Dienstag, 10. April 2018

Geduld

"Nehmt, Brüder, zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben."
Jakobus 5, 10.

In den Universitäten des Mittelalters und der frühen Neuzeit lehrte man nicht unbedingt die Bibel, sondern vor allem Aristoteles. Der war sicher einer der größten Denker aller Zeiten. Doch in manchen Dingen lag er phänomenal daneben. So war sein wichtigster Satz über die Gravitation schlicht falsch. Er behauptete nämlich, dass zwei Gegenstände aus dem gleichen Material unterschiedlich schnell zu Boden fallen würden, der schwere schneller als der leichte.
Der selber geniale Galileo Galilei, Professor an der Universität von Pisa, zweifelte öffentlich an Aristoteles. Er behauptete: Zwei unterschiedlich große Gegenstände aus dem gleichen Material fallen mit gleicher Geschwindigkeit und kommen gleichzeitig am Boden an.
Natürlich waren alle entrüstet, wie sich das gehört.
Doch Galileo stieg den berühmten schiefen Turm hinauf und ließ zwei Gegenstände fallen, und alle konnten sehen, wie sie gleichzeitig unten ankamen.
Er hatte also recht und Aristoteles unrecht.
Und was machten die Herren Professoren?
Sagten sie: „Also gut, Galileo. Du hast recht. Wir haben jahrhundertelang Quatsch gelehrt. Wir ändern das jetzt sofort und übernehmen deine Sichtweise, denn sie ist ja die Wahrheit. Entschuldige, dass wir dich angegriffen haben. So sorry.“?
Sagten sie das?
Nein.
Sie lehrten einfach weiter Aristoteles.
Der solchermaßen ignorierte Galileo hatte später noch viele Probleme mit den herrschenden Meinungen der Mächtigen. Er erlitt so manches Unrecht. Doch die Wahrheit war trotzdem auf seiner Seite. Sie setzte sich auch durch. Es dauerte halt nur eine ziemlich lange Weile.
Zum Schluss aber gewinnt die Wahrheit immer. Kein Mensch glaubt heute mehr an Aristoteles.

"Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen." (Johannes 8, 32).

"Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich." (Johannes 14, 6).

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