Freitag, 22. Dezember 2017

Sterben können

„In deiner Hand sind meine Zeiten.“
Psalm 31, 16.

„Pastor, ich bin uralt und eigentlich wäre es Zeit. Doch aus irgendeinem Grund kann ich nicht heimgehen zum Herrn. Was ist da los?“

Da fallen mir spontan zwei Gründe ein:

1. Es steht noch etwas zwischen dir und einer anderen Person. Mit dieser Person musst du dich versöhnen, bevor du gehen kannst. Jesus sagt, „Vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt, damit auch euer Vater, der in den Himmeln ist, euch eure Übertretungen vergebe.“ (Markus 11, 25). Der Herr möchte nicht, dass du in irgend einer Form belastet in die Ewigkeit gehst.

2. Dieser Grund ist genauso wichtig wie der erste: Der Herr hat noch eine Aufgabe für dich. Allerhöchstwahrscheinlich besteht sie darin, für jemanden zu beten.
Lukas berichtet, dass es zu Jerusalem eine 84-jährige Witfrau namens Hanna gab, die nicht vom Tempel wich und Gott Tag und Nacht mit Fasten und Flehen diente. (Lukas 2, 35). Sie sah das Baby Jesus und ihr wurde gezeigt, um wen es sich da handelte, nämlich den Heiland der Welt. Sie „lobte Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.“ (Vers 38).
Beter wissen manchmal mehr als andere.
Auch Paulus spricht von Witwen, die Tag und Nacht zum Herrn flehen. (1 Timotheus 5, 5). Er mag sich für unsere Ohren dramatisch ausgedrückt haben, doch im Grunde hat er recht. Wer hat schon die Zeit, für seine tollpatschigen Verwandten, die beständig über ihre eigenen Schnürsenkel stolpern, hingebungsvoll zu beten, wenn nicht jemand, der den Trubel des Alltags großteils hinter sich gelassen hat? Schau mal in deiner Umgebung herum. Sicher findest du jemanden, der dein Gebet dringend braucht. Dann bestürme den Herrn, bis diese Person oder Familie einen Durchbruch erreicht hat.
Vielleicht bist du dann soweit.
Vielleicht willst du dann aber auch weitermachen.

„Ich werde aber von beidem bedrängt: Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein, denn es ist weit besser.
Das Bleiben im Fleisch aber ist nötiger um euretwillen.
Und im Vertrauen hierauf weiß ich, daß ich bleiben und bei euch allen bleiben werde zu eurer Förderung und Freude im Glauben.“ (Philipper 1, 23-25).

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