Dienstag, 23. Oktober 2018

Die Verteidigung der Zukunft

"Halte fest das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, in Glauben und Liebe, die in Christus Jesus sind."
2 Timotheus 1,13.

Nordkorea ist immer wieder in aller Munde, da es nach reichweitenstarken Atomwaffen greift.
Das abgeschiedene Land gehört zu den eigenartigsten der Welt. Es wird von einem nominell kommunistischen Monarchen in so absolut absolutistischer Weise regiert, dass es für einen westlichen Betrachter schon wieder operettenhaft und komisch wirkt. Doch die grausame Unterdrückung Andersdenkender und die Konzentrationslager und die Toten sind alles andere als komisch. Dieser Führer, der Verwandte schon mal mit einem Flakgeschütz hinrichtet, lässt sich gottgleich verehren, wie schon sein Vater, der Liebe Führer, und sein Großvater, der Große Führer, vor ihm.
Das Land ist bettelarm. Schaut man vom Weltraum aus auf die nächtliche Landkarte Ostasiens, dann ist Nordkorea ein dunkler Fleck in einem Meer aus stecknadelkopfgroßen Lichtern.
Der Großvater des gegenwärtigen Machthabers begann einst als Statthalter von Stalins Gnaden und dressierte das Volk nach seinen Vorstellungen, bis dieses in ihm einen nicht hinterfragbaren politischen Messias sahen.
Was viele nicht wissen: Die herrschende Kim-Familie hat christliche Vorfahren.
Der Vater der Mutter Kimilsungs, des ersten Diktators, war protestantischer Pastor.
Sein eigener Vater war Absolvent einer Missionsschule und diente als Ältester in einer Pjöngjanger Presbyterianerkirche. Beide, Vater und Mutter, waren gläubige, engagierte Christen.
Bis vor rund 100 Jahren galt Pjöngjang wegen seiner vielen Kirchen als das Jerusalem Asiens.
Und heute ist das Land geistlich wie im Natürlichen ein schwarzer Fleck auf der Landkarte. Christen werden unbarmherzig verfolgt und wandern in Lager.
Wie konnte es dazu kommen?
Eine große Rolle spielten sicherlich die imperialistischen Japaner, die sich Korea einverleibten. Wer um sein Leben kämpft, hat wenig Zeit für anderes. Vor allem glaubensschwache und randständige Christen fallen in solchen Zeiten der Krise ab. So wohl auch Kimilsung, der zum gnadenlosen Kommunisten wurde, bevor er selber zur Gottheit aufstieg. (Sein Geburtstag, der "Tag der Sonne", ist Nationalfeiertag; seine Bilder hängen in jedem koreanischen Haus). Jesus selbst sagte, dass es Tage großer Bedrängnis geben würde, „Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden, aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.“ (Matthäus 24,22).
Aber um der Auserwählten willen…
Gott lässt seine Kinder nicht hängen.
Doch vermutlich haben seine nordkoreanischen Kinder sich irgendwann angepasst und die überlebenden Pastoren predigten nicht länger das Wort Gottes, sondern politisch opportune Zeitgeistbotschaften, bis sie dennoch weggefegt wurden. Wir dürfen nie vergessen: Wir sind immer nur eine Generation von der geistlichen Dunkelheit entfernt. Wenn das Wort heute nicht mehr gepredigt wird, geht morgen der Glaube, und wenig später auch die auf dem Glauben gründende Zivilisation, den Bach runter.
Deutschland hat sich schon weit vom Glauben an Gottes Wort (und dem damit einhergehenden Segen) entfernt. Umso mehr müssen wir, die wir an die Bibel glauben, heute am Wort festhalten, damit wir Menschen erreichen und das biblische Christentum in unserem Land eine Zukunft hat, damit unser Land eine Zukunft hat.
Denn an Gottes Segen ist alles gelegen.

Die Bibel ist voll mit Ermahnungen in diese Richtung. So ist das Buch der Richter eine eindrucksvolle Warnung. Es ist eines der furchtbarsten Bücher, die ich kenne. Eine Dystopie reinsten Wassers.
Die große Zeit von Mose und Josua ist vorbei. Ihre Worte werden vergessen und der geistliche Verfall setzt ein. Ungeschönt schildert das Richterbuch die geistliche Verwahrlosung aufgrund eines Mangels an gesunder Lehre.
Besonders erschreckend ist für mich die Geschichte Jonathans, des Sohns Gerschoms, des Sohnes Moses. Sie steht in Richter 17 und 18.
Und sie erinnert mich ein wenig an Kimilsung.
Dieser junge Enkel des Mose wurde Priester eines Großbauern namens Micha. Der hatte seiner Mutter 1100 (!) Silberstücke gestohlen. Diese verwünschte den Dieb daraufhin. So in Furcht versetzt, gibt Micha seiner Mutter das Geld zurück. Diese lobt den Herrn und nimmt 200 Silberstücke und lässt davon zwei Götzen machen, die Micha sich als Hausgötter aufstellt. Dann heuert er Jonathan an, dem er zehn (!) Silberstücke im Jahr als Priesterlohn bezahlt. (Dass die Leviten ein Anrecht auf den Zehnten haben, weiß Micha offenbar nicht).
Und Jonathan, der Enkel des Mose, wird zum treuen Hüter der Götzenbilder seines Herrn.
Für zehn Silberstücke im Jahr.
Bis eines Tages der Stamm Dan vorbeikommt und einen Priester braucht. Jonathan blickt auf sein mageres Einkommen und dann auf die Krieger Dans. Dann lächelt er, klaut seinem Herrn den Hausgötzen, und zieht mit Dan davon. "Und die Söhne Dan richteten sich das Schnitzbild auf. Und Jonatan, der Sohn Gerschoms, des Sohnes des Mose, er und seine Söhne waren Priester für den Stamm der Daniter bis zum Tag der Verschleppung des Volkes des Landes [durch die Assyrer]." (Richter 18,30).
Es dauerte gerade einmal drei Generationen und die Nachkommen des mächtigen Mose waren von billigen kanaanäischen Heidenpriestern kaum mehr zu unterscheiden.
Furchtbar.
Solches soll uns keinesfalls passieren. Wir halten es mit Luther und Bach, die sagten, bzw. vertonten: „Das Wort sie sollen lassen stahn!“

"Seht auf euch selbst, damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt."
2 Johannes 2,8.

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