Dienstag, 8. Mai 2018

Der gnädige Gott der Weissagung

"Wacht nun und betet zu aller Zeit, daß ihr würdig geachtet werdet, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen."
Lukas 21, 36.

"Pastor, warum steht über den "Tag des Herrn", also die berüchtigte siebenjährige Trübsalszeit, so viel in der Bibel, über das Tausendjährige Friedensreich danach aber so wenig? Dabei dauert es doch soviel länger."

Das Goldene Zeitalter, währenddessen Jesus von Jerusalem aus über die Welt herrschen wird, dauert in der Tat 142,86 mal solange wie die Trübsalszeit. Es steht aber gefühlt 14286 mal weniger darüber in der Bibel. Genaugenommen erschöpft sich der Bericht darüber in Offenbarung 20, 4:

"Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben. Und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre."

Ein Vers. (Gut, evtl. zehn, wenn man den Kontext noch dazunimmt). Schon happig.

Der Grund ist der: Gott ist viel lieber, du liest über die Trübsalszeit, als daß du sie erlebst. Deswegen warnt er wortreich davor.
Mit dem 1000-jährigen Reich ist es genau umgekehrt: Gott möchte, daß du es erlebst und nicht nur davon liest. Da es sowieso unsere Erwartungen übertreffen wird, spart er sich die Beschreibung.

Die Trübsal ist eine Abkürzung und Komprimierung des normalen Laufs der Geschichte. Normalerweise leben Völker und Nationen ihr Leben ganz gemächlich und machen sich ab und zu Gedanken über Gott. In Zeiten der Krise, des Krieges oder klimatischer Veränderungen suchen sie ihn hingegen intensiver. Während der Trübsal nun werden die Zeiten der Gemächlichkeit aus dem Zeitlauf genommen und die Menschen nonstop mit schicksalhaften Problemen konfrontiert. Sie können nicht anders, sie müssen über Gott nachdenken und sich für oder gegen ihn entscheiden.

Während dieser Krisenzeit zieht sich Gott keineswegs zurück. Im Gegenteil, anhand von Joel 3, 1-5, ist ersichtlich, daß Gott noch einmal eine Geistausgießung wie zu Pfingsten stattfinden läßt. Hunderttausende vollmächtiger Evangelisten werden die Welt mit dem lebendigen Wort Gottes konfrontieren. (Offenbarung 7).
Im dann entstehenden Reich des Antichristen wird es obendrein zwei "Oberstörenfriede" geben, die schalten und walten werden wie einst Mose und Aaron vor dem Pharao. Mit Plagen und allem drum und dran. (Offenbarung 11). Es wird viel Blut fließen. Hunderte von Millionen von Menschen werden in dieser Zeit zu Jesus kommen und dafür den Märtyrertod sterben. Zum Schluß kommt Jesus persönlich wieder (und wir mit ihm), und befriedet die Welt.
Für 1000 Jahre.
Danach erschafft er einen neuen Himmel und eine neue Erde.

"Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht: Schreibe! Denn diese Worte sind gewiß und wahrhaftig." (Offenbarung 21, 5).

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