Samstag, 23. Dezember 2017

Im Wald

"Es frohlocke das Feld und alles, was darauf ist! Auch alle Bäume im Wald sollen jubeln."
Psalm 96, 12.

Jaja, der Wald.
Der hat schon was.
Ich bin heute morgen ein wenig in den Tiefen des Waldes gewandelt. Schön war's, obwohl kein Schnee lag. Dafür kann man zur Zeit mit neoprengefütterten Gummistiefeln warmen Fußes stracks durch tiefe Pfützen waten und muss nicht mehr um den Matsch herumtanzen. Das hat auch was. (Blöd wird es nur, wenn die Pfütze tiefer ist als der Stiefel hoch).
Über mir zog ein bussardgroßer Rabe seine Kreise im melancholisch-grauen Himmel und rief "Krk."
Plötzlich stand vor mir ein Rehkitz auf dem Weg und schaute mich mit seinen großen schwarzen Augen an, als ob ich der Nikolaus wäre. (Ich trug tatsächlich eine rote Jacke. Aber nicht, weil ich der Weihnachtsmann bin, sondern für den Fall das irgendwelche Jäger im Busch stecken und mich harmlos Herumstehenden für ein besonders großes Wildschwein halten).
Das Rehlein hat dann gewendet und ist hurtig davongesprungen, und ich war wieder allein mit mir.
Doch jetzt kommt's:
Ich begann die Tierwelt schon zu vermissen, als tatsächlich vor mir eine Rotte wilder Säue durchs Gebüsch brach und meinen Weg überquerte. Ich stand zwar in sicherer Entfernung. Doch was da gekommen war, war eine Rotte Überläufer in schwarzer Borste und da waren trotz ihres jugendlichen Alters schon einige Uriane und Kawenzmänner dabei. Im Weg hätte ich denen nicht stehen wollen. Der Strom an wilden Tieren hörte nämlich gar nicht mehr auf. Zum Schluss waren es bestimmt 15 oder 20 Stück, die da rüberwechselten!
Kurz nach diesem Tierbeobachtungshöhepunkt bin ich zum Auto zurückgestapft.
Stockvoll durch die Pfütze.
Schön war's.

"Es werden gesättigt die Bäume des HERRN, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat." (Psalm 104, 16).

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