Dienstag, 31. Dezember 2013

Der kürzeste Post des Jahres

"Der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, heller und heller erstrahlt es bis zur Tageshöhe."
Sprüche 4, 18

Allen Lesern Gottes Segen und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Montag, 30. Dezember 2013

Der Vater Jesu

"Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies zugehen, da ich von keinem Mann weiß?
Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden."
Lukas 1, 34-35

Man hat in diesen Tagen in einer Zeitung katholische und evangelische Theologen, Philosophen, sowie Biologen, Psychologen und als Dreingabe eine Journalistin gefragt, wer der Vater Jesu ist, bzw. ob die Befragten an die Jungfrauengeburt glauben.

Es war interessant, zu lesen, worauf die alles kamen. Die Katholiken haben mehrheitlich an die Vaterschaft Gottes geglaubt. Der evangelische Exbischof Huber schon nicht mehr. Den Text von Uta Ranke-Heinemann habe ich nicht verstanden, was nicht unbedingt verwunderlich ist. Sie ist ja außer katholischer Theologin auch Feministin.
Der Biologe hat an die Biologie geglaubt, an Hormone und Triebe. Und der Psychologe war ganz aufgeregt, als er über Enge und Zwänge sprach, die eine Jungfrauschaft doch so mit sich bringe.
Die Journalistin war erwartungsgemäß total verwirrt von allem, was mit  Gott zu tun hat.

Der Vater Jesu ist Gott.
Wenn Gott nicht der Vater Jesu war, dann ist Jesus ein Adamssohn wie alle anderen.
Ist er aber nicht.
Keiner außer ihm (und seinem göttlichen Vater) hat je die Taten getan, die Jesus tat. Adam mag vor dem Sündenfall, als er noch die Welt beherrschte und nicht die Welt ihn, noch ähnliche Vollmachten gehabt haben und etwa auf dem Wasser gegangen sein. Überliefert ist davon wenig bis nichts.

Die Bibel lehrt: "Was die Seele alles Fleisches betrifft: sein Blut, das ist seine Seele." (3 Mose 17, 14). Das hebräische Wort für "Seele" bedeutet außerdem "Leben" und "Person."
Seele, Leben und Person haben etwas mit dem Blut zu tun.
Nun ist es so, daß nur ein befruchtetes Ei Blut bildet. Ein unbefruchtetes tut das nicht. Gilt für Hühnereier genauso wie für menschliche. Es ist also der Vater, der entscheidend zur Blutbildung beiträgt.
Das Blut der Mutter und des Kindes haben nichts miteinander zu tun. Die haben außerdem meist unterschiedliche Blutgruppen.

Im 20. Jahrhundert haben Forscher sogar herausgefunden, daß es eine sogenannte Plazentaschranke gibt: Aus dem Blut der Mutter gelangen Proteine, Nahrung, sogar Alkohol und Drogen ins Blut des Kindes, nicht aber das Blut der Mutter selber. Unter traumatischen Umständen kann Blut aus dem Kind in die Mutter gelangen, nie jedoch umgekehrt.

Das Blut Jesu war strikt getrennt von dem seiner Mutter. (Wir erinnern uns: Das Blut hat auch geistliche Qualitäten. In ihm stecken Seele, Leben und Persönlichkeit eines Menschen). Entsprechend teilte Jesus auch nicht Marias geistliche Erlösungsbedürftigkeit. Sie war eine wunderbare Frau des Glaubens. Doch auch sie bedurfte noch der Vergebung und Erneuerung durch den Heiligen Geist, wie alle Menschen.

Wie gesagt: Ohne Vater kein  Blut.
Das Blut Jesu ist nicht zuletzt deswegen ein besonderes, weil es seit Anbeginn das einzige menschliche Blut war, das nicht von Adam kam.
Es war somit unbelastet vom Sündenfall.
Die Natur Adams war nicht in ihm. So, wie das Wesen Adams in seinen Söhnen weitergereicht wird, so wurde das Wesen Gottes in Jesu Blut hineingereicht.
Jesus ist ein Mensch, wie es keinen je gegeben hat. Der Grund ist sein leiblicher Vater. (Ich bleibe dabei: Schwanger vom Hl. Geist war Maria Jungfrau als sie Jesus gebar).

Warum wurde Jesus Mensch?
Nur ein sündloser Mensch kann die Sünden der Sünder stellvertretend auf sich nehmen und hinterher wieder auferstehen. Ein toter Sünder wäre am Ort des Gerichts geblieben, denn ein Sünder kann einen Sünder nicht erlösen. Nur ein Unschuldiger kann das.

Dieses Wissen war mal Allgemeingut.

Nun ist es so, wenn wir Jesus als Herrn annehmen, dann bekommen wir Gottes Natur eingepflanzt. Die Bibel nennt das, geistlich von neuem geboren werden. Auch unser Blut verändert sich dann geistlich und bekommt Qualitäten wie das von Jesus.

"Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus Jesus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes." (Römer 8, 11).

Nicht nur unser Geist, sogar unser sterblicher Körper wird jetzt mit Gottes Energie versorgt, wenn wir ihn in unser Leben eingeladen haben.

Und alles nur, weil Gott Jesu Vater ist.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Die Weihnachtsweissagung

Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens."
Jesaja 9, 5

Diese Weissagung ist nur eine von vielen in der Bibel, die Jesus betreffen. Sie wurde rund 700 Jahre bevor's passierte niedergeschrieben.

Ich wünsche allen Lesern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest 2013.
Und Gottes Segen, Weisheit, Erkenntnis, Verständnis, Rat und Kraft fürs neue Jahr.

Samstag, 21. Dezember 2013

Leiden und Nutzen

"Wer im Fleisch gelitten hat, hat mit der Sünde abgeschlossen."
1 Petrus 4, 1

Bis vor etlichen Jahren trank ich zuviel Kaffee. Ich spürte, daß ich da langsamer machen sollte, tat's aber nicht. Körperlich machte mir das Zeug nichts aus, außer, daß ich ziemlich leicht unangenehm nervös wurde, wenn es Schwierigkeiten gab.
Und wann gibt's die nicht?

Als Gemeinde wohnten wir damals noch in einem anderen Gebäude. Die Vermieter waren nette Leute. Doch sie wollten plötzlich kurzfristig 12% mehr Miete, was ich für übertrieben hielt. Wir begannen zu verhandeln. Naiv wie ich war, berichtete ich der Gemeinde von unseren Schwierigkeiten--mit dem Ergebnis, daß in jenem Monat das Opfer das niedrigste seit Jahren war. Wir sind grundsätzlich eine glaubensvolle Gemeinde. Doch manch einer dachte damals wohl: In eine Gemeinde, die demnächst zumacht, investiere ich nichts mehr.

Mir wurde mulmig.

Ich versprach dem Herrn stehenden Fußes, meinen Kaffeegenuß aufs Wochenende zu beschränken, außer es gäbe einen besonderen Anlaß unter der Woche. Ich brach mit meiner mir doch bloß selber schadenden Sünde, denn ich litt gerade im Fleisch.
Leiden im Fleisch macht uns willig, mit der Sünde abzuschließen.
Gesagt, getan.

Die Vermieter und wir verhandelten weiter, mit dem Ergebnis, daß die Miete um 19% sank statt um 12% zu steigen. Gott saß plötzlich mit am Tisch.
Als ich der Gemeinde diese Nachricht bringen konnte, war die Freude groß. Der Herr war noch immer mit uns. Die Zuversicht übermannte die Zweifler und wir hatten zum Schluß das bis dahin finanziell beste Jahr.

Leiden im Fleisch macht keinen Spaß.
Doch wenn's einem hilft, mit schlechten Angewohnheiten zu brechen und so Gott näherzukommen, dann hat es doch einen Wert.

Gibt's da was, das du ändern solltest?

Montag, 16. Dezember 2013

Springt da was über?

"Pastor, ein geistlicher Leiter hat mir gesagt, Kranken soll man nicht die Hände auflegen, damit da nicht was vom Kranken auf mich überspringt. Finde ich komisch. Was sagst du dazu?"

Ich reiche die Frage weiter: Was sagt Jesus dazu?
Er sagt: "Schwachen [im Sinne von Gebrechlichen] werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohlbefinden." (Markus 16, 18).

Jesus sagt dies unmittelbar bevor er in den Himmel auffährt. Dies sind seine letzten Worte. Er redet hier prophetisch. Er beauftragt die Gläubigen geradezu, den Kranken die Hände aufzulegen. Offenbar teilte Jesus die Befürchtung nicht, daß sich einer da was einfangen kann.
Sorry, aber das ist doch purer Aberglaube.

Sicher heißt es in 1 Timotheus 5, 22, "Die Hände lege niemand schnell auf." Doch Paulus bezieht sich hier auf die Einsetzung von Predigern in den Dienst. (Timotheus selber wurde mit "Handauflegung der Ältestenschaft", (1 Tim 4, 14), in den Dienst eingesetzt). Denn einsetzen kann man schnell jemanden. Wieder loswerden ist viel schwerer, im Fall daß sich die Person nicht bewährt.

Erst gestern hat mich I.B. in der Gemeinde daran erinnert, daß ich ihr vor vielen Monaten mal nach dem Gottesdienst mitten im Bistro die Hände aufs Schienbein gelegt habe. Anderthalb Jahre lang hatte sie dort große Schmerzen und befürchtete schon das Schlimmste. Der Herr hat sie damals angerührt und sie ist bis heute schmerzfrei. (Ich bin kein Heiler. Ich kann nur beten, wie jeder andere auch. Gott allein heilt).

Und in der Frauenzeitschrift "Tina" stand gar ein positiver Artikel über unseren Freund Andreas Herrmann drin. Andi dient dort in einem Heilungsgottesdienst im CZW und die Journalistin beschreibt, was passiert. Sie erklärt sogar in einer extra Textbox ausdrücklich, daß evangelische Freikirchen keine Sekten sind. (Eine deutsche Journalistin! Hält man's aus?)

Also: Wenn du einen Gebrechlichen siehst, der offen ist für deine Worte, dann leg ihm die Hände auf und überantworte ihn Gott. Jesus hat früher geheilt und er ist "derselbe gestern und heute und in Ewigkeit." (Hebräer 13, 8).

Samstag, 14. Dezember 2013

Gottes Zorn? Aber er ist doch Liebe!

Zu "Sünder in der Hand eines zornigen Gottes", der berühmten Predigt von Jonathan Edwards, schreibt M. aus M.:

"Pastor, ich bin so froh, dass ... ich ein Sünder bin, der in der Hand eines liebenden Gottes ist.
Du bemängelst des öfteren die ''Tritt mich in den Staub'' Mentalität vieler Christen und Du hast so recht damit. Aber durch Prediger wie J. Edwards wurde diese Mentalität doch erst gefördert.
Wenn es nach Recht und Gesetz gegangen wäre, dann hätte Jesus die von den Pharisäern herbei gezerrte Ehebrecherin steinigen müssen.....Hat er aber nicht!!! Warum? Weil unser Gott in erster Linie ein Gott der Liebe ist und nicht des Zornes. Diese Liebe hat eine soviel größere Macht Menschen an Sein Herz zu treiben, als jede Zornesrede.
Es ist die Gnade und Liebe Gottes, die Sünde vergibt und zugleich Sünder von innen heraus komplett verändert. Nichts anderes ist dazu so in der Lage..."

Hallo M.,

du bist kein Sünder. 
Wenn du Jesus als Herrn und Erlöser angenommen hast, dann bist du "die Gerechtigkeit Gottes" in Person, (2 Korinther 5, 21), und im biblischen Sinn ein Heiliger, der ohne weiteres in der Gegenwart Gottes bestehen kann. Du bist ein Kind Gottes in der Hand eines liebenden Vaters. Das ist super.

Bei Sündern ist das anders. 

Jonathan Edwards hat sich nicht an Christen gewandt, sondern eben an Menschen, die Gott gegenüber gleichgültig bis feindselig eingestellt sind. In seiner Predigt verwendet er zwei Drittel darauf, ihnen aus der Bibel die Konsequenzen ihrer Feindschaft aufzuzeigen. Das letzte Drittel lädt er die Verlorenen ein, Christen zu werden.
Wie bei Johannes dem Täufer, der seine Zuhörer auch Schlangen, usw., genannt hat, riefen die Leute irgendwann, "Was sollen wir tun?"
Dann sagte er es ihnen: In Jesus ist das Heil. Er ist die Brücke zum Vater.
Edwards hat nicht in pharisäischer Weise gepredigt. Er hat seine Zuhörer nicht mit Genuß und Lust und voller Selbstgerechtigkeit über die ewigen Flammen gehängt. 
Er war kein manischer Straßenprediger. 
Sein Motiv war tatsächlich, aufzuklären und die Notwendigkeit der Erlösung in Christus aufzuzeigen. 

Er hat damit ganze Landstriche in Bewegung gebracht.

Seine Hörer waren sich nun im klaren darüber, wohin ihr rebellischer Weg führt: Ihre Sünde hatte das Kreuz Christi nötig gemacht. Jesus hing dort, obwohl sie dort zu hängen verdient hatten. Als ihr Stellvertreter ging er für sie ins Feuer des Gerichts. Das tat er nicht zum Spaßvergnügen, sondern weil die Sünde die Hölle nach sich zieht und Gott nicht will, daß der Mensch dort landet.
Wer Jesus nicht annimmt, für den ist Jesus umsonst gestorben. Beladen mit seiner Schuld geht er dann dorthin, wo Jesus war: In die Zorngluten (Psalm 88, 17). Dort ist es nicht schön.
Aufgewühlt, bekehrten sich die Leute sich in Scharen.
Hinterher hatten sie nicht die (katholisch-mitteleuropäische) Wurm-im-Staub-Mentalität, sondern waren voll großer Freude und sich ihres Heils gewiß.

Es ist Aufgabe des Heiligen Geistes, die Menschen "von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht" zu überführen. (Johannes 16, 8). Dazu bedient er sich durchaus auch mal solcher mahnender Predigten. 

Paulus hat einst den Korinthern die Leviten gelesen und sie dadurch "betrübt." Er sagt dazu, "Jetzt freue ich mich, nicht daß ihr betrübt worden, sondern daß ihr zur Umkehr betrübt worden seid; denn ihr seid nach Gottes Sinn betrübt worden, damit ihr in keiner Weise von uns Schaden erlittet. Denn die Betrübnis nach Gottes Sinn bewirkt eine nie zu bereuende Umkehr zum Heil. Die Betrübnis der Welt aber bewirkt den Tod." (2 Korinther 7, 9-10).
Es gibt eine geistgewirkte Betrübtheit, die zur Umkehr führt. Und es gibt eine weltliche, die zur Depression führt. Uns ist natürlich an ersterer gelegen. Daran, die Menschen hoffnungslos in ihrer Verdammnis zurückzulassen, kann nicht unser Ziel sein. Das wußte auch Edwards und predigte Jesus als Ausweg und Schutzraum vor dem Zorn Gottes.

Stimmt schon, Jesus hat die Ehebrecherin nicht steinigen wollen. (Die Todesstrafe durften zudem damals nur die Römer aussprechen, die Juden nicht). Er wies vielmehr ihre selbstgerechten Verkläger auf ihre eigene Sündhaftigkeit hin und das Problem löste sich auf. 

Er, der den ersten Stein hätte werfen können, tat dies nicht. 

Er ließ die Frau nach einer Ermahnung ziehen. Aber: Er sprach wenig später sieben Wehe über die Pharisäer aus und sagte ihnen überdeutlich: "Schlangen! Otternbrut! Wie solltet ihr dem Gericht der Hölle entfliehen?" (Matthäus 23, 33).
Jesus hat übrigens mehr über die Hölle gepredigt als alle anderen zusammen. (zB Matthäus 5, wo er sagt, tut alles, um dort bloß nicht zu landen!)

Gott ist glücklicherweise ein Gott der Liebe. Er liebt die Menschen so sehr, daß er bereit ist, sie aus ihrer selbstverschuldeten Misere herauszuholen und ihnen neues Leben zu geben.

Aber der Zorn Gottes ist auch eine Realität.

Paulus sagt über Abgefallene und andere Gottesverächter: " Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben [die "mutwillige Sünde" ist das Ablehnen von Jesus als Erlöser], bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig, sondern ein furchtbares Erwarten des Gerichts und der Eifer eines Feuers, das die Widersacher verzehren wird. 
Hat jemand das Gesetz Moses verworfen, stirbt er ohne Barmherzigkeit auf zwei oder drei Zeugen hin. Wieviel schlimmere Strafe, meint ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für gemein erachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat? Denn wir kennen den, der gesagt hat: "Mein ist die Rache, ich will vergelten"; und wiederum: "Der Herr wird sein Volk richten."
Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen." (Hebräer 10, 26-31).

Bei Jesus ist man vor dem Zorn so sicher, wie Noah in der Arche vor der Sintflut sicher war. 
Die Gemeinde Jesu ist, wie Noahs Arche, ein Rettungsboot. Sie ist außerdem das einzige.
Lad Jesus in dein Leben ein und komm an Bord. 
Bevor der Regen kommt und die lange Nacht anbricht.
Denn es gibt auch ein "Zu spät."

Donnerstag, 12. Dezember 2013

"Sünder in der Hand eines zornigen Gottes"

"Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen."
Hebräer 10, 31

Beim Studium über den Sündenfall bin ich auf eine 270 Jahre alte Predigt mit dem Titel "Sünder in der Hand eines zornigen Gottes" gestoßen. Die kannte ich schon länger, jetzt habe ich sie jedoch mal gelesen.
Geschrieben hat sie der Puritaner Jonathan Edwards. Er war Pastor und kurz vor seinem Tod noch Präsident der berühmten Princeton Universität in New Jersey, die einst als Bibelschule begann und wo später auch Albert Einstein wirkte.

Es ist eine berühmte Predigt. Edwards befeuerte mit ihr das sogenannte "Erste Große Erwachen", also die massive Hinwendung zum christlichen Glauben, die in Europa und den amerikanischen Kolonien zwischen 1730 und 1750 stattfand. Andere große Namen aus dieser Zeit sind Whitefield und Wesley. In Deutschland waren die Pietisten stark und Leute wie Graf Zinzendorf.

Es ist eine Predigt, wie sie heutzutage nicht mehr gehalten wird. Zuviel Feuer und Schwefel, zuviel Verdammnis, Angst und Hölle.
Die Sache ist nur, daß Edwards seine zehn Punkte alle in nicht-sektiererischer Weise mit Bibelstellen belegt. Und natürlich predigt er auch den Ausweg: Jesus. Wer den Namen des Herrn anruft, wird gerettet. Christen sind erlöst und sicher in IHM.
Sündern macht er allerdings keine Hoffnungen.
Edwards nimmt sich das abgefallene, ungläubige, götzendienerische, halsstarrige, zu jeder Schandtat bereite und schließlich großteils von Gott verworfene Gottesvolk im Alten Testament als Vorbild für die Sünder, über die er predigt. (Es ist ja egal, ob ein Sünder Israelit oder etwas anderes ist).

Was sagt er genau?

1. "Mein ist die Rache und die Vergeltung für die Zeit, da ihr Fuß wankt. Denn nahe ist der Tag ihres Verderbens, und was ihnen bevorsteht, eilt herbei." (5 Mose 32, 35).
Ein Sünder bewegt sich auf glitschigem Terrain. Sein Fuß kann jederzeit ausgleiten.  Bleibt er bei seiner Abwendung von Gott, ist es nur eine Frage der Zeit, bis er in den "Bach des Verderbens" fällt. Das wird passieren.
2. Der Sünder weiß nicht, ob er im nächsten Moment noch steht.
3. Er kann ohne Einwirkung von außen fallen. Sein eigenes Körpergewicht sorgt dafür.
4. Der einzige Grund, weshalb ein beliebiger Sünder noch nicht ins Verderben gefallen ist, ist die Langmut Gottes, die ihn weitertorkeln läßt. Gott könnte einen Sünder jederzeit zur Hölle fahren lassen.
Er wäre stets im Recht.
"Wenn nicht der Herr der Heerscharen uns Nachkommen übriggelassen hätte, so wären wir wie Sodom geworden und Gomorra gleich geworden." (Römer 9, 29).

Tatsache ist, daß jetzt in der Hölle Menschen sind, die im Leben weniger schlimm waren als so manche Sünder, die momentan noch leben. Diese heutigen Sünder sind jederzeit in Gefahr, ohne Umwege in der Hölle zu landen. Denn wieso sollte Gott sie besser behandeln als die weniger Schlimmen, die schon dort sind? Der Zorn Gottes lodert jetzt gegen diese Leute: Als "Söhne des Ungehorsams" sind sie "Kinder des Zorns." (Epheser 2, 3) und damit preisgegeben.
Sie werden ganz sicher nicht verschont werden, wenn sie nicht umkehren.

Edwards sagt noch viele andere Dinge in dieser Predigt. Als Ausweg aus seinem Dilemma bietet er dem Sünder die Anrufung Gottes an, mit der Bitte um Vergebung. Gott hat kein Gefallen am Untergang des Sünders. Deswegen sandte er Jesus.
Der rettet vor dem Verderben. Damals wie heute.




Montag, 9. Dezember 2013

Weihnachtsfeier

"Sie aßen und tranken und waren fröhlich."
1 Könige 4, 20

Wir hatten eine prima Weihnachtsfeier gestern.
Wir aßen hunderte von Würstchen und eimerweise Kartoffelsalat. Und anderen Salat. Und Kuchen. Und tranken einen halben Hektoliter Kaffee, (schätz ich mal).
Die Beiträge waren alles, von goldig und humorvoll bis ernst und gediegen.
Schön war's.
Und hinterher sah alles wieder aus, als wäre nichts geschehen.
Allen Mitarbeitern nochmals vielen Dank für euer Engagement.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

In die Tonne mit der Verfassung

"Ich ermahne nun, daß vor allen Dingen Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen. Für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit."
1 Timotheus 2, 1-2

Ich gebe zu, ich habe Bauchweh beim Gedanken an eine Große Koalition. Es ist in einer real funktionierenden Demokratie eigentlich nicht vorgesehen, daß die beiden stärksten Kräfte im Parlament sich zusammentun. 
Denn das ist brandgefährlich. 
Die so entstandene Supermehrheit kann dann schalten und walten, wie sie will. Sie kann noch die blödsinnigsten Gesetze erlassen und keiner kann sie daran hindern. Wenn eine solche Supermehrheit beschließt, unnatürliche Lebensformen in allem der Ehe gleichzustellen, dann kann sie das. Wenn sie damit die Verfassung, (Artikel 6), in die Tonne haut: Na und? Wer wird sie daran hindern? 
Die Medien? Die haben sich größtenteils selbst gleichgeschaltet. Von denen wird man keinen Pieps hören.  
Das Verfassungsgericht? Daß ich nicht lache. Dort sitzen auch nur Menschen, und die legen den Gesetzestext gern mal dem Zeitgeist gemäß aus. Denn da ist man politisch auf der sicheren Seite.

Eine Supermehrheit ähnelt einer Einparteienherrschaft viel zu sehr, als daß ich mich damit wohlfühlen könnte. Ich mißtraue dem Ganzen. Neuwahlen wären mir allemal lieber.

Denn in einer funktionierenden Demokratie ist ein Parlament nicht überflüssig, wie in einem Einparteiensystem. Im Parlament wird parliert: geredet, gestritten, gerungen um die beste Lösung. Am besten funktioniert das mit zwei Parteien, die ihre Positionen klar formulieren und nicht in Wortwolken verstecken. 
Wenn eine Regierungspartei einen Gesetzesvorschlag einbringt, dann muß die Opposition diesen Vorschlag mit den besten Argumenten, die ihr einfallen, zerpflücken, ja in der Luft zerreißen. Denn ein neues Gesetz bedeutet immer neue Belastungen für den Bürger, und meist ist sind diese Belastungen verzichtbar. Das muß die Opposition klarmachen und mit einem eigenen, hoffentlich besseren Vorschlag kontern.
Das muß fetzen.
Die müssen streiten, bis aus Argument und Gegenargument ein Gesetz entsteht, das auf einer breiten Zustimmung der Parlamentarier fußt. Dann ist es ein legitimes Gesetz. Nur durch diesen These-Antithese-Synthese-Prozeß kommen gute Gesetze zustande.
Aber mancher Deutsche mag keine streitenden Parteien. Lieber ist ihm die heimelige Idee von der Mutti Merkel.
Bürger: Sie ist nicht deine Mutter. 
Sie ist, wie alle Regenten, ein notwendiges Übel. Nicht mehr und nicht weniger. Natürlich werden die Steuern nächstes Jahr steigen. Vielleicht heißen sie nicht dann Steuern, sondern Abgaben oder Umlagen. Doch steigen werden sie. Die PKW-Maut? Wird kommen. Für alle. Und einmal erlassene Steuererhöhungen werden nie rückgängig gemacht. (Und selbst wenn doch: Diese Steuern sind wie Zombies, sie kommen wieder, wie die Schaumweinsteuer von 1902 oder der Solidaritätszuschlag).

Bleibt das Gebet und die Hoffnung, daß die größten Torheiten einer großen Koalition durch die normative Kraft des Faktischen verhindert werden. (Familie oder Geschlecht kann man politisch abschaffen. In der Natur bleiben sie dennoch erhalten. So hat der Fortschritt seine Grenzen).

Tirade beendet. (Zurück zur Arbeit am Bibelkommentar).

Dienstag, 3. Dezember 2013

"Ison" oder "Be ready when Jesus comes again"

"Pastor, hat der Komet Ison, der dieser Tage durch unser Sonnensystem zischt, etwas mit der Wiederkehr Christi zu tun?"

Wenn Jesus wiederkommt, wird keiner so recht damit gerechnet haben. Jesus selber sagt, "Wacht also! Denn ihr wißt nicht, an welchem Tag euer Herr kommt" und "Seid auch ihr bereit! Denn in der Stunde, in der ihr es nicht meint, kommt der Sohn des Menschen." (Matthäus 24, 42+44).

Ison hat auch keiner kommen sehen. Er flitzt um die Sonne und wird dann knapp an der Erde vorbei wieder ins All hinauskatapultiert. Er soll einen schönen, riesigen, eine Million Kilometer langen Kometenschweif hinter sich herziehen, den man auch von der Erde aus sehen wird.
Mal schauen.
Vielleicht schaut das dann so aus, als ob sich eine große Wolke an uns vorbeizieht und verschwindet.
Wenn die in der Bibel geweissagte Entrückung der Gemeinde Christi stattfindet, dann könnte die dermaleinst so ähnlich aussehen.

"Danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen [den auferstandenen Christen] entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein." (1 Thessalonicher 4, 17).

Vielleicht ist dieser Komet ein Symbol, eines der "Wunder oben am Himmel", von denen Petrus und Joel geredet haben (Apostelgeschichte 2, 19).

Wir werden uns überraschen lassen müssen.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Das Wort zieht Kreise

"Liebes CGZ, lieber Pastor Gert,
als treue Predigtdownloader freuen wir uns seit mehreren Jahren über die sehr gute Lehre und empfehle diese in unserem Bekanntenkreis weiter. Heute hatten wir ein kleines Jubiläum, beim herunterladen der aktuellen Predigt, stellten wir fest, dass es die 200ste!!! Predigt ist.
Vielen Dank für euren treuen Dienst.
Gottes Segen aus H.
T. und M. S."

Preis dem Herrn. Wir freuen uns, daß ihr das Wort Gottes mit Gewinn hört.
Vielen Dank an dieser Stelle allen Unterstützern landauf-landab und im CGZ, die diese Dienste möglich machen. Gott wird euch nicht vergessen:

"Wenn jemand einem dieser Geringen nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt in eines Jüngers Namen, wahrlich, ich sage euch, er wird seinen Lohn gewiß nicht verlieren." (Matthäus 10, 42).

Vielen Dank auch denen, die unsere Reise letzten Monat ermöglichten, (ihr wißt, wer ihr seid). Unsere Partner vor Ort haben ein Bild von einem unserer Besuche in einer Gemeinde dort ins Netz gestellt. Wer mal schauen will: Hier klicken.