Dankgebet am 4.10.2026

"Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg. Ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen."
Psalm 50,23

Gnade und Frieden vom Herrn, liebe Leser,


gestern war Tag der deutschen Einheit und heute ist Erntedank. Da passt es, sich über die geistliche Dimension von Dank ganz allgemein ein paar Gedanken zu machen.
Israel marschierte einst durchs von Gott geteilte Rote Meer. Als die ägyptische Armee das auch versuchte, ertrank sie jämmerlich. Nun waren nicht nur die Erstgeborenen tot, was schon schlimm genug war, sondern auch noch die ganze Armee.
Wenn Gott für seine Kinder kämpft, bleibt kein Auge trocken.
Verständlicherweise dankte Israel dem Herrn und sang und tanzte, dass es eine Art hatte, 21 Verse lang in 2 Mose 15. Denn wann war jemals ein Volk so aus höchster Not gerettet worden? Unlösbare Probleme hatten sich durch Gottes Eingreifen eben doch gelöst. Gott hatte ihnen einen Weg gebahnt. Sie hatten das Heil Gottes gesehen.
Doch 3 Verse weiter murrten sie schon wieder gegen Mose.
3 Verse weiter.
Die Wunder hatten keine Herzensveränderung bewirkt! Ihre allgemeine Haltung war immer noch die des Kleinmuts. Das war frustrierend, für Gott genauso wie für Mose. Ich sag mal, hinterher, nach dem Wunder, kann jeder singen. Die Kunst ist jedoch, Gott bereits vor dem Wunder zu danken, wenn es noch überhaupt nicht wunderbar aussieht.
Paulus und Silas taten das im Gefängnis von Philippi.
Auch ihnen wurde ein Weg gebahnt.
Wann?
Während sie Gott lobten, nicht vorher.
Sie waren ungerechterweise verprügelt worden und dann hatte man sie auch noch ins innerste Gefängnis gesteckt und ihre Füße in den Stock gesperrt, sodass sie sich nicht fortbewegen konnten. Das war unbequem. Und aufs Klo konnten sie so natürlich auch nicht. Wir übersehen solche teuflischen Details gern. Doch wie reagierten sie?
Paulus tat, was er in Philipper 4,6-7 befohlen hatte: "Seid um nichts besorgt, sondern in allem sollen durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden, und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus."
So beteten er und Silas und dann lobsangen sie.
Um Mitternacht.
Der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, beseelte sie wirklich. In ihnen hatte schon vor langer Zeit eine Herzensveränderung stattgefunden. Sie rechneten mit Gott. Sie dankten dem Herrn absichtlich. Sie waren gewohnheitsmäßig gut drauf. Nicht weil sie von Geburt an Frohnaturen gewesen wären, sondern weil sie geöffnete Augen des Herzens hatten.
Die glaubten allen ernstes, dass Gott sie allezeit im Triumphzug herum führen würde.
Sie hatten sich dazu entschlossen, sich gegenseitig zu ermutigen, statt sich auf die Nerven zu gehen.
Dazu muss man sich entscheiden.
Wie problematisch wäre es für Paulus gewesen, wenn Silas eine überforderte Heulsuse gewesen wäre wie die, mit denen Mose fertig werden musste? Die Vorwürfe hätten kein Ende gefunden. Doch Silas war ein Glaubensmann und sang mit. Vielleicht sogar besser als Paulus. Jedenfalls erfüllte sich Psalm 50,23: Sie opferten Dank, verherrlichten Gott, und der bahnte ihnen einen Weg des Heils heraus aus dem Gefängnis.
Denn nun geschieht ein Erdbeben, die Ketten fallen ihnen ab und die Gefängnistür öffnet sich. In derselben Nacht bekehrte sich noch der Kerkermeister und ließ sich taufen samt seiner Familie.
Ihr Dank hatte ihrer Rettung den Weg gebahnt.
So wie es geschrieben steht.
Ich ermutige uns deswegen heute Abend, dankbar zu sein. Wir setzen uns hin und danken dem Herrn absichtlich für all das viele Gute, das er uns schon erleben ließ, und erst recht für das, was noch an Gutem unterwegs ist zu uns. Die deutsche Einheit vollzog sich seinerzeit unblutig. Uns ist nicht bewusst, welch große Ausnahme das ist, was Revolutionen angeht. Normalerweise geben die blutig vonstatten und hinterher ist es schlechter als vorher. Das war im deutschen Fall nicht der Fall.
Und: wir bitten den Herrn, dass Jesus sich während unseres Intensiv-Tags und im Heilungsgottesdienst am 17. Oktober als der göttliche Arzt erweisen möge und vielen zum Segen wird.
Und natürlich, dass der Herr ein Überführungswerk in den momentan noch Ungläubigen tun möge, sodass sie ins Reich Gottes finden. Und dass er uns dazu benutzt. Ich will im Himmel mal von maximal vielen Leuten begrüßt werden, die durch uns zum Glauben gefunden haben.
Amen.

Ich wünsche euch eine friedvolle Zeit nachher im Gebet von 20:00 Uhr bis 20:30 Uhr,

euer Pastor Gert


"Loben will ich den Namen Gottes im Lied und ihn erheben mit Dank." (Psalm 69,31).

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