Der Unterschied zwischen echter Gnade und billiger Gnade: Gebet am 27.9.2026

"Ich aber sage euch, daß jeder, der seinem Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! dem Hohen Rat verfallen sein wird. Wer aber sagt: Du Narr! der Hölle des Feuers verfallen sein wird."
Matthäus 5,22

Hallo liebe Beter an diesem warmen Tag im Herbst,

ich muss sagen, ich bin verblüfft mit welcher Leichtigkeit Leute bereit sind, selbst schlimmste Schandtaten einfach so zu vergeben—solange sie ihnen nicht selbst angetan werden, versteht sich. Da wird Gott als hart und moralisch fragwürdig bezeichnet, wenn er eine Schweinerei einmal nicht durchgehen lässt, sondern zu richten beschließt. Dabei ist kein zivilisiertes Leben möglich, wenn jeder immer mit allem durchkommt. In dieser gefallenen Welt gilt nun einmal: "Durch Worte läßt sich ein Knecht nicht belehren. Denn er versteht zwar, aber er kehrt sich nicht daran." (Sprüche 29,19). Taten müssen Konsequenzen haben. Salomo versteigt sich sogar zu der brutalen Aussage: "Blutige Striemen reinigen den Bösen, und Schläge die Kammern des Leibes." (Sprüche 20,30). Das würden wir heute natürlich anders ausdrücken. Das hat Paulus auch schon gemacht, indem er sagte: "Alle Züchtigung scheint uns zwar für die Gegenwart nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein, nachher aber gibt sie denen, die durch sie geübt sind, die friedvolle Frucht der Gerechtigkeit." (Hebräer 12,11).
Auf Deutsch: Unterlassen wir den Blödsinn, haben wir Ruhe.
Manche jedoch ergreifen reflexhaft Partei für die Übeltäter.
Das hat Jesus nicht gemacht.
Er, der gekommen ist, die Menschheit von der Sünde zu erlösen, sprach ganz unverblümt über die Konsequenzen der Sünde. In der Bergpredigt legt er das Tötungsverbot neu aus. (Schlimmer kann man nicht gegen jemanden sündigen als ihn zu töten. Es geht also ans Eingemachte).
Jesus sagt, wer seinem Bruder grundlos zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Der bekommt sein Gebet nicht mehr so leicht erhört.
Wer seinen Bruder Depp nennt, Raka im Text, der ist dem Hohen Rat verfallen. Bedeutet, der bekommt eine Anzeige und muss Strafe zahlen.
Wer aber seinen Bruder Narr nennt, wird der Hölle des Feuers verfallen. Gute Güte. Was meint Jesus damit? Nun, das Wort im Urtext beschreibt einen moralischen Narren, jemanden, der nicht einfach etwas Böses tut, sondern jemanden, der böse ist. Das ist nicht einfach eine Beleidigung von der Stange, sondern wer dieses Wort benutzt, will den Beschuldigten in seiner Existenz vernichten. Der spricht ihm seine Rechte ab und verunmenschlicht ihn. Auf ihn darf man draufhauen, er ist ja böse.
Solche Zersetzungsbemühungen vergibt der Herr nicht einfach.
Das wäre nicht gerecht, dem Beschuldigten gegenüber.
Drei Beispiele für einen Zornigen, einen Beleidiger und einen Existenzvernichter aus der Bibel:
In 4 Mose 12 regen sich Mirjam und Aaron über Mose auf. Sie sind zornig auf ihn, weil er sich, so sagen sie, für etwas Besseres hält. Dabei sind sie doch auch Propheten. Er ist keineswegs besser wie sie oder wichtiger.
Da kommt der Herr und ruft alle drei zu sich ins Büro. Dort klärt er die beiden innerbetrieblichen Konkurrenten von Mose über seine Sicht der Dinge auf. Mose erfreut sich sehr wohl eines privilegierten Zugangs zu ihm, Mirjam und Aaron nicht. Mit Mose spricht Gott von Angesicht zu Angesicht, mit normalen Propheten in Visionen oder Träumen. Mit Mose spricht er Klartext, zu den andern in Rätseln.
Dann geht Gott im Zorn weg—und Mirjam ist aussätzig.
Aaron nicht. Obwohl er doch mitgehetzt hat.
Nun, Aaron war nur "zornig" und wurde von Gott zurechtgewiesen. Mirjam aber war offenbar die treibende Kraft gewesen. Sie hatte sich von Moses neuer Frau in ihrer Position bedroht gesehen. Ihre ungerechtfertigte Kritik an ihrem Bruder und Chef fiel härter aus, entsprechend auch ihr Gericht.
Immerhin wollten sie Mose nicht in seiner Existenz vernichten, sondern nur seine Position als Leiter relativieren. Es gelang ihnen nicht.
Direktor Mose musste sich nicht selbst helfen, das übernahm der Firmenchef persönlich.
Entsprechend muss auch du dich nicht vor deinen ungerechten Kritikern rechtfertigen. Vertraue auch du da dem Herrn.
Aaron bat Mose um Vergebung für sich und Mirjam. Und Mose? Der vergab natürlich und betete für seine ehrgeizige Schwester. Doch es dauerte sieben Tage, bis der Herr sie heilte. In der Zwischenzeit war sie krank, unglücklich und einsam. Danach hielt sie ihr Mundwerk im Zaum.
Doch vier Kapitel weiter, in 4 Mose 16, tritt tatsächlich jemand auf, der Mose abräumen will, der ihn im Sinn von Matthäus 5,22 "Narr!" nennt: ein Levit namens Korah und mehr als 250 namhafte Männer mit ihm. Korah schleudert Mose den Satz ins Gesicht: "Genug mit euch!" (Vers 3). Hier haben wir es nicht mehr mit einer Familienstreitigkeit zu tun, sondern mit einem Putschversuch.
Da kann man nicht einfach den Kopf schief legen, ein ernstes Gesicht machen und Gott einen harten Mann nennen, wenn er das ernst nimmt und dazwischengrätscht.
Was passiert nun?
Gott fackelt nicht lange. Die Erde öffnete sich und "sie fuhren, sie und alles, was ihnen gehörte, lebendig in das Totenreich hinab. Und die Erde bedeckte sie, und sie wurden mitten aus der Versammlung weggerafft." (Vers 33). Wie sagte Jesus? "Wer aber sagt: Du Narr! wird der Hölle des Feuers verfallen sein." Das kommt dem schon ziemlich nahe.
Ja, Gott vergibt. Doch er hat keine billige Gnade im Angebot. Man muss mit seinen bösen Taten schon brechen, wenn man Vergebung bekommen möchte und im Segen landen will.
Es gibt noch viel zu sagen, doch mir ist die Zeit davongelaufen.

Wofür beten wir heute?
Wir bitten den Herrn, dass er durch seinen Geist ein Überführungswerk in den Herzen der Übeltäter in unserer Umgebung und unserem Land bewirkt. Und wenn sie sich diesem seinem Werben widersetzen, dann möge er sie in ihre Wirksamkeit neutralisieren.
Die Leute von Ninive hatten sich mordend und plündernd ein Reich zusammengeschustert. Sie waren moralisch so bankrott, dass der Prophet Jona ihnen nicht predigen wollte, als Gott ihn nach Ninive sandte. Doch als er dann dort auftauchte und nicht Gnade, sondern Gericht (!) predigte, bekehrten sich die zu seinem allergrößten Erstaunen.
Und bekamen Gnade.
Ich bin der Überzeugung, dass der Herr auch bei uns hier Leute zu Christen machen wird, von denen wir es uns jetzt nicht vorstellen können. Möge er uns, dir und mir, die richtigen Worte schenken, dass sie ihnen ins Herz dringen.
Und wir beten für unseren Heilungsintensivtag mit Georg Karl und mir am 17. Oktober von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Möge der Herr sich danach im Heilungsgottesdienst ab 19:00 Uhr als machtvoller Heiler erweisen.

Ich wünsche euch eine herrliche Zeit im Gebet nachher von 20:00 Uhr bis 20:30 Uhr, ihr seid nah an Gottes Herz,

euer Pastor Gert

"Ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben muß, spricht der Herr, HERR. So kehrt um, damit ihr lebt!" (Hesekiel 18,32).

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