Dienstag, 23. Oktober 2018

Die Verteidigung der Zukunft

"Halte fest das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, in Glauben und Liebe, die in Christus Jesus sind."
2 Timotheus 1,13.

Nordkorea ist immer wieder in aller Munde, da es nach reichweitenstarken Atomwaffen greift.
Das abgeschiedene Land gehört zu den eigenartigsten der Welt. Es wird von einem nominell kommunistischen Monarchen in so absolut absolutistischer Weise regiert, dass es für einen westlichen Betrachter schon wieder operettenhaft und komisch wirkt. Doch die grausame Unterdrückung Andersdenkender und die Konzentrationslager und die Toten sind alles andere als komisch. Dieser Führer, der Verwandte schon mal mit einem Flakgeschütz hinrichtet, lässt sich gottgleich verehren, wie schon sein Vater, der Liebe Führer, und sein Großvater, der Große Führer, vor ihm.
Das Land ist bettelarm. Schaut man vom Weltraum aus auf die nächtliche Landkarte Ostasiens, dann ist Nordkorea ein dunkler Fleck in einem Meer aus stecknadelkopfgroßen Lichtern.
Der Großvater des gegenwärtigen Machthabers begann einst als Statthalter von Stalins Gnaden und dressierte das Volk nach seinen Vorstellungen, bis dieses in ihm einen nicht hinterfragbaren politischen Messias sahen.
Was viele nicht wissen: Die herrschende Kim-Familie hat christliche Vorfahren.
Der Vater der Mutter Kimilsungs, des ersten Diktators, war protestantischer Pastor.
Sein eigener Vater war Absolvent einer Missionsschule und diente als Ältester in einer Pjöngjanger Presbyterianerkirche. Beide, Vater und Mutter, waren gläubige, engagierte Christen.
Bis vor rund 100 Jahren galt Pjöngjang wegen seiner vielen Kirchen als das Jerusalem Asiens.
Und heute ist das Land geistlich wie im Natürlichen ein schwarzer Fleck auf der Landkarte. Christen werden unbarmherzig verfolgt und wandern in Lager.
Wie konnte es dazu kommen?
Eine große Rolle spielten sicherlich die imperialistischen Japaner, die sich Korea einverleibten. Wer um sein Leben kämpft, hat wenig Zeit für anderes. Vor allem glaubensschwache und randständige Christen fallen in solchen Zeiten der Krise ab. So wohl auch Kimilsung, der zum gnadenlosen Kommunisten wurde, bevor er selber zur Gottheit aufstieg. (Sein Geburtstag, der "Tag der Sonne", ist Nationalfeiertag; seine Bilder hängen in jedem koreanischen Haus). Jesus selbst sagte, dass es Tage großer Bedrängnis geben würde, „Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden, aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.“ (Matthäus 24,22).
Aber um der Auserwählten willen…
Gott lässt seine Kinder nicht hängen.
Doch vermutlich haben seine nordkoreanischen Kinder sich irgendwann angepasst und die überlebenden Pastoren predigten nicht länger das Wort Gottes, sondern politisch opportune Zeitgeistbotschaften, bis sie dennoch weggefegt wurden. Wir dürfen nie vergessen: Wir sind immer nur eine Generation von der geistlichen Dunkelheit entfernt. Wenn das Wort heute nicht mehr gepredigt wird, geht morgen der Glaube, und wenig später auch die auf dem Glauben gründende Zivilisation, den Bach runter.
Deutschland hat sich schon weit vom Glauben an Gottes Wort (und dem damit einhergehenden Segen) entfernt. Umso mehr müssen wir, die wir an die Bibel glauben, heute am Wort festhalten, damit wir Menschen erreichen und das biblische Christentum in unserem Land eine Zukunft hat, damit unser Land eine Zukunft hat.
Denn an Gottes Segen ist alles gelegen.

Die Bibel ist voll mit Ermahnungen in diese Richtung. So ist das Buch der Richter eine eindrucksvolle Warnung. Es ist eines der furchtbarsten Bücher, die ich kenne. Eine Dystopie reinsten Wassers.
Die große Zeit von Mose und Josua ist vorbei. Ihre Worte werden vergessen und der geistliche Verfall setzt ein. Ungeschönt schildert das Richterbuch die geistliche Verwahrlosung aufgrund eines Mangels an gesunder Lehre.
Besonders erschreckend ist für mich die Geschichte Jonathans, des Sohns Gerschoms, des Sohnes Moses. Sie steht in Richter 17 und 18.
Und sie erinnert mich ein wenig an Kimilsung.
Dieser junge Enkel des Mose wurde Priester eines Großbauern namens Micha. Der hatte seiner Mutter 1100 (!) Silberstücke gestohlen. Diese verwünschte den Dieb daraufhin. So in Furcht versetzt, gibt Micha seiner Mutter das Geld zurück. Diese lobt den Herrn und nimmt 200 Silberstücke und lässt davon zwei Götzen machen, die Micha sich als Hausgötter aufstellt. Dann heuert er Jonathan an, dem er zehn (!) Silberstücke im Jahr als Priesterlohn bezahlt. (Dass die Leviten ein Anrecht auf den Zehnten haben, weiß Micha offenbar nicht).
Und Jonathan, der Enkel des Mose, wird zum treuen Hüter der Götzenbilder seines Herrn.
Für zehn Silberstücke im Jahr.
Bis eines Tages der Stamm Dan vorbeikommt und einen Priester braucht. Jonathan blickt auf sein mageres Einkommen und dann auf die Krieger Dans. Dann lächelt er, klaut seinem Herrn den Hausgötzen, und zieht mit Dan davon. "Und die Söhne Dan richteten sich das Schnitzbild auf. Und Jonatan, der Sohn Gerschoms, des Sohnes des Mose, er und seine Söhne waren Priester für den Stamm der Daniter bis zum Tag der Verschleppung des Volkes des Landes [durch die Assyrer]." (Richter 18,30).
Es dauerte gerade einmal drei Generationen und die Nachkommen des mächtigen Mose waren von billigen kanaanäischen Heidenpriestern kaum mehr zu unterscheiden.
Furchtbar.
Solches soll uns keinesfalls passieren. Wir halten es mit Luther und Bach, die sagten, bzw. vertonten: „Das Wort sie sollen lassen stahn!“

"Seht auf euch selbst, damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt."
2 Johannes 2,8.

Donnerstag, 18. Oktober 2018

To....nstö....r..ung...en

"Wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten?"
1 Korinther 14, 8.

Wir haben festgestellt, daß in der ersten Hälfte der Botschaft der Woche ab der zweiten Minute immer wieder Tonstörungen auftreten. Die Message ist jetzt bearbeitet und man kann sie hören, ohne daß es einen den Nerv raubt.
Das Video für die "OnlineKirche" geht heute auch wie gewohnt online, (allerdings fehlt nun halt der brilliante erste Teil der Predigt... seufz. 😉)

"Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit; überführe, weise zurecht, ermahne mit aller Langmut und Lehre."  (2 Timotheus 4, 2).


Dienstag, 16. Oktober 2018

Liberalitas Bavariae

"Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer gegen uns?"
Römer 8,31.

Ich gebe zu, mich gruselt, wenn ich Politiker sagen höre, sie wollen „Politik machen“ und die Gesellschaft „reformieren“ und „modernisieren“ und dabei „die Menschen mitnehmen“, und wenn das einfach nicht ankommt, „ihre Politik besser erklären.“ Ich möchte nämlich gar nicht mitgenommen oder indoktriniert werden. Ich möchte vielmehr in Ruhe gelassen werden. Ich halte weder den Staat, noch seine Politiker, noch seine Bürokraten für Erlöser.
Der Staat ist ein notwendiges Übel.
Politiker, die „Projekte“ durchziehen wollen, für die sie gar nicht gewählt wurden, sind mir suspekt. Vor allem wenn es sich um verwöhnte Jungspunde der Fraktion Kreiß-Hör-Plenarsaal ohne Berufs- und Lebenserfahrung handelt. (Geld kommt vom Papa oder vom Staat).

Der beste Staat ist der, der sich in das Leben seiner Bürger nicht einmischt. Der sich als Diener versteht und nicht als Erzieher. Jesus, der größte König aller Zeiten, hat seinen Jüngern, also einfachen Fischern, Finanzangestellten, Handwerkern, die Füße gewaschen. (Johannes 13).
Die freiheitlichsten Länder sind die am weitesten entwickelten. Denn freie Bürger schaffen nützliche Dinge und damit Wohlstand. Unfreie, von einer misstrauischen Verwaltung geknechtete Bürger haben dazu weder Zeit noch Energie.

Da lobe ich mir mein Bayerland, sprach der König.
Hier gilt die Volksweisheit: "Leben und leben lassen."
Hier lässt einen der Staat noch im Großen und Ganzen in Ruhe.
Zwar haben die Bayern durchaus einen anarchischen Zug an sich, (Wildererfolklore! Jennerwein!), doch der ist selten destruktiv. Wenn der Bayer es der herrschenden Partei mal so richtig zeigen will, dann ruft er die Revolution aus, ganz ohne Mistgabel und Dreschflegel, schart freie Wähler um sich und gründet eine neue Partei. Der inhaltliche Unterschied zur herrschenden Partei? Nun, da müsste man ein paar Stunden drüber nachdenken. Die Antwort wäre dann vermutlich: Unterschied? Wieso? Und wenn's so sein muss, dann geht man halt zusammen und bildet gemeinsam eine Regierung.

Politik in Bayern erschöpft sich (zum Glück) oft in gelegentlichen Reden, politischen Stammtischen und der Beschäftigung der Politiker mit sich selbst. Der Bürger kann sich ziemlich frei entfalten und die Wirtschaft lässt man auch gewähren. Schließlich muss sie den Spaß finanzieren; wenn man die Wirtschaft zu sehr zwiebelt, dann sprudeln auch keine Steuern. Sie sprudeln hier jedoch mehr als anderswo. Über den Länderfinanzausgleich finanziert Bayern sogar die Slums von Berlin. Die sind jedoch weit. Und so revanchiert sich der bayerische Wähler bei seinen Politikern, indem er, wenn auch in Variationen, immer dasselbe wählt.
Gott mit dir, du Land der Bayern. Und vergiss nicht, wem du die Prägung verdankst, die dich großgemacht hat. (Dem Herrgott).

"Der HERR wird schreiben beim Verzeichnen der Völker: Dieser ist dort geboren. Und singend und den Reigen tanzend werden sie sagen: Alle meine Quellen sind in dir." (Psalm 87, 6-7).

Samstag, 13. Oktober 2018

Bayern: Was wählen?

"Wenn ihr an jenem Tage wegen eures Königs um Hilfe schreien werdet, den ihr euch erwählt habt, dann wird euch der HERR an jenem Tag nicht antworten."
1 Samuel 8,18.

Ich bin im Herzen ja Monarchist und hätte am liebsten Jesus als König im Hier und Jetzt. Demokrat bin ich allerdings auch, und so habe ich mir Jesus in einer freien und geheimen Wahl jetzt schon als König gewählt.
Morgen, am 14.10.2018, ist allerdings noch eine Wahl, die zum bayerischen Landtag. Da ist Jesus leider kein Kandidat.
Wen also wählen?
In einer nicht völlig homogenen Gemeinde wie der unseren, in die Menschen von überall her, aus jeder Schicht und jeden Alters gehen, (sogar Politiker), gibt es garantiert alle möglichen politischen Orientierungen. Allerdings interessieren uns die im Gottesdienst nicht. Wir tragen unsere Überzeugungen auch nicht auf dem Revers. Der Gottesdienstes keine Wahlveranstaltung. Ich gebe auch keine Wahlempfehlungen ab.
Aber nachdenken tue ich schon.

Ich habe also in eine örtliche Zeitung geblickt und dort einen Artikel über die CSU-Kandidatin gelesen. In dem geht es ausschließlich um Klimawandel und CO2-Einsparungen und dergleichen weltbewegende Dinge mehr. Jeder müsse da seinen Teil tun: Gebäude, Autos, Firmen, usw. Nun ist es so: Wenn ich höre, dass ein Politiker sagt, wir müssten unseren Teil zu irgendetwas beitragen, dann läuft das erfahrungsgemäß stets auf höhere Steuern hinaus. Sonst nichts. Die Dame hätte genauso gut für die Grünen sprechen können. Ich verstehe, dass sich da manche denken, was soll ich bei der CSU, wenn die grüne Politik macht? Da gehe ich doch gleich zu den Grünen.
Die Grünen zu wählen ist jedoch so eine Sache. Man muss ich dazu einmal ein YouTube-Video ihres bayerischen Führungspersonals anschauen.
Sehr... jugendbewegt.
Die SPD macht da keinen großen Unterschied.
Die Kandidatin der Freien Wähler schlug in dieselbe Kerbe wie die Dame von der CSU. Auch bei ihr ging's vor allem ums Klima.
Die Damen wirken alle sehr sympathisch und sind sicherlich nette Kerle, doch ich muss sagen, ich bin zwar für eine saubere Umwelt, der Klimawandel interessiert mich persönlich momentan aber nicht die Bohne. (Ich steh sogar auf dem Standpunkt, dass das verteufelte Spurengas CO2 für Pflanzen gut ist. (Hab ich in der Schule gelernt). Überhaupt hat es laut Wikipedia in der Erdgeschichte schon wesentlich größere CO2-Konzentrationen als die gegenwärtigen in der Atmosphäre gegeben, ohne dass dies zu höheren Temperaturen geführt hätte). Gibt es tatsächlich einen Klimawandel, dann sollten wir nicht „gegensteuern“, (was wir eh nicht können), sondern uns anpassen.
Natürlich rechne ich nicht damit, dass die milliardenschwere Klimaindustrie irgendwann kommt und sagt, Hoppla, Kommando zurück, wir haben uns vertan. Die würden ja ihre Pfründe gefährden. Wer macht das schon (freiwillig)?
(Auch der grotesk überdimensionierte Bundestag wird sich nicht freiwillig wieder verkleinern).

Die wirklich brenzligen Themen scheinen fast alle Parteien auszuklammern.
In derselben Zeitung las ich nämlich von Messerstechereien im Bereich des hiesigen Ankerzentrums. (Das in Bamberg wurde angezündet, aber nicht von Frakturschrift-Deutschen; allerdings hört man darüber kaum noch etwas). Knapp 40% der Gefängnisinsassen in Bayern seien Ausländer, knapp die Hälfte davon nicht aus der EU. Die Kripo habe wegen Verdacht auf ein versuchtes Tötungsdelikt sechs Kandidaten festgenommen und werde diese nach Feststellung der Tatsachen wieder entlassen. (Bei einem Mordversuch? Im Ernst?) Solcherlei konkrete Bedrohungen der Allgemeinheit durch eine gefährliche Minderheit beschäftigen mich alten Hinterwäldler wesentlich mehr als das Wetter in 100 Jahren.
Auch über den "Globalen Pakt für Migration“ der UNO, der im Dezember unterschrieben werden soll, habe ich von keinem Kandidaten etwas gehört.
Wissen die davon nichts, oder tun sie nur so?
Die AfD klingt wie die CSU von vor 20 Jahren, will die illegale Migration unterbinden und den Zustand des Rechts ante 2015 wiederherstellen, schmeißt sich aber an Russland ran, eines der korruptesten Länder der Erde. Das verstehe wer will.
Die Familienpolitik aller Parteien hat sich kilometerweit von der Verfassung und dem biblischen Ideal entfernt.
Steuersenkungen? Fehlanzeige.
Wahlen auf dieser Welt sind immer die Wahl des kleineren Übels.
So werde ich morgen wohl oder übel das kleinere Übel wählen.
Jeder möge seinem Gewissen folgen (und den obigen Vers beachten).

"Ich ermahne nun vor allen Dingen, daß Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit." (2 Timotheus 2,1-2).

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Unterschiede in den Evangelien

"Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet."
2 Timotheus 3,16.

 „Pastor, warum benutzen die Evangelisten manchmal unterschiedliche Worte, wenn sie die gleichen Aussagen Jesu wiedergeben? Müssten sie da nicht den gleichen Wortlaut haben?“

Die Aussagen der Evangelisten unterscheiden sich, weil Jesus an verschiedenen Orten dieselbe Predigt noch einmal gehalten hat. Genaugenommen sind uns nur die wichtigsten Aussagen seiner Predigten überliefert und nicht der gesamte Wortlaut.
Er hat sich wiederholt.
Die Inhalte der Bergpredigt finden sich Lukas 6 noch einmal, da „trat er auf einen ebenen Platz.“ (Vers 17).
Aus der Bergpredigt wird eine Ebenenpredigt.
Ab Vers 20 wiederholt er die Seligpreisungen und viele andere Aussagen aus Matthäus.
Die Evangelien selber behandeln nur etwa 21 Tage aus dem öffentlichen Wirken Jesu, das immerhin dreieinhalb Jahre gedauert hat. Johannes sagt am Ende seines Evangeliums, wenn alles aufgeschrieben würde, was Jesus gesagt und getan hat, die Welt die Bücher nicht fassen würde.
Die Bibel ist schon Gottes inspiriertes Wort.

"Wer Ohren hat zu hören, der höre." (Lukas 8,8)

Montag, 8. Oktober 2018

Welt im Wandel

"Und Jesus trat zu ihnen und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters."
Matthäus 18,18-20.

Ich bin bekanntlich kein Verschwörungstheoretiker. Diese Leute schieben oft Paranoia und sehen hinter jeder Entwicklung die Kabale korrupter Eliten. Sie sind permanent entsetzt. Ich hingegen glaube, dass Jesus alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben wurde und dass er die Geschicke der Menschheit fest in Händen hält.

Aber ich gestehe, ich bin dieser Tage schon ins Grübeln gekommen.
Warum?
Der Präsident des Deutschen Bundestages, Herr Schäuble, hat 2016 in einem vielzitierten Zeitungsartikel in der „Zeit“ zum Thema Migration gesagt, „Abschottung“ würde die Deutschen, bzw. Europäer kaputtmachen und in Inzucht degenerieren lassen.
Das ist hanebüchener Blödsinn eine überaus steile These.
Er sagte damals auch, in der globalisierten Welt sei es nötig, noch einmal eine maßvolle Revolution, einen grundlegenden Wandel ohne Übertreibung zu schaffen.
Herr Schäuble möchte also durch eine maßvolle Revolution Deutschland grundlegend wandeln.
Natürlich ohne Übertreibung.
Nun gibt es maßvolle Revolutionen natürlich nicht und grundlegender Wandel geht stets mit Übertreibungen einher.
Ich muss sagen, ich habe mich über solche radikalen Worte aus dem Mund eines bislang nicht durch Radikalität aufgefallen Politikers schon ein wenig gewundert. Denn niemand hat unseren Politikern grundlegenden Wandel aufgegeben oder sie gar mit seiner Wählerstimme dazu beauftragt, irgendeine Revolution anzuzetteln, maßvoll oder nicht.

Was wir seit September 2015 erleben, hat jedoch schon etwas von Revolution an sich. Kein Land, wenn es nicht gerade erobert wurde, hat jemals jedem, der da kommt, mit oder ohne Ausweis, bedingungslos Einlass gewährt. Denn da könnte ja jeder kommen: Rechtschaffene und Terroristen. Gute Menschen und Verbrecher. Wir wissen heute ausweislich der Kriminalstatistik, dass wir da eine ziemliche Mischung ins Land gelassen haben—und immer noch lassen.
Warum?
Warum hat sich Herr Schäuble, (er ist ja nur treuer Herold seiner Herrin), so vehement auf revolutionäre Zuwanderung kapriziert?
Nun, es gibt da allen ernstes einen Plan der Vereinten Nationen, der mir erst in den letzten Wochen bekannt wurde. Er heißt Global Compact for Migration, zu Deutsch: Globaler Pakt für Migration. Es ist hier nicht der Platz, auf alle Einzelheiten einzugehen. Im wesentlichen geht es um eine revolutionäre Bevölkerungsverschiebung aus den armen Ländern mit Geburtenüberschuss in die reichen alten westlichen Länder. Die globale Niederlassungsfreiheit soll quasi ein Menschenrecht werden. Die aufnehmenden Völker und Nationen werden nicht gefragt, eine Diskussion hierüber findet nicht statt. Dieser Pakt soll im Dezember 2018 beschlossen werden und wird dann ganz sicher zu einem „grundlegenden Wandel“ in Deutschland führen.
Plötzlich wird verständlich, warum Herr Schäuble neulich in der „Welt“ verlauten ließ, dass man sich doch bitte nicht zu haben möge. Man brauche sich nicht einbilden, dass die große Masse der abgelehnten Asylbewerber jemals in ihr Heimatland zurückkehren wird. Man möge sie, bitteschön, integrieren. (Wenn das so einfach wäre).

Innenminister Seehofer äußert sich ähnlich. Auch er will abgelehnten Asylbewerbern so schnell wie möglich die Arbeitsaufnahme erlauben. Die Asylschiene wird so endgültig zur Einwanderungsschiene. Dass sich dies in den entsprechenden Ländern rasch herumsprechen wird, ist klar. Angesichts des Migrationspaktes, den Deutschland wohl brav unterschreiben wird, ist dies offenbar beabsichtigt. Unsere Regierung WILL Zuwanderung im großen Stil. Eine „maßvolle Revolution,“ aber eben doch eine Revolution, einen grundlegenden Wandel. (Die USA und ein paar andere Staaten machen aus Gründen des Selbstschutzes bei diesem Pakt nicht mit).
Es muss vermutlich so kommen.

Die Völker der Welt migrieren nach Mitteleuropa und werden sich hier vermischen.
Die Entwicklung erinnert mich an Daniel 2, wo von verschiedenen Weltreichen die Rede ist. Über das letzte Weltreich, eine Art auferstandenes Römisches Reich, sagt der Prophet, es sei teils aus Eisen, teils aus Ton.
„Daß du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast: Sie werden sich durch Heiraten untereinander vermischen, aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit Ton nicht mischen läßt.“ (Daniel 2,43).
Manche Kulturen sind so unterschiedlich wie Eisen und Ton. Eisen ist messerhart und Ton ist zunächst formbar, bevor auch er hart wird. Die beiden harmonieren jedoch nicht. Solche Verbindungen sind inhärent instabil. Daniel sagt, sie werden nicht aneinander haften. Es wird Parallelgesellschaften geben, die sich auch mit viel gutem Willen nicht wirklich mischen werden.
Das sind keine guten Aussichten.
Viele von uns erinnern sich noch was geschah, als die eiserne Faust des Kommunismus den Vielvölkerflecken Jugoslawien nicht mehr zusammenhielt: Es fand ein langer Bürgerkrieg statt, der seinerseits zu viel Migration, auch zu uns, führte.

Doch Daniel endet nicht mit diesem dystopischen Ausblick. Vielmehr mündet dieses Chaos durch Gottes Eingreifen in ein einzigartiges neues Weltreich:

„Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewig nicht zerstört werden wird. Und das Königreich wird keinem anderen Volk überlassen werden. Es wird all jene Königreiche zermalmen und vernichten, selbst aber wird es ewig bestehen.“ (Daniel 2,44).

Das siegreiche, ewig nicht zerstörbare Reich ist natürlich das Friedensreich Christi.
Eine Erweckung ist unterwegs.
Wir leben in spannenden (End)Zeiten.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Unverständliche Bibelstelle?

"Wer aber ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, daß Jesus der Sohn Gottes ist? Dieser ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut. Und der Geist ist es, der dies bezeugt, denn der Geist ist die Wahrheit. Denn es sind drei, die bezeugen: Der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind einstimmig."
1 Johannes 5,5-8.

„Pastor, die obige Bibelstelle ist verwirrend. Jesus ist gekommen durch Wasser und Blut? Wie muss ich das verstehen?“

Stimmt schon: Es ist sehr kryptisch was Johannes hier schreibt.
Worum gehts?
Johannes bezieht sich auf eine Lehrmeinung, die ein Gnostiker namens Kerinthus in die Welt gesetzt hat. Der hat behauptet, Jesus wäre ein ganz normaler Mensch gewesen und der „Christus“ wäre während seiner Taufe auf ihn gekommen und habe ihn vor der Kreuzigung wieder verlassen.
Das ist natürlich biblisch unhaltbarer Blödsinn. Doch das hat empfängliche Leute noch nie davon abgehalten, solche Sachen trotzdem zu glauben. (Steiner?)
Das Wasser, von den Johannes spricht, bezieht sich auf die Taufe und das Blut auf die Kreuzigung. Jesus war demnach der Christus während seiner Taufe und auch während seines Todes am Kreuz. (Ein Echo von Kerinthus findet sich im Koran, der auch behauptet, Jesus wäre nicht gekreuzigt worden und hätte nicht gelitten, es habe nur so ausgesehen als ob; der Christus sei in Wirklichkeit entrückt worden).
Nach der Auferstehung Jesu kam an Pfingsten der Heilige Geist über die Gemeinde, was nicht passiert wäre, wenn Jesus nicht die Bedingungen dafür erfüllt hätte.
Geist und Wasser und Blut, die einstimmig sind: Jesus kam aus dem Wasser der Taufe und begann seinen Dienst als Messias. Dieser mündete plangemäß in die Kreuzigung, (Blut), diese in die Auferstehung und in die Ausgießung des Heiligen Geistes, (Geist). Die drei bauen aufeinander auf und sind nicht voneinander zu trennen. Ohne Dienst Jesu kein Tod am Kreuz. Ohne Auferstehung kein Pfingsten. Ohne Heiligen Geist keine Erlösung.
Kerinthus hat sehr geirrt.
Ich wünschte mir natürlich, Johannes hätte sich etwas deutlicher ausgedrückt. Nicht so sparsam mit den Buchstaben. Doch Papier war damals teuer und so ist sein Brief wie er ist.

"Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre. Beharre in diesen Dingen! Denn wenn du dies tust, so wirst du sowohl dich selbst erretten als auch die, die dich hören."

Dienstag, 2. Oktober 2018

Ein beklemmendes Erlebnis

"Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen. Er hat mich gesandt, Gefangenen Freiheit auszurufen."
Lukas 4,18.

Letzten Samstag war ich mit einer Gruppe von etwas mehr als 30 Leuten aus dem Christlichen Glaubenszentrum im größten Bunkermuseum Deutschlands. Wir mussten nicht weit fahren, da es sich mitten in Schweinfurt befindet, der Industriestadt neben dem malerischen Geldersheim, wo das CGZ seinen Sitz hat. Da steht also ein gigantischer fensterloser Klinkerkubus mit vielen Stockwerken und 2 m dicken Betonwänden am Straßenrand und wartet auf Verzweifelte, die sich in ihn flüchten wollen, (was heute nicht mehr möglich ist, da er mittlerweile in Privatbesitz ist).
Im Zweiten Weltkrieg hat er allen Bomben der Alliierten standgehalten. "Mission erfüllt" kann man anerkennen.
Im Innern des Bunkers befinden sich kleine Zellen. Es herrscht eine bedrückende Atmosphäre. Man kommt sich vor wie im Knast, auch wenn es keine Eisentüren oder Pritschen gibt. Wobei der Knast dem Bunker vorzuziehen ist, denn Gefängnisse werden normalerweise nicht auch noch bombardiert und stehen daher nicht in Gefahr, über einem einzustürzen.
Da schreit man Heil!, huldigt dem GröFaZ, und im nächsten Moment sitzt man im Loch und die Erde bebt und man hofft schwitzend und betend, mit heiler Haut wieder rauszukommen. (Der GröFaZ übrigens auch). Was lehrt uns das?
Ich bin jedenfalls froh, den WK2 verpasst zu haben und nicht in einem dieser Löcher gesessen haben zu müssen. Bin ja eher der Mensch für die raumgreifende Weite.

Heute brauchen wir keine Bunker mehr (und Terrorbomben treffen immer nur die anderen).
Es gibt jedoch viele Menschen, die sich aus vielerlei Gründen innerlich verbunkert haben und in bedrückenden Gedankenzellen sitzen.
Das muss nicht sein.
Gestehe dir ein, dass du dich verrannt hast und nicht mehr herauskommst, und bitte Gott um Hilfe. Das ist ein erster Schritt. Du wirst merken, dass es praktisch sofort leichter wird.

"Naht euch Gott und er wird sich euch nahen... Demütigt euch vor dem Herrn! Und er wird euch erhöhen." (Jakobus 4,8+10).

Freitag, 28. September 2018

Das Cherubentor

"Und er trieb den Menschen aus und ließ östlich vom Garten Eden die Cherubim sich lagern und die Flamme des zuckenden Schwertes, den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen."
1 Mose 3,24.

Die ersten Engel, die in der Bibel erscheinen, sind die Cherubim. Sie tauchen auf, als Gott die Menschen aus dem Paradies verbannt. Ihre Aufgabe ist es, den Baum des Lebens vor der Plünderung zu bewahren. Sie verwehren den Menschen den Zugang zum Garten Eden.
Zum zweiten Mal begegnen uns Cheruben im Zusammenhang mit der Bundeslade in 2 Mose 25.
Diese Lade war etwas ganz besonderes. Sie war ein Kasten aus Akazienholz, in dem ein Topf mit Manna, die zwei Gesetzestafeln und der Stab Aarons, der geblüht hatte, aufbewahrt wurden.
Der Deckel dieser Lade, (auch Sühneplatte genannt), bestand aus Gold. Die vier Kanten darum herum machten es zu einem Bassin. In dieses Bassin gab der Hohepriester einmal im Jahr, im siebten Monat, am zehnten des Monats, das Blut des Sündopfers. (3 Mose 16).
Überwölbt wurde dieser Deckel von zwei goldenen Cheruben, deren Flügel sich an der Spitze trafen und so eine Art gotischen Spitzbogen formten. Diese Engel trugen keine Schwerter, mit an denen sie Menschen auf Abstand hielten. Vielmehr formen sie ein Tor, taten also das genaue Gegenteil, denn ein Tor verschafft ja Zugang. Sie bewachen also den Zugang zu Gott und lassen nur den durch, der über die richtige Schwelle kommt. Diese Deckplatte bildet die Schwelle dieses besonderen Tores.
Das Blut des Sündopfers auf der „Schwelle“ eröffnete den Weg zu Gott. Der Herr erschien nämlich regelmäßig in der Wolke über der Deckplatte.

Im Hebräerbrief, Kapitel 9, ab Vers 11 beschreibt der Autor das Erlösungswerk Christi. Jesus ist in den Tempel im Himmel gegangen, (von dem der irdische Tempel nur ein Abbild war), nicht mit dem Blut von Böcken oder Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut, und hat dieses in das Bassin der Lade im Himmel gesprengt. Auf dieser Lade stehen keine goldenen Engel, sondern leibhaftige Cheruben. Das Blut Jesu bildet die Schwelle, die in die Gegenwart Gottes hinein führt. Denn „ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung.“ (Hebräer 9,22).
Jesus sagte ja auch: „Ich bin die Tür.“

Nicht nur Adam, auch Jesus hat ein Eden. Das Eden Christi ist das Neue Jerusalem. Dessen Tore werden auch von Engeln bewacht. (Allerdings mehr zeremoniell, wie die Bärenfellmützenträger im roten Rock die Königin von England bewachen; schließlich herrscht dort ja tiefstmöglicher Friede). Näheres steht in Offenbarung 21.
Engel als Wächter finden sich somit ganz am Anfang und ganz am Ende der Bibel. Am Anfang verschließen sie ein Tor, am Ende wachen sie darüber, dass zwölf Tore offenbleiben. (Vers 25).

Zugang zu diesem Sehnsuchtsort verschafft nur einer: Jesus.

"Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er errettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden." (Johannes 10,9).

Mittwoch, 26. September 2018

28.10.2018: Waldemar Sardaczuk im CGZ

"Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi."Epheser 4, 11-12.

Ich freue mich, daß Waldemar Sardaczuk wieder auf dem Damm ist und am Sonntag, 28. Oktober 2018, um 10.30 Uhr im CGZ sprechen wird. (Er hat sich bei einem schweren Sturz im Frühjahr etliche Halswirbel gebrochen, und das bei seinem fortgeschrittenen Alter. Doch der Herr hat ihn wieder hergestellt).
Waldemar S. ist ein bemerkenswerter Mann Gottes, den der Herr in mächtiger Weise gebraucht hat und noch immer gebraucht, wo andere schon seit 20 Jahren in Pension wären. Er hat etliche Gemeinden gegründet. Sein bekanntestes Werk ist sicher das AVC, das Aktionskomitee für verfolgte Christen in Nidda, das wir monatlich unterstützen. Es ist heute ein erfolgreiches und vielschichtiges Missionswerk.
Wir freuen uns.

Am Tag davor, Samstag, dem 27. September, ist mit Ruth Heil eine bemerkenswerte Frau Gottes im CGZ zu Besuch! Sie gestaltet einen Frauentag, der um 15 Uhr beginnt. Herzliche Einladung auch hierzu.

Am 4. November, also am Sonntag die Woche darauf, wird unser Freund Larry Mills, der im Nahen Osten für den Herrn aktiv ist, im CGZ sprechen.

Die Woche danach wird am Samstag, 10. November, ein Lobpreisgottesdienst mit unseren diversen Bands stattfinden.

Erstaunlich, was alles los ist...

"Ich will frohlocken und mich freuen über deine Gnade." (Psalm 31, 8).

Samstag, 22. September 2018

Der Fluch des Goldes von Tolosa

"Eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben."
1 Timotheus 6,10.

Attila der Hunnenkönig galt im fünften Jahrhundert Anno Domini als Geißel Gottes. Er verwüstete mit seinen grausamen Reiterhorden jede Gegend, in die er eindrang, und plünderte sie radikal aus. Zudem wich das hunnische Schönheitsideal gravierend vom klassischen ab. Hunnische Eltern deformierten die Schädel ihrer Kinder mit Holz- und Ledervorrichtungen, sodass sie hinterher zum fürchten aussahen. Sie waren von erlesener Hässlichkeit, sodass der Hunne schlechthin manchen guten Christen wie eine Inkarnation des Leibhaftigen vorkam.
Ganze Germanenvölker trieben die gelben Gnome auf ihren Steppenpferden vor sich her nach Westen und wurden dabei immer reicher.
Irgendwann schlägt Attila in der Gegend des verwüsteten römischen Munizipiums Katalaunum in Gallien auf. Seine gotischen, herulischen, kalmückischen und sonstigen Hilfstruppen treffen wir hier auf die Soldaten des germanischen Generals Aetius, des Herrn über Roms Armeen im Westen.
Drei Tage lang tobt die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern. Attila schien zu gewinnen, als am dritten Tag Theoderich, der König der Westgoten aus Tolosa, dem heutigen Toulouse, mit seinen Soldaten ankommt und sich auf römischer Seite in die Schlacht stürzt. Bis tief in die Nacht wogt der Kampf.
Attila weiß, nun ist es vorbei.
In Fackelschein seiner letzten Nacht lässt er sich noch einmal die riesigen Schätze an Gold, Silber und Edelsteinen zeigen, die seine Armee mitführt, während inmitten seines Lagers aus den hölzernen Sätteln tausender gefallener Steppenpferde ein riesiger Scheiterhaufen errichtet wird. Seine Könige stehen um ihn herum. Sie wissen, morgen werden sie mit ihrem Herrn diesen Scheiterhaufen besteigen und in Flammen aufgehen. Sie werden sich den Römern nicht ergeben.
Inzwischen hat ein Pfeil den guten König Theoderich von Tolosa tödlich getroffen. Nach alter Väter Sitte heben die Westgoten noch auf dem Schlachtfeld seinen Sohn Thorismund auf den Schild und machen ihn zum neuen König.
Am Morgen spricht General Aetius eindringlich zu seinen gotischen, burgundischen und fränkischen Heerführern. Attila sei eingeschlossen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Feind die Waffen strecke. Der Hunne werde fallen. Europa werde frei sein von dieser Geißel aus den Tiefen der Urwälder des Ostens. Man müsse nur noch kurz in Eintracht zusammenstehen.
Da wandert das Auge des neuen Gotenführers Thorismund über seine Offiziere. Einer fehlt. Sein Bruder Theoderich junior. Sofort kapiert der neue König was passiert: Theoderich hat sich abgesetzt! Er ist unterwegs nach Tolosa, um den dortigen Goldschatz in Besitz zu nehmen. Wenn er ihn erst hat, dann wird Theoderich der neue König der Westgoten sein und Thorismund wird sterben.
Thorismund beschließt darauf hin, mit seinen Truppen die Römer zu verlassen und Theoderich nachzusetzen, um zu verhindern, dass der in den Besitz des vermaledeiten Schatzes gelangt. Die Westgoten werden im entscheidenden Kampf gegen Attila nicht zur Verfügung stehen.
So schwächt die Habgier des Theoderich die Armee des Aetius.
Und Attila kommt davon.
Er ist zwar geschlagen, aber nicht vernichtet. Der Scheiterhaufen bleibt unentzündet. Der Hunne und seine Vasallen reiten unbehindert zurück nach Osten. Tausende Unschuldige fallen weiter ihren Krummschwertern zum Opfer.
Im Jahr darauf steht Attila vor den Toren Roms.

Das Gold von Tolosa brachte dem Usurpator Theoderich übrigens kein Glück. Er wurde von Abenteurern ermordet. Um des Goldes willen.

"Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge. Strebe aber nach Gerechtigkeit, Gottseligkeit, Glauben, Liebe, Ausharren, Sanftmut! Kämpfe den guten Kampf des Glaubens. Ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen!" (1 Timotheus 6,11-12).

Dienstag, 18. September 2018

Buntheit, Vielfalt, Bereicherung?

"Erfüllt meine Freude, daß ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid."
Philipper 2, 2.

Schlägt man die Zeitung auf, schaut man Werbeprospekte an, oder hört die Nachrichten, so wird uns ständig vermittelt, Buntheit und Vielfalt wären immer eine Bereicherung und seien nicht zu hinterfragen. So trägt man seine vermeintliche Weltoffenheit ostentativ vor sich her wie der Messdiener die Monstranz bei der Prozession.
Der Wert von Buntheit und Vielfalt ist jedoch relativ und wir sollten uns hier nicht verdummen lassen.
Wenn ein schwarzer, ein gelber, ein roter, ein brauner und ein weißer Christ zusammensitzen, dann kann man davon ausgehen, dass die Denke einigermaßen gleich ist. (Was nichts Schlechtes ist!) Wir sind dann zwar äußerlich „bunt“, werden innerlich jedoch von derselben Gesinnung, derselben Liebe und denselben Werten geleitet.
Innerlich sind wir also auf eine gesegnete Weise einförmig.
Dieser Gleichmut, diese Einheit sind etwas Stärkendes, (und definitiv nicht dasselbe wie Farblosigkeit oder Einfalt).
Käme nun, sagen wir, ein sudanesischer Klitorektomist oder ein britischer IS-Henker in unseren Kreis, dann wären wir auch äußerlich noch bunter. Wertemäßig würden wir an Vielfalt zulegen. Dass dies jedoch schwerlich eine Bereicherung darstellt, ist tief im Herzen vermutlich selbst hartgesottenen Vielfaltspropagandisten klar.
Bei aller Liebe zur Buntheit: Ohne einen harten Kern von nicht hinterfragbaren Werten geht es nicht. (Toleranz ist kein Wert an sich, siehe oben; wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht).

Der alte Martin Luther King sagte einst in seiner berühmtgewordenen „Ich habe einen Traum“-Rede, er möchte, dass seine vier Kinder eines Tages in einer Nation leben, in der sie nicht nach der Farbe ihrer Haut, [Buntheit!], sondern nach der Qualität ihres Charakters beurteilt werden.
Das ist doch mal ein guter Ansatz.

„Die er vorher erkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“ (Römer 8,29).

Samstag, 15. September 2018

Sind Christen Vegetarier?

„Und eine Stimme erging an ihn: Steh auf, Petrus, schlachte und iß!“
Apostelgeschichte 10,13.

„Pastor, sollten Christen vegetarisch leben oder vegan?“

Die ersten Christen in der Bibel waren definitiv keine Vegetarier. Denn sie war noch in ihrem Judentum verhaftet und hätten als Vegetarier das Passahlamm nicht essen können, das zu essen Pflicht war. Wir essen heute kein Passahlamm mehr, sondern feiern stattdessen Abendmahl.
Wer will, kann als Christ natürlich vegetarisch leben. Gott ist das Jacke wie Hose. Paulus sagt: „Wer ißt, ißt dem Herrn, denn er sagt Gott Dank. Und wer nicht ißt, ißt dem Herrn nicht und sagt Gott Dank.“ (Römer 14,6). Ich kenne recht nette Vegetarier. (Es gibt ja auch die von der verbissenen Sorte).

Es gibt Grünröcke, die behaupten, "Vegetarier" sei ein altes Indianerwort für "Schlechter Jäger", aber ich halte das für eine Legende.

In diesem Sinn: Guten Appetit.
(Jesus war übrigens kein Vegetarier. Auch nach der Auferstehung nicht).

„Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich wunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Sie aber reichten ihm ein Stück gebratenen Fisch und er nahm und aß vor ihnen.“ (Lukas 24,41-43).

Donnerstag, 13. September 2018

Nicht erfolgreich widerstanden?

„Pastor, du hast im letzten Beitrag geschrieben, dass man der Versuchung widerstehen soll, damit einem der Teufel vom Hals bleibt und Gottes Kräfte im Leben wirksam werden. Was, wenn ich der Versuchung nicht erfolgreich widerstanden habe?“

Dann gilt für dich Jakobus 4, 9-10:
„Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen! Fühlt euer Elend und trauert und weint. Euer Lachen verwandle sich in Traurigkeit und eure Freude in Niedergeschlagenheit!
Demütigt euch vor dem Herrn! Und er wird euch erhöhen.“

Dienstag, 11. September 2018

Wie widerstehe stehe ich dem Teufel?

„Widersteht aber dem Teufel und er wird von euch fliehen.“
Jakobus 4,7.

„Pastor, wie widerstehe ich dem Teufel? Ich sehe ihn ja nicht.“

Dem widerstehst du, indem du der Versuchung widerstehst. Die hast du direkt vor dir.
Am Sonntag kam ein Vater auf mich zu, der mir von einem Traum seines (jungen) Sohnes berichtete. Darin habe ihn jemand zu schlechten Taten aufgefordert. Was soll er tun? Ich riet ihm, dem Buben zu raten, sich mit Worten gegen diese schlechten Taten zu richten. „Nein, das werde ich nicht tun.“ So in diesem Stil. Wenn klare Worte erst einmal im Raum stehen, dann entwickeln sie ihre ganz eigene Dynamik im Hinblick auf Entscheidung und Willensfindung.

In Matthäus 4 wird Jesus „von dem Geist in die Wüste hinaufgeführt, um von dem Teufel versucht zu werden.“
Jesus wurde getestet, bevor er seinen öffentlichen Dienst begann. Würde er dem Teufel widerstehen?
Der Versucher trat zu ihm und forderte ihn auf, durch bestimmte Machttaten zu beweisen, dass er tatsächlich der Sohn Gottes ist. „Wenn du Gottes Sohn bist, so spricht, dass diese Steine Brot werden.“ (Vers 3).
"Wenn du Gottes Sohn bist..."
Sein Vorgehen erinnert an 1 Mose 3: „Hat Gott wirklich gesagt…?“
Er stellt das Wort Gottes infrage.
Das tat er bei Adam.
Das tat er bei Jesus.
Das tut er noch heute.
Du widerstehst dem Teufel also dadurch, dass du im Wort Gottes bleibst und es nicht infrage stellst, sondern dich in allen Lebenslagen daran orientierst.

Tust du das nicht, beißt dich irgendwann der Chaosdrache. Sogar die Jünger wollten Jesus hin und wieder das Wort Gottes ausreden. (Matthäus 16, 22). Als er dann wie angekündigt am Kreuz starb, verstanden sie die Welt nicht mehr—obwohl er dreimal versucht hat ihnen zu verklickern, dass genau dies passieren wird. Die Jünger schwenkten erst nach der Auferstehung auf die Sichtweise Jesu ein. Zuvor waren sie vom eigenen Ehrgeiz mehr geleitet als von Wort und Auftrag Gottes.
Gut, daß sie Jesus hatten, der keinen Millimeter vom geraden Weg abwich und Gottes Willen durchzog, selbst als Steine flogen und Henkersknechte zu hämmern begannen.

Jesus antwortete auf alle Versuchungen des Versuchers mit dem Wort Gottes: „Es steht geschrieben…“ Er ließ sich das Wort eben nicht ausreden. „Da spricht Jesus zu ihm: Geh hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.'“
Und dann kommt ein wunderbarer Vers:
„Dann verläßt ihn der Teufel. Und siehe, Engel kamen herbei und dienten ihm.“ (Vers 11).

Engel kamen herbei und dienten ihm.

Es kann gut sein, dass auch du immer mal wieder durch Situationen gehst, in denen Gott weit weg zu sein scheint. Es kann sein, dass er dich in solchen Momenten prüft. Er will wissen, wie du reagierst. Bleibst du bei seinem Wort oder folgst du dem anderen Trommler?
Wenn du widerstehst, (trotz Mangel, trotz Hunger), dann wird es dir gehen wir Jesus: Engel kommen herbei und dienen dir. Neue, bessere Zeiten brechen an, in denen Gott wieder spürbar in deiner Nähe weilt.

„Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen.“ (Jakobus 4,8).

Sonntag, 9. September 2018

Verkettung glücklicher Umstände

„Ein Land, das den häufig darauf kommenden Regen trinkt und nützliches Kraut hervorbringt für diejenigen, um derentwillen es auch bebaut wird, empfängt Segen von Gott.“
Hebräer 6,7.

Heute hat sich mir eine junge Frau nach dem Gottesdienst vorgestellt. Sie wolle nur mal kurz Rückmeldung geben. Sie habe sich vor ein paar Jahren aufgrund unserer YouTube-Predigten auf „Onlinekirche mit Pastor Gert Hoinle“ bekehrt. Gleich darauf habe sie ihre Traumarbeitsstelle bekommen. Nun lebt sie in Uganda und arbeitet bei Vision für Afrika e.V. mit. (Dieses Missionswerk unterstützen wir regelmäßig. Maria Prean, die Leiterin dieses Werks, wird voraussichtlich im April nächsten Jahres wieder einmal bei uns sein).
Das ist doch wunderbar.
Wir wünschen R. viel Erfolg und Gottes Segen in Afrika.

Es waren auch Gäste aus München da. Die sind natürlich auch unvergessen!

Apropos München: Eine Mitarbeiterin war zu einem Bürgertreffen mit dem Ministerpräsidenten eingeladen und hat ihm im persönlichen Gespräch geistesgegenwärtig unsere Gemeindevisitenkarte überreicht. Ich fiebere nunmehr seinem Anruf entgegen. ;)

„Ich freute mich, als sie zu mir sagten: "Wir gehen zum Haus des HERRN."“ (Psalm 122,1).

Donnerstag, 6. September 2018

Don't feed the troll

"Ein Mann der Falschheit entfesselt Zank, und ein Ohrenbläser entzweit Vertraute."
Sprüche 16,28.

„Pastor, jemand hat Sachen über mich verbreitet, die überhaupt nicht stimmen. Was tun? Person besuchen? Schlagstock mitnehmen?“

Die Zeitgenossen Schmeichler und Verleumder sind einander ähnlich: der Verleumder sagt Dinge hinter deinem Rücken, die er dir nie ins Gesicht sagen würde. Der Schmeichler sagt dir Dinge ins Gesicht, die er nie hinter deinem Rücken sagen würde.
Um auf deine Frage zurückzukommen:
Solomon drückt es so aus: „Der Schmelztiegel für das Silber und der Ofen für das Gold, und ein Mann wird beurteilt nach seinem Ruf.“ (Sprüche 27,21).
Nur weil dich jemand verleumdet, bedeutet dies nicht, dass die Leute ihm glauben. Du hast einen Ruf, den du dir mit deinen Taten erarbeitet hast. Wenn der gut ist, hast du nichts, worüber du dir Sorgen machen müsstest. Wenn jemand hergeht und interessante Dinge über dich erzählt, (die nur blöderweise nicht stimmen), dann fällt dies nicht auf dich, sondern auf deinen Verleumder zurück. Er will dich schlecht darstellen. Das kommt bei den Leuten jedoch nicht so an. Vielmehr stellt er sich selbst in ein schlechtes Licht. Diese Ablehnung wiederum wird sein inneres Defizit weiter vergrößern, er wird sich noch schlechter fühlen, doch dafür kannst du nichts.
In vielen, möglicherweise den meisten Fällen, geht es dem Schwätzer weniger um dich und deine Schande, sondern um ihn und seine Leuchtkraft. Auf Deutsch: Er will halt gut dastehen. Oder wenigstens besser als du.
Oder er ist neidisch. (Lies mal Daniel 6!)
Die Leute kapieren jedoch ziemlich schnell, wen sie da vor sich haben, und glauben ihm nichts mehr.
Wenn dich also jemand schlechtmacht: Hak's ab. Über die besten wird schlecht geredet. Seine eigene Familie nannte Jesus einen Spinner. (Markus 3,21). Und was hat man nicht alles über Paulus erzählt. Die Leute reden immer. Da musst du nicht mitmachen. Zum Schluß lachst nämlich du. Weil Gott für dich ist. Und wer zuletzt lacht, lacht am besten.

„Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln, denn so haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren.“ (Matthäus 5,11-12).

Dienstag, 4. September 2018

Kunst oder Volksverhetzung?

"Wenn ein Reich mit sich selbst entzweit ist, kann dieses Reich nicht bestehen."
Markus 3,24.

In diesen Tagen kam in Chemnitz ein Mensch ums Leben, durch einen zugereisten Messerstecher, wie es heißt. Wo genau der Stecher her kam, weiß man nicht, denn sein Ausweis entpuppte sich als Totalfälschung. Zwei weitere Menschen wurden während derselben Attacke von spitzen Gegenständen schwer verletzt und befinden sich im Krankenhaus.
Schlimm genug.
Dieser Fall ist nur einer von zu vielen und sollte der Politik als Anlass dienen, nicht länger jeden, der an der Grenze das Wort „Asyl“ sagt, ungeprüft aufzunehmen. So holt man sich nicht nur Schutzbedürftige, sondern auch üble Verbrecher und Terroristen ins Land, die man hinterher nicht mehr loswird.
Dass die Grenzen dennoch offenbleiben, ist für mich völlig unverständlich.
Gestern nun fand wenige 100 Meter vom Tatort entfernt ein großes Musikereignis statt—nicht um gegen Messermorde zu protestieren, (was ich irgendwie naheliegend gefunden hätte), sondern um ein „Zeichen“ gegen „rechts“ zu setzen. Denn neben vielen aufgebrachten Bürgern haben auch eine nicht-linke politische Partei, sowie einige Chaplinbartträger mit provokativem Arm-hoch-Syndrom spontan gegen diese Tat und die Politik, die sie ermöglicht, protestiert. Deren Gegenwart hat den Protest in den Augen vieler Politiker und Medienschaffender völlig delegitimitiert. Und so wurde gegen den Protest (der Falschen), nicht gegen den Mord (oder Totschlag), protestiert.
Ich finde das frivol.
Wenn man sich anschaut, wer da protestiert hat, (also gegen den Protest), wird es nicht besser.
Der Sänger der Punkband Feine Sahne Fischfilet grölt auf seinen Konzerten Meinungstarkes gegen „Bullen“ ins Mikrofon, gefolgt von der inspirierenden Zeile „Der Hass steigt, der Hass steigt!“ Wohlgemerkt, der singt vom eigenen Hass auf die Polizei.
Die Band KIZ leuchtet mit Sätzen wie: „Bumbumbum, ich bring euch alle um! Ich sprenge eure Demo und es regnet Hackepeter.“
Auf einem linken Konzert gegen Hass und Hetze!
Wo bitte ist da rein rhetorisch und vom emotionalen Grundgedanken her der Unterschied zwischen Hitlers Bürgerbräukeller-Geplärre von „Hass und Trotz und Trotz und Hass!“ während der „Kampfzeit der Bewegung“ in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts?
Und haben die Jungs von KIZ sich mit den Jungs vom IS irgendwie abgesprochen? Klingen tun sie nämlich gleich.
Und unser werter Herr Bundespräsident macht auf seiner Facebook Seite Werbung für diese extremistischen Kapellen. Ich fass' es nicht.
Links ist nicht automatisch gut, (oder haben wir die DDR schon vergessen?)
Rechts ist nicht automatisch schlecht. Die CSU, die FDP, sowie die Freien Wähler wären wohl allesamt beleidigt, wenn man sie als links bezeichnen würde. Trotzdem sind sie in ihrem politischen Wirken vor Ort ziemlich erfolgreich. Die SPD war das auch mal. Heute macht sie Werbung für Extremisten.

Überhaupt liegen die Ränder des politischen Spektrums viel näher beieinander als man denken möchte. Genau genommen handelt es sich hier nicht um eine Gerade mit linken und rechten Enden, sondern um einen Kreis, der sich irgendwann schließt. (Der massive Fischfiletsänger, der heute so ein gefeierter Linker ist, war vor einigen Jahren noch rechtsextremer Ultra. Mussolini war glühender Sozialist, bevor er zum Faschisten im schwarzen Hemd mutierte).
Ich behaupte, weder dem linken schwarzen Block noch den rechten Chaplinbart-Ultras geht es um irgendwelche Ideale, sondern ausschließlich darum, Krawall auszuleben. Beide ziehen sich schwarz an und bedienen sich derselben Mittel. Wo ist der Unterschied?
Wenn sich Politik und Medien zu weit auf eine der beiden Seiten stellen, steuern sie das Staatsschiff auf die Anarchie zu, denn der Bürger, der was zu verlieren hat, tendiert zwar nicht zu Extremen. Mit Gegenreaktionen muss man in einer Demokratie aber rechnen. Was wir momentan erleben ist jedoch vermutlich nur schnöde Unfähigkeit und nicht perfide Absicht.

Paulus gibt uns Christen eine Handlungsanweisung für Tage wie diese:
"Ich ermahne nun vor allen Dingen, daß Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott." (1 Timotheus 2, 1-3).

Freitag, 31. August 2018

Leiden fürs Erlösungswerk?

"Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch und ergänze in meinem Fleisch, was noch aussteht von den Bedrängnissen des Christus für seinen Leib, das ist die Gemeinde."
Kolosser 1, 24.

"Hallo Pastor. Ich komme aus einer sehr alten Konfession und bin erst seit relativ kurzer Zeit ein bibelgläubiger Christ. Früher habe ich gehört, daß wenn ein Christ leidet oder krank ist, er irgendwie am Leiden Christi mitwirkt und zur Erlösung der Welt beiträgt. Du sagst, Jesus hat für uns gelitten und ganze Arbeit geleistet und unser Leiden trägt überhaupt nicht zur Erlösung bei. Nun lese ich in der Bibel, daß Paulus sich über seine Leiden freut, weil da noch was aussteht an den Bedrängnissen des Christus. Kannst du das bitte erklären?"

Es ist so, daß Jesus uns für das Erlösungswerk nicht gebraucht hat. Er hat uns erlöst. Wir müssen das nicht selbermachen.
Sein Tod am Kreuz hat für alle Menschen die Erlösung erkauft, und wer nun Ja zu Jesus sagt, der wird dieser Erlösung auch teilhaftig. (Niemand wird in den Himmel gekidnapt; man muß sich schon entscheiden, ob man dort hinwill).
Was Paulus in der Schriftstelle oben meint, ist folgendes: Er zieht umher und gründet Gemeinden. Diese Arbeit bringt mit sich, daß er angefeindet wird und verleumdet, verprügelt, gesteinigt, geschlagen wird; er ist in Gefahren von seinem Volk, von falschen Brüdern, er erleidet Schiffbruch, usw. Kurz: Er leidet.
Die Gemeinde ist der Leib Christi.
Paulus ist Teil dieses Leibes. Er ist quasi "in Christus", (so wie du als Christ auch).
Wenn er nun um der Gemeindeaufbauarbeit willen Bedrängnis leidet, dann leidet der Christus. Diese Leiden sind unschön, aber nötig. Denn hätte er nicht bereitwillig für die Sache gelitten, gäbe es heute in Europa keine christliche Kirche.
So leidet der Leib Christi noch immer, indem er unter Kosten und Mühen danach trachtet, soviele Verlorene wie möglich für Jesus zu gewinnen und die Gewonnenen im Wort zu unterweisen.

Krankheiten und andere individuelle Leiden tragen ganz sicher nichts zum Erlösungswerk bei. Im Gegenteil. Von ihnen hat Jesus uns doch erlöst. (Deshalb heißt das Erlösungswerk auch so).
Petrus sagt über Jesus: "...der unsere Sünden an seinem Leib selbst an das Holz hinaufgetragen hat, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch dessen Striemen ihr geheilt worden seid." (1 Petrus 2, 24).
Das beschreibt die wichtigsten Bestandteile des Erlösungswerk recht prägnant: Vergebung und Heilung. Darum kannst du bitten. Dafür kannst du glauben.

Mittwoch, 29. August 2018

Der Nihilismus und du

„Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, vermehrt euch, füllt die Erde und macht sie euch untertan.“
1 Mose 1, 28.

Wenn es Gott gibt, dann sind wir seine Geschöpfe, von ihm gewollt und mit einem guten Plan für unser Leben ausgestattet. Dieser Plan gibt unserem täglichen Leben trotz aller Kämpfe Sinn und verleiht unserer Existenz insgesamt eine tiefere Bedeutung. Wir sind wichtig, ja einzigartig, und diese Eigenart ist in Ewigkeit gewollt.

Gibt es Gott nicht, dann sind wir nur ein Zufallsprodukt eines feindseligen Universums. Unser Leben ist bedeutungslos und Kräften ausgeliefert, die wir nicht verstehen. Nichts ist wirklich wichtig, eine Erkenntnis, die wir wahlweise mit Aktionismus oder Hedonismus betäuben.
Diese innere Anschauung herrscht bekanntlich vor und ist der Grundstein für den atemberaubenden Nihilismus, der unsere Gesellschaft immer heftiger durchzieht.
Wenn man Leuten aller Schichten lange genug zuhört, dann kommen sie nämlich alle irgendwann drauf, daß der Mensch eigentlich ein Problem für die Welt ist, ja eine Plage, ein Krebsgeschwür. Alles, was er anfaßt, verdirbt er. Er betreibt Ressourcenverschwendung und verwüstet die Umwelt. Es gibt vielzuviele Menschen, weniger wäre mehr.
Es ist unbestreitbar, daß hier und da Raubbau an der Natur getrieben wird oder daß manche Gegenden überbevölkert sind. In Wirklichkeit sind wir jedoch kein Problem, sondern die Herren dieser Erde, und sie verantwortungsvoll für unsere Zwecke zu nutzen ist legitim.

Doch wer ständig eingebimst bekommt, er und seine Mitmenschen seien eine planetare Plage, (und das geschieht unterschwellig fast überall, speziell in höheren Bildungseinrichtungen), der darf sich nicht wundern, wenn sich verkorkste Sichtweisen etablieren, die sich zu einem veritablen Selbsthaß auswachsen können, der unweigerlich (selbst)zerstörerische Kräfte entfaltet.

Die Killer von der Columbine Highschool waren Nihilisten. Sie betrachteten nicht nur wahlweise Juden, Ungläubige oder den Klassenfeind für auslöschenswert, sondern die gesamte Menschheit. Deshalb töteten sie. Und um die Reinheit ihrer Motive herauszustellen, erschossen sie sich nach vollbrachtem Massaker selber. Nihilisten. Konsequent bis zum bitteren Ende.

Viele Probleme, die Deutschland derzeit hat, entstammen einer nihilistischen Grundstimmung. "Something wicked this way comes", sagt der gute Shakespeare. Es kann durchaus noch schlimmer kommen, denn einen Tanker steuert man nicht in fünf Minuten um.
Was tun?
Nicht müde werden, den Leuten klarzumachen, daß es ohne Jesus nicht geht. Daß er sie liebt und einen Plan für sie hat. Nur er kann der selbstzerstörerischen Tendenz, die momentan im Land fühlbar ist, etwas entgegensetzen. Nur er kann ein Menschenleben mit Sinn und Erfüllung ausstatten. Ideologie kann so etwas nicht. Sie ist stets (unguter) Ersatz.
Bekommen wir keine Erweckung, schrammen wir am Abgrund herum, wie schon etliche Male zuvor. Kein angenehmer Gedanke.
Ich bin aber optimistisch. Krisen kommen, Krisen gehen. Der Fels bleibt. Und Gott erhört Gebet.
Für jeden, der umkehrt, gilt:

"Siehe, zum Heil wurde mir bitteres Leid: Du, du hast liebevoll meine Seele von der Grube der Vernichtung zurückgehalten, denn alle meine Sünden hast du hinter deinen Rücken geworfen." (Jesaja 38, 17).

Montag, 27. August 2018

Gibt's die Hölle wirklich?

"Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln."
Matthäus 25, 41.

Ein ungemütlicher Vers, nicht wahr, dieser Satz zum Endgericht? Doch auch er stammt von Jesus und muß deswegen ernstgenommen werden.
Dieser Vers räumt auch gleich noch mit einem verbreiteten Volksglauben auf, nämlich dem, der Teufel sei der Höllenfürst und habe dort etwas zu sagen.
Nichts liegt der Wahrheit ferner.
Vielmehr ist die Hölle das ewige Gefängnis dieses gefallenen Weltgeists. Er herrscht dort nicht. Er ist dort ein Wurm, seines ganzen beeindruckenden Arsenals beraubt, ein Niemand, nichts weiter.
Der amerikanische Community Organizer und Radikalenphilosoph Saul Alinsky, ein großer Einfluß auf Obama und Clinton, (die sogar ihre universitäre Abschlußarbeit über Alinsky schrieb und die derzeit natürlich fest unter Verschluß ist), widmet sein einflußreiches Buch "Rules for Radicals" im Vorwort dem "allerersten Radikalen, der gegen das Establishment rebellierte und dies so effektiv tat, daß er immerhin sein eigenes Reich gewann—Luzifer."
Alinsky hat sich gründlich getäuscht.
Dieser Luzifer gewann durch den Sündenfall ein Reich, das stimmt. Er ist der Gott dieser Welt—für eine Zeit. In 2 Korinther 4, 3-5 heißt es hierzu: "Wenn aber unser Evangelium doch verdeckt ist, so ist es nur bei denen verdeckt, die verlorengehen, den Ungläubigen, bei denen der Gott dieser Welt den Sinn verblendet hat, damit sie den Lichtglanz des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus, der Gottes Bild ist, nicht sehen."
Doch Jesus hat ihm massiv dazwischengefunkt und ihm diese Vollmacht wieder abgenommen. Dazu gibt es viel zu sagen.

Natürlich muß man den obigen niederschmetternden Vers im Kontext betrachten. Ich habe deshalb letzten Sonntag einmal, (zum ersten Mal überhaupt), über die Hölle gepredigt. Anzuhören auf der Homepage.

Mittwoch, 22. August 2018

Anliegen + Name = Antwort

"Doch der Engel des HERRN sprach zu ihm: Warum fragst du denn nach meinem Namen? Er ist zu wunderbar."
Richter 13, 18.

"Pastor, ich habe dir geschrieben und du hast mir nicht geantwortet."

Es ist so: Niemand unterhält sich gern mit einem Phantom. (Du bist vermutlich auch nicht der Engel des Herrn). Wenn du eine Antwort von mir haben möchtest, dann sag mir bitte, wer du bist. Mach's wie ein Leserbriefschreiber: Gib deinen Namen und deinen Ort an. Dann schau'n wir weiter.
Namen angeben ist biblisch:

"Da sprach er zu ihm: Was ist dein Name? Er sagte: Jakob."
1 Mose 32, 28.

Sonntag, 19. August 2018

"Hallo Adam." "Hallo Schlange."

„Hallo Adam.“
„Hallo Schlange.“
„Was machst du da?“
„Ich sammle Früchte.“
„Das sehe ich, dass du hier unter dem Baum die Früchte zusammenklaubst. Ich will wissen, warum du sie nicht zu den anderen tust. Da liegt doch schon ein Haufen. Warum legst du diese Früchte in einen anderen Korb?“
„Weil sie Gott gehören.“
„Gott gehören?“
„Ja. Von allen Bäumen im Garten essen wir, nur von diesem nicht. Dieser Baum ist quasi sein Baum. Gott will seine Früchte selber essen. Nehme ich an.“
„Dass ich recht verstehe: Du bewirtschaftetest einen Baum und Gott nimmt dir alle seine Früchte weg? Kein einziger bleibt bei dir?“
„Die Früchte von den anderen Bäumen behalten wir. Nur die von diesem nicht.“
„Ist dir klar, dass du übervorteilt wirst?"
"Wieso?"
"Gott beutet dich aus.“
„Ich hab das bisher immer als Opfer betrachtet."
"Du bist sein Opfer."
"Nein.“
„Doch. Überhaupt: Weißt du, warum Gott diese Früchte für sich haben will? Er braucht diese Dinger. Gott ist an sich nichts besonderes. Lass mich ausreden. Diese Früchte machen ihn erst zu Gott.
In der Frucht steckt die Wucht.
Wenn du von dieser Frucht essen würdest, dann würdest du auch sein wie Gott. Darüber hinaus würdest du dich von seinem Patriarchat freimachen. Ist dir nicht bewusst, dass du unterdrückt wirst?“
„Nein.“
„Dann wurde es höchste Zeit, dass ich mal vorbeikam. Im Moment ist es doch so, dass Gott vorgibt, mehr zu wissen als du, und dass er dir sagt, wo's lang geht. Und du dackelst ihm auch noch nach."
"Ich dackele?"
"Klar. Er lässt sich von dir Herr nennen. Plus, er lässt dich für sich arbeiten und nimmt dir die Früchte deiner harten Arbeit weg. Adam, Adam. Du bist in den Herrschaftsstrukturen des Patriarchats gefangen und wirst ausgebeutet. Es ist Zeit, dass du dich frei machst. Iss und werde wie Gott.“
„Oh Mann, Schlange. Ich bin Gott bereits jetzt ähnlich. Ich fühle mich auch nicht besonders ausgebeutet oder unterdrückt. Er ist der Air Boss und ich bin der Mini Boss. Damit kann ich leben. Außerdem habe ich keinen anderen Vater. Warum sollte ich ausgerechnet mit Gott einen Streit anfangen? So blöd bin ich nicht. Ich durchschaue dich. Gott hat mich vor dir gewarnt, du Tier."
"Wie jetzt?"
"Er hat gesagt, ich soll meinen Garten bebauen. Und bewahren. Vor dir. Und jetzt mach, dass du hier rauskommst. Schwatztante.“
„Man sieht sich,“ sagte die Schlange und verschwand im Gras.

Samstag, 18. August 2018

Zurück zur Natur? Im Ernst?

"Die Junglöwen brüllen nach Raub, sie fordern von Gott ihre Speise."
Psalm 104, 21.

Heute ist es ja modern, dass man im Einklang mit der Natur leben will, achtsam, schonend im Umgang. Das klingt prima. Allerdings schwingt da ein romantischer Unterton mit, der sich nur bei Leuten findet, die mit der Natur draußen nicht mehr viel zu tun haben.
Die Natur ist nicht mehr der Garten Eden.
Die Natur der Natur hat sich nach der Änderung der menschlichen Natur geändert. (Ich meine den Sündenfall). Heute herrschen in der Natur andere Gesetze als vor dem Fall. War es vorher ein harmonisches Miteinander, so ist es momentan ein Fressen-und-Gefressen-Werden. Nicht unbedingt vorbildlich für uns.

Als ich neulich auf die Terrasse trat, fiel mir am Boden ein kämpfendes Paar auf: Eine Wespe kugelte herum und befand sich in schrecklicher Schlacht mit einer rund doppelt so großen Fliege, (es war keine Stubenfliege). Die beiden hatten sich ineinander verbissen wie zwei Mikrodrachen. Die zum Sieg entschlossene Wespe rumpelte und hantierte und dann lag ein Fliegenbein am Boden, dann noch eins. Dann ein Flügel...
Das war hochspannend!
Die Fliege gab irgendwann auf, fügte sich ins Schicksal und starb, und die Wespe nahm den Torso und flog damit davon—haarscharf an meinem Gesicht vorbei.
So ist die Natur.

Zurück zur Natur würde letztendlich eine Rückkehr zum Recht des Stärkeren darstellen. Da gibt's bessere Lösungen.
Ich kenne auch niemanden, der sich dem Wetter hier bei uns wieder dauerhaft aussetzen möchte. Und sind die Kräuterweiblein mit ihren Heilpflanzen wirklich besser als unser Gesundheitswesen, wenn es hart auf hart kommt? Zurück zur Natur ist somit eine Floskel von Zivilisationsgegnern, die oft auf etwas ganz anderes rauswollen als die Natur. Ich bin da mißtrauisch.
Naturfreund bin ich ja bekanntlich, aber nicht naiv.

Eines Tages jedoch wird die Natur wieder in ihren ursprünglichen, vom Schöpfer vorgesehenen, unkorrumpierten Zustand zurückkehren. Dann gilt:

"Wolf und Lamm werden zusammen weiden, und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Und die Schlange: Staub wird ihre Nahrung sein. Man wird nichts Böses und nichts Schlechtes tun auf meinem ganzen heiligen Berg, spricht der HERR." (Jesaja 65, 25).

Das wird nach der Wiederkunft Christi sein.
Kann jederzeit soweit sein.
Bist du bereit?

Montag, 13. August 2018

Konnte Gott Kain einfach nicht leiden?

"Und der HERR blickte auf Abel und auf seine Opfergabe, aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht."
1 Mose 4, 4-5.

"Pastor, warum hat Gott Kains Opfer nicht angenommen? War das Willkür? Ich dachte, Gott ist Liebe. Warum ist er dann so kleinlich?"

Gott ist nicht kleinlich. Gott hat nach dem Sündenfall klar und deutlich demonstriert, wie ein Opfer auszusehen hat: Er hat Adam und seiner Frau Leibröcke aus Fell gemacht und sie bekleidet. Das Blut dieser Tiere bedeckte Adams Schuld, ihr Fell seinen Leib.
Im Blut steckt nämlich das Leben. (3 Mose 17, 14).
Dieses tierische Leben wurde anstelle von Adams Leben dahingegeben. Da der Mensch jedoch kein Tier ist, (nein, ist er nicht), kann das Blut von Tieren auch keine menschliche Schuld dauerhaft tilgen. Es kann sie nur bedecken.
Um Sühnung für den gefallenen Menschen zu erwirken, braucht es das Blut eines sündlosen Menschen, der freiwillig anstelle des Sünders stirbt. Einen solchen Menschen gab es jedoch nicht, da alle der Sündennatur Adams teilhaftig waren.
Was nun?
Der sündlose Gott mußte Mensch werden und sich für den Sünder opfern.
Dazu ist Jesus vom Himmel auf die Erde gekommen.
Alle Tieropfer aller Völker der Welt sind nicht viel mehr als Symbole für das eine große Opfer Christi.

Gott wollte, daß ihm ein Tier geopfert wird. Feldfrüchte wollte er aus obengenannten Gründen nicht. Pflanzen sind Menschen noch unähnlicher als Tiere und als Symbolopfer überhaupt nicht zu gebrauchen. Kain war das egal. Er gab, was er geben wollte, nicht was Gott wollte. Wenn man jedoch Gott ein Opfer gibt und angenommen werden möchte, dann muß man Gott schon das opfern, was er will. Sonst ist das Opfer nur eine sinnbefreite pseudoreligiöse Handlung.
Kain war in seinem Herzen ein Rebell und an einer ernsthaften Beziehung zu Gott nicht interessiert. Sonst wäre er auf ihn eingegangen.
So ist das.

"Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain." (Hebräer 11, 4).
Der Glaube kommt aus dem Hören. Also hat Abel von Gott gehört, daß er ein Tier, ein Erstgeborenes, von der Herde haben will. Abel opferte Erstlinge. (1 Mose 4, 4).
Jesus war ein "Erstling" seiner Mutter.
Abel orientierte sich an Gott, der selber Tiere geschlachtet hatte. (Adam hat das sicher auch getan und sich seinen Söhnen so als Vorbild gegeben). Kain ging auf einem eigenen Weg.

"Nicht wie Kain sollen wir sein, aus dem Bösen, der seinen Bruder ermordete. Und warum ermordete er ihn? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht." (1 Johannes 3, 12).

Kain lebte unstet und flüchtig. Das kennzeichnet bis heute das Innenleben eines Menschen ohne Gott.
Er hätte es auch anders haben können.
Du kannst es auch anders haben.

Sin is the cancer, Jesus is the answer.

Donnerstag, 9. August 2018

Furcht schützt vor Angst

"Wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person nach eines jeden Werk richtet, so wandelt die Zeit eurer Fremdlingschaft in Furcht."
1 Petrus 1, 17.

Was ist der Unterschied zwischen Angst vor Gott und der Furcht des Herrn?
Wer Angst vor Gott hat, versteckt sich vor ihm, denn er hat was zu verbergen.
Siehe Adam.
Wer Gott fürchtet, hat genau deshalb nichts zu verbergen.
Denn hält sich an das Gebot.
Er braucht keine Angst vor Gott zu haben.

"Irrt euch nicht, Gott läßt sich nicht verspotten! Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten." (Galater 6, 7).

Mittwoch, 8. August 2018

Prima Klima

"Von nun an, alle Tage der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht."
1 Mose 8, 22.

Gegenwärtig ist es recht warm (bei uns) und erwartungsgemäß werden dann von politischer und medialer Seite Warnungen vor einem Klimakollaps ventiliert. All diese Beschwörungen von berufenen Klimahysterikern laufen stets auf eines hinaus: Es muß noch mehr Geld ausgegeben werden. Ich werde den Verdacht nicht los, daß es diesen Leuten einzig darum geht, einen weiteren Grund für ein weiteres Abgreifen von Finanzen beim Steuerzahler zu etablieren.
Seit neuestem kommt noch die Forderung nach der Aufnahme von "Klimaflüchtlingen" dazu, denn deren Inseln könnten bald untergehen. Daß die Insulaner gar keine Aufnahme wollen, sondern viel lieber Geld von den Industriestaaten hätten, geschenkt.

Nun hat der Wettermann Kachelmann, der nicht vom Staat alimentiert wird, darauf hingewiesen, daß von einer globalen Hitzewelle auf der Nordhalbkugel keine Rede sein könne. Bei uns ist es warm, wo anders ist es kühl. Die Abweichung von der Durchschnittstemperatur des Zeitraums 2000-2017 betrage genau 0,0 Prozent.
Gut, daß es solche Stimmen auch noch gibt.

Heißt das, daß es mit dem Klima immer prima weitergehen wird?
Nun, da kommen wir in die Eschatologie, die Endzeitkunde.
Das Wort Gottes sagt sehr wohl, daß es "Zeichen an Sonne und Mond und Sternen und auf der Erde Angst der Nationen in Ratlosigkeit bei brausendem und wogendem Meer," geben wird, "während die Menschen verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen, denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden." (Lukas 21, 25-26).
Diese Dinge werden jedoch von Gott hervorgerufen und können daher nicht mit höheren Steuern bekämpft werden, sondern nur mit einer Umkehr zu Gott.

"Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit Macht und großer Herrlichkeit. Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht." (Lukas 21, 27-28).

Sonntag, 5. August 2018

Monkey Business oder: Jesus ist kein Gorilla

"Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht."
2 Korinther 3, 18.

Es gibt auf YouTube einen interessanten Beitrag aus der kognitiven Psychologie, also der Psychologie, die sich mit Wahrnehmung und ihrer Verarbeitung beschäftigt. Der Film heißt "The Monkey Business Illusion" von Daniel Simons.
Er ist prima und spricht auch zu Christen.
In dem Film gibt es ein weißes und ein schwarzes Team, (also Trikot-, nicht Hautfarben), und die Aufgabe lautet, zu zählen, wie oft das weiße Team sich den Ball zuspielt. Man schaut konzentriert hin und zählt mit und kommt auf x Ballabgaben.
Dies bestätigt der Psychologe.
Doch dann fragt er: Haben sie den Gorilla bemerkt?
Gorilla? fragt man sich. Wo bitte war da ein Gorilla?
Dann läuft der Film nochmal ab und tatsächlich: Von rechts tappt ein Gorilla ins Bild, bleibt in der Mitte stehen und trommelt sich auf die Brust, bevor er nach links wieder aus dem Bild verschwindet.
Rund die Hälfte der Zuschauer, (die nicht bescheidwissen), bemerken den Gorilla nicht. Das liegt daran, dass Wahrnehmung eine hochkomplizierte Angelegenheit ist. Wir können immer nur eine Sache wirklich ins Auge fassen. Alles andere kategorisieren wir als unwichtig und nehmen es nur am Rande wahr. Täten wir dies nicht, würden wir unser Gehirn hoffnungslos überlasten.
Nun ist natürlich von entscheidender Wichtigkeit, was wir gewohnneitsmäßig "anschauen", worauf unsere Aufmerksamkeit ruht. Denn das beeinflusst unsere Lebensqualität ganz entscheidend.

Leider nehmen auch Christen oft nur die Probleme wahr, die ständig von Hand zu Hand gehen wie der Ball des weißen Teams. Jesus, der sehr wohl in der Mitte vorhanden ist und um Hilfe gebeten werden möchte, sehen sie nicht, da sie völlig auf etwas anderes fixiert sind.
Wie stellst du dich in dieser Sache an?

Dein Tiefenblick aufs Leben kann und darf (und sollte) sein:
"Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken." (Römer 8, 28).
Amen.

Donnerstag, 2. August 2018

USA in die EU?

"Sie sollen Dankopfer darbringen und mit Jubel seine Taten erzählen, die sich mit Schiffen aufs Meer hinausbegaben, auf großen Wassern Handel trieben."
Psalm 107, 22-23.

Neulich haben sich der amerikanische Präsident Trump (Abstinenzler) und der Präsident der EU-Kommission Juncker (Champagnerfreund) in Washington getroffen, um Probleme mit Handelsbarrieren zu diskutieren. Die Europäer erheben hohe Zölle auf Waren aus Amerika. Die amerikanischen Zölle auf europäische Waren sind niedriger. Der US-Präsident fand das unfair und hat die US-Zölle angehoben („Strafzölle!“), worauf sich prompt lautes Wutgeheul in Europa erhob. Trump sei ein Protektionist, gegen Freihandel, eine Bedrohung für die Weltwirtschaft, usw., was jedoch eine Verzerrung der tatsächlichen Tatsachen ist. Trump hat nämlich schon auf dem G-7-Gipfel einen völligen Wegfall aller Zölle ins Gespräch gebracht, jedoch keine Zuhörer gefunden.

Man braucht nämlich im Welthandel eigentlich keine Wirtschaftsabkommen wie CETA oder TTIP mit ihren geheim tagenden Gremien, nichtstaatlichen Schiedsgerichten, Ausnahmeklauseln, usw. Man braucht nur einfach keine Zölle mehr zu erheben, dann hat man dasselbe Ergebnis, nur mit weniger Aufwand. (Allerdings bleiben dann Heerscharen von Bürokraten arbeitslos, was Heerscharen von Bürokraten naturgemäß nicht so prickelnd finden).

Nun entnehme ich der amerikanischen Presse, dass Juncker und Trump sich doch auf einen völligen Wegfall aller Zölle zwischen EU und USA geeinigt haben sollen, (entsprechend dem ursprünglichen Vorschlag des Unaussprechlichen). US-Kolumnisten sehen die USA schon als Mitglied des gemeinsamen Marktes, (der das einzige wirklich Gute an der EU ist).
Das wäre fantastisch.
Der größte Freihandelsraum der Welt würde entstehen. Preisbewusste Europäer könnten billige amerikanische Autos (mit der Technik von gestern, aber na und?) kaufen, während Amerikaner billiger an europäische Qualitätsprodukte kämen.
Der Handel würde zunehmen. Alle würden reicher werden.
Der deutschen Presse entnehme ich allerdings, dass Spanien, Frankreich usw. unbedingt ihren Agrarsektor vor der möglicherweise günstigeren amerikanischen Konkurrenz schützen wollen. Man wolle unbedingt an Zöllen festhalten. Andere EU-Staaten wollen wiederum ihre Produkte schützen, und so erweist sich, dass eigentlich nicht die Amerikaner gegen Freihandel und niedrige Preise sind, sondern die Europäer.
Isch 'offe, dass chèr Schonklodd sisch durchsetztö. Allez Müsjöh le Président! Wanken Sie, soviel Sie wollen, machen Sie nur die Zölle weg. Bussi. Meinen Segen haben sie.
Darauf einen Schampus.

"Ein Vorteil ist es, die Weisheit richtig anzuwenden." (Prediger 10, 10).

Dienstag, 31. Juli 2018

Verteidiger der Brüder

"Willst du dich aber vor der staatlichen Macht nicht fürchten, so tue Gutes, und du wirst Lob von ihr haben, denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten.
Wenn du aber Böses tust, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut."
Römer 13, 3-4.

Die staatliche Macht ist nur so lange legitim und Gottes Dienerin, solange sie das Gute lobt und das Böse straft. Ändert sich das, so wird staatliche Macht zur Tyrannis und der Ordnungsstaat zur Perversion seiner selbst. Die Tyrannis fängt sich jedoch unweigerlich früher oder später selber Probleme ein.

Andrew Brunston aus Nord Carolina, USA, ist seit rund 20 Jahren Pastor einer Gemeinde im historischen Smyrna, dem heutigen Izmir, damals römisch-griechisch, heute türkisch. (Vor Jahren war ich mal in Izmir und habe dort eine kurze Impulspredigt gehalten, allerdings nicht in Pastor Brunstons Kirche; von dem wusste ich damals nichts).
Momentan hat er es nicht leicht, der Pastor, aber Rettung naht.
Doch der Reihe nach:
Vor zwei Jahren versuchte die eher säkular eingestellte türkische Armee gegen den neuen, streng moslemisch eingestellten starken Mann in der Türkei, Recep Pascha, zu putschen, was gründlich misslang. Erdogan „putschte“ nun seinerseits. Im Zuge der Säuberungen ließ er, dem christliche Aktivitäten naturgemäß ein Dorn im Auge sind, auch Pastor Brunston ins Gefängnis werfen. Er sei ein Spion und Terrorunterstützer, (was sonst?).
Brunstons Tochter Jacqueline sprach im März vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf und verlas eine Note ihres Vaters, in der er darauf hinwies, dass es unstrittig sei, dass er nicht wegen eines Vergehens, sondern wegen seines Glaubens im Gefängnis sitze. (Dieser Menschenrechtsrat ist jedoch ein Witz, wenn man sich mal die Mitgliedsstaaten anschaut).
Nun hat sich Donald Trump in die Affäre eingeschaltet und nicht lange gefackelt. Die USA werden die Türkei wegen der langen und ungerechtfertigten Haft Pastor Brunstons mit massiven Sanktionen belegen. Diese unschuldige Mann des Glaubens sei sofort freizulassen.
In der Tat.
Als amerikanischer Christ im türkischen Knast kann man froh sein, dass dieser sperrige deutschstämmige Milliardär momentan Präsident ist und nicht ein anderer.
Apropos:
Ich kann mich nicht erinnern, dass die deutsche Regierung irgendetwas außer Sprechblasen abgesondert hätte, als 2007 hinten in der Türkei der deutsche Christ Tilmann Geske und zwei türkische Christen von fanatisch antichristlich-moslemischen Nationalisten massakriert wurden. (Ein Leiter im türkischen Justizministerium sagte seinerzeit sogar, Missionsarbeit sei gefährlicher als Terrorismus; er unterstützte die Mörder also moralisch). Die allseits bekannten Täter wurden erst 2016 endlich verurteilt. Spät, aber immerhin.

"Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und sollte er es bei ihnen lange hinziehen?" (Lukas 18, 7).

Montag, 30. Juli 2018

Endlich wieder richtig Sommer

"Du bestellst Finsternis und es wird Nacht. In ihr regen sich alle Tiere des Waldes."
Psalm 104, 20.

In meinem Garten begegnen mir immer wieder Gartenrotschwänze, die wenig scheu vor mir haben. Es ist nicht so, dass sie mir aus der Hand fressen würden, vielmehr hauen sie nicht gleich ab, wenn ich mich bemerkbar mache, sondern hüpfen lediglich einen Ast weiter und schauen mich an.
Ich vermute, das sind die, die vor einigen Wochen in einer Hecke nah beim Haus geschlüpft sind. Aus den blauen Eiern wurden seinerzeit riesige Schnäbel, die sich in Flauschbälle mit Augen verwandelten und eines Tages weg waren. Die kennen mich und mein neugieriges Gesicht vom gelegentlichen Insnestschauen. Sie sind praktisch mit mir groß geworden.

Überhaupt lassen sich zurzeit großartige Naturbetrachtungen anstellen. Jetzt ist nämlich die Blattzeit der Rehe.
Man kann sich, wie ich gestern abend, mit einem Feldstecher bewaffnet auf einen Jägerstand am Waldrand, vor einer Wiese mit Kleebewuchs, setzen und warten bis die Sonne untergeht. Dann kann es sein, dass einem Hasen, Füchse und vor allem Rehe unterkommen. Denn die Böcke treiben die Ricken in eindeutiger Absicht aus dem Wald und steigen ihnen nach. Spannend wird es, wenn ein minderer Bock auftaucht und sich an den Geißen eines Platzbocks zu schaffen macht und diese Geißen dann zu schrecken beginnen, (d. h. sie quietschen).
Falls sich nichts tut, dann macht man einfach selber das Fiepen einer bedrängten Geiß nach und dann kann es sein, dass der Platzbock einen für einen Eindringling hält und selber zu Knören beginnt—und plötzlich auf der Wiese steht und streng um sich blickt wie ein Politkommissar, der die Konterrevolution wittert.
Gestern war es jedenfalls so spannend, dass ich erst um dreiviertel 10 wieder vom Stand heruntergekraxelt bin.
Was man nicht alles erlebt.

"Geht die Sonne auf, ziehen sie sich zurück und lagern sich in ihren Verstecken. Der Mensch geht aus an sein Werk, an seine Arbeit bis zum Abend." (Psalm 104, 22-23).

Freitag, 27. Juli 2018

Reichsbürger? Resistance?

"Jede Seele unterwerfe sich den übergeordneten Autoritäten! Denn es ist keine Autorität außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet."
Römer 13, 1.

„Pastor, in letzter Zeit liest man immer wieder von den sogenannten Reichsbürgern. Es soll so viele davon geben, und viele sollen bewaffnet sein. Sind die gefährlich?“

"Reichsbürger" sind Leute, die den Staat, in dem wir leben, nicht anerkennen, sondern sich als Bürger des Deutschen Reiches betrachten. Für die ist das nicht untergegangen, sondern existiert weiter. Die spaßigeren unter ihnen gründen ihre eigenen Königreiche und vergeben Ausweise.
Man sieht schon, ganz kann man das nicht ernst nehmen.
Ich persönlich halte von dieser Bewegung nichts.
Die Republik in der wir leben, ist die beste, die wir je hatten, und es ist nichts gewonnen, wenn wir diese nun infrage stellen. Vielmehr sollten wir sie verteidigen. Nicht unbedingt gegen kuriose Reixbürger, sondern gegen eine Politik, welche die freiheitlich-demokratische Grundordnung untergräbt, (zum Beispiel indem sie Gesetze nur noch wahlweise und nach Belieben durchsetzt, Kleinigkeiten streng ahndet und schlimme Dinge hingegen lasch; so ruiniert man einen Rechtsstaat). In einer Demokratie macht man das indem man wählt.
Ein überragender Vorteil der Demokratie ist nämlich, dass man seine Regierung auf unblutige Weise wieder los wird, wenn sie einen nicht mehr zusagt. Die Reichsbürger sollen sich in der Reichsbürgerpartei zusammenschließen und sich Wahlen stellen. Dann wird sich zeigen, ob ihr Staatsbild mehrheitsfähig ist.

Was die öffentliche Diskussion über diese Leute angeht: Heute muss man der Presse nicht mehr alles glauben, das Internet ist erfunden und man kann bestimmte Daten bis zur Quelle zurückverfolgen, zum Beispiel die über die rechte Radikalität dieser Polit-Exoten.
Man klickt einfach rüber und schaut im Verfassungsschutzbericht nach.
Demnach sind etwa 900 von mehr als 16.500 Reichsbürgern rechtsradikal. Mehr nicht. Die anderen hegen lediglich Wunschträume von der Selbstverwaltung. Manche erklären ihr Grundstück zum Ministaat. Wie gesagt, im Grunde eine Farce.
Etwa 1200 haben eine waffenrechtliche Erlaubnis, also nicht einmal 10 %. Und diese Gruppe wird medial zu einer schwerbewaffneten, dunkel dräuenden Miliz hochgejazzt.
Ich weiß nicht.
Könnte es sein, dass hier ein Feindbild aufgebaut werden soll, um bestimmten Leuten ohne echte Begründung die Waffen wegnehmen zu können?

In der Bibel finden sich unterschiedliche Haltungen zur Obrigkeit. Römer 13, 1, (der obige Vers), ist deswegen nicht absolut zu setzen.
Für Mose war der Pharao ein Tyrann, dem es zu widerstehen galt.
Für Paulus, den römischen Bürger, war Rom eine Schutzmacht, die ihn vor Verfolgungen und Nachstellungen von Juden und Griechen bewahrt hat. Nicht immer, (Philippi), aber meistens, (Korinth, Ephesus...). Spätestens unter Nero wandelte sich der römische Staat jedoch vom Beschützer des Rechts auch der Christen sporadisch zum gnadenlosen Verfolger des jungen Glaubens. Während Paulus die römische Obrigkeit lobt, weissagt Johannes ihr in Offenbarung 17-18 Qual und Trauer, Gericht und Verderben.
Wobei die Christen stets gewaltlos blieben.
300 Jahre später, als das Römische Reich aus dem letzten Loch pfiff, war es nicht der Kaiser, sondern der christliche Bischof von Rom, Leo I, der hinauszog vor die Stadt und mit Attila dem Hunnenkönig verhandelte. Was die beiden genau besprachen, wissen wir nicht. Historische Tatsache ist: Der hunnische Schlächter zog mit seinen Reitern ab, ohne die Stadt zu verheeren.
Die Nachfolger Christi wurden der Stadt, die sie einst verfolgte, zum großen Segen.

Es gibt immer wieder Zeiten, in denen man unpopuläre Meinungen vertreten muss, (d. h. der Wahrheit treu bleiben muss). Das Fähnlein in den Wind zu hängen wäre dann der falsche Weg.

"Du sollst der Menge nicht folgen zum Bösen. Und du sollst bei einem Rechtsstreit nicht antworten, indem du dich nach der Mehrheit richtest und so das Recht beugst." (2 Mose 23, 2).

Mittwoch, 25. Juli 2018

Der Algorithmus und die Manipulation

"Der Einfältige glaubt jedem Wort, aber der Kluge achtet auf seinen Schritt."
Sprüche 14, 15.

Wir sind im Internet ständig mit Bewertungen und Beurteilungen von Produkten, Nachrichten, Artikeln, usw. konfrontiert, die sich zu einem nicht geringen Teil auf Algorithmen stützen. Diese Algorithmen unterliegen wiederum Interessen, d. h. sie sind gesteuert.
Google lässt sich die Anzeigen auf seiner Seite 1 teuer bezahlen, wohl wissend, dass die meisten Sucher den ersten Eintrag anklicken, der ihnen dort angezeigt wird. Seite 2 ist praktisch schon die Gruft. Auf Seite 3 befindet man sich bereits in der Unterwelt.
Facebook und Co. sammeln feste Daten und finden heraus, was unsere Vorlieben sind, damit wir dann mit interessengerechter Werbung beschickt werden können.
Eigentlich clever. Eigentlich gut.
So wird sichergestellt, dass mir zum Beispiel kein Nagellack oder Katzenfutter oder so angeboten wird, sondern Dinge, die meinen vielfältigen, dynamischen und abwechslungsreichen Interessen entsprechen. ;)
Doch hinter diesen Datensammlern stecken natürlich Menschen, die ihren eigenen Blick auf die Welt haben und sie in ihrem Sinn verändern wollen. Manchmal mehr, manchmal weniger. Zur Zeit eher mehr. Früher benutzten reiche Leute Zeitungen und Fernsehsender, um die Ideenwelt ihrer Konsumenten in ihrem Sinne zu prägen. Sie tun das selbstverständlich noch heute.
Und es funktioniert.
Der Glaube kommt aus dem Hören und es ist überhaupt nicht erstaunlich, dass Menschen die Inhalte von einseitigen Zeitungsartikeln nachplappern, ohne sich deren oftmalige Absurdität zu vergegenwärtigen, etwa wenn hinter ihm die Hütte brennt, der Journalist jedoch auf ein Lagerfeuer im Nachbargarten deutet und Zeter und Mordio schreit.
Beispiele spare ich mir diesmal.

Mir ist die tendenziöse Unzuverlässigkeit von Algorithmen nur neulich bewusst geworden, als ich festgestellt habe, dass der Aufruf-Zähler unserer Online-Predigtvideos nicht mehr in Echtzeit mitklickert, sondern nur alle paar Tage upgedated wird—wobei das Updaten offenbar kein Problem ist. Der eingeloggte Kanalmanager sieht die korrekten Daten, die Öffentlichkeit die veralteten. Ersichtlich am Beispiel dieses Screenshots: (Wenn das Bild zu klein ist: einfach anklicken).
Nicht schlimm. Ein Geschmackerl hat's schon. Und es erschwert das spontane Abschätzen der Popularität einer Message. Aber vielleicht ändert sich das ja auch wieder.