Donnerstag, 1. Februar 2018

Unsicherheit in Bezug auf Vergebung?

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.“
1 Johannes 1, 9.

„Pastor, Jesus sagt in Johannes 20, 23, „Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie ihm behalten.“ Was mich hier bedenklich stimmt, ist, dass Menschen mir die Vergebung vorenthalten können und Gott mir dann meine Sünden auch nicht vergibt. Wie kann ich da jemals sicher sein, wirklich Vergebung empfangen zu haben?“

Es ist so: Wenn Gott einem die Sünden vergibt, dann sind sie vergeben, egal wie Menschen dazu stehen. Sie müssen uns letztenendes nicht vergeben. Gott kann ihr Urteil verwerfen.
Überhaupt muss man jede Schriftstelle im gesamtbiblischen Zusammenhang betrachten. Auf eine Schriftstelle allein kann man keine Lehrmeinung bauen.
Auch auf diese nicht.
Als Jesus zu den Aposteln am See Genezareth sagte, wenn sie jemandem die Sünden behalten, dann sind sie ihm behalten, bezog sich auf Sünden, für die die Sünder noch nicht bei Gott um Vergebung nachgesucht hatten. Hier handelt es sich offenbar um unbußfertige Sünder, die die Apostel entweder laufenlassen konnten, oder eben nicht.

Auch Paulus war sich einer solchen Vollmacht bewusst. So sagt er über einen Christen aus Korinth, der mit der Nebenfrau seines Vaters zusammengezogen war, er werde diesen im Gebet „im Namen unseres Herrn Jesus dem Satan überliefern zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn.“ (1 Korinther 5, 5).
Das ist schon ziemlich heftig.
Aus dem 2. Korintherbrief wissen wir, dass dieser Mann sein Leben zügig in Ordnung gebracht hat. Allerdings wissen wir aus demselben Brief auch, dass es in Korinth eine ziemlich große Gruppe von Besserwissern gab, die Paulus verachteten: Er könne nicht predigen, schaue mickrig aus, usw. Diese Rebellos ermahnt er, in sich zu gehen und zur Besinnung zu kommen. Er droht den Rabauken an, klar Schiff zu machen, wenn er wieder nach Korinth kommt:

„Zum dritten Mal komme ich jetzt zu euch: Durch zweier oder dreier Zeugen Mund wird jede Sache festgestellt werden. Ich habe es im Voraus gesagt und sage es im Voraus, wie das zweite Mal anwesend, so jetzt abwesend, denen, die zuvor gesündigt haben, und allen übrigen, dass, wenn ich wieder komme, ich nicht schonen werde. Denn ihr fordert ja einen Beweis dafür, dass Christus in mir redet, der gegen euch nicht schwach ist, sondern mächtig unter euch.“ (2 Korinther 13 1-3).

Paulus konnte also schon mal ordentlich auf den Putz hauen.
Doch wenn Menschen wahrhaftig Vergebung wollten, hat er ihnen diese nicht vorenthalten: „Wem ihr aber etwas vergebt, dem vergebe auch ich.“ (2 Korinther 2, 10).

Das Thema Vergebung ist vielschichtig. Doch es bleibt dabei: Wenn du dich direkt an den Herrn wendest und ernsthaft Vergebung haben willst, dann bekommst du sie auch.
Du bist hier nicht von Menschen abhängig.
Allerdings sind Umkehr und Vergebung eine ernste Angelegenheit. Gott lässt sich nicht verspotten. Wenn man nur so tut, als würde man Vergebung wollen, hinterher aber munter weitersündigt, dann findet er das nicht gut.
Im Alten Testament gab es übrigens nie Vergebung ohne Reue und auch heute muss man Jesus bewusst in sein Leben einladen, um in den Genuss der Erlösung zu kommen.

„Es ist in keinem anderen das Heil. Denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, indem wir gerettet werden müssen.“ (Apostelgeschichte 4, 12).

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