Dienstag, 8. August 2017

Das christliche Abendland und die Moral

„Gerechtigkeit erhöht eine Nation, aber Sünde ist die Schande der Völker.“
Sprüche 14, 34.

Ich kenne jemanden, der bis vor nicht allzulanger Zeit regelmäßig zum Bauern ging, um dort seine Milch zu kaufen. D. h., der Bauer selber trat überhaupt nicht in Erscheinung. Die Person zapfte die Milch selber und steckte das Geld dafür in einen Behälter, der dort herumstand. Prima Sache.
Das ist heute anders.
Personen aus einem Kulturkreis, die unbewacht herumstehende Geldbehälter traditionell als Beute betrachten, haben dem Bauern die Laune verdorben.
Das ist bedauerlich.
Der Bauer konnte verfahren wie eingangs beschrieben, weil die meisten Menschen, denen er seine Milch verkaufte,  im Kindergottesdienst gelernt hatten, dass man nicht klaut. Auch wenn der Bauer nicht hinschaut, Gott sieht. Vor ihm muss sich jeder eines Tages für seine Taten verantworten. Und überhaupt: „Was du willst, dass man dir tu, das füge du auch andern zu.“ (Oder so ähnlich). In Millionen Herzen steckt das noch drin.
Andere glauben, wenn sie einen unbewachten Geldbehälter sehen, ihr Gott schenke ihnen hier eine leichte Beute. Das ist natürlich kompletter Unfug. Aus biblischer Sicht und auch vom gesunden Menschenverstand her betrachtet.
Denn:
Nun muss der Bauer einen Kassierer anstellen, der verhindert, dass er beklaut wird. Der kostet Geld. Wer bezahlt den?
Ich als Kunde.
Der Preis der Milch steigt also.
Doch angenommen, der Produzent ist auch nicht ehrlich? Um den Schaden durch Plünderer abzumildern und aus Gewinnsucht, schüttet der Bauer Wasser in die Milch. Die Milch ist damit teurer und schlechter geworden.
Und wer bezahlt das Wasser?
Ich als Kunde.
Ich merke natürlich, dass da gepanscht wurde und rege mich auf: „Wir brauchen Lebensmittelinspektoren!“
Wer bezahlt diese Inspektoren?
Ich als Kunde.
Doch wenn der Bauer und der Milchkunde korrupt sind, warum sollte der Inspektor nicht auch korrupt sein? Es dauert nicht lange, da kapiert der neu eingestellte (und aus seiner Sicht natürlich völlig unterbezahlte) Inspektor, dass er Macht hat. Er verlangt nun vom Bauern ein Handgeld, sonst zertifiziert er ihn nicht. Zahlt der Bauer nicht, lässt der Inspektor ihm eben die Milch versauern. Und der Bauer zahlt.
Wer zahlt im Endeffekt das Bestechungsgeld?
Ich als Kunde.
Ich bezahle also für die Milch, den Kassierer, das Panschwasser, das Bestechungsgeld und den Bürokraten. Weder Kassierer noch Wasser noch Schutzgeld noch Bürokrat machen mit der Milch etwas, das deren Wert in irgendeiner Weise steigert. Der italienische Eisdielenbetreiber dagegen macht aus Milch Speiseeis. Doch das kann ich mir nicht mehr leisten. Die Milch war schon teuer genug.
Wegen meiner Korruption, (wäre ich denn so ein gehirnamputierter Geldbehälterdieb).

Im gegenwärtigen Korruptionsranking von Transparency International rangiert Deutschland auf Platz 10, (von 176 Nationen). Ganz vorn liegt Dänemark. Auf Platz 18 die USA, auf Platz 28 Israel, China und Indien gemeinsam auf Platz 79 (mit Weißrussland und Brasilien), Russland und die Ukraine auf Platz 131, Nordkorea, Südsudan und Somalia beschließen die Liste nach unten.
Interessanterweise sind die am wenigsten korrupten Länder bis auf Singapur allesamt protestantisch geprägt.
Der Glaube an die Bibel und an den Jesus der Bibel machen eben einen kulturellen Unterschied. (Selbst Singapur stand lange unter britischer Verwaltung).

„Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (1 Mose 16, 13).

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