt er einen auch und plötzlich werden ganz erstaunliche Dinge möglich.
Jochen und David Stebani zum Beispiel arbeiten gerade an einem kurzen Film, der das Event vorstellt, und das machen die richtig gut: Ich habe die bearbeitete Rohfassung gesehen. Als Schauspieler wirken Johanna und Markus Bloch mit. Die beiden werden das Event auch moderieren. Johanna schauspielert so überzeugend, als hätte sie schon immer Werbefilme gedreht, so richtig mit leuchtenden Augen und allem drum und dran. Markus ist auch ganz gut. ;)
Jemand von der Polizei wird in der Security mitarbeiten.
Roadies werden Kisten schleppen, Ordner werden ordnen, Betreuer betreuen, Techniker die Technik machen…
Eigentlich werde ich am Event-Abend überhaupt nicht gebraucht. Ich könnte theoretisch im Wald spazieren gehen und keiner würde merken, dass ich fehle. (Das mache ich natürlich nicht. Bin ich verrückt? Ich lass mir doch ein solches Event nicht entgehen!)
Sobald der Film fertig ist, stellen wir ihnen online und ich werde ihn hier erwähnen.

Für alle Mitarbeiter gilt:
"Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen. Geh ein in die Freude deines Herrn." (Matthäus 25, 21).

Donnerstag, 8. Februar 2018

Die Nation und das Selbstbestimmungsrecht der Völker

"Als der Höchste den Nationen das Erbe austeilte, als er die Menschenkinder voneinander schied, da legte er fest die Grenzen der Völker."
5 Mose 32, 8.

Weil man Nationalismus zur Zeit mit dem Aufstieg der faschistischen Diktatoren im 20. Jahrhundert assoziiert, hat das Wort einen schlechten Beigeschmack und wird gern mit Rassismus in Verbindung gebracht. Nationalismus hat aber mit Faschismus nichts zu tun. Nationen mit Grenzen drumherum sind vielmehr Gottes Idee.

Die moderne Nationalstaatsidee entstand in England und wurde in Amerika ausbuchstabiert. Sie besagt folgendes: Die Nation gehört dem Volk, nicht der Krone, dem Präsidenten oder dem Kanzler. Das Volk ist der Souverän, nicht der König. Der König dient dem Volk und nicht umgekehrt.
In einer Nation sind vor dem Gesetz alle Bürger gleich. Selbst Herrscher und Privilegierte müssen sich dem Recht beugen.
In einer Nation können Bürger aufsteigen, aber auch absteigen. Zugehörigkeit zu einem Stand oder einer Familie garantieren keine immerwährenden Privilegien. Ständische Privilegien werden nicht vererbt, sondern müssen stets durch Leistung neu erworben werden.
Entsprechend wurde die Macht der Könige in den Nationalstaaten beschnitten und dem Volk mittels Parlament ein Gesetzgebungsrecht verschafft. In den Vereinigten Staaten gab es sogar von Anfang an einen Ausgleich der politischen Kräfte, indem man Regierung, Gerichtsbarkeit und Parlament strikt voneinander trennte und allen drei Regierungszweigen Ebenbürtigkeit zugestand.
Das war damals sensationell.
Das und die freie Presse.
Die Bürger einer Nation lehnen fremden Einfluß grundsätzlich ab und haben keine Lust, sich von Ausländern regieren zu lassen. Sie wollen sich selber regieren.
Eine multikulturelle Patchworknation, also das Nebeneinander von vielen verschiedenen Kulturen auf engstem Raum, erscheint ihnen nicht als Bereicherung. In der Geschichte hat das auch nie geklappt. Noch jedes multilinguale Völkergefängnis Großreich ist wieder in seine Einzelteile zerfallen.
Seit 1900 ist die Anzahl der Nationen in der Welt von 50 auf 193 angewachsen. Dazu hat es einen gewaltigen Demokratisierungsschub gegeben.
Der deutsche Faschismus war mithin eine Travestie der Nationalstaatsidee. Sie hat unser Verhältnis zu unserer Vergangenheit und zu bestimmten  Begrifflichkeiten nachhaltig gestört.
Patriotismus blickt zurück aufs positive Erbe der Nation und will es bewahren.
Ein biblisch illuminierter Nationalgedanke blickt in die gemeinsame Zukunft der Bürger, glaubt an seinen gottgegebenen Auftrag, friedlich einen positiven Beitrag zum Menschheitswohlbefinden zu leisten und hält die prinzipielle Grenzenlosigkeit einer bunten Internationale für die falsche Idee.
Das Wort „Nation“ ist also nicht per se schlecht. Wir sind als Christen sogar „ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.“ (1 Petrus 2, 9).
Ich halte ja eine biblisch-christliche Nation für die beste aller irdischen Welten.
Doch welche Nation hat heute noch die Nachfolge Christi als Staatsziel vor Augen?

Dienstag, 6. Februar 2018

Alt und der Tage satt

"Denn das Leben ist für mich Christus und das Sterben Gewinn."
Philipper 1, 21.

Von Abraham, Isaak, David, Jojada und Hiob wird gesagt, sie starben „alt und der Tage satt.“
Sie alle starben in hohem Alter.
Ich komme darauf, weil ich morgen eine Beerdigung halten werde. Unser ältestes Gemeindemitglied ist im Alter von 94 Jahren zum Herrn gegangen. (Die Dame schloss sich erst vor 5 Jahren im Alter von 89 der Gemeinde an; ihre Tochter und deren Mann brachten sie mit).
Nun hat sie ihren Lauf vollendet.

Viele fragen sich was nach dem Tod kommt, denn es sei ja noch keiner wieder zurückgekommen. Doch das ist die Denkungsart von Ungläubigen. Denn natürlich ist einer wieder zurückgekommen. Jesus ist von den Toten auferstanden, um uns mitzuteilen, was danach kommt. Für diejenigen, die in diesem Leben mit ihm gegangen sind, bereitet er einen wunderschönen, genau auf die Person zugeschnittenen Ort vor. Petrus spricht in diesem Zusammenhang von einem unvergänglichen, unbefleckten, unverwelklichen Erbe. (1 Petrus 1, 4).
Ich habe vor ein paar Wochen eine Hyazinthenzwiebel geschenkt bekommen, die auch prompt austrieb und wunderbar blühte—und duftete.
Doch innerhalb kürzester Zeit war sie verwelkt.
Sie steht immer noch bei mir herum. Mittlerweile ist sie viel länger verwelkt als sie je geblüht hat. Ich muss also sagen, ich bin gespannt auf dieses unverwelkliche Erbe, das der Herr uns verheißt. Und die Unverwelklichkeit ist ja nur ein Aspekt. Es wird außerdem nicht altern und seine Vollkommenheit nie verlieren. Bin schon gespannt.

"Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin."
Johannes 14, 13.

Und wenn er nicht zu uns kommt, gehen wir zu ihm.
Egal, wie man es dreht und wendet: Wir gewinnen immer.