Freitag, 30. April 2010

Einfluß, 4

Wir studieren die Eigenschaften einflußreicher Personen, die Titus 1, 5-9 als Leiterqualifikationen präsentiert.

"Der Aufseher muß untadelig sein als Gottes Verwalter, nicht eigenmächtig."

Der "Aufseher"--griechisch "episkopos" (Bischof), Abteilungsleiter--muß untadelig sein in den Augen seines Vorgesetzten. Er soll nicht eigenmächtig handeln, sondern die Interessen seines Chefs verfolgen.

Jeder Mensch befindet sich im "Autoritäts- und Unterordnungssandwich: Es gibt immer jemanden, der über uns steht und jemanden, der uns untergeben ist. Wir müssen uns in der jeweiligen Position bewähren, um unseren Einfluß bei Gott zu steigern.

Was vielen nicht bewußt ist: Autorität und Macht sind nicht dasselbe. Erst wenn Autorität anerkannt wird, beginnt sie, Macht zu gewinnen. Die sich Unterordnenden verleihen dem Autoritätsinhaber Macht. Verweigern die sich, ist es auch mit der Macht des Amtsträgers nicht weit her.
Ein General kann die tollste Glitzeruniform anhaben: Wenn sich seine Soldaten nicht nach ihm richten, könnte er genauso gut im Nachthemd dastehen. Andererseits kann der General ein schwindsüchtiger Nachthemdträger sein und obendrein an Durchfall leiden: Wenn seine Soldaten seine Befehle befolgen, kann er den Krieg notfalls von der Toilette aus gewinnen.

Wenn wir uns Gott nicht unterordnen, sondern als Leiter unsere eigene Interessen den seinen voranstellen, dann behindern wir die Entfaltung seiner Macht in dieser Welt. Wir stehen ihm im Weg, statt sein Reich zu fördern.

Nur wer in der Lage ist, sich unterzuordnen, wird langfristig mit Autorität und Macht betraut werden. Das gilt bei Gott wie bei den Menschen.

Donnerstag, 29. April 2010

Einfluß, 3

Zurück zum Thema "Einfluß gewinnen" von vor ein paar Tagen.

Personen, die bestimmte Eigenschaften haben, erwerben großen Einfluß bei Gott und den Menschen. Einige dieser Qualifikationen--die man entwickeln kann--stehen in den Pastoralbriefen. Wir schauen Titus 1, 5-9 an.
Untadeligkeit und "Mann einer Frau" haben wir schon.

Jemand qualifiziert sich für eine Leiterposition, wenn er "gläubige Kinder hat, die nicht eines ausschweifenden Lebens beschuldigt oder aufsässig sind." Hier ist die Rede von Kindern, die noch daheim wohnen. Auf andere haben wir keinen allzu großen Einfluß mehr.

Gott und die Menschen schließen von deiner Familienleiterfähigkeit auf deine allgemeine Leiterfähigkeit. Deine Familie muß eine Priorität für dich sein. Wenn du dort deinen Standpunkt nicht überzeugend rüberbringen kannst, wird dir das auch anderswo nicht gelingen. In der Familie kannst du Kommunikationstechniken erproben und schauen, was funktioniert. Gute Argumente haben, angemessener Ton, nachgeben, sich mit sanfter Gewalt durchsetzen, wenn nötig...

Familie ist eine gute Schule für diese Dinge.

Mittwoch, 28. April 2010

Selbstbe...dings

"Pastor, was sagt die Bibel über Selbstbefriedigung?"

Nichts.
Sie sagt nichts darüber.
Was nicht heißt, daß es keine Argumente dagegen gäbe.

Natürlich kann man das Zeugs nicht ausschwitzen.
Wenn ein lediger Christ in der Nacht träumt und was passiert, dann ist das halt so. (Kein Grund für Schuldgefühle). Meines achtens ist diese passive Weise die beste Weise, wie ein Lediger mit der Sexualität umgehen kann. Ich kenne Christen, die bis zu ihrer Ehe kein Sexualleben hatten, abgesehen von gelegentlichen Träumen.
Das gibt's und funktioniert gut. (Weltmenschen werden sowas nie verstehen).

Die Frage stellen neuerdings jedoch auch Frauen--für die es allerlei Helferlein gibt, deren Benutzung von den Medien enttabuisiert, ja sogar beworben wird.
Pffffthhh...

Für beide Geschlechter gilt: Bei der Selbstbefriedigung geht es nicht allein um Triebabfuhr, sondern auch um Phantasien.
Und die sind problematisch.

Der Phantasiepartner ist möglicherweise ein real existierender Mensch. Die entsprechende Betätigung läuft somit auf Unzucht oder Ehebruch in Gedanken hinaus. Jesus hat in Matthäus 5, 28 gesagt, "Ich aber sage euch, daß jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen."
Vor dem eigentlichen Akt kommt der gedankliche. Wer damit gar nicht erst anfängt, rutscht auch nicht in Verhaltensmuster hinein, die er nie gewollt hat. Masturbation kann einen Menschen nämlich binden wie eine Droge. Und wer in Gedanken wechselnde Partner hat, besorgt sie sich vielleicht am Ende auch in der realen Welt.

Seine Gedanken unter Kontrolle zu halten, garantiert Freiheit.
"Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erfüllen." Galater 5, 16. Im Geist wandelt man u. a., indem man fleischlichen Dingen in Gedanken nicht allzu intensiv nachhängt.

Wer Ohren hat zu hören, der höre...

Montag, 26. April 2010

Kremation?

"Pastor, ist es falsch, sich verbrennen zu lassen, wenn man gestorben ist?"

Wenn man gestorben ist, hat man wenig Einflußmöglichkeiten. Ob man verbrannt wird oder nicht, entscheiden andere.
Ist was verwerflich dran, sich einäschern lassen zu wollen?
Mir fällt kein Grund ein.
In 1 Mose 18, 27 sagt Abraham von sich, daß "ich Staub und Asche bin." Ob er nun von allein zu Staub zerfällt, wenn er gestorben ist, oder zu Asche wird, ist ihm offenbar einerlei. Wenn man lange genug wartet, dann sehen Asche und Staub ziemlich gleich aus. Irgendwann werden die Partikel dann in alle Winde getragen und spätestens dann ist es egal, wie man bestattet wurde.

Vielen Kremationsskeptikern ist nicht klar, daß auch Beerdigte durchaus noch kremiert werden können. Nämlich dann, wenn ihre Grabverweildauer abgelaufen ist, nach zehn oder zwanzig Jahren etwa. Dann wird das Grab aufgelassen und die Überreste kremiert oder in eine Baugrube gekippt und diese zugefüllt. (Klingt pietätlos, ich weiß. Ist aber so).

Beim Spazierengehen im Wald letztes Jahr ist mir ein befestigter Schotterweg aufgefallen. Im Schotter glänzten nämlich polierte Granitbrocken. Das waren die Überreste eines Grabsteins aus den 1930ern. Die sahen aus wie neu. Namen und Daten waren noch bestens lesbar. Wo mögen die dazugehörigen Körper nun sein?

Ich vermute, daß Christen Vorbehalte gegen die Kremation haben, weil das Feuer sie an die Hölle erinnert.
Doch Leib und Geist sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Der Leib zerfällt und wird von Gott in der Auferstehung aus dem Staub der Erde neu gemacht. Der Geist lebt ewig und es ist egal, wie einer bestattet wurde: Wenn er in seinen Sünden stirbt, geht er an den Ort des Gerichts, auch wenn er einbalsamiert wurde und ein eigenes Mausoleum hat wie Lenin in Moskau. Wenn er gläubiger Christ ist, geht er in die Herrlichkeit ein--selbst wenn er als menschliche Fackel in Neros Gärten den Märtyrertod starb.

1 Korinther 15 gibt weitere Auskunft:
"Es wird aber jemand sagen: Wie werden die Toten auferweckt? Und mit was für einem Leib kommen sie?" Vers 35.

"Gott aber gibt ihm einen Leib, wie er gewollt hat, und jedem der Samen seinen eigenen Leib." Vers 38.

"Und es gibt himmlische Leiber und irdische Leiber. Aber anders ist der Glanz der himmlischen, anders der der irdischen." Vers 40

"So ist auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät in Vergänglichkeit, es wird auferweckt in Unvergänglichkeit. Es wird gesät in Unehre, es wird auferweckt in Herrlichkeit; es wird gesät in Schwachheit, es wird auferweckt in Kraft; es wird gesät ein natürlicher Leib, es wird auferweckt ein geistlicher Leib." Verse 42-44.

"Und wie wir das Bild des Irdischen getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen." Vers 49.

"Denn dieses Vergängliche muß Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen." Vers 53.

Das klingt doch prima.

Mittwoch, 21. April 2010

Einfluß, 2

"...wenn jemand untadelig ist, Mann einer Frau..."
Titus 1, 6.

Wir schauen uns an, wie man Respekt und Einfluß bei Gott und Menschen gewinnt. (Nicht bei allen Menschen natürlich, das hat Jesus auch nicht geschafft. Doch wenigstens bei denen, die Gott lieben). Paulus zählt Merkmale erfolgreicher Mitarbeiter auf.

"Untadelig" hatten wir gestern.

"Mann einer Frau" kommt als nächstes.
Paulus meint hier nicht, daß ein vorbildlicher Christ zwingend verheiratet sein muß. (Dann wären weder er noch Jesus selbst für Leiterpositionen geeignet gewesen). Der Betreffende soll keinen Harem haben, das ist hier gemeint.

Es mag als hip und modern gelten, wenn etwa ein (Minister-)Präsident verheiratet ist und sich nebenher eine Geliebte hält. Für's Vertrauen in diese Person ist sowas nicht gut. Wer vertraut jemandem, der seinen engsten Bundespartner betrügt?

Mancher antriebslosen Ehefrau mag es zwar ganz recht sein, auf körperlichem Gebiet endlich ihre Ruhe zu haben, wenn er sich wo anders unterhält. Doch was sagt dies über die Beziehungsfähigkeit des Paares aus? Da liegt vieles im argen, was dringend aufgearbeitet werden muß. Gott möchte, daß sein Volk seine Probleme nicht verdrängt, sondern löst.
Er ist schließlich ein Erlöser, kein Verdränger.
Er hilft uns beim Lösen unserer Schwierigkeiten, nicht beim Verdrängen.
Allerdings erfordert das Mut. Den sparen sich manche lieber und schlurfen unzufrieden und innerlich bedrängt durch's Leben. Eine solche Person strahlt ihre Besiegtheit aus und wird das Ziel, großen Respekt bei Gott und Menschen zu erlangen, schwerlich erreichen.

Dennoch sind die Hauptleidtragenden die Kinder, die mit der geteilten Loyalität ihrer Eltern zurechtkommen müssen, und deren Familienbild obendrein eine prekäre Prägung bekommt.

Paulus hat sich schon was dabei gedacht, als er zum Erfolg bei Gott und Menschen das Kriterium "Mann einer Frau" mit in die Liste aufnahm.

Dienstag, 20. April 2010

Einfluß bei Gott gewinnen

"Die, welche gut gedient haben, erwerben sich einen schönen Rang und viel Freimütigkeit im Glauben, der in Christus Jesus ist."
1 Timotheus 3, 13

Man kann an Rang, Respekt und Vollmacht bei Gott zunehmen.
Doch von nichts kommt nichts.
Paulus schrieb Pastor Timotheus einige Kriterien auf, die Christen erfüllen sollen, damit sie in den Genuß eines solchen Segens kommen, (der sich in vergrößerten Gebetserhörungen manifestiert). Gläubige sollten Mitarbeiter in ihren Gemeinden sein, deshalb sind diese Kriterien genaugenommen die Qualifikationsmerkmale eines guten Mitarbeiters.

In Titus 1, 5-9 steht eine entsprechende Liste.
Der Segen, von Gott besonders respektiert zu werden, kommt...
1. "...wenn jemand untadelig ist."

Nun ist natürlich niemand vollkommen.
Aber es ist doch so: Wenn wir unser inneres Auge über unsere Bekannten schweifen lassen, dann verbinden wir sie unweigerlich mit ihren dominanten Eigenschaften: Der X hat den Spitznamen Schluffi: er ist ein wenig langsam; der Y ist ein quirliger Vielsprecher, er erinnert etwas an einen Heißluftballon; wenn man dem Q die Hand schüttelt, muß man hinterher nachzählen, ob noch alle Finger da sind; der Z ist ein netter Kerl aber notorisch unzuverlässig, und so weiter.
Es gibt aber auch solche, die keine distanzierenden Eigenschaften haben, sondern aufrichtig das Beste geben, und das merken wir. Deren hervorstechendstes Merkmal ist die Zuverlässigkeit.

"Die meisten Menschen proklamieren ihre eigene Großartigkeit; aber einen zuverlässigen [eigentl. treuen] Mann, wer findet ihn?" Sprüche 20, 6.

Letztere sind die "Untadeligen" des Paulus. Die sind auch nicht vollkommen, aber sie bewähren sich im Einsatz und Gott belohnt sie.

Es gibt noch weitere Kriterien...

Samstag, 17. April 2010

Halt mal wieder inne

"Gott ist uns Zuflucht und Stärke, als Beistand in Nöten reichlich gefunden. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde erbebt und die Berge mitten ins Meer wanken."
Psalm 46, 2-3

Normalerweise ist der Himmel über unserem Wohnort von Kondensstreifen durchzogen. An klaren Tagen kann man locker 15 und mehr zählen.
Heute ist so ein klarer Tag.
Doch der Himmel ist menschenleer.
Weil in Island ein Vulkan ausgebrochen ist, der seine Magma-"Asche"-Wolke bis auf elf Kilometer Höhe gespuckt hat. Eigentlich handelt es sich nicht um Asche im eigentlichen Sinn, sondern um kleine und große Magmabröckelchen, deren Schmelztemperatur im Bereich um 1000 Grad liegt. In Düsentriebwerken herrschen rund 1300 Grad, so daß das Magma, wenn es eingesogen würde, schmelzen und das Triebwerk beschädigen würde. Der Flieger stürzte ab. Deswegen bleibt gegenwärtig alles am Boden. Der internationale Reiseverkehr ist ernsthaft gelähmt.
Der Sachverhalt hat mich an Psalm 46 erinnert, der mit den obigen Versen beginnt.

Vielleicht will Gott die hektische Menschheit ermutigen, mal innezuhalten und an ihn zu denken. Wir sind nämlich alle von ihm abhängig. Da ist es gut, wenn man immer mal wieder Zeit damit verbringt, ihn zu ehren.
In Psalm 46, 11 heißt es nämlich:
"Haltet inne und erkennt, daß ich Gott bin."
Dazu ist morgen um 10.30 Uhr im CGZ Gelegenheit.

Donnerstag, 15. April 2010

Und nichts läuft mehr...!

"Und ich sah, als es das sechste Siegel öffnete: und es geschah ein großes Erdbeben; und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut."

Offenbarung 6, 12, spricht von Dreck in der Atmosphäre.
Wo kommt der her?
Aus Vulkanen!

In diesen Tagen hat ein Vulkan in Island gerülpst--und der Flugverkehr von acht, teils maßgeblichen europäischen Nationen kam zum erliegen. In London-Heathrow etwa hebt gegenwärtig kein Flugzeug ab. Es landet auch keines. Allein in München fielen 80 Flüge aus.

Morgen im Lauf des Tages wird die Vulkan-Schwefelwolke ganz Europa bedecken.

Wie schon gesagt, Vulkane werden über kurz oder lang sämtliche Klimabewahrungsversuche der Menschheit konterkarieren. Doch der Rettungswahn geht weiter, speziell in Europa. Der Grund, weshalb die Strompreise dieses Jahr explodiert sind, ist nicht zuletzt die Solarstromsubventionspolitik der Bundesregierung. Die kostet normale Stromverbraucher Milliarden.
Dann kommt ein Vulkänchen, bricht kurz aus, und kostet die Volkswirtschaft nochmal täglich Hunderte Millionen.

Ich weiß nicht, wie man ohne Gottvertrauen durch diese Zeiten kommen soll.

Dienstag, 13. April 2010

Bibel oder Version?

Immer mehr Christen lesen moderne, "leicht zu lesende" Bibelübersetzungen.
Statt "Wahrlich, ich sage euch..." steht dort dann, "Ich versichere euch..."
Hm.
Bedeutet schon in etwa dasselbe.
Doch in der echten Bibel steht nun mal "Wahrlich..." Es handelt sich also nicht um Übersetzungen im eigentlichen Wortsinn, sondern um Versionen der Bibel, um Auslegungen, die im Übersetzungsgewand daherkommen. Manchmal fügen sie Worte ein, die im Urtext überhaupt nicht zu finden sind und die auch auslegungstechnisch unnötig sind, selbst für eine Version. Und es gibt politisch/ideologisch verfärbte Übersetzungen, etwa die "Bibel in gerechter Sprache", die den politisch korrekten "Bürgerinnen und Bürger"-Wahn mitmacht. (Als ob die Bürgerinnen mit dem Begriff Bürger nicht mitgemeint wären. (Früher wußte man sowas noch). Nun gibt es in der Bibel plötzlich Pharisäerinnen und Pharisäer, die es historisch nie gab).
Sich auf sowas zu verlassen ist also heikel.

Wem die echten Übersetzungen zuviel Denkarbeit abverlangen, der mag ruhig zu einer Version wie der "Guten Nachricht" oder "Neues Leben" greifen. Wenn dich dann aber eine Schriftstelle besonders anspricht, dann lies sie unbedingt auch gleich in einer wortgetreuen Übersetzung wie der "Elberfelder Bibel" und denke über den Wortlaut dort nach.
Denn der Segen liegt auf dem Original, nicht der Kopie.
Leonardos Mona Lisa ist wertvoll, nicht ihr Photoshop-bearbeiteter, farbgewandelter DIN-A4-Inkjet-Ausdruck.

"Ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem durch das lebendige und bleibende Wort Gottes. Denn "alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt, und die Blume ist abgefallen; aber das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit." Dies aber ist das Wort, das euch als Evangelium verkündigt worden ist."
1 Petrus 1, 23-25.

Samstag, 10. April 2010

Wohin?

"Pastor, wir haben uns vor einiger Zeit im CGZ bekehrt. Doch in unserer Volksgruppe heißt es, wir sollen unter uns bleiben und uns keiner Gemeinde anschließen, die nicht zu unserer Volksgruppe gehört. Was sagst du?"

Bei allem Respekt vor den Traditionen der Alten: Die Bibel macht alles Klassen- und Volksgruppendenken platt. In Kolosser 3, 11 heißt es, "Da ist weder Grieche noch Jude, ..., Barbar [zB die damaligen Deutschen], Skythe [Russe], Sklave, Freier, sondern Christus alles und in allen."

Die Juden wollten auch als Christen die längste Zeit unter sich bleiben. Doch Gott sandte Petrus zum Römer Kornelius, um ihm zu predigen, weil auch er gerettet werden sollte. Hinterher schimpften die Juden mit Petrus, weil er Gott gehorsam war und einem Nichtjuden gepredigt hatte, (Apostelgeschichte 11, ab Vers 2). Doch Petrus verteidigte sich und in Vers 18 beruhigen sich alle und verherrlichen Gott.

Nein, die Bibel sagt nicht, daß wir unter uns bleiben sollen. Das galt im Alten Testament für die Juden. Für Christen kann das nicht gelten. Wir sind alle "ein Leib", (1 Korinther 12, 12), und gehören alle zum gleichen geistlichen Volk.

Montag, 5. April 2010

Das erste Wunder...

das Jesus tat, war während einer Hochzeit.
Angesichts der Tatsache, daß die Ehe ein Gleichnis auf unser Verhältnis zu Gott ist, (Epheser 5, 31-32), ist das bemerkenswert.

Jesus verwandelte Wasser in Wein, als während der Hochzeit zu Kana der Traubensaft ausging. Dazu ließ er die 100-Liter-Reinigungskrüge, (das Waschwasser), auffüllen und schöpfen und dem Speisemeister bringen. Der wußte nicht, woher der Kelleninhalt stammte, den man ihm brachte. Hätte er es gewußt, hätte er nicht getrunken. (Wer trinkt schon freiwillig schmutziges Badewasser, in das 150 Leute ihre Füße gehängt haben?)
Doch er trank. Und pries die Qualität des Überraschungsweines.

Jesus löste hier ein Problem. Er drängte sich nach vollbrachter Tat nicht vor. Die Aufmerksamkeit gehörte weiterhin dem Brautpaar.

Die tiefere Bedeutung für uns ist folgende:
Wenn man heiratet, ändert sich das Leben dramatisch. Nichts bleibt, wie es war.
Genauso ist es, wenn man Jesus in sein Leben einlädt. Eine neue Person ist plötzlich eingezogen und beeinflußt alles. Bleibt aber eher im Hintergrund.

Daß Schmutzwasser in Tonkrügen in Wein verwandelt wurde, spricht über die Verwandlung, die wir durchmachen, wenn wir Christen werden. Unsere Tonkrüge, (Leiber), sind voll mit dem Dreckwasser der Welt, (unsere Seelen sind durch die Sünde verunreinigt und ungenießbar).
Jesus kommt und verwandelt das Ungenießbare in besten Wein. Wenn wir Christen werden, wird unser Geist von neuem geboren und nimmt himmlische Qualitäten an. Wer von unserem Seelenwasser trinkt, trinkt nicht länger Essig, sondern phantastischen Wein. Die Gemeinschaft mit uns wird genießbar--ja berauschend!

Wir feierten heute in der Gemeinde die kirchliche Trauung von Jorge und Manuela M. (Standesamtlich sind sie schon länger verheiratet).
War prima!

Nach dem Aufräumen ganz zum Schluß flog--ungeplant!--eine weiße Taube in den Gemeindesaal, hüpfte herum und hob wieder ab. C.N. hat sie fotografiert.

Sachen gibt's...

Samstag, 3. April 2010

Karfreitag?

"Pastor, wenn Jesus am Karfreitag starb und drei Tage und drei Nächte im Bauch der Erde war, wie kann er dann am Ostersonntag auferstanden sein?"

Jesus starb nicht an einem Freitag, sondern wohl an einem Mittwoch. Bis Samstagnachmittag dauerte seine Leidenszeit. Dann machte Gott seinen Geist lebendig und holte ihn aus den Flammen, woraufhin Jesus den Menschen in "Abrahams Schoß", dem paradiesischen Teil des Hades, predigte. Die begrüßten den Messias und wurden wiedergeboren zu Gottes Kindern. (1 Petrus 3, 18-20; Eph 4, 8). Manche von ihnen erstanden damals nach Jesus von den Toten auf. (Matthäus 27, 52-53).

Jesus nahm alle Bewohner von Abrahams Schoß mit in den Himmel, als er auffuhr. Das geschah jedoch erst nach seiner Auferstehung am Sonntagmorgen, dem ersten Tag der jüdischen Woche.

Freitag, 2. April 2010

Das Turiner Grabtuch

"Pastor, zu den heiligen Zeiten gibt es immer wieder Artikel über das Grabtuch von Turin, auf dem Jesus abgebildet sein soll. Ist das echt?"

Es mag schon echt sein, insofern darauf die Chemikalien eines toten Gekreuzigten eine Art Negativbild auf der Leinwand, in die er gewickelt wurde, hinterlassen haben. Da streiten sich die Gelehrten.

Doch ist der Abgebildete Jesus?

Nein.

Das Grabtuch von Turin ist aus einem Stück, es bildet eine Person vollständig ab: Kopf und Körper. In Johannes 20, 6-7 heißt es dagegen, "Petrus ... ging hinein in die Gruft und sieht die Leinentücher daliegen und das Schweißtuch, das auf seinem Haupt war, nicht zwischen den Leinentüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem besonderen Ort."

Das Haupt Jesu war in ein extra Schweißtuch gewickelt gewesen und das lag getrennt von den Leintüchern, die seinen Leib umgaben. (Auch seinen Leib umgaben mehrere!) Das Turiner Tuch ist eines, die Bibel redet von mehreren: Das Turiner Tuch kann also nicht Jesu Grabtuch sein.

Case closed.

Donnerstag, 1. April 2010

Das Komma

"Pastor, wie kann Jesus drei Tage und drei Nächte in der Hölle gewesen sein, wenn in Lukas 23, 43 Jesus am Kreuz sagt, 'Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.'?"

Im griechischen Urtext der Bibel gibt es keine Satzzeichen. Die Übersetzer haben die eingefügt, wo sie dachten, daß welche stehen sollten. Genaugenommen gibt's in den Manuskripten noch nicht mal Abstände zwischen den Wörtern--und alles ist in Großschrift.
Statt Punkt, Komma, Strich haben die Griechen Worte wie "und" verwendet. Deswegen kommen in den Evangelien so viele "unds" vor. Praktisch jeder Satz beginnt dort mit einem Und oder Aber oder Als.

Wörtlich aus dem Urtext übersetzt lautet Lukas 23, 43 so:
"UNDERSAGTEZUIHMWAHRLICHDIRICHSAGEHEUTEMITMIRDUWIRSTSEININDEMPARADIES."
Nochmal zum mitlesen:
"Und er sagte zu ihm wahrlich ich sage dir heute mit mir du wirst sein in dem Paradies."

Wo kommt nun das Komma hin? Vor oder nach dem "heute"?
Aufgrund der Satzstruktur und Psalm 88 und Jona, (dessen dreitägigen Aufenthalt im Fisch Jesus auf seinen eigenen Tod interpretierte), plädiere ich für: hinter dem "heute."

"Wahrlich, ich sage dir heute, mit mir du wirst sein in dem Paradies."
So ist es richtig.

Warum fügte Jesus dieses Heute ein?
Weil für die am Kreuz Sterbenden nichts aufs Paradies hingedeutet hat. "Heute," sagt Jesus, glaubensstark und hoffnungsfroh, "wo nichts auf Paradies oder Sieg über den Tod hindeutet, sage ich dir: Wenn dies alles vorbei ist, werden wir am Ort des Triumphes und der ewigen Ruhe wieder zusammentreffen, mit Narben in den Händen, aber ohne Schmerz."

Was für eine Verheißung!
Gerichtet an jemanden, der nichts, absolut gar kein Werk mehr tun konnte, um in irgend einer Form vor Gott wohlgefällig zu werden. Ein Gekreuzigter kann nicht mehr in die Hände spucken um irgendwo anzupacken.
Gnade hat den Verbrecher gerettet.
Und der Glaube an Jesus allein.

Es ist nie zu spät, zu ihm umzukehren.