Montag, 31. Juli 2017

Leben geben—Leben lassen

„Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluß haben. Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe.“
Johannes 10, 10-11.

Jesus kam, damit die Schafe Leben haben.
Jesus kam, um sein Leben für die Schafe zu lassen.
In diesen beiden Versen kommt zweimal das Wort Leben vor. Das klingt, als spreche Jesus zweimal von derselben Sache. Doch der griechische Urtext verwendet hier zwei unterschiedliche Worte mit unterschiedlicher Bedeutung.
Das Wort in Vers 10 ist Zoe, das Wort in Vers 11 ist Psyche.

Jesus kam, um uns Zoe-Leben zu geben: Geistliches Leben, ewiges Leben, Leben, wie Gott es hat. Zoe ist das Gegenteil von Tod. Ein Toter entwickelt sich nicht weiter, er verfällt, nichts tut sich je in seinem Leben. Jemand, der Zoe hat, hat dagegen das pralle Leben, im Idealfall ohne Armut, Krankheit oder Tod. Zumindest ist das Gottes Vision für dich, denn er will dein Leben im Überfluss.

Jesus sagt weiter: „Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“
Hier ist nicht die Rede von seinem stellvertretenden Tod am Kreuz! Das Wort, das Jesus hier benutzt, ist vielmehr das Wort Psyche. Psyche bezieht sich auf die Seele. Hier sind die Gedanken, die Gefühle und der Wille gemeint. Psyche ist die Art von Leben, die einem Selbst das Bewusstsein gibt. („Ich denke, also bin ich.“) Hier erlebt sich der Mensch als Person. Zur Psyche gehört das Trachten einer Person. Zu ihr gehören die Pläne, die jemand macht. Wenn Jesus also sagt, er als guter Hirte lässt seine Psyche für die Schafe, dann meint er damit, dass er sein Denken, Trachten, Planen zu jeder Zeit auf das Wohl der Schafe ausgerichtet hat. Er verzichtet quasi auf ein Privatleben, um stattdessen uns den Nutzen zu mehren.

Wow. Ich bin froh, dass Jesus mein Hirte ist.
Womit wird er mich heute segnen?

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