Montag, 13. August 2018

Konnte Gott Kain einfach nicht leiden?

"Und der HERR blickte auf Abel und auf seine Opfergabe, aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht."
1 Mose 4, 4-5.

"Pastor, warum hat Gott Kains Opfer nicht angenommen? War das Willkür? Ich dachte, Gott ist Liebe. Warum ist er dann so kleinlich?"

Gott ist nicht kleinlich. Gott hat nach dem Sündenfall klar und deutlich demonstriert, wie ein Opfer auszusehen hat: Er hat Adam und seiner Frau Leibröcke aus Fell gemacht und sie bekleidet. Das Blut dieser Tiere bedeckte Adams Schuld, ihr Fell seinen Leib.
Im Blut steckt nämlich das Leben. (3 Mose 17, 14).
Dieses tierische Leben wurde anstelle von Adams Leben dahingegeben. Da der Mensch jedoch kein Tier ist, (nein, ist er nicht), kann das Blut von Tieren auch keine menschliche Schuld dauerhaft tilgen. Es kann sie nur bedecken.
Um Sühnung für den gefallenen Menschen zu erwirken, braucht es das Blut eines sündlosen Menschen, der freiwillig anstelle des Sünders stirbt. Einen solchen Menschen gab es jedoch nicht, da alle der Sündennatur Adams teilhaftig waren.
Was nun?
Der sündlose Gott mußte Mensch werden und sich für den Sünder opfern.
Dazu ist Jesus vom Himmel auf die Erde gekommen.
Alle Tieropfer aller Völker der Welt sind nicht viel mehr als Symbole für das eine große Opfer Christi.

Gott wollte, daß ihm ein Tier geopfert wird. Feldfrüchte wollte er aus obengenannten Gründen nicht. Pflanzen sind Menschen noch unähnlicher als Tiere und als Symbolopfer überhaupt nicht zu gebrauchen. Kain war das egal. Er gab, was er geben wollte, nicht was Gott wollte. Wenn man jedoch Gott ein Opfer gibt und angenommen werden möchte, dann muß man Gott schon das opfern, was er will. Sonst ist das Opfer nur eine sinnbefreite pseudoreligiöse Handlung.
Kain war in seinem Herzen ein Rebell und an einer ernsthaften Beziehung zu Gott nicht interessiert. Sonst wäre er auf ihn eingegangen.
So ist das.

"Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain." (Hebräer 11, 4).
Der Glaube kommt aus dem Hören. Also hat Abel von Gott gehört, daß er ein Tier, ein Erstgeborenes, von der Herde haben will. Abel opferte Erstlinge. (1 Mose 4, 4).
Jesus war ein "Erstling" seiner Mutter.
Abel orientierte sich an Gott, der selber Tiere geschlachtet hatte. (Adam hat das sicher auch getan und sich seinen Söhnen so als Vorbild gegeben). Kain ging auf einem eigenen Weg.

"Nicht wie Kain sollen wir sein, aus dem Bösen, der seinen Bruder ermordete. Und warum ermordete er ihn? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders aber gerecht." (1 Johannes 3, 12).

Kain lebte unstet und flüchtig. Das kennzeichnet bis heute das Innenleben eines Menschen ohne Gott.
Er hätte es auch anders haben können.
Du kannst es auch anders haben.

Sin is the cancer, Jesus is the answer.

Donnerstag, 9. August 2018

Furcht schützt vor Angst

"Wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person nach eines jeden Werk richtet, so wandelt die Zeit eurer Fremdlingschaft in Furcht."
1 Petrus 1, 17.

Was ist der Unterschied zwischen Angst vor Gott und der Furcht des Herrn?
Wer Angst vor Gott hat, versteckt sich vor ihm, denn er hat was zu verbergen.
Siehe Adam.
Wer Gott fürchtet, hat genau deshalb nichts zu verbergen.
Denn hält sich an das Gebot.
Er braucht keine Angst vor Gott zu haben.

"Irrt euch nicht, Gott läßt sich nicht verspotten! Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten." (Galater 6, 7).

Mittwoch, 8. August 2018

Prima Klima

"Von nun an, alle Tage der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht."
1 Mose 8, 22.

Gegenwärtig ist es recht warm (bei uns) und erwartungsgemäß werden dann von politischer und medialer Seite Warnungen vor einem Klimakollaps ventiliert. All diese Beschwörungen von berufenen Klimahysterikern laufen stets auf eines hinaus: Es muß noch mehr Geld ausgegeben werden. Ich werde den Verdacht nicht los, daß es diesen Leuten einzig darum geht, einen weiteren Grund für ein weiteres Abgreifen von Finanzen beim Steuerzahler zu etablieren.
Seit neuestem kommt noch die Forderung nach der Aufnahme von "Klimaflüchtlingen" dazu, denn deren Inseln könnten bald untergehen. Daß die Insulaner gar keine Aufnahme wollen, sondern viel lieber Geld von den Industriestaaten hätten, geschenkt.

Nun hat der Wettermann Kachelmann, der nicht vom Staat alimentiert wird, darauf hingewiesen, daß von einer globalen Hitzewelle auf der Nordhalbkugel keine Rede sein könne. Bei uns ist es warm, wo anders ist es kühl. Die Abweichung von der Durchschnittstemperatur des Zeitraums 2000-2017 betrage genau 0,0 Prozent.
Gut, daß es solche Stimmen auch noch gibt.

Heißt das, daß es mit dem Klima immer prima weitergehen wird?
Nun, da kommen wir in die Eschatologie, die Endzeitkunde.
Das Wort Gottes sagt sehr wohl, daß es "Zeichen an Sonne und Mond und Sternen und auf der Erde Angst der Nationen in Ratlosigkeit bei brausendem und wogendem Meer," geben wird, "während die Menschen verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen, denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden." (Lukas 21, 25-26).
Diese Dinge werden jedoch von Gott hervorgerufen und können daher nicht mit höheren Steuern bekämpft werden, sondern nur mit einer Umkehr zu Gott.

"Und dann werden sie den Sohn des Menschen kommen sehen in einer Wolke mit Macht und großer Herrlichkeit. Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so blickt auf und hebt eure Häupter empor, weil eure Erlösung naht." (Lukas 21, 27-28).

Sonntag, 5. August 2018

Monkey Business oder: Jesus ist kein Gorilla

"Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht."
2 Korinther 3, 18.

Es gibt auf YouTube einen interessanten Beitrag aus der kognitiven Psychologie, also der Psychologie, die sich mit Wahrnehmung und ihrer Verarbeitung beschäftigt. Der Film heißt "The Monkey Business Illusion" von Daniel Simons.
Er ist prima und spricht auch zu Christen.
In dem Film gibt es ein weißes und ein schwarzes Team, (also Trikot-, nicht Hautfarben), und die Aufgabe lautet, zu zählen, wie oft das weiße Team sich den Ball zuspielt. Man schaut konzentriert hin und zählt mit und kommt auf x Ballabgaben.
Dies bestätigt der Psychologe.
Doch dann fragt er: Haben sie den Gorilla bemerkt?
Gorilla? fragt man sich. Wo bitte war da ein Gorilla?
Dann läuft der Film nochmal ab und tatsächlich: Von rechts tappt ein Gorilla ins Bild, bleibt in der Mitte stehen und trommelt sich auf die Brust, bevor er nach links wieder aus dem Bild verschwindet.
Rund die Hälfte der Zuschauer, (die nicht bescheidwissen), bemerken den Gorilla nicht. Das liegt daran, dass Wahrnehmung eine hochkomplizierte Angelegenheit ist. Wir können immer nur eine Sache wirklich ins Auge fassen. Alles andere kategorisieren wir als unwichtig und nehmen es nur am Rande wahr. Täten wir dies nicht, würden wir unser Gehirn hoffnungslos überlasten.
Nun ist natürlich von entscheidender Wichtigkeit, was wir gewohnneitsmäßig "anschauen", worauf unsere Aufmerksamkeit ruht. Denn das beeinflusst unsere Lebensqualität ganz entscheidend.

Leider nehmen auch Christen oft nur die Probleme wahr, die ständig von Hand zu Hand gehen wie der Ball des weißen Teams. Jesus, der sehr wohl in der Mitte vorhanden ist und um Hilfe gebeten werden möchte, sehen sie nicht, da sie völlig auf etwas anderes fixiert sind.
Wie stellst du dich in dieser Sache an?

Dein Tiefenblick aufs Leben kann und darf (und sollte) sein:
"Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken." (Römer 8, 28).
Amen.

Donnerstag, 2. August 2018

USA in die EU?

"Sie sollen Dankopfer darbringen und mit Jubel seine Taten erzählen, die sich mit Schiffen aufs Meer hinausbegaben, auf großen Wassern Handel trieben."
Psalm 107, 22-23.

Neulich haben sich der amerikanische Präsident Trump (Abstinenzler) und der Präsident der EU-Kommission Juncker (Champagnerfreund) in Washington getroffen, um Probleme mit Handelsbarrieren zu diskutieren. Die Europäer erheben hohe Zölle auf Waren aus Amerika. Die amerikanischen Zölle auf europäische Waren sind niedriger. Der US-Präsident fand das unfair und hat die US-Zölle angehoben („Strafzölle!“), worauf sich prompt lautes Wutgeheul in Europa erhob. Trump sei ein Protektionist, gegen Freihandel, eine Bedrohung für die Weltwirtschaft, usw., was jedoch eine Verzerrung der tatsächlichen Tatsachen ist. Trump hat nämlich schon auf dem G-7-Gipfel einen völligen Wegfall aller Zölle ins Gespräch gebracht, jedoch keine Zuhörer gefunden.

Man braucht nämlich im Welthandel eigentlich keine Wirtschaftsabkommen wie CETA oder TTIP mit ihren geheim tagenden Gremien, nichtstaatlichen Schiedsgerichten, Ausnahmeklauseln, usw. Man braucht nur einfach keine Zölle mehr zu erheben, dann hat man dasselbe Ergebnis, nur mit weniger Aufwand. (Allerdings bleiben dann Heerscharen von Bürokraten arbeitslos, was Heerscharen von Bürokraten naturgemäß nicht so prickelnd finden).

Nun entnehme ich der amerikanischen Presse, dass Juncker und Trump sich doch auf einen völligen Wegfall aller Zölle zwischen EU und USA geeinigt haben sollen, (entsprechend dem ursprünglichen Vorschlag des Unaussprechlichen). US-Kolumnisten sehen die USA schon als Mitglied des gemeinsamen Marktes, (der das einzige wirklich Gute an der EU ist).
Das wäre fantastisch.
Der größte Freihandelsraum der Welt würde entstehen. Preisbewusste Europäer könnten billige amerikanische Autos (mit der Technik von gestern, aber na und?) kaufen, während Amerikaner billiger an europäische Qualitätsprodukte kämen.
Der Handel würde zunehmen. Alle würden reicher werden.
Der deutschen Presse entnehme ich allerdings, dass Spanien, Frankreich usw. unbedingt ihren Agrarsektor vor der möglicherweise günstigeren amerikanischen Konkurrenz schützen wollen. Man wolle unbedingt an Zöllen festhalten. Andere EU-Staaten wollen wiederum ihre Produkte schützen, und so erweist sich, dass eigentlich nicht die Amerikaner gegen Freihandel und niedrige Preise sind, sondern die Europäer.
Isch 'offe, dass chèr Schonklodd sisch durchsetztö. Allez Müsjöh le Président! Wanken Sie, soviel Sie wollen, machen Sie nur die Zölle weg. Bussi. Meinen Segen haben sie.
Darauf einen Schampus.

"Ein Vorteil ist es, die Weisheit richtig anzuwenden." (Prediger 10, 10).

Dienstag, 31. Juli 2018

Verteidiger der Brüder

"Willst du dich aber vor der staatlichen Macht nicht fürchten, so tue Gutes, und du wirst Lob von ihr haben, denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten.
Wenn du aber Böses tust, so fürchte dich! Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut."
Römer 13, 3-4.

Die staatliche Macht ist nur so lange legitim und Gottes Dienerin, solange sie das Gute lobt und das Böse straft. Ändert sich das, so wird staatliche Macht zur Tyrannis und der Ordnungsstaat zur Perversion seiner selbst. Die Tyrannis fängt sich jedoch unweigerlich früher oder später selber Probleme ein.

Andrew Brunston aus Nord Carolina, USA, ist seit rund 20 Jahren Pastor einer Gemeinde im historischen Smyrna, dem heutigen Izmir, damals römisch-griechisch, heute türkisch. (Vor Jahren war ich mal in Izmir und habe dort eine kurze Impulspredigt gehalten, allerdings nicht in Pastor Brunstons Kirche; von dem wusste ich damals nichts).
Momentan hat er es nicht leicht, der Pastor, aber Rettung naht.
Doch der Reihe nach:
Vor zwei Jahren versuchte die eher säkular eingestellte türkische Armee gegen den neuen, streng moslemisch eingestellten starken Mann in der Türkei, Recep Pascha, zu putschen, was gründlich misslang. Erdogan „putschte“ nun seinerseits. Im Zuge der Säuberungen ließ er, dem christliche Aktivitäten naturgemäß ein Dorn im Auge sind, auch Pastor Brunston ins Gefängnis werfen. Er sei ein Spion und Terrorunterstützer, (was sonst?).
Brunstons Tochter Jacqueline sprach im März vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf und verlas eine Note ihres Vaters, in der er darauf hinwies, dass es unstrittig sei, dass er nicht wegen eines Vergehens, sondern wegen seines Glaubens im Gefängnis sitze. (Dieser Menschenrechtsrat ist jedoch ein Witz, wenn man sich mal die Mitgliedsstaaten anschaut).
Nun hat sich Donald Trump in die Affäre eingeschaltet und nicht lange gefackelt. Die USA werden die Türkei wegen der langen und ungerechtfertigten Haft Pastor Brunstons mit massiven Sanktionen belegen. Diese unschuldige Mann des Glaubens sei sofort freizulassen.
In der Tat.
Als amerikanischer Christ im türkischen Knast kann man froh sein, dass dieser sperrige deutschstämmige Milliardär momentan Präsident ist und nicht ein anderer.
Apropos:
Ich kann mich nicht erinnern, dass die deutsche Regierung irgendetwas außer Sprechblasen abgesondert hätte, als 2007 hinten in der Türkei der deutsche Christ Tilmann Geske und zwei türkische Christen von fanatisch antichristlich-moslemischen Nationalisten massakriert wurden. (Ein Leiter im türkischen Justizministerium sagte seinerzeit sogar, Missionsarbeit sei gefährlicher als Terrorismus; er unterstützte die Mörder also moralisch). Die allseits bekannten Täter wurden erst 2016 endlich verurteilt. Spät, aber immerhin.

"Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und sollte er es bei ihnen lange hinziehen?" (Lukas 18, 7).

Montag, 30. Juli 2018

Endlich wieder richtig Sommer

"Du bestellst Finsternis und es wird Nacht. In ihr regen sich alle Tiere des Waldes."
Psalm 104, 20.

In meinem Garten begegnen mir immer wieder Gartenrotschwänze, die wenig scheu vor mir haben. Es ist nicht so, dass sie mir aus der Hand fressen würden, vielmehr hauen sie nicht gleich ab, wenn ich mich bemerkbar mache, sondern hüpfen lediglich einen Ast weiter und schauen mich an.
Ich vermute, das sind die, die vor einigen Wochen in einer Hecke nah beim Haus geschlüpft sind. Aus den blauen Eiern wurden seinerzeit riesige Schnäbel, die sich in Flauschbälle mit Augen verwandelten und eines Tages weg waren. Die kennen mich und mein neugieriges Gesicht vom gelegentlichen Insnestschauen. Sie sind praktisch mit mir groß geworden.

Überhaupt lassen sich zurzeit großartige Naturbetrachtungen anstellen. Jetzt ist nämlich die Blattzeit der Rehe.
Man kann sich, wie ich gestern abend, mit einem Feldstecher bewaffnet auf einen Jägerstand am Waldrand, vor einer Wiese mit Kleebewuchs, setzen und warten bis die Sonne untergeht. Dann kann es sein, dass einem Hasen, Füchse und vor allem Rehe unterkommen. Denn die Böcke treiben die Ricken in eindeutiger Absicht aus dem Wald und steigen ihnen nach. Spannend wird es, wenn ein minderer Bock auftaucht und sich an den Geißen eines Platzbocks zu schaffen macht und diese Geißen dann zu schrecken beginnen, (d. h. sie quietschen).
Falls sich nichts tut, dann macht man einfach selber das Fiepen einer bedrängten Geiß nach und dann kann es sein, dass der Platzbock einen für einen Eindringling hält und selber zu Knören beginnt—und plötzlich auf der Wiese steht und streng um sich blickt wie ein Politkommissar, der die Konterrevolution wittert.
Gestern war es jedenfalls so spannend, dass ich erst um dreiviertel 10 wieder vom Stand heruntergekraxelt bin.
Was man nicht alles erlebt.

"Geht die Sonne auf, ziehen sie sich zurück und lagern sich in ihren Verstecken. Der Mensch geht aus an sein Werk, an seine Arbeit bis zum Abend." (Psalm 104, 22-23).

Freitag, 27. Juli 2018

Reichsbürger? Resistance?

"Jede Seele unterwerfe sich den übergeordneten Autoritäten! Denn es ist keine Autorität außer von Gott, und die bestehenden sind von Gott verordnet."
Römer 13, 1.

„Pastor, in letzter Zeit liest man immer wieder von den sogenannten Reichsbürgern. Es soll so viele davon geben, und viele sollen bewaffnet sein. Sind die gefährlich?“

"Reichsbürger" sind Leute, die den Staat, in dem wir leben, nicht anerkennen, sondern sich als Bürger des Deutschen Reiches betrachten. Für die ist das nicht untergegangen, sondern existiert weiter. Die spaßigeren unter ihnen gründen ihre eigenen Königreiche und vergeben Ausweise.
Man sieht schon, ganz kann man das nicht ernst nehmen.
Ich persönlich halte von dieser Bewegung nichts.
Die Republik in der wir leben, ist die beste, die wir je hatten, und es ist nichts gewonnen, wenn wir diese nun infrage stellen. Vielmehr sollten wir sie verteidigen. Nicht unbedingt gegen kuriose Reixbürger, sondern gegen eine Politik, welche die freiheitlich-demokratische Grundordnung untergräbt, (zum Beispiel indem sie Gesetze nur noch wahlweise und nach Belieben durchsetzt, Kleinigkeiten streng ahndet und schlimme Dinge hingegen lasch; so ruiniert man einen Rechtsstaat). In einer Demokratie macht man das indem man wählt.
Ein überragender Vorteil der Demokratie ist nämlich, dass man seine Regierung auf unblutige Weise wieder los wird, wenn sie einen nicht mehr zusagt. Die Reichsbürger sollen sich in der Reichsbürgerpartei zusammenschließen und sich Wahlen stellen. Dann wird sich zeigen, ob ihr Staatsbild mehrheitsfähig ist.

Was die öffentliche Diskussion über diese Leute angeht: Heute muss man der Presse nicht mehr alles glauben, das Internet ist erfunden und man kann bestimmte Daten bis zur Quelle zurückverfolgen, zum Beispiel die über die rechte Radikalität dieser Polit-Exoten.
Man klickt einfach rüber und schaut im Verfassungsschutzbericht nach.
Demnach sind etwa 900 von mehr als 16.500 Reichsbürgern rechtsradikal. Mehr nicht. Die anderen hegen lediglich Wunschträume von der Selbstverwaltung. Manche erklären ihr Grundstück zum Ministaat. Wie gesagt, im Grunde eine Farce.
Etwa 1200 haben eine waffenrechtliche Erlaubnis, also nicht einmal 10 %. Und diese Gruppe wird medial zu einer schwerbewaffneten, dunkel dräuenden Miliz hochgejazzt.
Ich weiß nicht.
Könnte es sein, dass hier ein Feindbild aufgebaut werden soll, um bestimmten Leuten ohne echte Begründung die Waffen wegnehmen zu können?

In der Bibel finden sich unterschiedliche Haltungen zur Obrigkeit. Römer 13, 1, (der obige Vers), ist deswegen nicht absolut zu setzen.
Für Mose war der Pharao ein Tyrann, dem es zu widerstehen galt.
Für Paulus, den römischen Bürger, war Rom eine Schutzmacht, die ihn vor Verfolgungen und Nachstellungen von Juden und Griechen bewahrt hat. Nicht immer, (Philippi), aber meistens, (Korinth, Ephesus...). Spätestens unter Nero wandelte sich der römische Staat jedoch vom Beschützer des Rechts auch der Christen sporadisch zum gnadenlosen Verfolger des jungen Glaubens. Während Paulus die römische Obrigkeit lobt, weissagt Johannes ihr in Offenbarung 17-18 Qual und Trauer, Gericht und Verderben.
Wobei die Christen stets gewaltlos blieben.
300 Jahre später, als das Römische Reich aus dem letzten Loch pfiff, war es nicht der Kaiser, sondern der christliche Bischof von Rom, Leo I, der hinauszog vor die Stadt und mit Attila dem Hunnenkönig verhandelte. Was die beiden genau besprachen, wissen wir nicht. Historische Tatsache ist: Der hunnische Schlächter zog mit seinen Reitern ab, ohne die Stadt zu verheeren.
Die Nachfolger Christi wurden der Stadt, die sie einst verfolgte, zum großen Segen.

Es gibt immer wieder Zeiten, in denen man unpopuläre Meinungen vertreten muss, (d. h. der Wahrheit treu bleiben muss). Das Fähnlein in den Wind zu hängen wäre dann der falsche Weg.

"Du sollst der Menge nicht folgen zum Bösen. Und du sollst bei einem Rechtsstreit nicht antworten, indem du dich nach der Mehrheit richtest und so das Recht beugst." (2 Mose 23, 2).

Mittwoch, 25. Juli 2018

Der Algorithmus und die Manipulation

"Der Einfältige glaubt jedem Wort, aber der Kluge achtet auf seinen Schritt."
Sprüche 14, 15.

Wir sind im Internet ständig mit Bewertungen und Beurteilungen von Produkten, Nachrichten, Artikeln, usw. konfrontiert, die sich zu einem nicht geringen Teil auf Algorithmen stützen. Diese Algorithmen unterliegen wiederum Interessen, d. h. sie sind gesteuert.
Google lässt sich die Anzeigen auf seiner Seite 1 teuer bezahlen, wohl wissend, dass die meisten Sucher den ersten Eintrag anklicken, der ihnen dort angezeigt wird. Seite 2 ist praktisch schon die Gruft. Auf Seite 3 befindet man sich bereits in der Unterwelt.
Facebook und Co. sammeln feste Daten und finden heraus, was unsere Vorlieben sind, damit wir dann mit interessengerechter Werbung beschickt werden können.
Eigentlich clever. Eigentlich gut.
So wird sichergestellt, dass mir zum Beispiel kein Nagellack oder Katzenfutter oder so angeboten wird, sondern Dinge, die meinen vielfältigen, dynamischen und abwechslungsreichen Interessen entsprechen. ;)
Doch hinter diesen Datensammlern stecken natürlich Menschen, die ihren eigenen Blick auf die Welt haben und sie in ihrem Sinn verändern wollen. Manchmal mehr, manchmal weniger. Zur Zeit eher mehr. Früher benutzten reiche Leute Zeitungen und Fernsehsender, um die Ideenwelt ihrer Konsumenten in ihrem Sinne zu prägen. Sie tun das selbstverständlich noch heute.
Und es funktioniert.
Der Glaube kommt aus dem Hören und es ist überhaupt nicht erstaunlich, dass Menschen die Inhalte von einseitigen Zeitungsartikeln nachplappern, ohne sich deren oftmalige Absurdität zu vergegenwärtigen, etwa wenn hinter ihm die Hütte brennt, der Journalist jedoch auf ein Lagerfeuer im Nachbargarten deutet und Zeter und Mordio schreit.
Beispiele spare ich mir diesmal.

Mir ist die tendenziöse Unzuverlässigkeit von Algorithmen nur neulich bewusst geworden, als ich festgestellt habe, dass der Aufruf-Zähler unserer Online-Predigtvideos nicht mehr in Echtzeit mitklickert, sondern nur alle paar Tage upgedated wird—wobei das Updaten offenbar kein Problem ist. Der eingeloggte Kanalmanager sieht die korrekten Daten, die Öffentlichkeit die veralteten. Ersichtlich am Beispiel dieses Screenshots: (Wenn das Bild zu klein ist: einfach anklicken).
Nicht schlimm. Ein Geschmackerl hat's schon. Und es erschwert das spontane Abschätzen der Popularität einer Message. Aber vielleicht ändert sich das ja auch wieder.

Samstag, 21. Juli 2018

Berge oder Meer?

"Tut nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht, sondern daß in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst."
Philipper 2, 3

Nun steht er die Urlaubszeit an und die Frage stellt sich: Geht es in die Berge oder ans Meer?
Wenn der eine in die Berge und der Ehepartner ans Meer will, dann könnte man einen Kompromiss schließen und sich auf einen Ort zwischen Bergen und Meer einigen. Allerdings könnten die meisten dann genauso gut zu Hause bleiben.
Fährt man in die Berge, wird derjenige, der ans Meer wollte, muffelig.
Fährt man ans Meer, wird derjenige, der in die Berge wollte, zum Miesepeter.
Und wegen des Muffels oder Miesepeters kommt der Berg- bzw. Meerliebhaber auch nicht auf seine Kosten.
Was tun?
Wie wäre es, in diesen Dingen keinen Kompromiss anzustreben, sondern dem andern ein Geschenk zu machen? Ein Geschenk ist ja ein freiwilliger Verzicht auf etwas, das ich einem anderen zu seinem Genuss überlasse.
Statt sich darüber zu ärgern, dass man auf die Alm muss, könnte man dem andern quasi einen Bergurlaub schenken. Wenn man dann mit dem anderen zur Kuhglockenmusik über die sieben Berge wandert, fühlt man sich gut und nicht zu kurz gekommen.
Nur ein Vorschlag.

"In der Bruderliebe seid herzlich zueinander, in Ehrerbietung einer dem anderen vorangehend." (Römer 10, 13).

Mittwoch, 18. Juli 2018

Welchen Unterschied macht Gebet?

"Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung."
Jakobus 5, 16

Gestern haben wir gesehen:
Gemeinschaftliches Gebet ist stark. Und selbst Jesus bat Petrus, Johannes und Jakobus darum, in der Stunde seiner Not in Gethsemane, als er "betrübt und geängstigt" war, mit ihm zu wachen. (Matthäus 26, 37). Sie taten es nicht, sondern verschliefen die Gelegenheit.
Und es geziemte Jesus ja auch, völlig auf sich gestellt und ohne Gebetsunterstützung maximale Erhörungen zu erhalten. So hat er das Erlösungswerk von vorn bis hinten selbst und ohne jegliche Hilfe durch Dritte vollbracht. In alle Ewigkeit teilt er diese Ehre mit keinem Menschen, nicht einmal mit den Dreien, die er persönlich extra dazu eingeladen hat.
Er betete und ein Engel kam und stärkte ihn.
Doch zuvor war er schwer am Ringen und betete dreimal dasselbe Gebet. Der Druck verstärkte sich, bis er Blut schwitzte. (Lukas 22, 44). (Der medizinische Fachbegriff lautet Hämhidrose).
Jesus war hier, umgeben von seinen Jüngern, einsam und verlassen.
Sowas gibt's.
Was wäre geschehen, wenn für ihn gebetet worden wäre?
Hätten seine Jünger mit ihm gewacht, so hätte er natürlich noch immer ans Kreuz gemußt. Manche unangenehmen Aufgaben kann man nicht wegbeten. Doch ich bin mir sicher: Blut hätte Jesus nicht schwitzen müssen. Er wäre viel früher durchgedrungen, der Engel wäre schneller gekommen und, wer weiß, vielleicht hätten die Jünger selbst kapiert, was in jener Nacht vor sich ging. Dann hätten sie während der Tage Jesu im Grab selbst weniger gelitten.
Die Beter und der, für den gebetet wurde, wären gesegnet worden.
Jesus sagte ja auch: "Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt." (Matthäus 26, 41). Nicht so leicht in Versuchung zu fallen und Gottes Pläne besser zu verstehen, ist ein Bonus für Fürbitter.

Dienstag, 17. Juli 2018

Gebet macht den Unterschied

"Betet füreinander."
Jakobus 5, 16

Die Apostel Jakobus und Petrus waren mit Johannes die engsten Freunde Jesu. Sie hatten ein besonderes Verhältnis zum Herrn. Dennoch heißt es von Jakobus, daß Herodes ihn eines Tages festsetzte und mit dem Schwert tötete. (Apostelgeschichte 12).
Einfach so.
Als Herodes merkte, daß das ankam, ließ er auch Petrus festnehmen, um ihm einen Schauprozeß zu machen und auch ihn aus dem Weg zu räumen.
"Aber von der Gemeinde geschah ein anhaltendes Gebet für ihn zu Gott." (Vers 5).
Ein Engel erschien und befreite Petrus aus der mit 16 Soldaten bewachten Zelle. Die Gemeinde konnte es gar nicht fassen, als er plötzlich vor der Tür stand und klopfte.
Jakobus starb und Petrus lebte.
Beide hatten ein in gleicher Weise ausgezeichnetes Verhältnis zu Jesus.
Warum starb Jakobus, (obwohl er sogar der Cousin Jesu war), und warum überlebte Petrus?
Für den einen wurde gebetet, für den anderen nicht.
Vielleicht dachten die Christen, Jakobus ist solch ein gewaltiger Mann Gottes, der braucht doch kein Gebet von so Wichten wie uns.
Doch selbst Jesus bat um Gebet, als er seine Jünger in Gethsemane aufforderte, mit ihm zu wachen, da er "sehr bestürzt und geängstigt" war. (Markus 14, 33). Wenn Jesus Gebet wollte, dann ist es allemal angebracht, daß wir auch untereinander füreinander beten.
Dazu morgen noch ein Gedanke.

Freitag, 13. Juli 2018

Der sonderbare Samariter

„Nun spring doch endlich!“ sagte der Samariter zu dem Mann auf der Klippe.
„Aber da breche ich mir doch sämtliche Knochen,“ sagte der Mann.
„Na und?“ entgegnete der Samariter. „Dann lege ich dich über meinen Esel und bring dich in die Herberge. Die haben dort ausgezeichnete Ärzte.“
„Ärzte sind teuer.“
„Ach was!“ Der Samariter winkte ab. „Die kosten dich keinen Pfennig.“
„Wer zahlt?“
„Die dürfen keinen abweisen.“
Der Mann auf der Klippe nickte bedächtig.
„Und überhaupt ist es in der Herberge viel schöner als auf deiner ollen Klippe, wo die heiße Sonne über dich hinwegzieht und der kalte Mond und dann wieder die heiße Sonne und dann wieder der kalte Mond.“
Der Mann auf der Klippe war noch immer nicht überzeugt. Da zog der Samariter eine rote Rettungsweste aus der Tasche und sagte, „Hier, die haben Studenten aus aller Welt in Schweinfurt entwickelt. Extra für dich. Und deine Freunde.“
„Tatsächlich?“ sagte der Mann auf der Klippe.
„Die legst du dir jetzt um und dann springst du,“ sagte der Samariter und warf die Weste hoch. „Hast du verstanden?“
„Wenn du meinst,“ sagte der Mann und steckte seinen Kopf durch das Loch in der Weste.
Eine extra für diesen Zweck angebrachte CO2-Kapsel entlud ihren Inhalt und dann stand der Mann auf der Klippe schön gepolstert da.
Dann sprang er.
Die Weste überlebte den Sprung.
Der Samariter nahm das nunmehr besonders rote Rettungsinstrument an sich und zog schnurstracks weiter zur nächsten Klippe.

"Da sie Gottes Gerechtigkeit nicht erkannten und ihre eigene aufzurichten trachteten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen." (Römer 10, 3).

Dienstag, 10. Juli 2018

Der richtige Blick (ist wichtick)

"Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis."
Hosea 4, 6.

„Hallo Pastor, es gibt Leute, die sagen, dass der Sündenfall etwas Gutes war. Adam sei in die richtige Richtung gefallen. Immerhin sind ihm die Augen aufgegangen. Wie siehst du das?“

Nun ja.
Anders.
Der Sündenfall hat uns aus dem Zustand der Unschuld herausgerissen und ein kompliziertes Erlösungswerk nötig gemacht. Ich bin mir sicher, der Herr hätte darauf gern verzichtet. („Wenn möglich, lass diesen Kelch an mir vorüber gehen.“)
Allerdings hängen nicht nur Mormonen, sondern auch manche Philosophen, Biologen und Ethiker dem obigen Gedanken an.
Es ist so:
Mit dem Sündenfall ist die Menschheit definitiv zu einer neuen Befindlichkeit gelangt. Sie ist jedoch nicht von unten nach oben zu etwas epochal Neuem durchgedrungen, quasi vom unschuldigen Tier, das sich seiner selbst nicht bewusst ist, zum sich seiner selbst bewussten Menschen. Vielmehr hat da ein Abstieg stattgefunden. Gottes veritables Ebenbild wurde zum gefallenen Menschen. Die Entwicklung ging also von oben nach unten, nicht umgekehrt.

Deswegen ist es auch so fatal, wenn man sich heute auf den reinen Humanismus kapriziert. Denn der orientiert sich unweigerlich am gefallenen Menschen, im Gegensatz zum Christentum, das sich am idealen Menschen, (nämlich Jesus), orientiert und ihm nacheifert.
Der Humanismus ohne Gott ist deswegen fatal, weil er noch die größte Abartigkeit des gefallenen Menschen irgendwie zu legitimieren in der Lage ist. Daher rührt auch das größte Problem unserer Zeit: der moralische Relativismus, der gut und böse nicht mehr kennt und trennt, sondern alles toleriert.
Wenn es Gut und Böse nicht mehr gibt, dann wird Toleranz zum einzig gültigen universellen Wert.
Gut und Böse gibt es aber.
Und auch nur einen einzigen Rückabwickler des Sündenfalls:

"Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich." (Johannes 14, 6).

Freitag, 6. Juli 2018

Gott ist näher als du denkst

"Und es geschah, während er sie segnete, schied er von ihnen und wurde hinaufgetragen in den Himmel. Und sie warfen sich vor ihm nieder und kehrten nach Jerusalem zurück mit großer Freude."
Lukas 24, 50-51.

Erstaunlicherweise kehrten die Jünger nach der Himmelfahrt Jesu mit großer Freude nach Jerusalem zurück. Man sollte meinen, die Trennung vom Herrn hätte sie mit Trauer erfüllt, doch nichts dergleichen. Sie kehrten nicht nur mit Freude, sondern mit großer Freude zurück in die Stadt.
Der Herr ist weg und alle freuen sich, wie kann das zugehen?
Die Jünger hatten verinnerlicht, dass Jesus bei ihnen sein würde bis zum Ende des Zeitalters. Auch wenn er jetzt im Himmel war, so war er doch nahe und nicht fern. Gott erhört Gebet. Diese Tatsache hat Jesus ihnen wieder und wieder eingebimst.

Dass er nahe ist, auch wenn er fern scheint, hat Jesus seinen Jüngern schon in Johannes 6 demonstriert. Damals hatte er 5000 Männer, (Frauen und Kinder nicht mitgezählt), gespeist, die ihn daraufhin zum König machen wollten, (Vers 15). Jesus merkt das und trägt seinen Jüngern auf, sich ins Boot zu begeben und abzufahren. Als sie in die Nacht hineinruderten, sahen sie ihn, wie er sich auf den Berg zurückzog, er allein.
Als sie 25 oder 30 Stadien gerudert und also ungefähr mittendrin waren, wurde der See aufgewühlt, da ein starker Wind wehte. (Vers 18). Es war Nacht, es war kalt, es war nass und das Boot stürzte immer wieder ab ins Wellental. Eine schwierige, gefährliche Situation. Mancher Jünger mag sich da gedacht haben, 'Einmal wenn man ihn braucht…'
Jesus war nicht da, als sie ihn brauchten. Sie kämpften allein gegen Wind und See. Sie erinnerten sich noch gut an den Anblick, wie er allein auf den Berg hinaufgestiegen war, wo er nun saß und betete. Er war nicht da.
Er hätte genauso gut im Himmel zur Rechten des Vaters sitzen können.
Da näherte sich ihnen plötzlich ein Geist auf dem Wasser und sie fürchteten sich.
Nicht nur, dass Jesus weg war, nun kam auch noch ein Gespenst auf sie zu!
Doch plötzlich rief das Gespenst, „Ich bin es, fürchtet euch nicht.“ (Vers 20).
Und siehe da, es war kein Gespenst, sondern der Herr, der ihnen zu Hilfe kam. Er war überhaupt nicht auf dem Berg, er war hier bei ihnen, genau dann, als sie ihn brauchten.
Und kaum nahmen die Jünger Jesus ins Boot auf, war das Boot am Land, wohin sie fuhren. (Vers 21). Ihre Plackerei hatte ein Ende.
Lade auch du Jesus in dein Boot ein. Was da auf dich zukommt ist kein Geist, sondern der Herr. Übergibt ihm endlich das Steuer deines Lebens und erlebe, wie er den Sturm stillt und dich dorthin bringt, wo du sein sollst.

"Alles dies aber widerfuhr jenen als Vorbild und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns, über die das Ende der Zeitalter gekommen ist." (1 Korinther 10, 11).

Mittwoch, 4. Juli 2018

Wozu brauchen Drachen Gold?

"Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben."
1 Timotheus 6, 10.

„Hallo Drache,“ sagte der Ritter. „Ich hab mal eine Frage.“
„Schieß losss,“ raunte der Drache. Dampfwölkchen fuhren aus seinen Nüstern.
„Ihr Drachen seid für eure riesigen Goldschätze bekannt. Wozu braucht ihr die eigentlich? Ich meine, hier in deiner Höhle hast du doch keine Verwendung dafür. In den Laden gehen und dir etwas kaufen kannst du auch nicht. Und wenn du auf den Markt gehst, laufen alle davon und du kannst dich umsonst bedienen. Also, wozu brauchst du das ganze Gold?“
„Weil ich ein Angler bin,“ sagte der Drache.
„Das wäre mir neu,“ sagte der Ritter.
Der Drache verdrehte die Augen. „Das Gold sorgt dafür, dass mein Essen zu mir kommt, sodass ich hier nicht raus muss. Ich find's hier nämlich ganz gemütlich.“
„Jetzt kapier ich,“ sagte der Ritter.
„Außerdem bin ich auf meine alten Tage nicht mehr so gut zu Fuß,“ sagte der Drache „Spaziert also ein Ritter herein, dann lasse ich ihn den Goldschatz sehen, damit er sich tüchtig freut, bevor ich ihn mit meinem Feueratem anblase. Das wirkt sich positiv auf den Geschmack aus. Ich muss ihn dann nur noch aus der Rüstung pulen. Ihr Menschen kennt das ja von den Krabben.“
„Und du hast keine Angst, dass mal ein Ritter kommt und dich zur Krabbe macht?“
Der Drache lachte verhalten. „Nein mein Lieber, das habe ich nicht. Dein Schwertlein ist meiner Feuerwalze nicht gewachsen.“
„Wenn du dich da mal nicht täuschst,“ sagte der Ritter und erschlug den Drachen.
„Oh,“ sagte die Echse als sie verröchelte. „Das hatte ich so nicht erwartet.“
„Ich bin nicht dein Schlachtschaf,“ sagte der Ritter und wischte sein Schwert sauber. „Für mich gelten andere Regeln.“ Er war nämlich im Auftrag seines Herrn unterwegs.
„Und ich dachte …“ sagte der Drache. Dann sagte er nichts mehr.
Mit dem Drachengold finanzierte der Ritter ein Heim für Drachenjungfrauen, die nach ihrer Rettung nicht wussten wohin. (Er konnte ja nicht jede heiraten). Und da er nicht gestorben ist, fürchten sich die Drachen noch heute von ihm.

"'Wie Schlachtschafe sind wir gerechnet worden.' Aber in diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat." (Römer 8, 36-37).

Freitag, 29. Juni 2018

Sprach Gott im Alten Testament schneller zu Betern?

"Im Gewandbausch schüttelt man das Los, aber all seine Entscheidung kommt vom HERRN."
Sprüche 16, 33.

"Pastor, im Alten Testament haben die Leute Gott etwas gefragt und dann heißt es oft gleich „Und der Herr sprach.“ Quasi sofort. Ohne Anlaufzeit. Ich möchte, dass der Herr auch zu mir so schnell spricht. Wir leben doch im besseren Bund. Warum sprach Gott im alten so viel schneller?"

Gott gab damals Entscheidungen durch das Werfen von Losen, deshalb ging das so schnell.
Der Hohepriester trug dazu extra die sogenannten Urim und Thummim in einer Tasche auf der Brust seines Priestergewandes. (2 Mose 28, 30).
Auch der Dienst der Priester im Heiligtum wurde ausgelost. Dazu wurden Steine mit den Namen der Dienstkandidaten in ein Gefäß getan, das man dann schüttelte, bis ein Stein herausfiel.

Wenn jemand eine Entscheidung von Gott suchte und vom Priester das Los werfen ließ, aber Gott antwortete ihm nicht, dann wollte einfach kein Losstein herausfallen, so sehr der Priester auch schütteln mochte. Das ist zum Beispiel König Saul passiert, nachdem der verworfen worden war. (1 Samuel 28, 6).

Das Los zu befragen war damals populär.
Sogar die heidnischen Seefahrer, auf deren Schiff Jona vor Gott floh, warfen einst das Los, um herauszufinden, wegen wem sie sich plötzlich in einem entsetzlichen Sturm wiederfanden. Das Los fiel auf Jona. Als sie ihn über Bord geworfen hatten, „da ließ das Meer ab von seinem Wüten. Und die Männer fürchteten den HERRN mit großer Furcht, und sie brachten dem HERRN Schlachtopfer dar und gelobten ihm Gelübde.“ (Jona 1, 15-16). Jona war ein höchst effektiver (unfreiwilliger) Evangelist. Sogar im Untergang bekehrte er noch Leute. Auch er überlebte das Drama bekanntlich und wurde zum vollmächtigen Reformator Assyriens, (zumindest für eine Generation).

Das letzte Mal, dass Gott um eine Entscheidung durch das Los angerufen wurde, findet sich in Apostelgeschichte 1. Judas hatte sich erhängt und fiel als Apostel aus. Die übrigen Apostel empfanden jedoch, dass sie zu zwölft sein sollten. Man nominierte darauf hin zwei Kandidaten, die den Dienst Jesu von Anfang an begleitet hatten, so wie die anderen elf es getan hatten. „Und sie gaben ihnen Lose. Und das Los fiel auf Matthias, und er wurde den elf Aposteln zugezählt.“ (Apostelgeschichte 1, 26). Diese Losentscheidung wird nirgendwo relativiert. Gott sprach damals wirklich so.

Wir werfen heute keine Lose mehr. Das tat Paulus auch nicht. Er empfiehlt dies auch in keinem seiner Briefe.
Warum nicht?
Auf diese Weise Gottes Willen herauszufinden ist doch ungemein praktisch und zeitsparend. Heutzutage haben Christen jedoch den Heiligen Geist. Er wohnt in uns. Wir sind sein Tempel. In den Israeliten wohnte er nicht. Unter ihnen hatten nur drei Personen den Heiligen Geist, und das auch nur sporadisch, wenn sie gerade ihres Amtes walteten: Der König, der Priester und der Prophet.
So gesehen haben wir es heute besser.

Gott erlaubt uns, die meisten unserer Entscheidungen selbstständig zu treffen. Er gängelt uns nicht. Wer Entscheidungen treffen muss, muss abwägen. Dieses Abwägen führt zu richtigen oder falschen Entscheidungen. In beiden Fällen führt dieses eigenständige Entscheiden zu einem Maß an Reife. Denn aus Fehlern lernt man genauso wie aus richtigen Entscheidungen.
Und wenn Gott will, dann macht er sich schon verständlich: Durch außergewöhnlich starke innere Eindrücke, durch Träume oder auch einmal durch eine seltene prophetische Schau.
In den allermeisten Fällen sagt er jedoch zu uns:

"Geh hin, tu alles, was du im Herzen hast, denn der HERR ist mit dir." (2 Samuel 7, 3).

Freitag, 22. Juni 2018

Kaiser Konstantin: Gut oder böse?

"Saul, Saul, was verfolgst du mich? Es ist hart für dich, gegen den Stachel auszuschlagen."
Apostelgeschichte 26, 14.

Der römische Kaiser Konstantin ist für viele Christen eine ambivalente Figur. Er war es, der im Februar 313 AD in Mailand endgültig die Verfolgung des christlichen Glaubens untersagte: „In gesunder und richtiger Erwägung haben wir den Beschluss gefasst, dass keinem Menschen versagt werden soll, nach freier Wahl sein Herz jener Religion zuzuwenden, die er selber für die richtige hält…“ In dem gleichen Edikt befahl er weiter, alles Eigentum und alle Stätten, die Rom den Christen im ganzen Reich weggenommen hatte, ohne weiteres zurückzuerstatten.
Unter ihm gedieh die Gemeinde und das Christentum wurde nach und nach zur Staatsreligion—was natürlich dazu führte, dass die Kirche sich nun mit völlig anderen Problemen konfrontiert sah den ersten drei Jahrhunderten ihrer Existenz. Hatte sie früher mit Armut und Verfolgung zu kämpfen, so sah sie sich nun mit Reichtum, Macht, Prestige und Verweltlichung konfrontiert. Es kam zu Massentaufen. Ganze Landstriche bekehrten sich zum Christengott. Menschen bekehrten sich aus Überzeugung und aus Kalkül.
War Konstantin nun gut oder schlecht für das Christentum?
Was für eine Frage.
Ich halte das Wirken Konstantins insgesamt für segensreich.
Ein Blick in die näheren Umstände seiner Bekehrung ist ganz aufschlussreich.

Damals wurde das römische Weltreich von vier Herrschern gemeinsam regiert, zwei Augustussen und zwei nominell untergeordneten Cäsaren. Konstantin war der jugendliche Cäsar des Westreichs Gallien in Trier. Die anderen drei Herrscher und auch der abgedankte Imperator Diokletian waren üble Christenverfolger (gewesen). Konstantin und sein Vater Konstantius bildeten da eine löbliche Ausnahme.
Konstantin gab zu denken, dass alle hochoffiziellen Christenverfolger ihrerseits vom Unglück verfolgt wurden, nachdem sie mit der Verfolgung Christi begonnen hatten.
Kaum hatte beispielsweise Diokletian sein Verfolgungsedikt unterschrieben, wurde er von einer schweren Krankheit befallen, die den Rest seines Lebens ruinierte und ihm alle Freude raubte.
Augustus Maximian erhängte sich in Messalia (Marseille).
Den orientalischen Augustus Galerius, den grausamsten Christenschlächter, zerfrisst der Magenkrebs. Da ihm weder Ägyptens Priester, noch Babylons Magier, noch Griechenlands Ärzte helfen können, erlässt Galerius ein Toleranzedikt, das den Christen in seinem Reichsteil ihre Religionsausübung gestattet. Doch zu spät. Er stirbt dennoch eines unschönen Todes.
Das prompte Gericht über die Verfolger macht Konstantin nachdenklich.

Als er mit 25.000 Soldaten den 100.000 Truppen des Tyrannen Maxentius gegenübersteht, der sich noch dazu im befestigten Rom verschanzt hat, befragt Konstantin nach alter Väter Sitte die Eingeweide geopferter Schafe durch Orakelpriester. Die Zeichen stünden ungünstig, sagte man ihm.
Konstantin ist nicht überzeugt.
In dieser kniffligen Situation ruft der Cäsar die christlichen Bischöfe zu sich. Die kommen ins Heerlager und legen ihm die Grundzüge des christlichen Glaubens dar. Sie sprechen über die bergeversetzende Kraft des Glaubens, über Gottes Liebe, über das Opfer seines Sohnes. Sie bieten an, mit ihren Gemeinden für ihn zu beten. Doch sie orakeln ihm nichts. Sie prophezeien nicht.
In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 312 AD träumt Maxentius, Konstantins Gegner. Ein Götterbote tritt zu ihm und warnt ihn, noch länger am Ort seiner Freuden und Ehrungen, (Rom), zu verweilen. Tief verunsichert bringt er daraufhin seine Familie in Sicherheit.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober träumt wiederum Konstantin. Christus erscheint ihm und deutet auf ein strahlendes Kreuz am Himmel. „In diesem Zeichen wirst du siegen!“ Die Stimme Christi sei über die Länder und Meere gegangen.
Die Offiziere staunen, die gläubigen Legionäre jubeln, als Konstantin ihnen aufträgt, auf allen Feldzeichen, Schildern, Helmen, Panzern und Standarten umgehend das Christusmonogramm anzubringen.

Seine germanischen Truppen sind diszipliniert, sie plündern und schänden nicht, so dass die Orte auf dem Weg ihnen freiwillig die Tore öffnen und sie als Befreier feiern.

Es kommt zur Schlacht und das Unmögliche geschieht: Konstantin besiegt mit seinen 25.000 die 100.000 Soldaten des Maxentius. Der Thronräuber hat leichtsinniger Weise die mächtigen aurelischen Mauern Roms verlassen und steht jetzt eingekeilt zwischen den Tiberbrücken und den Felsen von Saxa Rubra.
Der eigentliche Kampf dauert nur eine halbe Stunde, dann bricht das Chaos aus. Die Flut der Fliehenden wälzt sich zum Fluss zurück, versinkt und scheitert auf ganzer Linie. Auch der Christenfeind Maxentius findet dort den Tod.
Noch am gleichen Tag befahl Konstantin, sein Standbild auf dem Kapitol zu errichten. In der Hand sollte die Statue eine lange Lanze in Kreuzesform halten. Die Inschrift: „Durch dieses Zeichen, das heilbringende Zeichen der Tapferkeit, habe ich die Stadt Rom vom Joch der Tyrannei errettet und ihr die Freiheit wieder gebracht.“

Was waren die unmittelbaren Auswirkungen der Bekehrung Konstantins?
Er machte den ersten Tag der Woche, den christlichen Sonntag, zum Feiertag. Denn an diesem, dem Auferstehungstag, hielt schon Paulus seine Gottesdienste ab. (Apostelgeschichte 20, 7). (Samstags, also am Sabbat, war Paulus ja nicht selten in der Synagoge unterwegs).
Die Todesstrafe durch Kreuzigung wurde abgeschafft.
Gesetze zum Schutz der Ehe wurden erlassen.
Der Kindermord wurde verboten.
Sklaven durften nicht mehr willkürlich behandelt werden.
Und das war erst der Anfang.

"Wer nicht gegen uns ist, ist für uns." (Markus 9, 40).

Dienstag, 19. Juni 2018

"Herrschaft des Unrechts"

"Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da werde ich dem David einen gerechten Sproß erwecken. Der wird als König regieren und verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit im Land üben."

Ich entnehme der Presse, daß zur Zeit ein Machtkampf zwischen der Kanzlerin und dem Innenminister tobt. Die Streitpunkte waren mir nicht völlig klar, bis ich las, daß es um absurde Dinge geht wie beispielsweise das hier: Abgelehnten Asylbewerbern, die mit Einreiseverbot belegt sind, soll die Einreise nach Deutschland verweigert werden.
Das muß man zweimal lesen, denn es klingt irgendwie schräg.
Es ist fürs Kanzleramt also ein Problem, daß man geltendes Recht anwendet—sofern es Ausländer betrifft, die mit einem Einreiseverbot belegt sind. Das heißt konkret: Asylschwindler, Kriminelle und sonstige Abenteurer sollen trotz ihres Einreiseverbots wieder Einlaß in den hiesigen Sozialstaat finden und hier die Leute beglücken, und niemand darf sie an ihrem illegalen Eindringen hindern, schon gleich gar keine Grenzpolizisten.
Wie bitte?
Warum?
Ich hoffe, der Innenminister bluff nicht nur, sondern verschafft dem Recht wieder Geltung. (Daß ich sowas hier einmal schreiben würde, hätte ich auch nicht gedacht. Was passiert mit unserer überdimensionierten Schweiz? Was macht diese Frau mit diesem Land?)

Vorgestern war der Jahrestag des Aufstands vom 17. Juni 1953. In der DDR, dem Heimatland der Kanzlerin, erhob sich damals das Volk gegen seine sozialistischen Unterdrücker. Der Aufstand wurde von russischen Truppen brutal niedergewalzt und Bertolt Brecht, der alte Kommi, schrieb ein Gedicht dazu, das mich an die momentane Situation erinnert. Es heißt "Die Lösung":

Nach dem Aufstand des 17. Juni // Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands // In der Stalinallee Flugblätter verteilen // Auf denen zu lesen war, daß das Volk // Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe // Und es nur durch verdoppelte Arbeit // Zurückerobern könne. Wäre es da // Nicht doch einfacher, die Regierung // Löste das Volk auf und // Wählte ein anderes?

Vielleicht geschieht ja genau das in unseren Tagen.
Die bessere Lösung: Dem Recht zur Geltung verhelfen, den Innenminister unterstützen.
Und für unser Land beten. Denn Gott ist ein Spezialist, wenn es darum geht, aus Mist Dünger zu machen. Der ganze momentane Regierungsmurks kann dem lethargischen, wohlstandssedierten Deutschland zu einer handfesten geistlichen Erweckung verhelfen.

"Eine Zuflucht für den, der rechtschaffenen Weges ist, ist der HERR, aber Verderben für die, die Unrecht tun." (Sprüche 10, 29).

Donnerstag, 14. Juni 2018

Fünf Arten von Gemeinde, Teil 2

"Pläne scheitern, wo keine Besprechung ist. Wo aber viele Ratgeber sind, kommt etwas zustande."
Sprüche 15, 22.

Hier also Teil 2, die Fortsetzung der Mittwochspredigt von letzter Woche, die sich mit dem Phänomen der Unterschiedlichkeit von Gemeinden befaßt hat. Sie ist mehr etwas für Pastoren und solche, die das geheimnisvolle Gebilde namens Gemeinde besser verstehen wollen.

Pastoren setzten in ihren Gemeinden Prioritäten, die ihrer Persönlichkeit angemessen sind.
Ein Pastor und Lehrer setzt andere Schwerpunkte als ein pastoraler Evangelist. Der eine will Menschen in Erkenntnis und Reife führen, ("Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis!" Hosea 4, 6), der andere will Sünder zum Herrn führen. Reife? Überflüssig, solange es noch verlorene Seelen zu retten gibt.
Jemand aus einer Familiengemeinde mit einem Teddybären als Pastor wird eine Lehrgemeinde eher als kalt empfinden. ("Niemand kümmert sich!") Umgekehrt kann es sein, daß jemand aus einer Lehrgemeinde eine Familiengemeide als übertrieben gefühlsduselig und unreif empfindet.
Charismatiker, die im Geist fließen wollen, werden sich mit einem Pastor, der sich als Sozialreformer und Aktivist versteht, schwertun. Denn der Charismatiker will göttliche Eindrücke empfangen, der Sozialreformer hingegen Arme speisen, eine Demo veranstalten, einen Protestmarsch oder ein Hilfsprojekt anleiern, eben einen Mißstand anprangern und abstellen. Die beiden messen Erfolg völlig unterschiedlich.
Alle diese Anliegen und Prägungen sind berechtigt. Keine Gemeinde kann allen gleichermaßen gerecht werden. Ideal sind Gemeinden, die alle fünf Aspekte biblischen Gemeindelebens ausgewogen praktizieren. Das ist Kunst und Wissenschaft zugleich und ohne Gottes Hilfe gänzlich unmöglich. Wir lernen da nie aus.
Aber wir lernen.

Voilà: Fünf Arten von Gemeinde (und dein Platz in einer, Teil 2).

Dienstag, 12. Juni 2018

Informativer Abend mit dem Professor

"Eisen wird durch Eisen geschärft, und ein Mann schärft das Angesicht seines Nächsten."
Sprüche 27, 17.

Professor Dr. Vishal Mangalwadi hat gestern in der FOS einen interessanten Vortrag zum Thema „Schafft der Westen sich selber ab?“ gehalten. Es waren rund 180 Leute aus dem akademischen und christlichen Milieu in die Aula gekommen um diesem indischen Philosophen, Theologen und gläubigen Christen zuzuhören, wie er den Westen an seine biblischen Wurzeln erinnert. Gute Freunde waren da. Ich saß neben Pastor René Stebani von der Biblischen Gemeinde Schweinfurt.
Vielen Dank an Pfarrer Kelber, der diesen Besuch organisiert hat.
Hinterher hatte ich das Privileg, noch ein wenig mit dem Professor und anderen interessanten Personen zusammenzusitzen und mich auszutauschen.
Als wir dann heute Morgen gemeinsam frühstückten und über Gott und die Welt redeten, ließ mich der Professor wissen, dass er dabei sei, ein Nachfolgebuch zu seinem enorm wichtigen „Buch der Mitte“, das die akademische Welt in unserem Land zurzeit beschäftigt, fertigzustellen. Er hat vorgeschlagen, dass ich es mir vorab anschaue. Fühle mich privilegiert und schwebe auf Wolke 7.
Unbedingt zu erwähnen ist auch Jochen, sein kompetenter Übersetzer, Leiter eines Professorennetzwerks und Hauptverantwortlicher für die Unterstützung des Wirkens von Dr. Mangalwadi in Deutschland. Der Mann hat die Fähigkeit, Sachverhalte prägnant zu formulieren und genau das richtige Wort zu finden. Eine große Kunst. Ich verbeuge mich.
Insgesamt ein interessanter, anspruchsvoller Abend (und Morgen).

"Und die von dir kommen, werden die uralten Trümmerstätten aufbauen. Die Grundmauern vergangener Generationen wirst du aufrichten." (Jesaja 58, 12)

Montag, 11. Juni 2018

Mangalwadi in Schweinfurt!

"O Land, Land, Land, höre das Wort des HERRN."
Jeremia 22, 29.

Deutschland ist derzeit gerne "bunt"! Man liebt die Vielfalt, ist inklusiv eingestellt, tolerant, weltoffen und multikulturell. Man verachtet den Westen ein wenig, weil er so alt und weiß ist. Man feiert den farbigen Unterschied als Bereicherung, vor allem, wenn er aus dem malerischen Orient kommt.
Da trifft sich folgendes gut:
Heute abend ist Prof. Dr. Vishal Mangalwadi, indischer Christ, Sozialreformer, Politiker, Philosoph und Theologieprofessor, in Schweinfurt. Er hat phänomenale "Das Buch der Mitte" geschrieben. (Den englischen Originaltitel finde ich besser: "The Book that made your World.")
Ich bin ein großer Fan.
Denn er als multikultureller Bereicherer (in seinem Fall stimmt das tatsächlich) führt seinen Hörern die geschichtliche Wahrheit vor Augen, leuchtet dem glaubensvergessenen Westen ordentlich heim und sagt den Westlern, warum ihre Kultur zur weltweit führenden, innovativsten, freisten und meistkopierten Kultur der Welt wurde und warum sie ein Einwanderungsmagnet ist. Er begründet unseren Erfolg mit mit der Bibel. Wenn der Westen sich selber abzuschaffen wünscht, wonach es heutzutage ja aussieht, dann hat er nicht mehr alle Speichen am Rad. Wir müssen vielmehr zurückkehren zu unserer Quelle: Gott. (Dem der Bibel).
Wer also diskussionsrelevante Argumente für das Christentum und die eigentlichen Werte des Westens zur Kenntnis nehmen möchte, kommt hier auf seine Kosten.

Der Professor spricht heute abend um 19.30 Uhr in der Aula der Fachhochschule für angewandte Wissenschaften, Ignaz Schön-Str. 11, 97424 Schweinfurt.

"Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre." (Markus 4, 9).

Sonntag, 10. Juni 2018

Von der Wichtigkeit des Buschtelefons

"Ein Tag sprudelt dem anderen Kunde zu, und eine Nacht meldet der anderen Kenntnis—ohne Rede und ohne Worte, mit unhörbarer Stimme. Ihr Schall geht aus über die ganze Erde und bis an das Ende der Welt ihre Sprache."
Psalm 19, 3-5.

"Pastor, ich betrachte mich als Mitglied deiner Gemeinde, obwohl ich weit weg wohne und dir nur im Internet folgen kann. In deiner neuen „Predigt der Woche“ sagst du, dass man am effektivsten evangelisiert, indem man Besucher in die Gemeinde mitbringt. Das geht bei mir aus offensichtlichen Gründen nicht. Was mache ich, wenn ich auch einen Beitrag leisten will?"

Nun, du kannst Verwandte, Freunde und Bekannte auf Online-Predigten, die dich besonders angesprochen haben, hinweisen. Da ist sicher was für sie dabei.
Momentan hören auf YouTube zwischen 400 und 600 Personen täglich eine dieser Online-Botschaften. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ich habe mit Menschen geredet, die dadurch zum Glauben an Jesus gefunden haben, die Taufe im Heiligen Geist erlebten und ganz allgemein ermutigt, ermahnt und getröstet wurden.
Ich bin Gott dankbar für diese unkomplizierte aber effektive Möglichkeit, das Wort Gottes zu verbreiten.

"Und die Kunde hiervon ging hinaus in jene ganze Gegend." (Matthäus 9, 26).

Trump, der Zoll, die Strafe und die Lücke in der Presse

"Im Recht scheint, wer in seiner Streitsache als erster auftritt, bis sein Nächster kommt und ihn ausforscht."
Sprüche 18, 17.

Seit einiger Zeit entnehme ich der Presse, dass US-Präsident Trump „Strafzölle“ auf bestimmte europäische Waren verhängt hat.
Ein hartes Wort, nicht wahr.
Das sei schläächt. (In der Tat. Ich als Freihandelsfan mag Zölle auch nicht). Warum genau er das tat, war den Artikeln jeweils nicht wirklich zu entnehmen. Die waren stets so geschrieben, als habe der pöhse, pöhse Mann aus einer seiner schlümmen Launen heraus beschlossen, die Europäer zu „bestrafen“, einfach weil er das kann, fies ist und nicht an den Welthandel glaubt. Weil er etwas gegen Europäer hat. Und Kanadier. Und andere Verbündete.
Einfach weil er Trump ist.
Heute endlich hat sich ein Journalist erkühnt, (nicht ohne rhetorische Verrenkungen), und die Gründe für Trumps miese Laune schwarz auf weiß wiedergegeben:
Die europäischen Zölle sind Trump zu hoch.
Die Europäer erheben beispielsweise auf US-Autos einen viermal höheren Zoll als umgekehrt die Amerikaner auf europäische Autos. Der Unmögliche (also Trump, das Trumpeltier, der Migrant in dritter Generation mit deutschen Wurzeln) findet das unmöglich und will, dass die Europäer gefälligst ihre Zölle senken. Tun sie das nicht, verhängt er eben „Strafzölle“, bis les Européens sich bewegen.
Ich will ganz offen sein: Ich kann das irgendwie nachvollziehen.
Die Europäer zocken die Amis ab und regen sich auf, weil die sich seit neuestem dagegen wehren. Man wundert sich manchmal über die Schafsgeduld unserer Cousins in Übersee.

Es kommt schon mal vor, dass ich mir von hier aus der fränkischen Provinz Hemden in den USA bestelle. Das tue ich deshalb, weil ich dort Ärmellänge und Kragenweite so kombinieren kann, dass mir das Hemd auch passt. Bei deutschen Hemden ist das immer eine Glückssache bei mir, denn hierzulande kann man diese beiden Größen eben nicht miteinander kombinieren und die Ärmel sind mir standardmäßig zu kurz, von der Rückenlänge ganz zu schweigen. Dafür sind diese Hemden, die selten passen, hierzulande dreimal so teuer wie in den USA und von schlechterer Qualität, (obwohl beide Hemden höchstwahrscheinlich in denselben asiatischen Fabriken genäht werden). Trotz Versand und Zoll sind diese passgenauen Hemden aus den USA für mich nicht teurer, ja meist sogar billiger, als die Hemden im Laden um die Ecke. (Und bitte: Wir sprechen hier nicht von Luxusartikeln).
Warum ist das so?
Wir leben halt in einem ausgesprochenen Hochsteuerland und regen uns nur deswegen nicht auf, weil wir es nicht anders kennen.
Es lebe der Freihandel.
Europäer, senkt eure Zölle!

Donnerstag, 7. Juni 2018

Fünf Arten von Gemeinde (und dein Platz in einer)

"Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.
Es kam aber über jede Seele Furcht, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel.
Alle Gläubiggewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, je nachdem einer bedürftig war.
Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Jubel und Schlichtheit des Herzens, lobten Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk.
Der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten."
Apostelgeschichte 2, 42-47.

Da ich weiß, daß auch Pastoren hier gelegentlich hereinschauen, habe ich mir gedacht, ich mache an dieser Stelle eine Mittwochabendpredigt öffentlich. Sie hat den etwas umständlichen Titel "Fünf Arten von Gemeinde (und dein Platz in einer), Teil 1", ist schlanke 24 Minuten lang und war eigentlich als Teil einer Sonntagspredigt gedacht. Dort ist aber das Interesse an solchen Dingen möglicherweise nicht so gegeben und man will die Leute ja nicht langweilen. Beim Auto ist auch egal, wie es unter der Haube genau aussieht, Hauptsache das Ding fährt.
Worum geht's?
Um den Aufbau einer abgerundeten Gemeinde, bzw. deren unweigerliche Spezialisierung und deren Vor- und Nachteile.
Könnte für den einen oder anderen interessant sein.
Hier ist sie: Fünf Arten von Gemeinde (und dein Platz in einer).
Man findet sie auch auf der Audio-Seite von www.OnlineKirche.org.

"Denn wir sollen nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre." (Epheser 4, 14).

Dienstag, 5. Juni 2018

Arm im Geist?

"Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel."
Matthäus 5, 3.
"Glückselig ihr Armen, denn euer ist das Reich Gottes."
Lukas 6, 20.

„Pastor, Armut ist doch etwas Schlechtes. Warum nennt Jesus die Armen glückselig? Und was genau ist ein Armer im Geist?“

Natürlich ist Armut ein Fluch und kein Segen.
Die Armen haben gegenüber den Reichen aber einen geistlichen Vorteil: Sie sind unbelastet von den Sorgen, die der Mammon mit sich bringt. Sie kleben nicht an der Scholle. Sie sind flexibel. Wenn Jesus sie in die Nachfolge ruft, dann kommen sie, denn sie haben nichts zu verlieren.
Zumindest war das bei mir so.
Bei Reichen ist das nicht immer sicher, wie Matthäus 19, 24 zeigt, wo ein reicher junger Mann Jesus stehen ließ, als der zu ihm sagte, „Gib alles weg und komm und folge mir nach.“ Als er wegging, sagte Jesus den berühmten Satz: „Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als daß ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.“ Geld ist nämlich (für sehr viele) ein prima Gottesersatz.

In Lukas 14 ist Jesus bei einem Obersten der Pharisäer zum Essen eingeladen. Dort ruft jemand, „Glückselig wer Brot essen wird im Reich Gottes!“ (Man beachte die Ähnlichkeit des Ausrufs mit der Seligpreisung aus Lukas). Der Herr ergreift die Gelegenheit beim Schopf und bringt sofort ein Gleichnis, (das den Vorteil hat, die Seligpreisung auch gleich korrekt auszulegen). In dem Gleichnis geht es um einen Menschen, der ein großes Gastmahl machte und viele einlud.
Doch als es soweit war, wollte keiner der Geladenen kommen.
Der eine behauptete, einen Acker gekauft zu haben, den er nun besehen müsse. (Eine Ausrede! Denn welcher Doldi kauft einen Acker ohne ihn vorher angeschaut zu haben?) Der Mann war nicht arm, er konnte sich einen Acker leisten. Und nun stand sein Besitz zwischen ihm und der Teilnahme am Gastmahl. Wäre er arm gewesen, wäre er garantiert gekommen. Die Armen lieben Gratisfestmahle.
Zwei weitere Kandidaten hatten genauso lausige Ausreden.
Mit zornrotem Kopf beschloss der Gastgeber, die Geladenen, die sein Mahl verschmähten, wieder auszuladen und seine Leckerbissen anderen zu geben.
Wem?
Er „sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und bringe die Armen, usw. herein!“ (Lukas 14, 21). Da haben wir sie wieder!
Die Armen.
Der Gastgeber im Gleichnis ist natürlich Gott, das Gastmahl ist Jesus, bzw. sein Dienst, bzw. das Reich Gottes. Die Armen folgten Jesus in großen Mengen. Die Schriftgelehrten und Pharisäer lehnten Jesus größtenteils ab.
Warum?
Die Pharisäer verhöhnten ihn, weil sie reich und geldliebend waren. (Lukas 16, 14). Sie waren bereits besetzt. Den Platz, den Gott in ihrem Leben haben sollte, den hatte ihr Besitz inne. Sie waren an materiellen Dingen mehr interessiert als an geistlichen. Sie waren nicht arm. Wären sie arm gewesen, hätten sie sich Jesus vielleicht zugewendet.
Wohlstand hat also auch problematische Seiten.
Er kann geistlich lähmen.
Muss er aber nicht.
Und hier kommen die Armen im Geist ins Spiel.

Was ist ein Armer im Geist?
Das ist ein Reicher, der sich eine gesunde Distanz zu seinem Besitz bewahrt hat. Ein Wohlhabender, der noch auf Gott reagiert. Jemand, dem Gottes Festmahl wichtiger ist als ein neuer Acker. Zachäus zum Beispiel, oder Josef von Arimathäa, oder Martha und Maria, oder Lydia von Thyatira. All diese Leute wussten sich Gott mehr verpflichtet als ihrem Geld.

Gleich nach dem Essen beim Pharisäer (und dem Gleichnis vom Gastmahl, in dem die Reichen sich selbst von der Teilnahme disqualifiziert haben, (indem sie nicht hingingen)), zieht Jesus weiter und wendet sich an die ihm nachfolgende Volksmenge. Er spricht über die Bedingungen der Nachfolge und die gipfeln in diesem Satz:

"So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein." (Lukas 14, 33).

Allem entsagen heißt nicht zwingend, alles weggeben. Es bedeutet vielmehr, bereit zu sein zu gehen und sich vom Mammon nicht behindern zu lassen, wenn Jesus mit einem Auftrag kommt. Die Bereitschaft, notfalls alles wegzugeben, ist schon vorhanden. Tatsächlich alles wegzugeben wird in den seltensten Fällen nötig sein. Barnabas hat dies freiwillig getan, bevor er zu seiner Apostelmission aufbrach. König David hat seinen gesamten Besitz für den Bau des Tempels gestiftet, den sein Sohn Salomo dann errichtete.

Außerdem greift Jesus das Gleichnis auf, das er direkt im Anschluss an die Seligpreisungen in Matthäus ebenfalls bringt: "Das Salz nun ist gut. Wenn aber auch das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gewürzt werden? Es ist weder für das Land noch für den Dünger tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hören, der höre." (Lukas 14, 34-35).
Falsch verstandener Wohlstand kann fade machen. Spätestens dann ist er in Gefahr.

So verhält sich das mit den Armen.
Und den Armen im Geist.

BAMF-Theater

"Ein und dasselbe Gesetz und ein und dasselbe Recht soll für euch gelten und für den Fremden, der bei euch wohnt."
4 Mose 15, 16.

Der Presse entnehme ich, dass es im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Unregelmäßigkeiten gegeben hat. Mann hat die Herkunft zahlreicher sogenannter Flüchtlinge nicht gewissenhaft überprüft. Hunderte und Tausende von Asylbescheiden sind grundlos positiv beschieden worden. Ein Skandal! Der muss nun mit aller Macht aufgearbeitet werden. Der Innenminister runzelt die Braue und verlangt restlose Aufklärung.
Ich hätte da einen anderen Vorschlag.
Den Skandal abhaken und das BAMF abschaffen.
Es ist überflüssig.
Denn wie bitte sollen die Mitarbeiter dieses Amtes die Herkunft von Leuten überprüfen, die keine Ausweise haben? Sollen sie ihnen tief in die Augen schauen? Gedanken lesen?
Das geht nicht.
Ihre Telefone bringen sämtliche Zuwanderer zwar mit, aber ihre Ausweise haben sie bedauerlicherweise ganz, ganz oft verloren. Wie das Leben eben so spielt. In diesen Fällen ist es unmöglich, die Herkunft zweifelsfrei festzustellen.
Überhaupt: Es ist egal, woher sie kommen. Denn sie bleiben, egal was der Asylbescheid, dieses Blatt Papier, sagt. Erhalten sie kein Asyl, werden sie halt geduldet. Milchbärte sowieso. Abgeschoben wird kaum einer—nicht einmal Gefährder. Im Gegenteil: Behauptet einer, er wäre Talibankämpfer (gewesen), dann stellt er damit sicher, dass er nicht abgeschoben wird. Denn die Strafe, die ihn in seinem Heimatland erwarten würde, kann diesem mutmaßlichen Totschläger einfach nicht zugemutet werden. Viel lieber setzt man die Bevölkerung Deutschlands seinem Wohlwollen aus.
Menschlicher gehts wirklich nicht. (Für den Talib).
Es ist in diesen Tagen leichter, nach Deutschland hereinzukommen als wieder hinaus.
Viel effizienter wäre es, jedem, der kommt, gleich an der Grenze einen Aufenthaltstitel in die Hand zu drücken und ihm viel Glück zu wünschen.
Man könnte aber auch zum gültigen Recht zurückkehren.

Allerdings muss dieses Recht dann auch für alle gelten.
Privilegien für Ausländer sollten gestrichen werden. Denn warum wird ein Syrer mit drei Ehefrauen und 23 Kindern viel großzügiger behandelt als ein Deutscher, der ähnliche Anwandlungen hat? Nähme ein Deutscher drei Frauen, (nicht, dass ich das gut fände), bekäme er umgehend Probleme mit dem Bigamieparagrafen und müsste möglicherweise ins Gefängnis. Ausländer haben da nichts zu befürchten. Die FAZ hat neulich, (31.5.2018), berichtet, dass eine im Ausland geschlossene Zweitehe einer Einbürgerung keineswegs entgegenstehen muss. Ob das für Teutonen auch gilt oder nur für Syrer, ging aus dem Artikel nicht hervor.
Wäre schön, wenn vor dem Gesetz alle gleich wären.

"Gott aber, sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien, und sollte er es bei ihnen lange hinziehen? Ich sage euch, daß er ihr Recht ohne Verzug ausführen wird. Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde?" (Lukas 18, 7-8).

Sonntag, 3. Juni 2018

Hin oder weg?

Es gibt zwei Bibelstellen, die sich widersprechen, (aber nur scheinbar). Allerdings müssen sie gegeneinander abgewogen werden. Es handelt sich um folgende:

"Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern." (Matthäus 28, 19).
Und:
"Geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab! spricht der Herr." (2 Korinther 6, 17).

Einerseits sollen wir uns der Welt zuwenden, andererseits aus ihrer Mitte hinausgehen. Wir sollen quasi in der Welt sein, aber nicht von der Welt.
Ein Paradox.
Geht aber.
Denn ein Fisch mag im tiefen, blauen und vor allem salzigen Meer wohnen. Er ist deswegen nicht mit Salz gefüllt. Thunfisch pökelt sich nicht von selber. Er kommt mit seiner Umgebung ganz gut zurecht.
Wie man also einerseits auf die Welt zugeht, andererseits sich von ihr absondert, und diesen Widerspruch aushält, darum gehts in der aktuellen Predigt der Woche. Sie ist bereits online.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Meinungsmobbing

"Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe."
Offenbarung 3, 21.

Presse, Politik und Teile der Bevölkerung haben die Fähigkeit, das Böse in Abstufungen wahrzunehmen, verloren. Das Resultat ist eine gespaltene Gesellschaft, ein weitverbreitetes Meinungsmobbing.
Wie gegen illegale Einwanderung ist, ist gegen Einwanderung, ist gegen Ausländer, ist ein Fremdenfeind, ist rechtsextrem, ist ein Nazi.
Wer traditionell eingestellt ist, ist unmodern, ist konservativ, ist ewiggestrig, ist reaktionär, ist homophob, rechts, rechtsextrem, ein Nazi.
Wer bibeltreuer Christ ist, ist islamophob, buddhophob, hindophob, intolerant, rechts, Nazi.

Wer demnach für die rechtsstaatliche Ordnung, aber gegen Binnen-I und Genderquatsch ist, ist genauso schlimm wie jemand, der ein Volk mit Zyklon B ermordet.
Wer so denkt, ist rationalen Argumenten nicht mehr zugänglich. Das trifft leider auf nicht wenige Zeitgenossen zu.
Was tun, wenn wir auf so jemanden treffen?
Jesus gibt die Antwort: Bei der Wahrheit bleiben und auf Gott vertrauen.

"Seid nicht besorgt, wie oder was ihr reden sollt. Denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Geist eures Vaters, der in euch redet." (Matthäus 10, 19-20).

Freitag, 25. Mai 2018

Eine Frage der Geschwindigkeit

"Wenn die Posaune einen undeutlichen Ton gibt, wer wird sich zum Kampf rüsten? So auch ihr, wenn ihr durch die Sprache nicht eine verständliche Rede gebt, wie soll man erkennen, was geredet wird? Denn ihr werdet in den Wind reden."
1 Korinther 14, 8-9.

"Pastor, du bringst sicherlich immer wieder interessante Botschaften, aber duredestsoschnellundmanchmalauchnoch udneultcih sodaßichnichtmitkommenichteimalmithörgerät. Geht'snichtaucheine Spur langsamer?"

Mea culpa. Ich höre diese Beschwerde hier nicht zum allerersten Mal. Bitte vielmals um Entschuldigung. Ich. Werde. Mich. Bemühen. In. Zukunft. Langsamer. Und. Verständlicher. Zu. Reden. Großesindianerehrenwort.

Montag, 21. Mai 2018

Abendspaziergang

"Das Land, das wir durchzogen haben, um es auszukundschaften, das Land ist sehr, sehr gut."
4 Mose 14, 7.

Der Abend ist lau.
Es zieht mich nach draußen.
Ich ziehe mir unauffällige Klamotten an, schnappe mir das Fernglas und wandere los.
Richtung Wald.
Keine hundert Meter von meinem Haus entfernt,  fällt mir inmitten des hohen Grases ein roter Fleck auf. Ein Blick durch den Feldstecher offenbart, dass es sich um einen jungen Rehbock handelt, der bunte Leckerli von der Wiese nascht. Die vier Enden seines Gehörns sind ordentlich verfegt und leuchten spitz und weiß. Er hat auch schon völlig verfärbt. Das graue Winterfell ist dem glatten roten Sommerfell gewichen. Neugierig stiert er mich zwischen den Grashalmen hindurch an.
Ich lasse ihn in Ruhe und wandere weiter.
Ein knallgrünes Gerstenfeld leuchtet in der Sonne. Die zahllosen roten Mohnblüten schweben wie Edelsteine über den Borstenfächern. Durch den Feldstecher betrachtet wirken sie surreal in ihrer Schönheit.
Auf einer Wiese nahe am Wald steht ein grauer Fleck im bunten Frühlingsgras. Mit zehnfacher Vergrößerung betrachtet, erkenne ich darin eine struppige alte Geiß, die noch nicht verfärbt hat. (Junge Tiere verfärben zwar vor den alten, für die alten ist es aber auch Zeit). Eigentlich hat das Tier obendrein Rosenstöcke, scheint mir, die nur Böcke haben. Doch zum Bock fehlen ihm die Hörner. Zwar werfen Rehe ihr Gehörn im Winter genauso ab wie Hirsche. Um diese Zeit sind beiden Arten jedoch längst neue Hörner gewachsen. Hingehen und genauer nachschauen kann ich natürlich nicht. Ich zuckte mit den Schultern und wandere weiter.
Der Wald ist dunkel und geheimnisvoll. Einen besonderen Reiz gibt ihm um diese Jahreszeit dass viele Grün, das auf seinem Boden wuchert. Es ist dicht wie ein Rasen. Denkt man sich die Hälfte der Bäume weg, könnte man meinen, man wäre in einem Park unterwegs. Jeden Moment müsste ein Disney-Prinz mit seiner Prinzessin angeritten kommen. Man erwartet ständig, dass eine kleine dicke gute Fee bienengleich hinter einem Baum hervorsummt und einen glücklich anstrahlt.
Ich freue mich am Frühlingswald, laufe eine Schleife und komme dann dorthin zurück, wo ich in den Wald hineingelaufen bin.
Ich halte inne.
Im hohen Gras rechts vor mir steht diesmal kein Reh, sondern ein Jäger wendet mir den Rücken zu. Er kann mich nicht hören, denn auf den Ohren trägt er, wie ein kettensägender Waldarbeiter, einen orangefarbenen Gehörschutz. Er legt den Vorderschaft seines Gewehrs in die Gabel seines Pirschstocks und zielt. Ich versuche herauszufinden, was er anvisiert, doch ich sehe nichts. Er scheinbar auch nicht, denn er scannt die ganze Wiese durch sein Zielfernrohr.
Ich könnte auf ihn zutreten, ihm auf die Schulter tippen und ihm sagen, dass hier nur eine schlecht verfärbte alte Ricke unterwegs ist, und die hat bis September Schonzeit. Aber warum ihm den Spaß verderben? Manche Dinge muss man einfach selber herausfinden und der Abend ist noch jung. Eine zeitlang schaue ich dem jungen Mann beim Pirschen zu, dann mache ich einen Umweg und gehe nach Hause.

Wenn wir still dasitzen und ein besonders schöner Schmetterling landet auf unserer Hand, dann freuen wir uns, bewegen uns nicht und studieren das farbenfrohe Tier, bis es von selber wieder davonflattert.
Würden wir eine Raupe auf unserer Hand entdecken, würden wir angeekelt die Hand schütteln und das furchtbare Vieh in hohem Bogen davonschleudern.
Wir vergessen dabei, dass ein Schmetterling früher einmal eine Raupe war.
Ähnlich verfahren wir mit Menschen vor und nach der Auferstehung. Vor manchen unreformierten Leuten suchen wir das Weite, wie vor einer Raupe. Nach der Auferstehung werden diese selben schwierigen Menschen eine Veränderung durchlebt haben, die sie zu bildschönen Schmetterlingen macht, von denen wir gar nicht genug bekommen können.
Das dürfen wir nicht vergessen, wenn wir hin und wieder auf ausbaufähige Christen treffen.
Wer weiß, vielleicht sind wir für manche Raupen, obwohl wir uns doch für Schmetterlinge halten.

"Es wird gesät in Unehre, es wird auferweckt in Herrlichkeit; es wird gesät in Schwachheit, es wird auferweckt in Kraft." (1 Korinther 15, 43).

Freitag, 18. Mai 2018

Leichtigkeit im Schwierigen

"Von der Gemeinde geschah ein anhaltendes Gebet für ihn zu Gott."
Apostelgeschichte 12, 5.

Gestern hielt ich unter schwierigen Umständen an einem schwierigen Ort, den ich mir nicht ausgesucht habe, eine Predigt. Ich war auch nicht die Hauptperson und die Leute waren nicht wegen mir gekommen. Es waren (laut Listeneintrag) beeindruckende 150 Leute da, in einem viel zu kleinen, kalten Raum. Die meisten standen in den Gängen.
Doch meine 20-Minuten-Minipredigt kam unerwartet gut an. Ich habe schon gemerkt, daß Gott mit mir war. Und das Wetter hat auch gehalten.
Vielen Dank an jeden, der diesen Gottesdienst im Gebet mitgetragen hat. Ihr habt beim Herrn einen Segen bewirkt. Ich verneige mich.

"Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Die größte aber von diesen ist die Liebe." (1 Korinther 13, 13).

Dienstag, 15. Mai 2018

Die Batterie und das Kraftwerk

"Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele, der letzte Adam [Jesus] zu einem lebendig machenden Geist."

In letzter Zeit war ziemlich viel los, da hat diese Schriftstelle auf ganz besondere Weise zu mir gesprochen.
Wir Menschen sind wie Batterien: Wir werden hergestellt und sind dann erst einmal mit Leben geladen. Batterien gehen an ihre Einsatzorte wie zum Beispiel Taschenlampen oder Radios und hauchen denen Leben ein. Wir Menschen ergreifen Berufe und gehen unseren alltäglichen Tätigkeiten nach.
Bei Batterien wie auch bei Menschen lässt im Lauf der Zeit die Ladung nach. Die Taschenlampe wird zur Funzel, der Kassettenrekorder leiert, und irgendwann wird sich auch der Mensch der Endlichkeit seiner Reserven bewusst. Gedanklich schaut er immer wieder dem alten Thanatos [dem "Boandlkramer", "Freund Hein"] ins bleiche Angesicht und kommt ins Grübeln.
Zu solchen Grüblern sagt Paulus, Jesus sei "der Geist, der lebendig macht." (Luther).
Was Paulus meint: Er ist das Kraftwerk, wie sind die Batterien.
Jesus verpasst uns eine neue Ladung.
Eine ewige Ladung.
Wenn wir Jesus bitten, in unser Leben zu kommen, und ihm nachfolgen, dann stöpseln wir uns ins Kraftwerk ein und werden wie Akkus stets neu geladen.
Man kann äußerlich aufgerieben, innerlich aber täglich erneuert werden.
Ein Smartphone kann alt sein, innerlich kann es sich jedoch auf dem neuesten Stand befinden. Man kann alt werden, aber gedanklich agil bleiben, neue Interessen entdecken und neue Wege gehen. Der Herr machts möglich.
Während ich das sage denke ich nicht so sehr an mich, (so alt bin nun ich auch wieder nicht), sondern an andere. Jedenfalls hat 1 Korinther 15, 45 zu mir gesprochen.
2 Korinther 4, 16 auch:

"Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert."

Dienstag, 8. Mai 2018

Der gnädige Gott der Weissagung

"Wacht nun und betet zu aller Zeit, daß ihr würdig geachtet werdet, diesem allem, was geschehen soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen."
Lukas 21, 36.

"Pastor, warum steht über den "Tag des Herrn", also die berüchtigte siebenjährige Trübsalszeit, so viel in der Bibel, über das Tausendjährige Friedensreich danach aber so wenig? Dabei dauert es doch soviel länger."

Das Goldene Zeitalter, währenddessen Jesus von Jerusalem aus über die Welt herrschen wird, dauert in der Tat 142,86 mal solange wie die Trübsalszeit. Es steht aber gefühlt 14286 mal weniger darüber in der Bibel. Genaugenommen erschöpft sich der Bericht darüber in Offenbarung 20, 4:

"Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben. Und ich sah die Seelen derer, die um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen enthauptet worden waren, und die, welche das Tier und sein Bild nicht angebetet und das Malzeichen nicht an ihre Stirn und an ihre Hand angenommen hatten, und sie wurden lebendig und herrschten mit dem Christus tausend Jahre."

Ein Vers. (Gut, evtl. zehn, wenn man den Kontext noch dazunimmt). Schon happig.

Der Grund ist der: Gott ist viel lieber, du liest über die Trübsalszeit, als daß du sie erlebst. Deswegen warnt er wortreich davor.
Mit dem 1000-jährigen Reich ist es genau umgekehrt: Gott möchte, daß du es erlebst und nicht nur davon liest. Da es sowieso unsere Erwartungen übertreffen wird, spart er sich die Beschreibung.

Die Trübsal ist eine Abkürzung und Komprimierung des normalen Laufs der Geschichte. Normalerweise leben Völker und Nationen ihr Leben ganz gemächlich und machen sich ab und zu Gedanken über Gott. In Zeiten der Krise, des Krieges oder klimatischer Veränderungen suchen sie ihn hingegen intensiver. Während der Trübsal nun werden die Zeiten der Gemächlichkeit aus dem Zeitlauf genommen und die Menschen nonstop mit schicksalhaften Problemen konfrontiert. Sie können nicht anders, sie müssen über Gott nachdenken und sich für oder gegen ihn entscheiden.

Während dieser Krisenzeit zieht sich Gott keineswegs zurück. Im Gegenteil, anhand von Joel 3, 1-5, ist ersichtlich, daß Gott noch einmal eine Geistausgießung wie zu Pfingsten stattfinden läßt. Hunderttausende vollmächtiger Evangelisten werden die Welt mit dem lebendigen Wort Gottes konfrontieren. (Offenbarung 7).
Im dann entstehenden Reich des Antichristen wird es obendrein zwei "Oberstörenfriede" geben, die schalten und walten werden wie einst Mose und Aaron vor dem Pharao. Mit Plagen und allem drum und dran. (Offenbarung 11). Es wird viel Blut fließen. Hunderte von Millionen von Menschen werden in dieser Zeit zu Jesus kommen und dafür den Märtyrertod sterben. Zum Schluß kommt Jesus persönlich wieder (und wir mit ihm), und befriedet die Welt.
Für 1000 Jahre.
Danach erschafft er einen neuen Himmel und eine neue Erde.

"Und der, welcher auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er spricht: Schreibe! Denn diese Worte sind gewiß und wahrhaftig." (Offenbarung 21, 5).

Montag, 7. Mai 2018

Predigt der Woche? Kommt noch!

"Eine Leuchte für meinen Fuß ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad."
Psalm 119, 105

Liebe Freunde im Netz: 
Die "Predigt der Woche" für diese Woche wird kurzfristig nachgeliefert. Daß sich das diesmal verzögert, hat technische Gründe. Wir kriegen das aber hin.

Apropos "Freunde im Netz":
Letzten Mittwoch ist ein junges Paar samt Baby drei Stunden angereist, um am Bibelabend mit dabeizusein. Das waren ganz charmante Leute. Ich bitte euch aber, euch per Email vorher anzukündigen, wenn ihr von so weit her kommt, damit ich dann auch Zeit für euch habe, die ich mir natürlich gern nehme. Ein Herr aus Österreich, der sage und schreibe vier Stunden anreiste, hat das neulich gemacht und das hat ganz gut funktioniert.

Ein Dank auch an alle unsere regelmäßigen (und unregelmäßigen) Unterstützer. Es ist schön zu sehen, daß ihr den Dienst fördert, wenn er euch etwas bringt, und nicht nur nehmt. Vergelt's Gott.

"Nicht, daß ich die Gabe suche, sondern ich suche die Frucht, die sich zugunsten eurer Rechnung mehrt." (Philipper 4, 17).

Sonntag, 6. Mai 2018

RIP: Oma Klara

"In deiner Hand sind meine Zeiten."
Psalm 31, 16.

Am Donnerstag ist Oma Klara O. zum Herrn gegangen. Wir haben sie am Montag nochmal besucht. Sie wurde im Februar 85, war im Rahmen ihrer Familie viele Jahre Gemeindemitglied, buk treu leckere Kuchen und Torten für den Sonntag und fuhr bis letzten November noch selber mit dem Auto. Zuletzt war sie bereit für die Ewigkeit und wollte gehen. Sie konnte nicht mehr.

Requiesce in pacem: Möge sie in Frieden ruhen bis zum Tag der Auferstehung.
Ihrer Familie gilt unser Beileid. Doch wir haben einen Trost. Wir wissen, wo sie hingegangen ist.

"Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist." (Johannes 11, 25).

Just married!

"Und Gott, der HERR, sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht."
1 Mose 2, 18

Gestern haben Soffi S., (entschuldige, Sophia 😉), und Nico G.(itarre) den Bund fürs Leben geschlossen. Im Schloß. In der dortigen Kapelle.
Die Braut sah atemberaubend aus.
Der Bräutigam wirkte schwer beeindruckt. Wir waren es auch.

Dem Brautpaar viel Glück und Gottes reichen Segen auf all seinen Wegen.

Freitag, 4. Mai 2018

Taufe für Tote?

"Was werden sonst die tun, die sich für die Toten taufen lassen? Wenn überhaupt Tote nicht auferweckt werden, warum lassen sie sich denn für sie taufen?"
1 Korinther 15, 29.

„Pastor, ich hab da mal eine Frage. Im 1 Korintherbrief steht, dass sich da welche für Tote haben taufen lassen. Klingt komisch. Geht das überhaupt?“

Die Gemeinde in Korinth war eine sehr lebendige, aber auch fleischliche Gemeinde. Die trieben dort alles mögliche und waren offen für geistliche Modeerscheinungen. Einige ließen sich auch für Tote taufen—was nicht heißt, dass das richtig war.
Im Gegenteil.
Paulus befürwortet diese seltsame Taufe nicht etwa, vielmehr weist er auf die Inkonsequenz im Denken dieser Leute hin. Einerseits behaupteten die nämlich, es gebe keine Auferstehung, (Vers 12), andererseits ließen sie sich für Tote taufen. Dabei ist die Taufe doch symbolisch ein Begräbnis und eine Auferstehung. Wieso lassen sich die also taufen (und vollziehen damit eine symbolische Auferstehung), wenn sie gar nicht an eine Auferstehung glauben? Darum geht es in diesem Satz.

Eine Taufe ist nur dann sinnvoll, wenn der Täufling an Jesus und sein Erlösungswerk, und damit an Tod und Auferstehung Christi, glaubt. Niemand kann sich für einen anderen taufen lassen. Jesus selbst sagt: „Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird errettet werden. Wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden.“ (Markus 16, 16). Strenggenommen ist die Taufe nicht heilsnotwendig. Der Glaube schon.
Dieser Glaube kommt aus dem Hören des Evangeliums. Deshalb ist Paulus sogar so kühn und sagt:

"Christus hat mich nicht ausgesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen." (1 Korinther 1, 17).