Mittwoch, 3. Oktober 2018

Unverständliche Bibelstelle?

"Wer aber ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, daß Jesus der Sohn Gottes ist? Dieser ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut. Und der Geist ist es, der dies bezeugt, denn der Geist ist die Wahrheit. Denn es sind drei, die bezeugen: Der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind einstimmig."
1 Johannes 5,5-8.

„Pastor, die obige Bibelstelle ist verwirrend. Jesus ist gekommen durch Wasser und Blut? Wie muss ich das verstehen?“

Stimmt schon: Es ist sehr kryptisch was Johannes hier schreibt.
Worum gehts?
Johannes bezieht sich auf eine Lehrmeinung, die ein Gnostiker namens Kerinthus in die Welt gesetzt hat. Der hat behauptet, Jesus wäre ein ganz normaler Mensch gewesen und der „Christus“ wäre während seiner Taufe auf ihn gekommen und habe ihn vor der Kreuzigung wieder verlassen.
Das ist natürlich biblisch unhaltbarer Blödsinn. Doch das hat empfängliche Leute noch nie davon abgehalten, solche Sachen trotzdem zu glauben. (Steiner?)
Das Wasser, von den Johannes spricht, bezieht sich auf die Taufe und das Blut auf die Kreuzigung. Jesus war demnach der Christus während seiner Taufe und auch während seines Todes am Kreuz. (Ein Echo von Kerinthus findet sich im Koran, der auch behauptet, Jesus wäre nicht gekreuzigt worden und hätte nicht gelitten, es habe nur so ausgesehen als ob; der Christus sei in Wirklichkeit entrückt worden).
Nach der Auferstehung Jesu kam an Pfingsten der Heilige Geist über die Gemeinde, was nicht passiert wäre, wenn Jesus nicht die Bedingungen dafür erfüllt hätte.
Geist und Wasser und Blut, die einstimmig sind: Jesus kam aus dem Wasser der Taufe und begann seinen Dienst als Messias. Dieser mündete plangemäß in die Kreuzigung, (Blut), diese in die Auferstehung und in die Ausgießung des Heiligen Geistes, (Geist). Die drei bauen aufeinander auf und sind nicht voneinander zu trennen. Ohne Dienst Jesu kein Tod am Kreuz. Ohne Auferstehung kein Pfingsten. Ohne Heiligen Geist keine Erlösung.
Kerinthus hat sehr geirrt.
Ich wünschte mir natürlich, Johannes hätte sich etwas deutlicher ausgedrückt. Nicht so sparsam mit den Buchstaben. Doch Papier war damals teuer und so ist sein Brief wie er ist.

"Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre. Beharre in diesen Dingen! Denn wenn du dies tust, so wirst du sowohl dich selbst erretten als auch die, die dich hören."

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