Mittwoch, 29. Juni 2016

La Ermächtigung du Juncker

„Es sei aber euer Ja ein Ja und euer Nein ein Nein, damit ihr nicht unter ein Gericht fallt.“
Jakobus 5,12.

Zur Zeit ereignen sich am laufenden Band historische Ereignisse in Europa.
Wer kann da schweigen?
Im letzten Post habe ich noch getönt, ich befürworte internationale Freihandelsabkommen wie TTIP oder CETA, denn dadurch werden Güter und Dienstleistungen billiger. (Und was man nicht kaufen will, muss man ja auch nicht kaufen. Chlorhühnchen etwa, wenn man stattdessen keimverseuchte bevorzugt).
Natürlich habe ich vorausgesetzt, dass der Bundestag hierüber abstimmt, wie sich das gehört. Nun vernehme ich, dass seine Exzellenz EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nicht geruhen, die nationalen Parlamente über das weitreichende Handelsabkommen mit Kanada, CETA, abstimmen zu lassen.
Mir war bisher nicht bewusst, dass die nationalen Parlamente nur der Wurmfortsatz der Europäischen Union ist. Ich hatte immer gedacht, Gesetze werden daheim, wo die gewählten Abgeordneten sitzen, lang und breit bequatscht, bevor man sie beschließt.
Bin ich naiv?
Auch der wissenschaftliche Dienst des Bundestages und das Wirtschaftsministerium ist meiner Ansicht. Doch auf unsere Meinung ist offenbar gepfiffen.
Also, dieses Vorgehen der EU weckt in mir britische Gefühle.
Denn hier handelt es sich um nichts anderes als um eine Selbstermächtigung. Wenn man denen das durchgehen lässt, dann eignen sie sich noch alle möglichen anderen Vollmachten an; wir kennen das. Hat Juncker doch einst selbst gesagt: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter—Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ (Die Brüsseler Republik, Spiegel, 27. Dezember 1999).
Auch dieses Wort stammt von diesem Herrn: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“ (dapd, Brüssel, April 2011).
Dreistigkeit und Lügen werden die Fliehkräfte in der EU weiter stärken, bis uns das Gebilde um die Ohren fliegt—oder ein eisernes Gehäuse sich wieder einmal herabsenkt über die Bürger Europas und eine EUdSSR entsteht. Nicht einmal eine potentielle Kommissionspräsidentin Merkel kann das ernsthaft wollen.
Die Christen, die Stillen im Lande, denen an Rabatz nichts liegt, sind aufgerufen, hier was zu tun:

„Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung.
Elia war ein Mensch von gleichen Empfindungen wie wir; und er betete inständig, daß es nicht regnen möge, und es regnete nicht auf der Erde drei Jahre und sechs Monate. Und wieder betete er, und der Himmel gab Regen, und die Erde brachte ihre Frucht hervor.“ (Jakobus 5,16-18).

Freitag, 24. Juni 2016

Brexit: Die Freiheit triumphiert (und die Börsen krachen)

„Denn so spricht der HERR der Heerscharen: Noch einmal und ich werde den Himmel und die Erde und das Meer und das Trockene erschüttern.“
Haggai 2, 6 (und Hebräer 12, 26).

Die Briten haben abgestimmt: Sie verlassen die EU.
Das ist gut und schlecht.

EU ist auf Sand gebaut. Denn ihr fehlt der Gottesbezug, (der Fels aus Matthäus 7,24). Daraus resultieren natürlicherweise Prinzipienlosigkeit, Verantwortungslosigkeit, Schuldenmacherei, das Zukleistern von Problemen (vornehmlich mit dem Geld anderer), Gleichschalterei und Demokratiedefizite bis hin zur Aushebelung des Volkswillens.
Unfreiheit eben.
Und wer lässt sich schon gern von Fremden regieren?
(Generationen von Deutschen kennen das nicht anders. Wir wurden nach dem Krieg im Westen von den Amerikanern, den Briten und den Franzosen (Vichy hin oder her) „betreut.“ Im Osten ist man heute noch begeistert von den Russen—und Putin. Mir schleierhaft. Haben diese doch ihren eisernen Stiefel erst 1991 vom Nacken der Ossis genommen. Haben die das viele Kopfweh schon vergessen?)
Die meisten anderen Menschen lassen sich nicht gern von Fremden regieren.
Die Briten jedenfalls nicht.
Und kein Vielvölkerstaat war je dauerhaft erfolgreich—auch nicht der britische, obwohl der vielen Orten der Welt erstmals überhaupt so etwas wie Stabilität und Regeltreue verschaffte.(Kaum waren die Briten raus, spaltete sich Pakistan von Indien ab. Rund eine Million Menschen starb im Chaos).
Im besten Fall ist der Staat kein "Projekt", auch kein allumsorgender Vater, kein Gottesersatz, keine Volksgemeinschaft, Ideologiegemeinschaft oder sonstiger Zwangsbeglückungsverein, sondern lässt die Bürger in Ruhe.
In-Ruhe-gelassen-werden ist eine gewaltige zivilisatorische Errungenschaft. (Man frage nur mal die erdoganwählenden Türken in Deutschland, warum sie viel lieber hier und nicht im Land ihres Idols leben).
Freiheit.
Die Herrschaft des Rechts.
Die Gleichheit aller—selbst des Königs!—vor dem Gesetz.
Auf dieser Prämisse gründen beispielsweise die Vereinigten Staaten—die heutzutage auch so ihre Probleme haben. In Kalifornien beispielsweise sind mehr als 50 % der Einwohner im Ausland gebürtig. Und es kommt schon mal vor, dass auf politischen Rallyes die US-Fahne verbrannt und die von Mexiko geschwenkt wird. Vielleicht scheidet Kalifornien eines Tages aus der Union aus und wird ein eigenes Land. Wer weiß?
Ich schweife ab.

Die Briten haben gesprochen. Sie wollen raus aus der Europäischen Union.
Die Aktienmärkte sind momentan im freien Fall, auch der DAX stand heute morgen mit 10 % im Minus. Die Fundamente der Weltwirtschaft werden heute erschüttert, denn Großbritannien ist immerhin die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt. Wenn die niest, bekommt der Rest der Welt Schluckauf.
(Ich darf daran erinnern, dass wir noch rund drei Monate lang in einem Superschmittajahr leben. Hierauf aber an dieser Stelle nochmal einzugehen würde zu weit führen).

Ich betrachte den EU-Austritt der Briten mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Einerseits fehlt uns nun ein freiheitlich gesonnenes, dem freien Handel verpflichtetes, gesetzestreues, inspirierendes Mitglied. Andererseits ist dies eine Breitseite, die sich die Abgehobenen in Brüssel zu Herzen nehmen könnten.

Möglich ist jedoch auch, dass die nunmehr verschnupfte Rest-EU aus Trotz noch mehr Zwangsvergemeinschaftung herbeiführt, noch mehr Hoheitsrechte einfordert und noch mehr Schulden vergesellschaftet, jetzt wo wir bald mit Figuren wie Merkel, Hollande, Renzi, Zipras und Dhragi alleine sind.
Frankreich mit seinen Streiks und brennenden Straßen inspiriert gegenwärtig nur die Falschen.
Dabei kann man doch an Venezuela prima studieren, wohin zuviel Sozialismus führt: In die totale Pleite. Wie und je. (Wobei die Tochter des toten Diktators Chavez heute die reichste Frau des Landes ist. Wie könnte es anders sein?)

Mein Gebetsanliegen ist: Dass die Denker der EU ihr Heil nicht in einer immer engeren Union suchen, sondern einmal tief in sich gehen, ihre Eitelkeiten überwinden, den Vergemeinschaftungszirkus abblasen und zum freien Binnenmarkt zurückkehren.
Freie Märkte sind nämlich prima. (Deswegen bin ich auch für TTP, TTIP und andere Freihandelsabkommen. Waren ohne Zölle sind billiger!).
Der Bundestag und die übrigen Parlamente Europas dürfen nicht länger nur der Wurmfortsatz ihrer Regierungen sein. Die Autorität ungewählter Bürokraten und Aktivisten muss beschnitten werden, die Macht muss wieder an die eigentlichen Inhaber zurückgegeben werden: die Abgeordneten vor Ort müssen über unsere Steuern verfügen.
Die Alternative ist eine Sowjetunion light.
Wir wissen wie das ausging.
Bet' mit.

„Aber das "noch einmal" deutet die Verwandlung der Dinge an, die als geschaffene erschüttert werden, damit die unerschütterlichen bleiben. Deshalb laßt uns, da wir ein unerschütterliches Reich empfangen, dankbar sein, wodurch wir Gott wohlgefällig dienen mit Scheu und Furcht.“ (Hebräer 12,27-28).

Donnerstag, 23. Juni 2016

El Eljon

„Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Höchsten [heb. El Eljon].“
1. Mose 14,18.

Zwei Männer stehen auf einem Hügel im Heiligen Land und blicken hinaus auf die Ebene.
Beide sind von immensem Reichtum. Sie sind so reich, dass das Land ihrer beider Herden nicht erträgt. Ihre Hirten streiten sich bereits deswegen.
Sie sind Abraham und Lot.
Beide dienen Jahwe, Gott dem Höchsten. Zumindest behaupten beide das.
Im Moment stehen beide, der alte und der junge reiche Mann, gemeinsam auf dieser Anhöhe. Beide sind die Gesegneten des Herrn. Ihrer beider Leben ist diesem Moment genau gleich. Doch wenige Jahre später wird alles anders sein. Der eine, Abraham, wird ein Fürst Gottes sein, der andere wird voller Verzweiflung sein, im Elend in den Bergen leben und volltrunken seine Töchter schwängern, ohne es zu merken.
Während der eine auffährt wie ein Adler, legt der andere einen Absturz hin, der einer griechischen Tragödie würdig ist.
Was machte den Unterschied?
Das jeweilige Innenleben der beiden.
Für Abraham war Gott El Eljon, der höchste Gott, der Himmel und Erde besitzt. Bereits in Ur in Chaldäa war Jahwe in sein Leben getreten und war seitdem immer präsent geblieben. Gott hatte ihn aus dem Osten nach Kanaan geschickt und hatte ihm unterwegs reichgemacht. Abraham war sich aber zu jeder Stunde bewusst, dass sein Besitz nicht allein seinem beeindruckenden Geschäftsinstinkt entsprungen war, sondern dem Segen Gottes. Abraham hing nicht am Mammon, denn er war sich des Segens sicher und wusste, dort, wo sein Segen herkam, war noch mehr. Alle seine Quellen waren in El Eljon, dem Besitzer Himmels und der Erde.
Abraham wusste sich abhängig vom Herrn, dem alles gehört.
Und dies machte den Unterschied in seinem Leben.
Ganz anders Lot.
Als Abraham dort auf dem Hügel zu ihm sagte, „Lot, wir müssen uns trennen. Wohin willst du ziehen?“ da sagte Lot nicht, „Och, Onkel, such du dir aus, wo du hin möchtest.“ Stattdessen ließ er sein Auge schweifen und erkannte, dass die Gegend um Sodom die grünste, schönste, fruchtbarste Gegend im Land war. Außerdem waren die Leute in Sodom geschäftstüchtig, so dass dort auch die besten Gelegenheiten zum Geldverdienen lagen. Dass die Menschen in Sodom überaus böse und sündig vor dem Herrn waren, störte Lot nicht weiter.
Sein Auge ruhte auf dem Mammon, und nicht auf El Eljon, dem letztendlichen Besitzer auch des Mammons. Zunächst klappte alles ganz gut und Lot wurde richtig reich. Er verdiente prächtig an den Sündern. Doch wie es so ist, wenn man sich außerhalb von Gottes Willen befindet: Eine Zeitlang geht es gut. Doch irgendwann kommt ein Warnschuss.
Den bekam auch Lot vor den Bug.
Eine kanaanitischen Armee eroberte und plünderte Sodom, seine prallgefüllte Stadtkasse und auch die privaten Häuser der Bürger. Auch das von Lot und seine Familie.
Als Abraham davon hörte, stellte er eine Mini-Privatstreitmacht von 318 seiner Leute zusammen, setzte der Übermacht nach und besiegte sie mit Gottes Hilfe. Abraham befreite Sodom und seinen König, sowie Lot und seine Familie.
Und der ganzen Habe.
Als sie auf dem Heimweg an Jerusalem vorbeikommen, kommt der König der Stadt, Melchisedek, ihnen mit Brot und Wein (!) entgegen und segnet Abraham. „Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde besitzt! Und gesegnet sei Gott, der Höchste, der deine Bedränger in deine Hand ausgeliefert hat.“
Melchisedek war nicht nur König, er war auch Priester El Eljons, zu deutsch: Gottes, des Höchsten.
Und was macht Abraham nachdem er vom Priester des Höchsten gesegnet wurde?
„Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.“ (1. Mose 14,20).
Warum tat er das? Um zu demonstrieren, dass sein Sieg genauso wie sein Wohlstand vom Segen des Höchsten abhängen. Abraham hat sich durch diesen Akt des Gebens vor Gott gedemütigt und sich für abhängig vom Höchsten erklärt.
Man sollte meinen, dass Lot ebenfalls seinen Zehnten geben würde. Schließlich war er der Gerettete. Doch statt des Geretteten gibt der Retter dieses Opfer.
Verkehrte Welt.
Der König von Sodom raffte sich immerhin auf und sagte, „Gib mir die Seelen, die Habe aber nimm für dich.“ Dieser clevere König wollte Abraham im Nachhinein bezahlen. Auch von ihm lesen wir nicht, dass er sich Gott, dem Höchsten, anvertraut hätte. Stattdessen will er seinen menschlichen Retter belohnen.
Doch was sagt Abraham, der mit El Eljon ganze Sache gemacht hatte?
„Ich hebe meine Hand auf zu dem Herrn, zu Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde besitzt: Wenn ich vom Faden bis zum Schuhriemen, ja, wenn ich irgendetwas nehme von dem, was dein ist…! Damit du später nicht sagst: Ich habe Abram reich gemacht. Nichts für mich! Nur was die Knechte verzehrt haben, und der Anteil der Männer, die mit mir gezogen sind.“ (1. Mose 14,22-24).
Abermals erklärt sich Abraham von Gott, dem Höchsten, „der Himmel und Erde besitzt“ (!) abhängig. Jeder andere hätte sich vermutlich anders entschieden. Doch dem Menschen, der im Bund mit Gott steht, ist der segnende Gott wichtiger als der Segen.
Denn die Quelle ist wichtiger als ein paar Kubikmeter Wasser.

Wir wissen, dass die Menschen von Sodom nicht wirklich in sich gegangen sind. Gott selbst vernichtet sie ein paar Kapitel weiter. Lot, der offenbar nichts kapiert hat und immer noch in ihrer Mitte wohnt, wird zwar von Engeln gerettet, verliert aber abermals seine ganze Habe—inklusive seiner Frau. Und statt dass er nun zu seinem Onkel zurückkehrt und sagt, „Onkel, bei dir ist es schön. Bei dir ist unser Segen zuhause. Solange ich mit dir zusammen war, ging es mir gut. Lass mich wieder bei dir wohnen“, stattdessen zieht sich der in seinem Stolz Gekränkte in die Bergeinsamkeit zurück und schleppt seine beiden Töchter mit. Über den Rest seine Geschichte decken wir den Schleier der Nächstenliebe.

Schließe auch du einen Bund mit Gott, dem Höchsten. Er besitzt die ganze Welt und vermag auch dich zu segnen. In Jesus hat er sich geoffenbart. Folge ihm nach.
Wie?
Nimm dir an Abraham ein Beispiel, nicht an Lot.

Dienstag, 21. Juni 2016

Dem Teufel die Tour vermasseln

„...und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen.“
Matthäus 16,18.

Das bedeutet, der Tod wird sie nicht behalten können.
Manchmal passieren schlechte Dinge, die sich im Nachhinein zum Guten entwickeln.
Aus Mist wird Dünger.
E. H. befindet sich zurzeit im Krankenhaus. Natürlich nicht freiwillig. Doch anstatt Trübsal zu blasen und zu fragen, „Gott, warum?“ erzählt sie anderen Notleidenden von Jesus. Sind sie auf dem Weg zur Operation, fragt sie, ob sie noch mit ihnen beten kann. Viele sagen ja dazu. Und so mancher ist bereit, nach einem Gespräch Jesus in sein Leben einzuladen.
Für viele wird ihr Krankenhausaufenthalt dadurch zum verkappten Segen.
Es hat halt alles zwei Seiten.

Natürlich ist Gesundsein viel besser und Gott sagt in seinem Wort ja auch gefühlte x-tausendmal, dass er unser Arzt ist und unsere Krankheiten auf sich genommen hat. Doch wenn der ganz große Segen nicht drin ist, dann nehmen wir eben den nächstkleineren.

„Wandelt in Weisheit gegenüber denen, die draußen sind. Kauft die Zeit aus.“ (Kolosser 4,5).

Amen.

Samstag, 18. Juni 2016

Zufriedenheit durch Anstrengung

„Und sie nötigten ihn und sagten: Bleibe bei uns! Denn es ist gegen Abend und der Tag hat sich schon geneigt. Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben.“
Lukas 24,29.

Es ist kurz nach zehn am Freitagabend und ich bin so KO, dass ich in meinem Bürostuhl einschlafen könnte. Das wohlige Gefühl der körperlichen Erschöpfung und der seelischen Zufriedenheit ist das Resultat eines anstrengend verlebten Abends im Sportverein, wo ich heute eine Gruppe geleitet habe. Acht Leute waren da. Das ist nicht wenig, aber auch nicht viel. Zwei Schwarzgurte haben mich kompetent unterstützt.
Die erste halbe Stunde haben wir Fußball gespielt, wobei mein Team sich nicht mit einem Null zu Null über die Runden gerettet hat, wie Deutschland gegen Polen, sondern eher wie Brasilien dastand, das während der Weltmeisterschaft auf blamable Weise eingesackt wurde.
Spaß hat's gemacht.
Aus purer Liebe (und völlig ohne Hintergedanken) habe ich die Gewinner und Verlierer noch ein wenig mit qualvollen Kraft- und Dehnungsübungen getrietzt—wobei ich natürlich alle Übungen mitgemacht habe, (fast).
Ich stelle immer wieder fest: Je mehr man sich quält, desto mehr Spaß hat man. (Wobei ich mit Qual natürlich Verausgabung meine, echte, rechtschaffene Kraftanstrengung). Die Teilnehmer bekommen klare Anweisungen und machen dann hingegeben mit, (wenigstens meistens). Es ist wunderbar, eine „führige“ Gruppe zu haben, die bereit ist, mit dem Leiter zusammenzuarbeiten. Dadurch entsteht eine Dynamik und ein Spaß, der Langeweile kaum aufkommen lässt. Irgendwann schaut man auf die Uhr und stellt fest, die Stunde ist schon wieder vorbei.

Jesus ist unser großer Übungsleiter.
Auch in seiner „Sportstunde“ kommt Laune erst so richtig auf, wenn man hingegeben mit ihm zusammenarbeitet, auf seine Anweisungen eingeht und dranbleibt, bis man die Übung beherrscht. Bei Gott gibt es keine Gürtelgrade, über die man aufsteigen kann. Doch es ist unbestreitbar wahr, dass manche Christen mehr Vollmacht bei Gott haben als andere—obwohl er beide gleichermaßen liebt.
Macht Gott Unterschiede?
Tatsache ist, Gott wird über 1000 Menschen hinweggehen und den einen aufsuchen, der Glauben hat. Der Glaube kommt aus dem Hören, durch göttlichen Gedankentransfer. Ein Glaubender liest die Bibel mit einem Auge, Gott besser kennenzulernen. Denn wenn ich weiß, was sein Wille ist, dann kann ich dies im Gebet artikulieren und eine Erhörungen ist mir sicher. Lässt man sich auf diese mitunter harte Studienarbeit ein, dann kommt irgendwann auch Freude auf. Und die Freude über eine Gebetserhörung ist ungleich größer als die momentane Wohligkeit nach einer guten Sportstunde.

„Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, daß er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten. Und wenn wir wissen, daß er uns hört, was wir auch bitten, so wissen wir, daß wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben.“ (1. Johannes 5,14-15).

Freitag, 17. Juni 2016

Homegrown Terrorists?

„Von uns sind sie ausgegangen, aber sie waren nicht von uns.“
1. Johannes 2,19.

„Pastor, der Mörder von Orlando war amerikanischer Staatsbürger und überhaupt war er oft zu Gast in dieser Schwulenkneipe. Der war einer von denen. Und der von San Bernardino im Dezember war auch Amerikaner, er war sogar Beamter. Der Terror erwächst dort aus der Mitte der Gesellschaft.“

Wirklich?
Beide Männer waren Immigranten der zweiten Generation und die Terroristin von San Bernardino stammte gebürtig aus dem Nahen Osten. Alle drei beriefen sich auf den Islamischen Staat bevor sie ihre Verbrechen verübten und brüllten Allah Akbar während sie Kugel um Kugel in ihre Opfer jagten. Der Vater des Mörders von Orlando ist Afghane, wie seine Mutter auch, und sympathisiert mit den Taliban. (Warum lässt Amerika solche Leute ins Land?)
Ausweis hin oder her: Das ist nicht amerikanisch im traditionellen Sinn.
Das gilt auch für die „Franzosen“ und „Belgier“, die Frankreich und Belgien terrorisieren.
Diese Leute mögen westliche Pässe haben, unter uns leben, die Stabilität unserer politischen Systeme und den Reichtum unserer Sozialämter schätzen, und natürlich die Tatsache, dass man sie in Ruhe lässt: Westler sind sie deswegen noch lange nicht. Darauf herumzureiten, dass sie westliche Staatsbürger sind, geht völlig am Thema vorbei.
Auch bei uns gibt es Einwanderer und Nachfahren, die sich hier zwar offenbar wohler fühlen als in ihren Heimatländern, Deutschland und den Deutschen jedoch überaus distanziert gegenüberstehen. Die würden die Nationalhymne auch nicht mitsingen wenn sie zur Nationalmannschaft gehören würden.
Zu allem Überfluss hat die Regierung das Land quasi zur Besiedlung freigegeben, so dass sich heute mehr als 500.000 Personen im Land aufhalten, von denen niemand weiß, wer sie sind, noch wo sie sind—zusätzlich zu der Million, die letztes Jahr offiziell ankam und sich in der Fürsorge diverser Einrichtungen befindet, wo sie vor sich hinschimmelt.
Clandestini müssen ja auch von irgendwas leben. Ich komme deshalb darauf, weil bei einem mir bekannten Prediger neulich eingebrochen wurde, als er gerade nicht da war. (War nicht bei uns). Die Einbrecher nahmen fast nichts mit, da der Überfall scheinbar in größter Eile stattfand.
Trotzdem.
Auch wenn der Pastor und seine Frau nach dem Schrecken mit Sekt auf die Erfolglosigkeit der Verbrecher anstießen, und sich dieser Vorfall mit denen in Orlando, Paris oder Brüssel nicht vergleichen lässt, ein Nachgeschmack bleibt.
Ich persönlich begrüße es daher, wenn die Regierung nun in Drei-Monats-Programmen Wachpolizisten ausbildet und zur Sicherung der Wohngebiete einsetzt. Das ist mal ein Aktivismus, der nicht nur zur Imagepflege der Politiker dient, sondern den Leuten im Land tatsächlich etwas bringen könnte.

Wohlstand und Frieden sind Gottes Plan. Und es ist die Aufgabe der Regierung eines Landes, ihn dabei zu unterstützen. Salomo wusste das noch.

„Und Juda und Israel wohnten in Sicherheit, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, von Dan bis Beerscheba, alle Tage Salomos.“ (1. Könige 5,5).

Dienstag, 14. Juni 2016

Tage des Schreckens


„Wißt ihr nicht, welchen Geistes ihr seid? Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, Menschenseelen zu verderben, sondern zu retten.“
Lukas 9,56.

„Pastor, wie bete ich richtig für die Europameisterschaft in Frankreich? Da geht's doch um den Fußball-Götzen und Alkohol und Gewalt. Wer da zu Schaden kommt, hat das doch provoziert. Wo setze ich da meinen Glauben an? Um richtig zu beten, brauche ich ja eine Verheißung. Fällt dir eine an?“

Na klar. Sie steht oben.
Natürlich beten wir, dass Gott auch Sünder schützt. Komatöse Sünder können sich nicht mehr bekehren und tote schon gleich gar nicht. Für die wäre Jesus dann umsonst gestorben.

Ganz unabhängig von der EM hat in Frankreich gerade ein kürzlich aus dem Knast entlassener Dschihadi einen Polizisten und seine Freundin gekillt—diesmal nicht mit einer Kalaschnikow, sondern einem Messer. Das Kind des Paares überlebte.

Und in Amerika hat ein Sympathisant des Islamischen Staates 49 Schwulenclubbesucher erschossen und Dutzende weitere verletzt. Im ersten Moment fühlt man als Bibelleser unweigerlich sich an Sodom und seinen Untergang erinnert. Doch wir leben heute in einer anderen Heilszeit, nämlich der der Gnade. Sünde ist immer noch Sünde, das Gericht lässt sich heutzutage jedoch Zeit, denn Gott „ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verlorengehen, sondern dass alle zur Umkehr kommen.“ (2. Petrus 3,9).

Verbandsschwule mögen gegen Christen demonstrieren wie in Marburg, wo sie Plakate hochhielten, auf denen stand „Wir wollen eure religiösen Gefühle verletzen“ und wo sie gekreuzigte Schweine an die Wände von Kirchen und Gemeindehäusern gesprayt haben und Versammlungen störten und überhaupt zu verhindern trachteten. Schon in den Neunziger Jahren verwüsteten sie in Amerika eine katholische Kirche, weil ihnen Römer 1 nicht passte. Dieser Tage wurden Bäcker mit Strafen von mehr als 125.000 Dollar ruiniert, weil sie sich aus Gewissensgründen weigerten, für XX-Paare Hochzeitstorten zu backen. Die Militanz dieser Verbände ist besorgniserregend.
Doch die Antwort kann nicht sein, solche Leute über den Haufen zu schießen.
Jesus sagte: „Segnet, die euch fluchen. Betet für die, die euch beleidigen.“ (Lukas 6,28).
Im Fall von Saulus, der zum Paulus wurde, hat das ziemlich gut funktioniert.

Freitag, 10. Juni 2016

Eros

„Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses.“
Römer 13,10.

Es gibt Dinge, die kann man nicht wegdiskutieren. Etwa die Tatsache, daß es verschiedene Arten von Liebe gibt. (Nein, dies wird keine Unzuchtsapologetik). Die vier Arten, von denen ich rede, sind agape, philia, storge und eros. Drei von ihnen kommen in der Bibel vor, nur eros nicht, (das griechische Wort, die Sache selbst natürlich schon).

Agape ist die Liebe Gottes.
„Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, daß Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist." (Römer 5,8). Wer Jesus in sein Leben einlädt bekommt Leben in einer neuen Qualität. Er wird geistlich von neuem geboren, wird Teilhaber der Natur Gottes und hat eine wunderbare Zukunft vor sich. Die Liebe Gottes ist selbstlos.
Wir sollen's wie Gott machen und Menschen ebenfalls mit Agape-Liebe lieben. Nur diese Art von Liebe kann ihre Feinde lieben. Warme Liebesgefühle stehen bei der Agape nicht im Vordergrund.

Philia ist die Liebe unter Freunden.
David und Jonathan waren seelenverbundene beste Freunde. Sie hatten gemeinsame Interessen und konnten sich gut leiden. Es hatte geklickt zwischen ihnen. Sie fühlten sich wohl in der Gegenwart des andern. In gewisser Weise kann man sich seine Philia-Freunde nicht aussuchen. Das passiert oder es passiert nicht. Man findet sie einfach.
Die Bibel fordert ältere, erfahrene Frauen auf, jüngere Frauen zu coachen, ihre Männer zu lieben (philia). (Titus 2,4). Interessant, nicht?
Männer hingegen werden aufgefordert, ihre Frauen mit Agape-Liebe zu lieben. Wer Ohren hat zu hören...

Storge ist die Liebe in der Familie.
Sie ist die Liebe der Eltern zu ihren Kindern, der Großeltern zu ihren Enkeln. Sie ist das geheimnisvolle Band, das Verwandte zusammenhält.

Und dann ist da noch Eros.
Eros hat nicht allein mit der erotischen Liebe zu tun, der Begriff ist vielschichtiger. Er umfasst auch die Liebe zum Volk, zur Nation, zu unserer Gruppe, unserem Verein.
Grölende Fußballfans mit ihren Käppis und Schals zelebrieren Eros.
Mit Eros kann man viel Geld verdienen.
Siehe Europameisterschaft.
Europäische Politiker, vor allem deutsche, haben eine panische Angst vor dieser Art von Liebe. Und in der Tat neigt sie zu irrationalen Auswüchsen. Welche Frau kann schon mit Fug und Recht behaupten, ihr Mann sei der Größte? Ihr erscheint dies vollkommen einleuchtend, denn sie betrachtet ihn durch die Linse des Eros. (Ja ja, und er sie natürlich auch).
Eros ist die Kraft, die uns jubeln lässt, wenn einer unserer Nationalspieler ein Tor geschossen hat.
Genaugenommen ist dies völlig irrational.
Wir haben mit dem Torjägerbuben absolut nichts zu tun. Wir kennen ihn nicht. Er kennt uns nicht. Wir werden uns nie begegnen. Trotzdem jubeln wir, denn er ist einer der unseren.
Aus geheimnisvollen Gründen erfüllt uns das mit Stolz.
Wir sind auch stolz darauf, dass die Deutschen das Auto erfunden haben—ja sogar den Diesel-Motor. Warum ist das so? Wir können doch nichts dafür, dass irgendwann jemand, der zufällig unsere Sprache spricht, diese Erfindungen gemacht hat.
Wenn wir unsere Nationalhymne hören, dann sind wir ergriffen, obwohl es möglicherweise schönere Hymnen gibt. Wenn wir die Hymne von, sagen wir, Palau oder Obervolta hören, ergreift uns gar nichts.

Einer der Gründe dafür, dass die Hemden der deutschen Nationalelf diesmal wie Blei in den Läden liegen und keinerlei Begeisterung auslösen, ist möglicherweise wirklich die Tatsache, dass die Nationalelf nicht mehr besonders deutsch aussieht. In einer Zeit massivster Zuwanderung suchen die Leute nach Traditionspunkten, an denen sie (quasi zur Rückversicherung) emotional ankern können. Die Fußballmannschaft gehört nicht mehr dazu, obwohl sie sich hierfür hervorragend eignen würde.
Pech.
Man muss Eros nicht mögen, ja, man kann sie sogar zum Teufel wünschen. Dies ändert nichts an der Tatsache, dass sie eine formidable Kraft auf Erden ist, mit der man rechnen muss. Unsere Denker und Lenker sollten dies nicht vergessen und ihr einen Raum zuweisen.
Sonst schafft sie sich selber einen.

Mittwoch, 8. Juni 2016

"Ich bin!" Wer genau?

"Ich bin, der ich bin."
3 Mose 3, 14

Gott offenbarte sich dem Mose als Jahwe, als der "Ich bin."
Eigenartiger Name.
Selbst wenn man bedenkt, daß die Namen damals weniger nach ästhetischen Gesichtspunkten sondern wegen ihrer Bedeutung vergeben wurden.
Damit drückt Gott eigentlich nur aus, daß er sich nicht verändert und von Ewigkeit zu Ewigkeit derselbe ist. WIE er charakterlich so drauf ist, erschließt sich nur aus den Umständen der Namensgebung, nicht aus dem Namen selber: Jahwe war dabei, Mose nach Ägypten zurückzuschicken, damit dieser Israel aus der Sklaverei holt.
Insofern offenbart sich der "Ich bin" als ein an der Freiheit und am Wohlergehen der Seinen interessierter Gott.
Immerhin.

Jesus hat diesen Namen im Neuen Testament aufgegriffen, auf sich bezogen und mit legendären Äußerungen und Taten bedeutungsmäßig ausbuchstabiert. So sagt er im Johannesevangelium über sich:
Ich bin (Name!) das Brot des Lebens, (nachdem er die 5000 gespeist hat, um das auch zu beweisen).
Ich bin die Tür zu Gott, (nachdem er einen Blindgeborenen geheilt hat und dieser deswegen aus der Synagoge flog).
Ich bin der gute Hirte, der sein Leben läßt für seine Schafe, (nachdem dieser Blindgeborene ihn als Messias anerkannt hat)
Ich bin die Auferstehung und das Leben, (vor der Auferweckung des seit vier Tagen toten, bereits riechenden Lazarus).
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, (als er die Jünger auffordert, ihm nachzufolgen, komme, was da wolle).

Als die Polizei nach Gethsemane kam, um ihn festzunehmen, rief er "ego eimi!" ("Ich bin!") und die gesamte Truppe wich nach hinten und fiel unter der Kraft des Geistes um. (Johannes 18, 6).
Warum tat Jesus das?
Um überdeutlich zu zeigen, daß man ihn nicht verhaftete, sondern daß er in Wirklichkeit selber aus eigenem Antrieb freiwillig mitging. (Das Erlösungswerk wurde Jesus nicht abgenötigt).

Jesus fährt nach seiner Auferstehung fort mit "Ich bin"-Aussagen:
"Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden aus der Quelle des Wassers des Lebens geben umsonst." (Offenbarung 21, 6).
Um dieses einzigartige Wasser bitten mußt du ihn.
Lade am besten gleich jetzt Jesus in dein Leben ein.

" Jesus Christus, derselbe gestern und heute und in Ewigkeit."
(Hebräer 13, 8).

Montag, 6. Juni 2016

Give me freedom or give me death! (Patrick Henry, 1776)

"Du sagst es, daß ich ein König bin."
Johannes 18, 37.

„Pastor, du sagst, Nationen sind besser als politische Großreiche. Aber sind Nationen nicht auch problematische Gebilde? Ich denke da an so Sätze wie: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen, und so. Und letztes Jahr hat sich der Massenmord an den Armeniern zum 101. Mal gejährt. Der wurde doch von Nationalisten verübt. Ich bin mir nicht sicher, ob Nationen für sich genommen nicht doch gefährlicher sind als die EU.“

Dies ist bekanntlich kein politischer Blog, aber die Bibel äußert sich ja auch zu gesellschaftlichen Themen und manchmal ist das ganz interessant...

Natürlich können Nationen problematisch sein. Nationen brauchen immer eine sie einigende Idee und das ist meist die Ethnie. Es gibt Nationen, die aus Familien, Clans und Stämmen entstanden. Bismarck hat die Deutschen einst (kriegerisch) geeint und so das Deutsche Reich erschaffen.
Egal.
Als Gott beim Turmbau von Babel die Menschen in unterschiedliche Gruppen teilte, orientierte er sich nicht an der Ethnie, der Familie, dem Stamm oder dem Clan. Er verwirrte die Sprachen der Menschen. (Verwirrte in Anführungszeichen).
Er teilte die Menschen in Sprachgemeinschaften auf.
Mittels Sprache artikuliert man Ideen, Gedanken, Lebensentwürfe. Sprachgemeinschaften denken ähnlich. Prägende Ideen anderssprachiger Gruppen bleiben außen vor. Unterschiedliche Gesellschaftspersönlichkeiten bilden sich aus.
Das Reich Gottes zum Beispiel definiert sich nicht über ethnische Abstammung oder Volkszugehörigkeit, sondern am gemeinsamen Glauben an Jesus.
Das war schon im Alten Testament so ähnlich.
Paulus sagt, „Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch die äußerliche Beschneidung im Fleisch Beschneidung, sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist.“ (Römer 2 28-29). Das alte Israel war weniger auf Volkszugehörigkeit gegründet, als vielmehr auf das Gesetz des Mose, das den Israeliten den König glatt ersetzen sollte. Das Gesetz galt dem Israeliten wie dem Fremdling: "Ein und dasselbe Gesetz und ein und dasselbe Recht soll für euch gelten und für den Fremden, der bei euch wohnt." (4 Mose 15, 16).

Die besten Gesellschaften sind solche, die sich um die besten Ideen herum gegründet haben, und zwar unter Vernachlässigung der ethnischen Abstammung. Der Gründergedanke der Vereinigten Staaten ist die individuelle Freiheit. Zum Zeitpunkt ihrer Gründung gehörten in Europa die Menschen dem Herrscher, der sie in Kriegen verheizen oder ihre Arbeitskraft ausbeuten konnte. Der Gedanke der individuellen Freiheit, der freien Entfaltung der Persönlichkeit, der Wahrung der Eigentumsrechte und der staatlichen Zurückhaltung ist ziemlich gut. Kein Wunder, dass die USA zur Großmacht wurden.

Die EU zählt für mich nicht zu den erfolgreichsten Gründungen. Sie erwuchs aus der Verzweiflung der Europäer über sich selbst. Da die Freiheit hier nie wichtiger war als die Gleichheit, wurde der Staat nie aufs notwendige Minimum reduziert, sondern muss immer neue Erlöserdienste leisten.
Die lebenswerteste Gesellschaft ist diejenige, die den Bürger in Ruhe lässt und an ihm keine utopischen Visionen erprobt. Idealerweise verwirklicht sich der Gedanke der Freiheit in einer demokratischen Gesellschaft. Eine solche setzt jedoch Bürger voraus, die über einen funktionierenden moralischen Kompass verfügen. Ist der nicht vorhanden, tritt ein, was Marx prophezeit hat: Das Stimmvieh wählt denjenigen, der ihm die größten Wohltaten verspricht. Dies ist die Garantie dafür, dass dieses Staatswesen früher oder später pleite geht. Deswegen, so Marx, könne die Demokratie nicht funktionieren.
Es liegt an uns, zu demonstrieren, dass er sich geirrt hat.
Wenn die EU dermaleinst zerbricht, dann werden sich die europäischen Nationen fragen müssen, um welche Grundideen herum sie sich verfassen wollen. Nationen, die allein auf der Ethnie aufbauen, halte ich für minderwertig. Die neigen zu Exzessen wie oben schon erwähnt. Es ist nicht wichtig, ob einer schwarz oder weiß ist, sondern ob das, was in ihm steckt, etwas taugt.

Zunächst einmal scheinen wir jedoch aufgrund der Möglichkeiten der modernen Digitaltechnologie auf den totalen Kontrollstaat zuzusteuern. Wichtigstes Gebetsanliegen ist hier, dass uns die Freiheit erhalten bleibt. Denn wenn wir nicht aufpassen, dann wird hier der Grundstein zu einer antichristlichen Diktatur gelegt. Noch ist es bei weitem nicht so weit. Die Gefahr des allzeit gläsernen Bürgers zeichnet sich jedoch deutlich ab. (Beginnende Bargeldabschaffung, unerbetene Limiterhöhung bei Girokarten im Bestreben, den Bürger vermehrt an elektronische Zahlungen zu gewöhnen, ständige Überwachung der Autosensoren durch die Hersteller und wer weiß wen noch, usw.)
Nimm dir einen Moment und bitte Gott, dass uns die Freiheit erhalten bleibt.

„Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, welcher will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1. Timotheus 2,1-4).

Donnerstag, 2. Juni 2016

Spaziergang mit Fernglas

„HERR, unser Herr, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde, der du deine Hoheit gelegt hast auf die Himmel.“
Psalm 8,2.

Mir kommt es manchmal so vor, als ob unsere Lebenswelt immer unnatürlicher werden würde. Gefangen im Netz der Internetspinnen, hängt jeder wie ein Junkie am nächstbesten digitalen Gerät (und lässt sich belauschen). An manchen Orten in Amerika gibt es bereits Ampeln, die in den Boden eingelassen sind, damit die Fußgänger ihre Augen nicht vom Smartphone heben müssen, wenn es grün wird. Spätestens wenn der erste Digitalzombie überfahren wird, kommt das auch bei uns.
Der Mensch navigiert die Datenflut und mutiert darüber zum künstlichen Wesen. Mit 3-D Brillen taucht man neuerdings in ganze artifizielle Welten ein, in denen man sein kann, was man will: wilder Krieger, Ork, rosa Einhorn, Urlauber am Palmenstrand...
Von der eigentlichen Natur völlig abgekoppelt tun sich völlig neue Räume auf.
Die Politik zieht da voll mit.
Die neue Künstlichkeit: 2011 hat das Verfassungsgericht, dieses politische Organ, gar geurteilt, dass man sich sein Geschlecht aussuchen kann, egal was die Gene sagen. Wobei ich da ins Grübeln komme. Denn dieselben Aktivisten, die behaupten, bestimmte Neigungen seien angeboren, behaupten auch vehement, das Geschlecht sei ein soziales Konstrukt. „Man wird nicht als Männlein oder Weiblein geboren, sondern erst dazu gemacht.“
Was denn nun?
Die beiden Standpunkte schließen sich aus.
Entweder das ist angeboren, dann unterliegt man einem Zwang. Oder man kann sich aussuchen was man gerne wäre, (was ich für einen schädlichen Irrweg halte), dann ist es nicht angeboren, sondern beruht auf einer mehr oder weniger freien Willensentscheidung. Beides auf einmal kann nicht wahr sein. (Nicht dass so etwas Triviales wie die Logik Aktivisten je von hanebüchenen Behauptungen abgehalten hätte). Tatsache ist: Man schafft also die Familie ab, indem man sie dreist undefiniert, und macht auf gut Glück weiter—und denkt allen ernstes, man sei der Natur einen Schritt voraus.
Keine Gesellschaft bis auf die westliche unserer Tage ist diesen Weg jemals gegangen.
Früher nannte man das Dekadenz, heute nennt man's Fortschritt.
Und dieselben Leute, die das gutheißen, beklatschen die Ankunft von Migranten, die all das genau gegenteilig sehen. Schöne neue Welt.

Es hat für mich etwas außerordentlich Wohltuendes, mir an manchen Abenden mein Fernglas zu schnappen und hinauszuwandern in Gottes wunderbar natürliche, total undigitale Natur.
Ihre stille Erhabenheit war mir selten so bewusst.
Der Bussard kreist, der Hase flitzt, Tauben turteln frischverliebt. Rabenkrähen (und ihre lebenslangen Ehepartner) krächzen dazu was das Zeug hält.
Apropos Bussard: vor einigen Wochen begegneten mir einmal zwei bussardgroße Kolkraben. Das sind vielleicht Geräte.
Im wogenden Gras steht ein rotes Reh und schaut mich an. Bewegungslos stehe ich da und schaue mit meinen verlängerten Augen zurück. Ich bin versucht, freundlich zu winken. Doch die Ricke würde mich unweigerlich missverstehen und abhauen. Sie schaut so elegant aus, dass ich noch ein wenig weiterglupsche. Es muss ein Schmaltier sein, denn trächtig ist sie nicht. Nach einiger Zeit macht sie Prellsprünge und düst ab in Richtung Bach.

Neulich kam dreißig Meter vor mir ein roter Blitz aus dem Rapsfeld und setzte sich an den Wegesrand, um sich die schwarzumrahmten Lauscher zu kraulen.
Mir ist zum ersten Mal ein Fuchs begegnet.
Da ich guten Wind hatte, witterte er mich nicht. Füchse sind jedoch außerordentlich scheue Tiere, die sich schon bei der geringsten Beunruhigung drücken. Ich bin nicht unbedingt leicht zu übersehen. So dauerte es nicht lange und auch mein Fuchs verschwand im nächsten Feld.
Schön war er.

Wenn ich nun in Gedanken weiterspaziere und mein Fernglas auf die Zukunft richte, dann sehe ich mehrere Krisen, auf die wir ganz undigital und mit hypnotisierten Augen zusteuern.
Erstens, die vielen hunderttausend Zuwanderer, die sich in unserem „Land über dem Regenbogen“ zuweilen wie Alice im Wunderland fühlen müssen, werden sich nicht zwangsintegrieren lassen. Sie werden machen, was sie wollen. Und hingehen, wo sie wollen, werden sie auch.
Die besonders Bösen unter ihnen werden versuchen, im Namen der „Religion des Friedens“ Anschläge zu unternehmen. (Erst heute wurden drei mutmaßliche syrische IS-Terroristen festgenommen, die in Düsseldorf einen Anschlag verüben wollten).
Die anderen werden in punkto Lohn und Wohnraum großen Druck auf die unterste Gesellschaftsschicht ausüben. Die Schwarzarbeit wird zunehmen. Drogen und Prostitution werden in den Ballungsgebieten mächtig für Probleme sorgen. Berlin beispielsweise zeigt Anlagen, zum Slum der Republik zu werden.
Viele Migranten kommen aus extrem restriktiven Gesellschaften und treffen auf unsere extrem libertäre. Bisher kannten sie junge Blondinen nur aus Pornofilmen. Nun begegnen ihnen Frauen, die genauso aussehen, auf der europäischen Straße. Nicht alle werden erfassen, dass zwischen Blondine und Blondine ein Unterschied besteht. Manchen wird das die Justiz einbimsen müssen. In so mancher Gegend wird man es als Frau in den nächsten Monaten nicht ganz leicht haben.
Apropos Frau.
Nach Monaten des Nachdenkens verstehe ich Frau Merkel jetzt viel besser.
Sie betrachtet sich nicht als Kanzlerin Deutschlands, sondern als Hüterin Europas. Sie möchte eine großeuropäische Öffentlichkeit herstellen. In ihren Augen wirkt es dem Nationalismus entgegen und fördert die europäische Idee, wenn man die Völker des Kontinents nicht nur vermischt, (wegen der Sprachprobleme eine zähe Angelegenheit), sondern auch verdünnt. Deswegen lehnt sie Obergrenzen kategorisch ab. Ziel ist die immer engere Gemeinschaft, bis plötzlich auf solch evolutionärem Wege als Antwort auf alle Probleme die Vereinigten Staaten von Europa entstehen.
Oder uns die Sache um die Ohren fliegt.
Es ist angesichts der Aufstände in Frankreich, der Verschuldung Griechenlands und der Reformverweigerung Italiens, sowie eines möglichen Brexits später in diesem Monat, nicht unweise, auch ein wenig Geld, (soweit vorhanden), in einer anderen Währung als dem Euro anzulegen.

Ich persönlich bitte den Herrn darum, diese ganze seltsame Union abzuwickeln und wieder zurückzuführen auf einen gemeinsamen Markt. Denn seit dem Turmbau zu Babel sind mir von ehrgeizigen Politikern zusammengeschusterte Großreiche zutiefst suspekt.
Selbst sein auserwähltes und nicht besonders großes Israel hat Gott in ein Nord- und ein Südreich geteilt, als sich dessen Herrscher zu sehr vom Volk—und zuvor von Gott—entfremdete.
Entfremdung von Gott ist auch das Problem Europas.
Sollte sich da nichts ändern, bleibt unser Land Verfügungsmasse von etablierten und neuen Demagogen. Deswegen bitten wir Gott um Arbeiter für seine Ernte. (Lukas 10,2).

Bei alledem bin ich kein Verschwörungstheoretiker und glaube nicht, dass irgendwo im Hintergrund eine ominöse Organisation die Fäden zieht. Wäre ich der Chef eines solchen nichtexistierenden Fadenzieherkartells, ich würde meine Unterlinge stehenden Fußes feuern. Wegen Unfähigkeit.

„Glücklich die Nation, deren Gott der HERR ist.“ (Psalm 33,12).